Eigenschaften, die Gott segnet

Bayless Conley beschäftigt sich in dieser Predigt mit der Geschichte von Rut und entdeckt fünf Eigenschaften, die auch heute noch den Segen Gottes auf sich ziehen. Diese Eigenschaften setzen geistliche Gesetze in Gang und lassen die Kraft, die Gnade und den Segen Gottes in unserem Leben aktiv werden.

Predigtmanuskript

Einen schönen Muttertag! Wir lieben euch. Ohne euch Mütter wären wir heute nicht hier und dafür danken wir euch. Heute werden wir uns mit einer der wichtigsten Mütter in der Bibel beschäftigen. Sie war die Urgroßmutter von König David. Ursprünglich war sie eine Heidin und betete fremde Götzen an, aber Gott veränderte ihr Leben und segnete sie. Wir werden uns heute Eigenschaften und Charakterzüge anschauen, die Gottes Segen anziehen. Wenn Sie ein Mensch werden wollen, der den Segen Gottes auf sich zieht, dann sollten Sie sich diese Predigt anhören. Denken Sie mit uns über das Leben der Mutter nach, mit der wir uns heute beschäftigen werden. Es geht um Eigenschaften, die Gottes Segen anziehen. Sie sollten keine Minute davon verpassen.

Vielleicht stecken Sie gerade in einer schwierigen Lebenssituation. Ich weiß, dass hier Menschen sitzen oder uns zuschauen, in deren Leben viel schiefgelaufen ist. Sie erleben nicht die herrliche, strahlende Zukunft, auf die sie einmal gehofft haben. Vielleicht sind Beziehungen zerbrochen; vielleicht haben sie berufliche, geschäftliche oder gesundheitliche Schwierigkeiten oder etwas anderes. Auch das Buch Rut beginnt mit der Beschreibung einer Familie, in der alles schiefgelaufen ist. Lesen Sie nachher noch die ganze Geschichte! Sie umfasst nur vier Kapitel und ist sehr berührend. Ich glaube, ich habe bisher jedes Mal geweint, wenn ich das Buch Rut gelesen habe – wobei ich zugeben muss, dass es bei mir nicht viel braucht, damit ich in Tränen ausbreche. Und die Geschichte von Rut ist so eine Sache. Mich berührt sie sehr und das aus gutem Grund.

Es gab einen Mann in Israel, der mit seiner Familie in Bethlehem lebte. Er hieß Elimelech und war mit einer Frau namens Naomi verheiratet. Sie hatten zwei Söhne, Machlon und Kiljon. Im Land herrschte eine Hungersnot und Elimelech beschloss, mit seiner Familie fortzuziehen. Das war keine gute Entscheidung. Sie verließen das verheißene Land Israel, den Ort, an den Gott sie gestellt hatte und zogen in ein heidnisches Land, ins Land der Moabiter. Dort starb Elimelech und Naomi wurde zur Witwe. Die beiden Söhne, Machlon und Kiljon, heirateten zwei moabitische Mädchen. Dann starben die beiden Söhne. Die drei Frauen – Naomi, Orpa und Rut – blieben also mittellos zurück. Sie hatten ihren Lebensunterhalt und die Männer in ihrem Leben verloren. Alles war weg. Das ist ziemlich bewegend. Dann hörte Naomi, dass Gott die Menschen in Israel gesegnet hatte und es dort wieder Ernten gab. Sie sagte: „Ich gehe wieder nach Hause, nach Bethlehem.“ Die Mädchen sagten: „Wir kommen mit!“ Aber sie antwortete: „Nein. Geht ihr zurück zu euren Göttern und euren Leuten. Sucht euch neue Ehemänner. Warum solltet ihr mit mir kommen? Ich habe alles verloren. Wenn ihr mit mir kommt, werdet ihr kein gutes Leben haben.“ Also ging Orpa zurück zu ihren Leuten und zu ihren Göttern. Aber Rut sagte: „Nein. Ich werde dich nicht verlassen. Dein Gott ist mein Gott und deine Leute werden meine Leute sein, Naomi. Ich bleibe bei dir.“ Naomi sagte: „Okay.“ Sie gingen zurück und sie hatten nichts. Aber in Israel gab es ein Gesetz, dass die Armen auf die Felder gehen durften, nachdem die Schnitter das Getreide geerntet hatten und alles aufheben konnten, was liegengeblieben war. Also ging Rut auf ein Feld, um so viel wie möglich aufzusammeln, nachdem die Schnitter fertig waren. Dabei fiel sie einem einflussreichen, wohlhabenden und frommen Mann auf. Er hieß Boas.

