Wie gehe ich als Christ mit Politik und Kultur um? – Harrison Conley

Wir leben in einer Welt voller Konflikte und Lieblosigkeit. Fragst du dich angesichts all der kulturellen und politischen Turbulenzen auch: Wohin kann ich mich wenden? Wem kann ich vertrauen? Wie soll ich leben? Harrison Conley teilt mit dir einen weisen Rat von Paulus und zeigt, was die Bibel über Politik, die Regierung und die Gesellschaft sagt.

Predigtmanuskript

Herzlich willkommen zu unserer heutigen ganz besonderen Sendung. Unser Sohn Harrison hat an dem Wochenende die Predigt gehalten und zwar zu einem Thema, das hier in den USA etwas heikel ist. Genau genommen ist es wohl weltweit etwas heikel. Doch Harrison hat das Thema mit Weisheit und Respekt in Angriff genommen, ohne Kompromisse bezüglich der Wahrheit einzugehen. Er hat darüber gesprochen, wie Christen mit Politik und Kultur umgehen sollten. Ich bin mir sicher, dass Sie von dieser Predigt profitieren werden. Wenn Sie Gottes Wort lieben, wird die Botschaft Sie bestimmt ansprechen, unabhängig von Ihrer politischen Haltung. Hören wir, was Harrison zu sagen hat. Wenn Sie eine Bibel bei der Hand haben, wir lesen Römer 13, ab Vers 1: Paulus schreibt: Römer 13:1-5 „Jede Seele (das heißt Sie und ich) unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten! Denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. Wer sich daher der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen. Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; denn sie (also die Obrigkeit) ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut. Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen.“ Wenn Sie einen Stift haben, streichen Sie sich diese drei Worte an: „des Gewissens wegen“. Darauf kommen wir noch zurück. Vers 6: Römer 13:6-7 „Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern (falls Sie Zweifel daran hatten, hier steht es!); denn es sind Gottes Diener, die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind. Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid: die Steuer, dem die Steuer; den Zoll, dem der Zoll; die Furcht (damit ist Respekt gemeint), dem die Furcht; die Ehre, dem die Ehre gebührt.“ Markieren Sie sich diese Stelle. Wir werden auf diese Verse zurückkommen und dann auch gleich noch weiterlesen. Aber schauen wir noch einmal in Vers 1. Paulus sagt: „Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten!“ Für das Wort „unterwerfen“ kann man auch „unterordnen“ einsetzen. Jeder soll sich unterordnen. Unterordnung heißt, sich freiwillig unter die Autorität eines anderen zu stellen. Gleich ganz am Anfang in Vers 1 werden wir aufgefordert, in dieser inneren Haltung der Unterordnung zu leben. Doch wenn ich weiterlese, stellt sich mir die Frage: Warum? Warum muss ich mich unterordnen? Gott hat mich doch als unabhängiges Individuum erschaffen! Er hat mich mit einem Gehirn erschaffen und ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen. Ich kann Gottes Wort lesen und es selbst verstehen. Warum muss ich mich der Autorität eines anderen unterordnen? Paulus zeigt drei Antworten auf, drei Gründe. Ich möchte sie kurz nennen. Erstens: Wir sollen uns unterordnen, weil es richtig ist. In Vers 1 und 2 erinnert Paulus uns nachdrücklich daran, dass Gott der Schöpfer und Erfinder des Staates ist. Am Ende von Vers 1 sagt Paulus, dass die bestehende staatliche Macht von Gott verordnet ist. „Verordnet“, das ist das Wort, das er gebraucht. Im Griechischen bedeutet dieses „von Gott verordnet“, dass Gott die staatliche Macht begründet, aufgestellt, eingesetzt oder bestimmt hat. Ehrlich gesagt, fällt mir Unterordnung