Jesus – Herr über Körper, Seele und Geist
Du bist weit mehr als das, was man von außen sieht: ein einzigartiges Zusammenspiel aus Geist, Seele und Körper. In dieser Predigt über drei außergewöhnliche Geschichten aus Markus 5 zeigt Bayless Conley, dass Jesus der Herr über alle drei Bereiche deines Lebens ist. Jesus schenkt
– Freiheit für deine Seele von mentaler Belastung,
– Heilung für deinen Körper von Krankheit und
– neues Leben für deinen Geist, das bis in die Ewigkeit reicht.
Erlebe, dass keine Situation außerhalb der Reichweite von Gottes verändernder Kraft liegt!
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Hallo, wusstest du, dass mehr in dir steckt, als man von außen sieht? Du lebst in einem Körper. Von mir siehst du momentan nur meinen Körper. Aber ich bin hier drin. Ich bin ein geistliches Wesen, habe eine Seele und lebe in einem Körper. Genau darum geht es heute – und darum, dass Jesus in jedem Bereich deines Lebens wirken möchte. Ihm sind dein Geist, deine Seele und dein Körper wichtig. Diese Sendung wird dir gefallen.
Bevor wir zu Markus 5 kommen, möchte ich 1. Thessalonicher 5,23 und 24 vorlesen. Hört einfach zu. Dort heißt es:
„Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch. Er schütze euern Geist, eure Seele und euern Körper, damit sie unversehrt sind, wenn Jesus Christus, unser Herr, wiederkommt. Gott, der euch berufen hat, ist treu; er wird halten, was er versprochen hat.”
In einer Übersetzung heißt es: „Du kannst ihm vertrauen.“ In einer anderen: „Er hält sein Wort.“ Es geht darum, dass er dich bewahrt – Geist, Seele und Körper –, bis Jesus wiederkommt. Andere übersetzen sinngemäß: „Euer ganzes Wesen – Geist, Seele und Körper – soll unversehrt und gesund bleiben, bis Jesus zurückkommt.“ Du und ich bestehen aus drei Teilen: Wir sind Geist, wir haben eine Seele und wir leben in einem Körper.
Ich erwähne das, weil wir in Markus 5 drei Geschichten finden: eine über den Geist, eine über die Seele und eine über den Körper. Sie zeigen eindrücklich, wie Jesus in allen drei Bereichen Rettung bringt. Zuerst geht es um einen Besessenen. An ihm sehen wir, wie Jesus eine gequälte Seele befreit. Sein Denken, sein Wille und seine Gefühle waren von bösen Geistern beherrscht. Wir beginnen mit Markus 5, Verse 2 bis 8:
„Jesus war kaum aus dem Boot gestiegen, als ihm von den Grabhöhlen her ein Mann entgegenlief, der von einem bösen Geist besessen war. Dieser Mann lebte in den Höhlen und war selbst mit einer Kette von niemandem mehr zu halten. Jedes Mal, wenn man ihn in Fesseln legte – was oft geschah –, streifte er die Ketten von den Handgelenken und zerriss die Fußfesseln. Niemand war stark genug, ihn zu bändigen. Tag und Nacht war er in den Grabhöhlen und wanderte durch die umliegenden Hügel, schrie und schlug sich selbst mit Steinen. Der Mann entdeckte Jesus schon von Weitem. Er lief auf ihn zu, warf sich vor ihm nieder, stieß einen schrecklichen Schrei aus und rief: ,Was willst du von mir, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!’ Denn Jesus hatte schon dem Geist befohlen: ,Verlass diesen Mann, du böser Geist!’”
