Drei Herzenshaltungen für Gebet

Beten ist wichtig. Viele Christen haben das Gefühl, dass sie mehr beten sollten, als sie es tatsächlich tun. Aber wie? Gibt es einen richtigen Weg, um Gott im Gebet zu begegnen? Gibt es bestimmte Wörter oder Herzenshaltungen, die Gott sich besonders wünscht oder auf die er reagiert? Bayless Conley stellt drei wichtige Herzenshaltungen vor, die Ihr Gebet wirkungsvoller machen und Sie ermutigen werden, stets voller Vertrauen zu Gott zu kommen.

Predigtmanuskript

Hallo! Schön, dass Sie wieder dabei sind! – Jeder möchte beten, und zwar so, dass sich etwas tut. Wir möchten beten und wissen, dass Gott uns hört. Wir möchten beten und Gebetserhörungen erleben. Wenn es Ihnen auch so geht, dass Sie mit Ihren Gebeten etwas bewirken wollen, dann ist die heutige Predigt genau richtig für Sie. Wir werden über verschiedene Herzenshaltungen fürs Gebet sprechen.

Bevor Paulus darüber spricht, persönliche Bitten im Gebet zu äußern oder persönliche Gebetserhörungen zu erleben, spricht er über andere. Am Anfang von Philipper 1:7 sagt er:

Philipper 1:7
„So ist es für mich recht, dass ich dies im Blick auf euch alle denke, weil ich euch im Herzen habe…“

Gebet ist nur wirksam, wenn es von Herzen kommt. In der Bibel lesen wir, als Hanna betete, bewegten sich ihre Lippen. Es war kein Ton zu hören, aber sie betete von Herzen. Es ist besser, ein Herz ohne Worte zu haben als Worte ohne Herz. Paulus schrieb: „Ich habe euch im Herzen.“ Er hatte ein Herz für andere.

Als General William Booth, der Gründer der Heilsarmee, schon sehr alt war, gab es einmal eine große Konferenz der Heilsarmee in London. Er konnte aufgrund seines Alters und körperlicher Gebrechen nicht selbst teilnehmen und als jemand in der Konferenz aufstand und das bekanntgab, waren die Tausende Teilnehmer hörbar enttäuscht. Doch die Ansage ging weiter. „General Booth hat ein Telegramm mit seiner Predigt geschickt.“ Ich habe es hier und ich möchte es gern vorlesen. Darin stand: „Liebe Abgesandte der Heilsarmee-Konferenz: andere. Gezeichnet, General Booth.“ Das ist wahrscheinlich die berühmteste Predigt, die er je gehalten hat – und ganz sicher eine der wichtigsten. Ein Wort: andere.

In einem Gedicht heißt es: „Herr, lass mich täglich so selbstlos leben, dass ich, selbst wenn ich niederknie zum Beten, für andere bete. Ja, Herr, für andere. Dies soll mein Leitsatz sein: Hilf mir, für andere zu leben, damit mein Leben wie Deines sei.“ Und niemand hat besser vorgelebt, was es heißt, ein Herz für andere zu haben, als Jesus – selbst noch am Kreuz.

Denken Sie einmal darüber nach. Er wurde verraten, verlassen, abgelehnt, verspottet. Man hatte Lügen über Ihn verbreitet, Ihn immer wieder ins Gesicht geschlagen, Ihn mit einem Stock auf den Kopf geschlagen, Ihn ausgepeitscht, sodass Sein Rücken völlig offen war. Nur wenige Menschen überlebten diese römische Folter. Man hatte Ihn ans Kreuz genagelt und da hing Er nun, nackt, gedemütigt und wieder von der johlenden Menge verspottet. Sein Leiden ist kaum zu begreifen. Jesaja schreibt, Seine Seele ist zum Sündopfer geworden. In wenigen Momenten würde sich der Himmel verdunkeln und der Vater dem Sohn den Rücken zukehren. Doch Jesus sagte kein Wort über Sein eigenes Leiden, Seine eigene Qual, Seinen eigenen Schmerz. Nein, Er sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Noch bevor Er sagte: „Ich habe Durst“ oder „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ oder „Es ist vollbracht“ oder „In deine Hände befehle ich meinen Geist“ – noch bevor Er irgendetwas sagte, was mit Ihm selbst zu tun hatte, wandte Er sich einem sterbenden Dieb neben sich zu und sagte: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Freunde, Jesus starb in der Liebe zu anderen.