nicht leicht - selbst mit diesem Verständnis, dass Gott ein Gott der Ordnung ist und die Staatsmacht eingesetzt hat, der ich mich unterordnen soll. Mir fällt das nicht leicht und Ihnen vielleicht auch nicht. Vielleicht liegt uns das ja in den Genen. Und ich habe wirklich Angst, dass ich mein Problem mit der Unterordnung genetisch an meine Kinder weitergegeben habe. Genauso bei meiner Frau, die auch manchmal ein Problem mit der Unterordnung hat. Wir sind zwei sehr eigensinnige Menschen und haben diesen Eigensinn an unsere Kinder weitergegeben. Und jetzt sind sie riesige verrückte Sturköpfe. Wer von Ihnen hat Kinder? Sie wissen, wovon ich rede, oder? Im Moment habe ich einen Achtjährigen, einen Sechsjährigen und einen Eineinhalbjährigen zu Hause. Mein Sechsjähriger ist wirklich stur. Es fällt ihm nicht leicht, sich unterzuordnen. Neulich habe ich ihn um eine Kleinigkeit gebeten. - „Hey, kannst du bitte mal den Müll raus bringen?“ Und er schaute mich an und sagte: „Warum? Gib mir einen Grund. Ich will nicht. Also sag mir: Warum muss ich den Müll raus bringen?“ Und ich bin ganz stolz, wie ich darauf reagierte! Ich schaute ihn an und sagte: „Du brauchst keinen Grund, Junge, du brauchst eine Erkenntnis. Ich bin dein Vater. Gott hat mich dir übergeordnet. Er hat mir die Verantwortung übertragen, dich nach Seinem Willen zu erziehen. Und weil Gott das so angeordnet hat, musst du dich einordnen, denn wenn du es nicht selbst tust, muss ich dafür sorgen, dass du dich einordnest.“ Er schaute mich nur an und fragte: „Papa, was ist eine Erkenntnis?“ Aber es war ein gutes Gefühl, ihm meine kleine Predigt zu halten. Paulus schreibt, dass wir uns der staatlichen Macht unterordnen sollen, weil sie von Gott eingesetzt ist. Sie ist eine gottgegebene Institution und hat einen bestimmten Zweck in Gottes Plan auf der Erde. Ich weiß, dass wir unsere Regierung anschauen, in der Geschichte und bis heute, und uns denken: „Was? Das ist wirklich Gottes Plan? Gebraucht Gott wirklich diesen Menschen, um Seinen Plan auszuführen?“ Wissen Sie, ich bin sehr schnell kritisch, aber am Ende ist Gott immer noch ein großer Gott. Er macht keine Fehler. Jesaja 55 erinnert mich und Sie daran, dass Seine Wege und Gedanken und Pläne höher als unsere sind. Und sobald wir denken, wir könnten verstehen, was Gott tut, ist Gott nicht mehr Gott, denn Gott kann man nicht verstehen. Seine Wege und Gedanken sind größer als unsere. Also ordnen wir uns unter, weil es einfach das Richtige ist. Zweitens: Wir ordnen uns unter, weil es laut Paulus weise ist. Bei uns zu Hause wissen meine drei Söhne, dass meine Frau und ich ihre übergeordnete Autorität sind. Sie wissen ohne jeden Zweifel, dass wir sie lieben, dass wir da sind, um ihnen Gutes zu tun. Uns liegt nur ihr Bestes am Herzen. Sie wissen aber auch, dass es Verhaltensregeln gibt, die meine Frau und ich aufgestellt haben. Und wenn sie  anfangen, ihre eigenen Wünsche über die Wünsche der ganzen Familie oder über diese Regeln zu stellen, wissen sie, dass es eine Strafe gibt, eine Konsequenz. Das ist das erste Gesetz der Physik: Jede Aktion hat eine Reaktion. Meistens sind meine Söhne wirklich lieb und benehmen sich gut, aber sie haben auch so ihre Momente. Und in diesen Momenten nehme ich sie in der Regel beiseite. Ich greife ein und sage ungefähr das Folgende: „Mein Junge, wie heißt du mit Nachnamen?“ Das ist mein berühmter Spruch bei uns zu Hause und sie haben ihn schon 100 Mal gehört. Also, wenn ich ihn frage: „Wie heißt du mit Nachnamen?“, sagt er: „Conley.