Das menschliche Gewissen ist für den christlichen Glauben und die Lehre der Bibel ein sehr zentrales Thema – insbesondere, wenn Christen zu gesellschaftlichen Themen unterschiedliche Ansichten haben, zum Beispiel zum Thema Impfen oder zur staatlichen Unterordnung. Fest steht, dass das menschliche Gewissen vor Gott heilig ist, und dass es Sünde ist, ihm zuwiderzuhandeln. Es hilft uns bei Entscheidungen.

Aber was genau sagt die Bibel noch zu diesem Thema? Im Folgenden findest du einige Wahrheiten und Grundsätze dazu aus Gottes Wort, die es wert sind, näher betrachtet zu werden:

  • Das Ziel christlicher Lehre ist es, Liebe, ein gutes Gewissen und Glauben hervorzubringen.

„Das Ziel meiner Unterweisung ist, dass alle Christen von der Liebe erfüllt sind, die aus einem reinen Herzen kommt, aus einem guten Gewissen und aufrichtigem Glauben“ (1. Timotheus 1,5).

  • Die Opfer im Alten Testament konnten das Gewissen eines Menschen nicht reinigen, aber das Blut Jesu kann es.

„Dies ist ein Gleichnis für unsere Gegenwart: Die Gaben und Opfer der Priester können das Gewissen der Menschen, die sie darbringen, letztlich nicht von Schuld befreien“ (Hebräer 9,9).

„Wie viel mehr kann dann das Blut des Christus bewirken, denn durch die Kraft von Gottes ewigem Geist brachte Christus sich selbst Gott als vollkommenes Opfer für unsere Sünden dar. Er befreit unser Gewissen, indem er uns freispricht von unseren Taten, für die wir den Tod verdienen. Nun können wir dem lebendigen Gott dienen“ (Hebräer 9,14).

  • Unser Gewissen bezeugt unsere guten Absichten

„Mit gutem Gewissen können wir sagen, dass wir in allem, was wir taten, stets offen und ehrlich waren. Wir haben uns auf Gottes Gnade verlassen und nicht auf unsere eigene Weisheit. So verhielten wir uns bei allen Menschen und ganz besonders euch gegenüber“ (2. Korinther 1,12).

  • Die Taufe ist die Bitte an Gott um ein reines Gewissen

„Das ist ein Bild für die Taufe, die euch jetzt rettet. Die Taufe ist keine körperliche Reinigung, sondern die Bitte an Gott um ein reines Gewissen. Dies ist möglich durch die Kraft der Auferstehung von Jesus Christus“ (1. Petrus 3,21).

  • Der Heilige Geist kann und wird unser Gewissen bestätigen

„Was ich nun sage, sage ich in der Gegenwart von Christus. Es ist die Wahrheit – ich lüge nicht – und der Heilige Geist bestätigt es mir durch mein Gewissen …“ (Römer 9,1)

  • Unser Gewissen gibt uns Zeugnis und zeigt uns, was richtig und was falsch ist

„Durch ihr Verhalten zeigen sie, dass Gottes Gesetz in ihr Herz geschrieben ist, denn ihr eigenes Gewissen und ihre Gedanken klagen sie entweder an oder bestätigen, dass sie das Richtige tun“ (Römer 2,15).

„Als sie aber das hörten, gingen sie – von ihrem Gewissen überführt – einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus wurde allein gelassen, und die Frau, die in der Mitte stand.“ (Johannes 8,9; SLT).

  • Der Apostel Paulus handelte nicht gegen sein Gewissen und bemühte sich stets darum, gegenüber Gott und den Menschen ein reines Gewissen zu bewahren.

„Paulus sah den Hohen Rat mit festem Blick an und begann zu sprechen: ‚Brüder, ich habe immer mit gutem Gewissen vor Gott gelebt!‘“ (Apostelgeschichte 23,1).

„Aus diesem Grund versuche ich immer, mir vor Gott und den Menschen ein reines Gewissen zu bewahren“ (Apostelgeschichte 24,16).

„Ich danke Gott, dem ich mit einem reinen Gewissen diene, wie meine Vorfahren es taten. Nacht und Tag denke ich in meinen Gebeten an dich“ (2. Timotheus 1,3).

  • Ein reines Gewissen ist eine Voraussetzung für jede Position in der Leiterschaft.

