Verlorenes zurückbekommen

Hast du Verlust erlitten? Gott will Verlorenes wiedererstatten. Er stellt kaputte Beziehungen, enttäuschte Hoffnungen, verlorenen Besitz und eine ruinierte Gesundheit wieder her.
Diese Predigt von Bayless Conley vermittelt neue Hoffnung und zeigt den Prozess der Wiederherstellung Gottes in deinem Leben auf. Lerne, wie wichtig es ist, nicht die Schuld bei anderen zu suchen und, wer der wahre Feind ist.
Gott ist immer noch Gott, ganz gleich, was du verloren hast. Entdecke noch heute seine Wiederherstellung!

Predigtmanuskript

Ich möchte heute darüber sprechen, wie wir Dinge, die wir verloren haben oder die der Feind uns gestohlen hat, zurückbekommen können. Bitte schlagen Sie 1. Samuel, Kapitel 30 mit mir auf. Hier finden wir eine faszinierende Geschichte über David. Sie spielt lange Zeit bevor er als König von Israel anerkannt wurde. Damals war er immer noch auf der Flucht vor Saul. Hier finden wir einige wesentliche Prinzipien, die uns dabei helfen werden, Verlorenes und Gestohlenes zurückzubekommen. Ich lese die Verse 1 bis 19. Diese Geschichte hat viele erstaunliche Facetten.

1. Samuel 30:1-19
„Und es geschah, als David und seine Männer am dritten Tag nach Ziklag kamen, waren die Amalekiter in das Südland und in Ziklag eingefallen. Und sie hatten Ziklag geschlagen und mit Feuer verbrannt. Und sie hatten die Frauen und was sonst in der Stadt war, gefangen weggetrieben, vom Kleinsten bis zum Größten. Sie hatten aber niemand getötet, sondern sie weggetrieben und waren abgezogen. David und seine Männer kamen zur Stadt. Und siehe, sie war mit Feuer verbrannt und ihre Frauen, Söhne und Töchter waren gefangen weggeführt. Da erhoben David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten. Und die beiden Frauen Davids waren gefangen weggeführt worden, Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil, die Frau Nabals, des Karmeliters. Und David war in großer Bedrängnis, denn das Volk sprach davon, ihn zu steinigen. Denn die Seele des ganzen Volkes war erbittert, jeder war erbittert wegen seiner Söhne und wegen seiner Töchter. Aber David stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott. Und David sagte zu dem Priester Abjatar, dem Sohn des Ahimelech: Bring mir doch das Efod her! Und Abjatar brachte das Efod zu David. Und David befragte den Herrn: Soll ich dieser Schar nachjagen? Werde ich sie einholen? Und er sprach zu ihm: Jage ihr nach, ja, du wirst sie gewiss einholen und die Gefangenen ganz gewiss befreien! Da zog David hin, er und die sechshundert Mann, die bei ihm waren. Und sie kamen an den Bach Besor, wo einige zurückblieben und halt machten. Und David jagte ihnen mit vierhundert Mann nach. Denn zweihundert Mann, die zu erschöpft waren, um über den Bach Besor zu gehen, blieben zurück. Und sie fanden einen Ägypter auf dem Feld und brachten ihn zu David und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken. Sie reichten ihm auch ein Stück Feigenkuchen und zwei Rosinenkuchen. Und als er gegessen hatte, kam er wieder zu sich, denn er hatte drei Tage und drei Nächte kein Brot gegessen und kein Wasser getrunken. Und David sagte zu ihm: Zu wem gehörst du? Und woher bist du? Er antwortete: Ich bin ein junger Ägypter, der Knecht eines Amalekiters. Mein Herr hat mich zurückgelassen, denn ich wurde heute vor drei Tagen krank. Wir sind eingefallen in das Südland der Kreter und in das Gebiet von Juda und in das Südland von Kaleb und haben Ziklag mit Feuer verbrannt.  Und David sagte zu ihm: Willst du mich zu dieser Schar hin abführen? Und er antwortete: Schwöre mir bei Gott, dass du mich nicht töten und mich nicht in die Hand meines Herrn ausliefern wirst! Und ich will dich zu dieser Schar hinab führen. Als er ihn hinab führte, siehe, da hatten sie sich über die ganze Gegend hin ausgebreitet. Sie aßen und tranken und feierten ein Freudenfest wegen all der großen Beute, die sie aus dem Land der Philister und aus dem Land Juda mitgenommen hatten. Und David schlug sie von der Morgendämmerung an bis zum Abend des folgenden Tages, so dass keiner von ihnen entrann außer vierhundert jungen Männern, die auf Kamele stiegen und entflohen. Und David befreite alles, was die Amalekiter genommen hatten; auch seine beiden Frauen befreite David. Und es fehlte ihnen nichts, vom Kleinsten bis zum Größten, weder Söhne noch Töchter, weder Beute noch alles, was sie ihnen weggenommen hatten; alles brachte David zurück.“