Im weiteren Verlauf erfahren wir, dass in dem Mann eine ganze Legion Dämonen war. Als Jesus die Geister austrieb, fuhren sie in eine Schweineherde an einem nahen Hang. Die ganze Herde stürzte den Abhang hinunter und ertrank im See. Wir steigen wieder ein in Markus 5, Verse 14 bis 17:
„Die Hirten flohen und erzählten in der Stadt und in der ganzen Gegend, was geschehen war. Da kamen die Menschen von überall herbeigelaufen, um es mit eigenen Augen zu sehen. Schon bald hatte sich eine große Menge um Jesus versammelt. Der Mann, der von Dämonen besessen gewesen war, saß ordentlich gekleidet da und war bei klarem Verstand. Als das die Leute sahen, bekamen sie Angst. Diejenigen, die miterlebt hatten, was mit dem Mann und den Schweinen geschehen war, erzählten es den anderen. Da baten sie Jesus fortzugehen und sie in Ruhe zu lassen.”Die Seele dieses Mannes war in der Gewalt der Finsternis und des Bösen und man hatte versucht, das Problem zu lösen, indem man ihm an Händen und Füßen Ketten anlegte. Aber Jesus wusste: Wahre Hilfe für ihn gibt es nur, wenn die Ketten seiner Seele gesprengt werden, die seine Seele fesseln. Niemand konnte das wilde Tier bändigen, zu dem er geworden war. Doch Jesus befreite ihn und gab ihm sein Leben zurück.
Dämonische Besessenheit ist real. Der Teufel will Menschen unter seine Herrschaft bringen, aber er kann nicht einfach gewaltsam in jemanden hineinfahren. Hätten wir die ganze Geschichte gelesen, wüsstet ihr: Die Dämonen konnten nicht einmal in Schweine eindringen. Wenn du durch das Blut von Jesus erkauft bist und Jesus liebst, brauchst du vor Besessenheit keine Angst zu haben.
Ein böser Geist gewinnt nur schrittweise Macht über einen Menschen. Wer sich mit Okkultem beschäftigt und sich über längere Zeit dunklen Einflüssen öffnet, kann irgendwann bedrängt werden. Oder wenn jemand dem Einfluss eines bösen Geistes nachgibt und Stück für Stück seinen Willen aufgibt, dann wird er irgendwann an denselben Punkt kommen wie dieser Mann. Selbst wenn der Teufel von jemandem nicht Besitz ergreifen kann, wird er ihn bedrängen – innerlich, gedanklich oder auf andere Weise. In Apostelgeschichte 10,38 heißt es:
„Und ihr wisst auch, dass Gott Jesus von Nazareth mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat. Er zog umher, tat Gutes und heilte alle, die vom Teufel bedrängt waren, denn Gott war mit ihm.”
Der Teufel bedrängt Menschen. In unserer Gemeinde war eine Frau, deren Geschichte mich überrascht hat. Wenn ich mich richtig erinnere, verließ sie zwei Jahre lang – oder mindestens über ein Jahr lang – nicht das Haus. Sie saß drinnen, mit zugezogenen Vorhängen im Dunkeln. Eine tiefe, dunkle Bedrückung hatte sich auf sie gelegt, sie regelrecht eingehüllt und ihr das Leben geraubt.
Aber dann machte sie etwas richtig: Sie begann, in der Bibel zu lesen. Sie las und las und las. Eines Tages beschloss sie: „Ich bleibe nicht länger zu Hause.“ Sie ging nach draußen und kam zu uns in die Gemeinde. Ich sage euch: Sie war eine echte Powerfrau und eine wandelnde Bibel. Sie war ein lebendiges Beispiel für Apostelgeschichte 20,32. Dort sagt Paulus:
„Und nun vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an – seiner Botschaft, die euch ermutigen und euch ein Erbe geben kann gemeinsam mit allen, die er für sich ausgesondert hat.”
„Ich vertraue euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das euch aufbauen und euch ein Erbe geben kann.“ Liebe Freunde, alles, was euch durch Jesus gehört, kommt durch sein Wort zu euch. Es führt euch in das Erbe hinein, das Gott für euch hat. Unterschätze nie die Kraft von Gottes Wort. Ich weiß: Manche, die zuhören, werden von dunklen Gedanken, Ängsten und Sorgen geplagt. Das ist fast ständig Thema. Solche dunklen Gedanken, solche Sorgen und Ängste haben wir alle. Sie klopfen an jede Tür. Aber wenn sie anklopfen, musst du nicht öffnen und sie hereinlassen.
