Wie begegnet man Spaltungen in der Gesellschaft? – Harrison Conley

Wir erleben in unserer Gesellschaft oft Spaltungen: politisch, ethisch, ethnisch … Vieles wird schnell so sehr aufgebauscht, dass wir nur noch das sehen, was uns trennt. Und daraus entstehen Konflikte, Unsicherheit … und sogar Gefahr. Aber die Antwort auf die gesellschaftlichen Nöte bleibt immer die gleiche. Sie heißt Jesus. Jesus ist gekommen, um zu versöhnen, uns mit Liebe und Hoffnung auszurüsten und der gefallenen Welt Heilung zu bringen. Entdecke, wie Gott uns heute gebrauchen will, um die Gesellschaft auf einen neuen Weg zu führen, der von Frieden geprägt ist.

Predigtmanuskript

Hallo, willkommen zu der heutigen Sendung. Heute haben wir etwas Besonderes für Sie: Mein Sohn Harrison wird predigen. Er wird über eine Geschichte sprechen, die ich schon Hunderte Male gelesen habe, aber die Gedanken und Prinzipien, die er daraus zieht, sind mir noch nie in den Sinn gekommen. Das hatte großen Einfluss auf unsere Gemeinde. Und ich glaube, dieses Wort ist nicht nur für unsere Gemeinde, sondern für unser ganzes Land. Und wo immer Sie auf dieser Welt sind, glaube ich, dass Sie etwas völlig Neues aus dieser Predigt mitnehmen werden. Lassen Sie uns jetzt Harrison Conley zuhören.

Lukas, Kapitel 7, wir beginnen mit Vers 1. Ich lese aus der King-James-Version der Bibel. Da heißt es:

Lukas 7:1-5
„Nachdem er [Jesus] aber alle seine Worte vor den Ohren des Volkes vollendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum. Eines Hauptmanns Knecht aber, der ihm wert war, war krank und lag im Sterben. Als er aber von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm und bat ihn, dass er komme und seinen Knecht gesund mache. Als diese aber zu Jesus hinkamen, baten sie ihn inständig und sprachen: Er ist würdig, dass du ihm dies gewährst, denn er liebt unsere Nation, und er selbst hat uns die Synagoge erbaut.“

Und dann Vers 6:

Lukas 7:6-10
„Jesus aber ging mit ihnen. Als er aber schon nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, sandte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Herr, bemühe dich nicht! Denn ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach trittst. Darum habe ich mich selbst auch nicht für würdig gehalten, zu dir zu kommen, sondern sprich ein Wort, und mein Diener wird gesund werden. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehlsgewalt steht, und ich habe Soldaten unter mir; und ich sage zu diesem: Geh hin!, und er geht; und zu einem anderen: Komm!, und er kommt; und zu meinem Sklaven: Tu dies!, und er tut es. Als aber Jesus dies hörte, wunderte er sich über ihn; und er wandte sich zu der Volksmenge, die ihm folgte, und sprach: Ich sage euch, selbst nicht in Israel habe ich so großen Glauben gefunden. Und als die Abgesandten in das Haus zurückkehrten, fanden sie den Knecht gesund.“

Das ist ein ganz erstaunlicher Abschnitt in der Bibel. Vielleicht kennen Sie ihn. Vielleicht haben Sie  ihn schon studiert oder eine Predigt darüber gehört. Ich möchte ihn heute aus einem Blickwinkel betrachten, der vielleicht etwas ungewöhnlich ist. Während ich ihn die letzten Wochen immer wieder gelesen, mir Notizen dazu gemacht, darüber gebetet und versucht habe, das Herz Gottes darin zu finden, habe ich ihn aus dem Blickwinkel der körperlichen Heilung betrachtet. Aber kürzlich ist in unserem Land etwas passiert. Wir haben einen neuen Präsidenten gewählt und als ich am nächsten Morgen aufstand und den Abschnitt nochmals las, spürte ich, wie der Heilige Geist meine Sichtweise veränderte. Plötzlich las ich die Verse nicht mehr durch die Linse der körperlichen Heilung, sondern durch die Linse der gesellschaftlichen Heilung. Und das ist es, worüber ich heute sprechen möchte. Gesellschaftliche Heilung. Wenn Sie sich Notizen machen, können Sie sich als Überschrift „Wie begegnet man Spaltungen in der Gesellschaft?“ notieren.

