Fußspuren des Glaubens 2/2

Wenn es um das tiefere Verständnis des Glaubens geht, braucht jeder Christ einen Mentor – eine Person, die Gottes Wort versteht und seine Verheißungen für sich in Anspruch genommen und erlebt hat.

Darum gab Gott uns Abraham. In der Bibel wird er uns als ein Vorbild beschrieben, dem wir folgen sollen, wenn es um Glauben geht. Bayless Conley zeigt anhand der Lebensgeschichte Abrahams auf, wie du im Glauben leben und die Segnungen Gottes erfahren kannst!

Dies ist der zweite Teil der Predigt, den ersten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Willkommen zum zweiten Teil unserer Sendung „Fußspuren des Glaubens“. Wir beschäftigen uns mit vier Fußspuren, die Abrahams Glaube im Sand der Zeit hinterlassen hat. Die Bibel zeigt uns, wie wir diesen Fußspuren folgen können. Also wenn Sie eine Bibel haben, dann schlagen Sie sie auf und steigen Sie mit ins Thema ein.

Heute kommen wir zum vierten Punkt und das ist die Fußspur des opferbereiten Glaubens. Bitte schlagen Sie Ihre Bibel auf, und zwar den Hebräerbrief, Kapitel 11, Vers 17. Die Fußspur des opferbereiten Glaubens.

Hebräer 11:17-19
„Durch Glauben hat Abraham, als er geprüft wurde, den Isaak dargebracht, und er, der die Verheißungen empfangen hatte, brachte den einzigen Sohn dar, über den gesagt worden war: In Isaak soll deine Nachkommenschaft genannt werden, indem er dachte, dass Gott auch aus den Toten erwecken könne, von woher er ihn auch im Gleichnis empfing.“

Wir haben eben erst gelesen, wie Abraham und Sara durch den Glauben ein Wunder empfingen und ein Kind geboren wurde. Und jetzt verlangt Gott von Abraham, das zu opfern, was der Glaube hervorgebracht hat. Über den Jungen, der durch den Glauben geboren wurde, sagt Gott zu Abraham: „Ich will, dass du ihn als Opfer darbringst.“ Und wissen Sie was? Abraham tat es. Lassen Sie uns diese Geschichte lesen, und zwar in 1. Mose 22. Und ich möchte die Geschichte ganz lesen oder jedenfalls den größten Teil. 1. Mose 22. Wenn Sie eine Bibel dabeihaben, dann schlagen Sie den Text ruhig auf, unterstreichen Sie Dinge und machen Sie Notizen. Wir lesen Vers 1-18. Bitte lassen Sie sich nicht ablenken. Ich weiß, es ist ein langer Text, aber auch eine faszinierende Geschichte, die viel mit uns zu tun hat. Auf diese Geschichte nimmt Hebräer 11:17-19 Bezug. Also, ab 1. Mose 22:1:

1. Mose 22:1-18
„Und es geschah nach diesen Dingen, da prüfte Gott den Abraham.“ – Alle zusammen: „Gott prüfte Abraham.“ – „… Und er sprach zu ihm: Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde! Da machte sich Abraham früh am Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak. Er spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf und ging an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von fern. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr mit dem Esel hier! Ich aber und der Junge wollen dorthin gehen und anbeten und zu euch zurückkehren. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak, und in seine Hand nahm er das Feuer und das Messer. Und sie gingen beide miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz! Wo aber ist das Schaf zum Brandopfer? Da sagte Abraham: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander. Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz. Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen, und tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast. Und Abraham erhob seine Augen und sah; und siehe, da war ein Widder hinten im Gestrüpp an seinen Hörnern festgehalten. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn anstelle seines Sohnes als Brandopfer. Und Abraham gab diesem Ort den Namen ‚Der Herr wird ersehen‘, von dem man heute noch sagt: Auf dem Berg des Herrn wird ersehen. Und der Engel des Herrn rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel her zu und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr, deshalb, weil du das getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, darum werde ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und deine Nachkommenschaft wird das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen. Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.“