Manche haben die Tür aber geöffnet. Sie haben die bedrückenden Gedanken und Ängste hereingebeten und jetzt sind sie wie Hausbesetzer, die man nicht mehr loswird. Wenn du seelisch leidest und du dich belastet fühlst, lass dir sagen: Jesus kann dich frei machen. Aber was er tut, tut er durch sein Wort. Psalm 107,20:
„Er sprach ein Wort, und sie wurden gesund – so rettete er sie an der Schwelle des Todes.”
In unserem Text kommen wir nun zu der Frau, die an Blutungen litt. An ihr sehen wir, wie Jesus einen kranken Körper wieder gesund macht. Im Lauf der Geschichte kommt Jaïrus, ein Synagogenvorsteher, zu Jesus, wirft sich vor ihm nieder und sagt: „Bitte komm. Meine kleine Tochter liegt im Sterben. Leg ihr die Hand auf; dann wird sie gesund und leben.“ Ohne Rückfrage macht Jesus sich mit ihm auf den Weg.
Aber eine riesige Menschenmenge drängt sich um Jesus. Im Griechischen steht hier: „Sie schieben ihn, stoßen ihn und drücken so stark gegen ihn, dass sie ihn fast erdrücken.“ So deutlich ist die Formulierung. Das muss nervenzehrend für Jaïrus gewesen sein: Seine Tochter lag im Sterben – aber solche Menschenmengen bewegen sich nicht schnell. Es dauerte viel länger, als ihm lieb war. Und jetzt wurde es, zumindest aus Sicht von Jaïrus, vielleicht sogar noch schlimmer. Wir lesen weiter in Markus 5, die Verse 25 bis 34:
„In der Menge war auch eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt. Sie hatte in dieser Zeit bei vielen Ärzten Schlimmes durchgemacht. Ihr ganzes Vermögen hatte sie eingebüßt, um sie zu bezahlen, ohne dass es ihr besser ging. Es war sogar schlimmer geworden. Diese Frau hatte von Jesus gehört. Sie kämpfte sich durch die Menge in seine Nähe und berührte den Saum seines Gewandes. Denn sie sagte sich: ,Wenn ich nur seine Kleider berühre, werde ich gesund.’ Und im selben Augenblick hörte die Blutung auf, und sie spürte, dass sie geheilt war! Jesus merkte sofort, dass eine heilende Kraft von ihm ausgegangen war. Er wandte sich um und fragte: ,Wer hat meine Kleider berührt?’ Seine Jünger sagten zu ihm: ,Die Menschen umdrängen dich von allen Seiten, wie kannst du da fragen: ›Wer hat mich berührt?‹?’ Aber er schaute weiter umher, um festzustellen, wer es gewesen war. Zitternd vor Angst trat die Frau auf ihn zu, denn sie wusste, was mit ihr geschehen war. Sie warf sich ihm zu Füßen und sagte ihm, was sie getan hatte. Und er sagte zu ihr: ,Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht. Geh in Frieden. Du bist geheilt.’”
Interessanterweise sagte sie immer wieder: „Wenn ich nur seine Kleider berühre, werde ich gesund.“ Im Griechischen steht das Verb in einer Form, die eine fortlaufende Handlung ausdrückt. Das heißt, sie sagte immer und immer wieder und wieder: „Wenn ich nur seine Kleider berühre, werde ich gesund.“ Nach Lukas 8,44 berührte sie ihn nicht nur beiläufig, sondern griff entschlossen nach dem Saum seines Gewandes, sie packte den unteren Rand. Und sie blieb nicht die Einzige. Hört euch Matthäus 14,35 und 36 an:
„Als die Menschen dieser Gegend Jesus erkannten, verbreitete sich dies sofort in der ganzen Umgebung. Schon bald brachten die Leute alle ihre Kranken zu ihm, damit er sie heilte. Die Kranken baten ihn, auch nur den Saum seiner Kleidung berühren zu dürfen. Und alle, die ihn berührten, wurden gesund.”
