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6 Tipps für den Umgang mit Konflikten

Steckst du gerade in einem Konflikt? In dieser Predigt gibt dir Pastor Bayless sechs praktische Tipps, wie du aus Streit, Neid und gegenseitigen Vorwürfen rauskommst – und stattdessen Frieden und Versöhnung erlebst. Ein Schritt, der bei Frieden mit Gott beginnt.

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  • Zum Leben gehören Konflikte. Ehepaare haben unterschiedliche Ansichten. Freunde geraten manchmal aneinander. Es gibt Konflikte am Arbeitsplatz und mit den Nachbarn. Aber wusstest du, dass wir in der Bibel wertvolle und spannende Prinzipien finden, wie wir Konflikte angehen können? Wie wir sie gut bewältigen, sodass wir gestärkt daraus hervorgehen? Ich ermutige dich: Sieh dir diese Sendung an. Denn wir werden über einige dieser Prinzipien sprechen und sie werden dir ganz praktisch weiterhelfen.

     

    Ich möchte mit euch ein paar spannende Geschichten lesen, die sich rund um Wasserbrunnen abgespielt haben. Während wir uns diese Quellen und Wasserstellen anschauen, sprechen wir darüber, wie man friedlich mit Menschen zusammenlebt und wie man Frieden mit Gott findet. Wir schlagen dazu 1. Mose 21 auf. Wenn du eine Bibel hast, schlag sie gern auf. Wir starten in 1. Mose 21, Vers 25:

    „Dann beschwerte er sich bei Abimelech, weil dessen Knechte Abrahams Knechten gewaltsam einen seiner Brunnen weggenommen hatten.”

    Wenn dort steht, dass er sich beschwerte, bedeutet das: Er hat sich mit gestritten und es ausgefochten. Die Spannung war extrem brisant. Das war kein ruhiges Gespräch. Im nächsten Abschnitt lesen wir weiter, 1. Mose 21,26–32:

    „,Davon höre ich heute zum ersten Mal’, sagte Abimelech. .Ich weiß nicht, wer das getan hat. Auch du hast mir nichts davon gesagt.’
    Abraham gab Abimelech ein Schaf und einen Ochsen und sie schlossen einen Vertrag. Als Abraham jedoch sieben weitere Lämmer auf die Seite stellte, fragte Abimelech: ,Was hast du mit diesen sieben Lämmern vor?’ Abraham antwortete: .Diese sieben Lämmer sollst du als Geschenk von mir annehmen. Damit bestätigst du offiziell, dass ich diesen Brunnen gegraben habe.’ Deshalb wird dieser Ort Beerscheba – ,Brunnen des Schwurs’ – genannt, weil Abimelech und Abraham hier ihren Bund mit einem Schwur bekräftigt hatten. Danach brachen Abimelech und Pichol, sein Heerführer, auf und kehrten ins Land der Philister zurück.”

    Abimelech ist übrigens einfach ein Titel, so wie „Pharao“ in Ägypten, „der König von Ägypten“. Abimelech war der Titel für einen Philisterkönig. Pichol ist ebenfalls ein Titel. Er bedeutet so etwas wie „militärischer Befehlshaber“ oder „General“. Abraham nannte den Brunnen Beerscheba. Das kann „Brunnen des Schwurs“ bedeuten oder „Brunnen der Sieben“, weil die sieben Schafe Zeugen für den Eid waren, den sie miteinander geschlossen hatten. Jedes Mal, wenn Abimelech oder seine Familie oder seine Diener die Herde sahen, die aus diesen sieben Schafen hervorging, erinnerte sie das daran, dass der Brunnen von Beerscheba Abraham gehörte. Gleich lesen wir eine Geschichte, die dieser sehr ähnelt. Hier sehen wir Abraham und Abimelech im Streit. Es gibt einen Konflikt, aber am Ende herrscht Frieden. Die Söhne dieser beiden Männer, Isaak und der nächste Abimelech, hatten später auch eine Begegnung, die dieser nicht unähnlich war. Wir springen zu 1. Mose 26 und beginnen bei Vers 12:

    „In diesem Jahr erntete Isaak hundertmal mehr Getreide, als er ausgesät hatte, denn der Herr segnete ihn. Sein Besitz nahm immer mehr zu und er wurde sehr reich.”