“ Und dann sage ich: „Genau. Und Conley‘s verhalten sich so und so. So sind wir und so verhalten wir uns und wenn du aus der Reihe tanzt, wenn du so weitermachst wie bisher, wird das Konsequenzen haben. Dann wird es eine Strafe geben.“ Und am Ende sage ich meistens in etwa folgenden Satz: „Bitte triff jetzt eine kluge Entscheidung.“ Ich glaube, solche Situationen kennen wir alle irgendwie. Und genau das erklärt Paulus uns auch in Vers 3 und 4. Er sagt, dass Unterordnung nicht nur richtig, sondern auch weise ist. Paulus erklärt, dass Gott die menschliche Gesellschaft so angelegt hat, dass sie auf diese Art und Weise funktioniert. Er sagt: Wenn man ohne Angst vor der Staatsgewalt leben will, muss man das Richtige tun. Die Staatsmacht ist dazu da, um uns Gutes zu tun. Sie ist zu unserem Nutzen da. Und weiter sagt Paulus: Wenn man nicht tut, was richtig ist, wird die Staatsmacht in Gottes Auftrag den Übeltäter bestrafen. Paulus sagt uns, dass Unterordnung nicht nur richtig, sondern auch weise ist. Wenn wir uns nicht entsprechend verhalten, wird es negative Konsequenzen für uns haben. Ein Beispiel aus dem Alltag. Die Regierung, die Obrigkeit im Bundesstaat Kalifornien, hat festgelegt, dass die legale Höchstgeschwindigkeit auf unseren Autobahnen 100 km/h ist. Fürs Protokoll, damit bin ich nicht ganz einverstanden. Ich finde es tödlich, wenn man auf einer Autobahn in L.A. 100 km/h fahren muss. Ich würde lieber mal richtig aufs Gas drücken. Aber weil ich weiß, dass ich unter einer übergeordneten Autorität stehe, muss ich mich unterordnen. Es ist richtig und weise, mich unterzuordnen. Ich werde mich bemühen, ungefähr 100 km/h zu fahren. Angenommen, ich fühle mich eines Tages etwas übermütig und fahre ein wenig schneller. Wenn ich schneller fahre und das Gesetz breche, weiß ich, dass es eine Strafe, ein Bußgeld, gibt, wenn ich erwischt werde. Es gibt eine Konsequenz. Es ist also nicht nur richtig, dass ich mich unterordne, weil ich unter einer höheren Autorität stehe, sondern es ist auch klug, weil ich weiß, dass es negative Konsequenzen hat, wenn ich mich nicht unterordne. Ist das einleuchtend? Der dritte Grund, warum wir uns unterordnen sollen, ist laut Paulus, dass es gerecht ist. Diesen Gedanken finden wir in Vers 6 und 7. Paulus sagt, dass Regieren schwere Arbeit ist. Für die Staatsmacht ist die Arbeit nie zu Ende, sei es in Gestalt eines Richters, eines Polizisten oder sogar eines Politikers. Verstehen Sie, das sind keine leichten Aufgaben. Ganz ehrlich, besonders im aktuellen politischen Klima unseres Landes, das in den letzten Jahren immer streitsüchtiger geworden ist, ist es leicht, Stammtischpolitiker zu spielen. Ich selbst mache das viel zu oft. Gott wird mir in diesem Punkt helfen müssen. Wir sagen Dinge wie: „Wenn ich an der Macht wäre, würde ich diese Entscheidung treffen oder das Land in jene Richtung führen.“ Doch Fakt ist: Ich bin nicht an der Macht und Sie auch nicht. Gott hat uns nicht in solche Ämter gestellt und, ehrlich gesagt, würden wir die Aufgabe wahrscheinlich gar nicht wollen, wenn es doch so wäre. Stellen Sie sich vor, jedes Mal, wenn Sie eine Entscheidung treffen, ist die halbe Nation sauer auf Sie! Sie treffen eine Entscheidung und 150 Millionen Menschen sind wütend auf Sie. Die Verantwortungsträger eines Landes stehen unter großem Druck. Wie gesagt, an diesem Wochenende predigt unser Sohn Harrison. Seit etwa 10 Jahren arbeiten wir in der Cottonwood-Gemeinde daran, eine ganze Reihe junger Menschen für Leitungspositionen zu erreichen, auszubilden und einzusetzen. Unser Sohn Harrison ist einer von den vielen wunderbaren jungen Pastoren. Ich halte längst nicht mehr alle Predigten in unserer Gemeinde, sogar