Dein Warenkorb (0)

Gott hat dennoch einen Plan – Philipperbrief

Bist du frustriert, weil du dich in einer Sackgasse fühlst? Dann darfst du sicher sein: Gott verfolgt immer einen viel größeren Plan, als du im Moment erkennen kannst. Gott hat Ressourcen und Menschen, von denen du nichts weißt. Er hat Millionen von Möglichkeiten, um seinen Plan umzusetzen – Möglichkeiten, auf die du nie kommen würdest. Deshalb warte nicht auf den Erfolg und den Applaus, sondern bringe dort Frucht, wo du gepflanzt bist.

Bestellen als CD
Als PDF herunterladen
  • Hallo, schön, dass du eingeschaltet hast. Wenn du eine Bibel hast, nimm sie gern zur Hand – wir wollen gemeinsam in Gottes Wort eintauchen. Kürzlich haben wir über eine Gemeinde gesprochen, die Gott durch Paulus in der Stadt Philippi gegründet hat. Philippi war eine römische Kolonie, die ursprünglich von Philipp von Makedonien gegründet worden war, dem Vater von Alexander dem Grossen. Diese Stadt lag in einer Senke zwischen Gebirgsketten, die sich östlich und westlich davon erstrecken. Sie war, wenn man so will, das Tor zwischen Europa und Asien. Militärisch war sie von grosser strategischer Bedeutung. Viele Schlachten wurden dort ausgetragen. Als Philippi zur römischen Kolonie wurde, leben dort viele Römer, viele ehemalige Angehörige der kaiserlichen Leibgarde und ehemalige römische Soldaten. Das Auffälligste an römischen Kolonien war: Sie vergassen nie, dass sie Römer waren. Sie trugen römische Kleidung, sprachen die römische Sprache, hielten sich an römische Bräuche – und feierten dieselben Zeremonien wie in Rom. Es wäre ihnen nie eingefallen, sich der einheimische Bevölkerung anzugleichen. Paulus nimmt darauf Bezug, wenn er im Philipperbrief schreibt, dass sie eine Kolonie des Himmels sind. Ihr Lieben, wir gehören zu einer Gemeinschaft, die weit über alles Irdische hinausgeht. Wir sind einem höheren Gesetz unterstellt, einem höheren König – sein Name ist Jesus. Wenn du an Jesus glaubst, dann ist deine Heimat der Himmel. Wir sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Wir sollten nicht reden wie die Welt und nicht leben wie die Welt. Ehrlich gesagt: Wenn jemand sagt, dass er Jesus nachfolgt, aber man sieht keinen Unterschied zwischen ihm und der Umwelt, dann würde ich seine Beziehung zu Jesus infrage stellen. Der Philipperbrief wurde also an die Gemeinde geschrieben, die Paulus in der Stadt Philippi gegründet hatte. In Apostelgeschichte 16 lesen wir, wie diese Gemeinde entstanden ist. Ich lese die Verse 6 und 7: „Danach reisten Paulus und Silas durch das Gebiet von Phrygien und Galatien, weil der Heilige Geist ihnen untersagt hatte, in die Provinz Asien zu gehen.“

    Die Rede ist hier von Paulus und seinen Begleitern – Silas war dabei, Lukas und auch Timotheus. „Sie wurden vom Heiligen Geist daran gehindert, Asien das Wort zu verkünden.“

    Beziehungsweise Kleinasien. Sie versuchten es dort in Kleinasien. Aber der Heilige Geist untersagte es ihnen. „Als sie dann ins Grenzgebiet von Mysien gelangten, wollten sie weiter in die Provinz Bithynien, doch auch das liess der Heilige Geist nicht zu.“

    Du kannst nicht überall sein. Du kannst nicht alles tun. Zu manchen Orten sagt der Heilige Geist: „Da will ich dich nicht haben. Ich zeige dir, wohin ich dich schicken will.“ Lesen wir weiter, Vers 8: „Also zogen sie … in die Stadt Troas.“

    Das ist übrigens der Ort der antiken Stadt Troja. Verse 9 bis 12: „In der folgenden Nacht hatte Paulus eine Vision. Er sah einen Mann aus Mazedonien im Norden Griechenlands, der ihn bat: ‚Komm herüber und hilf uns.‘ Da beschlossen wir, sofort nach Mazedonien abzureisen. Wir waren sicher, dass Gott uns rief, auch dort seine Botschaft zu verkünden. Wir gingen in Troas an Bord eines Schiffs, segelten zur Insel Samothrake und von dort nach Neapolis, wo wir am nächsten Tag anlegten. Von dort aus erreichten wir Philippi, eine grössere Stadt in der Provinz Mazedonien und römische Kolonie; dort blieben wir mehrere Tage.“

