Konflikte? So wirst du deinen Ärger los 2/2 – Janet und Bayless Conley

Bist du verletzt, enttäuscht oder ungerecht behandelt worden, vielleicht sogar von jemandem aus deiner Gemeinde? Hast du versucht, die Person darauf anzusprechen und dafür nur Feindseligkeit oder Abwehr geerntet? Bayless und Janet Conley erkunden den biblischen Weg für den Umgang mit Menschen, die einem Unrecht getan haben (oder die im Unrecht sind). Du wirst nicht nur eine Methode entdecken, wie du selbst die schlimmsten Konflikte mildern und lösen kannst, sondern auch feststellen, wie unschätzbar wertvoll es ist, sein Herz von Feindseligkeit und Unversöhnlichkeit frei zu halten.

Dies ist der zweite Teil der Predigt, den ersten Teil findest du hier…

Predigtmanuskript

Liebe Freunde, schön, dass Sie wieder dabei sind! Heute folgt der zweite Teil einer Predigt über Konflikte und wie wir unsere
geistlichen Geschwister gewinnen können, ohne uns selbst zu verlieren. Manchmal tun wir Menschen weh, die uns wichtig sind. Wir machen einen Fehler; vielleicht hatten wir auch falsche Informationen. Und manchmal ist es schwer, das Vertrauen eines Menschen zurückzugewinnen, an dem wir uns versündigt haben. Aber Jesus sagt uns, wie wir unseren Bruder oder unsere Schwester zurückgewinnen können.
Wenn Sie den ersten Teil nicht gesehen haben, ist das nicht so schlimm. Der zweite Teil ist in sich abgeschlossen. Heute werde ich ein paar Bibelverse lesen und dann wird meine Frau Janet übernehmen. Sie wird einen Teil der Predigt halten. Genau genommen haben wir uns diese Predigt geteilt und halten sie miteinander. Also wenn Sie eine Bibel haben, nehmen Sie sie zur Hand. Lernen wir gemeinsam etwas darüber, wie wir eine Beziehung retten, ohne selbst ins Stolpern zu kommen. Einigkeit bedeutet Stärke. Deshalb versucht der Feind alles, um unsere Einigkeit zu stören. Also vergeben wir, lassen wir uns vergeben, leben wir in Einigkeit und gewinnen wir unsere Geschwister, ohne uns selbst zu verlieren.

 

Jetzt wird Janet nach vorn kommen und über das restliche Kapitel sprechen. Ich lese noch den Bibeltext und dann kommt Janet. Matthäus 18,23:

„Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.
Als er aber anfing abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete.
Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen.
Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen.
Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen.
Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!
Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe.
Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war.
Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest.
Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?
Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war.
So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.“

Schatz?
JANET: Danke. Das war wirklich gut. Hallo! Schön, Sie alle heute hier zu sehen. Gut sehen Sie aus! Okay. Wir werden heute weiter über Vergebung sprechen.

Übrigens: Einen schönen Valentinstag! Das passt gut, weil ich über Gottes Liebe sprechen möchte.

Vielleicht haben Sie schon einmal den Satz gehört: „Eine gute Ehe besteht aus zwei Menschen, die gut vergeben können.“ Ich würde sogar sagen: Jede gute Beziehung besteht aus zwei Menschen, die gut vergeben können.
An jedem Tag, an dem wir leben und atmen, ist Gelegenheit zur Vergebung. Haben Sie schon einmal einen Tag erlebt, an dem Sie nicht jemandem vergeben mussten? Ich sehe niemanden, der sich meldet.

Ich erinnere mich, dass vor nicht allzu langer Zeit, vor einigen Jahren, Pastor Jack Hayford hier zu Besuch war. Unser Monatsthema war damals „Väter des Glaubens“. Wir fragten alle, was für sie die wichtigste Botschaft für die Gemeinde Jesu ist. Und Jack Hayford sprach über Vergebung. Vergebung ist so wichtig und Gott sagt, dass wir vergeben sollen. Deshalb werden wir uns heute drei Punkte anschauen, die in diesem Gleichnis über Vergebung besonders auffallen. Erstens: wie groß Gottes Vergebung für uns ist; zweitens: wie viel jeder einzelne Mensch Gott wert ist und drittens: dass Vergebung nicht optional ist, sondern ein Gebot. Sind Sie bereit?
Okay, das Erste: wie groß Gottes Vergebung ist. Hier in dieser Geschichte, in diesem kurzen Gleichnis, das Jesus erzählte, ist der König ein Bild für Gott. Und wir sind derjenige, der so unheimlich, unvorstellbar große Schulden hat. In Vers 24 heißt es, der Diener schuldete ihm 10.000 Talente. Wenn man das umrechnet, sind das ungefähr 230 Jahresgehälter. Wie viele von Ihnen könnten solche Schulden abbezahlen? Natürlich kann das keiner von uns, weil wir keine 230 Jahre leben. Und das ist nur ein Vergleich, um zu zeigen, dass unsere Schuld unendlich groß ist. Aber Gott hat uns so sehr geliebt, dass seine Liebe diese ganze Schuld getilgt hat. Der Mann in dem Gleichnis flehte den König an, Erbarmen mit ihm zu haben. Und der König hatte Mitleid und entließ ihn aus seiner Schuld. Genau das hat Gott für uns getan. Unsere riesige Schuld wurde von Gottes Liebe getilgt.

