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Jesus: Gottes Jubeljahr für uns

Sehnst du dich nach neuer Freiheit? In deinen Gedanken, deinen Beziehungen oder deinem Glauben? In dieser Predigt zeigt Bayless Conley, was das biblische Jubeljahr bedeutet: Schuld wird erlassen, Verlorenes wird zurückgegeben und Menschen dürfen neu anfangen. Darin liegt ein starkes Bild für Jesus: In Jesus wird Wirklichkeit, was das Jubeljahr verspricht. Entdecke, wie du die Freiheit, Heilung und Wiederherstellung findest, die er für dich bereithält.

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  • Ich habe heute ein Thema, das mich total begeistert. Ich habe darüber in unserer Gemeinde gepredigt und hatte den Eindruck, dass es dort viel bewegt hat. Mich hat das richtig gepackt. Es hat mich aufgerichtet, ermutigt und meinen Glauben gestärkt – ich hoffe, du erlebst dasselbe. Der Titel lautet: „Jesus: Gottes Jubeljahr für uns“. Sei gespannt, was das bedeutet. Es wird dich segnen.

    Wir lesen heute im Lukasevangelium, Kapitel 4. Falls ihr eure Bibel dabeihabt, schlagt bitte Lukas 4 auf. Wir werden uns einige Verse ansehen, die Lukas, der geliebte Arzt, für uns festgehalten hat.

    Interessanterweise begann Jesus seinen Dienst erst, als er ungefähr 30 Jahre alt war. In der Bibel erfahren wir: Vor diesem Zeitpunkt heilte er keinen einzigen Kranken und tat kein einziges Wunder.

    Natürlich war er mit 5, mit 15, mit 20, mit 25 und auch mit 29 genauso Gottes Sohn. Was bewirkte also den Unterschied? Der eine entscheidende Faktor, von dem uns berichtet wird, ist dieser: Mit ungefähr 30 Jahren ging Jesus zu Johannes, um sich im Jordan taufen zu lassen, und dort kam der Heilige Geist auf ihn herab. Gott sagte: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Freude habe.“

    In den nächsten Versen, am Anfang von Kapitel 4, lesen wir dann, dass Jesus vom Geist erfüllt war, vom Geist geführt wurde und durch den Geist mit Kraft ausgerüstet war. Erst nachdem der Heilige Geist auf ihn gekommen war und ihn gesalbt hatte, begann Jesus seinen Dienst, predigte und heilte die Kranken. Das bewirkte den entscheidenden Unterschied.

    In Lukas 4 erklärt Jesus in seiner Heimat-Synagoge, warum der Geist auf ihn gekommen ist. Er nimmt die Schriftrolle und sagt den Menschen, warum er vom Geist gesalbt wurde. Wir steigen in Lukas 4,16 ein:

    „Als er nach Nazareth kam, wo er seine Kindheit verbracht hatte, ging er wie gewohnt am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um aus der Schrift vorzulesen.“

    Dazu muss ich kurz etwas sagen. Jesus ging normalerweise jeden Sabbat in die Synagoge. Jesus ging zum Gottesdienst. Wenn du Jesus immer ähnlicher wirst, gehst du zum Gottesdienst. Tu alles dafür, um Gottesdienst feiern zu können. Wenn du wie Jesus werden willst, gehört eine Gemeinde dazu. Es war seine Gewohnheit, in die Synagoge zu gehen und etwas vorzulesen. In dieser Synagoge in Nazareth war er schon viele Male aufgestanden und hatte aus den Schriftrollen gelesen. Aber diesmal ist es anders, denn diesmal liest er die Stelle, die von ihm und seinem Dienst handelt. Er liest aus Jesaja 61; wir sehen es in Lukas 4,17–19:

    „Und es wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gegeben; und als er die Buchrolle aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben steht: ‚Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.‘“

    Durch dieses Zitat aus Jesaja beschreibt Jesus seinen eigenen Dienst. Er sagt: „Gott hat mich durch den Geist gesalbt, um fünf Gruppen von Menschen zu dienen: den Armen, den Zerbrochenen, den Gefangenen, den Blinden und den Zerschlagenen.“ Das beschreibt auch treffend unsere Generation – und die ganze Menschheit! Interessanterweise lassen sich aus biblischer Sicht drei dieser fünf Bezeichnungen direkt auf Krankheit beziehen.