David holte alles zurück. Unser Gott ist ein Gott der Wiederherstellung. Er stellt verlorene Seelen, zerbrochene Beziehungen, zerstörte Hoffnungen, verlorenen Besitz und eine angegriffene Gesundheit wieder her. Vielleicht haben auch Sie in Ihrem Leben Verlust erlitten. Vielleicht hat der Feind Ihnen etwas gestohlen, das Ihnen lieb und teuer war. Ich möchte anhand dieser Geschichte sechs einfache Gedanken mit Ihnen teilen, die Ihnen helfen können, es zurückzubekommen. Sie werden also immer wissen, wie weit ich schon mit der Predigt fortgeschritten bin.

Gedanke Nummer eins: Erlauben Sie sich zu weinen. Es ist nichts falsch daran, Ihrer Trauer und Ihrem Schmerz Ausdruck zu verleihen. Das ist ganz normal, vor allem, wenn Sie einen unerwarteten, persönlichen Verlust erlitten haben. Davids Familie war ganz plötzlich in Gefangenschaft geraten. Vielleicht sind Ihre Kinder in geistlicher Gefangenschaft, weg von Gott, im Lager des Feindes oder Sie haben eine Position oder einen wertvollen Besitz verloren. Leider machen viele Menschen, die einen solchen Verlust erleiden, die Erfahrung, dass sie von ihren Geschwistern im Herrn nicht getröstet, sondern getadelt werden. Sie hören Sätze, wie: „Wo ist dein Glaube? Glaubst du, Gott ist gestorben oder vom Thron gefallen?“ Aber das hilft ihnen nicht, denn es verleugnet die Tatsache, dass wir emotionale Wesen sind und uns ein Verlust auf der emotionalen Ebene trifft. Daran führt kein Weg vorbei. Wenn jemand einen geliebten Menschen verliert, sei es ein Kind, ein Ehepartner, ein Verwandter, ein Freund, vermitteln manche Leute ihm Schuldgefühle, weil er trauert. Aber Trauer ist normal. Und, ja, jene, die im Herrn sterben, gewinnen. Der Apostel Paulus sagte: „Christus ist Leben, das Sterben Gewinn.“ Und als die Römer ihn töten wollten, sagte er: „Ich sehne mich danach zu sterben und bei Christus zu sein. Das ist weit besser.“ Wer aus diesem Leben scheidet und den Herrn kennt, gewinnt. Das ist viel besser für ihn. Dennoch erleiden die, die zurückbleiben, einen Verlust. Es tut weh, dass der geliebte Mensch nicht mehr da ist. Und, ja, es ist nicht dieselbe Trauer, die die Menschen auf der Welt verspüren, weil sie im Gegensatz zu uns in der zukünftigen Welt nicht wieder mit ihren Lieben vereint sein werden. Dennoch trauern wir. Und es ist richtig, wenn wir Tränen vergießen. Es ist wichtig, dass wir weinen. In Prediger heißt es: „Es gibt eine Zeit fürs Weinen.“ Einige von Ihnen schulden Gott ein paar Tränen. Sie halten sie zurück und das ist nicht gut. Erlauben Sie sich zu weinen.

