Gesunde Beziehungen leben – 1/2

Wenn du wissen willst, wo du in deiner Beziehung mit Gott stehst, brauchst du nur einen ehrlichen Blick auf deine Beziehungen mit anderen Menschen zu werfen.

In dieser Predigt zeigt dir Bayless Conley, welche Auswirkungen zwischenmenschliche Beziehungen haben: auf dein Gebetsleben, auf deinen Glauben und auf deine Fähigkeit, die wunderbaren Gaben, die Gott für dich hat, in Empfang zu nehmen.

Du wirst erfahren, wie du deine Beziehungen innerhalb wie außerhalb Ihrer Familie verbessern kannst. Wenn du von anderen verletzt wurdest, erfährst du, wie du deinen Schmerz an Gott abgeben und wieder in Freiheit und Frieden leben kannst.

Dies ist der erste Teil der Predigt, den zweiten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Ich glaube, dass wir die Kraft gesunder Beziehungen bei Weitem unterschätzen. Wenn es in unseren Beziehungen nicht stimmt, stellt das unsere ganze Welt auf den Kopf. Haben wir jedoch gesunde Beziehungen, wirkt sich das auch auf viele andere Dinge positiv aus, wie auf unseren Glauben oder unsere Fähigkeit, mit Gott zu leben und von Gott zu hören. Wir werden also heute darüber sprechen, welche Kraft gesunde Beziehungen haben und uns ansehen, was die Bibel dazu sagt. Das kann Ihnen eine große Hilfe sein, deshalb hören Sie gut zu.

Ich will heute über die Kraft gesunder Beziehungen sprechen. In 1. Mose 20 lesen wir eine Geschichte von Abraham und Sara. Sie kamen nach Gerar, in das Land von König Abimelech. Abraham hatte Sara für jedes Mal, wenn sie an einen neuen Ort kamen, eingeschärft: „Sara, wir sagen allen, du seiest meine Schwester, denn du bist eine schöne Frau und ich will nicht getötet werden, weil sie mir dich wegnehmen wollen. Geh lieber einfach mit ihnen und wir tun so, als wären wir Bruder und Schwester.“ Als sie in Gerar ankamen, sagte Abimelechs Diener: „Hey, bei den Leuten, die in unsere Gegend gekommen sind, ist eine wunderschöne Frau.“ Und so ließ Abimelech Sara in seinen Harem holen. Sie sagte: „Ja, Abraham ist mein Bruder.“ Und Abraham sagte: „Bis später, Schwester!“ Und sie ging in Abimelechs Harem. Mitten in der Nacht jedoch weckte Gott Abimelech auf und sagte: „Du bist ein toter Mann! Die Frau, die du dir genommen hast, gehört meinem Diener Abraham.“ Abimelech verteidigte sich und sagte: „Gott, das wusste ich nicht. Er hat mir gesagt, sie sei seine Schwester.“ Und Gott sagte: „Okay, du hast lauteren Herzens gehandelt, deshalb werde ich dich verschonen.“ Das ist eine interessante Geschichte. Sara log; Abraham log. Es herrschte ein wirkliches Durcheinander. Da griff Gott ein und Abraham und Sara wurden mit ihren Lügen konfrontiert. Abimelech schickte Sara zu Abraham zurück und nachdem alle Beziehungen wieder in Ordnung waren, heißt es am Ende des Kapitels: „Und Abraham betete zu Gott; und Gott heilte Abimelech und seine Frau und seine Mägde.“

Erst als die Beziehungen wieder geordnet waren, lesen wir, dass Abraham betete und Gott heilte. Ich glaube, dass wir die Auswirkungen, die richtige oder falsche Beziehungen auf unser Gebet, unseren Glauben und auf die Heilung oder den Segen, den wir von Gott empfangen, oft gründlich unterschätzen.