    Na, wem gefällt das? Gott segnete ihn, er war erfolgreich und wurde immer erfolgreicher, bis er sehr, sehr reich war. Das könnte mir auch gefallen. So kann man ein größerer Segen werden, ein Kanal, durch den das Geld fließt, um das Evangelium weiterzutragen und anderen zu helfen. Gottes Segen brachte Wohlstand in sein Leben. Dann heißt es weiter:

    „Er besaß große Schaf- und Ziegenherden, riesige Rinderherden und viele Sklaven. Das weckte jedoch den Neid der Philister.”

    Isaaks Probleme hingen zumindest teilweise mit seinem Segen zusammen. Wenn Gott dich segnet, wenn du die Leiter emporkletterst, immer weiter, wenn du sehr erfolgreich wirst, wird es immer jemanden geben, dem das nicht gefällt. In Markus 10 sagt Jesus: Wer Vater oder Mutter oder Äcker um meinetwillen und um der guten Botschaft willen aufgibt, wird alles hundertfach zurückerhalten, wenn auch mitten unter Verfolgungen. Jesus macht klar: Ein Teil von Gottes Segen kommt Hand in Hand mit Gegenwind. Genau so war es bei Isaak. Wir springen zu den Versen 19 und 20:

    „Die Knechte Isaaks gruben im Bachtal und fanden dort einen Brunnen mit frischem Wasser. Die Hirten von Gerar stritten mit den Hirten Isaaks und sagten: Uns gehört das Wasser. Da gab er dem Brunnen den Namen Esek – Zank –, denn sie hatten sich um ihn gezankt.“

    Esek bedeutet „Zank“ oder „Streit“. So nannte Isaak den Brunnen. Wir lesen weiter:

    „Als sie einen anderen Brunnen gruben, stritten sie auch um ihn; so gab er ihm den Namen Sitna – Streit.“

    Wörtlich bedeutet Sitna „Anfeindung“ oder „Anklage“. Es kommt tatsächlich von derselben Wortwurzel wie „Satan“. Am Ende ist Satan der, der hinter Streit, Neid und Anklage steckt. Er ist der, der Menschen dazu anstachelt, sich dem Wohlergehen von Gottes Kindern entgegenzustellen und ihnen wegzunehmen, was ihnen zusteht. Und wenn er dich irgendwie in Streit verwickeln kann, dann wird er es tun. Denn wer als Kind Gottes in Streit gerät und verbittert, könnte genauso gut ein Schild an die Tür hängen: „Willkommen, Teufel“ – denn er gibt ihm Zugang zu seinem Leben. In Jakobus 3 steht, dass Streit und das, was dazu führt – alle Selbstsucht – dämonisch ist und die Tür öffnet für Durcheinander und jedes böse Tun. Lesen wir weiter:

    „Darauf brach er von dort auf und grub wieder einen anderen Brunnen. Um ihn stritten sie nicht mehr. Da gab er ihm den Namen Rehobot – Weite – und sagte: Jetzt hat uns der Herr weiten Raum verschafft und wir sind im Land fruchtbar geworden.“

    Der Name bedeutet „weiter Raum“ oder „Weite“. Eine Bibelübersetzung formuliert: Er nannte ihn „Der Brunnen, wo endlich genug Platz für uns ist!“ Wir lesen weiter:

    „Von dort zog Isaak weiter nach Beerscheba.
    In der ersten Nacht nach seiner Ankunft erschien ihm der Herr. ,Ich bin der Gott deines Vaters Abraham‘, sprach er. ‚Hab keine Angst, denn ich bin bei dir und werde dich segnen. Um meines Dieners Abraham willen werde ich dir viele Nachkommen schenken.‘ Da errichtete Isaak einen Altar und betete den Herrn an. Er schlug an dieser Stelle sein Lager auf und seine Sklaven gruben dort einen Brunnen. Eines Tages kam König Abimelech mit seinem Berater Ahusat und seinem Heerführer Pichol aus Gerar zu Isaak. ,Was führt euch her?‘, fragte Isaak sie. ,Ihr seid mir doch nicht freundlich gesinnt, da ihr mich zuvor des Landes verwiesen habt?!‘ Sie antworteten: ,Wir sehen, dass der Herr mit dir ist. Deshalb wollen wir einen Vertrag mit dir schließen und diesen dann mit einem Eid bekräftigen. Schwöre, dass du uns keinen Schaden zufügen wirst, genauso wie wir dir keinen Schaden zugefügt haben. Wir haben dich immer gut behandelt und dich in Frieden ziehen lassen. Und nun sieh, wie der Herr dich gesegnet hat!‘ Da ließ Isaak ein Essen zubereiten und sie aßen und tranken. Früh am nächsten Morgen schworen sie sich gegenseitig einen Eid. Dann verabschiedete Isaak sie und sie gingen in Frieden fort.“