Die Geschichte ging weiter. Die beiden verliebten sich ineinander, er heiratete sie, sie bekam Kinder und hatte alles, was sie brauchte. Auch Naomi war versorgt. Rut hatte Einfluss, wurde von einer armen zu einer wohlhabenden und von einer unbedeutenden zu einer wichtigen Frau in der Bibel. Sie wurde von einer Witwe zur Ehefrau eines der besten Männer des Landes, der Gott und sie liebte. Ihr ganzes Leben wurde völlig umgekrempelt. Man schaut sie an und sagt: „Rut, du bist so gesegnet!“ Und manche sagen vielleicht: „Die Glückliche! Es war der Wille Gottes, sie zu segnen.“ Das ist zum Teil sicher wahr. Ich denke, dass der Wille Gottes etwas damit zu tun hat. Aber ich denke auch, dass Gott Rut aufgrund von bestimmten Eigenschaften so sehr gesegnet und beschenkt hat.

Im Leben eines Menschen gibt es bestimmte Charakterzüge und Eigenschaften, die, wenn der Mensch sie fördert und in seinem Leben ausbaut, ihn zu einer Art Zielscheibe für Gottes Segen machen. Wenn man die Geschichte von Rut betrachtet, fallen einige Charaktereigenschaften an ihr auf, die meiner Meinung nach den Segen Gottes angezogen haben und die dafür gesorgt haben, dass sie so sehr beschenkt wurde.  Ich möchte Ihnen fünf Dinge aufzeigen, die wir in ihrem Leben erkennen können – fünf Eigenschaften, die den Segen Gottes anziehen. Die erste ist folgende: Rut war entschlossen, Gott zu dienen. Sie traf die radikale Entscheidung, Gott zu dienen. Im Buch Rut, Kapitel 1, ab Vers 14, steht:

Rut 1:14-18
Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Rut aber hängte sich an sie. Da sagte sie: „Siehe, deine Schwägerin ist zu ihrem Volk und zu ihrem Gott zurückgekehrt. Kehre auch du um, deiner Schwägerin nach!“ Aber Rut sagte: „Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, von dir weg umzukehren! Denn wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da will auch ich sterben, und dort will ich begraben werden. So soll mir der HERR tun und so hinzufügen -nur der Tod soll mich und dich scheiden.“ Als sie nun sah, dass Rut fest darauf bestand, mit ihr zu gehen, da ließ sie ab, ihr zuzureden.

Rut bestand darauf, Naomi zu folgen. Und sie bestand darauf, Naomis Gott zu folgen – anders als Orpa. Beide Frauen waren sehr emotional. Ich finde, Gefühle sind etwas Gutes. Wenn man mit der Wahrheit in Kontakt kommt, kann das sehr emotional sein. Ich zum Beispiel bin ein sehr emotionaler Mensch. Ich breche leicht in Tränen aus – was meiner Familie manchmal ziemlich peinlich ist. Wenn wir einen Film schauen und eine rührende Szene kommt, kann ich mir sicher sein, dass mich alle anschauen und sagen: „Papa weint mal wieder!“ Tja, Entschuldigung. So bin ich eben. Aber Orpa weint und geht zurück; und Rut weint und bleibt da. Es genügt nicht, nur emotional berührt zu sein. Sie müssen sich bewusst entscheiden, Gott nachzufolgen. Und Rut hatte sich bewusst dafür entschieden. In Kapitel 2, ab Vers 11 lesen wir:

Rut 2:11-12
Da antwortete Boas und sagte zu ihr: „Es ist mir alles genau berichtet worden, was du an deiner Schwiegermutter getan hast nach dem Tod deines Mannes, dass du deinen Vater und deine Mutter und das Land deiner Verwandtschaft verlassen hast und zu einem Volk gegangen bist, das du früher nicht kanntest. Der Herr vergelte dir dein Tun, und dein Lohn möge ein voller sein von dem Herrn, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um unter seinen Flügeln Zuflucht zu suchen!“