Früher fuhr ich einen VW-Bus aus dem Jahr 1963. Ich hatte tausend Dollar dafür bezahlt. Er hatte einen Austauschmotor mit 36 PS. Sie hätten sehen sollen, wie es war, mit diesem Ding bergauf zu fahren. Sämtliche Mitfahrer mussten die Zähne zusammenbeißen und sich nach vorn lehnen, sonst schafften wir es nicht über den nächsten Hügel. Und eines Tages ging plötzlich gar nichts mehr. Ich bin technisch nicht sonderlich begabt, aber ich lernte zwangsläufig ein paar Dinge, vor allem während ich dieses Vehikel hatte. Ich holte einen Mechaniker zu Hilfe. Er löste eine kleine Schraube und sagte: „Hier ist ihr Problem.“ Was er mir zeigte, war ein winziges Teil, etwa so groß wie ein Nadelöhr, das an der Schraube klebte. Er sagte: „Hier läuft das Benzin durch. Es war ein bisschen Schmutz darin.“ Er drehte die Schraube wieder hinein und alles war gut. Nur ein winziges Schmutzteilchen war in die Benzinleitung dieses alten 36-PS-Motors geraten, aber das hatte ausgereicht, um den ganzen Motor lahm zu legen und jegliches Weiterkommen unmöglich zu machen. Und ich glaube, wenn in unseren Beziehungen ein bisschen Schmutz steckt, kann das dieselben Auswirkungen auf unseren Glauben und unser Gebet haben, ob es nun der Schmutz des Streits, der Unversöhnlichkeit, der  Selbstsucht oder der Unehrlichkeit ist. Der Grund Nummer eins, den Jesus in allen Evangelien dafür nannte, dass Gebete nicht beantwortet werden oder dass wir nicht genug Glauben haben, um Gott zu berühren und die gewünschte Antwort zu bekommen, waren Unstimmigkeiten in Beziehungen. Der häufigste Grund dafür, dass wir keine Ergebnisse sehen, sind Unversöhnlichkeit und Groll. Wenn meine Gebete nicht beantwortet werden, prüfe ich als Erstes meine Beziehungen. Ich frage mich: „Okay, Bayless, hast du zugelassen, dass in einer deiner Beziehungen etwas ungeklärt geblieben ist?“ Vielleicht gab es eine Situation, in der Ihnen unrecht getan wurde. Haben Sie dann zugelassen, dass sich Unversöhnlichkeit oder Bitterkeit in Ihr Leben einschleichen konnte? Jesus ging in Matthäus 18 sogar so weit zu sagen, dass Menschen in der Gewalt der Folterknechte bleiben, bis sie ihre Beziehungen bereinigt und Vergebung ausgesprochen haben.

