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Die beste Einladung deines Lebens – Harrison Conley

Ostern ist mehr als eine Glaubenswahrheit: Ostern ist eine Realität, die du erleben kannst! In seiner kraftvollen Predigt führt Harrison Conley dich an den Strand von Galiläa. Dort bereitet Jesus für seine Jünger Frühstück vor, um ihnen ganz neu zu begegnen. Genau dazu will er auch dich einladen!

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  • Hallo liebe Freunde, ich liebe diese Zeit des Jahres, wenn wir die Auferstehung von Jesus feiern. Gleich wirst du eine Predigt von unserem Sohn Harrison hören, dem leitenden Pastor unserer Gemeinde. Er spricht über die große Einladung von Ostern. Du wirst keine einzige Minute davon verpassen wollen. Also mach es dir gemütlich. Wenn du eine Bibel hast, schlag sie auf. Lass uns auf Harrisons Osterbotschaft hören.

    Ich spreche euch zu, liebe Gemeinde: Frohen Auferstehungssonntag! Es gibt niemanden wie unseren Jesus. Er ist Gott und Mensch und lebt für immer. Wir glauben, dass eine Begegnung mit ihm alles verändern kann. Menschen aus aller Welt sind heute online dabei – herzlich willkommen! Danke, dass ihr Teil dieser Familie seid. Was für ein Vorrecht, heute an Ostern im Haus Gottes zu sein. Durch die Auferstehung haben wir die unerschütterliche Hoffnung: Wenn wir diese sterblichen Körper ablegen, ist das nicht das Ende – wir werden mit Unsterblichkeit bekleidet. Wir bekommen einen neuen Körper, wie Jesus ihn nach seiner Auferstehung hatte. Und wir werden für immer mit ihm leben. Das ist die Hoffnung des Evangeliums und die Osterbotschaft. Meint also nicht, heute wäre nur ein weiterer Feiertag im Kalender, an dem man zur Gemeinde geht, weil man das so macht.

    Ostern ist nicht nur der eine Tag im Jahr, an dem man das Sakko aus dem Schrank holt – ich trage meins übrigens wirklich nur an diesem Tag. Seit sieben Jahren ziehe ich es jedes Ostern an. Heute Morgen dachte ich beim Ankleiden: „Mannomann, bin ich muskulöser oder fülliger geworden?“ Im Spiegel sah ich aus, als hätte ich das Sakko meines 14-jährigen Sohnes an. Aber an Ostern geht es nicht nur um schicke Kleidung und Familienfotos. Jesus ist nicht gestorben und auferstanden, damit wir mit den Kindern Ostereier suchen oder zu viel Braten essen. Nein, nein, nein. Er lädt uns in eine tiefere Wirklichkeit ein – zu etwas, das unser Leben völlig verändern kann.
    Ich möchte mit euch über die Einladung von Ostern sprechen. Zum Hintergrund: Der Abschnitt, den wir gleich lesen werden, handelt schon von der Zeit nach der Kreuzigung. Jesus wurde bereits begraben und von den Toten auferweckt. Zum Zeitpunkt unserer Textstelle ist Jesus den Jüngern bereits zweimal in seinem Auferstehungskörper erschienen. Dieser auferstandene Jesus, unser auferstandener Retter, wird den Jüngern nun zum dritten Mal begegnen. Dieses Mal taucht er am Ufer vom See Genezareth auf. Wir werden sehen, wie er eine Einladung ausspricht. Ich lese Johannes 21, die Verse 1 bis 7:

    „Später zeigte sich Jesus den Jüngern noch einmal am See von Tiberias. Das geschah folgendermaßen: Simon Petrus, Thomas, der auch ,Zwilling‘ genannt wurde, Nathanael aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere Jünger waren dort zusammen. Simon Petrus sagte: ,Ich gehe fischen.‘ Die anderen meinten: ,Wir kommen mit.‘ Also fuhren sie im Boot hinaus, doch sie fingen die ganze Nacht über nichts. Bei Morgengrauen sahen die Jünger Jesus am Ufer stehen, doch sie konnten nicht sehen, wer es war. Er rief ihnen zu: ,Freunde, habt ihr etwas gefangen?’ Sie antworteten: ,Nein.’ Da sagte er: ,Werft euer Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, dann werdet ihr etwas fangen!’ Sie taten es, und bald konnten sie das Netz nicht mehr einholen, weil so viele Fische darin waren. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: ,Es ist der Herr!’ Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, legte er sein Obergewand an – denn er hatte es zur Arbeit ausgezogen –, sprang ins Wasser und schwamm ans Ufer.