    Er ist gesalbt, um Gefangene freizusetzen. Als Hiob krank wurde, heißt es in der Bibel, dass Satan ihn mit schlimmen Geschwüren schlug, vom Scheitel bis zur Fußsohle. Am Ende der Geschichte, als Hiob geheilt wird, beschreibt die Bibel es so: „Gott gab Hiobs Schicksal eine neue Wendung“. Wörtlich: „Gott befreite Hiob aus seiner Gefangenschaft.“

    Wir wissen natürlich, dass Jesus viele Blinde geheilt hat. Und es heißt, der Geist ruht auf ihm, um Zerschlagene in Freiheit zu setzen. Petrus bezieht sich in Apostelgeschichte 10,38 auf genau diese Stellen und auf den Dienst von Jesus. Er formuliert es so:

    „Und ihr wisst auch, dass Gott Jesus von Nazareth mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat. Er zog umher, tat Gutes und heilte alle, die vom Teufel bedrängt waren …“

    Petrus beschreibt also Heilungen von Jesus als Befreiung von satanischer Bedrängnis. Und ich finde es interessant, dass Jesus dreimal sagt: „Ich bin gesalbt worden, der Geist ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkünden“ – zu predigen. Zu predigen, zu predigen, zu predigen.

    Was hat Jesus gepredigt? Er sagt: „Der Geist des Herrn ruht auf mir. Er hat mich gesalbt, das Evangelium zu predigen, die gute Botschaft.“ Unterschätze nie die Kraft guter Lehre. Gesalbte Lehre kann ein Joch zerbrechen. Du kannst in einem Wimpernschlag verändert werden. Paulus schreibt: „Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt.“ Rettung bedeutet wörtlich auch Schutz, Befreiung und Heilung. Rettung. Das Evangelium. Ich schäme mich nicht für das Evangelium. Es ist Gottes Kraft für jeden, der glaubt.

    Jesus sagt also: „Zuerst einmal bin ich gesalbt, zu predigen. Ich bin gesalbt, zu predigen. Ich bin gesalbt, zu predigen.“ Wenn ihr die Evangelien durchgeht, seht ihr: Das war seine Arbeitsweise. Er lehrte, er predigte und dann heilte er. Fast immer brachte er zuerst das Wort Gottes. Und wo Menschen ein offenes Ohr hatten, passierte etwas. Jetzt möchte ich mir die gute Botschaft, die Jesus gepredigt hat, genauer ansehen. In Vers 19 betont er es noch einmal und sagt: „Der Geist ist auf mir. Er hat mich gesalbt, die Zeit der Gnade des Herrn zu verkünden.“ Das ist eine biblische Umschreibung für das Jubeljahr.

    Das Jubeljahr ist von enormer Bedeutung. Beschäftigt euch mal gründlich damit. Wir lesen ausführlich davon in 3. Mose 25. Es fand alle 50 Jahre statt: die Zeit der Gnade des Herrn, das Jubeljahr, es kam einmal alle 50 Jahre am Versöhnungstag. Wenn das Opferlamm geschlachtet wurde, blies man die Posaune, und dann sollte jeder zu seinem Besitz zurückkehren. Was Menschen in den vergangenen 50 Jahren verloren hatten, wurde ihnen zurückgegeben. Das war eine barmherzige Regelung, die Gott angeordnet hatte.