    Das hebräische Wort dafür ist „Schalom“. Also: zuerst Neid, dann Streit am ersten Brunnen. Dann Anklage und Widerstand am nächsten Brunnen. Schließlich führt Gott sie an einen Ort von Frieden und Fruchtbarkeit. Wir müssen lernen, wie wir von Streit zu Frieden kommen. Isaak zog vom Brunnen des Streits und Neids weiter zu einem Brunnen des Friedens, wo sich die ganze Atmosphäre veränderte. Vielleicht bist du es leid, immer wieder Brunnen des Streits zu graben. Es scheint, als würde bei allem, was du in deiner Ehe versuchst, am Ende wieder Streit herauskommen.

    Manche erleben auf der Arbeit nur Streit. Du gräbst einen Brunnen und erntest Streit – vielleicht mit deinen Kindern, vielleicht mit einem Nachbarn. Ich kenne das selbst. Bei einem Haus, in dem wir früher wohnten, fiel der Zaun zum Nachbarn schon fast um. Nach ein paar Jahren sagte ich: „Lass uns den Zaun erneuern.“ Er sagte: „Okay, aber du musst ihn ein gutes Stück zu dir versetzen.“ Ich fragte: „Warum?“ Er meinte: „Der steht zu weit auf meinem Grundstück.“ Ich sagte: „Wirklich?“ Wir gingen raus an den Bordstein, da ist eine Markierung, sie sieht aus wie eine Münze mit einem Nagel drin. Da hat die Stadt die Grundstücksgrenze markiert. Ich sagte: „Der Zaun steht genau auf der Grenze.“ Er sagte: „Nein, er muss ein Stück zu dir. Dann bezahle ich die Hälfte.“ Ich sagte: „Es lohnt sich nicht, darüber zu streiten. Lass es uns so machen.“ Also gab ich ihm diese 30 Zentimeter Grundstück über die ganze Länge. Aber er zahlte nie seine Hälfte. Später stellte sich heraus, dass er nicht mal der Eigentümer war. Er war nur Mieter.

    Manche von euch kennen ebenfalls Streit mit Nachbarn oder Kollegen. Man hat den Eindruck, jedes Mal, wenn man etwas anpackt, wenn man einen Brunnen gräbt, gibt’s Neid, Streit und Probleme. Wir sehnen uns nur noch an einen friedlichen, fruchtbaren Ort.

    Ich möchte sechs Tipps aus diesen Geschichten weitergeben, die dir aus Streit heraus zu Frieden und Fruchtbarkeit verhelfen – gerade im Umgang mit den Menschen, mit denen du täglich zusammen bist. Bist du bereit?
    Erstens: Gib Menschen immer Raum, zurückzurudern. Du musst ihnen immer Raum zum Einlenken geben. Abraham stellte Abimelech zur Rede, aber offenbar wusste Abimelech nicht einmal von diesem Vorfall. Die Wahrheit ist: Manche deiner Annahmen über Menschen sind falsch. Manche haben keine Ahnung, dass sie dich verletzt haben, aber innerlich hast du sie schon zum Antichristen abgestempelt. Du meinst, sie hätten dich respektlos behandelt oder deine Autorität untergraben oder sich gegen dich verschworen. Aber wenn du mit gezogener Waffe losstürmst, machst du das Problem vermutlich nur größer und erntest nie Frieden. Du handelst dir Ärger ein, den du komplett hättest vermeiden können.

    Ich erinnere mich, wie ich eines Tages mit meinem Freund Jeff Perry angeln gehen wollte. Ich war in Missouri, und er sagte: „Bayless, es gibt da eine Gegend, die ist öffentlich zugänglich und da gibt’s jede Menge Teiche und Seen.“ Ich schätze, das war etwa 15 Kilometer entfernt. Er hatte so ein kleines Boot, vielleicht drei Meter lang. Wir luden es hinten auf seinen Truck und fuhren los. Man musste durch so eine kleine Schranke, an der ein Mann saß. Er fragte: „Was macht ihr hier?“ Ich sagte: „Wir wollen angeln.“ Er sagte: „Okay, viel Spaß.“ Wir fuhren durch und weiter die Straße runter. Nach etwa einem halben Kilometer kam er hinter uns her, Sirene an, Blaulicht an. Wir fuhren rechts ran und fragten: „Was ist los?“ Er rief: „Wollt ihr mich für dumm verkaufen?“ Ich meinte: „Wie bitte?“ Er fragte: „Was macht ihr hier mit dem Boot?“ Ich sagte: „Wir haben doch gesagt, wir wollen angeln.“ Er wies uns zurecht: „Ihr dürft vom Ufer aus angeln, aber ihr dürft hier kein Boot zu Wasser lassen!“