    Petrus – den muss man doch einfach mögen, oder? So herrlich impulsiv! Springt da einfach ins Wasser. Die Verse 8 bis 11:

    „Die anderen blieben beim Boot und zogen das gefüllte Netz hinter sich her. Sie waren etwa hundert Meter vom Ufer entfernt. Als sie ausstiegen und an Land gingen, sahen sie ein Kohlenfeuer brennen, auf dem Fisch gebraten wurde; dazu gab es Brot. ,Holt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt’, sagte Jesus. Da stieg Simon Petrus ins Boot und holte das Netz an Land. Obwohl es mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt war, zerriss das Netz nicht.“

    Und dann die Verse 12–13:

    „,Kommt her und frühstückt!’, sagte Jesus. Doch keiner wagte ihn zu fragen, ob er wirklich der Herr sei. Sie wussten, dass er es war. Jesus kam auf sie zu, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.“

    Da ihr die Bibel gerade geöffnet habt, möchte ich eure Aufmerksamkeit noch einmal auf Vers 12 lenken. Ich habe ihn eben schon hervorgehoben, aber möchte es noch einmal tun. Wir sehen hier den auferstandenen Jesus, wie er seine Jünger ruft. Er spricht ihnen eine Einladung aus. Er sagt: „Kommt her und frühstückt!“ Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht nicht wie ein besonders kraftvoller Ostertext. Da wird kein Stein weggerollt. Da sind keine Engel. Kein Donner, kein Blitz. Keine Soldaten, keine Trompeten, kein großes Spektakel – nur Frühstück. Vielleicht denkt jetzt jemand: „Warum reden wir über Frühstück?“ Weil gemeinsames Essen in der jüdischen Kultur damals – und auch heute – viel mehr war als Nahrungsaufnahme. Es hatte eine tiefe, zwischenmenschliche Bedeutung. Eine gemeinsame Mahlzeit war der ultimative Ausdruck von Gemeinschaft und Wertschätzung.

    In unserem Text geht es dabei nicht nur um Freundschaft und Beziehung, sondern wir werden sehen: Dieses gemeinsame Essen hat mit Wiederherstellung zu tun, mit Versöhnung und mit Gnade. Wenn Jesus seine Jünger zum Essen einlädt, dann versorgt er sie nicht nur – er heißt sie wieder willkommen. Jetzt fragt sich vielleicht jemand: „Was war denn passiert?“ Wenn wir ein paar Kapitel zurückgehen, zu Johannes 18 und 19, dann lesen wir von der Nacht, in der Jesus verraten, verhaftet, in einem Scheinprozess verurteilt und dann gnadenlos ausgepeitscht wurde. Er wurde öffentlich vorgeführt und schließlich ans Kreuz geschlagen.