Warum wollten sie den Saum seines Gewandes berühren? Warum griff die Frau gezielt danach? Warum sagte sie nicht: „Wenn ich ihm nur in die Augen blicken könnte! Wenn ich nur sein Gesicht sehen könnte!“ Oder: „Wenn ich nur seine Hand berühren könnte! Ich habe gehört, dass er Menschen die Hände auflegt.“ Warum wollten sie alle ausgerechnet den Saum seines Gewandes berühren? Weil sie Juden waren und die Zusagen über den kommenden Messias auswendig kannten – besonders die Worte des letzten Propheten im Alten Testament: Maleachi. Im letzten Kapitel gab er eine Prophetie über den kommenden Messias weiter. In Maleachi 3,20 heißt es:
„Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit [– das ist eine Bezeichnung für den Messias –] aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln.”Das Wort, das hier mit „Flügeln“ wiedergegeben wird, ist dasselbe Wort, das im Alten Testament auch für den „Saum eines Gewandes“ steht. Anders gesagt: „Wenn die Sonne der Gerechtigkeit – der Messias – kommt, kommt er mit Heilung im Saum seines Gewandes.“ Andere Verse mit diesem Begriff sind 4. Mose 15,38 und 1. Samuel 24,4.
Als die Frau sagte: „Wenn ich nur seine Kleider berühre, wenn ich nur seine Kleider berühre“, musste sie sich auf alle viere begeben, um den Saum zu fassen. Woanders wäre Jesus leichter zu berühren gewesen. Doch sie bahnte sich den Weg durch die Menge und packte den Saum. Auch die Menschenmenge wollte einfach nur den Saum berühren – und alle wurden geheilt. Warum? Weil sie eine göttliche Zusage hatten.
Diese Frau hatte innerlich eine Zusage ergriffen. Sie sprach sie aus und richtete ihr Handeln danach aus. Herz, Worte und Handeln standen alle im Einklang mit dieser Zusage. Das ist ganzheitlicher Glaube. Herz, Worte und Handeln müssen im Einklang sein.
Wenn eines davon aus dem Takt gerät, reißt die Glaubensverbindung ab. Alles beginnt in unserem Herzen: Es muss von Gottes Wort erfüllt sein. Dann müssen unsere Worte damit übereinstimmen und auch unser Handeln.Vor vielen Jahren habe ich einmal an einem Sonntagabend über die Geschichte der Frau mit den Blutungen gepredigt. Eine Frau aus unserer Gemeinde hatte eine Freundin mitgebracht. Sie war Christin, hatte aber noch nie eine Predigt über Heilung gehört. Sie saß da und machte sich während der Predigt unzählige Notizen. Am Ende boten wir Gebet an.
Sie kam mit einem Zettel in der Hand nach vorn. Sie erzählte, dass sie alles aufgeschrieben hatte, wovon sie glaubte, dass Gott sie davon heilen würde. Alles stand auf diesem Zettel. Ich betete für sie und ging weiter zur nächsten Person. Ich nahm nichts Besonderes wahr. Aber entweder am Montag oder am Dienstag war ich im Büro und Kathy, meine damalige Assistentin, sagte: „Bayless, da ist diese Frau. Sie war gestern Abend im Gottesdienst. Die und die hat sie mitgebracht.“ Ich kannte die Frau, die sie mitgebracht hatte, und dachte: „Ach ja, die Frau mit dem Zettel in der Hand.“ Kathy sagte: „Sie möchte dich sprechen.“
Ich antwortete: „Wenn sie heute Nachmittag kommen kann, habe ich etwas Zeit.“ Sie kam und hatte den Zettel dabei. An die ersten beiden Punkte kann ich mich noch genau erinnern: Oben stand Diabetes, darunter eine Herzerkrankung und dann noch weitere Punkte. Sie sagte: „Bayless, ich musste dir das erzählen. Ich habe eine erbliche Diabeteserkrankung. Schon mein Großvater hatte sie. Bei ihm begann es mit blutenden Geschwüren an den Füßen. Sie heilten nie, sondern bluteten ständig. Man amputierte ihm erst einige Zehen, dann beide Füße und am Ende die Beine unterhalb der Knie. Er starb schließlich daran. Mein Vater hatte dasselbe: blutende Geschwüre zwischen den Zehen. Sie verschwanden nie. Erst nahm man ihm Zehen ab, später wurde ein Teil seiner Beine amputiert. Auch er starb daran.“
