Lerne Gott kennen

Kennst du Gott? Wir werden nie ganz verstehen, wie groß und wunderbar unser Gott ist. Noch in der Ewigkeit werden wir immer wieder neue Aspekte seiner Gnade und seines Wesens entdecken. Doch Gott will auch, dass du ihn jetzt schon kennenlernst. Er sehnt sich danach, mehr in dein Leben einbezogen zu werden und dir so viel wie möglich von seiner facettenreichen Gnade zu zeigen.

In dieser Predigt spricht Bayless Conley über den Gott, der auf hungrige Herzen eingeht, den Gott, der Leben im Überfluss schenkt und den Gott, der dir die Möglichkeit gibt, ein erfülltes Leben zu führen, zu dem er dich berufen hat.

Predigtmanuskript

Viele Menschen haben eine verkehrte Vorstellung davon, wie Gott ist. In den nächsten Minuten möchte ich Ihnen von dem Gott erzählen, den Sie wirklich kennen sollten. Ich hoffe, Sie investieren die Zeit, sich hinzusetzen und etwas über diesen Gott zu hören.

Es gibt einen Gott, der auf die Sehnsucht des Herzens antwortet.

In der Bibel heißt es in Jakobus 4,8: „Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen.“ Im Zusammenhang geht es um die Abkehr von der Sünde. Doch dieser Satz an sich ist eine wunderbare Aussage darüber, wie Gott ist. Er ist nicht distanziert, unnahbar und unerkennbar. Er wendet sich gern Menschen zu, die sich ihm von Herzen zuwenden.

Bevor ich Christ wurde, lebte ich eine Weile in Mexiko. Nachdem ich Christ geworden war, kehrte ich wieder dorthin zurück und engagierte mich in christlichen Projekten. Eines Tages hörte ich von einer besonderen Veranstaltungsreihe, die von einer Gemeindegruppe hier in den USA organisiert wurde.

Eine Reihe Gemeinden waren daran beteiligt, die ich nicht kannte und mit denen ich nichts zu tun hatte. Aber weil der Veranstaltungsort nicht weit von meinem mexikanischen Wohnort an der Küste entfernt war, fuhr ich eines Abends hin. Ich war mit meinem alten VW-Bus unterwegs. Die Straße war nicht asphaltiert und voller Schlaglöcher und Steine. Unterwegs setzte mein Bus sogar ein paar Mal auf dem Boden auf.

Nachdem ich die 25 Kilometer Fahrt aufs Land hinter mir hatte, kam ich zu dem Veranstaltungsort. Es war eine Art provisorischer Fußballplatz, den die Einwohner der Gegend in eine Felswand gehauen hatten. Insgesamt war der Platz wie ein kleines Stadion. Sie hatten Sitze aus Brettern und Steinen und Betonklötzen gebaut. Mehrere Tausend Personen aus der ganzen Gegend waren gekommen, aus allen Nachbardörfern. Sie waren zu Fuß gekommen, um an dieser christlichen Veranstaltung teilzunehmen. Ich war also ziemlich gespannt darauf.

Überall waren Lichterketten gespannt, und dann begann die Musik zu spielen und ich dachte: „O nein.“ Sie passte gar nicht zur Kultur des Landes. Ich dachte mir: „Das ist kein guter Start.“ Es wäre schon mal besser gewesen, in der Landessprache zu singen. Dann stand der Prediger auf und es wurde nur noch schlimmer. Das machte mich so traurig! All diese Menschen waren gekommen, weil sie Sehnsucht nach Gott hatten, und die Veranstalter hatten total am Ziel vorbeigeschossen.

Ein paar Freunde und ich blieben hinterher noch eine Weile, aber dann mussten wir doch nach Hause. Wir stiegen in meinen VW-Bus und fuhren über die Schlaglochpiste zurück. Mehrere Kilometer später sahen wir einen Mann, der in die Richtung der Stadt lief, aus der wir kamen. Also hielt ich an und fragte, ob er mitfahren will. Er sagte Ja und stieg ein. Sein Name war Marcello. Wir fingen an uns zu unterhalten und wir fragten ihn: „Marcello, hast du aus der Predigt heute etwas für dich mitgenommen?“

Er sagte: „Nein. Ich habe nichts verstanden. Keine Ahnung, was der Prediger gesagt hat.“

„Konntest du gar nichts davon mitnehmen?“, fragte ich.

