Liebe ist … 1/2

Die Bibel sagt, „Gott ist Liebe“. Doch was bedeutet das? Der Apostel Paulus schreibt, dass andere zu lieben die Summe aller Gebote Gottes ist. Er erklärt, dass Gott seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen hat. Durch seine Liebe sind wir eng mit ihm verbunden und können sie gleichzeitig an unsere Mitmenschen weitergeben. Aber wie geht das? Bayless Conley erklärt dir, wie du dich verhalten solltest, damit Gottes Liebe in deinem Leben für andere sichtbar wird.

Dies ist der erste Teil der Predigt, den zweiten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Hallo, lieber Freund. Willkommen zu der heutigen Sendung. Ich freue mich sehr, dass Sie dabei sind. Wir werden uns heute mit dem wahrscheinlich tiefgründigsten, weitreichendsten und wichtigsten Thema beschäftigen, das es in der Bibel gibt. Die Tiefen dieses Themas auszuloten bedeutet, die Tiefen Gottes auszuloten. In der Bibel steht: „Gott ist Liebe.“ Und wir wollen heute über Liebe sprechen. Aber Sie werden wahrscheinlich einiges hören, was Sie noch nie gehört haben. Und manches wird vielleicht anders ausgedrückt, als Sie es erwartet hätten. Also nehmen Sie Ihre Bibel, wenn Sie eine haben. Wir wollen zusammen sehen, was das Wort Gottes zum Thema „Liebe ist…“ zu sagen hat. Ich bin sicher, dass diese Predigt Sie ermutigen wird und hoffe, dass Sie inspiriert werden und dass Gott großartige Dinge in Ihrem Leben tun wird.

Schlagen wir die Bibel im Römerbrief im fünften Kapitel auf. Ich möchte Ihnen einen Vers daraus vorlesen. Wir wollen heute über Liebe sprechen. Über dieses Thema könnte ich stundenlang reden, denn in der Bibel steht, dass Gott Liebe ist. Wenn wir versuchen wollten, Liebe wirklich zu erklären, müssten wir versuchen, die Unendlichkeit zu erklären. Wir wollen heute ein bisschen darüber und über ein paar praktische Dinge reden. Zu Anfang möchte ich beten.

Vater, wir legen Dir unsere Herzen hin und bitten Dich, zu uns zu reden. Wir bitten Dich, ganz tief in unsere Herzen hineinzusprechen. Lass uns immer mehr zum Ebenbild Deines Sohnes Jesus werden. Herr, wir erwarten, dass Dein Geist in unserem Leben wirkt und dass Dein Wort uns für immer verändert. Jesus, Du sollst verherrlicht werden. Amen.

Römer 5:5
„Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“

Dieser Text ist an Christen gerichtet und beinhaltet eine klare Feststellung: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen…“ Das steht in der Vergangenheit. Sie ist „ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ In dem Moment, in dem wir unser Vertrauen auf Jesus setzen, der Heilige Geist uns zu neuen Geschöpfen macht, uns von Neuem geboren und unseren Geist neu erschaffen hat, hat uns der Heilige Geist auch die Liebe Gottes gegeben. Aber wie so vieles, das Gott tut, ist sie als ein Same in uns hineingesetzt worden. Die Liebe, die in uns ist, muss noch wachsen und sich entwickeln. In Galater 5:22 wird sie als Frucht des Geistes bezeichnet und dabei als allererste Frucht genannt. Die Frucht des Geistes ist die Liebe. Und Früchte wachsen. Paulus schreibt im 1. Thessalonicherbrief, Kapitel 3, an die Thessalonicher, dass er dafür betet, dass ihre Liebe zunimmt, reift und wächst. Und ich möchte heute über vier Bereiche sprechen, in denen unsere Liebe sichtbar wachsen sollte. Ich glaube, dass das die wichtigsten Bereiche sind, in denen Gott Seine Liebe in uns und durch uns ausdrücken will. Es ist eigentlich recht einfach. Vier Bereiche. Sind Sie bereit? Erstens: Liebe zeigt sich durch Vergebung. Epheser 4. Liebe zeigt sich durch Vergebung. Epheser 4. Wir lesen ab Vers 30. Da steht:

Epheser 4:30-32
„Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin! Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit!

Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!“

Epheser 5:1-2
„Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch!“

Lasst alle Bitterkeit, Wut und Bosheit hinter euch; seid mitleidig, vergebt einander, ahmt Gott nach und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.

Vor Jahren haben wir angefangen, unsere Kirche internationaler zu machen. Das war noch in unserem alten Gebäude. Wir ließen hinten im Gottesdienstsaal 14 Dolmetscherkabinen einbauen. Und einmal im Monat luden wir einen bekannten Gastprediger aus einem anderen Teil der Welt ein. Wir hatten Reinhard Bonnke, T. L. Osborn, Jack Hayford und verschiedene andere zu Besuch. Wir sagten zu ihnen: „Ihr habt sieben Stunden Zeit, um die Botschaft eures Lebens loszuwerden.“ Die Predigt wurde dann auf der Bühne ins Englische und Spanische und gleichzeitig in den Kabinen hinten im Saal in die wichtigsten Sprachen der Welt übersetzt. Wir hatten Dolmetscher für Thai, für Französisch, für Deutsch und für Mandarin-Chinesisch. Später wurden die Predigten noch in viele andere Sprachen übersetzt. Das haben wir einige Jahre lang so gemacht und damit viele Predigten in verschiedensten Sprachen der Welt aufgenommen. Und ich weiß noch, dass ich eines Tages mit einem der Dolmetscher sprach und er mir aus seinem Leben erzählte. Er sagte: „Weißt du, Bayless, ich habe in meinem Land eine Kirche gegründet und Einsätze organisiert. Es lief so gut, dass ich mir einen Mitarbeiter gesucht habe. Dann haben wir entschieden, dass ich eine bessere Ausbildung brauchte, wenn die Arbeit weiterwachsen sollte. Also bin ich für einen kurzen Zeitraum hierher in die USA gekommen, um mich ausbilden zu lassen und danach zurückzugehen und meine Arbeit besser machen zu können.“ Er fuhr fort: „Ich kam also in die USA und machte die Ausbildung. Aber als ich nach Hause zurückkam, stellte ich fest, dass mein Kollege falsche Anschuldigungen gegen mich vorgebracht und den Vorstand überredet hatte, mir zu kündigen.“ Er sagte: „Ich wurde von der Kirche entlassen, die ich gegründet hatte. Und als ich meine Bücher holen wollte, meine eigene Privatbibliothek, die ich über die Jahre zusammengesammelt hatte, ließen sie mich nicht einmal in meine eigene Bibliothek!“ Und ich werde nie vergessen, was er dann sagte. Wir standen vor unserer Kirche und er sagte: „Aber ich habe mich entschieden, den schmalen Weg zu gehen und in Liebe zu wandeln. Ich habe diesem Mann und den Leuten vergeben, die mir das angetan haben.“ Freunde, die Liebe hört nie auf. Ahmen Sie Gott nach und lieben Sie. Vergeben Sie so, wie Ihnen vergeben wurde. Wenn Sie das nicht tun, wird in Ihnen eine Bitterkeit wachsen, die Ihr Leben vergiftet und das Leben all derer um Sie herum verdirbt. Und, Freunde, solange Sie Bitterkeit oder Unversöhnlichkeit in Ihrem Herzen tragen und ständig die Person vor sich sehen, auf die Sie wütend sind, können Sie das Gesicht von Jesus nicht sehen. Es wird die Gegenwart von Jesus in Ihrem Leben überschatten. Liebe zeigt sich durch Vergebung.