    Diese Männer waren seine Jünger, auf die er gezählt hatte, mit denen er drei Jahre lang gelebt hatte, unterwegs gewesen war, die er gelehrt und in die er investiert hatte. Sie waren seine engsten Freunde und doch hatten sie ihn verlassen, an ihm gezweifelt, ihn verraten und verleugnet. Die Bibel nennt sie „Schafe ohne Hirten“. Doch nun, nur ein paar Kapitel später, in Johannes 21, sehen wir, wie Jesus sie bildlich gesprochen wieder an den Tisch einlädt. Er macht ihnen Frühstück am Ufer. Ihr Lieben, das ist das Wesen von Ostern: Jesus lädt unvollkommene Menschen ein, zu ihm zu kommen und bei ihm zu sitzen. Er lädt unvollkommene Menschen ein, ihn kennenzulernen, seine Gnade zu erleben und anzunehmen. Seien wir ehrlich: Essen macht doch alles ein bisschen besser, oder? Aber schauen wir uns für einen Moment die Szene genauer an. Stell dir vor, Jesus hätte am Ufer gestanden und er hätte den Jüngern nach der langen frustrierenden Nacht, in der sie gefischt und nichts gefangen hatten, zugerufen: „Hey, Jungs, kommt her. Wir müssen reden.“ Das wäre nicht so entspannt gewesen, oder? Aber was sagt der Text? Stattdessen nennt Jesus sie wörtlich „Kinder“. Ein liebevoller Ausdruck.

    Er sagt: „Kinder, habt ihr etwas gefangen?“ Sie antworten: „Nein.“ Also sagt er: „Werft das Netz auf der rechten Seite aus“, und er schenkt ihnen diesen gewaltigen Fang. Und dann spricht er die Einladung aus: „Hey, kommt her, esst.“ Was ich daran liebe: Jesus begegnet den Jüngern genau da, wo sie sind. Er begegnet ihnen in ihrer Erschöpfung. In ihrem Versagen. In ihrem Hunger. Er versorgt sie mit genau dem, was sie brauchen – nicht nur mit Brot und Fisch, nicht nur mit Nahrung für den Magen, sondern er schenkt ihnen auch Vergebung und eine neue Bestimmung. Ich liebe an diesem Moment auch, wie persönlich er ist. Jesus erscheint nicht mit Donner und Blitz, nicht mit Legionen von Engeln und einem Megafon – obwohl er das hätte tun können. Stattdessen kommt er mit einer einfachen Mahlzeit daher.

    Stellen wir uns das vor: Da ist Jesus, der auferstandene König, der Sieger des Universums. Und was tut er? Er macht Frühstück am Feuer. Er zeigt, dass er nicht nur mächtig, sondern auch nahbar ist. Jesus hat den Tod besiegt und doch kümmert er sich um die kleinen Details unseres Lebens. Er will mit uns zusammensitzen, uns kennenlernen, uns wiederherstellen. Wenn wir heute die Auferstehung feiern, möchte ich dir sagen: Ostern ist nicht nur eine Botschaft, die wir glauben, sondern eine Realität, in die wir eintauchen können.

    Die Auferstehung ist nicht nur ein Ereignis der Vergangenheit, sie ist eine Einladung für heute. Egal, was du erlebt oder getan hast, egal, wo du gerade stehst – Jesus ruft dich und lädt dich ein. Er sagt: „Hey, komm. Setz dich zu mir an den Tisch. Komm und frühstücke mit mir.“ Und seine Einladung geht über eine Mahlzeit hinaus. Er lädt uns zu einem neuen Leben ein – ein Leben in Gemeinschaft mit ihm, das heil wird und Sinn bekommt. Das ist die Einladung von Ostern.

    Ich habe heute nicht lange Zeit, aber ich möchte mit diesem Gedanken beginnen: Ostern ist eine Einladung zu einem Leben in Gemeinschaft mit Jesus. Mir ist wichtig: Die Auferstehung ist nicht nur der Beweis dafür, dass Jesus den Tod besiegt hat – was definitiv stimmt –, sondern Ostern ist auch eine ganz persönliche Einladung, mit ihm im Alltag unterwegs zu sein. Genau das meint Gemeinschaft: zusammengehören. Es bedeutet, in enger Nähe und in enger Verbundenheit mit jemandem zu leben. In diesem Fall: mit dem Retter.
    Was sehen wir in unserem Text? Wo wird diese Einladung zur Gemeinschaft ausgesprochen? Nicht im Thronsaal. Nicht im Ballsaal. Nicht im Tempel. Nicht einmal auf einem Berggipfel. Sondern am Frühstückstisch – bei einer einfachen Mahlzeit aus Brot und Fisch, zubereitet über einem kleinen Feuer am Strand.