Doch dann geht es weiter in Vers 28. Nachdem diesem Mann seine riesige Schuld erlassen worden war, ging er hinaus und traf jemanden, der ihm sozusagen nur 10 Dollar schuldete, 100 Denare. Das sind 100 Tageslöhne. Die erste Schuld waren 230 Jahresgehälter; hier sind es 100 Tageslöhne. Aber der Mann ließ seinen Schuldner nicht gehen.
Wenn wir meinen, wir könnten nicht vergeben, verstehen wir nicht, wie groß das ist, was Gott für uns getan hat und wie sehr er uns liebt. Entweder verstehen wir es nicht oder wir haben es vergessen. Ich erinnere mich an ein Lied, das wir vor ein paar Jahren gesungen haben, in dem es heißt: „Herr, nie begreife ich die Last, die du für mich getragen hast.“ Und bei dieser Liedzeile: „Herr, nie begreife ich die Last, die du für mich getragen hast“, dachte ich: „Gott, ich verstehe das nicht. Was ist das für eine Last? Wie kann es sein, dass ich das nicht weiß? Du bist am Kreuz gestorben und wieder auferstanden und hast für meine Sünde bezahlt. Zeig mir, was es dich gekostet hat.“
Und nur für einen Sekundenbruchteil stand mir ein Bild vor Augen: das Kreuz – und alles Hässliche in meinem Leben, aller Unrat. All das war am Kreuz und übrig blieb nur Schönheit und Freiheit und Reinheit. Und ich dachte: „Das ist ja unfassbar!“ Aber das gilt nicht nur für die Bekehrung, sondern für jeden Tag. Aller Dreck meines Lebens bleibt am Kreuz und ich bekomme Reinheit und Freiheit, für den Rest meines Lebens und für die Ewigkeit. Das hat Jesus für uns getan! Ist das nicht wunderbar? Danke, Gott! Du bist wunderbar und deine Liebe zu uns ist unbeschreiblich! Du hast uns so lieb, dass du die Schuld weggenommen hast!
Aber das vergessen wir manchmal so schnell wie der Mann im Gleichnis. In der Message Bible liest sich Matthäus 18,28 so: „Kaum war der Diener aus dem Raum, lief ihm einer seiner Mitdiener über den Weg, der ihm Geld schuldete. Er packte ihn beim Kragen und verlangte: Zahl mir mein Geld zurück, und zwar sofort!“ Manchmal gehen wir einfach aus der Tür und jemand sagt etwas Hässliches und wir vergessen, was Gott für uns getan hat. Aber stattdessen können wir sagen: „Gott liebt mich so sehr und hat mir alles vergeben. Da kann ich auch vergeben.“ Alle zusammen: „Mir wurde vergeben, also kann ich auch vergeben.“
Unsere Verletzungen können sehr groß und schmerzhaft sein. Aber im Vergleich zu dem, was Gott für uns getan hat, sind sie nur klein. In Gottes Augen, im Vergleich zu dem, was er für uns aus der Welt geschafft hat, ist es so wenig wie ein Tropfen Wasser in einem Ozean von Vergebung.
Psalm 103,11-12. „Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so übermächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten. So fern der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Vergehen.“ So weit, wie der Sonnenuntergang vom Sonnenaufgang entfernt ist, hat Gott unsere Vergehen von uns entfernt. Und weiter unten, in Vers 17 von Psalm 103 … ich lese es nach der Message Bible: „Gottes Liebe ist immer und ewig für alle da, die ihn fürchten. Er verhilft ihnen und ihren Kindern zu ihrem Recht.“ Seine Liebe ist auf ewig für alle da, die ihn fürchten. Er verhilft ihnen und ihren Kindern zu ihrem Recht. Das ist kaum zu glauben. Es ist unbeschreiblich; es finden sich kaum Worte dafür. Ist Gottes Liebe nicht wunderbar? Seine Liebe ist so riesig im Vergleich zu allem, was er von uns verlangt. Diese Liebe ist uns ins Herz gegeben, damit wir sie an andere weitergeben.
Also erstens: wie groß Gottes Liebe ist. Zweitens: wie viel jeder einzelne Mensch Gott wert ist. In Vers 33 heißt es, dass der König denjenigen zu sich ruft, der nicht vergeben wollte und sagt: „Solltest du nicht auch Mitleid mit deinem Mitdiener haben, so wie ich Mitleid mit dir hatte?“ Hättest du nicht barmherzig sein sollen? Damit sagt der König, wie sehr er beide Diener wertschätzt. Der Diener, dem er die Schuld erlassen hatte, war ihm viel wert. Aber er sagte: „Sollte der andere dir nicht auch viel wert sein?“ Für Gott ist jeder einzelne Mensch wertvoll. Der Mann war so blockiert von den zehn Dollar, von den Schulden, die der andere bei ihm hatte, dass er den Wert dieses Menschen vergaß. Er vergaß Gottes Perspektive und alles, was Gott für ihn getan hatte.