    Also: nicht Kleinasien, nicht Bithynien, sondern Mazedonien. Warum Mazedonien? Kurz gesagt: Weil Menschen dort Hunger nach Gott hatten. „Komm nach Mazedonien und hilf uns.“ Die beste Hilfe, die wir Menschen in Not geben können, ist das Evangelium. Es ist grossartig, auch praktische Hilfe zu leisten und das Evangelium gewissermassen in Arbeitskleidung weiterzugeben. Ich bin dafür und halte es für biblisch. Aber die wichtigste Hilfe überhaupt, die wir einem Menschen geben können, ist die gute Nachricht von Jesus Christus. Diese Welt ist nur die Umkleidekabine für die Ewigkeit. Und wo du deine Ewigkeit verbringen wirst, ist die wichtigste Entscheidung, die du in diesem Leben treffen kannst. Deshalb müssen wir das Evangelium zu den Menschen bringen. In dieser römischen Kolonie Philippi gab es Menschen, die sich nach Wahrheit sehnten. Gott schenkte diese Vision – und sie erkannten, dass der Herr sie nach Mazedonien schickte. So kamen sie schliesslich in die Stadt Philippi. Ich erinnere mich an einen Prediger, der davon erzählte, dass er eine klare Führung durch den Heiligen Geist erlebte. Er sollte in eine bestimmte Region im Nahen Osten gehen. Er war ein bekannter Evangelist und hätte überall in den USA oder Europa predigen können. Aber er sagte: „Ich spürte dieses innere Drängen und erkannte, dass der Heilige Geist mich in diese Region im Nahen Osten schicken wollte. Also buchte ich meine Flüge, organisierte eine Unterkunft, nahm Kontakt zu ein paar Christen dort auf und reiste los. Ich erwartete, dort Grosses zu erleben.“ Ich glaube, er war fünf Tage oder vielleicht eine Woche dort. Er erzählte: „Es ergab sich nur eine einzige Gelegenheit: Ich konnte nur einer Frau helfen. Das war die einzige Tür, die sich öffnete. Ich habe ihr das Evangelium erklärt – und es hat ihr Leben zutiefst verändert.“ Er sagte: „Ich flog zurück in die USA und dachte: ‚Gott, das war doch reine Zeitverschwendung. So viel Aufwand, so viel Geld – und alles für eine einzige Person? Habe ich dich falsch verstanden? Warum hast du mich dorthin geschickt?‘“ Aber der Heilige Geist sagte ganz klar zu mir: ‚Mein Sohn, ich habe dich für diese eine Frau dorthin geschickt.‘“ Und dann sagte dieser Prediger etwas, das ich nie vergessen werde: „Der Heilige Geist sagte mir: ‚Ich bin gern freigiebig, aber ich verschwende nichts.‘“ Jesus hat gesagt: „Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei seine Seele verliert?“ Eine einzige Seele ist mehr wert als die ganze Welt mit all ihrem Reichtum. Wer weiss, was durch das Leben dieser Frau noch alles geschehen ist? Und genau das sehen wir auch hier in Philippi. Gott verfolgt immer einen viel grösseren Plan, als wir erkennen können. Dort heisst es: „Nachdem sie die Vision gesehen hatten, suchten wir einen Weg, nach Mazedonien zu kommen.