    Nach dem Mose-Gesetz war es einem Israeliten nicht einmal erlaubt, sein ererbtes Land dauerhaft zu verkaufen. Das durfte er nicht. Wenn jemand in Not geriet, musste er vielleicht sein Haus und den Familienbesitz verkaufen. Aber im Jubeljahr, wenn die Posaune ertönte und das Opferlamm geschlachtet war, bekam er seinen ganzen Besitz zurück.

    Wenn also jemand ein Grundstück kaufen wollte und es noch 15 Jahre bis zum Jubeljahr waren, galt der Preis nur für 15 Jahre Nutzung. Wäre ich in Not geraten, hätte ich mich verpflichten müssen, als Knecht meine Schulden abzuarbeiten – wäre ich im Jubeljahr wieder frei gewesen. Ich hätte meinen gesamten Besitz zurückbekommen. Noch einmal: Das war Gottes barmherzige Regelung für Menschen in schweren Zeiten. Aber es war noch mehr. Es war auch ein Sinnbild, das auf Jesus und seinen Dienst hinwies, auf das, was er für die Menschheit tun würde. Schaut, was als Nächstes passiert, in Lukas 4,20 und 21:

    „Er rollte die Schriftrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle in der Synagoge sahen ihn an. Und er sagte: ‚Heute ist dieses Wort vor euren Augen und Ohren Wirklichkeit geworden!‘“

    Es ist heute Wirklichkeit geworden. Es war ein Zeichen, das auf Jesus hinwies. Als Adam im Garten ungehorsam wurde, verlor die Menschheit viel. Wir verloren unsere Beziehung zu Gott und unseren Frieden. Wir wurden blind, zerschlagen und gefangen. Aber Jesus ist gekommen, und jetzt können wir zu unserem Besitz zurückkehren.

    Wir können unsere Beziehung zu Gott zurückgewinnen. Wir können Frieden haben. Für die Bedrängnis an Körper, Seele und Geist, die über die Menschheit gekommen ist, finden wir in Jesus Befreiung. Es ist erfüllt. Ich liebe es, dass Jesus hier sagt: „Heute.“ Nicht irgendwann in der Zukunft, nicht: „Na ja, ihr wisst schon, es wird kommen.“ Er sagt: „Heute ist es Wirklichkeit geworden.“ Nicht eines Tages, sondern jetzt.

    Eine Familie hat einmal Urlaub an der Golfküste gemacht. Sie wohnte etwa 150 Kilometer im Landesinneren und der kleine Eric hatte das Meer noch nie gesehen. Er konnte es kaum fassen. Das Meer war so weit, und das Wasser so warm – er konnte gar nicht genug davon bekommen. Am Ende der Woche war ihre Zeit in dem kleinen Ferienhäuschen vorbei, und sie fuhren wieder nach Hause. Ein paar Tage später kommt Eric eines Morgens herein. Sein Vater liest die Morgenzeitung, trinkt Kaffee und bereitet sich auf die Arbeit vor. Eric sagt: „Papa.“ Der Vater sagt: „Was ist, mein Sohn?“ Eric fragt: „Können wir wieder zum Strand fahren?“ Der Vater ist ziemlich abgelenkt. „Ja, Eric, klar.“ Dabei schaut er weiter in die Zeitung. Eric verschwindet.

    Ein paar Minuten später kommt er zurück. Er hat seine Badehose an, ein Handtuch unter dem Arm und seinen kleinen Eimer dabei. Sein Vater schmunzelt und sagt: „Eric, was machst du denn?“ Eric sagt: „Du hast doch gesagt, wir können wieder zum Strand fahren.“ Der Vater sagt: „Ja, können wir, Eric. Nur nicht heute. Irgendwann.“ Liebe Freunde, diese Sache wird sich nicht irgendwann erfüllen. Jesus sagt: „Heute. Heute ist es erfüllt.“