Damit kommen wir zu etwas, das für mich zu den erstaunlichsten Dingen in der Bibel gehört. Jesus stirbt am Kreuz. Der menschgewordene Gott, das menschgewordene Wort, der vor aller Zeit existierende, ewige Sohn Gottes, der von einer Jungfrau geboren wurde, ein sündloses Leben führte, der zerbrochenen Welt zeigte, wie Gott ist – Ihn hat man gefangen genommen und gekreuzigt. Das Schicksal der Menschheit steht auf Messers Schneide. Wenn Jesus vom Kreuz herunter steigt, sind wir verloren. Doch wenn Er am Kreuz bleibt, können wir für immer bei Gott leben. Es ist der wichtigste Moment der Menschheitsgeschichte. Können Sie Jesus da sehen? Das Lamm Gottes… das vollkommene Opfer. Die einzige Hoffnung für die Menschheit. Doch jetzt will Er noch etwas sagen, in diesem entscheidendsten Moment der gesamten Geschichte, in dem sogar der Himmel den Atem anhält. Psst. Was wird Er uns mit auf den Weg geben? Was will Er uns noch lehren? Wird Er Wunder des kommenden Königreiches offenbaren? Wird Er über die Rechtfertigungslehre sprechen? Wird Er einen Vortrag über Heiligkeit halten? Hören Sie genau hin. Er schaut vom Kreuz herunter und sagt: „Johannes, kümmere dich um meine Mutter. Mama, Johannes wird sich um dich kümmern.“

Das kann ich weder mit dem Kopf noch mit dem Herzen verstehen. Der wichtigste Moment der Menschheitsgeschichte und was tut Jesus? „Johannes, kümmere dich um meine Mutter. Mama, mach dir keine Sorgen. Du kannst jetzt bei Johannes wohnen.“ Was für ein wunderbarer Retter! Ein Herz für andere.

Philipper 1:19-20
„Denn ich weiß, dass dies mir zum Heil ausschlagen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi, nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts werde zuschanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt, Christus an meinem Leib groß gemacht werden wird, sei es durch Leben oder durch Tod.“

Dieser Brief an die Philipper wurde in einem römischen Gefängnis verfasst. Paulus war ein Gefangener in Rom. Und er schrieb: „Ich weiß, dass ihr beten werdet. Der Heilige Geist wird für alles sorgen, was nötig ist, und ich werde gerettet werden.“ Aber er sagte auch, dies sei seine „sehnliche Erwartung“. Das ist wichtig. „Nach meiner sehnlichen Erwartung.“ Ein großer Teil dessen, was wir im Gebet mit Gott erleben, steht im direkten Verhältnis zu unseren ehrlichen Erwartungen. Paulus hatte zwei große Erwartungen.

Die erste war diesseitig oder zeitlich. In Vers 19 schrieb er: „Ich weiß, dass dies mir zum Heil ausschlagen wird…“, damit meint er seine Befreiung aus dem Gefängnis. Es war ein diesseitiges Anliegen, das er Gott anvertraute: „Ihr werdet beten, der Heilige Geist wird antworten, und ich weiß nicht, wie es geschehen wird, aber ich werde frei kommen.“ Er hatte also eine diesseitige, zeitliche Erwartung, und das war gut. Paulus hatte aber auch noch eine zweite Erwartung, eine ewige, die wir in Vers 20 finden: Jesus soll groß gemacht werden dadurch, dass Paulus lebt oder dass er sein Leben aufgibt. Die erste Erwartung ohne die zweite – die Erwartung auf zeitliche Rettung, Hilfe, Segen ohne die Erwartung, Gott durch unser Leben oder notfalls durch unseren Tod Ehre zu machen – führt zu Egoismus.

