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Was deine Gebete ausbremst – und wie du das änderst

Wünschst du dir, dass deine Gebete mehr bewirken? Bayless Conley ist überzeugt: Manchmal werden unsere Gebete ausgebremst, weil wir einige grundlegende Punkte nicht beachten. In dieser Sendung erklärt er, welche biblische Grundlage jedes Gebet braucht und welche Frage aus 2. Korinther 13,5 du dir stellen solltest. Entdecke, wie du den Weg freimachst, damit deine Gebete Einfluss haben!

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  • Vor einigen Jahren sind meine Frau und ich in einer kleinen Viersitzer-Maschine mitgeflogen. Wir waren mit zwei Freunden auf der kleinen Insel Catalina, direkt vor der kalifornischen Küste. Das war ein spannender Flug. Der Wind pustete den kleinen Flieger ganz schön durch und die Landebahn war winzig. Beim Starten konnte man das Ende nicht sehen. Es sah so aus, als würde man gleich von der Klippe stürzen. Ich war etwas nervös. Aber mein Freund, der Pilot, hatte vor dem Abflug etwas erledigt. Und darüber will ich gleich sprechen.

    Hallo, schön, dass du dabei bist. In dieser Sendung geht es um eine Checkliste für das Gebet. Wir wollen uns ein paar Punkte anschauen, die wir vor dem Gebet klären sollten. Lass mich erklären, was ich damit meine. Vor ein paar Jahren wurden meine Frau und ich von Freunden eingeladen, nach Catalina Island zu fliegen. Die Insel liegt etwa 40 Kilometer vor der kalifornischen Küste. Es gibt dort eine winzige Landebahn und ein paar Restaurants. Es leben nicht viele Menschen dort, aber es ist eine hübsche kleine Insel. Wir trafen uns am Flughafen, wo mein Freund, ein ausgebildeter Pilot, einen kleinen Viersitzer gemietet hatte. Wir vier kletterten an Bord. Er und seine Frau saßen vorne und meine Frau und ich hinter ihnen. Vor dem Start ging mein Freund eine ganze Checkliste durch. Er hielt sie in der Hand und hakte sie Punkt für Punkt ab. Er überprüfte die Tankfüllung, sah nach, ob die Anzeige funktionierte und kontrollierte, ob alles lief. Ich glaube, er überprüfte auch, ob die Klappen an den Flügeln funktionierten. Ich fliege nicht selbst, aber ich beobachtete ihn, wie sorgfältig er die ganze Checkliste abarbeitete.

    Er wollte sicher sein, dass alles funktionierte. Denn wenn nicht, hätte das katastrophal für uns enden können – bis hin zum Absturz, ohne dass wir unser Ziel erreicht hätten. Jeder ausgebildete Pilot geht eine solche Checkliste durch – egal, ob er einen Jet fliegt oder eine viersitzige Propellermaschine wie wir damals. Vor jedem Abflug geht man die Checkliste durch und kontrolliert, ob alles ordnungsgemäß läuft und stellt sicher, dass alles funktioniert.

    Bevor wir unser Gebet abheben lassen, sollten wir ebenfalls eine Checkliste durchgehen. Sonst können unsere Gebete ausgebremst werden, sodass sie ihr Ziel nicht erreichen und nicht so erhört werden, wie wir uns das wünschen. Dieser Gebets-Check besteht aus vier einfachen Punkten. Der erste ist: Frage dich, ob es Bibelstellen gibt, die dein Gebet unterstützen. „Gibt es Bibelstellen, die für mein Anliegen gelten? Wird mir das, worum ich bitte, in der Bibel versprochen?“ In Johannes 15, Verse 7 und 8 sagt Jesus:

    „Doch wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte in euch bleiben, könnt ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird euch gewährt werden! Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht hervorbringt und meine Jünger werdet.“

    Er spricht hier über die Frucht von Gebet. Unser Gebet wird Früchte tragen. Unsere Gebete werden erhört, wenn wir in ihm bleiben und sein Wort in uns. Sein Wort muss in uns wohnen, bevor wir bitten. Er sagt: „Bittet, um was ihr wollt.“ Aber natürlich muss es im Sinne der Bibel sein. Es muss Gottes Wort entsprechen und uns darin zugesagt sein. Damit sollten wir also anfangen, wenn wir unsere Checkliste für Gebet durchgehen.