Ich weiß, dass hier unter uns Menschen sind, denen viel Unrecht angetan wurde. Man hat versäumt, Dinge zu tun, die man für Sie hätte tun sollen. Und Sie haben Dinge erlebt, die Sie nie hätten erleben sollen. Und das können wir nicht mehr ändern.

Ich erinnere mich an ein Erlebnis nach einer Predigt in Neuseeland. Das war vor über 25 Jahren. Ich war zum ersten Mal dort und predigte in einer kleinen Kirche über Heilung. Dabei ging es unter anderem auch darum, was der Berührung Gottes und dem Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben im Weg stehen könnte. Und ein Punkt davon war Unversöhnlichkeit. Hinterher habe ich noch für einige Leute gebetet. Danach ging ich auf die Toilette und als ich wieder ins Foyer kam, stand da ein Mann, den ich im hinteren Teil des Raums gesehen hatte. Ich hatte sein Gesicht nicht so genau sehen können, aber jetzt im Foyer sprach er mich an. Und als ich ihn ansah, war ich ziemlich erschrocken. Er sah aus, als hätte man sein Gesicht zersägt und dann hätte es ein betrunkener Arzt, der Rechtshänder war, mit der linken Hand wieder zusammengenäht. Die beiden Teile seines Gesichts passten nicht mehr zueinander. Er sagte: „Ich will mit Ihnen reden.“ Ich sagte: „Okay.“ Er sagte: „Sehen Sie mein Gesicht?“ Ich sagte: „Ja.“ Er sagte: „Wollen Sie mir sagen, dass ich den Leuten vergeben muss, die mir das angetan haben?“ Ich sagte: „Erzählen Sie mir Ihre Geschichte.“ Er sagte: „Ich war mit einem Freund zur falschen Zeit am falschen Ort. Wir sind von den Mitgliedern einer Gang zusammengeschlagen worden.“ (Das war übrigens eine weithin bekannte neuseeländische Gang. Als er ihren Namen nannte, sagte mir das was.) Er sagte: „Sie gingen mit einem Hammer auf meinen Freund los und brachten ihn um. Sie schlugen ihm mit einem Hammer auf den Kopf und töteten ihn. Und dann hielten mich mehrere von ihnen fest, während einer mein Gesicht mit einer Schaufel spaltete. Hier sehen Sie das Ergebnis davon. Und Sie wollen mir sagen, dass ich den Leuten vergeben soll, die meinen Freund mit einem Hammer umgebracht und mich für den Rest meines Lebens entstellt haben?“ Ich sagte: „Ich sage Ihnen einfach das: Ich weiß, dass Sie Jesus angenommen haben und dass die Liebe Gottes in Ihr Herz ausgegossen ist. Sie können vergeben, wenn Sie wollen. Wenn Sie es nicht tun, bleiben Sie ein Gefangener und binden sich an diese Leute, die Ihren Freund umgebracht und Sie verletzt haben.“ Ich werde das nie vergessen. Es war, als wäre eine dunkle Wolke um ihn herum. Er sagte: „Okay. Ich tu’s.“ So nahmen wir dort vor der Männertoilette einander bei der Hand und er betete ein wunderschönes Gebet der Vergebung, in dem er die Männer freigab, die so etwas Furchtbares getan hatten. Und danach war sein Gesicht vollkommen verändert. Die Narben waren nicht weg. Sein Gesicht passte immer noch nicht zusammen. Aber etwas hatte sich verändert. Liebe zeigt sich durch Vergebung, so wie auch Gott barmherzig gewesen ist und uns vergeben hat. Vielleicht denken jetzt einige von Ihnen: „Bayless, das ist leicht gesagt, und ich versuche es ja, aber ich weiß einfach nicht wie! Ich knie nieder und bete und vergebe. Aber dann werde ich wieder daran erinnert und die ganzen negativen Gefühle kommen wieder hoch und ich denke: Ich habe wohl nicht wirklich vergeben. Also versuche ich es wieder. Aber dann werde ich wieder daran erinnert und die negativen Gefühle kommen wieder hoch. Ich glaube, ich weiß einfach nicht, wie man vergibt.“