An Abrahams opferbereitem Glauben, der sich in diesem Gehorsamsakt zeigte, sehen wir vier Dinge, über die wir sprechen werden. Erstens: In seiner Opferbereitschaft bewies sich sein Herz. Es heißt, Gott prüfte Abraham und die Bibel sagt deutlich, dass Gott die Gerechten prüft. Doch es heißt, Gott prüft das Herz. Nur ein Gedanke nebenher: Gott prüft uns nie, indem Er uns etwas auferlegt, für das Jesus Christus gestorben ist, um uns davon zu erlösen. Gott prüft uns nie durch etwas, von dem Jesus uns durch Seinen Tod erlöst hat. Halten Sie diesen Gedanken einfach fest. Ich denke, irgendjemand musste das heute hören. Doch Gott prüfte Abraham und daran bewies sich sein Herz. Abrahams Glaube und Gehorsam wurden geprüft, doch daran zeigte sich, dass sein Herz ganz Gott gehörte. Überlegen Sie einmal: Nach Gottes erster Verheißung an Abraham, dass er und Sara ein Kind bekommen würden, vergingen noch 25 Jahre, bevor diese Verheißung erfüllt wurde. 25 lange Jahre von der Verheißung bis zur Erfüllung der Verheißung! Und in diesem Vierteljahrhundert gab es Momente, in denen Abrahams Glaube Höhenflüge hatte, zum Beispiel als Gott ihn aus dem Zelt führte und sagte: „Abraham, schau den Himmel an und zähl die Sterne, wenn du kannst.“ Und er sagte: „Gott, das kann ich nicht. Es sind zu viele.“ Gott sagte: „So viele Nachkommen sollst du haben.“ Und Abraham war tief bewegt. Doch in anderen Momenten war es kein Höhenflug, sondern eher ein Durchhänger, wie der, als Sara sagte: „Hör mal, irgendwie funktioniert das nicht. Weißt du, ich habe eine junge Magd namens Hagar. Die ist ganz süß. Vielleicht können wir sie als Leihmutter für uns nehmen und kommen so zu unserem Sohn.“ Und es heißt nirgendwo, dass Abraham protestierte. Dann kam Ismael zur Welt und mit ihm eine ganze Menge Probleme. Gott sagte: „Nein, das Kind, das ihr bekommen werdet, wird ein Wunder sein. Es ist ein Kind der Verheißung, nicht ein Kind des menschlichen Willens.“ Schließlich, nach einem langen Weg von 25 Jahren, wird das verheißene Kind geboren – der Sohn seines Alters, Abrahams Herzensfreude. Und jetzt sagt Gott: „Nimm ihn und töte ihn und verbrenne seinen Körper als Opfer für mich.“ Das ist mal eine Prüfung! Also gut. Einige Dinge an dieser Geschichte sind natürlich ganz einmalig. Gott wird von Ihnen nie verlangen, eins Ihrer Kinder so aufzugeben. Und wir werden heute noch klären, was so einzigartig war. Aber es gibt einige Prinzipien, die wir daraus lernen können. Überlegen Sie einmal, wie schwer das für Abraham gewesen sein muss. Ich denke, dass Gott ihn vielleicht fragte: „Abraham, wo ist dein Herz? Wo ist dein Schatz? Ist dieses Kind deines Alters zur obersten Priorität in deinem Leben geworden? Abraham, habe ich noch Platz in deinem Leben? Bin ich noch an erster Stelle? Gilt deine höchste Loyalität mir? Oder ist genau das, was aus deinem Glauben entstanden ist, wichtiger für dich geworden als unsere Beziehung?