    Während ich hier sitze, fliegt meine Frau gerade zurück nach Los Angeles. Sie hat ein paar Tage eine Freundin in einem anderen Bundesstaat besucht. Nachdem ich hier fertig bin, hole ich meine Liebste ab. Als sie vor ein paar Stunden am Flughafen angekommen ist, musste sie zum Gate gehen. Was wurde sie gefragt, bevor sie in den Flieger steigen konnte? Sie wurde gefragt: „Kann ich bitte Ihr Flugticket sehen?“ Dann hat sie ihr Ticket gezeigt, auf dem „Los Angeles“ und ihr Name und ihre Sitznummer steht. Hätte sie auf die Frage geantwortet: „Ich habe kein Ticket, aber ich glaube, ich fliege nach Los Angeles“, dann hätte man ihr dort gesagt: „Aber nicht mit diesem Flugzeug. Nicht ohne Ticket.“ – „Aber ich glaube einfach, dass ich nach Los Angeles fliege!“ – „Tut mir leid. Sie brauchen ein Ticket, um in dieses Flugzeug zu steigen. Sie werden nicht nach Los Angeles befördert, wenn Sie kein Ticket haben, auf dem steht, dass Sie dorthin fliegen.“

    Egal, ob digital auf dem Handy oder auf Papier, sie brauchte ein Ticket. Genauso ist es mit dem Gebet: Dein Gebet wird nicht abheben, wenn du keine Bibelstelle hast, die dir dein Ziel verspricht. Wenn du um Heilung bittest, solltest du ein Ticket haben, auf dem steht: „Durch seine Wunden bin ich geheilt.“ Dann betest du um Heilung. Du solltest ein Ticket haben, auf dem steht: „Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich.“ – „Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden.“ Wenn man so will, brauchst du ein Ticket, das dein Ziel bestätigt. Das bestätigt, worum du bittest. Das ist sehr, sehr wichtig.

    Abraham wird als Vorbild im Glauben beschrieben. In Römer 4 lesen wir, dass wir in seinen Fußstapfen folgen sollen, wenn es um den Glauben geht. Das wird dort ausführlich beschrieben. In 1. Mose lesen wir, dass Abraham 100 und seine Frau Sarah 90 Jahre alt war. Sie hatten nie Kinder bekommen können. In einer Übersetzung steht: Abraham sah „seinen eigenen, schon erstorbenen Leib an, da er fast hundert Jahre alt war, und das Absterben des Mutterleibes der Sara.“ Er stand also quasi schon mit einem Bein im Grab und seine Frau konnte keine Kinder mehr bekommen. Aber Gott versprach ihm: „Du wirst der Vater vieler Völker sein.“ Gegen jede Logik vertraute Abraham ihm. Du kannst es in Römer 4 nachlesen: Er glaubte. Er glaubte entsprechend der Zusage: „Deine Nachkommen werden so zahlreich sein wie die Sterne am Himmel.“

    In Römer 4 wird diese Zusage mindestens sieben Mal erwähnt oder angedeutet. Zusage, Zusage, Zusage, Zusage, Zusage, Zusage, Zusage. Abraham glaubte nicht einfach, weil er wollte, dass es passierte. Er glaubte nicht, weil das eine populäre Ansicht war. Er glaubte nicht aufgrund dessen, was der Arzt gesagt oder nicht gesagt hatte. Er glaubte nicht auf den Rat seines Nachbarn hin. Er glaubte nicht aufgrund der körperlichen Gegebenheiten oder Möglichkeiten. Er glaubte, weil es zugesagt worden war. Wahrer Glaube beruft sich auf Gottes Wort. Römer 10,17:

    „Und doch kommt der Glaube durch das Hören dieser Botschaft, die Botschaft aber kommt durch das Wort von Christus.“

    Gebete, die fruchtbar sind, stützen sich auf die Bibel. Ich habe es schon oft gesagt und sage es auch heute: Du brauchst eine Liebesbeziehung zu deiner Bibel. Mach dich mit ihren Zusagen, mit Gottes Geboten und Beschlüssen vertraut. Lerne Gottes Wege kennen. Und zwar indem du in der Bibel liest. Also Punkt Eins: Du brauchst ein Versprechen aus der Bibel, das deine Bitte untermauert.

    Der zweite Punkt auf unserer Checkliste lautet: Prüfe, ob du im Glauben stehst. Ich erkläre das jetzt, also bleib bei mir. Ich möchte, dass niemand das falsch versteht. Der zweite Punkt auf der Checkliste lautet: Prüfe, ob du im Glauben stehst. Ich lese dazu 2. Korinther 13,5. Hier schreibt Paulus an die Korinther:

    „Prüft euch, ob ihr im Glauben steht. Prüft euch selbst. Erfahrt ihr nicht an euch selbst, dass Jesus Christus in euch ist? Dann hättet ihr euch nicht bewährt.“

    Denk mal darüber nach. Er schreibt: „Prüft euch, ob ihr im Glauben steht. Prüft euch selbst.“ Es geht hier allgemein um den Glauben an Jesus, um gerettet zu werden. Gehörst du zu Gottes Familie? Bist du gerettet? Bist du durch sein Blut reingewaschen? Bist du von Neuem geboren worden? Gehörst du wirklich zu Jesus? Ist er wirklich dein Retter? Paulus sagt: „Prüft euch selbst.“ Wir können bestimmte Punkte überprüfen. Wir können wissen, dass wir zu Jesus gehören. Im 1. Johannesbrief steht: „Durch den Geist, den er uns gegeben hat, wissen wir, dass Gott in uns lebt. … Wir wissen, dass wir vom Tod zum Leben übergegangen sind, weil wir unsere Geschwister lieben.“ Es gibt Anhaltspunkte, an denen wir erkennen, dass wir in Christus sind, dass wir ihm gehören. Das gilt für diesen Aspekt des Glaubens und das gilt auch für den gesamten Glauben. Du kannst dich prüfen und wissen, ob du an die Rettung glaubst. Du kannst dich prüfen und wissen, ob du daran glaubst, körperlich geheilt zu werden. Du kannst dich prüfen und wissen, ob du glaubst, wenn du für deine Kinder betest oder für deine Ehe oder für Finanzen. Egal, was du gerade brauchst – du kannst wissen, ob du im Glauben stehst.

    Wenn du mir in den nächsten Minuten deine Aufmerksamkeit schenkst, erfährst du auch, wie. Es ist nicht schwer und es könnte deine Welt auf den Kopf stellen. Prüfe dich. Das Wort „prüfen“ bedeutet „eindringlich betrachten, gründlich untersuchen, alles andere entfernen und ansehen, was wirklich da ist“. Ist dein Glaube echt oder ist er nur eine gute Kopie?
    Vor einigen Jahren kam eine Frau in der Gemeinde zu meiner Frau Janet und schenkte ihr eine wirklich schöne Perlenkette. Das kam völlig unerwartet. Meine Frau bedankte sich herzlich. Es waren keine riesigen, auffallenden Perlen, aber es war eine hübsche kleine Perlenkette. Ich weiß noch, dass ich dachte: „Was für ein Geschenk!“ Sie schenkte meiner Frau dieses persönliches Schmuckstück, von dem sie sagte, dass sie es besonders mochte und deshalb Janet es haben sollte.