Wissen Sie, Vergebung ist eine Entscheidung. Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Corrie ten Boom und ihre Schwester Betsy waren in einem deutschen Konzentrationslager. Die Frauen wurden dort misshandelt. Sie wurden regelmäßig von den Soldaten vergewaltigt und litten Hunger. Es war in jeder Hinsicht furchtbar. Ihre Schwester Betsy starb dort. Corrie kam nur durch einen Schreibfehler wieder heraus. Und sie war gläubig. Später ging sie zu ihrem Pfarrer und sagte: „Herr Pfarrer, ich weiß, dass ich vergeben sollte. Aber diese Wächter haben uns und alle Frauen missbraucht, die dort waren. Ich habe versucht, ihnen zu vergeben, aber die Angst und der Zorn über das, was geschehen ist, kommen einfach immer wieder hoch.“ Der Pfarrer sagte: „Corrie, komm mit.“ Er nahm sie mit in den Kirchturm, wo eine Glocke mit einem dicken Seil hing. Er zog am Seil, und als der Klöppel auf die Seitenwände der Glocke traf, begann sie zu läuten. Es war unglaublich laut. Und der Pfarrer schaute sie einfach an. Die Glocke läutete und läutete und läutete, aber schließlich wurde der Klöppel immer langsamer, bis er sich schließlich nicht mehr bewegte und es wieder still war. Dann sagte er: „Corrie, wenn du dich entscheidest, jemandem zu vergeben, lässt du das Seil los. Das, was sie getan haben oder was mit dir geschehen ist, wird danach immer noch für eine Zeit in deiner Seele widerhallen. Aber irgendwann wird es still werden.“

Wenn Sie sich entscheiden, jemandem zu vergeben, werden Sie feststellen, dass der Schaden, den Sie davongetragen haben, das Unrecht, das Ihnen angetan wurde oder das Versprechen, das Ihnen gegenüber gebrochen wurde, immer noch in Ihrer Seele widerhallt. Aber wissen Sie was? Wenn Sie aufhören, am Seil zu ziehen, wird es irgendwann verstummen. Aber jedes Mal, wenn Sie es wieder hochholen und darüber sprechen, ziehen Sie wieder am Seil.

Manchmal spreche ich mit Leuten und sie erzählen davon, wie ihnen Unrecht getan wurde. Der-und-der hat dies getan, ihnen ist jenes passiert und so weiter. Und man denkt: „Du meine Güte! Das muss erst vor kurzem gewesen sein.“ Aber dann fragt man: „Wann ist das passiert?“ Und dann stellt man fest, dass es schon 15 Jahre her ist. Aber sie reden darüber, als sei es noch ganz frisch und gerade erst passiert. Sie ziehen seit 15 Jahren an dem Seil! Einige von Ihnen ziehen seit Jahrzehnten an diesem Seil. Sie nutzen jede Gelegenheit, sich daran zu erinnern, wie Sie verletzt worden sind und wo Ihnen Unrecht getan wurde. Entscheiden Sie sich zu vergeben. Die Liebe Gottes ist in Ihr Herz ausgegossen worden. Sie werden nur Segen erleben, wenn Sie vergeben.

Zweitens: Liebe zeigt sich durch Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes. Ich möchte Ihnen ein paar Verse aus Johannes 14 und 15 vorlesen. Johannes 14:23-24: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten… Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht.“ Das ist ziemlich eindeutig, oder? In Kapitel 15:10 sagt Er: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in Seiner Liebe bleibe.“  Aber wissen Sie, hier geht es um mehr als nur um pflichtbewussten Gehorsam. Schlagen Sie mit mir 1. Johannes 5 auf. 1. Johannes 5. Was Jesus hier meint, ist mehr als nur Pflichterfüllung. In 1. Johannes 5:3 steht:

1. Johannes 5:3
„Denn dies ist die Liebe Gottes: dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“

Das ist die Liebe Gottes, dass wir Seine Gebote halten. Und Seine Gebote sind nicht schwer. In der Amplified Bible steht: Seine Gebote sind nicht lästig, beschwerlich, belastend oder anstrengend.