Einmal war ich sauer auf Bayless und ich glaube, er war auch sauer auf mich. Ich weiß nicht mehr, worum es ging. Also dachte ich: „Was soll ich jetzt machen?“ Ich begann in meiner Bibel zu lesen und kam zu Psalm 139. Ich dachte: „Danke, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin. Es ist alles gut. Meine Beziehung zu dir ist noch in Ordnung, auch wenn Bayless gerade nicht glücklich über mich ist. Und deine Gedanken für mich sind mehr als der Sand am Meer. Danke, Gott! Und noch bevor ich geboren wurde, kanntest du schon jeden Tag meines Lebens. Du hast einen Plan für mein Leben und du führst ihn auch aus.“
Und ich dachte darüber nach und dankte Gott dafür. Da machte er mir klar: „Das Gleiche gilt auch für Bayless. Er ist ebenso wunderbar gemacht. Alle Gedanken, die Gott für ihn hat, sind mehr als der Sand am Meer. Und noch bevor er geboren wurde, kannte Gott jeden Tag seines Lebens. Gott, du hast auch für ihn einen Plan!“ Für Gott ist jeder einzelne Mensch wertvoll. Für jeden von uns hat er einen Plan. Deshalb müssen wir einander so wertschätzen, wie Gott uns wertschätzt. Besonders heute am Valentinstag sollten wir einander lieben.

Der dritte Punkt, den wir in diesem Gleichnis sehen, ist: Vergebung ist nicht optional, sondern sie ist uns von Gott geboten. Ich erinnere mich noch, wie ich eines Tages dieses Gleichnis las und dachte: „Du meine Güte! Da gibt es kein Wenn und Aber. Es heißt einfach: Wenn ihr nicht vergebt … Wenn ich nicht vergebe, komme ich ins Gefängnis, dann bekomme ich ein Problem. Es wird nur noch schlimmer für mich, wenn ich nicht vergebe. Bayless hat letztes Mal Kolosser 3,13 zitiert: „Seid nachsichtig mit den Fehlern der anderen und vergebt denen, die euch gekränkt haben. Vergesst nicht, dass der Herr euch vergeben hat und dass ihr deshalb auch anderen vergeben müsst!“ Es ist ein Muss!

Und in dem Vers am Ende, in Matthäus 18,33-35, heißt es, „Wenn ihr …“ Lesen wir noch einmal diese Verse. Matthäus 18,33-35:
„Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?
Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war.“

