Ostern: Hoffnung für alle Leidenden – Harrison Conley

Lächelst du manchmal äußerlich, bist aber innenerlich tief verletzt? Es kann sehr anstrengend sein, mit den Anforderungen des Lebens Schritt zu halten, wenn man körperliche oder emotionale Schmerzen hat. Vielleicht fragst du dich, warum Gott dich warten lässt und wann er endlich eingreift?
Harrison Conley zeigt dir anhand des Verrats, des Leidens und der Auferstehung von Jesus an Ostern, welche Hoffnung Gott für jeden hat, der verletzt ist. Er stellt dir zwei entscheidende Schlüssel vor, wie Gott aus jeder schmerzhaften Zeit deines Lebens etwas Neues schafft.

Predigtmanuskript

Hallo, Freund! Wir freuen uns, dass Sie heute eingeschaltet haben. Ich möchte Ihnen einen der besten Prediger der Welt vorstellen. Damit meine ich nicht mich, sondern unseren ältesten Sohn Harrison. Er wird heute predigen. Gottes Hand liegt auf diesem jungen Mann. Und er hat wirklich etwas zu sagen. Seine Predigt hat mein Herz sehr gestärkt und ich bin sicher, dass sie auch Ihr Herz stärken wird. Wenn Sie gerade in Not sind, sperren Sie Ihre Ohren auf, öffnen Sie Ihr Herz und machen Sie sich bereit für Gottes Wort.

 

Frohe Ostern! Falls wir uns noch nicht kennen: Mein Name ist Harrison und es ist mir eine große Ehre, hier in der Cottonwood Church der Hauptpastor sein zu dürfen. Ich freue mich, dass wir uns heute als Familie versammelt haben, um unseren auferstandenen Herrn Jesus und seinen Sieg über Sünde, Hölle, Tod und Grab zu feiern.

 

Das ist das wichtigste Ereignis in der Geschichte der Menschheit. 2,3 Milliarden Menschen feiern an diesem Wochenende die Auferstehung von Jesus.

 

Es gibt so vieles, was man dazu sagen kann. Es gehört so vieles zu Ostern und zu dem, wofür es steht. Es gibt so viele verschiedene Wege und Perspektiven, die wir anschauen könnten.

 

  1. Korinther 15. Ich möchte Ihnen einige Verse des Apostels Paulus vorlesen. Der 1. Korintherbrief wurde übrigens an eine Gemeinde von Jesusnachfolgern in der griechischen Stadt Korinth geschrieben. Die Verse, die wir gleich lesen werden, sind ein Ausschnitt aus Paulus‘ erstem Brief an die Christen dort in Korinth. Er schrieb den Brief etwa 50 Jahre, nachdem Jesus auf der Erde gelebt, gestorben, begraben und auferstanden war.

 

Ich möchte Ihnen die ersten vier Verse aus Kapitel 15 vorlesen. Da heißt es in 1. Korinther 15, ab Vers 1:

 

„Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe …“

 

Mir gefällt es, wie direkt Paulus hier ist: „Ich habe euch das Evangelium verkündigt.“ Das Evangelium, das er verkündigt hat, ist die gute Nachricht. Und die gute Nachricht ist, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, dass der Weg zu Gott frei ist und dass keine Religion, keine Regeln und Gebote, keine bestimmte Rituale und keine Bußübung uns zu Gott bringen. Jesus hat den Weg zu Gott frei gemacht. Das ist das Evangelium, von dem Paulus hier spricht. Er schreibt in 1. Korinther 15,1-4:

 

„Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht, durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündigt habe, es sei denn, dass ihr vergeblich zum Glauben gekommen seid.

Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften.“

 

Danach nennt Paulus mehrere Augenzeugen, die den auferstandenen Jesus gesehen haben. Wenn all das nicht stimmen würde, wenn unser Glaube nicht echt und Jesus nicht auferstanden wäre, sagt er, wären wir die bedauernswertesten aller Menschen. Und dann schreibt Paulus in Vers 20 mit Nachdruck – ich liebe es! – „Aber er ist auferstanden.“ Wir dienen einem auferstandenen Retter.