Zweitens: Schieben Sie die Schuld nicht auf andere. Als David und seine Männer den Verlust ihrer Familien betrauerten, gaben sie ihm die Schuld an den Geschehnissen und sprachen davon, ihn zu steinigen. Vielleicht sagten sie: „Wir hätten die Amalekiter nicht überfallen sollen! Dann wäre das alles nicht passiert.“ Oder: „David, warum hast du unsere Stadt unbewacht zurückgelassen?“ Oder: „Warum mussten wir so lange wegbleiben? Wir hätten früher zurück sein sollen. Es ist deine Schuld. Wir werden dich steinigen.“ Schließen Sie sich nicht den Menschen an, die immer anderen die Schuld geben. Dadurch fühlen Sie sich auch nicht besser und die anderen erst recht nicht. Das verursacht nur noch mehr Spannungen. Schuldzuweisungen gehören zu den ersten schlechten Früchten der Sünde. Was passierte, als Adam und Eva im Garten Eden sündigten? Gott kam und fragte: „Adam, hast du von der verbotenen Frucht gegessen?“ „Die Frau, die du mir geschenkt hast, hat sie mir gegeben und ich aß.“ Mit anderen Worten: „Es ist nicht meine Schuld. Es ist ihre Schuld! Und es ist Deine Schuld. Du hast sie mir gegeben.“ Adam sagte: „Eva?“ Sie sagte: „Die Schlange hat mich getäuscht und ich aß.“ Es ist immer ein anderer schuld.

Es wäre ein Leichtes für David gewesen, Gott die Schuld zu geben. Der Grund für seine Schwierigkeiten war die Berufung Gottes, die auf seinem Leben lag. Er war auf der Flucht, weil er Gott diente und ehrte und Sauls Leben verschont hatte. David hätte Gott mit der Faust drohen und sagen können: „Warum? Du weißt, dass ich versuche Dir zu dienen. Ich bin nicht perfekt, aber ich gebe mein Bestes. Und Du lässt all das zu? Dir zu dienen ist nutzlos!“ Aber das tat er nicht. Er kam nicht einmal auf die Idee.

Ich sprach in der Gemeinde einmal mit einem Mann. Er machte eine sehr schwere Zeit durch. Seine Frau und seine Tochter lagen beide im Krankenhaus und kämpften um ihr Leben. Und er sagte: „Pastor, ich habe mit einem der Ärzte gesprochen, der sowohl meine Frau als auch meine Tochter behandelt. Als er die Bibel bemerkte, die ich mir unter den Arm geklemmt hatte, zeigte er darauf und sagte: „Die nützt ihnen gerade auch nicht viel, stimmts?“ Der Mann hätte schreien, er hätte Gott anklagen und sagen können: „Gott, warum?“ Aber er erkannte, dass sein Problem nicht von Gott kam.

Wir leben in einer gefallenen Welt, die nicht nach dem Schöpfungsplan Gottes funktioniert. Die Sünde, der Teufel und die selbstsüchtigen Entscheidungen der Menschen die ganze Geschichte hindurch bis in die Gegenwart haben diesen Plan durchkreuzt. Aber Gott hat eine Lösung geschickt. Er hat einen Befreier gesandt, Seinen Sohn. Und alles beginnt im Herzen der Menschen, die Ihn annehmen. Die Güte und die Gerechtigkeit Gottes bahnen sich ihren Weg, aber noch nicht überall. Eines Tages wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen und alles wird wieder im Lot sein. Für die Zwischenzeit hat Jesus eine klare Linie zwischen Gut und Böse gezogen. In Johannes 10:10 sagte Er: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ Alles was stiehlt, schlachtet und verdirbt, kommt nicht von Gott. Aber für alles, was Leben im Überfluss bringt, gebührt Ihm die Ehre.

Das führt mich zum dritten Gedanken. Stärken Sie sich. David war verzweifelt; seine Männer waren betrübt und sprachen davon ihn zu steinigen. Und David stärkte sich im Herrn. Sie können den Herrn nicht gleichzeitig anklagen und sich in Ihm stärken. Es ist in Ordnung zu weinen. Erlauben Sie sich zu weinen. Aber dann stärken Sie sich. Tun Sie, was Ihnen hilft, neue Kraft zu gewinnen. Vielleicht finden Sie diese Kraft in der Anbetung. Lesen Sie in Gottes Wort, wenn Sie das ermutigt. Erinnern Sie sich daran zurück, was Gott in der Vergangenheit in Ihrem Leben getan hat. Das tat auch David. Das war eine seiner Gewohnheiten. Ich glaube, er rief sich Gottes Verheißungen, ihn auf den Thron zu bringen, ins Gedächtnis zurück und erinnerte sich daran, wie Gott ihn in der Vergangenheit bewahrt und befreit hatte. Und er hatte noch eine Gewohnheit, die auch wir uns zu eigen machen sollten: Immer wenn er eine schwierige Zeit durchmachte, fing er an zu seiner Seele zu reden.