Rut hatte wie Abraham alles verlassen, das sie kannte. Sie hatte in dieser israelitischen Familie etwas entdeckt, das sie fesselte. Sie hatte etwas gesehen, das sie niemals erlebt hatte, als sie noch die Götter der Moabiter anbetete. In dieser Familie herrschte eine Realität, die mit dem Gott Israels zu tun hatte. Und Rut sagte: „Nichts soll mich von dir trennen, bis ich sterbe. Ich bin dabei – mit Haut und Haaren.“ Und beachten Sie eines: Rut entschied sich nicht, Gott zu folgen, weil sie irgendeinen materiellen Segen bekommen hatte. Bis zu diesem Punkt in ihrem Leben hatte sie sogar genau das Gegenteil erlebt. Sie hatte ihren Schwiegervater, ihren Ehemann und ihren Schwager verloren und sie hatte nichts mehr, von dem sie leben konnte. Rein materiell gab es nichts, das sie dazu hätte bringen können, Gott nachzufolgen. Aber trotzdem sagte sie: „Das hier ist echt.“ Und sie gab Gott nicht die Schuld an dem, was geschehen war.

Wenn Sie Jesus nachfolgen, weil Er verspricht, alle unsere Bedürfnisse zu erfüllen, sind Sie nicht aus dem richtigen Grund dabei. Verstehen Sie mich nicht falsch. Unser Gott versorgt uns durch Jesus Christus mit allem, was wir nötig haben. Er kümmert sich um uns. Er wird uns alles Übrige dazugeben, wie Jesus gesagt hat. Aber das ist nicht der Grund, aus dem wir Ihm nachfolgen sollten.  Ruts Herz gehörte voll und ganz Gott. Und wenn Gott ein solches Herz sieht, zieht das Seine Kraft an. Es zieht Seinen Segen an. Zweitens war Rut hoffnungsvoll und fröhlich statt düster und verbittert. Stellen Sie es sich vor: Als Rut und Naomi nach Bethlehem kamen, hatten sie nichts. Sie wussten nicht einmal, was sie essen sollten. Da sagte Rut in Kapitel 2, Vers 2 zu ihrer Schwiegermutter:

Rut 2:2
Und Rut, die Moabiterin, sagte zu Naomi: „Ich möchte gern aufs Feld gehen und etwas von den Ähren mit auflesen hinter dem her, in dessen Augen ich Gunst finden werde.“ Sie sagte zu ihr: „Geh hin, meine Tochter!“

Sie sagte in anderen Worten: „Ich werde jemanden finden, der freundlich zu mir ist. Lass mich hinausgehen, Naomi. Ich erwarte Freundlichkeit. Ich erwarte Gutes.“ Das war eine erstaunliche Einstellung angesichts der Umstände, in denen sie sich befand. Sie war hoffnungsvoll, fröhlich und optimistisch. Schauen Sie sich dagegen Naomi an. In Kapitel 1, ab Vers 19, lesen wir:

Rut 1:19-21
So gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem kamen. Und es geschah, als sie in Bethlehem ankamen, da geriet die ganze Stadt ihretwegen in Bewegung, und die Frauen sagten: „Ist das Naomi?“ Sie aber sagte zu ihnen: „Nennt mich nicht Naomi, nennt mich Mara! Denn der Allmächtige hat mir sehr bitteres Leid zugefügt. Voll bin ich gegangen, und leer hat mich der Herr zurückkehren lassen. Warum nennt ihr mich Naomi, da der Herr gegen mich ausgesagt und der Allmächtige mir Böses getan hat?“

