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Wie Gottes Geist dich führt – Philipperbrief

Der Heilige Geist hat dir mehr zu sagen, als du denkst. Bayless Conley ermutigt dich in dieser Sendung, auf Gottes Reden zu achten und es ernstzunehmen. Du wirst entdecken, warum sowohl Liebe als auch Weisheit dafür wichtig sind. In seiner Predigt lässt Bayless Conley die Geschichte lebendig werden, wie Paulus die Gemeinde in Philippi gründete – und dabei mehrfach erlebte, wie der Heilige Geist ihn eindrücklich leitete.

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  • Hallo und herzlich willkommen. Heute möchte ich mal etwas anderes machen. Ich erzähle dir etwas über die Geschichte einer Gemeinde. Wenn du jetzt denkst: „Ach nee, keine Lust auf Geschichtsunterricht“, dann bleib trotzdem dran, denn manches davon wird dir helfen. Du erfährst den Hintergrund, wie eine bestimmte Gemeinde entstanden ist. Wir schauen dafür in die Bibel und ich gebe ein paar praktische Gedanken weiter, die dir genau in deiner Situation weiterhelfen können. Wenn du offen bist und hinhörst, glaube ich, dass der Heilige Geist dir etwas schenken möchte, das du brauchst.

    Wir sprechen heute über den Philipperbrief – und über die Gemeinde in Philippi, die von Paulus und seinen Begleitern auf seiner zweiten Missionsreise gegründet wurde. Seine Beziehung zu dieser Gemeinde war ganz anders als zu fast allen anderen Gemeinden, die er gegründet hatte oder mit denen er verbunden war. Wenn er zum Beispiel an die Korinther oder die Galater schrieb, ging es oft um falsche Lehren oder moralische Verfehlungen in der Gemeinde und er musste viel zurechtrücken. Klar, auch die Gemeinde in Philippi hatte sicher ihre Herausforderungen, wie jede Gemeinde. Auch sie musste mit Verfolgung umgehen, wie alle Gemeinden damals. Aber Paulus musste sie nicht wegen falscher Lehre oder Sünde korrigieren – und das macht diesen Brief so besonders. Manche nennen ihn sogar einen „Freudenbrief“. Man spürt, dass er eine so enge Beziehung zu den Gläubigen in Philippi hatte wie zu keiner anderen Gemeinde.

    Hier ein bisschen zum historischen Hintergrund: Die Gemeinde in Philippi war tatsächlich in der Stadt Philippi. Sie war von Philipp von Makedonien, dem Vater von Alexander dem Großen gegründet und nach ihm benannt worden. Die Stadt lag in einer fruchtbaren Ebene und war schon lange berühmt für ihre Gold- und Silberminen gewesen. Philipp gründete die Stadt am strategisch wichtigsten Ort in ganz Europa. Eine Gebirgskette zieht sich hier von Ost nach West und trennt Europa von Asien – und genau bei Philippi bietet sich ein Durchgang. Die Stadt kontrollierte also den Weg zwischen Europa und Asien. Man könnte sagen: Philippi war das Tor zwischen den Kontinenten. Viele bedeutende Schlachten wurden hier geschlagen, aber die Stadt war auch strategisch wichtig, um das Evangelium nach Europa zu bringen. Später wurde Philippi eine römische Kolonie – und römische Kolonien waren wie kleine „Mini-Roms“. Das auffälligste Merkmal einer römischen Kolonie war ihr Stolz auf die römische Staatsbürgerschaft. Man sprach die römische Sprache, trug römische Kleidung, lebte nach römischen Bräuchen. Dieselben Zeremonien, die man in Rom abhielt, wurden auch dort gefeiert.