Ich habe einen Bekannten, der sehr aktiv in einem recht großen Dienst war. Vor einigen Jahren wurde bei einem Arzttermin ein großer Fleck auf seiner Lunge entdeckt. Sie machten einige Tests und stellten fest, dass es ein Krebstumor war. Und wissen Sie, was er tat? Ich bewundere ihn noch heute dafür. Er sagte alle seine Verpflichtungen ab und schloss sich zu Hause in ein Zimmer ein. Er sprach nicht einmal mit seiner Familie. Dort blieb er ungefähr drei Tage lang. Auf jeden Fall waren es mindestens zwei. Er nahm einen Krug Wasser und seine Bibel mit hinein und tat die ganzen Tage lang nichts anderes als Verse über Heilung zu lesen und Gott anzubeten. Er betete Gott an, las die Verse, dachte darüber nach, las sie laut, betete Gott wieder eine Zeit lang an, schlief eine Weile und las die Verse erneut. Das tat er, bis er in seinem Geist das Gefühl hatte, dass er den Sieg errungen hatte. Da ging er aus dem Zimmer und sagte zu seiner Frau: „Lass uns einen weiteren Arzttermin vereinbaren.“ Sie machten neue Röntgenaufnahmen sowie weitere Tests und der Fleck auf seiner Lunge war völlig verschwunden. Tun Sie, was immer Sie tun müssen, um sich im Herrn zu stärken.

Der vierte Gedanke lautet: Suchen Sie Weisung. David fragte den Herrn: „Soll ich dieser Truppe nachjagen? Kann ich sie einholen?“ Die erste Frage hatte mit Weisung zu tun, die zweite mit dem Timing. „Soll ich ihnen nachjagen? Kann ich sie einholen? Wenn wir das nicht schaffen, gelangen sie in ihre befestigte Stadt zurück und dann brauchen wir eine andere Strategie.“ Wenn wir Gott um Weisung bitten, ist das Timing oft fast genauso wichtig wie die Weisung selbst. Wir sollten Gott nicht nur nach dem Was, sondern auch nach dem Wann und Wie fragen.

Mein Vater hat schon, seit ich denken kann, eine Gewohnheit: Alles, was in seinem Garten wächst, trägt Früchte, die man essen kann. Er pflanzt nichts an, das nicht essbar ist. Überall wachsen Pflanzen, die Früchte hervorbringen. Und er hat den erstaunlichsten Khakibaum, den ich je gesehen habe! Er trägt jedes Jahr große Früchte und es sind immer so viele, dass man die Äste abstützen muss, weil sie sonst unter dem Gewicht der Früchte abbrechen würden. Sie sind wirklich köstlich, es sei denn, man beißt in eine Khakifrucht, die noch nicht reif ist. Haben Sie schon einmal versucht, eine grüne Khakifrucht zu essen? Dann zieht sich in Ihrem Mund alles zusammen und es fühlt sich an wie Sandpapier. Man denkt: „Wie kann etwas so Köstliches so furchtbar schmecken, wenn es zu früh gegessen wird?“ Und auch in unserem Leben gibt es Dinge, die vielleicht sogar im Willen Gottes sind, aber bitter und enttäuschend enden, wenn wir sie zu früh probieren.