Lassen Sie uns die beiden Hauptcharaktere in unserer Geschichte ansehen. Da ist der Hauptmann. Sein Diener ist krank. Da sind die Ältesten, die für ihn zu Jesus gehen. Aber wenn wir den historischen Kontext des ersten Jahrhunderts betrachten, sehen wir, dass die damalige Gesellschaft unglaublich gespalten war, sei es im Hinblick auf die Abstammung, die Religion, die Ideologie sowie die moralischen und ethischen Strukturen der Menschen.

 

Betrachten wir uns jetzt den Hauptmann etwas genauer. Er war Römer. Er war Heide. Er war Soldat von Beruf. Er gehörte der Armee an, die in Israel einmarschierte. Er stellte Israel unter das Kriegsgesetz. Und im Hinblick auf die herrschende Politik war er Teil einer Diktatur. Caesar war sein König. Betrachtet man den religiösen Aspekt, war er polytheistisch. Er betete mehrere Götter an, wie es in der römischen Kultur üblich war. Und was die moralischen und ethischen Strukturen anging, gehörte er der Strömung des Hedonismus an. Dabei geht es nur um das eigene Vergnügen. Was sich für mich gut anfühlt, ist in meinen Augen richtig.

Sehen wir uns jetzt die andere Seite des gesellschaftlichen Spektrums an. Diese Ältesten waren Juden. Und was für einen Beruf hatten sie? Sie waren religiöse Arbeiter. Wenn wir uns ihre politische Struktur betrachten, sehen wir, dass sie Teil einer Monarchie waren. In den geschichtlichen Aufzeichnungen und in der Bibel lesen wir, dass Herodes zu dieser Zeit König war. Was ihre religiöse Seite angeht, waren sie monotheistisch. Sie hatten einen Gott, den wahren Gott, Jahwe. Ihre moralischen und ethischen Strukturen basierten auf den Zehn Geboten. Dazu kamen die 603 Gesetze des Alten Testaments. Diese Welt war komplett gespalten. Das müssen wir im Hinterkopf behalten, wenn wir uns die Geschichte ansehen. In dieser Gesellschaft gab es unglaubliche Spannungen. Es herrschte große Unruhe. Von der jüdischen Seite kamen Eiferer auf die römische Seite und versuchten die Soldaten zu töten. Gleichzeitig richteten die römischen Soldaten jüdische Rebellen und Eiferer öffentlich hin. Deshalb muss man sich, wenn man die Geschichte liest, unwillkürlich fragen: „Warum gingen die Ältesten für den Hauptmann zu Jesus? Warum sagten sie, er sei ein guter Mann und baten Jesus ihn zu helfen?“

Hier müssen wir zwischen den Zeilen lesen. Die jüdischen Leiter mochten diesen Mann nicht. Sie wollten ihn dort nicht haben, aber sie wussten, dass er das kleinere Übel war. Sie versuchten die Situation zu beruhigen und ihn bei Laune zu halten. Er hatte ein paar gute Dinge getan. Er hatte ihnen erlaubt, eine Synagoge zu bauen und sie nicht allzu sehr unterdrückt und so sagten sie sich: „Lasst uns Jesus für ihn um Hilfe bitten, damit alles bleibt, wie es ist. Wenn er zornig wird, wird er uns vielleicht nicht mehr so gut behandeln oder er wird durch einen anderen ersetzt werden, und der wird womöglich noch schlimmer sein.“

Sehen wir uns das Motiv des Hauptmanns an. Er hatte einige gute Dinge getan. Er hatte ihnen erlaubt, eine Synagoge zu bauen. Er war ein kluger Leiter. Er versuchte den Frieden zu wahren. Dennoch war und blieb er das Instrument der Unterdrückung Israels. Wir haben also zwei Charaktere oder Gruppen von Menschen auf einander entgegengesetzten Seiten des rassischen, religiösen und politischen Spektrums, aber in dieser Geschichte werden ihre gesellschaftlichen Differenzen beiseite geschoben und sie endet mit einer Heilung.

Was bringt diese beiden Gruppen zusammen? Jesus. Jesus.