    Das war kein großes Festmahl. Es gab keine Zeremonie. Da waren nur Jesus, ein paar hungrige Jünger und ein Essen. Und das ist der Punkt: Genau dort begegnet uns Jesus – im Alltäglichen. Er kommt genau dahin, wo wir sind. Das ist eine gute Nachricht. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin dankbar, dass ich mein Leben nicht erst perfekt auf die Reihe kriegen muss, bevor er mir begegnet. Dass ich nicht die ganze Bibel auswendig kennen muss, bevor er bereit ist, mir zu begegnen.

    Ich bin wirklich dankbar, dass ich nicht perfekt und poetisch beten können muss, bevor er mir begegnet. Nein – er kommt zu mir und begegnet mir genau da, wo ich bin. Er sagt einfach: „Harrison, komm. Setz dich und iss mit mir.“ Ich habe es eben schon gesagt: In der jüdischen Tradition ist eine gemeinsame Mahlzeit mehr als ein Essen, mehr als Abendbrot. Es ist ein Akt tiefer Verbundenheit und Gemeinschaft. Mit jemandem Brot zu teilen, heißt, ihn im eigenen Leben willkommen zu heißen, als Teil der Familie. Deshalb sehen wir Jesus während seiner Zeit auf der Erde immer wieder beim Essen.

    Er ist der Retter der Welt – und er isst gemeinsam mit Menschen, mit denen wir uns vermutlich nie an einen Tisch setzen würden. Immer wieder isst er mit Zöllnern, mit Sündern, mit Ausgegrenzten, mit Menschen, die einen schlechten Ruf hatten. Er isst nicht mit Menschen, damit ihr Magen aufhört zu knurren, sondern damit ihre Seele satt wird und damit sie erkennen, wer er ist und warum er gekommen ist. Ich denke da an die Geschichte in Lukas 24 von den zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Jesus ist zu diesem Zeitpunkt bereits auferstanden. Er begegnet ihnen unterwegs, geht mit ihnen, unterhält sich mit ihnen. Aber wo erkennen sie ihn? Nicht auf dem Weg. Sondern am Esstisch. Dort haben sie eine Offenbarung von Jesus. Oder ich denke an Lukas 19 und Zachäus, den Zöllner.

    Wenn du schon als Kind in einer Kirche warst, erinnerst du dich vielleicht an dieses Kinderlied: „Zachäus war ein kleiner Mann,
    ein sehr kleiner Mann war er,
    er stieg auf einen Maulbeerbaum,
    denn der Heiland kam daher.
    Der Heiland suchte diesen Mann
    – er wäscht die Herzen rein!
    Er sprach: Zachäus, steig herab,
    denn bei dir kehr ich heut ein.“
    Ich hatte erwartet, mehr Leute würden mitsingen. Zachäus, der Zöllner, der Betrüger. Jesus kommt zu ihm nach Hause zum Essen. Und wo erlebt Zachäus seine Freundlichkeit und Gnade? Am Tisch. Und in Johannes 21 sehen wir Jesus wieder beim Essen. Er lädt seine müden, mutlosen Jünger zu einer einfachen Mahlzeit am Ufer ein. Warum? Weil das Evangelium im Kern Beziehung und Gemeinschaft mit Jesus meint. Aber wenn wir ehrlich sind, fällt es uns manchmal schwer, Jesus so zu sehen. Viele von uns halten ihn für unnahbar. Für distanziert. Als würde er warten, bis wir unser Leben auf die Reihe kriegen, bevor wir ihm nahekommen und Gemeinschaft mit ihm haben dürfen.

    Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich muss dabei an zwei unserer engsten Freunde denken: Ryan und Grace Johnson. Sie arbeiten hier im Team unserer Gemeinde. Jede Woche treffen wir uns zum „Family Dinner“. Weil wir uns schon so lange kennen und so eng verbunden sind, klopfen wir nicht mal an, wenn wir uns besuchen. Wir machen einfach die Tür auf, gehen rein und fühlen uns wie zu Hause. Ich finde, genau so sollte es sein.

