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Die Welt braucht dein Licht mehr, als du denkst – Philipperbrief

Leidest du manchmal unter der Dunkelheit dieser Welt? Die gute Nachricht ist: Jesus sagt, dass du bereits jetzt darin leuchtest. Du reflektierst sein Licht. In dieser Sendung zum Philipperbrief zeigt Bayless Conley, wie wir mitten in einer dunklen Welt ein anderes Leben führen können. Er ermutigt dich, deine ganz persönlichen Gaben für Gott einzusetzen.

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  • Hallo, ich freue mich sehr, dass du heute mit dabei bist. Wir werden uns einige wunderbare Wahrheiten aus dem zweiten Kapitel des Philipperbriefs anschauen. Wenn du also eine Bibel hast, dann hol sie dir, schlag sie auf, und wir steigen gleich ein. Ich möchte zu Beginn einfach noch sagen: Gott sieht dich. Er kennt dich. Du bist für ihn keine gesichtslose Person in der Menge. Er sieht die Sehnsüchte deines Herzens. Er kennt deine Enttäuschungen und er möchte dir helfen.

    Es ist kein Zufall, dass du mir genau jetzt zuhörst. Gott hat dein Gebet gehört. Er hat die Verzweiflung deines Herzens gesehen und er will dir beistehen. Er liebt dich so sehr, dass er seinen Sohn Jesus gesandt hat, um dir zu helfen. Kein Grund zu verzweifeln. Setz dein Vertrauen auf ihn. Er wird dich hindurchtragen und dir den nächsten Schritt zeigen. Er wird dir helfen. Unser Gott ist ein Helfer in Zeiten der Not, unser Schild, unsere feste Burg. Halleluja, er ist Liebe. Was für ein Retter Jesus doch ist. Was für ein Gott unser himmlischer Vater ist. Was für ein Segen, dass wir seine Kinder sein dürfen. Ich habe zu Philipper 2 schon ein paar Predigten gehalten. In Kapitel 2, Vers 14 schreibt er:

    „Tut alles ohne Murren und Bedenken.“

    Das bedeutet: kein Nörgeln, keine Fehlersuche. „Tut alles.“ Dein Job, Hausputz, Erziehung – was auch immer es ist: alles. In den Versen vor diesem Kapitel sehen wir, was wir umsetzen sollen. Ohne Murren, ohne zu diskutieren. Dann schreibt er:

    „… damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet!“

    Er spricht über einen Prozess bei uns Christen. Wenn wir gerettet werden, wird unser Geist neu geboren und wird sind vor Gott gerecht gesprochen. Wir wachsen nicht in der Gerechtigkeit, sondern werden durch die Gerechtigkeit von Christus gerecht gemacht. Die Bibel sagt: Gerechtigkeit ist ein Geschenk. Mein wiedergeborener Geist wurde vor Gott rein und heilig gemacht, und mir wurde die Gerechtigkeit von Christus geschenkt. Er nahm meine Sünde auf sich und gab mir seine Gerechtigkeit. Doch in Vers 12 lesen wir: Wir sollen unser Heil mit Furcht und Zittern verwirklichen. Mit anderen Worten: Wir müssen es ausleben – in unserer Sprache, in unserer Einstellung, in unserem Umgang mit anderen. Wir müssen verwirklichen, was Gott in uns bewirkt hat.

    Wir müssen also unser Denken erneuern und unsere menschliche Natur Gott unterordnen. Und das ist ein Prozess. Paulus schreibt: „Damit ihr rein und ohne Tadel seid.“ Ohne Tadel bedeutet, „ohne falsche Motive“. Es betrifft das, was wir von uns selbst wissen. Rein zu sein, meint das, was andere von uns wissen. Das hat mit unseren sichtbaren Taten zu tun, mit unseren Worten und unserem Umgang mit anderen. Wir wissen, was innerlich in uns vorgeht. Andere kennen von uns nur das, was sie hören und sehen.