    Erinnert ihr euch, wie Jesus zum Haus von Maria, Marta und Lazarus kam? Lazarus war gestorben. Er war schon vier Tage tot. Und Jesus sagt zu Marta: „Marta, dein Bruder Lazarus wird auferstehen.“ Davor hatte sie ihm vorgeworfen: „Herr, wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Jetzt sagt er: „Lazarus wird auferstehen.“ Sie antwortet: „Herr, ich weiß, dass er eines Tages bei der Auferstehung auferstehen wird.“ Aber Jesus sagt zu ihr: „Nein, Marta, ich bin die Auferstehung. Hier und heute bin ich die Auferstehung.“

    Marta hatte, wie so viele aus Gottes Volk, Glauben für die Vergangenheit: „Herr, wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Und sie hatte Glauben für die Zukunft: „Eines Tages, bei der Auferstehung …“ Aber sie hatte keinen Glauben für die Gegenwart. Viele sagen: „Früher gab es diese großen Zeiten geistlicher Erweckung mit vielen Heilungen. Wir haben gelesen, wie Gott gewirkt hat. Wären wir damals nur dabei gewesen. Und eines Tages wird Gott es wieder tun.“ Nein. Jesus sucht Glauben für das Hier und Jetzt. Heute ist es Wirklichkeit geworden. Das ist wichtig, ihr Lieben. Wir lesen weiter in den Versen 22 und 23:

    „Alle Anwesenden äußerten sich anerkennend über ihn und wunderten sich zugleich über seine Botschaft von der Gnade. ‚Wie kann das sein?‘, fragten sie. ‚Ist das nicht Josefs Sohn?‘ Da sagte er: ‚Bestimmt werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: ›Arzt, hilf dir selbst‹ – und damit meinen: ›Warum tust du hier in deiner Heimatstadt keine Wunder wie in Kapernaum?‹‘“

    „In deiner Heimatstadt“. Jesus spricht hier prophetisch zu ihnen. Er sagt: „Die Zeit wird kommen, da werdet ihr sagen: ‚Wir haben von all den Heilungen und Wundern gehört, die du an anderen Orten tust. Tu sie auch hier.‘“ Interessanterweise erleben manchmal gerade die, die den größten Zugang zu Heilung und Segen haben, am wenigsten davon. Kurz sacken lassen. Es hängt alles mit der Haltung zusammen und damit, wie man auf Gottes Wort reagiert. Jesus fährt in Vers 24 fort:

    „Wahrhaftig, kein Prophet gilt etwas in seiner Heimatstadt.“

    Sie akzeptieren ihn nicht. Ihr könnt dieselben Ereignisse auch in Markus 6 nachlesen. Dort sagen sie: „Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Sind seine Brüder nicht hier?“ Und sie nennen vier seiner Brüder. „Und seine Schwestern – kennen wir die nicht auch?“ Sie suchen nach Gründen, nicht zu glauben.

    Sie nehmen Anstoß an ihm und lehnen ihn ab. Als Jesus in seine Heimatstadt kommt – auch das berichtet Markus über dieselben Ereignisse –, heißt es, dass Jesus sich über ihren Unglauben wundert und dort keine Wunder tun kann. Sie suchen Gründe, um nicht akzeptieren zu müssen, was er sagt. Dann spricht Jesus weiter, und seine nächsten Worte sind erschütternd. In den Versen 25–27 sagt er:

    „Zur Zeit Elias gab es in Israel bestimmt viele hilfsbedürftige Witwen, als es dreieinhalb Jahre lang nicht regnete und Hunger im Land herrschte. Dennoch wurde Elia zu keiner von ihnen geschickt, sondern nur zu einer Witwe aus Sarepta – einer Fremden im Gebiet von Sidon. Oder denkt an den Propheten Elisa, der den Syrer Naaman heilte und nicht die vielen Aussätzigen in Israel.“

    Jesus sagt: In diesen beiden Situationen bekamen Ausländer den Segen, während Gottes Volk leer ausging. Die eine erhielt materielle Versorgung, der andere wurde geheilt – zwei Aufgaben, für die Jesus vom Geist gesalbt worden war. Warum wurde diese Witwe versorgt, diejenigen in Israel aber nicht? Warum wurde Naaman, der Syrer, geheilt? Beide waren Außenstehende. Die Menschen mit einem Bundesrecht auf diese Segnungen gingen leer aus, während Außenstehende sie empfangen durften.