Vor vielen, vielen Jahren besuchte ich eine Gemeinde. Das muss 1978 oder 79 gewesen sein. Und ich erinnere mich noch an diesen weißhaarigen Herrn, der dort als Ordner diente. Ich wusste damals noch nicht, was das bedeutete, aber sie sagten, er sei einer der Ältesten, also eine Art Leiter in der Gemeinde. Einmal stand er im Gottesdienst auf und erzählte, wie er für eine Frau gebetet hatte, die nicht in die Gemeinde kam. Er betete gelegentlich für Menschen, die krank waren oder irgendeine andere Not hatten. Er besuchte also diese Frau und sah, dass sie im Rollstuhl saß. Sie hatte Arthritis und war nahezu gelähmt. Wie er erzählte, waren ihre Knie- und Fußgelenke stark entzündet. Sie hatte furchtbare Schmerzen und konnte weder gehen noch ihre Finger ausstrecken. Aufgrund ihrer Erkrankung saß sie schon mehrere Jahrzehnte im Rollstuhl. Ich weiß nicht mehr, worum es ihr im Einzelnen ging, aber sie hatte in der Gemeinde angefragt, ob jemand für sie beten könnte. Der Mann ging also zu ihr. Er erzählte: „Ich wollte ihr die Hände auflegen und für sie beten, aber ich konnte es nicht. Ich versuchte es erneut, aber es ging einfach nicht.“ Und er sagte: „Dann versuchte ich ein drittes Mal, ihr die Hände aufzulegen und für sie zu beten, aber wiederum hielt mich irgendetwas davon ab. Ich sagte zu ihr: Es tut mir leid, anscheinend kann ich nicht für dich beten. Ist es möglich, dass du in deinem Herzen gegenüber irgendjemandem Unversöhnlichkeit hegst? Sie sagte: Ja. Ich hege schon seit 30 Jahre große Bitterkeit, Unversöhnlichkeit und Groll gegenüber meiner Schwester. Und da wusste ich, was los war.“ Er sagte: „Ich glaube nicht, dass ich für dich beten kann, bevor wir uns damit befasst haben. Bist du bereit zu beten und deiner Schwester zu vergeben?“ Ich weiß nicht einmal, ob er sie fragte, wo ihre Bitterkeit herrührte. Und sie sagte: „Ja, das will ich tun.“ Dann senkte sie den Kopf und begann zu beten, während Tränen ihre Wangen hinunterliefen. Sie betete und bat Gott um Vergebung, dass sie all die Jahre Bitterkeit gehegt hatte und sie bat ihn, auch ihrer Schwester zu vergeben. „Und dann“, sagte er, „passierte etwas ganz Unglaubliches. Ich hörte ein Geräusch wie von einem knackenden Ast und gleich darauf nochmals. Knack, knack! Und ich sah, wie sich erst eine, dann auch die andere ihrer Hände öffnete und ihre Finger gerade wurden. Dann passierte dasselbe mit ihren Beinen. Man konnte fast hören, wie ihre Knochen sich streckten. Und plötzlich stand sie ohne jede Hilfe aus ihrem Rollstuhl auf. In dem Moment, in dem sie vergab, wurde sie vollständig geheilt.“ Ich habe diese Geschichte nie vergessen. Er kam nicht einmal dazu, für sie zu beten.

Das ist ein ziemlich drastisches Beispiel dafür, was Vergebung bewirken kann. Man kann nicht immer etwas tun, um eine Beziehung zu verbessern. Dazu gehören zwei. Aber wir für unseren Teil müssen alles tun, was wir können, denn ich glaube, wenn in unseren Beziehungen etwas nicht stimmt und Gott uns Dinge gezeigt hat, die wir noch nicht richtig gestellt haben, beeinträchtigt das unseren Glauben und unsere Gebete. Als ich dieses Thema in der Bibel studierte und darüber nachdachte, stach mir in Epheser, Kapitel 5 und 6 etwas ins Auge. Lassen Sie uns zusammen Epheser 5 aufschlagen. Das ist wirklich sehr interessant, denn die Verse bauen alle aufeinander auf.

In Epheser 5:1-21 geht es um die richtige Beziehung zu Gott.

In Epheser 5:22-33 um die richtige Beziehung zwischen Ehemännern und Ehefrauen.

Und in Epheser 6:1-4 um die richtige Beziehung zwischen Kindern und Eltern.

Und in Epheser 6:5-9 ist die Rede von unseren Beziehungen zu Menschen außerhalb unserer Familie. Er nennt hier als Beispiel die Menschen, mit denen wir den größten Teil unserer Zeit verbringen – diejenigen, mit denen oder für die wir arbeiten.

Und dann kommt Vers 10. Nachdem er all das gesagt hat, fährt er in Epheser 6:10 fort: „Schließlich…“ Sagen Sie alle: „Schließlich.“ „Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke!“

Vers 11:
„Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt!“

Dann beschreibt er die Waffenrüstung, die wir anziehen sollen. – Wir machen weiter mit Vers 16.