    Philippi war in jeder Hinsicht römisch. Vor diesem Hintergrund schreibt Paulus an die Gemeinde in dieser römischen Kolonie. Im dritten Kapitel erklärt er: „Ihr seid eine Kolonie des Himmels. Eure Staatsbürgerschaft ist im Himmel.“ Das ist sehr bemerkenswert. Genauso wie ein römischer Bürger niemals vergaß, dass er Römer war – egal, wo er sich gerade aufhielt –, sollte ein Christ nie vergessen, dass er in erster Linie, immer und vor allem, ein Bürger des Himmels ist. Ihr Lieben, wir gehören zu einer anderen Welt. Wir sind einem höheren Reich unterstellt, einem höheren Gesetz, einem höheren König. Und wir sollten zuerst nach den Gesetzen und Bräuchen des Himmels leben.

    Ich habe vor allem irische Vorfahren und daneben fast ausschließlich schottische. Mir gefällt das. Ich war schon viele, viele Male in Irland zum Predigen, und das Eintauchen in die Kultur dort hat mir geholfen, manches über mich selbst zu verstehen. Ich dachte: „Mensch, die ticken hier wie ich – ein bisschen frech und ein bisschen verrückt.“ Ich habe mich in ihnen wiedergefunden. Meine Frau dagegen ist deutsch-österreichischer Herkunft. Ihre Mutter sprach kein Englisch – sie ist mit Deutsch aufgewachsen. Auch ihr Vater war deutscher Abstammung. Janet kommt aus dem Mittleren Westen hier in den USA. Als sie mich zum ersten Mal nach Deutschland begleitet hat, wo ich seit vielen Jahren aktiv bin, hat Janet geweint. Sie sagte: „Bayless, diese Leute sind wie ich. Sie denken wie ich. Und hier in Deutschland sieht alles genauso aus wie da, wo ich aufgewachsen bin – auf dem Bauernhof meiner Familie.“ Um sie herum waren alles deutsch geprägt. Die Deutschen siedelten sich nach ihrer Auswanderung damals dort an, wo das Land ihrer Heimat ähnlich war – und Janet ist in dieser deutschen Kultur groß geworden.

    Mein Punkt ist: Ich bin zwar irischer Abstammung, aber ich würde nie sagen: „Ich bin irischer Christ“ oder „Das ist die irische Gemeinde“ oder „die weiße Gemeinde“ oder „die lateinamerikanische Gemeinde“. Es ist die Gemeinde. Wir sind in erster Linie Christen. Unsere wahre Staatsbürgerschaft ist im Himmel – und unsere Herkunft oder Kultur sollte niemals wichtiger sein. Jesus und das Reich Gottes stehen an erster Stelle. Bei manchen klingt die Zuordnung fast nach Götzendienst. Sie trennt und schafft keine Einheit. Wir sind zuerst Christen. Klar, ich habe durch meine irische Herkunft bestimmte kulturelle Eigenheiten. Meine Frau ist durch ihren deutsch-österreichischen Hintergrund geprägt. Aber das ist zweitrangig, erst einmal sind wir Christen. Wir sind von neuem geboren, reingewaschen durch das Blut von Jesus. Unsere Heimat, unsere Staatsbürgerschaft ist im Himmel – und das muss für uns an oberster Stelle stehen.

    Und eins noch – das war nicht geplant, aber ich spüre, dass es wichtig ist. Paulus kam um das Jahr 52 zum ersten Mal nach Philippi, während seiner zweiten Missionsreise. Silas, Timotheus und Lukas begleiteten ihn. Die Gläubigen dort hatte er zum Glauben geführt und er scheint ein engeres Verhältnis zu ihnen gehabt zu haben als zu allen anderen Gemeinden. Sie unterstützten ihn finanziell, als es sonst niemand tat. Sie unterstützten ihn in Thessalonich, in Korinth und sogar als Gefangenen in Rom, als Paulus diesen Brief um das Jahr 63 oder 64 schrieb. Keine andere Gemeinde tat das.