 

Ich möchte mich heute nur auf die Verse 3-4 konzentrieren. Wir finden darin drei grundlegende Elemente unseres Glaubens – drei Elemente, die später Teil des Apostolischen Glaubensbekenntnisses werden sollten. Drei Elemente unseres Glaubens, die an den drei Ostertagen geschehen sind – dass Jesus nach der Schrift für unsere Schuld gestorben ist; dass er begraben wurde und dass er am dritten Tag wieder auferstanden ist.

 

Drei Ereignisse im Verlauf von drei Tagen: Am Freitag ist Jesus für unsere Schuld gestorben. Am Samstag lag er im Grab – er wurde begraben. Und der Sonntag ist der Auferstehungsmorgen. Am dritten Tag ist er auferstanden.

 

Ich möchte jeden dieser drei Tage und das Element anschauen, das dazugehört. Ich möchte mir einen Moment Zeit nehmen, es zu analysieren und zu überlegen, was das für uns bedeutet. Denn ich glaube, dass diese Tage uns etwas lehren können.

 

Also, erster Tag, erstes Element: Jesus ist nach der Schrift für unsere Schuld gestorben. Das geschah am Freitag. Ich möchte den Freitag den Tag des Schmerzes nennen. Der Freitag ist der Tag, an dem Jesus geschlagen und gegeißelt wurde und die Dornenkrone aufgesetzt bekam; es ist der Tag, an dem er die furchtbare Kreuzigung ertrug. Wir wissen, dass Nägel durch seine Hände und Füße getrieben wurden. Er erstickte dort am Kreuz. Seine Seite wurde von einem Schwert durchbohrt.

 

Kleine Randnotiz: Jesus hätte zu jedem Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit kommen können, um für unsere Schuld zu bezahlen. Aber er entschied sich, zu einer Zeit zu kommen, in der es die schlimmste und brutalste Todesstrafe gab. Und das war kein Zufall. Stellen Sie sich vor, Jesus wäre zu unserer Zeit gekommen. Dann hätte er durch eine Giftspritze für unsere Schuld bezahlt. Aber er kam, als die Todesstrafe am furchtbarsten war. Warum? Aus mehreren Gründen.

 

Erstens, um die Prophetien zu erfüllen, die mehrere hundert Jahre vor seinem Kommen in der Bibel aufgeschrieben worden waren. In Psalm 22 können Sie es lesen. In Jesaja 53 und 54, den großen Kapiteln der Erlösung, wird prophetisch vorhergesagt, dass eines Tages ein Retter kommen würde, um einen furchtbaren Tod zu sterben und die Schuld der Welt wegzunehmen. Jesus ist nach der Schrift für unsere Schuld gestorben.

 

Als Paulus das an die Korinther schrieb, meinte er damit nicht das Neue Testament. Das gab es damals noch nicht. Er bezog sich auf die Schriften des Alten Testaments. Jesus kam, ertrug die Schmerzen und starb, um die Prophezeiungen zu erfüllen. Aber er kam auch und ertrug die Schmerzen, damit er uns in unseren Schmerzenszeiten tragen und helfen kann.

 

Manche von Ihnen haben zwar Ihr schönstes Osterkleid an und lächeln, doch darunter leiden Sie Schmerzen. Bei manchen ist der Schmerz so groß, dass es für Sie schon ein enormer Sieg ist, dass Sie überhaupt hier sitzen und mir zuhören. Doch wie groß Ihr Schmerz sein mag oder wie Sie ihn bezeichnen oder definieren würden – es gibt einen, der Ihren Schmerz kennt. Es gibt einen, der Ihren Schmerz nachvollziehen kann. Es gibt einen, der diesen Schmerz selbst erlebt hat und der Ihnen hindurchhelfen kann. Sein Name ist Jesus. Und er ist nicht nur ein Mensch. Er ist Mensch und Gott. Er hat die verschiedensten Schmerzen ertragen, damit Sie und ich einen haben, auf den wir schauen können, wenn wir Schmerzen haben.