    Wir sollen „Kinder Gottes“ werden „ohne Makel mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet!“ Beachte das Wörtchen „mitten“. Isolation war und ist nie Gottes Idee. Wir sind in der Welt, aber wir sind nicht von der Welt. Wir sollen als Lichter in dieser zerbrochenen Welt leuchten. Gott hat uns bewusst noch nicht aus dieser Welt herausgenommen.

    Wir sollen das Licht des Evangeliums leuchten lassen und vor anderen ein verändertes Leben führen. Wir sollen beten. So kann Gott uns gebrauchen, um andere Menschen zu erreichen. Die Wahrheit ist: Gott hat keinen Plan B für diese verlorene und sterbende Welt. Er hat nur einen Plan A, und das ist seine Gemeinde. Wir sollen die Gute Nachricht weitergeben an unsere Lieben, an Nachbarn, Freunde und Unbekannte. Wir investieren in missionarische Arbeit, damit sie weltweit wirken kann und jeder Stamm, jede Kultur und jedes Volk auf diesem Planeten die Gute Nachricht hört. Wir sind Gottes einziger Plan, um die verlorene und sterbende Welt zu erreichen. Wir sollen als Lichter in der Welt leuchten. In Matthäus 5,14 sagt Jesus:

    „Ihr seid das Licht der Welt.“

    Er hat zwar auch gesagt, dass er selbst das Licht der Welt ist, aber hier sagt er: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Wir sollen sein Licht widerspiegeln. Es ist Christus in uns, die Hoffnung auf Herrlichkeit. Sein Licht scheint durch uns hindurch. Jesus sagt:

    „Ihr seid das Licht der Welt. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

    Die Leute sollen unseren Lebensstil sehen und unsere Worte hören. Unser Leben soll eine Predigt sein, die Menschen erkennen lässt, dass es einen Gott gibt, der Leben verändert und Menschen verwandelt. Ich finde großartig, was Jesus hier gesagt hat.

    Das erste Bild ist eine Stadt auf einem Berg. Stell dir eine dunkle Nacht vor, ohne Mondschein, und oben auf dem Berg liegt eine Stadt, in der Lichter brennen. Die Stadt ist von weitem sichtbar. Sie ist nicht zu übersehen. Das ist unsere Ausstrahlung nach außen.

    Dann holt Jesus das Bild nach innen und sagt: „Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus.“ Wir leuchten also auch für unsere Familie zu Hause und nicht nur für die verlorene Welt da draußen. Manche wollen der Welt das Evangelium verkünden, leben zu Hause aber völlig anders. Sei ein Vorbild für deine Frau und deine Kinder. Lebe zu Hause so, wie es Gott gefällt. Lass andere das Licht des Evangeliums daran erkennen, wie du redest, wie du lebst und wie du dich zu Hause gibst – genauso wie du auch nach außen hin wie eine Stadt auf dem Berg leuchtest.

    Nochmal: Wenn unser Licht vor den Menschen leuchtet, sehen sie unsere guten Taten und werden den Vater im Himmel preisen. Nun sagt er, dass wir „mitten unter einer verdorbenen und verkehrten Generation“ leben. Wenn man zeigen will, wie krumm ein Stock ist, sollte man keine Predigt darüber halten. Mir scheint, manche Prediger nutzen alle Energie, darüber zu predigen, in welcher Schieflage die Welt ist und wie sehr sie aus den Fugen geraten ist. Aber wenn man zeigen will, wie krumm ein Stock ist, legt man am besten einfach einen geraden Stock daneben. Zeig mit deinem Leben, deinen Worten und deinem Vorbild, was in der Welt schiefläuft. Leuchte als Licht in der Welt.