    Wir beteuerten: „Wir wollten wirklich keine Regeln brechen. Kann man denn hier überhaupt mit dem Boot angeln?“ Er sagte: „Ja, aber euer Boot braucht einen Sticker.“ Ich fragte: „Und wo bekommt man den?“ Er sagte: „Von mir.“ Ich fragte: „Was kostet der?“ Er meinte: „12 Dollar.“ Wären es 13 gewesen, hätten wir vielleicht versucht, uns vorbeizuschleichen, aber 12 Dollar gingen klar. Also fuhren wir zurück zur Hütte, holten den 12-Dollar-Sticker und klebten ihn aufs Boot. Er wünschte uns viel Spaß. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass er aufgebracht war, weil wir an seiner Autorität gekratzt hatten. Aber er gab uns Raum, die Sache zu klären. Das muss man ihm zugutehalten. Manche müssen diese Lektion erst lernen. Denn wer meint, man hätte ihm Unrecht getan, gibt dem anderen keinen Spielraum. Die Wahrheit ist: Selbst ein Eichhörnchen greift an, wenn du es in die Ecke drängst. Viel Streit lässt sich vermeiden, wenn man Menschen einfach Raum zum Einlenken gibt.

    Zweitens: Bleib da, wo Gott dich hinstellt, auch wenn du durch schwere Prüfungen gehst. Bleib da, wo Gott dich hinstellt. Wir springen im selben Kapitel zurück zu 1. Mose 26,2–3:

    „Dort erschien ihm der Herr und sagte: ,Geh nicht nach Ägypten. Wohne in dem Land, das ich dir zeige. Bleib hier in diesem Land und ich werde dir beistehen und dich segnen. Ich werde dir und deinen Nachkommen alle diese Länder geben. Ich werde meinen Eid erfüllen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe.‘“

    Vers 6:

    „Da blieb Isaak in Gerar.“

    Er hätte sagen können: „Vergiss es. Die beneiden mich um alles Gute, das mir passiert. Die sind immer genervt von mir. Ständig beschweren sie sich. Die klauen jeden Segen, den Gott mir gibt. Ich bin weg. Ich muss mir das nicht geben. Das ist doch verrückt.“ Ihr Lieben, bleibt treu. Bleib da, wo Gott dich hingestellt hat, und vertrau ihm, dass er dich an einen offenen, friedlichen, fruchtbaren Ort bringen wird. Manche rennen bei jedem Konflikt davon. Sie bleiben nie lang genug, damit Gott wirken kann, und sie reifen nie in diesem Bereich.

    Ein Freund von mir war ein toller Songwriter und Worship-Leiter in seiner Gemeinde, einer riesigen Gemeinde. Damals, vor Jahren, verkauften sie von jedem Album fast 20.000 CDs. Die Songwriter kassierten Tantiemen, es sprang also auch ein bisschen für ihn dabei heraus. Aber irgendetwas gefiel ihm an der Leitung nicht. Er warf ihnen irgendeinen Fehler vor. Besonders mit einem Pastor gab es Stress. Ich war mit diesem Pastor auch befreundet, deshalb wurde ich zu einer Art Vermittler. Die Sache hätte sich regeln lassen, es war nicht so dramatisch. Aber statt zu bleiben und Gott die Sache klären zu lassen, ging er und ließ alles hinter sich. Ich glaube, acht oder zehn Monate später öffnete Gott dieser Gemeinde und dem Musikteam eine Tür. Gott schenkte ihnen einfach Segen. Sie verkauften nicht mehr 20.000 CDs, sondern 250.000. Wenn sie ein neues Album rausbrachten, waren es sogar 300.000, manchmal fast eine halbe Million. Für die Songwriter war das auch finanziell von Vorteil. Für ihn wäre es ein gewaltiger Segen gewesen, wenn das Geld durch ihn ins Reich Gottes geflossen wäre, außerdem hätte er seine Kinder, seine Familie gut versorgen können und es hätte sogar für die Zukunft seiner Enkel vorgesorgt. Aber er hat sich all dessen beraubt, weil er nicht bereit war zu bleiben, wo Gott ihn hingestellt hatte.