nur noch weniger als die Hälfte. Und ich freue mich über diese Lebensphase. Aber machen Sie es sich wieder bequem, denn jetzt geht es weiter und wir gehen zurück zu Harrison und seinem Thema, wie wir als Christen mit Politik und Kultur umgehen sollten. Paulus schreibt in Römer 13, dass wir in einer Haltung der Demut und Unterordnung leben sollen, weil es richtig ist, weil es klug ist und weil es gerecht ist. Bevor wir weitergehen, möchte ich ein paar Minuten ehrlich über ein paar Dinge sprechen, die mir aufgefallen sind, als ich diesen Text gelesen und mich auf die Predigt vorbereitet habe - über einige große Fragen und auch über einige Einwände, die mir dabei gekommen sind. Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass ich eine Weile über diesen Versen gebrütet habe. Ich musste wirklich Gott um Klarheit bitten, denn dieser Text ist schwer für mich. Ich möchte ein paar Fragen, ein paar Einwände ansprechen, die vielleicht auch Ihnen gekommen sind. Erstens: Warum müssen wir Ehre und Respekt zollen? Warum müssen wir uns einer Obrigkeit unterordnen, mit der wir nicht einverstanden sind oder die wir vielleicht nicht gewählt haben? Ehrlich gesagt, war das zunächst ein harter Brocken für mich. Ich musste auf den Heiligen Geist hören und Er musste mir Frieden geben, aber Er führte mich immer wieder zu Vers 1 und 2 zurück, zu dem Gedanken, dass die staatliche Macht von Gott eingesetzt ist. Damit sind die betreffenden Menschen Gottes Diener, ob sie es nun wissen oder nicht. Sie arbeiten darauf hin, Gottes Plan auf dieser Erde zu erfüllen. Wenn wir das verstehen, ist das vielleicht eine Antwort auf diese Frage. Einzelne Machthaber haben womöglich meinen Respekt nicht verdient, doch das Amt, das sie innehaben, verdient ihn. Ich möchte es so sagen: Ich glaube, dass jeder Machthaber, jede staatliche Macht, von Gott eingesetzt, aber nicht unbedingt von Gott gesegnet ist. In der Bibel lesen wir immer wieder, dass Gott Anführer, Könige und Machthaber in ihr Amt einsetzt, entweder um das Volk zu segnen oder um es daran zu erinnern, dass es einen Retter gibt, dass sie einen Gott im Himmel brauchen. Und ich frage mich, ob das nicht auch auf unsere heutige Welt zutrifft. Vergessen wir auch nicht, an wen Paulus hier ursprünglich schrieb. Denken wir an ihre Lebenswelt. Stellen Sie sich einmal vor, wie schwer es diesen Christen gefallen sein muss, Paulus’ Worte zu verdauen, wenn er sagt, dass sie sich unterordnen und Machthaber ehren sollen, von denen sie gehasst und verfolgt werden und die versuchen sie umzubringen. Die Bibel sagt: Ob wir unsere Regierung mögen oder nicht, ob wir mit ihr einer Meinung sind oder nicht - aufgrund ihres Amtes sollten wir sie immer ehren, wir sollten sie immer respektieren und wir sollten immer für sie beten. Offen gesagt, könnten wir wohl viel weniger Zeit aufs Kritisieren verwenden und dafür mehr beten. In dem Punkt bin ich auch schuldig. Wir sollten immer für unsere Regierung beten. Und wir sollten nie vergessen, dass es keine Rolle spielt, wer hier auf der Erde an der Macht ist, denn es gibt den allmächtigen Gott, der immer die Kontrolle behält. Es spielt keine Rolle, wer im Oval Office ist, denn Gott ist immer auf Seinem Thron. Das Herz des Königs ist in der Hand des Herrn und wird von Ihm gelenkt. Die zweite Frage, die ich ansprechen möchte, ist vielleicht diejenige mit der größten Bedeutung für unsere Welt oder unser Land. Sagt Paulus hier, wir sollten uns blind allem unterordnen, was die Regierung sagt? Spricht Paulus von einer absoluten Unterordnung unter jede Regierungsanweisung? Das ist eine der Fragen, die mir