Er sagte: „Nein. Ich bin gekommen, um etwas zu hören, aber dort habe ich es nicht bekommen.“

Also begannen wir ihm von Jesus zu erzählen und ihm zu erklären, wie er sein Leben Jesus anvertrauen kann. Dann fragte ich ihn: „Marcello, würdest du gern beten und Jesus in dein Leben einladen?“

Er sagte: „O ja!“

Wir hielten am Straßenrand an, fassten uns bei den Händen und schlossen die Augen. Dann betete Marcello und vertraute Jesus sein Leben an. Kaum hatten wir das Gebet beendet, brach er in Tränen aus. Er konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen.

Ich habe viel über jenen Abend nachgedacht. Was Gott nicht alles tut, um Menschen zu erreichen, die sich nach ihm sehnen! Ein junger Mann hat solche Sehnsucht nach Gott und nach Antworten, dass er 25 Kilometer weit ins Bergland läuft, um etwas über Gott zu hören. Doch er konnte nichts für sich mitnehmen – und ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber Gott hatte mich innerlich dazu bewegt, zu der Veranstaltung zu gehen. Er hatte mich amerikanischen jungen Mann in diese Gegend in Mexiko gebracht und dafür gesorgt, dass ich nach der Veranstaltung noch bis zur entsprechenden Zeit blieb und dann auf dieser Straße zurückfuhr. Und normalerweise nehme ich keine Fremden mit, aber Marcello bot ich es an. Ich glaube, Gott hatte das alles genau so arrangiert, um Marcello zu erreichen, so wie er heute alles für Sie arrangiert hat. Wir dienen einem Gott, der sich hungrigen Herzen zuwendet.

Einmal bekam ich einen Brief, der mich sehr verblüffte. Ein Mann, der in einem Hochsicherheitsgefängnis saß, erzählte mir darin seine Geschichte. Zuvor war er in einem Gefängnis in Nordkalifornien gewesen, in dem nur die schlimmsten der allerschlimmsten Verbrecher einsitzen, in Pelican Bay. Nach Pelican Bay kommen nur die brutalsten Verbrecher unseres Landes.

Und der Häftling, der ein Gewaltverbrecher war, schrieb: „Meine Mutter war eine große Beterin. Sie schrieb mir oft Briefe und sie sagte immer, dass ich Gott suchen soll.“ Der Mann erzählte weiter: „Ich konnte nie schlafen. Jede Nacht hatte ich Träume, die voller Gewalt waren. Jedes Mal wenn ich einschlief, wurde ich von brutalen Szenen geplagt. Da begann ich über die Worte meiner Mutter nachzudenken und ich fing an mein Herz Gott zuzuwenden. Ich fragte ihn: Gott, wenn es Hoffnung für jemanden wie mich gibt, bist du da?“

Weiter schrieb er: „Eines Nachts hatte ich wieder einen solchen Traum und plötzlich erschien mir das Gesicht eines Mannes. Er sagte nichts, sondern schaute mich nur an und lächelte. Da kam Frieden über mich und ich hatte das Gefühl, dass es mit meinem Leben gut werden würde. Das geschah mehrmals. Wenn ich nachts schlief, sah ich immer den gleichen Mann in meinen Träumen. Er sagte nie etwas, sondern schaute mich einfach nur lächelnd an und ich hatte Frieden. Ich hatte nie wieder solche brutalen Träume.“ Am Ende kam er durch eine Reihe von Ereignissen aus diesem Superhochsicherheitsgefängnis in ein normales Hochsicherheits-gefängnis.

Und er schrieb: „Als ich in Pelican Bay war, hatte ich keinen Fernseher und konnte auch nie fernsehen, aber in dem neuen Gefängnis war das anders. Jedenfalls kam ich eines Tages in einen Aufenthaltsraum, wo einige Mithäftlinge saßen und fernschauten. Und dann bekam ich fast einen Herzinfarkt! Der Mann, den ich in meinen Träumen gesehen hatte, war im Fernsehen! Das waren Sie, Pastor Conley!“ Die Häftlinge schauten gerade eine Fernsehübertragung von einem Gottesdienst aus der Cottonwood-Gemeinde. Er schrieb: „Ich dachte, es haut mich um!“ Auf der Stelle vertraute er Jesus sein Leben an und dann änderte sich alles. Irgendwann wurde er aus der Haft entlassen und einige Zeit später besuchte er uns in unserer Gemeinde.