Es ist wie bei den Israeliten, die in der Wüste Fleisch essen wollten. Gott erfüllte ihnen den Wunsch und schickte ihnen unzählig viele Wachteln in ihr Lager. Doch die Bibel sagt darüber auch, zusammen mit den Wachteln schickte Er „Schwindsucht in ihre Seele“. Körperlicher und materieller Segen, dabei aber geistliche Verkümmerung, das entspricht nicht Gottes Plan für Seine Leute. Lesen wir, was in Offenbarung 3 über die Gemeinde in Laodizea steht. Sie waren sehr reich, sie waren wirtschaftlich und materiell gesegnet, doch sie waren weit von Gott entfernt. Aber dennoch hat ein großer Teil von dem, was wir mit Gott erleben und von Ihm bekommen, mit unseren innersten Erwartungen zu tun. Ich denke, wir sollten nicht nur ein paar belanglose, unbestimmte, dürftige Erwartungen haben. Ich finde, unsere Erwartungen an Gott sollten groß sein. Dafür gibt es ein paar einfache Gründe.

Erstens: Gott hat uns überaus große Verheißungen gegeben. In 2. Petrus 1:4 heißt es nicht nur, „er hat uns Verheißungen gegeben“ oder „er hat uns große Verheißungen gegeben“; sondern „kostbare und größte Verheißungen… damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet“. Die Verheißung verbindet uns mit Gottes Wesen. Und ganz gleich, was Ihnen heute Probleme macht… körperlich, seelisch, materiell, geistlich… die Antwort liegt im Wesen Gottes. Und was uns mit Gottes Wesen verbindet, ist die Verheißung. Das ist sozusagen die „Leitung“ zu Gottes Wesen. Darum werden diese Verheißungen auch „überaus groß und kostbar“ genannt. In Psalm 130:5 heißt es: „Ich hoffe auf den Herrn, meine Seele hofft, und auf sein Wort harre ich.“

Ich habe einmal eine Geschichte gelesen, in der es um eine Baustelle ging. Es sollte ein neues Reihenhaus gebaut werden und dazu mussten eine Reihe von Bäumen gefällt werden. Einer der Arbeiter stieg auf einen Baum, um vorher noch ein paar der oberen Äste abzusägen. Plötzlich rief er: „Hey, hier ist ein Vogelnest mit einer Vogelmutter und kleinen Jungen darin!“ Der Vorarbeiter war ein sensibler Mann und zur großen Überraschung des Arbeiters sagte er: „Okay. Den Baum lassen wir bis zuletzt stehen. Wir machen zunächst alles andere und fällen ihn erst, wenn wir unbedingt müssen.“ Es vergingen einige Wochen und schließlich sagte der Vorarbeiter: „Okay, heute müssen wir den Baum fällen.“ Der Arbeiter stieg wieder auf den Baum und das Nest war leer. Die Jungen waren flügge geworden und mit der Mutter ausgeflogen. Der Arbeiter nahm das Nest und holte es vom Baum. Da fiel ihm etwas kleines Weißes auf, das darin eingeflochten war. Er zog das Nest auseinander und fand ein Stück von einer Sonntagsschulkarte. Ein kleiner Teil war noch lesbar. Alle Arbeiter versammelten sich und lasen, was auf der Karte stand. Es war ein Bibelvers, Sprüche 29:25: „Wer auf den Herrn vertraut, ist in Sicherheit.“ Das war sehr eindrücklich für diese Arbeiter. Liebe Freunde, Gottes Verheißungen können uns bewahren.

Zweitens denke ich, dass wir große Erwartungen haben sollten, weil wir Berichte davon haben, wie Gott auch in der Vergangenheit geholfen hat. Zunächst haben wir natürlich die Bibel. Ihre Berichte sollen uns inspirieren und ermutigen. Die Geschichte vom blinden Bartimäus, von der Frau mit den Blutungen oder von der Frau, deren Tochter von einem bösen Geist besessen war: Sie alle stehen in der Bibel, um uns zu inspirieren und im Glauben zu ermutigen. Der Bericht über die zehn Aussätzigen, die geheilt wurden. Die wunderbare Versorgung Gottes, die wir im Alten und Neuen Testament finden. Gott half Menschen, und zwar ganz normalen Menschen! Ich weiß, manchmal denken wir beim Bibellesen, dass die Personen darin überlebensgroß waren, aber sie waren so fehlbar wie Sie und ich. Doch nicht nur in der Bibel sehen wir, wie Gott Menschen hilft. Auch in unserer Umgebung gibt es Menschen, die eine Begegnung mit Gott hatten. Überall gibt es Bücher, die randvoll sind mit Geschichten über Begegnungen mit Gott und Gottes Eingreifen. Schauen Sie nur mal ins Internet!