Vor vielen Jahren war ich zu Besuch bei Freunden. Das war noch bevor ich Janet kannte. Sie waren den Tag über unterwegs und ich war im Garten und betete. Ich lief auf und ab und betete etwa eine Stunde und 15 Minuten im Geist. Dann wurde ich still und lauschte. Da sprach der Heilige Geist zu mir. Er sagte: „Ich habe dich dazu berufen, Pastor zu sein.“ Das überraschte mich. Auf die Idee war ich vorher noch nie gekommen. Ich wusste, dass ich in den Dienst Gottes berufen war. Schon seit ich gerettet war, hatte ich eine innere Gewissheit, dass ich das Evangelium verbreiten sollte, ich wusste nur noch nicht, wie. Ich war noch nie in einer gesunden Gemeinde gewesen und kannte keinen Pastor, den ich mir hätte zum Vorbild nehmen wollen. Aber ich hatte einige Lehrer und Evangelisten kennengelernt, die auf der ganzen Welt umher reisten. Sie hatten mich sehr inspiriert und so glaubte ich, dass das auch meine Aufgabe sein könnte. Die Vorstellung, Pastor zu werden, war neu für mich. Gott sei Dank war ich klug genug, nicht sofort loszurennen und eine Gemeinde zu gründen! Cottonwood entstand erst vier Jahre später.

Wenn ich sofort eine Gemeinde ins Leben gerufen hätte, wäre das sehr schlecht gewesen. Ich hätte all den Schafen bei lebendigem Leib das Fell abgezogen und es an die Wand genagelt. Nennen Sie es jugendlichen Übereifer, aber ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zu dieser Zeit auf alles und für jeden eine Antwort hatte. Und meine Einstellung war: „Hör auf zu jammern und tu Gottes Wort.“ Ich glaube immer noch, dass Gottes Wort die Antwort auf all unsere Missstände und Schwierigkeiten ist. Aber im Hinblick auf Geduld und Barmherzigkeit bin ich gewachsen. Darüber sollten Sie sehr froh sein. Wenn ich zur falschen Zeit Pastor geworden wäre, wäre das in einer Katastrophe geendet. In Apostelgeschichte, Kapitel 7 lesen wir, wie Mose seinen Bruder und die Kinder Israel besuchte. Mose wusste, dass er ein Befreier war und Richter werden würde. Das „Was“ war richtig, aber das Timing war falsch. Und so kam es zum Desaster. Er tötete einen Ägypter, versuchte ihn im Sand zu vergraben und musste schließlich als Ausgestoßener in die Wüste fliehen. Sein Timing war falsch. Er hatte nicht auf Gott gewartet. Fragen Sie Gott und erwarten Sie, dass Er antwortet, aber seien Sie sensibel, wenn es um das Timing geht.

Der fünfte Gedanke lautet: Hören Sie nicht auf zu dienen. Gott will Sie auch in Ihrer Schwäche dafür gebrauchen, anderen zu dienen und für sie zu kämpfen. David war genauso müde wie alle anderen. Sein Verlust und sein Kummer waren ebenso groß wie ihrer und seine Probleme waren sogar noch größer. David hatte nicht nur seine Frauen verloren. Seine Männer sprachen jetzt sogar davon, ihn zu steinigen. So musste er zu allem Übel auch noch eine Truppe anführen, die noch kurz zuvor gemeutert und Mordgedanken gehegt hatte.

Was ich jetzt sage, sollten Sie sich merken: Auch wenn Sie müde und verwirrt sind, will Gott Sie gebrauchen, um anderen zu helfen. Und ich weiß, dass das einige von Ihnen betrifft. Sie haben Ihr Pokerface aufgesetzt und niemand weiß, dass Ihre Welt gerade in sich zusammenbricht. Aber auch wenn Sie ganz unten sind, will Gott Sie gebrauchen, um anderen zu helfen, nur um Ihnen zu zeigen, dass Er es ist, der wirkt und nicht Sie. Und jene, die Leiter sind, hören Sie: Erwarten Sie nicht, dass die Leute über Ihre Bedürfnisse nachdenken. Die meisten Menschen denken nur an sich selbst. Nehmen Sie es ihnen nicht übel, dass sie nicht darüber nachdenken, ob Sie vielleicht auch müde sind oder zu kämpfen haben. David hegte keinen Groll gegenüber den Männern. Er war bereit alles zu tun, um ihnen zu helfen.