    Die Spende, die er in Rom erhielt, wurde ihm von Epaphroditus überbracht – einem Mitglied der Gemeinde in Philippi. Er blieb bei Paulus und hat sich völlig verausgabt, ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. Er wurde krank und wäre fast gestorben. Nach seiner Genesung schickte Paulus ihn mit diesem Brief zurück nach Philippi. Er wird „Freudenbrief“ genannt, weil Freude ein zentrales Thema ist. In dem kurzen Schreiben erwähnte Paulus „Freude“ oder „sich freuen“ rund 17 Mal – und das, obwohl er in römischer Gefangenschaft saß. Als Gefangener Roms rief er dennoch immer wieder: „Freut euch im Herrn! Noch einmal sage ich: Freut euch!“ Ihr Lieben, Freude hängt nicht von unseren Umständen ab. Ich weiß, dass gerade jemand zusieht, der durch eine schwere Zeit geht. Vielleicht hast du ein gebrochenes Herz. Vielleicht hat dich jemand hintergangen. Vielleicht musst du eine schwere Nachricht verkraften und weißt gerade gar nicht mehr, wo oben und unten ist. Alles in deinem Leben steht Kopf. Aber du kannst dich trotzdem freuen – weil Gott dich sieht. Er kennt dich. Er lässt dich nicht im Stich. Er verlässt dich nicht. Die Bibel sagt: „Hab keine Angst vor dem, was Menschen dir antun können. Der Herr ist dein Helfer.“ Du darfst dich freuen.

    Ich möchte nun mit dir nachschauen, wo die Geschichte der Gemeinde aufgeschrieben wurde. In Apostelgeschichte 16 lesen wir, wie Paulus nach Philippi kam und was dort geschah. Apostelgeschichte 16, die Verse 6 bis 10:

    „Danach reisten Paulus und Silas durch das Gebiet von Phrygien und Galatien, weil der Heilige Geist ihnen untersagt hatte, in die Provinz Asien zu gehen. Als sie dann ins Grenzgebiet von Mysien gelangten, wollten sie weiter in die Provinz Bithynien, doch auch das ließ der Heilige Geist nicht zu. Also zogen sie durch Mysien in die Stadt Troas. In der folgenden Nacht hatte Paulus eine Vision. Er sah einen Mann aus Mazedonien im Norden Griechenlands, der ihn bat: ‚Komm herüber und hilf uns.‘ Da beschlossen wir, sofort nach Mazedonien abzureisen. Wir waren sicher, dass Gott uns rief, auch dort seine Botschaft zu verkünden.“

    Das ist spannend. Sie wollten in eine Region in Kleinasien reisen – aber der Heilige Geist ließ es nicht zu. Dann wollten sie woandershin – aber auch das erlaubte der Geist nicht. Und das, obwohl Jesus uns doch beauftragt hat, in alle Welt zu gehen und allen Menschen das Evangelium zu bringen. Aber in diesem Fall sagt der Heilige Geist ganz klar: dorthin nicht. Was lernen wir daraus? Niemand kann alles tun. Und niemand kann überall sein. Bleib in deiner Bahn und laufe deinen Lauf. Finde heraus, wo dein Platz in dem ist, was Gott tun will. Ich als Prediger muss meinen Platz finden – und darin unterwegs sein. In manche Regionen werde ich nie gehen. Manche Volksgruppen werde ich nie erreichen. Andere Menschen werde ich erreichen – Menschen, für die Gott mich genau so gemacht hat, wie ich bin. Zu denen ich Zugang finde, weil ich sie verstehe. Aber ich kann nicht überall sein. Ich kann nicht alles tun.

    Ich erinnere mich an einen Mann, der eines Tages zu mir kam. Ich hatte ihn vorher noch nie gesehen – aber er tauchte mit seiner Frau und seinen Kindern bei uns in der Gemeinde auf. Nach dem Gottesdienst bat er mich um ein Gespräch. Er erzählte, er sei Missionar. Er gehe gerade durch eine schwierige Zeit und brauche dringend Hilfe. Also habe ich mir Zeit für ihn genommen, mit ihm geredet und später auch ein bisschen recherchiert. Ich habe zu ihm gesagt: „Ich melde mich bei dir.“ Er war nicht in Amerika geboren, sondern stammte aus einem anderen Land und es stimmte: Zweimal im Jahr nahm er eine Gruppe von etwa 20 Leuten aus verschiedenen Gemeinden mit auf eine ein- bis zweiwöchige Missionsreise in sein Heimatland. Das finde ich grundsätzlich gut. Aber den Rest des Jahres arbeitete er nicht. Er leitete keine Gemeinde, nicht mal einen Hauskreis, nichts. Er saß einfach nur zu Hause. Er hatte ein paar Gemeinden überredet, ihn finanziell zu unterstützen. Aber irgendwann hatten die Gemeinden gemerkt, dass dieser Mann gar nichts tat. Sie unterstützten ihn monatlich für zwei zehntägige Reisen im Jahr. Daraufhin hatten sie ihre Hilfe eingestellt.

