Wie Gott Gutes in deinem Leben tun kann – Philipperbrief
Hast du dich schon einmal verletzt, missverstanden oder ungerecht behandelt gefühlt? Paulus fordert die Christen in Philippi auf, sich nicht davon bestimmen zu lassen und Groll, Ärger und Bitterkeit keinen Raum zu geben. Entdecke anhand des Philipperbriefes, wie ein neuer Umgang mit Verletzungen möglich wird – damit Gott Gutes in deinem Leben wachsen lassen kann.
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Hallo! Ich freue mich, dass du dabei bist. Ich möchte ein paar herausfordernde Gedanken mit dir teilen – Gedanken, die dich hoffentlich dazu bringen, manches anders zu sehen oder aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Wir sind gerade im Philipperbrief unterwegs. Kürzlich haben wir über Verse gesprochen, zu denen man nicht oft etwas hört – ich zumindest nicht. Darum möchte ich diese Verse noch einmal vorlesen und in Erinnerung rufen, bevor wir weitergehen. Denn der nächste Abschnitt ist viel einleuchtender, wenn man den Abschnitt davor verstanden hat – und so ist es meistens.
Was ich dir sagen will: Wo auch immer du bist, was auch immer du gerade in deinem Leben durchmachst – du bist nicht vergessen. Gott sieht dich. Er sieht dein Herz. Er kennt deine Kämpfe. Er kennt deine Höhen und deine Tiefen. König David hat gebetet: „Du kennst meine Gedanken. Nähme ich die Flügel der Morgenröte oder wohnte am äußersten Meer, würde deine Hand mich auch dort führen und dein starker Arm mich halten. Stiege ich hinab ins Totenreich, so bist du auch da.“Ihr Lieben, wir können Gott nicht entkommen. Er sieht uns. Er kennt uns. Und er will, dass du ihn kennenlernst. Er hält Gutes für dich bereit. Schon bevor er die Welt erschuf, kannte Gott dich, und er hat gute Wege vorbereitet, auf denen du gehen sollst. Und nein, es ist kein Zufall, dass du mir gerade jetzt zuhörst.
Bevor ich diese Verse lese, möchte ich dir sagen, über welche Gruppe von Menschen ich sprechen will. Ich bin ihnen im Lauf der Jahre sehr, sehr oft begegnet. Sie haben irgendwann einmal Gott erlebt, aber dann sind sie verletzt worden. Jemand hat sie schlecht behandelt, ihnen Unrecht getan oder es lief einfach nicht so, wie sie erwartet hatten. Sie waren wütend auf Gott. In den Sprüchen heißt es, dass ein Mensch sich seinen Weg selbst ruiniert und dann die Faust gegen Gott schüttelt und Gott die Schuld gibt. Das passiert ziemlich häufig. Und jetzt wird es entscheidend. Der Apostel Paulus schreibt in den Versen 9 und 10 in Kapitel 1:„Ich bete darum, dass eure Liebe zueinander noch tiefer wird und dass sie an Erkenntnis und Einsicht zunimmt. Denn ihr sollt imstande sein zu erkennen, worauf es ankommt, damit ihr rein und vorbildlich vor Christus steht, wenn er wiederkommt.“
„Ich bete darum, dass eure Liebe zueinander noch tiefer wird.” Gottes Liebe ist durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen. Gott will, dass wir immer liebevoller leben. Aber er betet auch, dass die Liebe „an Erkenntnis und Einsicht zunimmt.“ Man könnte auch übersetzen: „Ich bete, dass sie zunimmt in den Leitplanken einer genauen Erkenntnis von Gottes Wort und von Unterscheidungsvermögen.“ Erkenntnis kommt aus der Bibel. Einsicht kommt vom Heiligen Geist. Gottes Liebe ist in unsere Herzen ausgegossen. Sie zeigt sich, indem wir geben und vergeben – indem wir Menschen Gnade schenken und freundlich mit ihnen umgehen. Aber das heißt nicht, dass wir einfach grenzenlos lieben. Es heißt nicht, dass wir immer, überall, unter allen Umständen und jedem Menschen gegenüber auf jede Art Liebe zeigen sollen. Paulus sagt im Grunde: „Ich bete, dass eure Liebe innerhalb dieser Leitplanken wächst – innerhalb dessen, was Gottes Wort sagt, und innerhalb dessen, was der Heilige Geist dir sagt.“ Ein Fluss ist ein Segen. In ihm leben Fische. Darin ist Leben. Wasser, das Menschen trinken können und das die Pflanzen am Ufer versorgt. Alles ist grün und das ist wunderbar. Aber wenn ein Fluss über die Ufer tritt, wenn er alles überschwemmt, kann er Schaden anrichten und Katastrophen verursachen. Wenn wir Liebe ausdrücken, kann sie auf viele Arten ein Segen sein. Aber wenn sie keine Grenzen hat, ist sie wie eine Überschwemmung und kann Schaden anrichten.