Vor ein paar Jahren stellte irgendein Idiot einen so verrückten Terminplan für mich auf, dass ich innerhalb einer Woche in Australien und Europa war. Ja. Ich war selbst schuld. Ich habe einen ziemlich anstrengenden Dienst. Ich stieg gerade rechtzeitig aus dem Flieger, dass ich am Wochenende wieder hier in Cottonwood predigen konnte. Und damals hatten wir noch sieben Gottesdienste statt fünf wie jetzt. Am Montagmorgen flog ich dann nach Europa, wo ich mehrere Länder besuchte und jeden Abend in einer anderen Stadt predigte. Das erforderte viele Flüge und Zugfahrten und ich war völlig überdreht, weil ich so viele Zeitzonen durchquert hatte. Ich wusste nicht mehr, ob ich kam oder ging. Als ich bei der vorletzten Veranstaltung auf der Bühne stand, sagte ich zu mir: „Bayless, schließ auf keinen Fall die Augen.“ Ich wusste, dass ich sonst sofort eingeschlafen wäre. An dieser Veranstaltung nahmen viele Gemeinden teil und wir hatten extra eine Halle gemietet. Sie war voll und ich fühlte mich wie ein Zombie. Ich wollte nicht dort sein. Ich dachte: „Ich wünschte, die Leute würden gehen. Ich will nur ins Bett und schlafen.“ Ich war so müde! Ich hatte das Gefühl, absolut nichts Gutes mehr geben zu können. Ich schaffte es irgendwie, eine Predigt zu halten und sprach dann völlig übernächtigt eine Einladung aus. Plötzlich sprangen 84 Leute auf und strömten nach vorn, um ihr Herz Jesus zu geben! Ich dachte: „Was ist hier los?“ Und die Pastoren sagten mir: „In keiner unserer Gemeinden sind je so viele Menschen der Einladung gefolgt.“ Und es war, als würde Gott flüstern: „Bayless, ich bin es, der das tut. Nicht du.“

Hören Sie sich die Worte des Apostel Paulus aus 2. Korinther 12:10 an: „Deshalb habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Auch wenn Sie gerade Probleme haben, sei es mit Ihrer Gesundheit, Ihren Finanzen, bei der Arbeit oder wo auch immer, kann Gott Sie trotzdem gebrauchen, um die Nöte anderer zu stillen, sie zu stärken und zu ermutigen. Gott muss der Wind in unseren Segeln sein. Er wirkt nicht nur, wenn Sie sich gut fühlen. Gott ist Gott, ganz gleich, was in unserem Leben vor sich geht.

Der letzte Gedanke, Nummer sechs: Seien Sie offen für Hilfe aus ganz unerwarteten Richtungen. Gott lässt sich nicht auf die Schublade, in die Sie Ihn gesteckt haben, begrenzen. Er gebraucht Sünder und Heilige. In Vers 11 unserer Geschichte fanden sie den Ägypter auf dem Feld. Er gehörte zu den Männern, die ihre Familien gefangen genommen und die Stadt niedergebrannt hatten. Und jetzt verhalf er ihnen zum Sieg. Das war sehr unerwartet.

In Römer 12 heißt es: „Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so gib ihm zu trinken!“ Einige der größten Gegner des Evangeliums wurden durch Liebe und Freundlichkeit gewonnen. Ich gebe Ihnen einen Rat: Wenn Sie nicht gezwungen sind, gegen Ihre Überzeugungen oder Prinzipien zu verstoßen, brennen Sie keine Brücken zwischen sich und anderen Menschen nieder. Halten Sie sie intakt, es sei denn, das erfordert, dass Sie Ihren Überzeugungen zuwiderhandeln. Man weiß nie, wen Gott gebrauchen will und wann Er das tun will. Und wenn die Brücke erst niedergebrannt ist, kann sie keiner mehr überqueren. Halten Sie die Brücken intakt.

Ich hoffe, Sie haben aus der heutigen Predigt etwas mitgenommen. Und ich möchte sie ermutigen: Wagen Sie es, Gott zu vertrauen. Er beantwortet unsere Gebete. Er sieht auf unser Herz. Er weiß, wer Sie sind. Sie sind für Ihn keine gesichtslose Person in der Menge. Rufen Sie Ihn heute an und Sie werden feststellen, dass Er Ihnen sehr nahe ist und sich für die Umstände in Ihrem Leben interessiert. Gott segne Sie. Bis zum nächsten Mal.

Schreibe eine Antwort

Pin It on Pinterest

Share This

Ermutige deine Freunde

Teile diesen Beitrag in den sozialen Medien und segne deine Freunde.