    Ihr könnt ihre Geschichten in 1. und 2. Könige nachlesen, und dort wird klar, warum. Es hatte mit ihrer Reaktion auf Gottes Wort zu tun und damit, ob sie offen dafür waren. Ich sage jetzt etwas zum Merken: Gott wird nicht allein durch unsere Not bewegt. Jesus sagt: „Dreieinhalb Jahre lang herrschte eine große Hungersnot. Es gab viele Witwen in Israel.“ Kümmerte Gott sich nicht um sie? Doch, natürlich. Er ist barmherzig. Aber er wird nicht allein durch unsere Not bewegt.

    Überlegt mal. Dreieinhalb Jahre lang hatten viele dieser Witwen niemanden, der für sie sorgte. Viele von ihnen hatten Kinder, so wie die Witwe, die Jesus erwähnt. Viele von ihnen mussten ihre Kinder begraben. Manche starben selbst. Glaubt ihr nicht, dass sie Gott um Hilfe angefleht haben? Aber Jesus sagt: Keine von ihnen empfing den zugesagten Segen. Er sagt, es gab viele Aussätzige in Israel – Gottes Volk, Menschen mit einem Bundesrecht auf Heilung –, aber keiner von ihnen erlebte sie, außer dem Außenstehenden, Naaman.

    Naaman war ein berühmter Kriegsheld, gut vernetzt, mit dem König befreundet und äußerst wohlhabend. Aber er hatte Aussatz. Krankheit macht keine Unterschiede. Sie trifft Reiche und Arme, Alte und Junge. Sie beachtet weder Grenzen noch Herkunft. Krankheit sieht die Person nicht an. Dann sagt dieses israelitische Mädchen, eine Sklavin seiner Frau: „In Israel gibt es einen Propheten. Er heilt Menschen. Wenn du ihn aufsuchen könntest, könnte er dich wieder gesund machen, Herr Naaman.“

    Nun hätte Naaman alle möglichen Gründe finden können, das abzulehnen. Er hätte sagen können: „Was weißt du schon? Du bist doch nur ein Sklavenmädchen. Auf dich höre ich nicht. Ist dir klar, dass ich reich bin? Ich habe Geld für die besten Ärzte ausgegeben, und du sagst, irgendein unbekannter Prophet in Israel, bei unserem verachteten Feind, soll mir helfen? Lächerlich. Sei still.“

    Oder er hätte sagen können: „Mag sein, dass das stimmt, aber ich habe viele Feldzüge ins Land Israel geführt. Ich habe viele israelitische Soldaten mit eigenem Schwert und Speer getötet. Die helfen mir niemals.“ Oder: „Vielleicht stimmt es, aber diesen Mann zu finden, ist ja wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Das ist vergebliche Mühe.“ Oder: „Das mag für Israeliten gelten – ich habe ein paar solcher Geschichten gehört –, aber das gilt nicht mir. Ich bin ein Außenstehender.“

    Er sagt nichts davon. Er sucht keine Gründe, um nicht zu glauben. Er nimmt das Wort offen und bereitwillig auf und handelt danach. Er geht zum König und sagt: „König, es gibt da einen Mann, der Menschen heilt. Ich möchte ihn aufsuchen.“ Er nimmt Leute mit, macht sich auf die Suche, und am Ende gehorcht er und tut etwas scheinbar Lächerliches, um das Wunderbare zu erleben. Er taucht siebenmal im Jordan unter, und seine Haut wird wieder wie die eines kleinen Kindes.