“ Das heisst, sie bemühten sich. Sie gingen nicht sofort los, sondern suchten eine Möglichkeit. Und das ist entscheidend. Das griechische Wort meint, dass sie nach einem Weg suchten, dass sie planten, Vorbereitungen trafen und taten, was sie konnten. Darin liegt eine Lektion für uns. Sie hatten diese Vision. Sie wussten: Das ist unser Weg. Da liegt etwas Bedeutendes vor uns. Also überlegten und planten sie, wie sie diesen Auftrag umsetzen konnten. Sie erlebten die Vision in Troas, dem antiken Troja. Von dort aus segelten sie los, heisst es. Aber sie waren in Troas nicht untätig. Offensichtlich führten sie dort Menschen zum Glauben, während sie auf das nächste Zeichen warteten und nach einem Weg suchten, um weiterzugehen – dorthin, wo Gott sie haben wollte. Sie sassen nicht einfach herum. Sie waren aktiv. Anscheinend gründeten sie sogar eine Gemeinde in Troas. Auch wenn wir nichts Konkretes darüber lesen, erfahren wir doch in Apostelgeschichte 20, dass Paulus wieder in Troas ist, in der antiken Stadt Troja. Die Gemeinde sitzt in einem Obergemach zusammen. Paulus predigt und spricht mit ihnen. Es brennen Lampen und Paulus predigt bis Mitternacht. Ein junger Mann sitzt im Fenster, wird vom Schlaf überwältigt, fällt drei Stockwerke tief und stirbt. Paulus geht hinunter, nimmt ihn in den Arm, betet – und der junge Mann erwacht wieder zum Leben. Alle sind ermutigt. Und was machen sie? Sie gehen wieder hoch – und Paulus predigt weiter bis zum Morgengrauen. Es war also eine Gruppe Christen, eine kleine, junge Gemeinde. Wer sie gegründet hat, erfahren wir nicht – aber wahrscheinlich hatten Paulus und seine Leute damit zu tun. Was wir tun, wird nur selten jemand aufschreiben. Niemand wird darüber berichten oder uns feiern. Wir werden nicht im Geschichtsbuch auftauchen. Aber im Himmel ist alles notiert – und hat ewige Bedeutung. Wenn du darauf wartest, gefeiert zu werden – vergiss es. Bringe dort Frucht, wo du gepflanzt bist. Und Paulus und die anderen taten genau das. Schon in Troas, bevor sie nach Mazedonien kamen, waren sie aktiv. Wo immer du gerade bist: Leg los. Ich spreche damit jetzt zu jemandem direkt: Du weisst, dass Gott dich berufen hat zu predigen. Fang bei deinen Nachbarn an. Fang im Supermarkt an. Erzähl deinen Freunden von Jesus. Tu, was du kannst, mit dem, was du hast – da, wo du bist. Vielleicht sagst du: „Ich habe das Gefühl, Gott beruft mich nach Vietnam.“ Dann suche nach einem Weg, dorthin zu kommen. Lern die Sprache. Besorge dir einen Reisepass. Und bis es so weit ist, besuche vietnamesische Restaurants in deiner Gegend. Freunde dich mit dem Koch an, mit dem Personal und führe sie zu Jesus. Leg los. Tu, was du kannst – da, wo du bist – mit dem, was du hast. Paulus hatte die Vision von Gott: Ein Mann aus Mazedonien sagt: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns.” Man denkt doch: Wenn diese Vision von Gott ist, werden sie mit Fahnen auf der Strasse empfangen. Der Bürgermeister überreicht ihnen den Schlüssel der Stadt. Eine grosse Erweckung bricht aus. Aber nichts davon geschah. In den Versen 11 und 12 lesen wir: Sie kommen nach Philippi – und bleiben dort ein paar Tage. Sie erkunden die Stadt, beten, warten auf Gottes Führung. „Was wird unser erster Schritt sein?“