    Janet besaß also diese Kette und eines Tages nahm ich sie heimlich aus der Schmuckschatulle und ging damit zu einem Juwelier. Ich wollte sehen, ob ich dazu passende Perlenohrringe kaufen oder anfertigen lassen konnte. Ich sagte zum Juwelier: „Meine Frau hat diese Perlenkette geschenkt bekommen und ich hätte gern passende Ohrringe dazu.“ Der Mann sagte: „Zeigen Sie mal her.“ Er nahm eine kleine Lupe zur Hand, wie Juwelieren sie benutzen, sah sich die Perlen an und sagte: „Das sind keine echten, sondern künstliche Perlen.“ Ich war sprachlos. „Nein!“ Er erwiderte: „Doch. Es sind Nachbildungen.“ Ich fragte: „Woher wissen Sie das?“ Und er sagte: „Schauen Sie her.“ Er gab mir die Lupe und die Perlen und meinte: „Wenn Sie genau hinsehen, können Sie die Nahtstelle sehen von der Herstellung der Perlen. Das sind keine echten Perlen.“ Ich betrachtete sie genauer und – tatsächlich -, ich konnte sehen, dass er recht hatte. Sie waren gut gemachte Nachbildungen. Sie sahen aus wie echte Perlen und wir hatten sie für echte Perlen gehalten. Als ich zurückdachte, erinnerte ich mich, dass die Frau nicht gesagt hatte, es wären echte Perlen. Wir hatten es einfach angenommen. Aber sie waren nicht echt.
    Es gibt auch eine gute Kopie von echtem Glauben. Es ist die verstandesmäßige Zustimmung. Sie wirkt wie Glaube und klingt auch so. Aber bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, dass sie keineswegs echter Glaube ist. Denn die verstandesmäßige Zustimmung bejaht, dass Gottes Wort wahr ist, aber sie nimmt die Zusagen nicht in Anspruch. Echter Glaube kommt aus dem Herzen. Er ist mehr als reines Kopfnicken und Zustimmung, dass Gottes Wort wahr ist.

    Vor kurzem war ich mit einem Freund in einem kleinen Restaurant, das ich entdeckt hatte. Wir bestellten beide das Mittagsmenü. Es hat nur zehn Dollar gekostet und es war wirklich gut. Sie werden von Biohöfen beliefert. Das Fleisch kommt von Tieren aus Weidehaltung, das Gemüse aus der Region. Sie machen ihr Salatdressing selbst. Es ist ein wirklich tolles kleines Restaurant. Wir bestellten also das Mittagsmenü, das ich noch nicht kannte, obwohl ich schon mehrmals dagewesen war. Ich war begeistert, wie lecker es war. Es war nicht nur gut, sondern richtig gut.
    Ich führte das Essen zum Mund, kaute es und schluckte. Mein Körper nahm es auf und produzierte daraus Energie. Das hat die Mahlzeit bewirkt. Ich habe sie gegessen, sie wurde weitergeleitet und in physische Energie verwandelt. Heute erinnere ich mich noch genau an den Geschmack, die Konsistenz, den Geruch, die Farbe und das Aussehen. Aber ich kann keine Energie mehr daraus ziehen. Mein Körper hat alles verbraucht. Es ist zur Erinnerung geworden, die meinem Körper keine Energie mehr gibt, auch wenn ich das Essen noch komplett beschreiben kann. Wenn ich neue Energie brauche, muss ich wieder etwas essen.

    Genauso ist es auf geistlicher Ebene. Wir brauchen geistliche Nahrung aus Gottes Wort. In der Bibel steht: „Verlangt nach der reinen Milch, dem Wort Gottes, um im Glauben zu wachsen.“ Das Bild gibt es auch für diejenigen mit einem reiferen Glauben. Sie können das Fleisch von Gottes Wort zu sich nehmen. Wir sollen also das Fleisch und die Milch von Gottes Wort aufnehmen und verdauen. Wenn wir geistliche Nahrung aus Gottes Wort zu uns nehmen, erhalten wir geistliche Energie, die wir Glauben nennen.