 

Er hat körperliche Schmerzen erlitten. Das waren die offensichtlicheren. Ich habe gerade Jesaja 53 erwähnt. In Jesaja 53,5 steht: „Jesus war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen“ – durch die Schläge, durch die Peitschenhiebe, die er auf sich nahm – „ist uns Heilung geworden.“

 

Jesus versteht unsere körperlichen Schmerzen. Und er bringt Heilung. Aber damit hört es noch nicht auf. Er kennt all unsere Schmerzen auf verschiedene Weisen.

 

Manche von Ihnen haben so starke körperliche Schmerzen und das schon so lange, dass der Schmerz auch in Ihre Seele gesickert ist. Jesus versteht auch diesen Schmerz, denn er hat nicht nur körperliche Schmerzen erlitten. Er hat auch emotionale Schmerzen ertragen müssen.

 

Manchmal haben wir dieses Bild im Kopf, dass die Menge Jesus anhimmelte und dass ihn alle liebten. Aber in der Bibel lesen wir etwas anderes. In Jesaja 53,3 steht, dass Jesus verachtet und von Menschen abgelehnt wurde. Er war ein Mann der Schmerzen. Überlegen Sie sich das einmal. Er kannte Kummer.

 

Jesus weiß, wie es ist, verspottet und ausgelacht zu werden. Jesus weiß, wie es ist, von denen verraten zu werden, die einem am nächsten stehen. Seine Freunde, seine Jünger, liefen davon, als er sie am meisten brauchte. Sie verleugneten und verrieten ihn.

 

Ich weiß, dass einige von Ihnen gerade Ihr Bestes tun, um ihr Osterlächeln aufzusetzen. Aber darunter kämpfen Sie mit Kummer und Depressionen.

 

Vielleicht fühlen Sie sich abgelehnt und verachtet. Vielleicht haben Sie große emotionale Schmerzen. Emotionaler Schmerz kann übrigens viel schlimmer sein als körperlicher Schmerz. Wenn das bei Ihnen so ist, dann sollen Sie wissen, dass es einen gibt, der es weiß und versteht. Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass niemand Sie sieht. Aber Jesus sieht Sie. In der Bibel steht, dass er denen nahe ist, die ein gebrochenes Herz haben und dass er ihre Wunden verbindet.

 

Ich weiß, dass einige von Ihnen durch ihre Familie verletzt worden sind. Jesus versteht auch das. Wir lesen in der Bibel, dass Jesus von seiner Familie nicht gerade unterstützt wurde. Sie dachten, er habe den Verstand verloren.

 

Sein Halbbruder Jakobus, der später den Jakobusbrief schrieb, glaubte erst nach Jesu Auferstehung, dass Jesus tatsächlich der war, der er sagte, dass er wäre. Wenn Sie also durch andere Menschen verletzt worden sind, dann sage ich Ihnen, dass es einen gibt, der es weiß und der das kennt. Es gibt einen, der voller Mitgefühl ist. Und es gibt einen, der Heilung schenken kann. Sein Name ist Jesus.

 

Warum hat er diesen Schmerz ertragen? Warum hat er den Freitag erlitten? Das hat er für Sie und für mich getan. Er hat es getan, damit wir Vergebung finden. In der Bibel steht, dass es ohne Blutvergießen keine Vergebung, kein Wegnehmen der Schuld gibt. Der Lohn der Sünde ist der Tod. Jesus nahm unsere Schuld auf sich. Er wurde zu unserer Sünde und nahm die Strafe auf sich – den Tod, den wir verdient haben – damit wir gerecht vor Gott stehen können und uns vergeben ist.

 

  1. Korinther 5,21:

 

„Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.“

 

Warum hat Jesus den Freitag durchgemacht? Warum hat er die Schmerzen für Sie und mich erlitten? Damit wir Vergebung bekommen. Aber auch, damit wir Heilung erfahren können. Er hätte nur sein Blut vergießen müssen. Aber er ließ auch zu, dass sein Körper zerbrochen wurde, damit Sie und ich Heilung erleben können. Er ließ sich eine Dornenkrone auf den Kopf setzen, damit Sie und ich inneren Frieden haben können.

 

Durch seine Wunden sind wir geheilt. Er hat all das durchgemacht, damit wir körperlich, emotional und in unseren Beziehungen geheilt und durch seinen Tod geistlich wiederhergestellt werden können.

