Wie du im Glauben wächst – Philipperbrief
Wünschst du dir, innerlich weiterzukommen und im Glauben zu wachsen? Bayless Conley zeigt in dieser Sendung, woran geistliches Wachstum oft scheitert und was den entscheidenden Unterschied macht. Du erfährst, wodurch innere Reife entsteht und wie du eine tiefe Freude finden kannst, die stärker ist als alle Umstände.
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Hallo, ich freue mich sehr, dass du heute zuschaust, wo auch immer du gerade bist. Vielleicht schaust du in einem Pub in Irland zu oder vielleicht bist du in Äthiopien. Vielleicht irgendwo in Südamerika. Vielleicht mitten in Europa. Vielleicht auf einer der pazifischen Inseln. Vielleicht irgendwo in Asien. Wir senden tatsächlich weltweit, in vielen verschiedenen Sprachen.
Ich staune immer wieder: Obwohl die Welt so riesig ist und Milliarden von Menschen hier leben, sieht Gott jeden Einzelnen von uns. Er kennt die geheime Sprache deines Herzens. Ich glaube, dass Gott in dieser Zeit durch die Bibel auf eine Weise zu dir sprechen wird, die du verstehen kannst. Er wird so zu dir reden, dass du weißt: Er sieht dich. Ich sehe mir gerade den Philipperbrief genauer an und habe in letzter Zeit daraus schon einige Impulse weitergegeben. Ein sehr gehaltvoller Brief, der zu den sogenannten Gefangenschaftsbriefen gehört. Paulus hat ihn aus Rom geschrieben und darin großartige Weisheit vom Heiligen Geist weitergegeben.
Kürzlich haben wir uns Kapitel 1, Vers 11 angeschaut. Da schreibt Paulus von seinem Wunsch, dass sie mit der Frucht der Gerechtigkeit erfüllt seien, die durch Jesus Christus wirkt, zur Ehre und zum Lob Gottes. Jeder Mensch ist von etwas erfüllt, und es ist interessant zu sehen, womit Menschen der Bibel zufolge erfüllt sein können. Nicht alles davon ist gut. Aber jeder ist von etwas erfüllt. Gott möchte, dass wir mit der Frucht der Gerechtigkeit erfüllt sind – denn dieses Geschenk der Gerechtigkeit bedeutet Rettung.In der Bibel heißt es: „Gott machte Christus, der nie gesündigt hat, zum Opfer für unsere Sünden, damit wir durch ihn vor Gott gerechtfertigt werden können.“ In dem Moment, in dem du Jesus Christus als deinen Herrn und Retter annimmst, bist du vor Gott so gerecht, wie du es nur sein kannst. Aber dann beginnt der Prozess, bei dem Gott das, was er in uns hineingelegt hat, nach außen wirken lässt – in unseren Einstellungen, Beziehungen und Worten, in unserem Beruf, unserem Umgang mit Menschen und im Privaten, wenn niemand zuschaut außer Gott. Da wachsen die Früchte der Gerechtigkeit. Jesaja sagt: „Die Gerechtigkeit bringt Frieden. Sie lässt für alle Zeit Ruhe und Sicherheit einkehren.“ Auch die Frucht des Geistes aus Galater 5 kann man als Frucht eines vor Gott gerechten Geistes sehen – Liebe, Freude, Frieden, Treue, Selbstbeherrschung und so weiter. Andere Menschen für Jesus zu gewinnen, ist ebenfalls eine Frucht, die in unserem Leben wachsen sollte, um Gott zu ehren. Die Bibel spricht noch von vielen weiteren Früchten.
Es geht darum, dass das Leben, das Gott in uns hineingelegt hat, nach außen kommt. Wir können dazu beitragen, indem wir offen für Gottes Korrektur durch sein Wort sind, zum Beispiel beim Bibellesen. Triff die Entscheidung, dich in allen Gewissens- und Lebensfragen nach ihr zu richten. Du kannst dich auch von Gott korrigieren lassen, wenn du eine Predigt über sein Wort hörst. Oder wenn dir liebevolle Christen etwas sagen und liebevoll und korrigierend in dein Leben hineinsprechen – egal, worum es geht. Vielleicht sagt jemand: „Hey, die Art, wie du etwas sagst, passt nicht zu Gott.“ Oder: „Die Art, wie du mit Geld umgehst, ist nicht richtig. Mach Gottes Sache zu deinem wichtigsten Anliegen, dann wird er dir all das geben, was du brauchst. Ehre Gott mit dem ersten Teil deines Einkommens.“ Es könnte auch um deine Kinder, deine beruflichen Entscheidungen oder etwas anderes gehen. Ich danke Gott für Freunde, die uns nah genug sind und uns genug lieben, um uns die Wahrheit zu sagen.