    Der Punkt ist: Die Bibelstellen, die vor sechs Monaten meinen Glauben gestärkt haben, tun das heute nicht mehr unbedingt, nur weil ich mich an sie erinnern kann. Vielleicht kann ich sie noch zitieren oder mich daran erinnern, wie ich im Büro oder am Küchentisch saß und die Verse gelesen habe, und wie mir die Tränen über die Wangen rollten, als die Worte lebendig wurden und Gott durch sie zu mir gesprochen hat. Das war ganz real und hat meinen Glauben gestärkt und genährt. Vielleicht kann ich mich an die Gefühle erinnern, die damit verbunden waren, oder vielleicht erinnere ich mich auch nur an die Bibelverse. Aber sie stärken nicht zwingend auch heute noch meinen Glauben.

    In der Bibel steht, was ich vorhin schon zitiert habe: „„Der Glaube kommt durch das Hören dieser Botschaft, die Botschaft aber kommt durch das Wort von Christus.“ Das steht in der Gegenwart: „Glaube kommt durch das Hören der Botschaft. Die Botschaft kommt durch das Wort von Christus.“ Glaube kommt nicht von früherem Hören, sondern von heutigem Hören. Gegenwart. Ich brauche Gottes Wort jeden Tag.
    Wusstest du, dass Gott die Israeliten bei ihrer Wanderung durch die Wüste mit Manna versorgte – mit Brot vom Himmel? Wenn sie morgens aus den Zelten kamen, lag das Manna auf dem Boden und sie sammelten es ein. Jeden Morgen neu. Denn es hielt sich nicht. Das Manna ist ein Bild für Gottes Wort, für geistliche Nahrung. Wenn jemand besonders viel Manna sammelte, um es für den nächsten Tag aufzubewahren, war es am nächsten Tag voller Maden. Es hielt sich einfach nicht.

    Dasselbe gilt im Bild gesprochen auch für Gottes Wort. Was ich vor einer Woche, einem Jahr oder einem Monat innerlich gesammelt habe, stärkt nicht unbedingt heute meinen Glauben. Ich muss rausgehen und neues Manna sammeln. Ich brauche sein Wort jeden Tag neu. Jesus sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort“ – so steht es im Griechischen – „das vom Mund Gottes ausgeht“. Es ist etwas Lebendiges und Frisches und Aktuelles. Ich lebe also nicht von Brot allein, sondern von jedem Wort, das von Gottes Mund ausgeht. Gott spricht durch sein Wort zu uns, aber wir müssen uns jeden Tag dafür Zeit nehmen. Bevor du betest, suche dir also eine Bibelstelle, die dein Anliegen unterstützt. Frage dich: „Habe ich eine solche Stelle?“ Dann prüfe dich, ob du im Glauben stehst. Nimm dir Zeit für Gottes Wort. Lies in der Bibel und denke vor dem Beten darüber nach.

    Wenn wir ehrlich sind, gibt es nur wenige echte Notfälle, in denen wir wirklich sofort beten müssen. Ab und zu kommt das vor. Dann müssen wir beten, und zwar sofort. Kein Zweifel, da stimme ich zu. Aber solche echten Notfälle gibt es nur selten. Meistens haben wir Zeit, um vorher die Bibel aufzuschlagen. Tu das, bevor du betest. Ich habe es mir so angewöhnt. Wenn es kein Notfall ist, der sofort Gebet verlangt, nehme ich mir Zeit, um vorher in der Bibel lesen. Manchmal nehme ich mir ein oder zwei Tage Zeit, um in Gottes Wort zu baden, es aufzusaugen, es in mich aufzunehmen und darüber nachzudenken. Damit meine ich Bibelstellen, die ich kenne, die mir vertraut sind. Und dann bete ich. Das hat sich bewährt. Ich möchte Sprüche 15,28 lesen. Da steht:

    „Der Gerechte überlegt sich im Herzen, was zu antworten ist, doch ein gottloser Mund schäumt Böses aus.“