    Es wäre sehr schräg, wenn die Johnsons zum Family Dinner kämen, aber Ryan draußen vor der Tür stehen bleiben würde und nicht reinkommen wollte. Ich stell mir vor, wie ich dann zu ihm gehe und frage: „Was machst du? Komm rein!“ Aber er sagt: „Nee, Harrison, ich würde ja gern, aber zuerst muss ich mein Leben im Griff haben, meine Schulden bezahlen und Antworten auf meine Fragen finden. Ich muss erst noch all meine Probleme lösen und alles regeln – dann komme ich rein.“ Wenn ein Freund an der Haustür das zu mir sagen würde, dann würde ich lachen und antworten: „Was redest du da? Komm rein. Setz dich. Gleich gibt’s Essen.“

    Jesus macht das genauso. Er wartet nicht darauf, dass du dein Leben im Griff und alles perfekt geregelt hast, bevor du reinkommen und Gemeinschaft mit ihm haben kannst. Die Wahrheit ist: Er weiß längst alles, womit du dich rumschlägst und zu kämpfen hast. Er kennt das Chaos, das du in deinem Leben angerichtet hast. Er kennt deine Fragen und deine Unsicherheit. Und trotzdem ruft er dir zu: „Hey du, komm rein. Setz dich. Gleich gibt’s Essen.“ Und das Beste ist: Wenn wir uns zu Jesus setzen, gehen wir niemals unverändert wieder weg.

    Lies die Evangelien. Wann immer Jesus mit Menschen zusammensitzt, erleben sie eine Neuausrichtung. Jesus verändert Menschen. Das sehen wir auch hier im Text. Die Jünger kommen mutlos, verunsichert und erschöpft zum Frühstück. Aber als sie aufbrechen, sind sie neu gestärkt, neu ausgerichtet und bereit, zu ihrer Berufung zurückzukehren. Ihr Lieben, genau das bewirkt Gemeinschaft mit Jesus. Es geht nicht nur darum, Zeit mit ihm zu verbringen – das auch –, sondern darum, durch seine Gegenwart verändert zu werden.

    Lass mich dir eine ehrliche Frage stellen: In welchem Bereich deines Lebens lädt Jesus dich gerade ein, dich zu ihm zu setzen? Vielleicht verlassen sich einige von euch schon sehr lange auf die eigene Kraft und laufen innerlich längst auf Reserve. Vielleicht lädt dich der Retter heute ein und sagt: „Komm, setz dich. Ruh dich bei mir aus, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Er sagt: „Lerne von mir. Ich werde für dich sorgen.“ Er sagt dir: „Du kannst es aus eigener Kraft versuchen, aber außerhalb meines Willens läufst du ins Leere.“ Manche fühlen sich vielleicht auch blockiert durch frühere Fehler und Schuldgefühle.

    Der Retter lädt dich ein. Er ruft dir zu: „Hey, komm zu mir. Hier, setz dich und ich werde dir neue Kraft schenken.“ Vielleicht wartest du schon lange auf das große dramatische Gipfelerlebnis, auf etwas Spektakuläres – und der Retter erinnert dich heute, in diesem Moment: „Hey, ob du mich gerade sehen kannst oder nicht, ob du mich spürst oder nicht – ich bin bei dir. Ich bin hier, mitten in deinem Alltag.“ Was immer du gerade durchmachst: Bitte ignoriere seine Einladung nicht. Der auferstandene Retter ruft dich an seinen Tisch. Und wenn er sagt: „Komm und frühstücke mit mir“, dann lädt er dich zu mehr ein als zu einer Mahlzeit. Er lädt dich ein, Gemeinschaft mit ihm zu erleben. Und er lädt dich ein, dich neu stärken zu lassen und deine Bestimmung in ihm zu erneuern. Ich habe es eben schon gesagt, aber ich sage es noch einmal: Die Auferstehung ist nicht nur ein triumphaler Moment in der Geschichte. Sie ist eine zutiefst persönliche Einladung – eine Einladung an dich und an mich, uns von Jesus neu stärken und ausrichten zu lassen.