Im Buch der Sprüche heißt es: „Wunden, die ein Freund geschlagen hat, sind besser als Küsse von einem Feind.“ Schmeichelei ist wie Parfüm: Sie riecht gut, aber man sollte sie nicht trinken. Ein echter Freund sagt dir die Wahrheit. Wenn du Mist baust, wenn deine Haltung daneben ist, wird er es dir sagen. Wenn wir offen für solche Korrekturen sind und etwas ändern, kann Frucht in unserem Leben wachsen. Auch Jesus selbst hat darüber gesprochen. In Johannes 15, Verse 1 und 2, sagt er:
„Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner. Er schneidet jede Rebe ab, die keine Frucht bringt, und beschneidet auch die Reben, die bereits Früchte tragen, damit sie noch mehr Frucht bringen.“
Jesus ist der Weinstock. Wenn ich ihm mein Leben anvertraue, bin ich mit ihm verbunden. Das Leben des Weinstocks fließt in die Reben. „Ich habe Anteil an seiner göttlichen Natur“, schreibt Petrus. Gott möchte, dass wir Frucht bringen, und dafür beschneidet er uns.
Früher wuchs ein Weinstock an einem großen Zaun neben unserem Haus. Aber er trug überhaupt keine Trauben. Sehr frustrierend. Ich sprach mit einem Freund darüber, der sich mit Weinstöcken auskennt. Er kam mit seinen Rebscheren vorbei und schnitt den Weinstock radikal zurück, bis nur noch ein nackter Stamm an der Wand übrig war. Ich war entsetzt: „Was hast du gemacht?“ Er erklärte: „Ich habe ihn beschnitten. Die ganze Energie des Weinstocks geht in diese vielen Triebe und Blätter, und es bleibt nicht genug Kraft übrig, um Frucht zu bringen. Die Energie fließt in Bereiche, die nicht wesentlich sind. Deshalb konnte er nicht tun, wozu er da ist, und musste zurückgeschnitten werden.“ Ich sagte: „Ah, okay.“ Ich war total überrascht. Nach dieser Beschneidung begann er neu auszutreiben, und plötzlich hingen überall Trauben. Wir hatten so viel Obst, dass wir sogar die Nachbarn beschenkt haben. Unsere ganze Küchenarbeitsfläche war voll mit großen, saftigen Trauben, weil der Weinstock durch diesen Beschneidungsprozess gegangen war.
Wenn wir in dieser lebendigen Gemeinschaft mit Jesus leben und – auch ganz wichtig! –Zeit mit ihm verbringen, dann bringt er Korrektur in unser Leben. Ja, er liebt uns und tröstet uns. Aber die Bibel sagt auch: „Der Herr weist die zurecht, die er liebt.“ Gott ermahnt die, die er liebt. Wen er nicht korrigiert, ist kein echtes Kind.
Ich liebe meine Kinder genug, um sie zu korrigieren. Als sie klein waren, habe ich sie zu ihrem Besten ermahnt, weil ich wusste: Wenn sie ihre Haltung nicht in den Griff bekommen, wird ihnen das später im Leben schaden. Vielleicht war ich streng, als sie klein waren. Sie fanden es unangenehm. Es hat ihnen keinen Spaß gemacht. Aber später hat es in ihrem Leben gute Frucht gebracht. Ich habe sie vor viel Schaden und Leid bewahrt, weil ich sie liebe. Genau so macht Gott das mit uns. Er beschneidet uns. Er korrigiert falsche Einstellungen, falsches Denken, falsches Handeln und falsches Reden. Wie tut er das? Er sagt weiter, in Vers 3:
„Ihr seid schon durch die Botschaft, die ich euch gegeben habe, beschnitten.“
Er hatte gesagt: „Er beschneidet auch die Reben, die bereits Früchte tragen, damit sie noch mehr Frucht bringen.“ Und jetzt sagt er: „Ihr seid schon durch die Botschaft, die ich euch gegeben habe, beschnitten.“ In einigen Bibelübersetzungen heißt es: „Ihr seid schon rein“, aber „rein“ hier ist dasselbe Wort, das in Vers 2 mit „beschneiden“ übersetzt wird. Jesus beschneidet uns durch sein Wort. Nicht durch Autounfälle oder Krankheiten.