Und wenn wir uns das gesellschaftliche Umfeld in dem historischen Kontext ansehen und es unserer heutigen gesellschaftlichen Realität gegenüberstellen, fällt mir auf, wie ähnlich es der Spaltung und der Uneinigkeit ist, die heute in der Gesellschaft unseres Landes herrscht. Die Kluft zwischen den rassischen, religiösen, politischen und moralischen Anschauungen scheint größer und unüberwindbarer zu sein als es je der Fall war. Unsere heutige Gesellschaft ist von Spaltung und Teilung geprägt, aber ich glaube, dass dieselbe Antwort und derselbe Handlungsträger, der in unserem Text die Heilung bewirkt hat, auch in unsere heutige Realität Heilung bringen wird. Jesus. Und der Gedanke, den ich mit Ihnen teilen möchte, ist: Wenn Jesus Menschen, die auf den entgegengesetzten Seiten des gesellschaftlichen Spektrums stehen, zusammenbringt, muss auch ich Menschen zusammenbringen. Und ich muss der Gesellschaft Heilung bringen. Die Frage ist nun: Wie mache ich das? Was sehen wir Jesus in diesem Abschnitt tun, das wir uns zum Vorbild nehmen und in unserem Leben umsetzen können? Ich glaube, in dieser Frage steckt ein wichtiges Detail. Was können wir davon in unserem Leben umsetzen? Wir müssen uns klarmachen, dass alles mit persönlicher Verantwortung beginnt. Ich trage die Verantwortung und ich muss ihr gerecht werden. Die Voraussetzung ist, dass Jesus in mir lebt und weil er das tut, repräsentiere ich ihn in meiner Welt, in meinem Einflussbereich, und ich bin dazu berufen, überall wo ich hingehe, Frieden zu stiften.

Während der letzten Monate, in denen es in unserem Land zu vermehrten Spannungen gekommen ist, habe ich viele Prediger sagen hören: „Die Menschen müssen das Evangelium hören.“ Und das ist wahr. Mein Gott, das ist wahr. Die Menschen müssen das Evangelium hören. Ohne das Evangelium kann es keine Veränderung geben, aber um diese Veränderung herbeizuführen, braucht es Christen, die persönliche Verantwortung übernehmen; die die Botschaft des Evangeliums nicht nur hören, sondern auch predigen und leben. Deshalb sagte Jakobus, dass wir nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes Gottes sein sollen. Wir müssen verstehen, dass das mit uns beginnt. Wir müssen sein, was der Apostel Paulus Gesandte Christi nannte.

Bitte schlagen Sie jetzt 2. Korinther, Kapitel 5 in Ihrer Bibel auf. 2. Korinther, das fünfte Kapitel. Wir sehen uns jetzt die Idee von Paulus, dass wir Gesandte von Jesus sein sollen, genauer an. Wir beginnen mit Vers 17. 2. Korinther 5:17. Paulus sagt:

2. Korinther 5:17
„Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung. Und wenn Sie in Christus sind, gelten die nächsten paar Verse uneingeschränkt für Sie, deshalb sollten Sie jetzt gut aufpassen.

2. Korinther 5:18
„Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, nämlich dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat. So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“

Lassen Sie uns nun also das ganze Bild ansehen. Wir wurden durch Jesus mit Gott versöhnt, was bedeutet, dass es zwischen Gott und uns einmal einen Bruch gab. Wir waren von ihm getrennt. Aber Paulus sagt, in Jesus wurden wir mit Gott versöhnt und unsere Beziehung wurde wiederhergestellt. Und das hat zur Folge, dass wir für die Welt um uns herum zu Gesandten, zu einem Spiegelbild oder einem Vertreter von Jesus werden. Und die Gabe der Versöhnung wurde an uns weitergegeben. Jetzt haben wir die Aufgabe zu versöhnen und wir sind verantwortlich dafür, in der Gesellschaft um uns herum auf Versöhnung hinzuwirken. Das Wort Versöhnung ist interessant. In der ursprünglichen Sprache bedeutet es, jemanden für Freundlichkeit gewinnen; etwas in Harmonie, in Ganzheit, Fülle oder seinen ursprünglichen Zweck zurückführen. Und wenn wir in unsere Welt, in unsere Gesellschaft hinausgehen, sollen wir das als Vertreter von Jesus tun und wenn die Menschen Jesus in uns sehen, können wir dazu beitragen, dass wieder Harmonie herrscht und Beziehungen wiederhergestellt werden. Und letztendlich können wir den Menschen von der Liebe des Vaters erzählen und ihnen helfen, untereinander und mit Gott Frieden zu schließen. Das ist der Dienst der Versöhnung. Ergibt das einen Sinn?