    Der Gerechten überlegt im Herzen, was zu antworten ist. Das Wort „antworten“ bedeutet „anfangen zu sprechen, reagieren“. Denk dran: Glaube kommt aus dem Herzen. Mit dem Herzen glaubt der Mensch. Unser Herz ist der Ort, wo Gottes Wort wohnt und wo der Glaube entspringt. Der Gerechten überlegt sich im Herzen, was zu antworten ist. Und dann kommt der nächste Vers, Vers 29. Dort heißt es:

    „Fern ist der Herr von den Gottlosen, aber das Gebet der Gerechten hört er.“

    Die beiden Verse gehören zusammen. Das Herz des Gerechten überlegt, bevor es spricht. Worum geht es hier? Gott hört die Gebete der Gerechten. Bevor ich anfange, im Gebet mit Gott zu sprechen, überlegt mein Herz. Und das hebräische Wort für „überlegt“ wird auch mit „meditieren“ übersetzt. Es bedeutet „nachdenken“, „im Herzen bewegen“, „nachsinnen“, „sich vorstellen“. Wörtlich übersetzt bedeutet das hebräische Wort „murmeln“ oder „immer wieder vor sich hinsprechen“. Das Herz des Gerechten liest also Gottes Wort und denkt darüber nach, bevor es antwortet oder mit Gott spricht.

    Dasselbe Wort finden wir auch in Josua 1,8. Da sagt Gott: „Josua, dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen. Dann wirst du auf deinem Weg zum Ziel gelangen und Erfolg haben.“ Also: Josua, wenn du Erfolg haben und das Ziel erreichen willst, musst du Tag und Nacht über Gottes Wort nachsinnen. Denke darüber nach. Bewege es innerlich, studiere es, murmle oder spreche es vor dich hin. Das bedeutet, die Bibel laut zu lesen. „Glaube kommt durch das Hören.“ Ich lese es immer und immer wieder. Ich denke darüber nach. Ich sinniere darüber. Ich nehme den Pinsel des Gebets und male ein Bild auf die innere Leinwand meiner Vorstellung – mit der Tinte von Gottes Wort.

    Übrigens finden wir dasselbe Wort auch in Psalm 1, wo ein Mensch beschrieben wird, der wie ein am Wasser gepflanzter Baum ist. Seine Blätter verwelken nicht. Was er tut, gelingt. Und er bringt Frucht. Er sinnt über das Wort nach, heißt es in Psalm 1. Wer Tag und Nacht über das Gesetz des Herrn nachdenkt, ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist. Seine Blätter verwelken nicht und er trägt Frucht. Erinnerst du dich, wie wir mit Johannes 15 eingestiegen sind? Da sagt Jesus: „Wenn ihr in mir bleibt und mein Wort in euch, bittet, was ihr wollt und es wird geschehen.“ Er sagt: „So wird mein Vater verherrlicht, indem ihr Frucht bringt.“

    Manchmal wird mir vorgeworfen, dass ich mich wiederhole, und ich bekenne mich schuldig. Besonders, wenn es um unsere Liebesbeziehung zur Bibel geht. Ich sage dir: Die Bibel ist lebendig. Ohne sie kannst du keinen Glauben haben. „Glaube kommt durch das Hören der Botschaft, die Botschaft aber kommt durch das Wort von Christus.“ Wenn du dir Zeit nimmst, über die Bibel nachzudenken, immer wieder darin zu lesen, darüber zu beten, dann verändert sie dein Leben. Die Bibel ist nicht nur für ein paar Auserwählte da. Der Heilige Geist zeigt dir die Wahrheit, wenn du dir Zeit für sein Wort nimmst. Geh nicht nur herum und suche ein paar Goldnuggets. Vielleicht findest du hier und dort eins, aber viel besser ist es, eine Goldmine zu graben und eine ganze Ader zu finden! Vertiefe dich in Gottes Wort, grabe tiefer und suche nach Wahrheit. Du wirst nicht enttäuscht werden.

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