Er beschneidet dich nicht, indem er dir Unheil und Kummer bringt, sondern er beschneidet dich mit seinem Wort. Wir haben eine Wahl. Im Hebräerbrief heißt es – an Christen gerichtet: „Wenn Gott euch nicht zurechtweist, wie er es doch bei allen Menschen tut, dann seid ihr nicht seine rechtmäßigen Kinder.“ Bei einem Autounfall oder einer Krankheit habe ich keine Wahl. Aber in Hebräer 12 wird deutlich: Wenn du Gottes Korrektur ablehnst, bist du kein rechtmäßiges Kind. Du verlierst Geburtsrechte und Autorität. Sie gelten nicht mehr, wenn du die Korrektur Gottes nicht annimmst. Jesus sagt: „Ich beschneide euch durch mein Wort.“ Ich habe die Wahl, mich korrigieren zu lassen oder nicht.
Es gibt viele in der Gemeinde – nicht die Mehrheit vielleicht, aber viele, nicht nur ein paar –, die ihre Arme verschränken, wenn Gottes Wort ihrer Meinung widerspricht. Sie sagen: „Nein, das mach ich nicht. Meinen Zehnten gebe ich nicht, ich gebe nicht den ersten Teil meines Einkommens in die Gemeinde.“ Oder: „Nein, ich liebe meine Frau nicht so, wie Jesus die Gemeinde liebt. Ich bin der Chef im Haus und alles läuft so, wie ich es will.“ Der Mann wird zum Diktator und die Frau fängt an, ihn zu manipulieren, statt ihm respektvoll so zu begegnen, wie die Gemeinde Jesus begegnen soll. Oder wenn es um Kindererziehung geht oder um Menschen, von denen die Bibel sagt: „Betet für die, die euch misshandeln, und segnet die, die euch verfluchen“, dann sagen manche: „Das mache ich nicht.“ Sie lassen sich nicht korrigieren und werden nicht als rechtmäßige Kinder behandelt.
Die Rechte und Vorrechte, die dir als Sohn oder Tochter Gottes zustehen, werden in deinem Leben nicht wirksam, wenn du Gottes Korrektur ablehnst. Jesus korrigiert uns durch sein Wort, und wir haben die Wahl, darauf zu reagieren. In den Versen 4 und 5 sagt er:
„Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Denn eine Rebe kann keine Frucht tragen, wenn sie vom Weinstock abgetrennt wird, und auch ihr könnt nicht, wenn ihr von mir getrennt seid, Frucht hervorbringen. Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm.“
Das Wort „bleiben“ bedeutet: eine lebendige Gemeinschaft aufrechterhalten. Lebe in enger Gemeinschaft mit Jesus. Gestalte dein Leben so, dass es sich um Jesus dreht. Alles, was wir tun, soll auf ihn ausgerichtet sein. Die Bibel nennt Jesus den Eckstein. In der Antike wurde ein Eckstein exakt nach Norden, Süden, Osten und Westen ausgerichtet. Seine Maße waren genau festgelegt. Alles andere am Gebäude wurde an diesem Eckstein ausgerichtet, damit nichts schief wurde. Immer wieder wurde überprüft: „Ist alles exakt am Eckstein ausgerichtet?“ Genau so soll es in unserem Leben sein. In Vers 8 sagt Jesus:
„Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht hervorbringt und meine Jünger werdet.“
Spannend, oder? Vielleicht ist es dir aufgefallen: In Vers 2 spricht er davon, Frucht zu bringen. In Vers 5 spricht er davon, mehr Frucht zu bringen. Und in Vers 8 spricht er davon, viel Frucht zu bringen. Er geht also von Frucht zu mehr Frucht zu viel Frucht. Und in Vers 16 sagt er, dass die Frucht bleiben soll. Lass mich diesen Vers noch lesen. In Vers 16 sagt Jesus:
„Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu berufen, hinzugehen und Frucht zu tragen, die Bestand hat, damit der Vater euch gibt, um was immer ihr ihn in meinem Namen bittet.“
In diesem ganzen Prozess spricht Jesus davon, in ihm zu bleiben, beschnitten, korrigiert und durch sein Wort gereinigt zu werden. Wir gehen von Frucht zu mehr Frucht zu viel Frucht – und zu Frucht, die bleibt. Das ist ein Prozess.