Manchmal fängt ein Mensch an, sich nach Gott zu sehnen, weil die Natur ihn berührt hat. In Römer 1 heißt es, die Natur ist eine Offenbarung Gottes. Wenn wir hinausgehen und die Natur anschauen – wenn wir im Meer schwimmen und sehen, was es dort alles gibt – wenn wir in die Berge gehen oder uns den Nachthimmel anschauen: Das alles ist nicht einfach zufällig da, sondern es zeugt von Gott. Vielleicht sagt dann jemand: „Wenn es einen Schöpfer gibt, dann will ich ihn kennenlernen.“ Vielleicht wurde jemand von den Gebeten seiner Mutter beeinflusst oder jemand hat aus lauter Verzweiflung Gott angerufen. Auf jeden Fall wird Gott Himmel und Erde in Bewegung setzen, um diesem Menschen die Wahrheit zu bringen.

Und wenn Sie sein Kind sind, wird er dann nicht umso schneller auf das Rufen Ihres Herzens antworten? Selbst wenn Sie momentan nur von Verzweiflung angetrieben sind, sollen Sie doch wissen, dass Gottes großes Vaterherz Ihnen gern helfen möchte. König David sagte: „In meiner Not rief ich zum Herrn und er hörte mich.“

Zweitens wünsche ich mir, dass Sie den Gott kennenlernen, der Leben im Überfluss gibt. Im Johannesevangelium Kapitel 10 zieht Jesus eine unauslöschliche Grenzlinie. Johannes 10,10:

„Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“

Unser Herr gibt uns Leben im Überfluss. Alles, was stiehlt, tötet und zerstört, ist das Werk des Feindes, nicht Gottes Werk. Doch viele Menschen verwechseln das. Sie beschuldigen Gott für alle schlechten Dinge, die geschehen. Jesus sagte, das ist das Werk des Diebes. Er selbst ist anders: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ Schlagen Sie bitte eben einmal Psalm 36 auf und wir lesen ab Vers 8. Möglicherweise hatte Jesus das Bild aus diesem Psalm. Psalm 36,8:

„Wie köstlich ist deine Gnade, Gott, und Menschenkinder bergen sich im Schatten deiner Flügel; sie laben sich am Fett deines Hauses, und mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie. Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht.“

Was für eine Sprache! Wer sich im Schatten seiner Flügel birgt, wird nicht nur ein wenig zufrieden, sondern bekommt alles im Überfluss. Er trinkt aus dem Strom von Gottes Freude. Bei Gott ist die Quelle des Lebens.

In den 1970er-Jahren hatte ich hier in der Gegend eine Bibelgruppe, es muss um 1978 gewesen sein. In diese Gruppe kamen viele verschiedene Menschen. Eines Abends kamen einige Oberschüler und Gott zeigte sich auf ungewöhnliche Weise. Alle im Raum wurden vom Heiligen Geiste erfüllt und redeten in anderen Sprachen. Der junge Mann neben mir, einer der Oberschüler, saß neben mir auf dem Kaminsims. Er hatte ein Glas Wasser in der Hand und als ich genau hinschaute, zitterte das Glas und Wasser schwappte heraus. Der junge Mann sah völlig verschreckt aus. Der Heilige Geist war buchstäblich durch den Raum gefegt. Es war wie in Apostelgeschichte 2.

Er stellte das Glas ab, stand wortlos auf und ging ins Badezimmer. Nach zehn Minuten öffnete sich die Tür plötzlich, er kam wieder aus dem Bad – und redete in einer anderen Sprache! Er hatte eine unfassbare Begegnung mit Gott und kam danach regelmäßig zu unserer Bibelgruppe. Später gründete er eine Band, die einigermaßen erfolgreich war, und mir fiel auf, dass er abzudriften begann. Er kam auch nicht mehr zur Bibelgruppe. Ich sah ihn noch öfter, aber je bekannter seine Band wurde, umso weniger Interesse hatte er scheinbar an einer Beziehung zu Gott.