kamen und in Römer 13 habe ich keine klare oder definitive Antwort darauf gefunden. Und was tut man, wenn man eine Frage hat, aber Gottes Wort sagt nichts Eindeutiges dazu? Das erste Gesetz der Hermeneutik, also der Bibelauslegung, besagt, dass die Schrift die Schrift auslegt. Was tut man, wenn es keine eindeutige Antwort gibt? Man schaut in den Rest der Bibel und sucht nach entsprechenden Mustern, nach ähnlichen Beispielen und man lässt sich eine Aussage der Heiligen Schrift von anderen Schriftaussagen erklären. Wenn ich also so nach Antworten auf die Frage der absoluten Unterordnung suche, finde ich in der Bibel Figuren wie Daniel im Alten Testament. Er lebte in einer Nation, deren König Gott nicht fürchtete und doch führte Daniel ein friedliches Leben. Er war sogar Regierungsbeamter. Gott schenkte ihm unter einem heidnischen Regime Wohlergehen. Etwas später in Daniels Geschichte lesen wir, dass der heidnische König von Babylon einen Erlass herausgab und jede Form von Gebet oder Verehrung verbot, die nicht ihm selbst galt. Man kann sogar noch Daniels drei Freunde Schadrach, Meschach und Abed-Nego einbeziehen - eine andere Geschichte, aber zur gleichen Zeit und unter dem gleichen König. Es erging ein Erlass, dass sie vor dem Götzenbild des Königs niederfallen sollen, doch sie weigerten sich. Sie wurden vor den König gebracht und man befahl ihnen, auf die Knie zu fallen und den König anzubeten. Alle vier, Daniel, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, standen vor der Frage: Sollen wir uns einer Staatsmacht unterordnen, obwohl das, was sie von uns verlangt, eindeutig gegen die Heilige Schrift ist? Im Fall dieser vier jungen Männer sehen wir etwas, das wir heute zivilen Ungehorsam nennen würden. Daniel betete weiterhin, aber er betete nicht den König an. Er betete dreimal täglich zu Gott. Und Schadrach, Meschach und Abed-Nego weigerten sich, vor dem König von Babylon niederzufallen. Ein ähnliches Beispiel sehen wir im Neuen Testament bei Petrus und den Aposteln. Sie wurden festgenommen und geschlagen, weil sie im Namen von Jesus gepredigt und von der Auferstehung gesprochen hatten. Danach holte man sie noch einmal vor den Hohen Rat und sagte ihnen: „Wir lassen euch frei, aber ihr dürft nicht mehr im Namen von Jesus predigen.“ Die Apostel standen vor der Frage: Müssen wir uns absolut allem unterordnen? Und Petrus antwortete: „Nein. Tut mir leid, aber ich muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Was lernen wir aus diesen Beispielen? Es gibt nur einen Fall, in dem ziviler Ungehorsam akzeptabel ist und ich unterstreiche das Wort „zivil“, denn in der Bibel sehen wir keine gewalttätigen Proteste oder Ausschreitungen. Ziviler Ungehorsam ist nur dann akzeptabel, wenn das staatliche Gesetz eindeutig Gottes Wort widerspricht. Wenn der Staat uns befiehlt, Dinge zu tun, die Gott eindeutig verbietet, ist es unsere Pflicht als Christen, friedlich, respektvoll und liebevoll die Stimme zu erheben und uns gegen solche Missstände zu wehren. Wir dürfen Unterordnung nicht mit Schweigen verwechseln. Denn Schweigen kann Zustimmung ausdrücken. Aber bevor Sie nach Hause gehen und Transparente malen oder in den sozialen Medien politisch brisante Aussagen verbreiten, lassen Sie mich noch eins sagen. Was ich gerade erklärt habe, ist keine Lizenz, gegen alles vorzugehen, womit Sie bei der Regierung nicht einverstanden sind. Gemeint sind Situationen, wenn - und damit meine ich: falls - das staatliche Gesetz dem Wort Gottes widerspricht. In diesem Sinn müssen wir um des Gewissens willen entsprechend leben und handeln und uns unterordnen. Ist das