Nun zurück zu der ursprünglichen Frage. Jesus brachte die Menschen zusammen und wenn ich nun weiß, dass ich die persönliche Verantwortung habe, ein Gesandter Christi zu sein, der die Aufgabe hat, die Menschen zu versöhnen, stellt sich die Frage: Was kann ich aus dem Beispiel, das Jesus uns in diesem Text gab, lernen? Was kann ich davon ganz praktisch in meinem Leben umsetzen, das zu Einheit in der Gesellschaft beiträgt? Das sind viele Gedanken, aber wir wollen uns jetzt auf zwei davon beschränken. Mir ist klar, dass das kein Thema ist, das in einer Woche ausreichend behandelt und beleuchtet werden kann. Es ist keine perfekte Botschaft, aber ich glaube, wenn wir dem Beispiel von Jesus folgen und es so einfach wie möglich in unserem Leben umsetzen, ist das ein sehr guter Anfang.

Gut, Nummer eins. Ich nenne diesen Punkt einfach: Schließen Sie sich den Menschen an. In unserem Text kamen die Ältesten zu Jesus und baten ihn, dem Hauptmann zu helfen. Und dann lesen wir in Vers 6 eine ganz schlichte Aussage. Da heißt es: „Jesus aber ging mit ihnen.“ Vielleicht wollen Sie das in Ihrer Bibel unterstreichen. Das ist ein einfacher Satz und wenn wir nicht aufpassen, gehen wir vielleicht zu schnell darüber hinweg. Beachten Sie, was er tat: Er ging mit ihnen.

Das ist eines der Dinge in den Evangelien, die ich an Jesus absolut bewundere. Er fürchtete sich nicht davor, sich den Menschen anzuschließen. Er fürchtete sich nicht davor, mit Menschen zu leben oder ihr Leben zu berühren, ganz gleich welchen gesellschaftlichen Rang sie hatten. In einem Text lesen wir, dass er mit der religiösen Elite speist und im nächsten Abschnitt ruft er einen Zöllner von einem Baum herunter und sagt: „Ich werde heute Abend dein Gast sein.“ Später, in Lukas, Kapitel 7, lesen wir dann, wie Jesus der Freund der Sünder und Weinsäufer genannt wurde und er sich mit Prostituierten und anderen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden, abgab. In Johannes 4 sprach er an einem samaritischen Brunnen mit einer heidnischen Frau, die für ihre zweifelhafte Moral bekannt war und die Jünger fragten ihn: „Jesus, was passiert hier? Warum redest du mit ihr und warum sind wir hier?“

Die Jünger waren selbst ein zusammengewürfelter Haufen. Sie waren eine Gruppe von halbwüchsigen religiösen Außenseitern und selbst unter sich hatten sie politische Feinde. Da waren Matthäus der Zöllner und Simon der Eiferer, die sich ständig wegen ihrer unterschiedlichen Weltanschauung in den Haaren lagen, aber Jesus setzte sich über alle gesellschaftlichen Klischees hinweg. Er freundete sich mit allen möglichen Menschen an und verbrachte Zeit mit ihnen. Bestimmt wäre Er heute sogar ab und an mit Steeler- und Clipperfans zusammen. So gut ist unser Gott.

Jesus berührte das Leben von Menschen, die anders aussahen, handelten und dachten als Er. Er sah über gesellschaftliche Unterschiede hinweg und brachte den Menschen Wertschätzung entgegen. Gott schenkt Seine Liebe nicht nur auserwählten Menschen. Er hat keine Lieblinge. Er sieht über gesellschaftliche Ränge und Titel hinweg und es ist Ihm egal, ob jemand Demokrat oder Republikaner ist. Er liebt die Menschen. Und ich glaube, daraus können wir etwas lernen. Ich kann etwas daraus lernen.