Eines Tages sah ich ihn in seinem Kleinbus sitzen, der vor dem Haus seiner Freundin auf der Straße geparkt war und spürte einen Impuls von Gott. Also ging ich hin. Er hatte das Fenster heruntergekurbelt und ich sprach ihn an. Ich werde ihn mal „John“ nennen, obwohl er anders hieß. Ich sagte: „John, ich hatte gerade einen Impuls von Gott. Kann es sein, dass du Angst hast, dich Jesus Christus ganz anzuvertrauen? Denkst du, dass du dann keinen Spaß mehr im Leben hast und dass alles nur noch steril und ohne Freude und farblos ist? Das ist nicht wahr. Wenn du ganz für Jesus lebst, wird dein Leben ein Abenteuer sein.“ Aber „John“ sagte kein Wort. Er ließ nur den Kopf aufs Lenkrad sinken. Wahrscheinlich glaubte er mir nicht. Ich ging weg.

Es dauerte nicht lange, bis seine Band im ganzen Land sehr erfolgreich war. Hier in der Cottonwood-Gemeinde habe ich sogar einige Personen mit Tattoos des Bandnamens gesehen. „John“ wurde sehr erfolgreich und bekannt und verdiente eine Menge Geld – aber er wurde auch drogenabhängig, fing an zu trinken und suchte nur noch das Vergnügen. Das hinterließ natürlich Spuren. Was erst nach Freiheit und Freude aussah, war am Ende eine Falle und ein Stück Hölle auf Erden für ihn, und er stürzte total ab. Er hatte einer Lüge geglaubt. Der Feind verspricht Freiheit, Spaß und Abenteuer, aber am Ende ist alles nur leer, unbefriedigend und belastend.

Die gute Nachricht ist: Vor einigen Jahren traf ich meinen Freund wieder und er hatte nach einem sehr schweren Weg zu Jesus zurückgefunden. Aber bitte glauben Sie nicht dieselbe Lüge. Der Gott, dem wir dienen, ist der Gott des Lebens im Überfluss.

Ein anderer Freund von mir war heroinabhängig. Er und ich haben später bei vielen christlichen Projekten zusammengearbeitet, sind zusammen gereist und so weiter, doch bevor er Christ wurde, war er heroinabhängig. Er landete in einem christlichen Projekt für Teenager und war der einzige Neue dort. Einmal erzählte er mir: „Bayless, ich hatte früher ein ganz seltsames Bild im Kopf. Ich dachte immer, wenn ich je Gott mein Leben anvertraue, würde ich nur noch in einer schwarzen Kutte mit einer Kerze in der Hand endlose Gänge entlanglaufen und sinnlose Gesänge absolvieren. So ein Bild hatte ich vom Leben im Dienst für Gott: Kerze in der Hand, Kutte, endlose Gänge, sinnlose Gesänge.“ Aber in diesem Teenager-projekt, in dem er der einzige Neue war, gab es vor dem Abendessen immer eine Andacht. Der Gruppenleiter hielt seine Andacht und danach sagte er: „Ich habe den Eindruck, dass hier jemand im Raum ist, der Jesus sein Leben anvertrauen sollte.“ Mein Freund war der einzige Neue in der Gruppe. Alle anderen wussten, dass der Gruppenleiter nicht aufgeben würde, bis der Betreffende aufstehen, vorgehen und sein Leben Jesus anvertrauen würde. Und vorher würde es nichts zu essen geben. Also sagte der Platznachbar meines Freundes: „Nun steh schon auf und geh vor. Wir wollen essen.“

Er sagte: „Nein, ich geh nicht da vor!“

Der Gruppenleiter sprach weiter: „Es gibt hier jemanden … der Heilige Geist zeigt mir, dass eine Person hier ihr Leben Jesus anvertrauen soll.“

Mein Freund erzählte: „Mein Platznachbar knuffte mich und sagte: Nun geh schon vor! Ich sagte: Nein, mach ich nicht.“

So ging es noch ungefähr zehn Minuten weiter. „Hier im Raum ist eine Person … wir werden auf diese Person warten.“

Ein paar andere Teenager stießen ihn mit den Ellenbogen in die Rippen. „Jetzt geh doch vor!“

Schließlich gab er nach. Ziemlich wütend stand er auf und ging nach vorn.