 

Er hat den Schmerz des Freitags durchgemacht, damit Sie und ich an den schmerzerfüllten Freitagen unseres Lebens wissen können, dass wir nicht allein sind und dass es Hoffnung, Heilung und Rettung gibt – in Jesus.

 

Das ist der Freitag, der Tag des Schmerzes. Aber damit war es noch nicht zu Ende. Worum geht es am Samstag? Am Samstag lag Jesus im Grab. Er war begraben worden. Nennen wir den Samstag also den Tag der Verwirrung. Der Tag der Verwirrung. Was tun Sie, wenn Sie nicht wissen, was Sie tun sollen? Was tun Sie, wenn Ihre Pläne zunichte gemacht werden? Was tun Sie, wenn nichts so funktioniert, wie Sie gehofft hatten?

 

Ich stelle diese Fragen, weil es den Jüngern zu diesem Zeitpunkt in der Ostergeschichte genau so ging. Jesus war gestorben und lag nun im Grab. Für die Jünger war das Grab ein Bild der Endgültigkeit. Es war ein Bild der endgültigen Niederlage.

 

Sie dachten, alles wäre vorbei. Eigentlich komisch, denn sie wussten ja, dass Jesus Macht über den Tod hatte. Sie hatten mit eigenen Augen gesehen, wie er Menschen wieder auferweckt hatte. Wenn jemand aus dem Grab auferstehen konnte, dann war es Jesus. Er hatte ihnen auch gesagt, dass der Menschensohn verraten, gekreuzigt werden und sterben und am dritten Tag wieder auferstehen würde. Aber das hatten sie vergessen.

 

Genau das passiert an den Samstagen des Lebens. Das passiert in Zeiten der Verwirrung, wenn der Plan und die Zusage nicht so zu funktionieren scheinen, wie wir es gedacht hatten oder nicht dann, wann wir es erwartet hatten. Oft vergessen wir, dass Gott auch in diesen Momenten noch alles unter Kontrolle hat. Samstag ist der Tag der Verwirrung. Und diese Verwirrung erfasste die Jünger so sehr, dass viele von ihnen in alte Muster zurückfielen.

 

Simon Petrus sagte: „Ich gehe fischen.“ Die anderen Jünger sagten: „Wir kommen mit.“ Und mitten in der Verwirrung stahl sich auch der Zweifel in die Gleichung – und zwar so sehr, dass das Wort „Zweifel“ nun für immer mit dem Namen eines Jüngers verbunden ist. Thomas der Zweifler, nicht wahr?

 

Wenn wir ehrlich sind, beschränken sich Zweifel und Verwirrung nicht nur auf die Jünger Jesu. Wir kennen das auch.

 

Ich weiß, dass einige von Ihnen schon so lange Christ sind, dass die ganze Sache mit dem Glauben für Sie zur Routine geworden ist. Und zwar so sehr, dass Sie anfangen, sich zu fragen, ob all das überhaupt stimmt. Warum ist das so? Weil Sie im Samstag feststecken. Sie stecken im Tag der Verwirrung fest. Und viele von Ihnen sind schon sehr lange dort. Sie kennen Jesus. Sie lieben Jesus. Sie sind ihm begegnet. Aber aus irgendeinem Grund in Ihrem Leben sind Sie in Verwirrung geraten. Vielleicht hat etwas nicht funktioniert. Vielleicht haben Sie an eine Zusage geglaubt und an der Hoffnung festgehalten. Sie haben gewartet und gewartet. Und nun warten Sie schon eine lange Zeit. Vielleicht warten Sie auf körperliche Heilung. Sie haben in der Bibel gelesen und die Versprechen für sich in Anspruch genommen. Sie haben für sich beten lassen. Aber die Heilung ist einfach nicht eingetroffen. Und nun sind Sie verwirrt und fragen sich: „Was soll das?“

 

Manche von Ihnen beten schon seit langer Zeit. Sie warten darauf, dass Ihr auf Abwege geratenes Kind nach Hause kommt. Sie sind in den Riss getreten und haben die Hand ausgestreckt. Aber Ihr Kind scheint sich immer weiter von Gott und von Ihnen zu entfernen. Und Sie fragen sich: „Gott, was soll das? Das ergibt einfach keinen Sinn!“

 

Manche von Ihnen haben finanzielle Probleme. Sie haben dazu Bibelstellen nachgelesen und angefangen, den Zehnten zu geben. Doch jetzt sagen Sie: „Gott, ich verstehe es nicht. Nichts funktioniert. Ich habe meine Bewerbung abgeschickt, aber ich werde nicht angerufen.“ Sie sind es müde, zu warten. Sie sind verwirrt, denn hingezogene Hoffnung macht das Herz krank.