Epheser 6:16-18
„Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt! Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort! Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen…“

Es heißt also: Zieht die Waffenrüstung Gottes an, steht fest und macht Gebrauch von eurem Glauben und Gottes Wort, wenn ihr betet. Und was ich Ihnen sagen will, ist: Wir können weder dem Teufel erfolgreich widerstehen noch beten noch Gebrauch von unserem Glauben und dem Wort Gottes machen, wenn unsere Beziehungen nicht in Ordnung sind. Das gilt für alle unsere Beziehungen, sei es mit Gott, mit unserem Ehepartner, unseren Kindern, Kollegen oder anderen Menschen außerhalb der Familie. Befassen Sie sich mit den Dingen, die Gott Ihnen zeigt und die in Seinem Wort stehen. Dann können Sie gegen die Listen des Teufels bestehen, den Schild erheben und mit allem Gebet und Flehen im Geist beten und das Wort Gottes, das Schwert des Geistes, zum Einsatz bringen. Aber zuerst müssen unsere Beziehungen in Ordnung sein. Ist das allen so weit klar? Gut. Wenn Sie jetzt nicht unruhig auf Ihrem Stuhl herumrutschen, weiß niemand, dass ich zu Ihnen rede, okay? Bleiben Sie einfach ruhig sitzen, dann werden alle denken, dass es um jemand anderen geht.

Gut, lassen Sie uns über Ihre Beziehungen sprechen. Zunächst einmal über Ihre Beziehung mit Gott. Das ist die erste, über die er hier spricht. Die Sünde trennt uns von Gott. In Jesaja 59:2 heißt es, eure Vergehen haben euch von eurem Gott getrennt und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt. Psalm 66:18: „Hätte ich Böses im Sinn gehabt, dann hätte der Herr mich nicht erhört…“

Sehen wir uns nun an, was Epheser 5 über unsere Beziehung mit Gott zu sagen hat. Ab Vers 1:

Epheser 5:1-5
„Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch! Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt; auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen, stattdessen aber Danksagung. Denn dies sollt ihr wissen und erkennen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – er ist ein Götzendiener – ein Erbteil hat in dem Reich Christi und Gottes.“

Hier geht es also um die Sünde. Wir gehen zu Vers 8:
„Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts…“

Vers 11:
„Und habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß!“

Er beginnt also mit der einen Sache, die uns von Gott trennen kann. Das eine, was unsere Beziehung trüben kann, ist die Sünde. Aber wir können die Beziehung zu unserem Schöpfer in Ordnung bringen. Vers 17 ist wirklich interessant. Hier sagt er: „Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern lasst euch vom Geist erfüllen, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus! Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi…“

Das Wort Ausschweifung bedeutet ungezügeltes Schwelgen in sinnlichen Freuden. Paulus schrieb hier an Menschen, von denen praktisch jeder schon an den verschiedenen Festen, die es damals in der griechisch sprechenden Welt gab, teilgenommen hatte. Es gab beispielsweise ein Fest für Dionysos, den griechischen Gott des Weines und des Vergnügens. Und man diente diesem griechischen Gott, indem man sich betrank. Plato erklärte sogar, dass man während der Festlichkeiten für den Gott des Weines weder in Athen noch in den Bezirken um Athen herum nirgends auch nur einen nüchternen Mann fand. Sie tranken Wein und sangen dem Gott des Weines Lieder und dann hielten sie Orgien ab. Das war ihre Art anzubeten. Sie schwelgten in ungezügelter, unkontrollierter Lust und taten, was immer sie wollten. Und der Gedanke, der dahinter steckte, war, dass man das Vergnügen, das der Gott des Weines versprach, in vollen Zügen genießen konnte, wenn man nur dem Wein zusprach und dafür sorgte, dass man betrunken wurde.