Und weiter sagt Jesus: „So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.“ Es wird deutlich, dass uns das nicht in unser Ermessen gestellt ist. Richtig? Und ich denke einfach: Gott weiß es am besten. Unser Vater im Himmel weiß es am besten. Er weiß, wie wir sind. Vielleicht denken wir: „Ganz gleich was der andere gemacht hat?“ Ja! Gott würde es sonst nicht sagen. Und Gott weiß, dass wir es können, weil er uns gemacht hat. Mit seiner Hilfe und seiner Liebe können wir es. Er weiß, wie unser Körper, Geist und Seele, unser ganzer Mensch funktioniert. Er weiß, wenn wir nicht vergeben und unversöhnlich sind, blockiert uns das nur. Aber wenn wir vergeben, werden wir offen für das, was Gott für uns hat.
Corrie ten Boom war im KZ gewesen und hatte überlebt. Ihr Vater, ihre Mutter, ihre Schwester Betsy und sie waren alle zusammen im KZ. Und Corrie sah ihre Familie langsam und elend sterben. Sie wurden alle so grausam behandelt und brutal misshandelt, dass sie einen langsamen und entsetzlichen Tod starben. Es war schrecklich! Und wenn Corrie an die KZ-Wärter und das alles dachte, hatte sie, wie sie erzählte, einen schrecklichen Hass im Herzen.
Sie sagte: „Ich musste an Römer 5 denken, wo Gott sagt, dass durch den Heiligen Geist seine Liebe in mein Herz ausgegossen ist. Ich sagte zu ihm: Deine Liebe in meinem Herzen ist stärker als dieser Hass. Und ich entscheide mich für die Liebe.“ Sie sagte, als sie das tat, verschwand der Hass. Gottes Liebe in unserem Herzen ist stärker, sodass wir vergeben können. Wir müssen Vergebung als Muss betrachten. Es ist ein Gebot.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnete sie in Holland ein Heim für andere Opfer der Nazi-gewalt. Und sie sagte etwas sehr Interessantes: „Diejenigen Heimbewohner, die ihren Peinigern vergeben konnten, waren fähig wieder in die Welt zurückzukehren und sich ein neues Leben aufzubauen. Aber diejenigen, die an ihrer Verbitterung festhielten, blieben invalide. So einfach war das … und so schrecklich. Diejenigen, die vergeben konnten, konnten weitergehen und ein gutes Leben führen. Diejenigen, die das nicht konnten, blieben als Invaliden im Heim.“ Gott will, dass wir vergeben, weil er weiß, was sonst mit uns passiert. Vergebung ist ein Geschenk an uns.

Ich möchte noch einen letzten Aspekt erwähnen, weil er einfach so schön und wunderbar ist, dass wir uns daran festhalten sollten. Wir finden ihn in Römer 12 und ich lese nach der „Message Bible“ Römer 12,19. Dort heißt es: „Versucht nicht, es den anderen heimzuzahlen. Das ist nicht eure Aufgabe.“ Hier spricht Gott: „Versucht nicht, es den anderen heimzuzahlen. Das ist nicht eure Aufgabe. Ich werde das Urteil sprechen. Ich kümmere mich darum.“
Ich finde das so wunderschön! In einer anderen Übersetzung heißt es: „Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.“ Gott in seiner wunderbaren Güte und Liebe sagt: „Vergebt. Das ist eure Aufgabe. Ich kümmere mich um die Abrechnung.“ Also wenn wir vergeben … Vergebung ist keine kleine Sache. Vergebung bedeutet, den anderen in Gottes Hände zu legen. Wir schicken ihn nicht einfach ins Nirgendwo, sondern in Gottes Hände. Wir lassen unsere Frustration und Verbitterung und Ängste los. Ganz gleich worum es sich handelt, wir legen es in Gottes Hände. Und Gott sagt: „Ich werde es ihm heimzahlen.“
Es ist wunderbar, dass wir diese Menschen einfach gehen lassen können, weil Gott sagt, dass er sich darum kümmern wird. Denn haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, was der andere für sein Verhalten verdient? Welche Strafe ist angemessen? Es ist verrückt, was in unserem Kopf alles Achterbahn fährt, wenn wir uns über solche Dinge Gedanken machen. Es kostet viel Energie und Aufregung. Aber Gott sagt: „Das ist meine Aufgabe. Überlass es mir.“ Ist das nicht wunderbar befreiend, dass wir uns nicht darum kümmern müssen? Es ist Gottes Angelegenheit. „Mein ist die Rache“, sagt Gott. „Ich werde mich darum kümmern.“ Wenn doch nur der Knecht im Gleichnis daran gedacht hätte. Er wäre nicht ins Gefängnis gekommen. Und wir auch nicht.
Erstens: Gottes riesige, unglaubliche, erstaunliche Liebe ist über unsere Sünden und in unser Herz ausgegossen. Zweitens: für Gott ist jeder Mensch wertvoll. Drittens: Vergebung ist unsere Aufgabe und ein Gebot.

Lassen Sie mich zum Schluss noch ein Letztes sagen. Letzte Woche ging es um Einigkeit. Das Wichtigste im Leben ist, dass wir einander lieben.