    Ich traf mich wieder mit ihm und sagte: „Hör zu, ich finde es gut, dass du diese Missionsreisen unternimmst, aber du musst dir einen Job suchen.“ Er antwortete: „Aber ich bin doch Missionar.“ Ich erklärte ihm: „Du unternimmst Missionseinsätze, das ist gut und Gott möge sie segnen – aber du musst arbeiten und für deinen Unterhalt aufkommen.“ Ich hatte vorher ausführlich darüber gebetet und sprach sehr klar mit ihm. Ich sagte: „Ich helfe dir jetzt. Hier ist ein Scheck. Damit kannst du diesen Monat deine Miete bezahlen. Aber du musst dir einen Job suchen. Verstehst du?“ Er sah mich nur an. Ich sagte: „Hör zu – das hier ist Gottes Barmherzigkeit für dich. Aber dieses Geschenk ist keine Bestätigung, dass du Missionar und auf dem richtigen Kurs bist.“ Das ist nicht Gottes Signal: Mach einfach weiter wie bisher. Es ist Barmherzigkeit – denn du musst arbeiten gehen. Die Bibel sagt: ‚Wer für seine eigene Familie nicht sorgt, ist schlimmer als ein Ungläubiger.‘ Du brauchst einen Job. Verstehst du?“ Er sagte: „Ich verstehe.“ Ich gab ihm den Scheck und hörte ein halbes Jahr lang nichts mehr von ihm. Nach sechs Monaten rief er mich wieder an. „Hallo Pastor, ich bin in Schwierigkeiten. Ich brauche noch mal finanzielle Hilfe, so wie damals.“ Ich fragte: „Hast du dir einen Job gesucht?“ Er sagte: „Naja, nicht wirklich.“ Ich sagte: „Tut mir leid, dann kann ich dir nicht helfen. Ich habe damals zu dir gesagt, du sollst dir einen Job suchen – und nach einem halben Jahr hast du es immer noch nicht getan.“ Als er mich noch einmal anrief, sagte ich: „Bitte hör auf, mich anzurufen. Ich kann dir nicht noch mal helfen.“

    Wir setzten uns zusammen – und er zitierte einen Vers aus 1. Johannes: „Wenn du deinen Bruder Not leiden siehst und dein Herz vor ihm verschließt – wie kann da Gottes Liebe in dir sein?“ Ich sagte: „Schöner Vers. Aber hast du auch gelesen, dass Jesus gesagt hat: ‚Geht in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die gute Botschaft‘?“ Er sagte: „Ja.“ Dann zeigte ich ihm Apostelgeschichte 16: „Schau mal, hier steht, dass der Heilige Geist Paulus und seine Begleiter daran hinderte, das Wort in Asien zu verkünden. Auch nach Bithynien durften sie nicht gehen. Interessant, oder? Jesus sagt: ‚Geht in alle Welt‘ – und hier sagt der Heilige Geist: ‚Nicht dahin.‘ Verstehst du?“ Er sagte: „Ich denke schon.“ Ich sagte: „Derselbe Heilige Geist, der Paulus verboten hat, nach Asien zu gehen, verbietet mir jetzt, dir noch mal finanziell zu helfen. Du brauchst einen Job.“