Wir haben guten Grund für große Erwartungen. Gott sieht nicht die Person an; was er gestern tat, kann er auch heute tun. Er ist der Herr und ändert sich nicht. Jakobus schreibt, bei ihm gibt es nicht einmal „eines Wechsels Schatten“. Jede gute und vollkommene Gabe kommt von oben her, vom Vater des Lichts.

Drittens sollten wir große Erwartungen an Gott haben, weil Er groß ist und große Dinge tut. In der Bibel heißt es:

5. Mose 7: Er ist ein großer und furchtbarer Gott.
1. Mose 15: Er ist unser überaus großer Lohn.
Psalm 47: Er ist der große König.
Hebräer 4: Er ist der große Hohepriester.
Hebräer 13: Er ist der große Hirte.
Psalm 145: Er ist groß an Barmherzigkeit.
Nehemia 1: Er hat große Macht.
Psalm 18: Er schenkt große Rettung.
Psalm 76: Sein Name ist groß.
Psalm 19: Er schenkt großen Lohn. – Soll ich weitermachen?
Daniel 3: Er tut große Zeichen.
Joel 2: Er hat ein großes Heer.
Matthäus 4 und Jesaja 9: Er ist ein großes Licht und hat großen Eifer.
Im Buch Jona schickt er einen großen Wind und einen großen Fisch und er schenkt große Hoffnung. – Soll ich weitermachen?
In Joel 2 wird der kommende Tag des Herrn „groß“ genannt.
Markus 4: Nach dem Sturm auf dem See bringt Jesus eine große Stille.
Apostelgeschichte 8: Er bringt große Freude.
1. Korinther 16: Gott öffnet große und wirksame Türen.
Epheser 2: Er liebt uns mit großer Liebe.
Hebräer 2: Er hat eine große Rettung für uns erwirkt.
2. Petrus 1: Er hat uns überaus große und kostbare Verheißungen gegeben.
Offenbarung 18: Er verleiht große Macht.
Offenbarung 20: Er wird als Richter auf einem großen weißen Thron sitzen.
Offenbarung 21: Er hat eine große Stadt für uns vorbereitet.

Gottes Weisheit ist unerforschlich, Seine Barmherzigkeit unauslöschlich, Seine Gnade unermesslich, Sein Segen grenzenlos, Seine Pläne unaufhaltsam, Seine Leitung ist sicher, Seine Versorgung steht immer bereit, Seine Engel sind bereits entsandt und Seine Gemeinde wird herrlich. Dafür sei Gott für alle Zeiten Ehre! Seine Fürsorge ist beständig, Seine Augen sind immer wachsam, Seine Verteidigung ist unüberwindbar und Sein Herz ist auf Sie gerichtet. Seine Größe kann man nicht messen. Er hat gesagt: „Rufe mich an, dann will ich dir antworten und will dir Großes und Unfassbares mitteilen, das du nicht kennst.“ Kein Wunder, dass König David sagte: „Groß ist der Herr und sehr zu loben.“ Kein Wunder, dass Jesaja verkündete: „Jauchze und juble, denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels.“ Wir dienen einem großen Gott, der große Dinge tut und wir sollten Großes erwarten.

Drittens – wir kommen zu Philipper 4. Die dritte Herzenshaltung ist ein Herz, das frei von Sorge ist. Ab Philipper 4:6:

Philipper 4:6-7
„Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.“

Sorgen Sie sich um nichts. Sprechen Sie über alles mit Gott und Er wird Ihnen Frieden schenken.