 

Und Sie sagen zu sich selbst: „Ich hatte gedacht, es würde anders werden. Ich habe gesehen, wie andere Durchbrüche erlebt haben. Ich habe gesehen, wie andere geheilt worden sind. Ich habe gesehen, wie die Gebete anderer erhört worden sind. Aber was ist mit mir?“

 

Was tun Sie, wenn es aussieht, als würde alles keinen Sinn ergeben?

 

Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht. Gehen wir einen Moment zum Alten Testament. Ich glaube, dass wir die Antwort dort finden. Schlagen Sie Psalm 103 auf, wenn Sie Ihre Bibel dabei haben. Es ist ein Psalm – ein Lied – von David.

 

Zu diesem Zeitpunkt war David ein alter Mann und blickte auf sein Leben zurück. Wenn Sie Davids Leben kennen, dann wissen Sie, dass David sich mit den Samstagen des Lebens auskennt. David weiß, wie es ist, wenn es im Leben verwirrend wird.

 

Schon früh in seinem Leben wurde er von der Schafweide geholt und zum nächsten König von Israel gesalbt. Sicher dachte er: „Das ist es. Jetzt habe ich mein Schicksal gefunden. Das ist Gottes Plan für mich.“ Aber was steht im nächsten Vers? Dass er wieder zu den Schafen zurückgeschickt wurde. Da denkt man doch: „Moment mal, Gott. Das macht den Plan kaputt. Ich bin gerade zum König gesalbt worden. Warum soll ich wieder zurück zu den Schafen?“

 

Wenn man in Davids Leben ein wenig vorspult, sehen wir ihn am Hof des amtierenden Königs Saul. David diente dem König mit ganzem Einsatz, nur um von Saul gejagt und verfolgt zu werden. Saul versuchte, ihn umzubringen. Viele Jahre lang war David auf der Flucht und Saul trachtete ihm nach dem Leben. Er lebte zeitweise in Höhlen. Da fragt man sich: „Gott, wo bist du in all dem? Ich habe etwas anderes erwartet als das hier!“

 

Ich bin mir sicher, dass David dachte: „Das ist einfach zu viel. Das habe ich nicht verdient.“ Immer wieder gab es in Davids Leben Zeiten der Verwirrung und des Wartens. Er wurde letztendlich König. Doch dann versuchte sein Sohn Absalom, den er liebte, den Thron an sich zu reißen. David wurde von Heerführern verraten. Sein Leben war ständig von Gewalt geprägt.

 

Ich sage Ihnen, David wusste so einiges über die Samstage im Leben und die Zeiten der Verwirrung.

 

Aber dann kommen wir zu Psalm 103, diesem wunderschönen Lied, das David schrieb. Er war alt und schaute auf sein Leben zurück. Ich möchte Ihnen zeigen, was er schreibt, denn darin entdecken wir, was uns an den Samstagen des Lebens und in Zeiten der Verwirrung hilft. Er sagt in Psalm 103,1-5:

 

„Preise den Herrn, meine Seele, ja, alles in mir lobe seinen heiligen Namen! Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Er vergibt dir all deine Schuld und heilt alle deine Krankheiten. Er rettet dich mitten aus Todesgefahr, krönt dich mit Güte und Erbarmen. Er gibt dir in deinem Leben viel Gutes – überreich bist du beschenkt! Wie sich bei einem Adler das Gefieder erneuert, so bekommst du immer wieder jugendliche Kraft.“

 

Sehen Sie, David hat viele Zeiten der Verwirrung erlebt. Er kennt die Samstage des Lebens. Er erinnert sich an all diese Zeiten und schreibt die Worte: „Preise den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ Und dann zählt er all das Gute auf. Damit zeigt er uns, was uns an den Samstagen des Lebens und in Zeiten der Verwirrung hilft.