    Ich glaube, es ist wichtig, dass wir sensibel für den Heiligen Geist sind. Liebe sollte unser Antrieb sein. Aber die Liebe Gottes, die durch uns fließt wie ein Strom, braucht Grenzen – nämlich die Grenzen der Weisheit und der biblischen Lehre. Wenn ich diesem Mann weiterhin geholfen hätte, wäre ihm nicht wirklich geholfen gewesen. Es hätte ihn nur behindert – und seine Familie ebenfalls. Er war jung, er war gesund, er konnte arbeiten. Er war nur faul. Kommen wir zurück zur Geschichte: Paulus und die anderen wollten erst nach Kleinasien, dann nach Bithynien. Aber der Heilige Geist ließ es nicht zu. Und das war übrigens nicht das einzige Mal. Ich glaube, in Apostelgeschichte 13 sagt Paulus: „Ich habe oft geplant, zu euch zu kommen – aber bis jetzt wurde ich daran gehindert.“ Dasselbe griechische Wort, das dort mit „gehindert“ übersetzt ist, finden wir auch in Apostelgeschichte 16 – wo es heißt, dass der Heilige Geist es ihnen „untersagt“ hatte und es „nicht zuließ“, das Wort zu verkünden. Paulus war sensibel für Gottes Zeitplan und Gottes Wege. Es gibt Menschen, die sagen: „Ach, ich geh einfach. Gott wird mich schon versorgen.“ Aber, ihr Lieben, das richtige Timing ist entscheidend.

    Wir können gute Ideen haben – aber nicht jede stammt von Gott. Manche Menschen treffen lebensverändernde Entscheidungen aus dem Bauch heraus: Sie ziehen um, heiraten, unterschreiben Verträge, machen Schulden – ohne Gott zu fragen. Aber auf seine Antwort zu warten, ist keine verlorene Zeit. Schlag deine Bibel auf, geh auf die Knie, lies betend – und werde still vor Gott. Jesus hat gesagt: „Wenn der Heilige Geist kommt, wird er reden. Er wird euch in alle Wahrheit führen. Er wird durch das Wort reden, er wird zu deinem Herzen sprechen.“ David wollte Gott einen Tempel bauen. Der Prophet sagte sofort: „Gut, dass du das auf dem Herzen hast.“ Aber später kam er zurück und korrigierte sich: „Okay, ich habe zugestimmt, dass du es tun sollst. Es ist gut, dass du das auf dem Herzen hast, David. Aber nicht du sollst ihn bauen. Gott sagt: Dein Sohn Salomo wird den Tempel mir zu Ehren bauen.“ David hatte innerlich etwas gespürt. Und der Prophet hatte gesagt: „Es ist gut, dass du es auf dem Herzen hast. Aber nicht du sollst es umsetzen.“ Nicht immer, wenn wir etwas spüren oder wahrnehmen, ist dafür sofort der richtige Zeitpunkt und nicht immer sind wir dazu berufen. Die Wahrheit ist: Gott setzt uns Grenzen. Ich lese dazu aus 2. Korinther 10 die Verse 13 und 14:

    „Wir werden nicht mit einer Vollmacht angeben, die wir gar nicht besitzen. Wir wollen vielmehr innerhalb der Grenzen bleiben, die uns Gott gesteckt hat, und dazu gehört auch unser Auftrag bei euch. Wir maßen uns aber nicht zu viel an, denn wir waren die Ersten, die mit der Botschaft von Christus zu euch kamen.“

    Gott setzt also klare Grenzen. Paulus hätte ignorieren können, wovon der Heilige Geist ihn abhielt. Er hätte nach Kleinasien oder Bithynien reisen und dort predigen können. Manche nennen das „mutigen Glauben“ – aber oft ist es reine Überheblichkeit. Ich bin dafür, mutig zu glauben und Gott zu vertrauen, sogar ihm das Leben anzuvertrauen, denn sein Wort ist absolut zuverlässig. Aber die Bibel sagt auch: „Weisheit ist das Wichtigste.“ Deshalb will ich mutig glauben – aber zugleich nach Gottes Weisheit fragen. Denn ich kann nicht einfach aus dem Schutz seiner Weisheit heraustreten und erwarten, dass mein Glaube trotzdem wirkt. Mein Glaube wirkt, wenn ich in den Grenzen von Gottes Weisheit bleibe. Ich glaube sogar: Wenn wir heraustreten aus dem, was Gott uns aufgetragen hat, dann treten wir oft auch aus seinem Schutz und seiner Versorgung heraus.