“ Doch Abraham bewies sofort, dass Gott in seinem Leben immer noch an erster Stelle stand. Und im Prinzip glaube ich, dass diese Frage uns immer noch gilt. Von Zeit zu Zeit prüft Gott unser Herz, indem Er uns bittet, Dinge aufzugeben, die wertvoll für uns sind. Von Zeit zu Zeit prüft Gott unser Herz und unsere Loyalität. Er zeigt uns, wo unser Herz ist, indem Er uns bittet, Dinge aufzugeben, die uns wertvoll sind. Das kann etwas sein, das großen finanziellen Wert hat – vielleicht sollen wir sogar einen großen Betrag spenden. Vielleicht ist es aber auch etwas, das sentimentalen oder emotionalen Wert für uns hat. Gott legt Seinen Finger darauf und erinnert uns, dass wir nur auf der Durchreise sind. Wir nehmen nichts mit. Und ich glaube, daran zeigt sich, wo unser Herz wirklich ist. Zweitens erweiterte die Prüfung Abrahams Glaubenshorizont. Nach Gottes Worten hing die gesamte Zukunft an diesem Jungen. Wie sollten alle Nationen der Erde durch ihn gesegnet werden, wenn er starb? Wenn er nicht lebt und selbst Kinder hat, wie soll Abraham dann all die Generationen nach sich hervorbringen und wie sollen sie gesegnet werden, wenn der Junge getötet wird? Es erweiterte Abrahams Glaubenshorizont. In Hebräer 11:17-19 lesen wir: „Durch Glauben opferte Abraham seinen einzigen Sohn, weil er glaubte, dass Gott ihn selbst von den Toten erwecken kann.“ Ich weiß nicht, ob Ihnen in 1. Mose 22:5 aufgefallen ist, was er zu den Dienern sagt, die er zurücklässt: „Ihr bleibt hier bei den Eseln. Wir kommen zu euch zurück.“ Abraham weiß, dass Gott ihm aufgetragen hat, den Jungen zu töten und als Brandopfer darzubringen, aber er sagt: „Wir kommen beide zurück.“ Abraham glaubte Gottes Wort so weit, dass er bei sich dachte: „Und wenn Gott ihn aus der Asche eines Brandopfers erwecken muss, dann wird er das eben tun.“ Sein Glaube wurde größer: „Gott, ich weiß nicht, wie du es machen wirst, wie es je geschehen kann, aber du hast es gesagt und ich glaube es, auch wenn ich es nicht verstehen kann.“ Das bewirkt der Glaube bei uns. Überlegen Sie nur einmal! Und manche haben ein Problem damit, Gott zehn Prozent ihres Einkommens zu geben. „Wenn ich das mache, wie soll es dann je noch für mich reichen?“ Gott rechnet anders als wir. Gott sagt: „Wenn ihr das tut, werde ich die Fenster des Himmels öffnen und Segen ausgießen, dass ihr nicht genug Raum habt, ihn aufzufangen.“ „Aber das begreife ich nicht!“ Willkommen im Glaubensleben von Vater Abraham. In diese Fußspur müssen wir lernen unsere kleinen Füßchen zu setzen, meine Lieben!“ „Aber das ist unlogisch!“ Nein, es ist nicht logisch. Logik ist Logik; Glaube ist Glaube; und Glaube ist für unseren Verstand nicht immer logisch. Abrahams Glaubenshorizont wurde erweitert. Er wusste nicht, dass Gott sagen würde: „Halt! Ich wollte nur, dass du dazu bereit bist.“ Das wusste Abraham nicht. Er dachte sich: „Wenn Gott ihn von den Toten erwecken muss, dann wird Er das tun.“ Was wir opfern und Gott für Sein Königreich geben, das kann Er zurückbringen und uns wiedergeben.