Genauso ist es notwendig, dass auch die Diakone geachtete und glaubwürdige Menschen sind. Sie dürfen keine Trinker sein und nicht nach maßlosem Gewinn streben. Sie sollen mit gutem Gewissen so leben, wie es der Wahrheit des Glaubens entspricht“ (1. Timotheus 3,8-9).

  • Wir müssen ein reines Gewissen haben, um uns Gott in der vollen Zuversicht unseres Glaubens zu nähern.

„Deshalb wollen wir mit aufrichtigem Herzen voller Vertrauen und Zuversicht in die Gegenwart Gottes treten. Denn unser Herz wurde ja mit dem Blut von Christus besprengt. Damit ist unser Gewissen von Schuld befreit und unser Körper mit dem Reinigungswasser gewaschen.“ (Hebräer 10,22; NeÜ).

  • Wenn wir ein reines Gewissen haben, können wir anderen zuversichtlich von Christus erzählen.

„Macht Christus zum Herrn eures Lebens. Und wenn man euch nach eurer Hoffnung fragt, dann seid immer bereit, darüber Auskunft zu geben, aber freundlich und mit Achtung für die anderen. Bewahrt euch ein reines Gewissen. Wenn dann jemand etwas Böses über euch sagt, wird er beschämt werden, weil euer vorbildliches Leben mit Christus ihn Lügen straft“ (1. Petrus 3,15-16).

  • Jene, die sich vom Glauben abwenden, haben ihr Gewissen gebrandmarkt, indem sie ihm beständig entgegengehandelt haben.

„Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind“ (1. Timotheus 4,1-2; SLT).

  • Wenn ein Mensch gegen sein Gewissen handelt, kann er dadurch in seinem Glauben Schiffbruch erleiden.

„Halte dabei an deinem Glauben an Christus fest (verlasse dich mit deiner ganzen menschlichen Persönlichkeit in absolutem Vertrauen und vollkommener Zuversicht auf Gott) und bewahre dir immer ein gutes (reines) Gewissen. Denn indem sie nicht darauf hörten, was ihr Gewissen ihnen sagte und dagegen handelten, haben einige Menschen in ihrem Glauben Schiffbruch erlitten“ (1. Timotheus 1,19; AMPC).

Unser Gewissen und die Unterordnung unter die Autorität der Regierung

Es ist klar, dass unser Gewissen wichtig für Gott ist. Wie sollte sich nun unser Gewissen auf unsere Unterordnung unter Menschen, die Regierungspositionen innehaben, auswirken? Im Römerbrief lesen wir:

„Gehorche der Regierung, unter der du lebst, denn sie ist von Gott eingesetzt. Alle Regierungen haben ihre Vollmacht von Gott. Wer sich also den Gesetzen des Landes widersetzt, der verweigert Gott selbst den Gehorsam und wird bestraft werden. Wer vorbildlich und gut handelt, braucht sich vor den Regierenden nicht zu fürchten, denn nur die müssen sich fürchten, die unrecht tun. Deshalb tu, was richtig ist, und du wirst sogar noch dafür gelobt werden. Die Regierung ist von Gott dazu eingesetzt, dich zu unterstützen. Wenn du jedoch unrecht tust, ist deine Angst begründet, denn du wirst bestraft werden. Sie ist von Gott dazu eingesetzt, diejenigen in seinem Auftrag zu bestrafen, die unrecht tun. Du sollst der Regierung also aus zwei Gründen gehorchen: damit du nicht bestraft wirst und damit du ein reines Gewissen behältst“ (Römer 13,1-5).

Die Bibel lehrt ganz klar, dass wir die Autorität der Regierung anerkennen und respektieren sollen, und darüber hinaus lehrt uns die Bibel und unser Gewissen, dass wir der Regierung geben sollen, was ihr zusteht.

Wir Christen werden jedoch nicht gelehrt, den Autoritäten, denen wir unterstehen, blind zu gehorchen. Petrus erklärt in Apostelgeschichte 5,29: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, und in Apostelgeschichte 4,19 heißt es, dass wir mehr auf Gott hören sollten als auf Menschen.

In Römer 13 lesen wir weiter, was es genau bedeutet, den Amtsträgern der Regierung zu gehorchen. In den Versen 6 und 7 wird gelehrt, dass es bei dem Gehorsam, der von Christen verlangt wird, um Steuern, Zölle, Achtung und Ehre geht.

Wenn eine Regierungsautorität von einem Christen verlangt, dass er Dinge tut, die der Bibel oder seinem Gewissen entgegenstehen, ist er nicht verpflichtet, sich diesen Forderungen zu beugen und gegen sein Gewissen zu handeln.