    Lasst uns noch einmal zum Text zurückkehren. Wir sehen Petrus, wie er aus dem Boot springt. Er erkennt Jesus, schwimmt ans Ufer und sitzt nun frühmorgens am Strand neben dem Feuer. Wahrscheinlich ist ihm kalt, er ist klatschnass und versucht, sich zu wärmen. Ihm steigt ein Geruch in die Nase – Holzkohle – und dieser Geruch holt ihn zurück in die Nacht, als er im Hof des Hohenpriesters stand, während Jesus vor Gericht war. In die Nacht, als er an einem Kohlenfeuer stand, sich die Hände wärmte – und Jesus kurz hintereinander dreimal verleugnete. Eine Flut unerwünschter Erinnerungen bricht über ihn herein. Gerüche können genau das bewirken.

    Wenn du schon mal einen Raum betreten hast und durch einen bestimmten Geruch sofort in eine frühere Situation deines Lebens katapultiert wurdest, die du lieber vergessen hättest, dann ahnst du, wie Petrus sich gerade fühlt. Heute steht er dem Retter direkt gegenüber. Dies ist ein Moment für ihn, in dem sich der Kreis schließt. An seiner Stelle wäre ich, ehrlich gesagt, etwas unsicher, was als nächstes passieren würde. Was würde jetzt kommen? Würde der Retter mich bloßstellen? Würde er mich nicht mehr kennen wollen, ebenso wie ich ihn verleugnet hatte? Würde er mich vor den anderen runterputzen? Mir eine Standpauke halten? Seht ihr die Szene vor euch? Könnte ihr euch in Petrus hineinversetzen? Dies ist ein spannungsgeladener und entscheidender Moment.

    Was jetzt passiert, entscheidet darüber, ob Petrus an der Sache wächst oder zerbricht. Wie Jesus sich jetzt verhält, ist vielleicht eines der stärksten Beispiele für das Zusammenspiel von Wahrheit und Gnade. Denn Jesus geht über Petrus’ Versagen nicht einfach hinweg. Aber er stellt ihn auch nicht bloß. Stattdessen deckt er den Tisch für einen Neuanfang. Keine Predigt, sondern Frühstück. Kein Vorwurf, keine Anklage, nicht: „Petrus, wir müssen über die drei Momente sprechen, in denen du mich verleugnet hast.“ Nein. Jesus macht Frühstück. Er tut ihm etwas Gutes und lädt ihn ein, am Tisch der Freundschaft und Versöhnung Platz zu nehmen. Aus Zeitgründen lesen wir den Text heute nicht gemeinsam, aber ich ermutige dich, ihn in der kommenden Woche noch zu lesen.

    Wenn man im selben Kapitel die Verse 15 bis 19 liest, sieht man: Nachdem Jesus, Petrus und die Jünger gegessen haben, wendet sich Jesus liebevoll Petrus zu und fragt ihn: „Liebst du mich?“ Er fragt ihn nicht nur einmal oder zweimal, sondern er fragt ihn dreimal – so oft, wie Petrus ihn verleugnet hat. Auf jedes Versagen lässt Jesus einen Moment der Gnade folgen. Er reißt die Wunde nicht wieder auf, damit Petrus die Momente noch einmal durchlebt. Er öffnet die Tür zur Heilung. Er lässt das Versagen nicht unerwähnt, aber er lässt Petrus auch nicht mit dem Versagen allein. Was tut er? Er schreibt die Geschichte neu. Denn genau das tut Gnade in deinem Leben. Jedes Mal, wenn Jesus fragt: „Liebst du mich?“, antwortet Petrus: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Und Jesus antwortet: „Dann weide meine Schafe.“ Ich habe heute nicht die Zeit, hier in die Tiefe zu gehen, aber eins ist klar: Dies ist ein gewaltiger Moment. Denn Jesus vergibt Petrus nicht nur – er setzt ihn neu ein. Er sagt: „Dein Versagen disqualifiziert dich nicht, sondern es hat dich vorbereitet – auf das, was jetzt kommt.“

    Wenn wir seine Geschichte weiterverfolgen, sehen wir: Derselbe Petrus, der Jesus aus Angst dreimal verleugnet hat, steht später mutig da und predigt die Auferstehung. Er predigt die Botschaft von Jesus so furchtlos, dass er am Ende als Märtyrer stirbt.