Ich glaube, manchmal müssen wir mehr tun als uns angenehm ist und Gott etwas opfern, das unseren Glaubenshorizont erweitert. Wir haben Lebensbereiche, in denen Gott existiert, aber in denen wir Ihn nicht mehr brauchen. Und leider kommen viele Christen nie aus dieser Bequemlichkeit heraus. Ja, Gott existiert in diesen Bereichen noch, aber Er ist nicht mehr nötig. Wann haben Sie das letzte Mal etwas gewagt, von dem Sie den Eindruck hatten, dass Gott oder Sein Wort es von Ihnen will? Wann haben Sie das letzte Mal etwas gewagt, das Sie tatsächlich in Abhängigkeit von Gott gebracht hat? Abraham jedenfalls ist es so ergangen.

Einige Jahre lang war ich Copastor in einer kleinen Kirche in Südkalifornien. Eine meiner Aufgaben war es, Lebensmittel zu Familien zu bringen, die es nötig hatten und Menschen zu besuchen. Ich ging zu ihnen nach Hause und betete mit ihnen. So hatte ich Gelegenheit, mit vielen Gemeindemitgliedern in engeren Kontakt zu kommen. Wie gesagt, es war keine große Gemeinde, vielleicht 150 Personen oder 200 bei besonderen Veranstaltungen. Jedenfalls lernte ich so die meisten kennen. Und in der Gemeinde gab es eine allein erziehende Mutter mit zwei Kindern, elf oder zwölf Jahre alt. Sie lebte in einer schlimmen Gegend vor der Stadt, in einer Art besserer Hütte. Es war ein ziemlich heruntergekommenes Haus. Sie arbeitete als Kellnerin in einem kleinen Imbiss, wo man Frühstück für umgerechnet 2,20 EUR und eine Tasse Kaffee für 60 Cent bekommen konnte. Und man bekommt keine riesigen Trinkgelder, wenn die ganze Rechnung vielleicht 4,40 EUR beträgt. Ganz großzügige Kunden geben dann vielleicht ein, zwei Euro Trinkgeld, aber nicht mehr. Jedenfalls fiel es ihr schwer, über die Runden zu kommen, aber sie kämpfte tapfer.

Falls gerade eine allein erziehende Mutter zuhört, dann möchte ich sagen: Sie sind eine Heldin! Gott segne Sie und schenke Ihnen Kraft. Vielleicht lebt der Vater Ihrer Kinder nicht bei Ihnen, aber Gott kann ein Vater für Ihre Kinder sein. Gott wird Ihnen helfen.

Jedenfalls schaute ich sie an und dachte mir: „Mädel, du bist eine Heldin!“ Aber sie hatte wirklich große finanzielle Schwierigkeiten. Also sprach ich mit dem Pastor und einige andere Personen auch und als er von ihrer Situation erfuhr, sagte er: „Bayless, ich denke, Gott hat mir etwas Wichtiges ans Herz gelegt.“ Er sagte: „Diesen Sonntag werden wir eine besondere Kollekte für sie einsammeln. Ich werde die ganze Gemeinde bitten zu spenden, aber ich sage nicht, wofür es ist. Ich habe den Eindruck, Gott möchte, dass wir das tun.“ Am Sonntagmorgen sagte er also: „Mir ist zu Ohren gekommen, dass ein Mitglied dieser Gemeinde in einer finanziell sehr schwierigen Lage ist. Bitte seien Sie großzügig und geben Sie, so viel Sie können, um dieser Person zu helfen.“ Zufällig saß ich nur wenige Plätze von dieser allein erziehenden Mutter entfernt. Der Pastor bat uns, die Augen zu schließen, aber ich tat es nicht, sondern beobachtete sie. Als der Kollektenkorb herumging, öffnete sie ihren Geldbeutel. Sie zögerte einen Moment, doch dann nahm sie alles heraus, was sie hatte und legte es in die Kollekte. Ich hatte große Mühe, in dem Moment nicht in Tränen auszubrechen. Sie vertraute Gott, dass Er sie versorgen würde. Dann hörte sie, dass jemand in der Gemeinde finanzielle Schwierigkeiten hatte. Sie hatte keine Ahnung, dass es sich um sie handelte und sie gab an dem Tag alles, was sie bei sich hatte. Und ich sage Ihnen, im Leben dieser Frau zählte jeder Cent! Nach dem Gottesdienst kam der Pastor zu ihr und sie sagte zu ihm: „Hallo, Pastor. Das war eine tolle Predigt heute!“ Ihre Kinder standen dabei. Er begann: „Wissen Sie, die Kollekte, die wir heute eingesammelt haben…“ Sie erwiderte: „Ach, es war so gut, das zu tun!“ Und er sagte: „Die Kollekte ist für Sie!“ Da fing sie an zu weinen und konnte gar nicht mehr aufhören. Sie hatte keine Ahnung, dass es für sie war.