    Wir hatten vor vielen Jahren einen Mitarbeiter. Wir haben seine Arbeitszeiten angepasst und ihm eine Abendschule bezahlt. Der Kurs dauerte einen Monat und er sollte die Fähigkeiten lernen, die er für seinen Job brauchte. Nachdem er ungefähr dreimal dagewesen war, fragte ich ihn: „Wie läuft’s in der Schule?“ Er antwortete: „Ich habe abgebrochen.“ Ich dachte: „Wie bitte?! Wir zahlen dir die Schule. Wieso abgebrochen?“ Er sagte: „Na ja, der Lehrer hat geflucht. Ich setze mich doch nicht dahin und höre jemandem beim Fluchen zu.“

    Ich dachte nur: „Was erwartest du denn von ihm? Dass er eine christliche Buchhandlung eröffnet? Der Mann kennt vermutlich Jesus gar nicht und als du gegangen bist, hat vielleicht das einzige Licht den Raum verlassen.“ Später mussten wir den Mitarbeiter tatsächlich versetzen, weil er den Job nicht machen konnte, für den wir ihn eigentlich brauchten.

    Manchmal sagen Christen zu mir: „Bitte bete, dass ich einen anderen Job finde.“ Ich frage dann: „Warum? Verdienst du nicht genug?“ „Doch, die Bezahlung ist super, aber ich bin nur von Nichtchristen umgeben. Ich will einen Job, wo ich unter Christen bin.“ Nein. Leuchte als Licht „mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation“. Du bist das Licht in deiner Schule, deiner Nachbarschaft, an deinem Arbeitsplatz. Das finde ich stark. In Philipper 2,15 und16 heißt es:

    „. . . unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet! Haltet fest am Wort des Lebens, mir zum Ruhm für den Tag Christi, damit ich nicht vergeblich gelaufen bin oder mich umsonst abgemüht habe!“
    Er schreibt, wir sollen am Wort des Lebens festhalten. Man kann auch übersetzen: das Wort des Lebens „weiterreichen“. Beide Übersetzungen sind möglich: das Wort des Lebens „festhalten“ oder „weiterreichen“. Im klassischen Griechisch verwendet man diese Formulierung, wenn jemand ein Geschenk überreicht oder bei einem Festmahl einen Becher Wein anreicht. Also ja, wir sollen in dieser verkehrten und verwirrten Generation am Wort des Lebens festhalten, es aber auch anderen anbieten und weiterreichen. Unser Leben wie unsere Worte sollen verkündigen. Lasst uns das Wort des Lebens festhalten und die Botschaft der Rettung weiterreichen. Wir müssen jemandem von Jesus Christus erzählen.

    Als ich Jesus noch nicht kannte, hatte ich einen Freund. Er zog dann in den Nahen Osten und währenddessen habe ich mich Jesus zugewandt und erlebte eine radikale Wende. Mein Leben wurde auf den Kopf gestellt. Zwei Jahre später kam er zurück. Wir lebten hier in Kalifornien und er rief mich an. Er fragte: „Bayless, können wir uns treffen?“ Ich sagte: „Klar.“ Wir gingen in eine kleine Pizzeria und ich dachte die ganze Zeit: „Ich muss ihm von Jesus erzählen.“ Dann fing er an: „Ich habe gehört, du bist jetzt Christ.“ Ich sagte: „Ja, das stimmt. Ich habe mein Leben Jesus gegeben.“

    Wir aßen zu Mittag, und ich probierte, was ich „heimliche Evangelisation“ nenne. Ich habe im Gespräch immer wieder Andeutungen fallen gelassen. Ich habe eine Anspielung gemacht, einen Hinweis zum Glauben gegeben und mich wieder zurückgezogen. Aber ich habe das Thema nicht direkt ausgesprochen. Wir hatten eine gute Zeit, sind dann zurück zum Parkplatz gegangen und er hat gefragt: „Bayless, was muss ich tun, um gerettet zu werden?“ Damit hatte ich nicht gerechnet und mir wurde klar, dass ich alles getan hatte, nur nicht das Wort des Lebens weitergereicht. Ich hatte alles getan, außer ihm das Evangeliums zu erklären.