Die Menschen, an die Paulus schrieb, hatten also alle denselben Hintergrund und wer an den Gelagen noch nicht teilgenommen hatte, hatte sicher zumindest dabei zugesehen. Aber Paulus sagte: „Es gibt jetzt einen neuen König. Betrinkt euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, und gebt euch nicht jedem zügellosen Vergnügen hin. Betrinkt euch nicht mit Wein, sondern werdet mit einem anderen Geist erfüllt. Ihr braucht jetzt keinen Geist aus der Flasche mehr. Werdet erfüllt mit dem Heiligen Geist, redet zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern und singt und spielt dem Herrn mit eurem Herzen.“ Mit anderen Worten: Seht zu, dass ihr gerecht vor Gott steht. Lasst nicht zu, dass die Sünde euch von Ihm trennt, sondern kennt Seinen Willen, bleibt voll Seines Geistes, singt Ihm Lieder, dankt Ihm, fürchtet Ihn und habt eine gute Beziehung mit Ihm. Vielleicht denkt jetzt jemand: „Aber ich habe gesündigt.“ Nun, das haben wir alle, oder? Und was tun Sie dann? Sie wenden sich von der Sünde ab und bekennen sie. 1. Johannes 1:9: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“

Wenn ich meine Sünde bekenne, reinigt Er mich von aller Ungerechtigkeit. Er nimmt die Vorsilbe Un- weg und ich stehe wieder gerecht vor Ihm. Und das geschieht nicht, weil wir Gottes Vergebung verdienen oder uns irgendwie ein Recht darauf erwerben können, dass unsere Gebete beantwortet werden. Es geschieht durch Gottes Gnade und durch Seine Gnade allein. Unser Teil besteht darin, umzukehren und zu glauben. Die Bibel sagt in Römer, Kapitel 4 über Abraham: Er glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Und dasselbe gilt für Sie.

Vor vielen Jahren las ich eine Geschichte von einem Mann, der die Finanzen eines östlichen Monarchen verwaltete. Er hatte ihn jedoch bestohlen und einen beträchtlichen Teil seiner Gelder für sich abgezweigt. Eine Zeit lang konnte er die Unterschlagung vertuschen, aber dann passierte etwas, das unweigerlich dazu führte, dass man ihm auf die Schliche kam. Da sah er keinen anderen Ausweg mehr, als sich umzubringen. Er ging in eine der unteren Kammern des Palastes und schrieb einen Abschiedsbrief, in dem er gestand, dass er dem König Geld gestohlen hatte und beteuerte, wie leid ihm das tat. Wenn er irgendetwas tun könnte, um es rückgängig zu machen, so schrieb er, würde er es tun. Als er sein Geständnis aufgeschrieben hatte, weinte er, legte den Kopf auf den Tisch und fiel schließlich in einen unruhigen Schlaf. Währenddessen brannte die Kerze herunter. Der König jedoch hatte eine eigenartige Gewohnheit. Er stand oft mitten in der Nacht auf und wanderte durch den Palast. Er ging über die Flure und sah in verschiedene Zimmer. Da kam er in diese untere Kammer, wo er seinen Diener fand, den Stift noch in der Hand. Die Kerze war fast heruntergebrannt. Und er sah ihm über die Schulter und las den Brief, in dem er gestand, dass er den König bestohlen hatte und beteuerte, wie leid ihm das tat. Weiter stand da, er wisse, dass man ihn dafür foltern und töten würde und er deshalb beschlossen habe, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Und wissen Sie, was der König tat? Er griff über die Schulter seines Dieners, nahm ihm den Füller oder was immer es war, aus der Hand und schrieb darunter: Die Schuld ist bezahlt. Dann fügte er seine Unterschrift hinzu und ging zurück in seine Kammer.