Das christliche Leben ist ein Leben des Wachstums. Gott möchte, dass du wächst. Die Frucht in unserem Leben soll zunehmen. Dadurch wird der Vater verherrlicht, sagt Jesus. Genau das hat auch der Apostel Paulus in Philipper 1,11 geschrieben: Euer Leben soll reiche Frucht tragen, „sodass Gott es ist, der geehrt und gelobt wird“. Gott möchte, dass du fruchtbar bist. Dann lesen wir weiter in Vers 12. In Philipper 1,12 und 13 schreibt Paulus:
„Liebe Freunde, ihr sollt wissen, dass alles, was hier mit mir geschehen ist, letztlich zur Verbreitung der Botschaft Gottes beigetragen hat. Denn hier weiß jeder – und das gilt sogar für die Soldaten der Palastwache –, dass ich für Christus in Ketten liege.“
Paulus schreibt das aus einem römischen Gefängnis. Er sagt: „Alles, was mir passiert ist, hat letztlich dazu gedient, dass das Evangelium weitergetragen wurde.“ Er war verhaftet worden, saß nun im Gefängnis in Rom und sagte: „Anstatt das Evangelium aufzuhalten, hat Gott das alles benutzt, um die Verkündigung zu beschleunigen.“ Was der Teufel zum Bösen gedacht hatte, hat Gott zum Guten gewendet. Gott kann das auch in deinem Leben tun. Eins der Hauptthemen im Philipperbrief ist Freude. „Freut euch! Und noch einmal sage ich: Freut euch!“ Immer wieder spricht Paulus von Freude – und das mitten im Gefängnis. Er bewahrte sich eine Haltung der Freude, und die brauchen wir in unseren Prüfungen ebenfalls. Gott kann Böses in Gutes verwandeln. Paulus sagt nicht: „Das hat zu meinem persönlichen Wohlstand und Komfort beigetragen.“ Er sagt: „Es hat zur Verbreitung der Botschaft Gottes beigetragen. Denn hier weiß jeder – und das gilt sogar für die Soldaten der Palastwache –, dass ich für Christus in Ketten liege.“ Manche mögen sagen: „Wie kann seine Lehre oder sein Leben richtig sein, wenn ihm so viele schlimme Dinge passieren?“ Aber nur weil jemand mitten in einer heftigen Prüfung steckt, heißt das nicht, dass sein Leben oder seine Lehre falsch ist. Und nur weil es jemandem gut geht, heißt das nicht automatisch, dass ihre Lehre oder ihr Leben richtig ist. Paulus schreibt in 2. Timotheus 2,9 über die Botschaft, die er predigt:
„Und weil ich sie predige, leide ich und wurde angekettet wie ein Verbrecher. Aber das Wort Gottes lässt sich nicht in Ketten legen.“
Wie wir im Philipperbrief lesen, hat die ganze Palastwache erfahren, dass er „für Christus“ in Ketten liegt. Mit „Palastwache“ meint er die gesamte Prätorianergarde – die kaiserliche Eliteeinheit Roms. Zehntausend ausgewählte Soldaten, eine höchst einflussreiche Kraft in Rom, politisch wie militärisch.