    Ich sagte: „Na ja, die Bibel sagt: ‹Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.› Er ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben. Wenn du glaubst, dass Gott ihn auferweckt hat, dann mach ihn zum Herrn über dein Leben.“ Und genau da, mitten auf dem Parkplatz sagte er: „Okay.“ Er breitete seine Arme aus und zwischen all den Leuten, die da rumliefen, sah er in den Himmel und sagte laut: „Ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass er am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist. Jesus, ich bekenne dich als meinen Herrn.“ Er wurde auf diesem Parkplatz gerettet. Aber das wäre nicht passiert, wenn er mich nicht gezwungen hätte, das Wort des Lebens weiterzureichen. Halte fest am Wort des Lebens, aber reiche es auch weiter. Festhalten bedeutet es umzusetzen. Weiterreichen bedeutet, anderen davon zu erzählen. Paulus schreibt: „damit ich nicht vergeblich gelaufen bin oder mich umsonst abgemüht habe!“

    Achte darauf: Dieser Vers greift etwas auf, worüber er schon oft gesprochen hat. „Haltet fest am Wort des Lebens, mir zum Ruhm für den Tag Christi, damit ich nicht vergeblich gelaufen bin oder mich umsonst abgemüht habe!“ Er spricht über den Tag Christi, also den Tag, an dem Jesus zurückkehrt. Alle Gläubigen werden vor seinem Richterstuhl stehen. Wir müssen uns verantworten. Nicht für unsere Errettung, die ist beschlossene Sache. Aber wir werden nach unseren Taten beurteilt, nach unserem Gehorsam gegenüber Jesus, danach, ob wir den Missionsauftrag erfüllt haben, nach unseren inneren Einstellungen und ob wir getan haben, was er uns aufgetragen hat.

    Paulus schreibt dann weiter in den Versen 17 und 18:

    „Doch wenn auch mein Leben dargebracht wird zusammen mit dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, freue ich mich und freue mich mit euch allen. Ebenso freut auch ihr euch und freut euch mit mir!“

    Für Paulus war die Gemeinde so kostbar, dass es sich lohnte, sein Leben dafür zu geben. Ich stimme ihm zu. Paulus schreibt: Wenn sein Leben im Einsatz für sie geopfert wird, sollen sie sich freuen. Schließlich hatte er in Philipper 1,21 geschrieben:

    „Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn.“

    Sein Leben im Dienst der Gemeinde einzusetzen, ist eine würdige Art, sein Leben zu verbringen. Jesus liebt die Gemeinde. Er hat sich selbst hingegeben, damit es überhaupt eine Gemeinde gibt. Die Gemeinde wird als seine Braut bezeichnet, und Jesus liebt seine Braut. Paulus schreibt davon, wie er sich um sie kümmert, und erwähnt einen jungen Mann namens Timotheus, der durch ihn zum Glauben gefunden hat. Davon gab es sicher viele, denn Paulus hat ja viele Gemeinden gegründet. Aber nur drei Personen im Neuen Testament bezeichnet Paulus als seine geistlichen „Söhne“: Titus, Timotheus und Onesimus. Timotheus ist einer seiner geistlichen Söhne. Lesen wir, was er in den Versen 19 und 20 über ihn schreibt:

    „Ich hoffe aber in Jesus, dem Herrn, Timotheus bald zu euch schicken zu können, damit auch ich ermutigt werde, wenn ich erfahre, wie es um euch steht. Denn ich habe keinen Gleichgesinnten, der so aufrichtig um eure Sache besorgt ist.“
    Ich erwähne diese Verse, weil sie wirklich wichtig sind. Timotheus war mit Paulus schon in Philippi gewesen. Die Philipper kennen ihn. Paulus hat volles Vertrauen in seinen geistlichen Sohn und schickt ihn zu ihnen, um herauszufinden, wie es ihnen geht, ob das, was er über sie hört, stimmt und wie es um ihren Glauben steht. Aber auch um ihnen geistlich zu dienen. Er schreibt: „Ich habe sonst keinen, der so aufrichtig um euch besorgt ist.“ Dieses Wort „aufrichtig“ bedeutet laut Bibelkommentator Matthew Henry „von Natur aus“ oder „was dem Wesen oder der Natur einer Person entspringt.“ Niemand ist von Natur aus so besorgt um euch. Uns allen scheint manches in die Wiege gelegt zu sein. Manches gehört zu unserer Veranlagung. Es fällt uns so leicht wie atmen. In Psalm 33,14 heißt es über Gott:

    „Von seinem Thronsitz schaut er nieder auf alle Bewohner der Erde.“

    Das allein ist schon der Wahnsinn. Gott sieht jeden einzelnen Menschen gleichzeitig. Er sieht mich, er kennt meine Gedanken und weiß schon, was ich sage, bevor ich es ausspreche. Er sieht mich. Er blickt tief in mein Inneres. Er sieht dich, er kennt dich und er liebt dich. Aber er sieht zugleich auch all die anderen Milliarden Menschen auf dem Planeten. Das ist unglaublich. Er schaut auf alle Bewohner der Erde. Psalm 33, Vers 15:

    „Der ihre Herzen gebildet hat, er achtet auf all ihre Taten.“

    Gott sieht also jeden, und er bildet ihre Herzen individuell. Und dann heißt es: „Er achtet auf all ihre Taten.“ Das bedeutet, dass unser Tun, unser Beruf, was wir mit unserem Leben machen, aus unserer individuellen Prägung fließen sollte. Das ist eine Überlegung wert. Gott hat dich nicht dazu berufen, dein ganzes Leben lang einen Job zu machen, den du hasst.
    Gott hat dich so gestrickt, dass du Freude an dem hast, wozu er dich beruft. Ich liebe das, was ich tue. Ich kann auch anderes – aber Pastor und Hirte zu sein und zu lehren ist das, wofür ich gemacht bin. Manches passt zu meiner inneren Veranlagung und mein Lebenswerk, das, was ich mit meinem Leben mache, ergibt sich ganz natürlich daraus. Darauf spielt Paulus an, wenn er über Timotheus sagt: „Es gibt sonst niemanden, der von Natur aus so um euch besorgt ist.“

    Mit anderen Worten: Da ist etwas in ihm, das es ihm ermöglicht, euch genau das zu geben, was ihr braucht. Laut Kapitel 1 im Philipperbrief werden die Philipper verfolgt und von ihren Gegnern angegriffen. Gott hat etwas in Timotheus hineingelegt, das ihn zum perfekten Kandidaten macht, um sie zu trösten und zu ermutigen. Du hast ganz eigene Begabungen und Veranlagungen. Ich denke da an meine Frau. Sie ist ganz anders als ich.

    Mir ist klar, dass Online-Dating heute eine große Sache ist. Wir leben in einer digitalisierten Welt und die Leute sind so unterwegs. Aber soweit ich das verstehe, versucht man beim Online-Dating jemanden zu finden, der einem ähnlich ist. Natürlich ist es wichtig, dass ihr beide denselben Jesus von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft liebt. Aber dann soll auch noch alles andere zusammenpassen: Er mag Natur, sie mag Natur. Er ist Morgenmensch, sie ist Morgenmensch. Er ist Vegetarier, sie ist Vegetarierin. Er isst gern Fleisch, sie isst gern Fleisch. Alles soll passen. Ich glaube, Janet und ich hätten uns auf diese Weise nie gefunden. Wir sind in vielen Punkten total gegensätzlich. Und ich kenne viele solcher Paare, aber sie ergänzen sich gegenseitig. Ich kann dir sagen: Gott hat Janet und mich zusammengebracht.

    Sie ist unglaublich detailorientiert. Sie liebt Besprechungen. Sie liebt es, zusammen alle Einzelheiten zu klären. Ich ertrage Besprechungen und halte mich wacker, aber mein Ding sind sie nicht. Ich entscheide lieber spontan aus dem Bauch heraus. Ich bin organisiert, wenn nötig, aber Janet und ich sind in dieser und vielerlei Hinsicht sehr verschieden. Gott gebraucht sie mit ihrer persönlichen Art und Begabung für bestimmte Aufgaben und das ist für unsere Gemeinde, unsere Ehe und unsere Familie ein großer Segen.