Das stimmt zwar – aber es ist nicht die Wahrheit. Alles was Naomi gesagt hatte, war geschehen, aber sie war trotzdem im Unrecht. Sie fand, Gott sei an allem schuld. Aber wir lesen nirgends, dass Gott ihnen befohlen hatte zu gehen. Wenn man die Prinzipien der Bibel betrachtet, kommt man sogar zu dem Schluss, dass sie nicht hätten gehen sollen. Sie taten es trotzdem und ich denke, dass sie damit gegen den Willen Gottes handelten. Aber obwohl Naomi verbittert war, übertrug sich ihre Bitterkeit nicht auf Rut. Das ist erstaunlich. Naomi war im Prinzip so etwas wie Ruts Mentorin. Aber Rut nahm nur das Gute von ihr an und mied alles, was weniger gut war. Nirgends in der ganzen Geschichte zeigte Rut die gleiche Bitterkeit wie Naomi. Das ist eine der Eigenschaften, die ich an Rut so mag und die so außergewöhnlich an ihr sind. Rut hätte auch sagen können: „Was für ein Gott lässt so etwas zu?“ Schließlich hatte das auch Naomi gesagt: „Das hat Gott getan. Gott hat sich gegen mich gewandt. Der Allmächtige hat alles in der Hand, aber er hat mich zu einer Witwe gemacht. Er hat meinen Mann und meine Söhne sterben lassen. Jetzt bin ich verbittert.“ Rut hätte sagen können: „Was für ein Gott tut denn so etwas? Ich bete lieber Kemosch an, den Gott der Moabiter.“ Aber das tat sie nicht. Sie war fröhlich und voll Hoffnung.

Als ich heute Morgen aus dem Haus ging, um in mein Auto zu steigen und zur Kirche zu fahren, sah ich einen Kolibri auf dem Olivenbaum in unserem Vorgarten sitzen. Ich mag Kolibris. Ich mag die Geräusche, die sie machen – wie kleine Hubschrauber, die durch die Luft surren. Hier im Süden haben wir viele Kolibris. Sie fliegen überall herum und suchen die schönsten Blüten, deren Nektar sie trinken. Sie suchen nach Leben und nach Schönheit. Aber hier im Süden gibt es auch noch einen anderen Vogel, den man recht häufig sieht. Die meisten Leute halten ihn für einen Habicht und sagen: „Schau mal, der Habicht da drüben.“ Und dann denke ich: Das ist kein Habicht, das ist ein Truthahngeier. Wir haben viele Truthahngeier hier. Aus der Nähe betrachtet sind sie unglaublich hässlich. Sie sehen einfach furchtbar aus. Und sie suchen nach Aas. Sie suchen nach Eichhörnchen oder toten Opossums und leben von dem, was tot ist. Sie leben von dem, das verrottet und vergangen ist. Der Kolibri fliegt über das Aas hinweg, ignoriert es und sucht stattdessen nach bunten Blumen, nach Leben, Farbe und Schönheit. Aber wer nach dem sucht, das tot, vergangen und zerfallen ist, wird automatisch davon angezogen und wird es auch finden. Und wer Farbe und Schönheit im Leben sucht, wird auch diese finden. Liebe Freunde, die meisten von uns finden genau das, wonach sie suchen. Es zahlt sich also aus, fröhlich und voll Hoffnung zu sein.

 

Das Dritte, das mir an Rut auffällt, ist, dass sie aktiv wurde. Sie tat etwas. Sie gab Gott etwas, womit Er arbeiten konnte. In Kapitel 2, Vers 2 lesen wir: „Lass mich hinausgehen. Lass mich arbeiten. Ich werde Gunst finden. Es wird etwas Gutes geschehen.“ Und jetzt schauen wir in Vers 7. Boas’ Vorarbeiter berichtet seinem Arbeitgeber von Rut und sagt:

Rut 2:7
„Sie hat gesagt: Ich möchte gern mit auflesen und hinter den Schnittern her etwas von den Ähren aufsammeln. So ist sie gekommen und dageblieben. Vom Morgen an bis jetzt hat sie sich im Haus nur wenig ausgeruht.“

Die junge Frau arbeitete den ganzen Tag. Und von diesem Moment an erlaubte ihr Boas, auf allen seinen Feldern zu arbeiten und seinen Schnittern zu folgen. Und ohne dass sie es wusste, sagte er zu seinen Arbeitern: „Seht ihr die junge Frau dort? Ich will, dass ihr absichtlich viele Ähren vor ihr fallen lasst, damit sie für sich und ihre Schwiegermutter viel zusätzliches Getreide aufsammeln kann.“ Rut hätte auch den ganzen Tag bei Naomi zu Hause sitzen und beten können, dass Gott sie versorgt. Aber dann wären sie wahrscheinlich verhungert. Stattdessen tat sie etwas, womit Gott arbeiten konnte. Sie stand auf und wurde aktiv. Und Gott leitete ihre Schritte, ohne dass sie es wusste.