    Jesus sagt: „Diese beiden, die außerhalb des Bundes standen, bekamen den Segen, während viele aus Gottes Volk leer ausgingen.“ Alles hing mit ihrer Einstellung zu Gottes Wort und ihrer Offenheit dafür zusammen. Und beachtet: Er spricht zu Menschen in seiner Heimatstadt, die Gründe gefunden hatten, ihn abzulehnen.

    Jesus ist Gottes Jubeljahr für uns. Ich lasse die Jubeljahr-Posaune erklingen und sage euch: Ihr könnt zu eurem Besitz zurückkehren. Wichtig: Das geschieht nicht automatisch, nur weil wir Christen sind. Noch einmal: Gott wird nicht allein durch Not bewegt. Wir können uns nicht gemütlich hinsetzen und warten, dass uns alles vom Himmel in den Schoß fällt. Wir müssen annehmen, was wir hören, und danach handeln. Heute ist es erfüllt. Aber jemand außerhalb des Bundes, ein Fremder, kann es vor uns empfangen, wenn wir es nicht annehmen und danach handeln. Manche sagen: „Pastor, das gefällt mir nicht.“ Nun ja, damit passt ihr gut in diese Geschichte. Verse 28–30:

    „Als die Leute in der Synagoge das hörten, wurden sie zornig. Sie sprangen auf und trieben ihn hinaus an einen steilen Abhang des Berges, auf dem die Stadt erbaut war. Sie wollten ihn hinunterstürzen, doch er schritt mitten durch sie hindurch und ging fort.“

    Ich habe schon oben am Rand dieses Hügels gesessen – genau da, wo seine eigenen Leute, seine Verwandten, ihn loswerden wollen. Sie sind wütend, weil er ihnen im Grunde sagt: „Ihr seid Gottes Bundesvolk, Kinder Abrahams, aber Außenstehende haben es empfangen, weil sie Gottes Wort respektiert und angenommen haben – anders als ihr. Ihr sucht Gründe, nicht zu glauben.“ Und dann heißt es: „Jesus schritt mitten durch sie hindurch und ging fort.“ Er geht weiter und sucht hungrige Herzen. Ich bin überzeugt: Gott geht an einer Million Menschen vorbei, um einen Menschen mit einem vertrauensvollen, sehnsüchtigen Herzen zu finden. Ich glaube, danach sucht Gott. Wir lesen weiter, Vers 31, ganz wichtig:

    „Danach zog Jesus nach Kapernaum in Galiläa und lehrte dort jeden Sabbat …“

    Achtet darauf: „jeden Sabbat“, nicht nur einmal. „Jesus, was machst du?“ „Ich gehe in die Gemeinde und lehre. Ich gehe in die Gemeinde und lehre. Ich gehe in die Gemeinde und lehre. Ich gehe in die Gemeinde und predige das Evangelium.“ Sabbat um Sabbat um Sabbat. Jesus wusste um die Bedeutung geistlich bevollmächtigter Verkündigung. In den Versen 32 bis 37 heißt es:

    „Auch hier waren die Leute von seiner Lehre überwältigt, denn er sprach mit Vollmacht. Einmal, als er in der Synagoge war, fing ein Mann, der von einem Dämon besessen war, an zu schreien: ‚Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist – der Heilige Gottes, den er gesandt hat.‘ ,Sei still!‘, gebot Jesus dem Dämon. ‚Fahre aus dem Mann aus!‘ Der Dämon warf den Mann vor den Augen der Menge zu Boden; dann fuhr er aus ihm aus, ohne ihn weiter zu verletzen. Voll Staunen riefen die Leute: ‚Welche Vollmacht und Kraft in den Worten dieses Mannes liegen! Selbst böse Geister gehorchen ihm und weichen, wenn er es befiehlt!‘ Diese Geschichte von Jesus sprach sich in kürzester Zeit in der ganzen Gegend herum.“