Drittens: Abrahams Handeln hatte Folgen für die Ewigkeit. Das ist wichtig. Sein Handeln hatte ewige Folgen. Der Engel sagte mehrmals: „Abraham, weil du das getan hast, weil du mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast…“

Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? „… deinen einzigen Sohn, den du liebst. Du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, nicht vorenthalten, und ich werde deine Nachkommen segnen. Und weil du das getan hast …“ Schauen Sie noch einmal in Vers 18: „Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.“ Wenn Gott hier sagt: „Durch deine Nachkommen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden“, spricht Er von Jesus. Das erfahren wir im Neuen Testament. Ich lese Ihnen einmal einen Vers vor. Sie können ihn sich anhören oder auch hier mitlesen. Es ist Galater 3:16. Dort heißt es: „Dem Abraham aber wurden die Verheißungen zugesagt und seiner Nachkommenschaft. Er spricht nicht: ‚und seinen Nachkommen‘, wie bei vielen, sondern wie bei einem: ‚und deinem Nachkommen‘, und der ist Christus.“ Versuchen Sie einmal, diese Aussage einfach aufzunehmen. Abrahams Akt des Glaubens und Gehorsams und Opfers hatte ewige Folgen. Gott sagt: „Abraham, weil du das getan hast, weil du mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast…“ Das Neue Testament sagt uns: „In Jesus Christus werden alle Völker der Erde gesegnet sein, weil du gehorcht hast.“ Wir können bis zu 1. Mose 15 zurückgehen, wo Gott einen Bund mit Abraham schloss. In einem Bund geben zwei Parteien einander ein Versprechen. Die eine Partei sagt: „Alle meine Verbindlichkeiten übertrage ich auf dich. Du sorgst für mich. Und alles, was ich habe, kannst du haben, wann du es brauchst und so viel du brauchst.“ Die andere Partei sagt das Gleiche. Wer von Ihnen denkt, dass Abraham den besseren Teil des Bundes hatte? Denn Gott hatte ja keine Schulden. Aber in einem Bund ist es so: Was der eine gibt, muss der andere auch geben. Und hier sagt Gott: „Weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, werde ich dir meinen auch nicht vorenthalten. Wenn du bereit bist, mir deinen Sohn zu opfern, werde ich meinen Sohn auch opfern, für dich und alle Nationen der Erde. Weil du gehorcht hast, Abraham, und deinen Teil des Bundes eingehalten hast, werde ich auch meinen Teil einhalten.“ Darum ging Gott überhaupt einen Bund mit Abraham ein und darum ist auch Sein Opfer einmalig. Überlegen Sie einmal, welche Gemeinsamkeiten diese beiden Opfer haben:

Isaaks Geburt war ein Wunder. Seine Mutter war eigentlich unfruchtbar. Jesu Geburt war ein Wunder. Seine Mutter war noch Jungfrau.

Isaak war Saras und Abrahams geliebter und einziger Sohn. Jesus war Gottes geliebter und einziger Sohn.

Wenn man einmal nachrechnet, war Isaak etwa 33 Jahre alt, als sich dies alles zutrug. Jesus war 33 Jahre alt, als er gekreuzigt wurde.

Im Bibeltext heißt es, Isaak trug das Holz für das Brandopfer. Jesus trug auch das Holz für das Opfer, das er bringen würde, nämlich das Kreuz.

Isaak wurde gefesselt; Jesus wurde gefesselt.

Isaak ordnete sich bereitwillig dem Willen seines Vaters unter. Er wehrte sich nicht, auch wenn er das gekonnt hätte. Er ließ sich von seinem Vater fesseln und auf den Altar legen. Und Jesus ordnete sich bereitwillig dem Willen Seines himmlischen Vaters unter. Er wurde gefesselt, geschlagen und ans Kreuz genagelt. So still, wie ein Lamm vor seinem Scherer ist, tat auch Er den Mund nicht auf.

Am Anfang der Geschichte sagt Gott zu Abraham: „Geh ins Land Morija an den Ort, den ich dir zeigen werde.“ Das Land Morija ist in der gleichen Gegend, wo auch ein anderer Hügel liegt, nämlich Golgatha. Manche Historiker meinen sogar, dass Abrahams Opfer auf dem gleichen Hügel stattfand, wo das Kreuz von Jesus stand. Wenn nicht, so war es doch zumindest die gleiche Gegend.

Isaak wurde am dritten Tag der Reise geopfert und gerettet. Und am dritten Tag wurde Jesus von den Toten auferweckt.

Als Isaak seinen Vater fragte, wo ihr Opferlamm sei, antwortete Abraham: „Gott wird selbst für ein Lamm sorgen.“ Obwohl es Abraham vielleicht nicht klar war, war das eine prophetische Aussage. Gott schickte ein stellvertretendes Opfer für Isaak und Gott schickte ein stellvertretendes Opfer für uns – das Lamm Gottes, Seinen eigenen Sohn.