Ich habe einmal mit einem Mann aus unserer Kirche gesprochen. Er kommt schon lange in die Cottonwood Church. Und er gibt stets treu seinen Zehnten. Seit er diese Kirche besucht, hat er – soweit ich weiß – nie versäumt, Gott mit einem Zehntel seines Einkommens zu ehren. Eines Tages kamen wir darüber ins Gespräch und ich sagte: „Du gibst regelmäßig deinen Zehnten. Was kannst du mir darüber erzählen?“ Und er sagte: „Pastor, ich habe das Prinzip des Zehnten kennengelernt, als ich ein junger Christ war. Ich habe gelesen, wie Abram den zehnten Teil Gott gab und Gott damit ehrte. In der Bibel steht, dass wir in den Fußstapfen des Glaubens wandeln sollen, den unser Vater Abraham hatte.“ Und er sagte: „Das war, noch bevor das Gesetz gegeben wurde. Dort finden wir das Prinzip. Und im Neuen Testament steht, dass wir im Glauben wandeln und leben sollen wie Abraham. Deswegen,“ sagte er, „gebe ich seit 40 Jahren, seit ich davon erfahren habe, von allem den Zehnten, was ich in meinem Leben verdiene.“ Ich fragte: „War es eine Last?“ Seine Antwort werde ich nie vergessen. Er sagte: „Nein. Es war eine Freude. Ich kann damit meinen Glauben an Gott zum Ausdruck bringen.“ So sollte es sein! Und ich bin sicher, dass er wie wir alle Zeiten des Mangels und Zeiten des Überflusses erlebt hat. Aber er betrachtete es als Freude, als Privileg und als Zeichen für seinen Glauben an Gott. Sehen Sie – Liebe zeigt sich durch Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes.

Die folgende Geschichte habe ich schon einmal erzählt. Sie geschah, als wir noch in dem kleinen Gebäude in der Katella Avenue waren, wo wir angefangen haben. Eines Sonntagmorgens kam ein Rocker mit seiner Freundin herein. Und das war kein Möchtegernrocker. Dieser Typ war wirklich einer. Er hatte mit organisiertem Verbrechen zu tun gehabt und war sehr gewalttätig gewesen. Aber eine kleine weißhaarige Dame an der Tür brachte sein Herz zum Schmelzen. Sie sagte: „Komm her.“ Und dann umarmte sie ihn. Er kam an diesem Tag zum Glauben und fing an, unsere Gottesdienste zu besuchen. Eines Tages kam ich in mein Büro und im Vorraum saßen meine Empfangsdame und er und beide machten ganz große Augen. Ich fragte: „Was ist los?“ und setzte mich neben ihn. Wir gingen nicht einmal hinüber in mein Büro. Und er brach in Tränen aus und fing an zu schluchzen. Ich fragte: „Was ist denn?“ Er sagte: „Pastor, meine Freundin und ich, wir leben zusammen. Wir haben schon zusammengelebt, bevor wir hier in die Kirche gekommen sind. Und jetzt habe ich in der Bibel gelesen, dass das nicht Gottes Wille ist. Ich will Jesus nicht wehtun,“ sagte er. Er weinte und schluchzte. Er sagte: „Ich weiß nicht, was ich tun soll. Wir haben nicht genug Geld, um zwei Wohnungen zu mieten. Wir sitzen in der Klemme.“ Also betete ich mit ihm. Und dann sagte ich: „Bruder, gehorche dem, was in der Bibel steht. Tu, was Jesus von dir möchte.“ Er sagte: „Das werde ich.“ Ein, zwei Tage später stellte ihm ein Freund seine Garage zur Verfügung. Er ließ also seine Freundin in der Wohnung wohnen und zog in die Garage seines Freundes. Er schlief sechs Monate auf einer Couch, bis sie heirateten. Und wissen Sie was? Damit hat er seine Liebe zu Jesus gezeigt. Jesus sagt: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ Und wissen Sie, dieser Mann wurde dann Pastor. Wirklich toll. Wenn Sie etwas klar und deutlich in der Bibel lesen, dann tun Sie es einfach.