einleuchtend? Alles klar so weit? Nein, ich habe heute nicht viel Beifall erwartet. Das ist in Ordnung. Ich werde den Heiligen Geist Seine Arbeit tun lassen. Sprechen wir kurz über die Gesellschaft und unser Verhältnis zur Gesellschaft. Römer 13:8-10. Dort sagt Paulus: Römer 13:8-10 „Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das: ‚Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren‘, und wenn es ein anderes Gebot gibt, ist in diesem Wort zusammengefasst: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Die Erfüllung des Gesetzes ist also die Liebe.“ Als Menschen, die an Jesus glauben, sollten wir uns in unseren Beziehungen von der Gesellschaft abheben. Wir sollten anders sein. Jesus Christus, die Hoffnung der Herrlichkeit, das Licht der Welt, lebt in uns. Das bedeutet, dass wir bei der Arbeit oder in der Schule immer unser Bestes geben sollten. Wir sollten die freundlichsten Menschen in unserer Straße sein. Und bei unseren Kindern sollten wir am Spielfeldrand die Eltern mit der größten Selbstbeherrschung sein. Hier meine ich auch mich selbst. Das, wodurch wir uns am meisten abheben sollten, sagt Paulus in Vers 8, ist  unsere Liebe zu den Menschen. Er sagt: „Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben!“ Im Griechischen ist das Wort „lieben“ ein Verb im Infinitiv, also in der „unbegrenzten“ Form. Das heißt, wir sollen nicht nur einmal, sondern immer wieder lieben und nicht damit aufhören. Unsere Liebe muss beständig und fortwährend sein. In unserer Gesellschaft müssen wir als Christen den Menschen, die anders aussehen und denken und sprechen, besondere Liebe entgegenbringen, und zwar dauerhaft. Wir müssen sie mit der Liebe lieben, mit der Jesus uns geliebt hat. Jesus sagt: „Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst sollt ihr es weitergeben.“ Vergessen wir nie, dass wir in dieser Welt Botschafter für Christus sind. Es ist unsere Pflicht, Menschen mit echter Liebe zu lieben. Nicht aus Zwang, sondern ehrlich. Und wissen Sie was? Wenn unsere Liebe zu den Menschen echt ist, ungeachtet ihrer Herkunft, durchbricht diese echte Liebe die Abwehrmechanismen und die Mauern der Gesellschaft. Sie durchbricht die Vorbehalte gegen Christus, gegen die Gemeinde und gegen Christen. Ich übe das gerade praktisch. Unsere Kinder sind in Sportvereinen und das war das Beste, was meine Frau und ich tun konnten. Wir haben dadurch nämlich eine ganz neue Sehnsucht bekommen, anderen das Evangelium weiterzusagen. Wir sind mit den anderen Eltern zusammen, oft über mehrere Jahre. Wir spielen zusammen Baseball, Football, Fußball und alles mögliche andere. Wir sehen sie oft und haben Gemeinschaft mit ihnen. Sie wissen, welchen Beruf ich habe. Sie wissen, wo wir in Bezug auf Gott stehen.  Eigentlich dachte ich ja immer, jeder weiß, worum es in einer Gemeinde geht und was ein Pastor macht. Aber diese Eltern fragen mich: „Moment mal. Du redest mit Gott, so als ob das wirklich geht? Das kannst du? Und was ist in eurer Gemeinde los?“ Sie haben keine Ahnung, was hier passiert. Seit drei Jahren sind wir mit diesen Eltern zusammen und wir sind Freunde geworden und meine Frau und ich beten für sie, schenken ihnen unsere Liebe, laden sie in die Gemeinde ein und antworten auf ihre Fragen. Wir versuchen, sie ins Leben zurück zu lieben. Natürlich sind wir nicht mit allem einverstanden. Wir verstehen nicht alles. Aber wir lieben sie trotzdem. Und zum ersten Mal, nach drei Jahren dieser beständigen Liebe, kam vor einigen Wochen die erste Familie mit uns in die Gemeinde. Sie saßen im Gottesdienst und sagten am Ende: „Wir hatten ja keine Ahnung, dass das so ist!