Was bedeutet es nun praktisch, sich den Menschen anzuschließen? Was lernen wir aus dem Beispiel von Jesus? Ich glaube, es beginnt damit, dass wir die Priorität, die wir unserer Meinung und unseren Kommentaren im Hinblick auf die Gesellschaft einräumen, überdenken. Es ist wichtig, eine Meinung zu haben und wir sollten darüber informiert sein, was auf der Welt und in unserer Gesellschaft passiert. Wir sollten mit den Menschen reden, denen wir vertrauen. Ich glaube, wir sollten auf unsere Knie gehen, Gott um Seine Weisheit bitten und uns dann unsere Meinung bilden. In dem Moment, in dem wir unseren gesellschaftlichen Prägungen einen höheren Wert beimessen und zulassen, dass unsere persönliche Meinung und Vorlieben uns davon abhalten, uns Menschen anzuschließen, die anders aussehen, handeln und denken als wir, haben wir das Ziel verfehlt. Er ging mit ihnen. Jesus genoss nicht das gesellschaftliche Ansehen der jüdischen Ältesten. Er hatte nicht dieselben Ansichten über Gott oder das Gesetz wie sie, aber Er ging trotzdem mit ihnen. Er hatte auch nicht annähernd den gesellschaftlichen Rang des Hauptmanns, aber trotzdem half Er ihm und genauso sollten auch wir als Gesandte von Jesus, die die Aufgabe der Versöhnung haben, über Einstellungen, Taten und Status hinweg auf die Menschen sehen.

Wir wollen uns jetzt ansehen, was der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus schrieb, die übrigens die am buntesten gemischte Gemeinde im Neuen Testament war. Epheser, Kapitel 4. Sie können auf der Leinwand mitlesen. Sehen wir uns zunächst einmal die ersten paar Verse an. Epheser 4, wir beginnen mit Vers 1. Er sagt:

Epheser 4:1
„Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid…“ Und Vers 2:

Epheser 4:2
„… mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens…“

Beachten Sie die Formulierung „einander in Liebe ertragend, befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens“. Der Satz „einander ertragend“ bedeutet in der ursprünglichen Sprache, mit jemandem, der eine andere Meinung hat und anders handelt als man selbst, geduldig zu sein. Und im Griechischen schwingt hier auch eine Tat mit und wissen Sie welche? Zuhören. Nicht diskutieren. Nicht der Versuch jemanden zu überzeugen und ihn auf Ihre Seite zu ziehen, damit er die Welt so sieht wie Sie. Es geht um das Zuhören; darum, langsam zum Reden und schnell zum Hören zu sein. Es geht darum zu verstehen, dass niemand das Leben oder gesellschaftliche Themen vollständig erfassen kann. Und deshalb lautet sein Rat, dass wir einander ertragen und geduldig miteinander sein sollen. Lassen Sie uns das Beste voneinander glauben und wenn unsere Weltanschauungen in Konflikt geraten, lassen Sie uns versuchen einander zu verstehen; lassen Sie uns zusammen in der Bibel lesen und beten und in unserer Erkenntnis von Christus wachsen.

Das ist nicht immer einfach. Es erfordert Reife. Und ich glaube, in diesem Prozess ist es wichtig, dass wir verstehen, dass die Liebe nicht immer in Einigkeit enden muss. In dem Moment, wo wir Einigkeit mit Liebe gleichsetzen, wird es schwierig. Mein Schwager und ich haben eine völlig unterschiedliche Weltanschauung, aber wissen Sie was? Ich liebe ihn. Mir gefällt nicht alles, was ihm gefällt, aber wenn er Hilfe braucht, würde ich sofort alles stehen und liegen lassen, weil ich ihn liebe. Einigkeit und Liebe bedeuten nicht immer dasselbe. Wir müssen verstehen, dass Liebe nicht immer in Einigkeit endet. Was tun wir nun also? Wir kontrollieren, was wir kontrollieren können. Wir behüten unser Herz. Wir glauben das Beste von der anderen Person. Und wir bemühen uns in der Liebe zu leben. Denn das ist es, was es bedeutet, sich anderen anzuschließen.

Nummer zwei. Der zweite Gedanke, den wir aus diesem Abschnitt lernen und in unserem Leben umsetzen können, lautet: Machen Sie sich klar, welche Kraft Worte haben. Machen Sie sich klar, welche Kraft Worte haben.

Wenn wir in unserem Text weiter lesen, sehen wir in den Versen 6 bis 10 diese unglaubliche Unterhaltung zwischen Jesus und dem Hauptmann. Der Hauptmann schickte ein paar Freunde und sie traten für ihn ein. Und er sagte zu Jesus: „Sprich ein Wort und mein Diener wird gesund werden.“ Und als die Freunde des Hauptmanns in sein Haus zurückkehrten, sahen sie, dass der Kranke gesund geworden war. Aber der Punkt ist: Der Hauptmann wusste um die Kraft der Worte.