Drittens: Liebe kann man nicht von Großzügigkeit trennen. Wir alle kennen Johannes 3:16: „Also hat Gott die Welt geliebt, …“ Vorhin haben wir gelesen, dass wir Gott nachahmen sollen. Lesen wir eine Stelle im ersten Johannesbrief. Den haben wir schon aufgeschlagen.

1. Johannes 3:16-18
„Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. Wer aber irdischen Besitz hat und sieht seinen Bruder Mangel leiden und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit!“

Liebe kann man nicht von einem großzügigen Herzen trennen. Aber das hat auch Grenzen, wie wir in Philipper 1:9 lesen. Paulus betete dafür, dass die Liebe der Philipper innerhalb der Grenzen ihrer Erkenntnis und Einsicht zunehmen würde.

Ein Beispiel: Sie kennen jemanden, der in der Lage ist zu arbeiten. Er hat einen gesunden Körper und es gibt Arbeit. Aber er weigert sich zu arbeiten und will nur auf Kosten anderer leben. Dazu sagt die Bibel: Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen. Jetzt denken Sie: „Wenn ich ihm nicht helfe, zeige ich keine Liebe.“ Nein, Freund. Sie zeigen ihm Liebe, wenn Sie ihm nicht helfen, damit er sich endlich aufrafft. Das wäre also eine Grenze.

Ich weiß noch, wie einmal jemand aus dieser Kirche zu mir kam und sagte: „Ich brauche Hilfe.“ Ich sagte: „Okay, was ist los?“ Er sagte: „Bei uns wohnt ein fremder Mann.“ Ich sagte: „Aha.“ Er sagte: „Ja. Er sagt, er sei ein Prophet. Er sagt, er soll bei uns wohnen und wir sollen uns um ihn kümmern.“ Ich fragte: „Wie lange wohnt er schon bei euch?“ Er sagte: „Mehrere Wochen. Er bleibt zu Hause bei meiner Frau, wenn ich arbeiten gehe.“ Ich sagte: „Was?“ Er sagte: „Ja. Und er sagt, dass Gott ihn geschickt hat und dass wir für ihn sorgen sollen. Dann werden wir gesegnet.“ Ich fragte: „Kann er arbeiten?“ Er sagte: „Ich glaube schon.“ Ich sagte: „Dann schick ihn weg. Geh nach Hause und wirf ihn raus. Jetzt gleich.“ Und das tat er. Er sagte zu mir: „Ich habe ein komisches Gefühl dabei. Mir gefällt nicht, dass dieser Typ den ganzen Tag mit meiner Frau allein ist. Er arbeitet nicht, aber er isst mein Essen und sitzt vor meinem Fernseher.“ Es gibt also Grenzen, okay? Die Bibel sagt das ziemlich deutlich. Dieser Typ kam übrigens schnurstracks zu mir. Im darauffolgenden Gottesdienst war der „Prophet“ da. Er kam im Foyer zu mir und sagte: „Wie können Sie es wagen?“ Ich sagte: „Hören Sie, Sie sind ein Schmarotzer. Sie manipulieren diese Leute und nutzen sie aus.“ Ich sagte: „Erstens einmal sind Sie kein Prophet. Als Prophet hat man einen Ruf in den vollzeitlichen Dienst.“ Und ich sagte: „Lassen Sie diese Leute in Ruhe.“ Und er zeigte mit dem Finger auf mich und sagte: „Muss ich erst sagen: So spricht der Herr!?“ Ich sagte: „Gehen Sie einfach.“