Und noch etwas anderes fällt in Ruts Leben auf: ihre Dankbarkeit. Sie war selbst für die kleinsten Dinge dankbar. Schauen wir in Kapitel 2, Vers 10, als Boas gerade freundlich zu ihr gesprochen hat. Da steht in Kapitel 2, Vers 10:

Rut 2:10
Da fiel sie auf ihr Angesicht und warf sich zur Erde nieder und sagte zu ihm: „Warum habe ich Gunst gefunden in deinen Augen, dass du mich beachtest, wo ich doch eine Fremde bin?“

Und in Vers 13:
Da sagte sie: „Möge ich weiterhin Gunst finden in deinen Augen, mein Herr! Denn du hast mich getröstet und hast zum Herzen deiner Magd geredet, und ich, ich bin nicht einmal wie eine deiner Mägde.“

Die Message Bible sagt es so: „O mein Herr, wie freundlich von Ihnen! Das verdiene ich gar nicht! Sie haben mein Herz berührt und mich wie eine der Ihren behandelt, dabei gehöre ich gar nicht hierher.“

Als meine Kinder noch klein waren, nahmen wir uns zu Weihnachten einmal einer Familie an. Sie waren ziemlich arm und machten eine schwierige Zeit durch. Wir gingen mit den Kindern der Familie für ihre Eltern einkaufen, besorgten Geschenke für die Kinder und alles, was man für ein schönes Weihnachtsessen braucht. Dann gingen wir zu ihnen nach Hause. Ihr Zuhause war so klein, dass es praktisch nur aus einem Raum bestand und dass sie fast den Türknauf mit ins Bett nahmen, wenn sie schlafen gingen! Wir klopften an die Tür und sie öffneten etwas verlegen. Und wir sagten zu ihnen: „Wir haben hier ein paar Sachen für euch. Wir wollten Weihnachten zu euch bringen.“ Sie ließen uns herein und wir trugen die eingepackten Geschenke und das ganze Essen hinein. Was dann geschah, werde ich nie vergessen. Der Mann fing an zu weinen. Dann begann die Frau zu weinen. Dann fing ich an zu weinen und schließlich meine Frau. Unsere Kinder waren tief berührt und ich spürte, dass wir auf heiligem Boden standen. Und dann, als ob wir gar nicht da wären, begann der Mann Gott für Seine Güte zu danken, während ihm die Tränen über das Gesicht liefen. Er dankte Gott für Seine Großzügigkeit und dafür, dass Er ihn so gesegnet hatte. Es war ein wunderbarer Augenblick. In diesem Moment schenkte ganz sicher der gesamte Himmel dieser Familie seine Aufmerksamkeit, weil sie so dankbar waren.

Als ich hingegen ein paar Jahre lang als Hilfspastor drüben im Inland Empire arbeitete, gehörte es zu meinen Aufgaben, Not leidenden Familien der Gemeinde Lebensmittel zu bringen. Manchmal war das sehr schön, die Leute waren dankbar und es war ein tolles Erlebnis. Aber ein paar Mal war es überhaupt nicht lustig. Zum Teil kam ich zu Familien, die sich benahmen, als stünden ihnen diese Spenden zu. Und einige Male bekam ich einen Rüffel, weil ihre Lieblingssachen nicht dabei waren und sie kritisierten das Essen, das wir ihnen gebracht hatten. „Wieso bringt ihr denn das mit? Und wieso ist das nicht dabei?“ Diese Haltung zieht keinen Segen an. Sie stößt Segen ab. Seien Sie dankbar für alles, was Sie in Ihrem Leben haben. Seien Sie Gott gegenüber dankbar. Seien Sie Menschen gegenüber dankbar. „Danke“ ist ein sehr bedeutungsvolles und wichtiges Wort.

In 5. Mose 28 sagt Gott: „Ich lege euch Segen und Fluch vor.“ Er zählt all die Flüche und Segnungen auf und das Ganze findet seinen Höhepunkt in nur zwei Versen. Ich lese Sie Ihnen aus der Neues-Leben-Übersetzung vor. Hören Sie einfach zu. 5. Mose 28, die Verse 47 und 48. Gott sagte: „Weil ihr dem Herrn, eurem Gott, trotz eures Wohlstands nicht fröhlich und dankbar gedient habt, müsst ihr euren Feinden dienen, die der Herr gegen euch schickt. Ihr werdet Hunger und Durst haben. Es wird euch an Kleidung und allem anderen fehlen.“ Gott sagt: „Weil ihr nicht dankbar wart, werdet ihr keinen Segen empfangen.“