Ich denke gerade an eine Frau, die zu mir kam und wütend war auf Gott. Sie wollte nicht mehr in die Gemeinde kommen. Sie sagte: „Ich verstehe nicht, warum Gott das zulässt.“ Dann erzählte sie mir ihre Geschichte. Ihr erwachsener Sohn lebte bei ihr. Er war Mitte dreißig, weigerte sich zu arbeiten und nahm Drogen. Sie lebte von einer kleinen Rente und konnte kaum genug aufbringen, um ihre eigene Miete zu finanzieren, Lebensmittel zu kaufen und ihre Rechnungen zu bezahlen. Und jetzt hatte sie einen Sohn in den Dreißigern, der nicht arbeiten wollte und Drogen nahm. Sie sagte: „Er bittet mich ständig um Geld und ich gebe es ihm natürlich. Denn ich liebe ihn und kann nicht Nein sagen, schließlich ist er mein Sohn. Aber er beteiligt sich nicht an der Miete, und meine Rechnungen für Strom und Wasser sind doppelt so hoch. Meine Lebensmittelkosten sind mehr als doppelt so hoch. Wenn er mich um Geld bittet, weiß ich, dass er einen Teil davon für Drogen ausgibt und auf Partys geht. Warum lässt Gott das zu? Ich bin völlig fertig, mir wächst alles über den Kopf und ich bin gestresst. Warum lässt Gott das zu?“ Ich sagte zu ihr: „Hör zu: Gott lässt das nicht zu. Du lässt es zu. Ich weiß, es ist dein Sohn. Und alle Mütter und Väter wissen: Man hört nie auf, Mama oder Papa zu sein. Auch wenn die Kinder groß werden, liegen sie uns immer am Herzen. Aber hier ist eine Leitplanke der Erkenntnis aus der Bibel: ‚Wer nicht arbeiten will, soll auch nichts essen.‘“ Ich zeigte ihr den Vers und sagte: „Wenn dein Sohn keinen Job annimmt, dann solltest du ihn rauswerfen.“ „Das kann ich nicht“, meinte sie, worauf ich sagte: „Dann gib Gott nicht die Schuld an deiner Situation.“
Wir könnten das jetzt noch auf diese und jene andere Situation übertragen. Du kennst wahrscheinlich ähnliche Menschen. Sie haben jemandem vertraut, und aus ihrer Sicht war das ein Ausdruck von Liebe. Und am Ende fühlten sie sich verraten und verletzt – ausgerechnet wegen dieser Liebe, die sie zum Ausdruck gebracht haben. Manche lassen das dann an Gott aus. Sie werden bitter, fühlen sich verletzt und das zieht sie runter. Paulus sagt: Wir sollen Liebe ausdrücken, aber innerhalb dieser beiden Leitplanken: Erkenntnis aus der Bibel und Einsicht.