Wenn Worte genug Kraft haben, um körperliche Heilung herbeizuführen, haben sie vielleicht auch genug Kraft, um die Gesellschaft zu heilen. Sehen wir uns Vers 9 an. Jesus sagte: „Selbst nicht in Israel habe ich so großen Glauben gefunden.“ Die einzigen Worte von Jesus, die in diesem Text dokumentiert wurden, waren also Worte, die das Gute in dem Mann, der das Instrument der Unterdrückung Israels war, hervorhoben. Ist Ihnen das aufgefallen? Jesus sagte nicht einmal die Worte: „Sei geheilt“, die schon allein eine ganze Predigt über Gottes unbegrenzte Kraft füllen würden. Die einzigen Worte von Jesus, die in dem ganzen Abschnitt dokumentiert wurden, heben das Gute in dem Mann hervor, der gegen Israel kämpfte.

Was können wir daraus lernen? Wir können lernen, ein Gesandter Christi zu sein, jemand zu sein, der in unsere Gesellschaft und unseren Einflussbereich Versöhnung bringt, und das bedeutet, dass unsere Worte das Gute in jenen hervorheben, die anders handeln, aussehen und denken als wir. Jeder kann negativ sein. Es ist sehr einfach zu kritisieren. Denken Sie nur an die letzten Wahlen. Mein Gott, das hat mich zermürbt. Die Rhetorik und die Aussagen beider Seiten und dazu noch die Medien haben mich fast krank gemacht. Der einzige Teil der ganzen Wahlen, der mir gefallen hat, war der Teil in der zweiten Debatte, wo der Moderator die Kandidaten aufforderte, eine gute Sache über den anderen Kandidaten zu sagen.

Römer, Kapitel 13. Wir lesen, was Paulus in Vers 8 sagte. Sie sehen den Vers auf der Leinwand. Er sagte: „Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben!“ Und nur zwei Verse später, in Vers 10, sagte er:

Römer 13:10
„Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.“

Und ich bin davon überzeugt, dass wir den Menschen die Liebe Gottes vor allem anderen durch unsere Worte zeigen. Paulus sagt: „Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben!“ Das Wort lieben steht in der ursprünglichen Sprache in der Verlaufsform. Es bedeutet lieben und anhaltend lieben. Und dann ein wenig mehr lieben, auch wenn man das Gefühl hat, dass man es nicht kann. Es bedeutet lieben, lieben, lieben und niemals damit aufzuhören. Unsere Liebe muss andauern. Und Paulus sagte in Römer 13:10: „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.“ Ich will nicht, dass meine Worte verdammen. Wenn Gott die Welt hätte verdammen wollen, hätte Er einen Richter gesandt. Aber Er wollte die Welt retten und so sandte Er einen Retter, Seinen Sohn. „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.“ Wir lieben die Menschen durch unsere Worte. Man sollte uns daran erkennen, was wir befürworten und nicht daran, was wir ablehnen. Wenn wir aussprechen, was wir ablehnen, verletzt das andere. Wie oft haben wir andere schon unabsichtlich durch unsere Worte verletzt? Ich bin ein Gesandter Christi und ich versuche nicht Teilung oder Spaltung herbeizuführen. Ich versuche zu bauen. Ich versuche Worte zu sprechen, die die Menschen auferbauen und Einheit bewirken. Ich möchte den Menschen mit meinen Worten Liebe geben. Ich möchte wie Jesus sein. Und auch wenn es schwer ist, möchte ich in jenen, die anders handeln, aussehen und denken als ich, das Gute hervorheben. Ich will die Kraft meiner Worte verstehen und sie gebrauchen, um der Gesellschaft einen neuen Kurs zu geben, der von Einheit und Versöhnung geprägt ist. Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen wieder Frieden mit Gott und untereinander haben.

Ich finde, das war eine großartige Predigt. Und unsere Gemeinde ist in einer Zeit großer Bewegung und großer Einheit. Und alles, was ich sagen kann, ist: „Danke, Jesus!“ Denn das ist ein Werk von Gottes Geist. Ja, wir tun unser Bestes, um mit Ihm zusammenzuarbeiten. Aber es ist ein Werk Gottes. Die Einheit und die anderen Prinzipien, über die Harrison gesprochen hat, sind so wichtig. Aber am wichtigsten ist, dass Sie mit Gott einig sind. Und wenn Sie Seinen einen und einzigen Weg der Erlösung, Seinen Sohn Jesus, noch nie angenommen haben, öffnen Sie Ihm heute Ihr Herz. Bekennen Sie Ihn als Herrn. Sie werden es nie bereuen.

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