Und schließlich waren Rut andere Menschen wichtiger als sie selbst. Das wird in ihrem Leben immer wieder deutlich. In Kapitel 2, Vers 11 lesen wir, dass Boas zu ihr sagte: „Man hat mir gesagt, was du für deine Schwiegermutter getan hast und wie freundlich du warst. Du hast deine Familie verlassen, um dich um diese Frau zu kümmern.“ Und in Kapitel 3, Vers 10 sagte Boas zu ihr:

Rut 3:10
„Der Herr segne dich, meine Tochter. Jetzt zeigst du noch größere Liebe als bisher, weil du nicht jüngeren Männern nachläufst, egal ob reich oder arm.“

Rut hätte auch sagen können: „Was tue ich hier eigentlich? Ich werfe mein Leben weg. Nein, ich suche mir lieber einen Mann. Ich werde meine Zeit nicht mit dieser alten Frau verschwenden.“ Aber das tat sie nicht. Und wie es aussieht, war das keine schlechte Entscheidung. Boas war viel älter als sie. Er sagte zu ihr: „Rut, du hättest jeden Mann haben können, den du wolltest. Du hättest dir einen armen Mann suchen können oder einen reichen. Aber das hast du nicht getan. Du hast dein eigenes Leben hintenangestellt und dich um deine Schwiegermutter gekümmert. Gott segne dich dafür, Rut! Gott segne dich dafür.“ Rut setzte ihre Schwiegermutter an erste Stelle. Und zwar nicht, weil diese das gefordert hatte. Naomi hatte sogar versucht, sie davon abzubringen. Bewusst oder unbewusst setzte Rut damit ein geistliches Gesetz in Bewegung. In Sprüche 11:25 steht: „Wer gern wohltut, wird reichlich gesättigt und wer andere tränkt, wird auch selbst getränkt.“ Jesus sagte: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.“ Rut erntete, was sie gesät hatte. Früher oder später werden wir das alle tun. Das ist eines der unumstößlichen Gesetze im Reich Gottes. Es lohnt sich, die richtige Saat auszusäen.

Wenn Sie nur einen kleinen Teil dieser Predigt umsetzen, kann das Ihr ganzes Leben verändern. Der Segen Gottes kann Dinge zum Leben erwecken, die eingeschlafen sind und wo lange nichts mehr passiert ist. Ich habe einen Freund, der gern an seinem Auto herumbastelt. Er hatte einen alten Chevy, einen schönen Wagen, und er baute den gesamten Motor neu auf. Als er fertig war, stieg er ein, ließ ihn an – und nichts passierte. Er überlegte, was der Grund sein könnte. Dann kam sein Bruder vorbei, der ein viel besserer Mechaniker war als er selber. Sein Bruder sagte: „Lass mich mal“ und machte die Motorhaube auf. Dann schaute er hinein, veränderte etwas ganz Kleines und sagte: „Versuchs jetzt mal.“ Und – rwmmmm! – erwachte der Motor zum Leben. Manchmal sind es nur ganz kleine Veränderungen, ganz kleine Entscheidungen, die wir treffen müssen. Ich sage: Ab jetzt werde ich das tun oder dagegen ankämpfen oder dieses Prinzip umsetzen. Und das kann alles verändern. Daher möchte ich Sie dazu ermutigen, anzuwenden, was Sie aus dieser Predigt mitgenommen haben, auch wenn es nur eine kleine Sache ist. Seien Sie nicht nur ein guter Zuhörer, sondern auch ein Täter des Wortes. Es wird Ihnen zum Segen werden. Und zum Schluss möchte ich Sie noch um etwas bitten. Wenn Sie unsere Sendungen schon eine Weile schauen und Sie durch sie gesegnet wurden, überlegen Sie doch, ob Sie uns dabei helfen können, auch anderen Segen zu bringen. Wir verkünden die gute Nachricht in der ganzen Welt. Diese Predigten werden in über 200 Ländern ausgestrahlt. Sie müssen in zahlreiche Sprachen übersetzt und untertitelt werden und das schaffen wir nicht allein. Bitte beten Sie darüber, ob Sie unser Partner werden sollen, damit andere den gleichen Segen erfahren können wie Sie. Bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie.

 

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