    Verse 13 bis 15: „Am Sabbat gingen wir ans Ufer eines Flusses etwas ausserhalb der Stadt, weil wir annahmen, dass man sich hier zum Gebet traf, und wir setzten uns hin, um mit einigen Frauen zu sprechen, die dort zusammengekommen waren. Eine dieser Frauen war Lydia aus Thyatira, die mit kostbaren Purpurstoffen Handel trieb. Sie war keine Jüdin, hielt sich aber zur jüdischen Versammlung. Während sie uns zuhörte, öffnete der Herr ihr das Herz für die Botschaft, die Paulus verkündete. Sie liess sich zusammen mit allen, die zu ihrem Haus gehörten, taufen und bat uns, ihre Gäste zu sein. ‚Wenn ihr wirklich der Meinung seid, dass ich dem Herrn treu bin‘, sagte sie, ‚dann kommt und bleibt in meinem Haus.‘ Und sie drängte uns so lange, bis wir nachgaben.“

    Jetzt waren sie also da. In der Stadt Philippi gab es keine Synagoge. Normalerweise ging Paulus so vor, dass er zuerst die Synagoge besuchte. Als ehemaliger Rabbi wurde er immer eingeladen, dort zu sprechen. Dann erklärte er anhand der Bibel, wer der Messias ist, wer Jesus ist. Aber offenbar gab es in Philippi keine Synagoge. Manche Quellen sagen, dass es im Judentum zur Zeit der Antike Brauch war, dass man mindestens zehn jüdische Familien brauchte, um eine Synagoge zu gründen. In dieser römischen Kolonie Philippi gab es wahrscheinlich nicht einmal zehn jüdische Familien. Wenn es nicht genug Männer für eine Synagoge gab, ging man traditionell an den Fluss, um dort zu beten. Aber es waren überhaupt keine Männer dort – ausschliesslich Frauen. Also predigt Paulus hier. Gott bewegt Lydias Herz. Sie bekehrt sich und ihr ganzes Haus kommt zum Glauben. Das war’s. Und wieder denkt man: „Moment mal, ich dachte, diese Vision war von Gott. Wo sind die Fahnen? Wo ist das Feuerwerk? Wo sind die Massen, die sich bekehren?“ Nur eine Frau? Das erinnert mich an die Geschichte von meinem Freund, der in den Nahen Osten ging – und dort nur einer einzigen Frau dienen konnte. Interessanterweise stammte Lydia aus Thyatira. Sie handelte mit Purpurstoffen – ein unglaublich lukratives Geschäft damals. Das Purpurpigment wurde aus Muscheln gewonnen, die in der Gegend um Thyatira in den Flüssen vorkamen. Mit diesem sehr, sehr teuren Farbstoff wurden römische Togas gefärbt und auch königliche Gewänder. Diese Frau besass ein grosses Haus, sie hatte Angestellte – sie war wohlhabend. Sie pflegte weiterhin ihre geschäftlichen Kontakte. Sie war Purpurhändlerin – sie bezog den Farbstoff aus Thyatira. Paulus und seine Begleiter wollten eigentlich nach Kleinasien gehen. Aber Gott verfolgte einen viel grösseren Plan, er webte ein Gesamtbild, das sie noch nicht überblicken konnten. Gott sagte: „Nein, ihr sollt nach Mazedonien gehen. Dort erreicht ihr diese eine Frau – und durch ihre geschäftlichen Verbindungen, durch ihre Familie, wird das Evangelium dorthin gelangen, wo ihr eigentlich hinwolltet.“ Gott hat Ressourcen und Menschen, von denen du nichts weisst. Gottes Gemeinde ist gross, vielfältig und reich an Gaben. Gott hat Millionen von Möglichkeiten, um seinen Plan umzusetzen – Möglichkeiten, auf die du nie kommen würdest. Lydia wird von vielen als die erste europäische Christin bezeichnet. Manche Historiker sagen sogar, dass ihre Bekehrung ein Wendepunkt für die westliche Zivilisation war – denn durch sie kam das Evangelium nach Europa. Sie war Gottes Türöffnerin, um eine Stadt zu gewinnen und Geschichte zu schreiben. Gottes Vorsehung brachte sie und Paulus zusammen. Interessanterweise glaubte sie bereits an Gott. Sie betete, traf sich mit anderen. Sie war noch nicht gerettet, aber sie hatte Ehrfurcht vor Gott. Sie musste ein Unternehmen führen, die Produktion koordinieren, die Verschiffung regeln, Stoffe beschaffen, Angestellte managen. Sie war eine sehr sehr beschäftigte Frau – und trotzdem nahm sie sich Zeit für Gott. Und weil sie sich Zeit für Gott nahm, fand sie mehr von Gott. Sie fand seinen Segen, sie fand ihre Berufung – und sie wurde zur Weltverändererin. Ein Wort an die Geschäftsleute, die gerade zuhören: Sei nicht so beschäftigt mit deinem Unternehmen, dass du keine Zeit für die Gemeinde hast. Sei nicht so eingespannt, dass du keine Zeit mehr für Gott hast. Gott, sein Werk und seine Gemeinde müssen an erster Stelle stehen. Schieb ihn und seine Angelegenheiten nicht aufs Nebengleis. Lydia bekehrte sich – und ihr ganzes Haus gleich mit. Es heisst, Gott öffnete ihr Herz, sodass sie auf das hörte, was Paulus sagte. In einer anderen Übersetzung heisst es: „Gott bewegte ihr Herz.“ Denk nicht, dass Gott deine Angehörigen nicht erreichen kann. Gott kann ihr Herz bewegen. Er ist grösser als der Teufel. Manche Menschen jammern deprimiert: „Der Teufel hat meinen Mann und meine Kinder in den Händen.“ Hör zu: Gott ist grösser als der Teufel. Gott kann deine Kinder erreichen. Wende dich von Gott nicht ab. Klammer dich an ihn, bete für sie, setz dich für sie ein, handle weise, teile deinen Glauben mit ihnen – Gott kann ihr Leben verändern. Ich habe nur noch Zeit, auf einen letzten Punkt einzugehen – wieder etwas Interessantes, das in der Geschichte dieser Gemeinde in Philippi geschah. Bisher waren dort nur Lydia und ihr Haus. Sie waren gerettet und getauft worden. Dann passiert etwas Spannendes. In Vers 16 lesen wir: „Eines Tages, als wir gerade auf dem Weg zur Gebetsversammlung waren …“

