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Als Erstes müssen wir wissen: Hanna stand vor einem riesigen Problem. Im Text steht einfach: „Hanna war kinderlos geblieben“ (1. Samuel 1,2). Aber in ihrer Zeit und Kultur war das ein schweres Los. Keine Kinder zu haben, bedeutete nicht nur persönlichen Schmerz. Es war eine Schande – für die Frau selbst, für ihren Mann und für ihre Familie.

Dass ihr Mann Elkana ihren Kummer nicht verstand, streute zusätzlich Salz in Hannas ohnehin schmerzhafte Wunde. Und seine zweite Frau Peninna verspottete sie auch noch wegen ihrer Unfruchtbarkeit.

Kein Zweifel: Hanna trug eine schwere Last. Sie war unglücklich. Sie war allein. Sie trauerte, litt und fühlte sich von niemandem verstanden. Manche Menschen reagieren auf grosses Leid mit Jammern und Schimpfen. Andere ziehen sich aus Selbstmitleid und Bitterkeit zurück. Einige schlagen wütend um sich. Aber Hanna wählte einen anderen Weg.

Auch hier steht im Text nur ganz schlicht: „Hanna war verzweifelt, betete zum Herrn und weinte sehr.“ (1. Samuel 1,10). Lernen können wir von Hanna: Egal, was wir erleben, selbst wenn wir uns völlig überfordert fühlen – der Ausweg ist das Gebet! Wenn du dieses Prinzip nicht verinnerlichst, wirst du woanders Hilfe und Erleichterung suchen. Vielleicht scrollst du endlos durch die Sozialen Medien oder suchst Trost in einer Flasche Wodka, einer Packung Tabletten oder in den Armen eines Fremden.

Deswegen heisst es in der Bibel: „Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm“ (Philipper 4,6). Wenn du unglücklich bist, dann bete. Wenn du leidest, weil du verspottet wirst, wenn du dir Sorgen machst: Bete!


Bayless Conley

Aus: Monatsbrief Mai, 2026

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