Genau das hat Jesus für uns getan. Wir konnten den Preis für unsere Sünden nicht bezahlen und Er schrieb mit Seinem kostbaren Blut auf unsere Rechnung: Die Schuld ist bezahlt. Der Preis für unsere Sünden ist bezahlt. Und wenn Sie einen Fehler machen und Gott Ihre Sünde bekennen, ist Er treu und gerecht und vergibt Ihnen Ihre Sünde und reinigt Sie von jeder Ungerechtigkeit. Es gibt absolut keinen Grund, warum die Sünde zwischen Ihnen und Gott stehen sollte. Und wenn Sie Ihre Beziehung mit Gott in Ordnung bringen, können Ihre Gebete etwas bewirken. Demütigen Sie sich, wenden Sie sich von der Sünde ab und stellen Sie die Dinge richtig. In Psalm 103 heißt es: „Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten.“

Beachten Sie, dass die Vergebung der Sünden vor der Heilung kommt. In Lukas, Kapitel 5, lesen wir, wie ein gelähmter Mann von seinen Freunden durch das Dach zu Jesus hinuntergelassen wurde und Jesus sagte: „Deine Sünden sind dir vergeben.“ Und dann sagte Er: „Steh auf und nimm dein Bett auf und geh nach Hause!“ Was kam zuerst? Die Vergebung. Zuerst musste die Sünde ausgeräumt werden.

Im Jakobusbrief heißt es: „Bekennt einander eure Sünden. Betet füreinander, damit ihr geheilt werdet.“ Was kam zuerst? Als Erstes mussten sie sich mit der Sünde befassen. Erst dann stand ihnen die Tür für den erlösenden Segen der Heilung offen. Deshalb sage ich nochmals: Wir können uns nichts verdienen. Aber wenn die Beziehung zwischen Ihnen und Gott getrübt ist, bringen Sie sie in Ordnung! Das Blut Jesu reinigt von jeder Sünde. Wir haben keinen Grund, weiter in einer gestörten Beziehung mit Gott zu leben, denn der Preis wurde bezahlt. Lassen Sie uns heute die wichtigste aller Beziehungen bereinigen. Kann dazu jemand ein Amen sagen? Gut, dann geht er zu den familiären Beziehungen über. Lesen Sie mit mir Epheser 5:22. Da sagt er: Ordnet euch einander unter…“

Epheser 5:22-24
„… die Frauen den eigenen Männern als dem Herrn! Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Retter des Leibes. Wie aber die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen den Männern in allem.“

Hier sagt er den Frauen zwei Dinge und das Wort, das jede Frau liebt, lautet unterordnen. Können wir dieses Wort zusammen sagen? Unterordnen. Ein gutes biblisches Wort. Im Griechischen ist das eigentlich ein militärischer Ausdruck, der einen Rang einnehmen bedeutet. Hier geht es nicht um Über- oder Unterlegenheit. Aber es gibt eine göttliche Ordnung. Ordnet euch euren Männern unter als dem Herrn.

Wissen Sie, Janet und ich sind nicht immer einer Meinung. Und es gibt Bereiche, in denen Janet viel intelligenter ist als ich. In manchen Dingen hat sie mehr Erfahrung als ich und in anderen habe ich mehr Erfahrung als sie. Aber wir sind ein Team. Die Bibel sagt, dass wir Miterben der Gnade des Lebens sind. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir reden über die Dinge. Und wenn wir danach immer noch unterschiedlicher Meinung sind, beten wir darüber. Und wissen Sie, was passiert, wenn sich auch dann nichts ändert? Sie ordnet sich unter. Aber sie tut das nicht vorwurfsvoll, so dass ich ihr gegenüber ein schlechtes Gewissen haben muss. Und wenn sie immer noch denkt, dass ich ein Idiot bin, sagt sie es mir nicht. Vielleicht sagt sie es Gott, aber nicht mir. Aber Gott arbeitet durch solche Dinge an uns. Und manchmal habe ich unrecht und dann gehe ich zu ihr und sage: „Du hattest recht, Liebling.“ Und dann sagt sie nicht: „Ich habe es dir doch gesagt.“

Es muss einfach in jeder Organisation eine Leiterschaft geben, ob es sich nun um eine Ehe oder eine Firma handelt. Es muss jemanden geben, der die letzte Autorität besitzt. Damit meine ich nicht die gnadenlose Einstellung: „Ich bin der Diktator und ihr habt zu tun, was ich sage“, denn das ist auch nicht biblisch. Es heißt nicht: Männer, sorgt dafür, dass eure Frauen sich euch unterordnen. Es geht nicht um eine erzwungene Unterordnung. Dann würde es Unterwerfung heißen. Es geht um eine freiwillige Unterordnung aus Respekt für den Mann und für Gott. Und, meine Damen, es gibt immer noch ein höheres Gericht, an das Sie sich wenden können. Sie können zu Gott gehen. Er kann Ihren Mann verändern.