    Was doch die Gnade im Leben eines Menschen bewirken kann! Ihr Lieben, genau das ist die Kraft der Auferstehung. Sie nimmt die Asche unserer schlimmsten Momente und formt daraus etwas Neues. Gnade tut nicht so, als wären unsere Fehler nie passiert. Sie erlöst sie und gibt ihnen eine neue Bedeutung. Sie stellt nicht nur die Beziehung zu Jesus wieder her, sie weckt auch neu unsere Bestimmung.

    Ich möchte, dass ihr darüber einmal nachdenkt. Denn wie oft schränken wir uns wegen unserer schlimmsten Momente selbst ein? Wir denken: „Wenn die Leute mich wirklich kennen würden, wenn sie wüssten, wer ich wirklich bin, wo ich gewesen bin, was ich getan habe, was ich denke – dann würden sie mich ganz sicher nicht wieder in ihr Leben lassen.“ Und wenn wir ehrlich sind, funktioniert die Welt oft auch so. Die Liebe der Welt basiert auf der Frage: „Was hast du in letzter Zeit für mich getan?“ Das Problem ist: Viele Christen übertragen diese Frage „Was hast du für mich getan?“ auf Gott. Auf unsere Beziehung zu ihm. Wir denken: „Wenn er mich wirklich kennen würde, wenn er wüsste, was ich denke, was mich innerlich bewegt, wo ich gewesen bin und was ich getan habe, dann würde er nichts mit mir zu tun haben wollen.“ Ganz wichtig: Seine Gnade und seine Liebe zu dir hängen nicht davon ab, was du für ihn tun kannst. Er liebt dich, weil du zu ihm gehörst. Er liebt dich, weil er dich geschaffen hat.

    Wenn du heute Schuld mit dir herumträgst – wenn deine Vergangenheit dich auf Distanz zu Gott hält –, dann darfst du sicher sein: Ostern ist dein Moment. Der auferstandene Retter ruft dich. Nicht, um dich zu verurteilen oder dir deine Fehler vorzuhalten, sondern um dich an seinen Tisch zu holen. Die gute Nachricht ist: Das Frühstück steht schon bereit. Es gibt große Hoffnung und große Freude für alle, die an seinem Tisch Platz nehmen – denn genau dort erleben wir das Wunder seiner Gnade.

    In einem Psalm stellt König David die Frage: „Herr, wenn du unsere Sünde anrechnen würdest, wer, Herr, könnte da bestehen?“ Und die Antwort ist: niemand. Gott sei Dank sind durch Jesus Christus, durch sein Opfer am Kreuz und seine Auferstehung unsere Sünden ausgelöscht. Nicht wegen unserer guten Taten. Nicht, weil wir perfekt leben oder uns immer richtig verhalten. Wir verdienen Gottes Gnade nicht. Wir können sie uns nicht erarbeiten. Was Gott tut, geschieht aus Gnade, durch den Glauben, nicht durch gute Taten – „damit sich niemand etwas darauf einbilden kann.“ Du darfst wissen: Gott liebt dich, weil er gut ist – nicht, weil du gut bist. Und genau das bewirkt etwas in uns. Seine Liebe, seine Barmherzigkeit und sein Mitgefühl wecken in uns den Wunsch nach Veränderung. Dafür schenkt er uns seinen Heiligen Geist. Und so bete ich, dass du das beste Osterfest erlebst, das du je hattest – im Namen von Jesus.

     

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