 

Und zwar sind das diese beiden Dinge. Erstens: Lernen Sie, den Herrn zu preisen. Mit anderen Worten: Lernen Sie, ihn anzubeten und zu loben. Ich finde es so schön, wie David sagt: „Preise den Herrn, meine Seele.“ Er spricht zu sich selbst. Er lässt uns wissen, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen wir verwirrt sind und in denen es nicht einfach ist, Gott zu loben und zu preisen. Ich finde es großartig, wie er sich selbst ermahnt. Er sagt: „Preise den Herrn, meine Seele, ja, alles in mir lobe seinen heiligen Namen!“

 

Wenn wir Zeiten der Verwirrung erleben, ist manchmal das Beste, was wir tun können, uns selbst zu ermahnen und zu sagen: „Seele, steh auf und lobe den Herrn. Steh auf und preise Gott. Ich weiß, dass dir nicht danach ist. Ich weiß, dass du nicht mehr weiter weißt. Lobe trotzdem einfach den Herrn.“ Lernen Sie, Gott zu preisen.

 

Vielleicht denken Sie: „Wie mache ich das? Wie sieht Preisen aus?“ Und das ist das Zweite: indem wir nicht vergessen. Lernen Sie, sich zu erinnern. Was sagt David hier? Ich liebe die ersten drei Verse, denn sie passen wunderbar zu dem, worum es zu Ostern geht. „Preise den Herrn, meine Seele. Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Er vergibt dir all deine Schuld.“ Und wie vergibt er? Durch das Kreuz. Er starb für unsere Schuld nach der Schrift. „Er heilt alle meine Krankheiten.“ Wie tut er das? Durch die Wunden an seinem Körper. „Er rettet dich aus Todesgefahr.“ Wie tut er das? Durch seine Auferstehung.

 

Ich liebe es. Diese beiden Dinge sind miteinander verflochten. Wie preisen wir den Herrn? Indem wir nicht vergessen. Wenn ich mich an all das Gute und all die großartigen Dinge erinnere, die Gott in meinem Leben schon getan hat, dann fängt meine Seele an, Gott zu preisen. Das Lob strömt aus mir heraus. Und was geschieht, wenn wir Gott loben? Wenn wir uns daran erinnern, wer Gott wirklich ist, bekommen wir eine neue Sicht auf unser Leben. Uns wird bewusst, dass es trotz unserer Ratlosigkeit über all dem einen Gott gibt, der Rat weiß und der alles unter Kontrolle hat. Auch wenn ich nicht weiß, wohin ich gehe oder was ich tue – sein Arm ist nicht zu kurz, um mich zu erreichen und zu retten.

 

Dann können wir sagen: „Gott, auch wenn du nie wieder etwas Gutes in meinem Leben tun wirst, hast du trotzdem mein Lob verdient. Du bist trotzdem heilig und voller Liebe.“ Wenn Sie gerade an einem Samstag des Lebens stehen und Zeiten der Verwirrung erleben – lernen Sie, den Herrn zu preisen. Lernen Sie, sich an all das Gute von ihm zu erinnern. Denn was geschieht, wenn wir anfangen zu loben? Dann wohnt er darin. Er wohnt im Lob und in der Anbetung seiner Kinder. Seine Gegenwart erfüllt den Raum. Und in der Bibel steht, dass in seiner Gegenwart die Fülle der Freude ist.

 

Befinden Sie sich gerade an einem Freitag des Lebens? Es gibt keinen Schmerz, den Jesus nicht heilen oder verstehen kann. Befinden Sie sich gerade an einem Samstag des Lebens? Es gibt keine Verwirrung, in die Jesus nicht Frieden und Freude hineinbringen könnte.

 

Doch die Wahrheit ist: Sie müssen nicht dort bleiben. Wenn Sie gerade an einem Freitag sind, müssen Sie nicht dortbleiben. Wenn Sie an einem Samstag sind, müssen Sie nicht dortbleiben. Warum? Weil der Sonntag kommt. Und der Sonntag ist der Tag der Auferstehung.