Es ist so befreiend zu wissen, dass Liebe Grenzen hat. Ja, wir sollen Liebe zeigen und bedingungslos lieben. Aber Gott hat in Seiner Weisheit der Liebe auch Grenzen gesetzt, so wie ein Fluss von seinen Ufern begrenzt wird, damit er nicht alles überschwemmt und zerstört. Genauso ist es mit der Liebe. Darüber haben wir heute gesprochen, aber wir sind noch nicht fertig. Schalten Sie also nächstes Mal zum zweiten Teil von „Liebe ist…“ wieder ein. Ich hoffe, dass Sie es nicht verpassen! Zum Schluss möchte ich Ihnen einfach noch sagen, dass Gott Sie liebt und Sie kennt. Was gerade in Ihrem Leben passiert, Ist Ihm nicht fremd. Er weiß es, es interessiert Ihn und Er möchte Ihnen helfen. Sie müssen es nur glauben. In der Bibel steht: „Der Herr wird ihre Hilferufe hören.“ Gott sieht Sie und hört Ihnen zu. Er wird Sie nicht verlassen. Und wir sehen uns beim nächsten Mal. Schalten Sie wieder ein!

Kurzandacht: Bleib stark

Einer unserer Zuschauer fragte uns: „Wie kann ich im Glauben stark bleiben, wenn alles schiefgeht und es aussieht, als würde mein Glaube versagen?“

Nun, wir alle haben das schon erlebt. Wir sind Menschen. Wir haben einen Schatz in irdenen Gefäßen. Auch die großartigen Männer und Frauen Gottes, über deren wunderbare Siege wir immer hören und lesen, haben dunkle Stunden erlebt. Das gehört zum Menschsein dazu. Es geht nur darum, ein kleines bisschen Glauben an einen großen Gott zu haben. Wir müssen unseren Blick auf Jesus richten und Ihm stets vertrauen. Denn wir glauben nicht an ein Prinzip, sondern an eine Person. Und wenn ich mir vorstellen kann, dass Jesus Christus, der auferstandene Sohn Gottes, für mich eintritt, dann stärkt das meinen Glauben.

Noch etwas, das vielleicht dabei hilft: In Römer 1:12 schreibt Paulus: „… damit wir […] durch unseren Glauben gegenseitig ermutigt werden, ich durch euch und ihr durch mich.“ Er spricht davon, sich durch Glauben gegenseitig zu ermutigen und sagt: „Wenn ich bei euch bin, werde ich durch euren Glauben ermutigt und ihr werdet durch meinen Glauben ermutigt.“ Wenn wir mit etwas kämpfen, ist es manchmal gut, die Gemeinschaft mit anderen Christen zu suchen, denn Glauben ist ansteckend. Manchmal, wenn wir gerade einen schwachen Moment haben, begegnen wir jemandem und das baut uns auf und stärkt uns. Im Buch Prediger steht: „Zwei haben es besser als einer allein… Wenn sie hinfallen, kann einer dem anderen aufhelfen.“ Suchen Sie also den Kontakt zu anderen Christen. Aber das Wichtigste ist natürlich, in der Bibel zu lesen. Römer 10:17: „Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.“ Wenn Sie das Wort Gottes lesen, darüber nachdenken und es in Ihrem Inneren hin- und herwenden, wird der Glaube ganz unbemerkt in Ihnen wachsen. Glaube entsteht durch das Wort Gottes, so wie Nässe durch Wasser entsteht. Wenn Sie ins Wasser springen, werden Sie nass. Wenn Sie ins Wort Gottes eintauchen, bekommen Sie Glauben.

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