    Sie gingen also weiterhin zum Fluss, zu diesen Gebetstreffen. „… begegneten wir einer Sklavin, die von einem Geist besessen war. Sie betrieb Wahrsagerei und brachte ihren Herren damit viel Geld ein.“

    Sie war eine Wahrsagerin. Und beachte: Sie brachte ihren Besitzern viel Geld ein. Wahrsager verlangen heute Geld – und das war damals nicht anders. Aber man muss sehen: Sie war von einem bösen Geist besessen – einem Geist der Wahrsagerei. Da war etwas Übernatürliches im Spiel. Menschen, die sich mit Séancen, Wahrsagerei oder Ähnlichem beschäftigen, haben es mit bösen Geistern zu tun. Dann lesen wir über diese junge Frau in Apostelgeschichte 16, Verse 17 bis 21: „Sie lief nun hinter uns her und schrie: ‚Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes und sind gekommen, um euch zu sagen, wie ihr gerettet werden könnt.‘ Das wiederholte sich Tag für Tag. Paulus war schliesslich so aufgebracht, dass er sich umdrehte und zu dem Dämon in ihr sagte: ‚Ich befehle dir im Namen von Jesus Christus, aus ihr auszufahren.‘ Und augenblicklich verliess er sie. Als ihre Besitzer ihre Hoffnung auf sichere Einkünfte zerschlagen sahen, packten sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Stadtbehörde. Sie brachten sie vor die obersten Beamten der Stadt. ‚Wegen dieser Juden ist die ganze Stadt in Aufruhr!‘, riefen sie. ‚Sie reden den Leuten Dinge ein, die im Widerspruch zu den römischen Bräuchen stehen.‘“

    Spannende Sache. Diese junge Frau, die von einem Geist besessen war, tat es nicht nur einmal, sondern lief ihnen tagelang hinterher und schrie: „Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes und sind gekommen, um euch zu sagen, wie ihr gerettet werden könnt.“ Was sie sagte, war zwar richtig, aber der Geist dahinter war falsch. Niemand braucht einen Dämon, der für einen Werbung macht. Jeder in der Stadt kannte die junge Frau – sie war für ihre Fähigkeiten bekannt. So wurde das Evangelium sofort mit dem Okkulten verknüpft. Die Leute dachten: „Was diese Männer predigen, ist wie Wahrsagerei.“ Und weil ein böser Geist sie beherrschte, sagte sie es wahrscheinlich in spöttischem Ton. Das war wenig hilfreich und es heisst, dass es sich tagelang wiederholte. Dann lesen wir: „Paulus war schliesslich so aufgebracht …“ In älteren Bibelübersetzungen heisst es: „Paulus aber wurde unwillig …“ Er wandte sich um und sagte zu dem Geist: „Ich befehle dir im Namen von Jesus Christus, aus ihr auszufahren.“ Und augenblicklich verliess der Geist sie. Eines ist klar: Als Gläubige haben wir Autorität über böse Geister. Jesus sagt: „Geht in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die gute Botschaft. Diese Zeichen werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben. Sie werden in neuen Sprachen reden. Wenn sie Schlangen anfassen, wird es ihnen nicht schaden“ – und so weiter. Ein Merkmal gläubiger Menschen ist, dass sie Dämonen austreiben. Jesus sagt: „Ich gebe euch Macht über alle Kraft des Feindes. Nichts wird euch schaden.“ Jakobus schreibt: „Widersteht dem Teufel und er wird von euch fliehen. Unterwerft euch Gott.“ Du sollst dem Teufel widerstehen. Paulus hat nicht gebetet: „Herr, bitte treibe diesen Geist aus.“ Nein. Wir sind bevollmächtigt, dem Teufel im Namen von Jesus zu begegnen. Überleg mal: Diese junge Frau hat das Richtige gesagt – und lag trotzdem völlig falsch. Paulus war innerlich betrübt und trieb den Geist aus. Er hatte dieses geistliche Unbehagen. Der Heilige Geist schenkt uns das allen. Du hast geistliche Vollmacht. Johannes schreibt: „Ihr habt die Salbung vom Geist, und er lehrt euch alles.“ Er sagt das im Zusammenhang mit dem Erkennen von echten und falschen Gläubigen, mit dem Erkennen von Wahrheit und Lüge. Im Judasbrief heisst es, dass gewisse Menschen vom Feind gesandt sind. Sie speisen mit euch, kommen zu euren Festen, aber im Griechischen steht, sie sind wie „verborgene Klippen unter der Wasseroberfläche“. Schiffe laufen an ihnen auf Grund. Sie wollen Menschen verführen, in moralische Abwege ziehen, vom Evangelium weglocken. Sie geben sich als Schafe aus, sind aber in Wahrheit Wölfe im Schafspelz. Woran erkennt man, dass jemand äusserlich das Richtige sagt, aber seine Motivation falsch ist? Dass er sich nur neben die Gläubigen schleichen will? Dass er das Richtige tut und das Richtige sagt, aber insgeheim Menschen vom Glauben abbringen will? Woran erkennt man das? Durch das innere Unbehagen. Paulus war innerlich betrübt und erkannte: Das ist ein falscher Geist. Hör dir das an: Johannes 13, Vers 2: „Es war Zeit für das Abendessen, und der Teufel hatte Judas, den Sohn des Simon Iskariot, schon dazu verleitet, seinen Plan wahr zu machen und Jesus zu verraten.“