Durch Abrahams Opferbereitschaft kam Jesus in die Welt. Und durch unsere Opferbereitschaft kommt Jesus auch heute noch zu Menschen, durch Gottesdienste hier in der Cottonwood-Gemeinde, durch die Arbeit mit Männern und Frauen, durch evangelistische Einsätze und die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern, durch Musik und Kunst, durchs Fernsehen, durch Menschen, die selbst erreicht wurden und nun andere erreichen. Durch unsere Opfer und Spenden wird das Evangelium immer noch verkündigt. Und dann ein Letztes: Mit Abrahams Akt des Gehorsams konnte Gott sich als Jahwe Jireh offenbaren, das heißt, als der Gott, der sieht und versorgt. – Als Abraham sich umdrehte, war da ein Widder, der sich mit den Hörnern im Gebüsch verfangen hatte. Abraham nannte diesen Ort „Der Herr wird ersehen“, wörtlich „Jahwe Jireh“, einer der besonderen Erlöser-Namen Gottes im Alten Testament. Es ist eine Beschreibung von Gottes Charakter. Es ist nicht der Gott, der sieht, sondern der Gott, der sieht und versorgt. Man könnte sogar übersetzen: „Der Gott, der sich darum kümmern wird; der Gott, der sieht und es erledigt; der Gott, der deine Not sieht und sie stillt“. Gott sah schon weit über Abrahams Gehorsam und Abrahams Glauben hinaus. Und als Abraham auf dem Weg zu jenem Berg im Land Morija war, schickte Gott einen Widder, der gerade durch die Wüste sprang. Abraham und sein Sohn Isaak stiegen auf einer Seite den Berg hinauf. Als Isaak sagte: „Vater, wo ist das Lamm?“, hatte Abraham sich sicher mit Tränen in den Augen abgewendet und gesagt: „Gott wird eines schicken, mein Sohn.“ Inzwischen kletterte auf der anderen Seite der Widder den Berg hinauf. Abraham kam von vorn, der Widder von hinten. Abraham wusste es nicht, aber Gott hatte schon vorausgeschaut und einen Ersatz geschickt. Und am Punkt des Gehorsams zu Gott trafen Abraham und Gottes Vorsehung zusammen.

Und ich möchte Ihnen sagen: Gott hat Ihr Herz gesehen und Er kennt Ihr Opfer und Ihre Großzügigkeit und ich glaube, Gott hat schon einen Widder für Sie auf den Weg geschickt. Ich glaube, Gott ist bereits für Sie am Werk – mit einer neuen Arbeit, neuen Kunden, neuen Gelegenheiten, kreativen Ideen. Er ist der Herr, der sieht und versorgt. Und wenn wir Gott gehorsam sind und tun, was Er von uns verlangt, wird Er sich auf erstaunliche Art und Weise offenbaren, die wir andernfalls nicht erleben. Jesus sprach sogar einmal von dieser Begebenheit. In Johannes 8, Vers 56, sagte er: „Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.“ Jesus sagte: „Abraham sah meinen Tag“. Ich glaube nicht, dass Abraham schon das ganze Bild sehen konnte. Aber wenn wir alles bedenken – den Bund und dass Gott sagte: „Weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, werden alle Völker der Erde gesegnet werden“ – wenn wir all das bedenken, dann hatte Abraham sicherlich eine Ahnung, dass Gott eines Tages ein Opfer bringen würde, durch das alle Völker der Erde gerettet werden. „Abraham jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und freute sich“, sagte Jesus. Sehen Sie, der Sohn Gottes selbst wurde am Kreuz von Golgatha geopfert. Er hat den Preis für alle unsere Sünde, alle Ungerechtigkeit, alles Unrecht gezahlt. Und ich sage Ihnen, Sie können einen Neuanfang machen. Jesus wurde an Ihrer und meiner Stelle bestraft. Wir haben einen wunderbaren Retter!

Ich sage gern, Gott ist der Gott von Abraham, Isaak, Jakob und Bayless und Er ist auch Ihr Gott. Gott antwortet, wenn Menschen an Ihn glauben. Vertrauen Sie Ihm heute im Namen von Jesus.

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