    Vor kurzem sprach ich mit einem Mann, der sagte: „Bayless, ich stecke richtig in der Klemme. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Die Miete ist fällig, und ich kann meine Familie kaum versorgen.“ Ich sagte: „Ich dachte, du hättest einen guten Job.“ Er sagte: „Ja, hatte ich auch.“ Ich fragte: „Was ist passiert?“ Er sagte: „Ich habe gekündigt.“ Ich fragte: „Warum?“ Er sagte: „Mein Chef war bei einer Sache total unfair. Ich fand das so unverschämt, dass ich hingeschmissen habe.“ Ich sagte: „Okay, daraus schließe ich, dass du keinen neuen Job findest, weil du wegen der Art, wie du gegangen bist, kein gutes Arbeitszeugnis bekommen hast.“ Er sagte: „Ja, so ungefähr.“ In Prediger 10,4 steht:

    „Wenn der Herrscher zornig auf dich ist, gib deinen Platz nicht auf! Denn Gelassenheit bewahrt vor schweren Fehlern.“

    Gib deinen Platz nicht auf. Man könnte auch sagen: „Wenn dein Boss wütend ist, kündige nicht.“ Bleib da, wo Gott dich hingestellt hat. Wenn er dich in eine Gemeinde gestellt hat, dann bleib dort und lass ihn Dinge klären. Lauf nicht einfach weg, denn sehr wahrscheinlich nimmst du deine Themen mit. Das bringt mich zum nächsten Punkt.
    Drittens: Rede offen und sag, was du fühlst und wie du die Dinge wahrnimmst. Abraham und Isaak taten das beide. Sie sagten ganz klar, wie sie die Lage sahen. Abraham stellte Abimelech zur Rede und Isaak sagte: „Hey, ihr hasst mich. Ihr habt mich weggeschickt.“ Sie redeten miteinander, aber beide hörten auch zu. Wir müssen sagen, was wir auf dem Herzen haben, aber wir müssen auch zuhören. Ehepaare müssen das unbedingt lernen.

    Viertens – und manchen von euch wird dieser Punkt gefallen: Seid nicht selbstgerecht. Denn selbst wenn eine schwierige Situation größtenteils die Schuld des anderen ist, hast du meist auch deinen Anteil. Irgendwo liegst du wahrscheinlich auch daneben. Abraham und Isaak hatten beide die Könige über ihre Frauen belogen. Beide hatten behauptet: „Sie ist nicht meine Frau, sie ist meine Schwester.“ Sie hatten Angst, ihre Frauen seien so attraktiv, dass man sie umbringen würde oder ihnen etwas zustieß. Deshalb logen sie und legten damit den Grundstein für schlechte Beziehungen in der Zukunft. So begann ihre Beziehung zu diesen Königen.
    Auf einer Missionsreise geriet ich mal mit ein paar Leuten in einen Konflikt. Wenn ich heute vor Jesus stehen würde, könnte ich ihm in die Augen schauen und sagen: „Herr, du und ich wissen beide: Sie lagen falsch.“ So war es. Ich war sauer. Gott fing an, mit mir zu reden. Ob er auch mit ihnen geredet hat, weiß ich nicht. Er redete mit mir, und ich sagte: „Gott, du weißt, dass sie Unrecht haben. Das ist doch offensichtlich.“

    Ich hatte den Eindruck, als würde der Heilige Geist mir zuflüstern: „Ja, aber deine Reaktion war völlig daneben, und du musst hingehen und dich entschuldigen.“ Ich dachte: „Uff.“ Aber ich tat es. Ich ging hin und sagte: „Hey, meine Reaktion auf das Ganze war total daneben. Ich habe mich kindisch verhalten. Es tut mir leid.“ Überraschenderweise sagten sie daraufhin: „Es war unsere Schuld. Wir lagen von Anfang an falsch.“ So konnten wir die Sache klären, was wirklich gut war. Denn wenn du Gottes Liebe predigst, während du dich mit deinen Mitarbeitern streitest, ist das kein gutes Bild. Wer im eigenen Haus keinen Frieden hat, kann ihn nicht nach außen tragen. Ich garantiere dir: Selbst wenn die andere Person so was von daneben liegt, flüstert dir der Heilige Geist nicht zu: „Bleib wütend, die verdienen deinen Zorn, die liegen so daneben.“ Das ist nicht der Heilige Geist. Das ist ein anderer Geist, und der ist nicht heilig.