    Andererseits kann sie manches, was ich mache, nicht. Ich sehe Dinge auf eine andere Art als sie. Durch die Art, wie Gott mich gestrickt hat, kann er die Gemeinde, sein Haus, seine Familie segnen und ermutigen – aber auch meine eigene Familie, meine Freunde, meine Beziehungen. Ich kenne Leute, die sind für Gastfreundschaft geboren. Sie lieben das einfach. Es strömt ihnen aus jeder Pore. Die Bibel ruft uns alle dazu auf, gastfreundlich zu sein. Aber manche gehen einfach darin auf. Du betrittst ihr Haus und fühlst dich sofort willkommen.

    Ich möchte dich einfach ermutigen. Was dir leichtfällt, kann ein Indiz dafür sein, wie Gott durch dich anderen dienen und wie er seine Herrschaft ausbreiten will. Vielleicht willst du weiter darüber nachdenken und mit Gott darüber reden. Paulus fährt fort und schreibt in den Versen 20 und 21 etwas sehr Interessantes über Timotheus:

    „Denn ich habe keinen Gleichgesinnten, der so aufrichtig [oder von Natur aus] um eure Sache besorgt ist; denn alle suchen ihren Vorteil, nicht, was Jesu Christi ist.“

    Paulus schreibt: „Ich habe keinen Gleichgesinnten … denn alle suchen ihren eigenen Vorteil.“ Ich frage mich, ob das so ist wie bei König David, der in den Psalmen schreibt: „Ich sagte in meiner Bestürzung: Alle Menschen sind Lügner.“ Mit anderen Worten: Aus Frust habe ich gesagt, dass alle Lügner sind, aber es nicht so. Vielleicht ist das hier auch so: „Alle suchen ihren Vorteil.“ Er spricht hier von Dienern des Evangeliums. Vielleicht kommt es ihm im Vergleich zu Timotheus, der sich ganz für andere einsetzte, nur so vor, dass alle ihren Vorteil suchen.

    Aber Paulus schreibt es hier so. Ich denke, bevor wir zu schnell über andere urteilen, sollten wir unser eigenes Leben anschauen. Geht es uns um unsere Bequemlichkeit? Um unseren Wohlstand? Um das, was wir uns wünschen, noch bevor wir nach Jesus und seinem Reich fragen? Oder steht Jesus an erster Stelle? Seine Gemeinde, sein Plan, seine Ziele? Bevor wir eilig über andere urteilen: „Ach, die suchen ja nur ihren eigenen Vorteil“, sollten wir uns selbst mal ganz genau unter die Lupe nehmen, bevor wir hier aufspringen und andere schlechtmachen. Steht Jesus an erster Stelle in deinem Leben?

    Es gäbe noch viel dazu zu sagen. Ich bin nicht so weit gekommen, wie ich wollte, aber die Zeit ist um. Ich hoffe, du konntest heute etwas mitnehmen. Gottes Wort ist lebendig und kraftvoll. Es ist, wie der Schreiber des Hebräerbriefs sagte, „schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark.“

    Ihr Lieben, es ist so, wie jemand mal sagte: „Wenn ich die Bibel lese, merke ich, dass sie eigentlich mich liest.“ Hab eine leidenschaftliche Beziehung zu Gottes Buch. Ich möchte dich ermutigen, im Philipperbrief nachzulesen, was wir besprochen haben. Ich werde in einer anderen Sendung weitermachen. Wenn du magst, schreib mir gern eine Nachricht oder eine E-Mail. Ich würde sehr gern von dir hören. Ich weiß, manche schauen schon seit Jahren zu und haben durch die Sendungen Segen erlebt, aber haben sich noch nie gemeldet. Ich würde mich riesig freuen, von dir zu hören. Wenn du kein Englisch kannst, schreib uns gern in deiner Sprache und wir lassen es übersetzen. Ich bete, dass Gottes reiche Gegenwart dich immer umgibt. Gott segne dich.

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