    Einmal rief mich ein Freund an und sagte: „Bayless, ich habe eine Veranstaltung in Kansas“, das ist ein Nachbarstaat. Er bat mich, mitzukommen, den Lobpreis zu leiten, ein paar Lieder zu singen, vielleicht mein Zeugnis zu geben – und er würde predigen. Ich sagte: „Klar, ich komm mit.“ Ich hatte nicht darüber gebetet, nur in meinen Kalender geschaut und zugesagt. Danach spürte ich ein inneres Stoppzeichen. Etwas fühlte sich nicht richtig an. Also kniete ich mich hin und betete ernsthaft. Ich kann nicht genau sagen, wie es in der Apostelgeschichte war. Wir erfahren nicht, wie der Heilige Geist Paulus und seine Begleiter aufhielt. Vielleicht sprach der Geist direkt oder durch einen Traum, eine Vision oder einen inneren Eindruck. Ich selbst hatte einen so starken inneren Eindruck, dass ich wusste: Der Heilige Geist hindert mich, nach Kansas zu gehen. Ich wusste nicht warum, aber der Eindruck war eindeutig. Also rief ich meinen Freund an und sagte: „Hör zu, ich habe versprochen dich zu begleiten und ich will mein Wort halten. Aber ich habe das Gefühl, der Heilige Geist sagt mir, ich soll nicht mitkommen. Ich weiß nicht warum. Ich sage nicht, dass irgendetwas Schlimmes passieren wird – ich habe einfach nur diesen starken Eindruck. Ich wäre dir dankbar, wenn du mich aus der Sache rauslassen würdest. Aber wenn du willst, dass ich mitkomme, halte ich mein Wort.“ Er sagte: „Bayless, bleib unbedingt zu Hause. Ich werde selbst nochmal beten.“ Er fuhr allein – und erlebte eine großartige Veranstaltung. Bis heute weiß ich nicht, warum ich nicht mitfahren sollte – aber ich bin mir absolut sicher, dass Gott mich so geführt hat. Jedes Mal, wenn ich einen solchen Eindruck ignoriert habe, hat es zu Schwierigkeiten geführt.

    Ich erinnere mich an eine Situation, als ich auf dem Heimweg war. Ich hatte das Gefühl, der Heilige Geist wollte, dass ich einen Umweg von etlichen Kilometern fuhr. Ich würde nicht sagen, dass er mir den direkten Weg verboten hat, aber ich hatte innerlich den starken Eindruck: „Fahr nicht den normalen Weg.“ Ich weiß noch, wie ich dachte: „Es fühlt sich so an, als wollte mich der Heilige Geist eine andere Route führen – aber ich bete jetzt einfach: Herr, beschütze mich. Ich will nicht mehrere Kilometer Umweg fahren.“ Ich kam an eine Kreuzung. Die Ampel war grün. Ich fuhr – und eine Frau fuhr bei Rot und krachte in mein Auto. Ich weiß noch, dass ich dachte: „Ja, ich hätte anders fahren sollen.“ Ich könnte dir noch etliche solcher Geschichten erzählen. Gott sieht alles. Er weiß alles. Vielleicht hast du Gottes Schutz und Segen verlassen, weil du nicht dem gefolgt bist, was der Heilige Geist dir gesagt hat. Dann bleibt dir nur eins: Kehr um. Tu Buße. Und tu das Letzte, von dem du ganz sicher weißt, dass Gott es dir gesagt hat.

    Es gibt noch so viel mehr über diese entstehende Gemeinde zu sagen. Ich bin ein bisschen bei diesen Themen hängen geblieben, aber ich hoffe, es war hilfreich für dich. Ich hoffe, du schaust in der nächsten Sendung weiter – denn wir werden uns noch richtig, richtig wertvolle Punkte anschauen. Bis dahin bete ich, dass Gottes größter Segen dich immer begleitet.

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