    Fünftens: Mach dir klar, dass Frieden mit Menschen dich etwas kostet. Abraham kostete es sieben Lämmer. Isaak kostete es ein Fest. Und manchmal muss gerade der, dem Unrecht getan wurde, ein Opfer bringen. Manche sagen jetzt sofort: „Auf keinen Fall, warum denn ich? Der andere liegt doch falsch.“ Aber so einfach ist das nicht. Es kommt auf ein paar Dinge an: Erstens darauf, wie sehr du Frieden willst. Zweitens darauf, wie charakterstark du bist. Drittens darauf, was Gott dir zuflüstert.“ Ja, oft ist es der reifere Mensch mit dem stärkeren Charakter, der zuerst hingeht, sich entschuldigt und bereit ist, etwas aufzugeben, damit Frieden möglich wird.
    Sechstens: Behalte im Kopf, dass es eine Belohnung gibt, wenn du dich für Frieden einsetzt. Wir waren bei Vers 31, in 1. Mose 26,32 lesen wir:

    „Am gleichen Tag kamen Isaaks Sklaven und berichteten ihm von einem Brunnen, den sie gegraben hatten. ,Wir haben Wasser gefunden‘, sagten sie.“

    In dieser Wüstenregion war Wasser kostbarer als Gold. Alles hing davon ab. Am selben Tag, an dem Isaak Frieden mit Abimelech schloss, fanden sie Wasser – am selben Tag.
    Ich erinnere ich mich an eine Situation, als ich gerade nach Kalifornien zurückgekommen war, wahrscheinlich 1976. Das Geld war knapp, aber ich hatte den Eindruck, Gott legte mir aufs Herz, einen Missionar zu unterstützen. Ich weiß, man soll kein Bargeld per Post schicken, aber ich steckte trotzdem etwas Bargeld in einen Umschlag. Für mich war das damals viel Geld. Ich adressierte den Brief an das Büro, klebte Briefmarken drauf und warf ihn ein. Am selben Tag bekam ich einen Brief – ohne Absender. Bis heute weiß ich nicht, von wem er war. Er war an mich adressiert. Ich machte ihn auf, und er war voller Bargeld – zehnmal so viel, wie ich gerade erst losgeschickt hatte. Am selben Tag. Wahrscheinlich erfahre ich erst im Himmel, von wem das war. Ich glaube, Gott wollte mir etwas beibringen. In dem Moment, in dem du dich entscheidest, die Einheit im Geist zu bewahren und Frieden zu suchen, kommen Dinge in Bewegung. Egal, ob der Segen später sichtbar wird oder ob dich noch am selben Tag etwas völlig überrascht. Segen wird losgeschickt an dem Tag, an dem du dich entscheidest, ein Friedensstifter zu sein. Gottes Engel werden aktiv, und der Himmel setzt Dinge frei, um dich zu segnen, dich für die Zukunft vorzubereiten, wenn du Frieden stiftest. Jesus hat gesagt: „Glücklich sind die, die Frieden stiften.“ Ich sage dir: Übernatürliches beginnt. Mit dem Einsatz für Frieden ist Belohnung und unerwarteter Segen verbunden.

    Sei ein Friedensstifter. Fast jeden Tag, bevor ich das Haus verlasse, bitte ich Gott, mich zu gebrauchen, um jemandem zu helfen oder Mut zu machen. Das kann eine Ermutigung oder ein Gebet für jemanden sein. Ich glaube, Gott hört solche Gebete. In Jesaja fragt Gott: „Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen?“ Und die Antwort lautet: „Hier bin ich, sende mich.“ Gott will dich gebrauchen, damit du in deiner Familie und auf deiner Arbeit Frieden stiftest, damit Menschen Frieden mit Gott finden, damit sie eine Beziehung zu Gott anfangen und damit sie Gottes Frieden erleben, der daraus wächst, dass sie seinem Wort vertrauen. Ich bete, dass du dich Gott zur Verfügung stellst, als ein Gefäß, das er gebrauchen kann, als ein Werkzeug seines Friedens. Damit Menschen eine Beziehung zu Gott beginnen. Damit sie Frieden mit Gott finden. Und damit sie lernen, in Gottes Frieden zu leben. Der Herr segne dich. Wir sehen uns bald wieder.

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