Vor einigen Jahren steckte ich in einer Krise und musste einige harte Lektionen lernen. Ich hatte mit jemandem per Handschlag ein Geschäft abgeschlossen. Die andere Person war mir wärmstens empfohlen worden und mir persönlich ist mein Wort heilig. Ich würde lieber sterben als mein Wort nicht zu halten. Außerdem war er auch Christ. Doch dann geschahen in seinem Leben offenbar einige unerwartete Dinge und er hielt sein Versprechen nicht ein. Damit brachte er mich in eine sehr schwierige Situation. Ich war in einer Notlage und hatte keine Mittel, um sie auszugleichen. Für mich war das Problem unüberwindbar. Jedenfalls kam ich völlig ins Schleudern. Das passiert mir nicht besonders oft. In der Regel bin ich ziemlich ausgeglichen. Ich neige nicht zu riesigen Begeisterungsstürmen oder tiefer Depression. Meistens bin ich recht gelassen. Ein paar Freunde behaupten sogar, ich hätte nicht mal einen Herzschlag. Das stimmt natürlich nicht. Und in diesem Fall verlor ich den Kopf. Die Lage erschien mir einfach hoffnungslos. Ein paar Tage lang überfiel mich eine düstere Stimmung und Verzweiflung. Ich weiß noch, wie ich vor‘s Haus ging, mich auf die Bordsteinkante setzte und sagte: „Gott, was soll ich nur tun?“ Da hatte ich das Gefühl, dass der Heilige Geist zu mir sagt: „Du musst einfach nur das tun, was du predigst. Tu, was du von der Bibel her allen anderen empfiehlst.“ – O ja. Also hielt ich da auf der Straße Kriegsrat mit Gott. Ich schüttete Ihm mein Herz aus und bat Ihn um Hilfe. Und dann sagte ich: „Bringt eure Bitten mit Dank vor Gott.“ Also hob ich meine Hände, ging die Straße auf und ab, lobte Gott und rief laut und dankte Ihm. Und ich weiß, dass mich einige meiner Nachbarn hören konnten. Einen von ihnen traf ich eine Woche später. Er saß auf dem Dach und rief etwas. Ich fragte: „Was hast du gesagt?“ Er rief: „Ich sagte: ‚Ehre sei Gott!‘“ O, okay… An den Umständen hatte sich nichts geändert und dennoch änderte sich alles. Die bedrückende Stimmung verschwand und ich hatte einen Frieden, den ich nicht erklären konnte. Mein Herz war voller Frieden; er hatte sich um meine Gedanken gelegt wie eine Decke. Ich wusste nicht, was passieren würde, aber ich sagte: „Leg es in Gottes Hand.“ Und Gott griff tatsächlich ein und half uns aus einer ganz unerwarteten Quelle. Wir durften eine Situation überwinden, die ich für unüberwindbar gehalten hatte. Sorgen Sie sich um nichts – nicht um Ihre Kinder, nicht um Ihre Finanzen, nicht um Ihre Gesundheit, nicht um die Lage der Nation. Sorgen Sie sich um nichts, sondern beten Sie. Bringen Sie Ihre Bitten vor Gott und danken Sie Ihm und Gott verspricht Ihnen Frieden zu schenken.