    Interessant: Hier besucht ein Dämon den Gottesdienst – und Jesus geht nicht gerade zimperlich mit ihm um. Es heißt: „Er gebot ihm.“ Das griechische Wort dafür ist sehr hart. Daran ist nichts Nettes und Sanftes. Jesus weist ihn scharf zurecht, wörtlich: „Klappe halten und raus!“ Weder nett noch vorsichtig. Das ist eine scharfe Zurechtweisung. Und der böse Geist flieht. Schaut, was als Nächstes passiert – wow! Vers 38:

    „Nachdem Jesus die Synagoge an jenem Tag verlassen hatte, ging er zum Haus Simons und fand dort Simons Schwiegermutter mit hohem Fieber vor. Da bat man Jesus, ihr zu helfen.“

    Dann heißt es, dass er sich neben ihr Bett stellte. Hier möchte ich kurz einhaken. Dr. Lukas verwendet hier medizinische Begriffe. In der Antike teilt man Fieber in zwei Kategorien ein: großes Fieber und kleines Fieber. Dieses hohe Fieber bedeutet wörtlich „großes Fieber“. Ein großes Fieber hat man nicht einfach bei einer Erkältung oder Grippe. Das ist etwas Bösartiges, Gefährliches und Lebensbedrohliches. Wahrscheinlich ist seine Schwiegermutter kurz davor, diese Erde zu verlassen. Sie hat großes Fieber. Und es heißt: „Jesus stellte sich neben ihr Bett.“

    Lukas benutzt hier einen weiteren medizinischen Begriff. In der antiken Welt ist das eine Formulierung für einen Arzt, der sich um seinen Patienten kümmert – wörtlich ein Arzt am Bett eines Patienten, den er behandelt. Aber dann tut Jesus etwas, das die wenigsten irdischen Ärzte tun würden. Seht mal, was in Lukas 4,39 steht:

    „Er stellte sich neben ihr Bett, befahl dem Fieber zu weichen, und augenblicklich fiel das Fieber. Sofort stand sie auf und machte ihnen etwas zu essen.“

    Jesus behandelt das Fieber genau wie den bösen Geist. Es ist dasselbe griechische Wort. Er behandelt es nicht freundlich und vorsichtig. Er behandelt die Krankheit so wie den bösen Geist: nicht als Freund, sondern als Feind. Nicht als einen von Gott gesandten Segen, sondern als Feind. Er bedroht das Fieber, und es verlässt sie. Manche sagen: „Ja, aber das gilt doch nicht für jeden.“ Schaut euch den nächsten Vers an, Vers 40:

    „Als die Sonne an diesem Abend unterging, brachten die Dorfbewohner ihre kranken Angehörigen zu Jesus. Welche Krankheiten sie auch hatten: Er legte jedem Einzelnen die Hände auf und heilte sie alle.“

    Jedem Einzelnen. Alle.

    Jedem Einzelnen. Alle. Es ist wie „jeder“ in Johannes 3,16: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ Wenn du unter „jeden Einzelnen“ und „alle“ fällst, gilt es dir. Gott sieht die Person nicht an. Er reagiert auf Glauben, wo immer er ihn in einem Herzen findet. Ein alter Prediger – ich weiß nicht mehr, wer – sagte einmal: Gott geht an einer Million Menschen vorbei, um zu einem Menschen mit Glauben zu gelangen. Jemand sagt vielleicht: „Wie bekommt man Glauben? Ich möchte ja Glauben haben. Ich möchte Gott vertrauen können. Was du predigst, will ich annehmen, aber ich kämpfe innerlich damit.“ Also dann, bist du bereit? Hier ist das Geheimnis: „Der Glaube kommt aus dem Hören, und das Hören durch das Wort Gottes.“ Verbringe Zeit mit der Bibel, und Glaube wird unbemerkt in dir wachsen. Darum: Liebe Gottes Wort. Gott reagiert auf Glauben. Meine Zeit ist um. Gott segne dich.

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