Paulus ist rund um die Uhr an Soldaten gekettet, die in Schichten arbeiten. Zu jeder Zeit ist also ein Mitglied der Prätorianergarde mit ihm verbunden. Seine Freunde durften ihn besuchen. Weil er als Gefangener an diese Soldaten gekettet ist, hören sie ihn predigen, beten, lehren und die Bibel diktieren. Stell dir das bildlicher vor. Ganz sicher hat er ihnen von Jesus erzählt. Das Evangelium erreicht Menschen, die zuvor nicht erreicht waren. Die ganze Prätorianergarde hat nun die Botschaft von Jesus gehört. Gott hat das, was böse gemeint war, in Gutes verwandelt. Der Teufel dachte wohl: „Mann, ich muss diesen Apostel Paulus loswerden. Überall, wo er hinkommt, bringt er alles durcheinander. Ich lasse ihn in ein römisches Gefängnis werfen.“ Schlechter Schachzug, Herr Teufel! Jetzt hat die ganze Prätorianergarde die Botschaft von Jesus gehört. Dann sagt Paulus: „Doch durch meine Gefangenschaft haben viele …“ Was bedeutet das – „viele“? Wie weit ging das? Hören wir, was er in Philipper 4,22 dazu schreibt:
„Und auch alle anderen Gläubigen hier senden euch Grüße …“
Das sind die Christen in Rom, die Freunde, die ihn im Gefängnis besuchen. Weiter heißt es weiter:
„… besonders die, die im kaiserlichen Palast arbeiten.“
Also Mitglieder der kaiserlichen Familie, Mitglieder der mächtigsten Familie der damals bekannten Welt, haben das Evangelium gehört und sind zu Christus gekommen. Während Paulus diese Briefe diktiert, sagen sie: „Bitte grüßt die Christen in den anderen Regionen von uns.“ Wir müssen uns vorstellen: Die ganze Prätorianergarde hat das Evangelium gehört, und ebenso Mitglieder des kaiserlichen Haushalts. Gott hat das in einer beispiellosen Weise gebraucht.
Paulus sagt, dass die Dinge, die ihm passiert sind, dazu geführt haben, dass Gottes Botschaft weiter vorangekommen ist. Andere Christen werden mutiger, weil sie sehen, wie er sich trotz seiner Gefangenschaft seine Freude und seinen Mut bewahrt. Sein Beispiel ermutigt sie, ebenfalls mutig die gute Nachricht von Jesus zu verkünden. Sie wissen: Wenn sie von der Kanzel ins Gefängnis eskortiert werden würden, wären sie in guter Gesellschaft. Das ist ein starkes Beispiel, wie Gott das, was der Teufel zum Bösen gebrauchen will, in Gutes verwandelt und für seine Ziele nutzt. Statt Prediger einzuschüchtern, hat Gott sie ermutigt und inspiriert, als sie Paulus’ Eifer, Freude und seinen Umgang mit offenen Türen sahen. Paulus sagt also: „Die Dinge, die mir passiert sind, haben dazu geführt, dass das Evangelium weitergegangen ist. Die Botschaft ist bis in die kaiserliche Familie und zur Prätorianergarde gelangt. Andere Menschen sind ermutigt worden, das Evangelium zu predigen. Selbst wenn ich im Gefängnis bin, selbst wenn ich gerade nicht die volle Freiheit erlebe …“ – Du musst bei zukünftigen Sendungen unbedingt dabei sein, denn wir werden sehen, dass Paulus davon spricht, für seine Freilassung zu beten. Und tatsächlich hat Gott dieses Gebet erhört. Aber das müssen wir uns für später aufheben, denn hier gibt es noch ein paar andere wichtige Punkte. Diejenigen, die nun mutig geworden sind, fallen in zwei Kategorien. Paulus spricht von denen mit falschen und von denen mit richtigen Motiven. Sie sehen Paulus, wie er im im Gefängnis sitzt, aber er unbeirrt weiter macht.
Er lässt sich nicht einschüchtern und bleibt mutig. Das inspiriert sie. Aber manche haben eine falsche Haltung und manche die richtige. Lesen wir die Verse 15 und 16:
„Manche tun dies zwar nur aus Eifersucht und Rivalität, aber andere predigen Christus auch mit guten Absichten. Sie predigen aus Liebe zu mir, weil sie wissen, dass der Herr mich hierhergebracht hat, um für seine gute Botschaft einzustehen.“
Spannend ist: Wenn er sagt, dass manche „aus Eifersucht und Rivalität“ predigen, bedeutet das im Griechischen wörtlich „für ein Amt werben“. Es ist der Begriff, der für den politischen Wahlkampf verwendet wird. Paulus meint, dass ihr Motiv beim Predigen darin besteht, Stimmen für sich selbst zu sammeln.