Der Leiter sagte: „Bitte knie dich hin.“

Mein Freund erzählte, dass er unglaublich wütend war, aber als er sich hinkniete, wurde er plötzlich ernst. Er sagte: „Als ich am Boden kniete, war es mir ernst mit Gott.“ An dem Abend vertraute er Jesus sein Leben an und man legte ihm die Hände auf. Er wurde von einer jahrelangen Sucht befreit und schob sich nie wieder eine Nadel in den Arm. Und wissen Sie was? Sein Leben war alles andere als Kerzen und sinnlose Gesänge. Es war ein Leben voller internationaler Reisen, Abenteuer, erstaunlicher Menschen … es war nicht ohne Probleme, aber ein Leben voller Wunder, ein beneidenswertes Leben. Unglaublich, was Gott aus seinem Leben gemacht hat – Leben im Überfluss, Leben voller Freude, Abenteuer und Entdeckungen. Es war einfach ein staunenswertes Leben. Freunde, der Teufel ist ein Lügner. Wenn Sie sich ein kreatives Leben wünschen, dann treten Sie in Beziehung zum Schöpfer des Universums. Er ist es, der allem Leben einhaucht!

Drittens und letztens: Lernen Sie den Gott kennen, der Ihnen die Gnade schenkt, das zu genießen, wozu er Sie beruft. Gott lässt uns in seiner Gnade das genießen, wozu er uns beruft. Schlagen Sie einmal Psalm 33,13 auf:

„Der Herr blickt vom Himmel herab, er sieht alle Menschenkinder. Von der Stätte seines Thrones schaut er auf alle Bewohner der Erde; er, der ihnen allesamt das Herz gebildet hat, achtet auf alle ihre Werke.“

Gott sieht jeden Menschen auf der Erde gleichzeitig und er hat alle ihre Herzen erschaffen. „Er hat ihnen allesamt das Herz gebildet“, heißt es in unserer Bibelübersetzung. Er hat jeden Menschen individuell ausgestattet und sieht, was alle tun. Der Gedanke hier ist, dass unser Handeln, was wir mit unserem Leben anfangen, aus unserer individuellen Veranlagung kommen soll.

Als ich Christ wurde, erklärte ich meinen Bankrott. Ich war völlig am Ende, als Jesus mich rettete. Ich hatte riesige Drogenprobleme und in meinem Kopf herrschte ständig Lärm. Aber als Gott mir in den Weg trat, kapitulierte ich. Ich war am Ende. Es war mir gleich, mit wem ich mich dadurch identifizierte oder von wem es mich trennen würde, aber ich wollte mit Jesus gehen. Dann begann ich eine kleine Pfingstgemeinde zu besuchen. Die Musik war schrecklich und alle kamen mir mindestens 100 Jahre alt vor. Aber ich dachte: „Selbst wenn Christsein so ist, bin ich dabei. Wenn wir den Rest unseres Lebens Lieder singen müssen, die ich nicht verstehe und wir nur drei Akkorde spielen dürfen – D, A und G … ich bin dabei. Selbst wenn ich für immer auf eins und drei klatschen muss, bin ich dabei. Selbst wenn Christsein so ist, bin ich dabei.“ Ich dachte immer, Gott verlangt von mir alles, was ich eigentlich nicht tun will.

Eines Tages hörte ich Musik von einem Tonband, ich glaube von Terry und John Michael Talbot, den Talbot-Brüdern. Davor hatten sie eine Band namens „Mason Profit“. Heute sind sie Christen und singen von Jesus. Die Musik gefiel mir und ich dachte: „Moment mal, das ist zulässig? Das ist okay?“ Dann fing ich an, ein wenig umzudenken, aber ich hatte noch viele Jahre lang diese falsche Vorstellung von Gott im Kopf. Mein Herz hatte recht, aber mein Kopf lag falsch. Mein Herz sagte: „Gott, ganz gleich was du willst und wo du mich hinführst, ich bin dabei.“ Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Gott verlangt von uns Dinge, die unserer menschlichen Natur nicht gefallen. Das findet man sehr schnell heraus, wenn man sein Leben Jesus anvertraut. Er will, dass wir anderen von ihm erzählen und das kann uns sehr unangenehm sein. Gott unterstützt also unsere alte menschliche Natur nicht noch.