 

In 1. Korinther 15 steht: „Er ist auferweckt worden am dritten Tag nach den Schriften.“ Der Sonntag ist der Tag der Auferstehung. Er ist der Tag, an dem sich alles verändert und an dem das Tote in unserem Leben lebendig wird.

 

Ich weiß, dass einige von Ihnen denken: „Ja, da wäre ich gern. Das würde ich gern erleben. Aber wie komme ich dahin?“ Die Auferstehung gibt es nur an einem Ort. Oder besser: Die Auferstehung gibt es nur bei einer Person – bei Jesus. Und das liebe ich an Jesus. Er bietet nicht einfach nur Auferstehung an. Er ist die Auferstehung und das Leben.

 

In Johannes 11,25 sagt Jesus:

 

„Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?“

 

Mein Ziel heute ist, dass Sie glauben können, dass Sie nicht an den Freitagen oder Samstagen des Lebens hängenbleiben müssen. Sie müssen nicht im Schmerz und der Verwirrung bleiben. Es gibt Hoffnung. Es gibt Rettung. Es gibt eine Auferstehung in Jesus.

 

Und bei der Auferstehung, die Jesus anbietet, geht es um Neubestimmung. Es ist großartig. Wenn wir uns die Ostergeschichte anschauen, wird uns klar, dass die Macht Gottes alles neu bestimmen kann. Er kann alles umkehren und zu seiner Ehre nutzen.

 

Sehen Sie das Kreuz? Es verkörperte einst Schmerz und Leiden. Doch durch die Auferstehung hat Gott es neu definiert. Heute ist das Kreuz das ultimative Zeichen für Heilung und Vergebung. Was ein Symbol für furchtbare Schande war, ist nun ein Zeichen der Rettung.

 

Das Grab war einst ein Symbol des Todes und der Zerstörung, der Verwirrung und der endgültigen Niederlage. Doch durch die Auferstehung ist das Grab leer. Und nun steht es für Hoffnung und Leben und den endgültigen Sieg.

 

Ich finde das so schön. Wenn Gott diese Dinge verändern und neu bestimmen kann, dann bedeutet das, dass er selbst in meinen chaotischsten Momenten, an den Freitagen und Samstagen des Lebens, alles zurechtrücken und umkehren und mein Leben retten kann. Und so kann ich mit dem Psalmisten sagen: „Preise den Herrn, meine Seele, ja, alles in mir lobe seinen heiligen Namen. Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Er vergibt dir all deine Schuld und heilt alle deine Krankheiten. Er rettet dich mitten aus Todesgefahr.“

 

Vielleicht gibt es hier Leute, die denken: „Harrison, stimmt das? Kann Jesus wirklich mein Leben verändern?“ Ja, das kann er. Er kann Ihr Leben verändern. Aber verlassen Sie sich nicht einfach auf mein Wort. Mit dem Risiko, dass es jetzt etwas chaotisch wird, möchte ich Sie fragen: Hat Jesus Ihr Leben verändert? Hat die Macht Gottes Ihr Leben neu bestimmt und Ihnen ein neues Ziel und Hoffnung geschenkt? Können Sie mit dem Psalmisten sagen: „Er hat mich aus dem Morast gezogen. Er hat meine Füße auf festen Grund gesetzt“? Wenn Sie das selbst erlebt haben, dann stehen Sie auf. Schauen wir uns um und sehen wir mit eigenen Augen, was Gottes Macht alles retten und zurechtbringen und neu bestimmen kann. Das ist die Macht Gottes!

 

Vielleicht ist das etwas gewagt, aber – wenn Sie Jesus noch nie Ihr Herz geöffnet haben, dann sehen Sie dies als vom Heiligen Geist, der sich um Sie bemüht. Gott liebt Sie. Er kennt Sie und möchte, dass Sie sein Kind werden. Glauben Sie in Ihrem Herzen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Bekennen Sie ihn mit Ihrem Mund als Ihren Herrn. Dann wird Gott Sie in eine Beziehung führen, die die Bibel Rettung nennt. Tun Sie es heute. Jesus will Ihr Leben verändern.

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