“ Sie hatten eine Begegnung mit dem Heiligen Geist. Und ich glaube, das ist nur die erste von hoffentlich vielen Familien, die kommen werden. Aber es geht um die beständige Liebe. Wir müssen die Abwehr der Gesellschaft gegen Jesus, die Gemeinde und Christen mit Liebe durchbrechen. Heißt das, dass wir mit allem einverstanden sein und alles unterstützen müssen, nur weil wir zur Liebe berufen sind? Natürlich nicht. Wenn wir Liebe mit Zustimmung gleichsetzen, ist das ein Problem. Trotzdem haben wir von Gott her die Pflicht, Menschen ins Leben zurück zu lieben. Wir sollen sie nicht verurteilen oder ihnen sagen, dass sie falschliegen. Ich möchte für das bekannt sein, wofür ich bin und nicht wogegen. Die Menschen in meinem Leben sollen wissen, dass ich für zweite Chancen und Gnade und Respekt und Liebe bin, dass ich für sie bin. Ich möchte, dass ihr Leben gelingt. Ich will niemals vergessen, wo ich stand, bevor Jesus mich gerettet hat. Manchmal vergessen wir das ziemlich schnell. Wir sehen andere Menschen und woran sie glauben und was sie unterstützen und sagen dann: „Nein, für solche Leute ist kein Platz in Gottes Reich.“ Wir vergessen schnell, wo wir standen. Ich möchte Ihnen etwas vorlesen, 1. Korinther 6:9-11. Auch das hat der Apostel Paulus geschrieben. Ich möchte es nach der „Message“-Übersetzung von Eugene Peterson lesen. Paulus schreibt: 1. Korinther 6:9-11 „Ist euch nicht klar, dass wir so nicht leben sollen? Ungerechte Menschen, denen Gott egal ist, werden nicht in sein Königreich kommen. Menschen, die einander benutzen und missbrauchen, die Sex benutzen und missbrauchen, die die Erde und alles darauf benutzen und missbrauchen, können keine Bürger von Gottes Reich sein.“ - Oft hören wir hier auf zu lesen, doch es geht weiter! - „Viele von euch wissen aus eigener Erfahrung, wovon ich rede, denn vor nicht allzu langer Zeit wart ihr auch noch auf dieser Liste. Seitdem wurdet ihr aber gereinigt, und Jesus, unser Meister und Messias, und Gott, der durch den Heiligen Geist in uns lebt, hat euch einen Neuanfang geschenkt.“ Vergessen wir nie, dass die Liebe von Jesus uns ins Leben zurück geliebt und unser Leben, unser Schicksal, unsere Zukunft verändert hat. Für mich heißt Römer 13, dass ich als Christ die Aufgabe habe, Menschen mit beständiger Liebe zu lieben, damit sie Jesus in mir erkennen können. Und wie viele wissen, dass nur eine Begegnung mit Jesus alles ändert! Alles! Gott hat uns im wahrsten Sinn des Wortes ins Leben zurück geliebt. Er hat die Welt so sehr geliebt, dass Er Seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Und als Gottes Repräsentanten müssen wir Menschen ins Leben zurück lieben - durch das Gute, das wir tun, durch unsere Worte, aus tiefstem Herzen, durch unsere Absichten. Und wissen Sie was? Menschen sprechen auf Liebe an. Sie hören zu, was wir zu sagen haben, wenn sie wissen, dass sie uns ehrlich am Herzen liegen. Und ich möchte Ihnen sagen: Es gibt einen Gott im Himmel, der Ihren Namen kennt. Er liebt Sie unendlich und möchte, dass Sie Ihn kennenlernen. Möchten Sie nicht heute Ihr Herz für Jesus öffnen? Sie werden es nie bereuen. Erkennen Sie Ihn als Ihren Herrn an und schauen Sie, was in Ihrem Leben passiert.  

Ein Kommentar

  • Markus Reiffer sagt:

    Warum denn hat Jesus gesagt:“ Geht und sagt diesem Fuchs…“ damit meinte er den damals regierenden Herodes, der ihm angeblich nach dem Leben trachtete. – In der heutigen Welt gibt es immer noch dieselben skrupellosen Herrscher, wie auch die regierenden Bücklinge vor ihnen im „aufgeklärten“ Westen!

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