Aber mein falsches Gottesbild ging noch viel tiefer. In der Bibelschule schmiedete ich Pläne, in ein anderes Land zu gehen, obwohl Gott mir nichts darüber gesagt hatte. Ich wollte Gott einfach dienen und ich dachte mir, dass „man das so macht“. Also hatte ich schon Kontakt zu einem Missionswerk aufgenommen und finanzielle Vorkehrungen getroffen und plante, in dieses andere Land zu ziehen. Ehrlich gesagt wollte ich es nicht, aber für mich war das ein Zeichen dafür, dass ich es tun sollte. Ich dachte: „Wenn ich es überhaupt nicht will, dann ist es genau das, was Gott von mir möchte.“ Das war mein Gottesbild. Eines Tages bekam ich aber in der Bibelschule einen Anruf von der Frau eines Pastors. Ich hatte großen Respekt vor den beiden. Und sie sagte mir: „Bayless, ich soll dir von Gott ausrichten: Hör auf, deine Herzenswünsche zu ersticken. Sie kommen von Gott.“

Ich sagte: „Okay“ und bedankte mich, hatte aber keine Ahnung, was sie meinte.

Den nächsten Tag hatte ich frei; es war ein Sonnabend. Ich musste an dem Tag nicht arbeiten, also schnappte ich mir meine Bibel und ging in einen Park. Den ganzen Tag lang spazierte ich durch den Park und betete über das, was sie gesagt hatte. Ich weiß noch, wie ich auf einer Picknickbank saß und über ihre Worte nachdachte: „Hör auf, deine Herzenswünsche zu ersticken, die immer wieder hochkommen. Sie sind von Gott.“ Plötzlich hatte ich eine Erleuchtung. Ich hatte immer wieder den Wunsch, zurück nach Südkalifornien zu gehen und dort eine Gemeinde zu gründen. Und jedes Mal wenn dieser Wunsch hochkam, sagte ich: „Weiche von mir, Satan. Du wirst mich nicht in Versuchung führen. Ich will nach Kalifornien gehen; Kalifornien gefällt mir. Verschwinde, Teufel!“ Und damit unterdrückte ich diesen Wunsch. Aber es war mit meinem Wunsch wie mit manchen Kerzen, die sich einfach nicht ausblasen lassen: Er flammte immer wieder auf. Ich dachte, es sei eine Versuchung vom Teufel, weil ich wirklich gern wieder nach Kalifornien gehen wollte. Aber plötzlich veränderte sich grundlegend etwas in meinem Gottesbild. Ich sagte: „Gott, willst du, dass ich nach Kalifornien gehe? Weißt du nicht, dass es mir dort gefällt und dass dort so schönes Wetter ist?“ Und plötzlich wurde mir klar: Das, wozu Gott mich berufen hat, lässt er mich in seiner Gnade auch genießen.

Kommen Sie nun bitte nicht auf die Idee, dass mein Leben völlig problemfrei war – ganz und gar nicht! Manche Anfechtungen waren groß und zogen sich so lang hin, dass gar kein Ende in Sicht war. Aber wissen Sie was? Gott hat mir die ganze Zeit über seine Gnade geschenkt und hier zu sein passt mir so gut wie meine Lieblingsschuhe.

Ganz gleich wozu Gott Sie berufen hat und wo er Sie hinführt: Er hat Sie mit allem ausgestattet, was dafür nötig ist, und er will Ihnen die Gnade schenken, es zu genießen. An jenem Tag im Park änderte sich mein ganzes Leben und mein gesamtes Gottesbild. Ich wünsche mir, dass Sie Gott so kennenlernen, wie ich ihn kenne. Er ist der Gott, der auf die Sehnsucht von Menschen eingeht. Bei ihm ist Leben im Überfluss und er ist der Gott, der uns voller Gnade genießen lässt, wozu er uns berufen hat.

Wenn die Welt wüsste, wie unser Gott wirklich ist, würden die Menschen aus allen Himmelsrichtungen und von allen Inseln im Ozean kommen, unter dem Kreuz von Jesus Christus niederknien und ihm ihr Leben anvertrauen. Wenn Sie das noch nicht getan haben, dann tun Sie es heute – und erzählen Sie dann jemand anderem, wie wunderbar Jesus ist!

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