So, als würden sie sagen: „Hey, Paulus sitzt im Gefängnis. Wir benutzen jetzt sein früheres Rampenlicht und stellen uns selbst in die Mitte.“ Sie buhlen um Unterstützer, Nachfolger, Anerkennung und Geld. Es ist traurig, dass das passiert ist, aber so war das. Und du kennst genauso gut die traurige Wahrheit, dass auch heute manche ihren Dienst zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Sie gebrauchen ihre von Gott geschenkten Gaben für ihre eigenen Ziele. Aber Gott sei Dank fallen nicht alle in diese Kategorie. Einige – und ich würde sagen: die meisten – predigen das Evangelium aus reinen Motiven. Wie der Apostel Paulus sagt: „Sie tun es aus Liebe, aus guter Absicht. Sie tun es aus den richtigen Gründen.“ Ich glaube, die meisten gehören zu dieser Gruppe. Was sagt Paulus also dazu? Er weiß, dass einige aus falschen und viele aus den richtigen Motiven predigen. Was sagt er? Vers 18:
„Doch ob ihre Beweggründe nun ehrlich sind oder nicht: die Botschaft von Christus – auf welche Weise auch immer – wird verkündet, und darüber freue ich mich. Und ich werde mich weiter freuen …“
Er sagt: „Ich freue mich einfach, weil Jesus verkündet wird. Denn auch wenn ihre Herzen falsch sind, ist ihre Lehre richtig, und Gott bestätigt sein Wort dort, wo Menschen es glauben.“ Nur weil Gott sein Wort bestätigt, ist das noch lange kein Gütesiegel. Das Leben und die Motive eines Predigers können falsch sein, aber wenn das, was er sagt, richtig ist und jemand glaubt, dann bestätigt Gott sein Wort mit Zeichen. Nur weil Gutes passiert, heißt das also nicht automatisch, dass Gott das Leben oder die Motive des Predigers gutheißt. Aber Gott steht zu seinem Wort und bestätigt es überall dort, wo Menschen es glauben. Paulus sagt: „Ich könnte mich ärgern oder entmutigen lassen. Aber ich entscheide mich, mich zu freuen, weil Jesus verkündet wird. Ihre Herzen mögen falsch sein, doch die Botschaft ist richtig, und Menschen werden gerettet und Leben wiederhergestellt, wenn sie sie hören.“
Ein letzter Gedanke: Paulus sagt: „Darüber freue ich mich, und ich werde mich freuen.“ Freude ist eine Entscheidung. Sie ist nicht von Umständen abhängig. Manche wollen ihm noch mehr Leid zufügen, um ihn unglücklich zu machen. Aber das klappt nicht. Warum? Weil er sagt: „Ich werde mich weiter freuen.“
Freude gründet sich nicht auf unsere Umstände. Vielleicht machst du gerade eine sehr schwere Zeit durch – vielleicht eine, wie du sie noch nie erlebt hast. Ich möchte dich ermutigen. Heb deine Hände und fang an, dich im Herrn zu freuen. Sing ihm Loblieder, denn er ist bei dir. Er ist für dich. Er wird dich nicht verlassen. Er wird dich nicht im Stich lassen. Gott kennt dich. Gott liebt dich. Und leider ist unsere Zeit damit um. Ich bete, dass Gott dich reich segnet. Bis zum nächsten Mal.
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Gott ist dein Helfer in Zeiten der Not
Kennst du den effektivsten und bedeutsamsten Apostel im ganzen Neuen Testament? Es ist Paulus! Dass er so erfolgreich war, lag unter anderem an der beständigen, großzügigen finanziellen Unterstützung einer bestimmten christlichen Gruppe. Diese Christen kamen aus Philippi, wo Paulus Menschen zum Glauben geführt und eine Gemeinde gegründet hatte. Tatsächlich gab es in dieser Stadt die allerersten Bekehrten in Europa.
Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!
Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.
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