Manchmal sagt der Heilige Geist: „Deine Herzenshaltung stimmt, aber das solltest du so nicht tun.“ Als David Gott einen Tempel bauen wollte, sagte der Prophet zu ihm: „Es ist gut, dass dir das ein Anliegen ist, David. Das ist lobenswert. Aber du bist nicht der, der es umsetzen wird. Dein Sohn Salomo wird den Tempel bauen.“
Also: Manchmal liegt uns etwas auf dem Herzen. Wir wollen Menschen helfen, ihnen liebevoll begegnen, wollen freundlich und großzügig sein. Und das sollen wir auch. Aber manchmal sagt der Heilige Geist: „Du siehst nicht das ganze Bild. Du weißt nicht alles über diese Situation.“ Darum spürst du dieses innere Zögern, weiter voranzugehen. Lerne, darauf zu hören. Ich muss es auch lernen. Wir brauchen eine Liebesbeziehung zu Gottes Buch, damit wir nicht in Schwierigkeiten geraten. Paulus betet, „dass eure Liebe zueinander noch tiefer wird (…) denn ihr sollt imstande sein zu erkennen, worauf es ankommt.“ Wörtlich steht hier: „Damit ihr prüft, was das Unterscheidende“, also das Entscheidende ist.Man könnte auch übersetzen: „… damit ihr feststellen könnt, was sich unterscheidet. Damit ihr prüfen und erkennen könnt, was hervorragend und von Bedeutung ist, und damit ihr aufrichtig und rein und ohne Anstoß bleibt, bis zum Tag Christi.“ „Anstoß“ bedeutet: zum Stolpern gebracht werden. Und das ist der Punkt: Wenn wir Gottes Liebe in uns nicht innerhalb dieser Leitplanken ausleben, dann nehmen wir Anstoß. Dann stolpern wir. Dann werden wir zynisch und manchmal bitter und womöglich wütend auf Gott. Aber Gott will nicht, dass wir voll Zynismus, Bitterkeit und Ärger sind. Er will, dass wir erfüllt sind von etwas anderem. Das beschreibt Paulus im nächsten Vers in Philipper 1,11:
„… erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus kommt, zur Ehre und zum Lob Gottes.“
Also erstens: Ich soll keinen Anstoß nehmen oder geben. Ich soll nicht an Ärger, Wut und Bitterkeit festhalten. Ich will frei davon sein, damit ich mit etwas anderem erfüllt sein kann. Gott will, dass wir mit der „Frucht der Gerechtigkeit“ erfüllt sind, die Jesus Christus in uns hervorbringt – zur Ehre und zum Lob Gottes. Paulus sagt nicht: „gefüllt mit Gerechtigkeit“, sondern: „gefüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit.“ Wenn du an Jesus glaubst, hat Gott dich bei deiner neuen Geburt gerecht gemacht, also dich in die rechte Beziehung zu sich gestellt. Das ist nichts, worin wir wachsen, als würden wir vor Gott immer „richtiger“ werden. Jesus hat uns gerecht gemacht. Wir sind gerecht durch seine Gerechtigkeit. In 2. Korinther 5,21 steht: Gott „hat den, der ohne Sünde war, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes erhalten.“ Ich lese noch einen Vers dazu, Römer 5,17:„Durch die Sünde des einen Menschen gerieten wir unter die Herrschaft des Todes …”
Die Rede ist hier von Adam, durch den der geistliche Tod zum Menschen kam.
„… doch durch den anderen Menschen, Jesus Christus, werden alle, die Gottes Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit annehmen, über Sünde und Tod siegen und leben!”
Ihr Lieben, Gerechtigkeit oder die rechte Stellung vor Gott, ist ein Geschenk. Wir können sie uns nicht verdienen und auch nicht darin wachsen. Darum sagt Paulus nicht: „Seid erfüllt mit Gerechtigkeit.“ In dem Moment, als du Christus angenommen hast, wurdest du vor Gott so gerecht, wie du es jemals sein wirst. Jesu Blut hat dich gereinigt, und du darfst in Gottes Gegenwart kommen – ohne ein Gefühl von Schuld oder Minderwertigkeit. Natürlich kommen wir voller Demut, immer im Bewusstsein, dass er unser Vater, aber auch der Schöpfer des Universums ist, der allmächtige Gott. Darum kommen wir demütig und mit der richtigen Herzenshaltung. Aber ich kann vor Gott nicht „richtiger“ werden als in dem Moment, als ich Jesus angenommen habe. Denn damals hat mich der Heilige Geist erfüllt, ich wurde neu geboren und mein Geist vor Gott gerecht gemacht. Paulus sagt aber: Gott will, dass wir mit der Frucht der Gerechtigkeit gefüllt sind. Die Gerechtigkeit in deinem Herzen gehört zu deiner neuen, wiedergeborenen Natur, aber sie bringt nur dann Frucht, wenn sie durch unser äußeres Leben sichtbar wird. Die Frucht entsteht aus unserer richtigen Beziehung zu Gott. Dieser neuen Natur erlauben wir, sich in unserem Lebensstil auszudrücken, und das bringt Gott Lob und Ehre, wie wir es in Vers 11 gelesen haben. König David schrieb in Psalm 40,10:
„Deine Gerechtigkeit habe ich nicht in meinem Herzen verborgen.”