Es war 1979 und ich war noch in der Bibelschule und wohnte in einem anderen Bundesstaat. Ein Freund von mir, ein Pastor aus Kalifornien, war mit einem Mann aus seiner Gemeinde bei mir zu Besuch. Jetzt müssen Sie sich einmal die Situation vorstellen: Das war vor PC und Mobiltelefon. Ich hatte zwar einen Festnetzanschluss in meiner kleinen Wohnung, aber sonst nur eine Matratze auf dem Boden und ein paar Holzbretter auf Ziegelsteinen waren mein Tisch. Ich hatte eine alte zerschlissene Couch und einen kleinen Linoleumtisch und Metallstühle, die aussahen wie vom Sperrmüll. Aber es war mein Zuhause. Und die beiden wollten bei mir übernachten. Sie waren quer durchs Land gefahren, wollten übernachten und dann wieder über 2000 Kilometer zurück zu ihrem Wohnort fahren. An dem Abend bekam ich einen Anruf in meiner Wohnung. Jemand wollte den Pastor sprechen und ich reichte ihm den Hörer. Es war schon spät und wir wollten eigentlich gerade zur Spätvorstellung ins Kino gehen. Ich hörte den Pastor telefonieren und merkte, dass es etwas Ernstes war. Als er auflegte, sagte er: „Meine Frau ist zusammengebrochen und als Notfall ins Krankenhaus gekommen. Sie haben sie geröntgt und einen Tumor im Gehirn gefunden. Sie ist teilweise gelähmt und die Ärzte sagen, dass unser Kind“ – seine Frau war gerade schwanger – „dass unser Kind in Gefahr ist. Es kann sein, dass sie es verliert.“ Hier ist also dieser Mann, über 2000 Kilometer von zu Hause entfernt und bekommt die Nachricht, dass seine Frau einen Hirntumor hat, teilweise gelähmt ist, im Krankenhaus ist und wahrscheinlich ihr erstes Kind verlieren wird. Dann sagte er: „Wir müssen beten.“ Wir fassten uns bei den Händen und begannen zu beten. Ich dachte: „Okay, heute Nacht wird keiner von uns schlafen. Wir werden die ganze Nacht durchbeten. Wir werden auf den Knien liegen und zu Gott rufen. Wir werden den Himmel bestürmen.“ Dann beteten wir einige Minuten. Ich kann mich noch an sein Gebet erinnern: „Vater, ich bitte Dich, dass Du mir hilfst, mich um meine Frau zu kümmern. Ich lege sie in Deine Hände, Vater, und ich vertraue Dir. Danke, dass Du eingreifen wirst!“ Wir sagten „Amen“ und dann hob er den Kopf und sagte: „Okay, auf ins Kino.“ Ich dachte, ich höre nicht richtig! „Wie bitte?“ Und er sagte: „Bayless, ich kann heute Abend nichts weiter tun. Wir haben die Situation in Gottes Hände gelegt und mein himmlischer Vater liebt mich. Er wird sich um meine Frau kümmern. Lass uns ins Kino gehen.“ Ich war absolut verblüfft über seinen einfachen Glauben. Aber er tat genau das, was in der Bibel steht: Macht euch keine Sorgen. Bringt eure Bitten vor Gott. Dankt Ihm und Gott wird euch Frieden schenken.

Am nächsten Morgen standen die beiden ganz früh auf und fuhren über 2000 Kilometer zurück nach Hause. Als der Pastor wieder angekommen war, rief er mich an. Bei seiner Frau waren die Lähmungserscheinungen binnen 24 Stunden abgeklungen und auf den nächsten Röntgenbildern… er beschrieb es so: „Da, wo der Tumor war, ist so etwas wie ein leerer Sack, aber der Tumor ist verschwunden. Sie wird aus dem Krankenhaus entlassen.“ Der Tumor verschwand, die Lähmung verschwand und die Frau brachte einen gesunden Jungen zur Welt. Ein Herz frei von Sorge. Liebe Freunde, Jesus trägt unsere Lasten. Sorge bringt uns nur vorzeitig ins Grab.

Es ist kein Zufall, dass Sie heute unsere Sendung gesehen haben oder vielleicht auch nur einen Teil davon. Und ich wage zu behaupten, es ist auch kein Zufall, dass Sie mir jetzt zuhören. Sicher haben manche von Ihnen schwere Lasten zu tragen oder sind voller Sorge und Angst. Ihr Leben, wie Sie es kennen, ist Ihnen irgendwie entglitten. Aber Sie sollen wissen, dass Sie Jesus wichtig sind. Er ist wirklich unser Lastenträger. Die Bibel sagt, wir sollen alle unsere Sorgen auf Ihn werfen, weil Er für uns sorgt. Ich möchte Ihnen so einfach wie möglich sagen: Jesus will Ihnen helfen. Sie sind Ihm wichtig. Sie sind Ihm viel wert und Er möchte an Ihrem Leben beteiligt sein. Wenden Sie sich noch heute an Ihn und Sie werden nicht enttäuscht sein. – Bis zum nächsten Mal!

 

Schreibe eine Antwort

Bring mit uns Antworten aus der Bibel in die Wohnzimmer der Menschen – mit deiner Spende!

Jetzt spenden

Pin It on Pinterest

Share This

Ermutige deine Freunde

Teile diesen Beitrag in den sozialen Medien und segne deine Freunde.