Vielleicht werden wir ein anderes Mal noch ausführlicher auf dieses Thema eingehen, denn ich weiß, dass hier Frauen sind, deren Männer nicht gerettet sind, und Männer, deren Frauen nicht gerettet sind. Aber ich weiß, dass Gott Ihnen in jeder Situation Weisheit geben kann. Und auch wenn Ihr Mann Gott nicht kennt, können Sie ihn respektieren. Das bringt uns zum zweiten Punkt und dieser hat wirklich ein großes Gewicht. Sehen wir uns im selben Kapitel Vers 33 an:

Epheser 5:33
„Jedenfalls auch ihr – jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber, dass sie Ehrfurcht vor dem Mann habe!“

Respektieren Sie ihn. Männer wollen Respekt. Meine Damen, ich verrate Ihnen ein kleines Geheimnis: Respekt ist Männern wichtiger als alles andere. In der Amplified Bible heißt es unter anderem: Achtet und ehrt und bewundert ihn. Schenken Sie Ihrem Mann Aufmerksamkeit und loben Sie ihn und dann sehen Sie, was passiert. Männer wollen respektiert werden. Meine Damen, das bedeutet nicht, dass Sie mundtot gemacht werden sollen, dass Sie keine Meinung haben dürfen oder man Sie nicht zu schätzen braucht. Gott will, dass Sie geschätzt werden. Aber Sie sollten eine Herzenshaltung haben, mit der Sie sagen können: „Gut, wenn wir nicht einer Meinung sind, ordne ich mich unter als dem Herrn und lege die Sache in Gottes Hand.“ Und Sie sollten Respekt zeigen. – Männer, ich bin davon überzeugt, dass wir eine größere Verantwortung haben als die Frauen.

Epheser 5:25
„Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat…“

Wir müssen es machen wie Jesus. Er gab sich der Gemeinde hin, setzte sich selbst an die zweite und die Gemeinde an die erste Stelle. Es geht nicht um meine Rechte und meine Hobbys und um das, was ich will. Es geht darum, dass ich mich ihr hingebe und ihre Interessen und ihr Wohlergehen an die erste Stelle setze.

Frauen wollen mehr als alles andere geliebt werden. Männer wollen mehr als alles andere respektiert werden. Frauen, wenn Sie Ihre Männer respektieren und Männer, wenn Sie Ihre Frauen lieben, können Sie eine wunderbare Beziehung haben. Aber es gibt etwas, das noch wichtiger ist. Bevor wir gute Beziehungen zu unseren Mitmenschen aufbauen können, muss unsere Beziehung zu Gott in Ordnung sein. Das lesen wir in der Bibel noch vor den Versen, in denen es darum geht, dass Männer ihre Frauen lieben sollen, dass die Frauen sich ihren Männern und wir alle uns einander in der Furcht Gottes unterordnen sollen. Als Erstes geht es darum, eine Beziehung mit Gott zu haben. Seid voll des Geistes und redet zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern. Sowohl in Epheser als auch in Kolosser, wo wir jeweils eine großartige Lehre über die Ehe finden, geht es als Erstes um eine gute, fruchtbare, lebendige Beziehung mit Gott. Bringen Sie Ihr Leben vor Gott in Ordnung und geben Sie Ihr Herz Jesus Christus. Dann werden auch all Ihre anderen Beziehungen gesegnet sein. Bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie.

 

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