Nein, sie muss nach außen sichtbar werden. Wenn Gott dich gerecht gemacht hat, dann sollte sich in deinem Leben Frucht zeigen. Wenn Gott mich gerecht gemacht hat, dann sollte sich in meinem Leben Frucht zeigen. Und das Ergebnis ist: Gott bekommt Ehre, und Menschen loben ihn. Mir gefällt, wie die Message-Bible diesen Gedanken ausdrückt: „Wenn wir voller Frucht der Gerechtigkeit sind, macht das Jesus Christus für alle attraktiv und zieht Menschen hinein in Gottes Ehre und Gottes Lob.“ Wenn unser Leben voller Frucht der Gerechtigkeit ist, macht das Jesus Christus für andere anziehend. Ein bitterer, ständig beleidigter Christ stößt Menschen von Gott weg. Aber wenn du mit der Frucht der Gerechtigkeit gefüllt bist, wirkt das attraktiv –himmlisch attraktiv sogar.
Was ist diese Frucht der Gerechtigkeit? Ich lese dazu ein paar Verse und verweise auf einige Stellen. In Jesaja 32,17 steht:„Die Gerechtigkeit bringt Frieden. Sie lässt für alle Zeit Ruhe und Sicherheit einkehren.”
Noch einmal: Gerecht bin ich, wenn ich Jesus als meinen Retter annehme. Ich nehme das Geschenk der Gerechtigkeit an. Die Folge dieser Gerechtigkeit, ihre Frucht, ist laut Jesaja Frieden, Ruhe oder innere Gelassenheit, und Sicherheit – für immer. Auch alles, was in Galater 5 als Frucht des Geistes genannt wird, kann man als Frucht der Gerechtigkeit sehen. Es ist die Frucht des Geistes in einem Leben, das vor Gott gerecht gemacht wurde: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Das alles ist Frucht der Gerechtigkeit. Das alles sollte ein Leben in Beziehung mit Gott hervorbringen.
Zur Frucht der Gerechtigkeit gehört auch das, was in Jakobus 3,18 beschrieben wird: „Die Frucht, die aus der Gerechtigkeit wächst, wird in Frieden ausgesät und kommt denen zugute, von denen Frieden ausgeht“ – das heißt: friedfertig leben, offen und freundlich sein, statt neidisch und streitlustig. In 2. Korinther 9,9-11 heißt es, dass Unterstützung für Arme und praktische Hilfe ebenfalls Früchte der Gerechtigkeit sind. Römer 6,22 sagt, dass die Frucht zur Heiligung führt, also in ein Leben, das Gott gehört, für ihn abgesondert ist. Auch Menschen zu Jesus zu führen, würde wohl zur Frucht der Gerechtigkeit gehören. In 2. Korinther 5 geht es darum, dass Gott uns in Christus gerecht gemacht hat – dass Christus für uns zur Sünde gemacht wurde, damit wir in ihm Gottes Gerechtigkeit werden. Im selben Abschnitt steht auch, dass wir Botschafter für Christus sind und an seiner Stelle Menschen bitten, sich mit Gott versöhnen zu lassen, weil Christus das Werk vollbracht hat. Das ist die Frucht eines erlösten Lebens. Wir erzählen vom Evangelium und führen andere zu Jesus.