Das heilige Wesen des Gewissens

Unserem Gewissen haftet etwas Heiliges an, und letztendlich beeinflusst es unsere Beziehung mit Gott. Denke einmal über die folgenden Verse nach:

„Ich weiß und bin durch Jesus, den Herrn, davon überzeugt, dass nichts grundsätzlich unrein (beschmutzt und unheilig) [und daher verboten] ist. Aber [dennoch] ist es unrein (beschmutzt und unheilig) für jeden, der es für unrein hält“ (Römer 14,14; AMPC).

„Du darfst Gottes Werk um des Essens willen nicht übergehen, aufspalten oder zunichte machen! Tatsächlich ist alles [zeremoniell] sauber und rein, doch es ist falsch, das Gewissen anderer zu belasten oder sie durch das, was sie essen, zu Fall zu bringen. Richtig ist es, [überhaupt] kein Fleisch zu essen und keinen Wein zu trinken [oder irgendetwas anderes zu tun], das deinen Bruder stolpern lässt, ihn in Gewissenskonflikt bringt oder ihn kränkt oder schwächt“ (Römer 14,20-21; AMPC).

„Aber wer Zweifel (Bedenken, ein schlechtes Gewissen) hat, wenn er etwas isst und dann isst [vielleicht wegen dir], steht verurteilt [vor Gott], weil er seinen Überzeugungen nicht treu bleibt und nicht im Glauben handelt. Denn was immer seinen Ursprung nicht im Glauben hat und nicht aus diesem hervorgeht, ist Sünde [was immer getan wird, ohne dass man von dem Wohlgefallen Gottes überzeugt ist, ist sündhaft]“ (Römer 14,23; AMPC).

Einfach ausgedrückt: Unser Gewissen wurde uns von Gott gegeben, und er erachtet es als so heilig, dass es eine Sünde ist, ihm zuwiderzuhandeln.

Wenn jemand davon überzeugt ist, dass es eine Sünde sei, Wein zu trinken oder Schweinefleisch zu essen (was hier nur als Beispiel zur Veranschaulichung dient) und es trotzdem tut, sei es aufgrund seines persönlichen Zuwiderhandelns, durch Gruppendruck oder auch durch von der Regierung auferlegten Zwang, hat er gegen Gott gesündigt.

Als Christen stehen wir unerschütterlich auf diesem klaren Grundsatz der Bibel.

Jemand mag die Freiheit haben, Wein zu trinken und Schweinefleisch zu essen, während das Gewissen eines anderen es ihm nicht erlaubt. In solchen umstrittenen Angelegenheiten legt die Bibel die Entscheidung in die Hände des eigenen Gewissens und betont die Verantwortung vor Gott. 

Das vierzehnte Kapitel des Römerbriefs befasst sich mit umstrittenen Angelegenheiten, in denen das Gewissen eines jeden sein Verhalten und seine Entscheidung bestimmt (siehe Römer 14,1).

In 1. Korinther 8,4-13 wird dasselbe gelehrt. Hier heißt es, ein Zuwiderhandeln gegen das eigene Gewissen wird dieses beschmutzen, was, wenn dieses Handeln fortgesetzt wird, letztendlich dazu führen kann, dass jemand geistlich stirbt.

Tatsache ist: Wenn jemand dazu gebracht wird, gegen sein Gewissen zu handeln (das gilt auch für Dinge, die zweifelhaft oder umstritten sind), ist er möglicherweise bald auch bereit, den klar definierten Grundsätzen der Bibel entgegenzuhandeln, was zu seiner geistlichen Zerstörung führen kann.

Dasselbe, was für den Umgang mit Schweinefleisch und Wein gilt, greift auch für den Umgang mit dem Thema Impfen. Die eine Person in der Gemeinde hat vielleicht kein Problem mit seinem Gewissen, sich impfen zu lassen, während eine andere davon überzeugt ist, dass die Impfung für sie falsch oder sogar schädlich ist. In dem Fall wäre es eine Sünde, wenn die Person es trotzdem täte.

Als Glieder des Leibes Christi sollten wir Christen niemals etwas tun, von dem uns die Bibel oder eben auch unser Gewissen sagt, dass es für uns Sünde ist. Das ist ein fester Grundsatz unseres christlichen Glaubens.

In Ihm verbunden,
Bayless Conley

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