BAYLESS: Vergebung hat mehr als alles andere damit zu tun, dass unser Herz frei und rein wird. Es bedeutet nicht, dass der andere nie die Konsequenzen für sein Handeln zu spüren bekommt. Es bedeutet auch nicht, dass das, was passiert ist, gut und richtig war. Aber wie Jesus gelehrt hat, bleiben manchmal selbst Gottes Kinder in der Hand ihrer Peiniger, weil sie nicht vergeben haben. Es ist fast wie beim Atmen. Man kann nicht einatmen, wenn man nicht vorher ausgeatmet hat. Wir können nicht Vergebung einatmen, wenn wir nicht vorher Vergebung ausgeatmet haben. Manchen Menschen steckt etwas in der Luftröhre ihrer Seele fest. Da brauchen wir einen kräftigen Schlag auf den Rücken, um die Blockade loszuwerden. Vielleicht haben wir Groll in uns und ersticken geistlich langsam daran. Wir können Gottes Güte und Segen nicht einatmen, wenn wir nicht Vergebung ausatmen. So sind wir einfach angelegt.
Jetzt werden wir uns einen Moment Zeit nehmen, um zu vergeben. Das bedeutet nicht, dass die Verletzung nicht ernst war. Es soll auch nicht den Schmerz relativieren, der Ihnen zugefügt wurde. Vielleicht ist der Mensch, der Ihnen Unrecht angetan hat, genau derjenige, der Sie hätte beschützen sollen. Vielleicht ist Ihnen Schreckliches zugestoßen. Aber tun Sie sich selbst etwas Gutes und atmen Sie Vergebung aus. Stellen Sie sich unter Gottes Segen, Vergebung und Güte. Es geht nicht darum, sich das alles zu verdienen. Wir können nicht einatmen, wenn wir nicht zum Ausatmen bereit sind. Lassen Sie uns beten.

Himmlischer Vater, wir kommen jetzt zu dir und erkennen erneut, wie hilflos wir ohne dich sind. Wir danken dir, dass deine Liebe durch den Heiligen Geist in unser Herz ausgegossen ist. Wir danken dir, dass du uns deinen Heiligen Geist als Tröster und Helfer gegeben hast. Und Herr, wir entscheiden uns, diejenigen freizulassen, die uns Unrecht getan haben, so gut wir das eben können. Wir vergeben. Wir lassen die Bitterkeit aus unserer Seele und legen alles in deine Hände.
Gott, wir vergeben, so wie du uns unsere unbezahlbare Schuld vergeben hast. Wir konnten uns nicht allein mit dir versöhnen. Du hast es für uns getan. Wir schauen auf deine unendlich große Vergebung und deine Güte, die wir nicht verdient haben. Und so vergeben wir die kleineren Schulden, die andere bei uns haben. Wir lassen sie los, im Namen von Jesus. Amen.
Ich bin sehr dankbar, dass Sie bis zum Ende der Predigt dabeigeblieben sind und Sie auch noch das Gebet am Ende mitbekommen haben. Ich hoffe, Sie haben mitgebetet und auch denen vergeben, die Ihnen unrecht getan haben. Der Satz stimmt, dass wir einen Gefangenen befreien, wenn wir vergeben und dann feststellen, dass wir selbst der Gefangene waren. Vergebung ist die Antwort.
Ich muss an den Apostel Paulus denken, als er nach Jerusalem ging. Jakobus, der Gemeindevorsteher dort, trug ihm auf, in den Tempel zu gehen, ein Gelübde zu tun und einigen anderen ihre Opfergaben zu bezahlen. Und Paulus wollte es tun, aber er wurde verhaftet. Er kam ins Gefängnis und wurde am Ende nach Cäsarea gebracht. Das ist eine zweitägige Reise.
Paulus war gefangen und niemand setzte sich für ihn ein. Davon spricht er in 2.Timotheus: „Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei.“ Niemand kam und setzte sich für ihn ein und er war zwei Jahre im Gefängnis. Der Gouverneur traf sich regelmäßig mit ihm und hoffte, dass jemand die Kaution hinterlegen würde und Paulus freigelassen werden konnte. Doch alle aus der Jerusalemer Gemeinde hielten sich fern.
Und Paulus sagte: „Es werde ihnen nicht zugerechnet.“ Sie hatten ihn in der Not verlassen. Das war eine tiefe Verletzung. Aber er entließ diejenigen, die ihm unrecht getan hatten, aus ihrer Schuld. In diesem Fall war es eine Unterlassungsschuld. Ich möchte Sie zum Vergeben ermutigen. Sie werden es nicht bereuen. – Bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie!

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