Ich bin sicher: Es gibt noch weitere Früchte, und Paulus hatte sie im Kopf, als er an die Philipper schrieb – und vielleicht noch mehr. Sie sollten erfüllt sein mit der Frucht der Gerechtigkeit. Die Frage ist: Wie wächst diese Frucht im Leben eines Christen? Wie entwickelt sie sich? Was kannst du tun, und was kann ich tun, um mich als Christ in das innere Wirken des Heiligen Geistes einzuklinken, der Frucht in unserem Leben hervorbringen will? Das Allerwichtigste ist: Sei offen für Gottes Korrektur. Ich wette, damit hast du nicht gerechnet. Sei offen für Gottes Korrektur, wenn er direkt durch seinen Geist zu dir spricht, wenn er durch andere zu dir spricht oder wenn er durch die Bibel zu dir spricht. Sie muss die höchste Autorität in deinem Leben sein. Und alles, was du über die Bibel stellst, alles, was für dich mehr Autorität hat als die Bibel, ist ein Götze, der verschwinden muss. Selbst wenn es deine politische Überzeugung ist: Wenn du sie über die Bibel stellst, ist deine politische Überzeugung zum Götzen geworden. Die Bibel muss in allen Gewissensfragen des Lebens die letzte Autorität haben. Gott korrigiert uns, indem er uns sein Wort durch Predigten und durch Begegnungen mit anderen nahebringt. Sein Geist flüstert in unser Herz hinein. Ich lese dazu Hebräer 12,9–11:
„Unsere leiblichen Väter erzogen uns mit Strafe, und wir hatten trotzdem Achtung vor ihnen. Sollten wir uns da nicht umso bereitwilliger der Erziehung unseres himmlischen Vaters unterordnen, damit wir leben? Denn unsere leiblichen Väter haben uns eine Zeit lang erzogen, so gut sie es konnten. Aber Gottes Erziehung ist immer richtig und gut für uns, weil sie bedeutet, dass wir Anteil an seiner Heiligkeit erhalten. Keine Strafe ist angenehm, und während wir sie erleiden, ist sie immer schmerzlich! Doch danach werden diejenigen, die auf diese Weise geformt werden, inneren Frieden und ein Leben in der Gerechtigkeit gewinnen.“
Korrigiert zu werden, macht keinen Spaß. Aber wenn wir auf die Korrektur hören, wenn wir uns ändern, wenn wir uns Gottes Weisheit und Wirken unterordnen, dann bringt sie später die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit hervor. Korrektur ist enorm wichtig. Aber wenn man manche Menschen auch nur ein bisschen korrigiert, blähen sie sich auf wie eine alte Kröte und sagen: „Du hast mir gar nichts zu sagen“ und sind verärgert.
Als junger Christ lebte ich in Oregon. Dort fließt der Rogue River durchs Rogue-River-Tal. An einer Stelle war ich oft angeln. Dort am Fluss lebte ein anderer junger Christ. Er gehörte nicht zu meiner Gemeinde, sondern zu einer anderen in der Gegend, aber wir hatten uns kennengelernt. Er lebte mit seiner Freundin in einem schönen, sehr kleinen, urigen, aber wirklich coolen Häuschen direkt am Fluss in extrem begehrter Lage.Sie lebten wie ein Ehepaar zusammen, waren aber nicht verheiratet. Ich weiß nicht mehr, wer von beiden zuerst gläubig wurde. Vielleicht war sie es, und dann kam er zum Glauben. Sie kamen also in diese Gemeinde und ich fand gut, wie die Verantwortlichen damit umgingen. Sie hießen sie herzlich willkommen, nahmen sie liebevoll auf und integrierten sie. Die beiden kamen eine Weile, und es entstand eine Freundschaft. Die Bibel sagt: „Die Wunden, die ein Freund dir zufügt, meinen es gut.“ Sei mein Freund, und du darfst mich verwunden, weil ich weiß, du meinst es gut mit mir. Manche meiden den langen Weg der Freundschaft. Sie bauen keine Brücken. Sie wollen nur kommen und korrigieren. Aber diese Verantwortlichen nahmen sich Zeit, um dem Paar ihre Wertschätzung zu zeigen und besuchten sie dann persönlich. Sie machten nichts öffentlich, sondern setzten sich mit ihnen ins Wohnzimmer. Es waren ein paar Brüder aus der Gemeinde. Sie sagten: „Wir wissen, ihr seid Jesus begegnet. Wir freuen uns so, dass ihr in die Gemeinde kommt. Aber wir müssen euch etwas aus der Bibel weitergeben.“
Sie sprachen über Bibelstellen, in denen es um Sex außerhalb der Ehe geht und um die Heiligkeit der Ehe. Sie brachten ihnen Gottes Wort nahe – auf liebevolle Weise. Sie sagten: „Ihr müsst entweder heiraten oder euch trennen, wenn ihr Gottes Weg gehen wollt.“ Ich erinnere mich, dass sie heiraten wollte. Aber er war erst einmal sauer. Er war wütend, dass sie in sein Haus gekommen waren und es wagten, so mit ihm zu reden. Sie verabschiedeten sich, es war ein ungemütlicher Moment. Aber dieser Mann kam zurück in die Gemeinde. Ich war dabei, als manches davon passierte. Sie kamen wieder und waren auch bei einem anderen Treffen dabei. Ich erinnere mich, wie ich ihn reden hörte. Zuerst war er noch wütend, aber dann sagte er: „Sie haben recht. So steht es in der Bibel, und wir werden heiraten. Ich werde sie heiraten. Wir werden nicht länger zusammenwohnen, sondern bis zur Hochzeit auf Sex verzichten. Wir machen es auf Gottes Art.“ Sie waren offen für Gottes Korrektur. Wenn du dich Gottes Korrektur unterstellst, bringt das die friedvollen Früchte der Gerechtigkeit in deinem Leben hervor.