    Der Teufel hatte also etwas in Judas’ Herz gelegt. Er würde Jesus verraten. Judas war vom Satan beeinflusst. Später heisst es sogar, dass Satan in ihn fuhr. Sie sassen also alle zusammen und äusserlich wirkte alles normal. Aber in Vers 21 lesen wir: „Nach diesen Worten sagte Jesus bis ins Tiefste erschüttert: ‚Ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!‘“

    Interessant. Der Satan hatte etwas in Judas’ Herz gelegt. Äusserlich sah alles normal aus. Alles klang richtig. Aber Jesus war im Geist plötzlich erschüttert: „Ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!“ Genau wie Paulus – innerlich betrübt, weil diese Wahrsagerin zwar das Richtige sagte, aber mit einem falschen Geist. Wir müssen lernen, als gläubige Christen auf solche inneren Warnsignale zu hören. Man sollte nicht verurteilend sein, man sollte nicht hinter jeder Ecke einen Dämon vermuten. Das wäre seltsam. Aber bei manchen Menschen merkt man: Da stimmt etwas nicht. Vor kurzem habe ich spätabends meinen Sohn angerufen. Er ist jetzt der leitende Pastor unserer Gemeinde. Ich hatte eine Person gesehen, die wir beide kennen, und sie war in Begleitung einer anderen Person gewesen. Ich war daraufhin innerlich unruhig geworden. Mein Geist war betrübt. Ich weiss noch nicht, wie die Sache weitergeht. Ich will nicht urteilen und nichts überstürzen. Für mich ist es jetzt erstmal ein Gebetsanliegen. Aber der Heilige Geist will uns alle auf diese Weise führen. Wenn du innerlich unruhig bist, wenn du dieses tiefe Unbehagen spürst – dann nimm dir Zeit zum Beten. Bleib nicht stur auf deinem Kurs. Hör hin, was Gott dir sagen will. Ich hätte noch so viel mehr zu sagen, aber die Zeit reicht nicht. Ich bete, dass diese Impulse ein Segen für dich waren. Wir sehen uns wieder.

  • Schreiben Sie einen Kommentar

    Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hat dir die Sendung gefallen?

Dann leite sie gerne weiter oder teile sie in den sozialen Medien, damit auch andere ermutigt werden!

Das könnte dich auch interessieren
Artikel

Kennst du den wichtigsten Vorsatz für 2026?

TV-Sendung

Wie Gottes Geist dich führt – Philipperbrief

Produkt

The Importance of Being in the Right Place

Kurzvideo

Bayless betet für dich! – Gebet um Weisheit

Unterstütze unsere Arbeit

Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!

Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.