Das passiert in vielen Bereichen. Jemand erzählte mir, wie er und seine Freunde einen Freund aus der Gemeinde angesprochen hatten, der rücksichtlos zu seiner Frau war. Ich glaube, die Männer segelten zusammen. Das war ihr gemeinsames Hobby. Sie hatten kleine Segelboote, gingen gemeinsam aufs Wasser und trafen sich im Yachtclub oder so. Nach einem gemeinsamen Abendessen als Paare, nahmen die Männer ihren Freund beiseite und sagten: „Bruder, wir müssen mit dir reden. Wie du vor anderen mit deiner Frau sprichst, ist falsch. Du gehst lieblos mit ihr um. Du weist sie ab und behandelst sie, als wäre sie weniger wert. Das passt nicht zu Gott. Ihr seid gemeinsam Erben der Gnade des Lebens. Die Bibel sagt, dass Männer ihre Frauen so behandeln sollen, wie Jesus die Gemeinde behandelt.“
Ich denke, in der Ehe hat der Mann tatsächlich eine größere Verantwortung. Schließlich ist Jesus vollkommen. Die Rolle der Frau entspricht der Rolle der Gemeinde gegenüber Jesus. Die Rolle des Mannes entspricht der Rolle von Jesus gegenüber der Gemeinde. Und Jesus handelt der Gemeinde gegenüber immer vollkommen. Nicht, dass wir perfekt sein müssen, aber wir sollen uns bemühen und unser Bestes geben. Jesus hat Zeit für jedes Mitglied der Gemeinde. Er ist da, wenn wir beten. Er reibt uns vergangene Fehler nicht unter die Nase. Er wird nicht wütend und bestraft uns mit Schweigen. Aber genau so verhielt sich dieser Mann. Man muss ihm zugutehalten, dass er antworten: „Danke, Jungs. Gott hat ohnehin schon an meinem Herzen gearbeitet, und ich danke euch. Ich nehme die Korrektur an.“ Und er änderte sein Verhalten. Glückliche Frau, entspanntes Leben.
Ich will dir einfach sagen: Gott ist mit dir noch nicht fertig. Vielleicht wurdest du aus irgendeinem Grund vor den Kopf gestoßen, weil man dir Unrecht getan oder dich verraten hat. Vielleicht wolltest du das Richtige tun und aus Liebe handeln, aber wurdest dafür „bestraft“. Dann zieh dich nicht verletzt zurück. Lass dich nicht zum Stolpern bringen. Lass nicht Bitterkeit oder Zynismus in dein Leben. Und wenn sie schon da sind, dann bitte Gott, dir zu helfen, sie loszuwerden. Vergib denen, die dir Unrecht getan haben, und liebe sie, wie Jesus dich geliebt hat. Vertrauen muss man sich verdienen. Vergebung ist ein Geschenk, das wir geben. Bemühe dich darum, dass die Früchte aus deiner Beziehung zu Gott in deinem Leben wachsen. Der erste Schritt dahin ist: Stell dich Gottes Korrektur.
Ich möchte heute damit schließen, dir etwas zuzusprechen: Gott im Himmel sieht dich in diesem Augenblick. Er weiß, dass du dir Zeit genommen hast, mir zuzuhören – egal, in welcher Sprache, denn diese Sendung wird weltweit in viele Sprachen übersetzt. Gott sieht dich persönlich. Er sieht dich ganz individuell. Und er liebt dich. Du bist wertvoll für ihn. Zweifle niemals daran. Öffne dein Herz für seinen Sohn Jesus Christus. Das wird alles für dich verändern. Gottes reichster Segen sei jederzeit mit dir. -
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