Sie erzählte: „Ich hatte seit Langem blutende Geschwüre an den Füßen. Jeden Tag, wenn ich nach Hause kam und die Strümpfe auszog, waren sie voller Blut. Nachts musste ich meine Füße verbinden, sonst waren morgens die Laken blutig. Nach dem Gottesdienst am Sonntag ging ich nach Hause und zog die Strümpfe aus. Auch diesmal waren sie voller Blut, aber anders: Alles war getrocknet. Ich wusch meine Füße ab, und die Geschwüre waren weg. Ich zog so fest ich konnte an meinem großen Zeh und an den anderen Zehen, um sie zum Bluten zu bringen – aber sie bluteten nicht. Jesus hat mich geheilt. Das wollte ich dir erzählen. Ich habe schon meinen Kardiologen angerufen und für diese Woche einen Termin vereinbart. Ich werde bei ihm gute Nachrichten zu meiner Herzerkrankung erhalten.“
Ihr Kardiologe sagte später: „Ich verstehe es nicht, aber alle Tests sind unauffällig. Ihr Herz schlägt wieder normal. Wie das passiert ist, weiß ich nicht.“
Als sie zum Gebet nach vorne gekommen war, hatte sie etwas gesagt, das ich nie vergessen habe. Ich fragte sie: „Bist du bereit, dass ich für dich bete?“ Sie sagte: „Ja. Wenn der Glaube dieser Frau sie gesund machen konnte, kann mein Glaube mich gesund machen.“ Gemeint war die Frau aus der Geschichte. Jesus hatte zu ihr gesagt: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht.“Gehen wir weiter in der Geschichte. Stellt euch Jaïrus vor. Er hat die ganze Zeit gewartet. Seine Tochter liegt im Sterben. Nur ganz langsam bewegt sich die Menge. Jetzt hält Jesus alles an und sagt: „Moment, jemand hat mich berührt. Wer war das?“ Dann führt er das Gespräch mit der Frau. Jaïrus steht daneben und denkt: „Bitte beeil dich. Bitte beeil dich. Bitte beeil dich.“ Dann kommen seine Leute und sagen: „Bemühe den Lehrer nicht länger. Deine Tochter ist tot.“
Jesus dreht sich zu Jaïrus um und sagt: „Hab keine Angst. Glaube nur.“ Sie gehen weiter zum Haus. Als Erstes wirft Jesus die professionellen Klageleute hinaus – Menschen, die fürs Weinen und Klagen bezahlt wurden. Dann lesen wir in Vers 41, dass er das Mädchen bei der Hand nimmt. Petrus, Jakobus, Johannes, Jaïrus und seine Frau gehen in den Raum, in dem die Leiche des Mädchens liegt. In Markus 5,41 bis 43 heißt es:
„Er nahm seine Hand und sagte zu ihm: ,Mädchen, ich befehle dir, steh auf!’ Sofort stand das Mädchen auf und ging umher; es war zwölf Jahre alt! Und alle waren sehr darüber erstaunt. Jesus befahl ihnen, niemandem zu erzählen, was geschehen war, und sagte, sie sollten ihr etwas zu essen geben.”
Jesus sprach zu ihr, als könnte sie ihn hören – weil sie es konnte. Bei Lukas heißt es: „Im gleichen Augenblick kehrte das Leben in sie zurück.“ Jakobus spricht davon, dass der Körper ohne Geist tot ist. Tod heißt: Geist und Körper sind getrennt.
Ihr Lieben, Jesus, der alle Seelen erschaffen hat, hat auch in diesem Bereich die Herrschaft. Wenn du einen geliebten Menschen verloren hast, der zum Herrn gehört, möchte ich dich ermutigen: Die Bibel sagt, dass Gläubige, die den Körper verlassen haben, zu Hause beim Herrn sind. Wenn ein geliebter Mensch, der Christ war, stirbt, trauern wir – aber nicht um ihn. Wir vermissen die Gemeinschaft, seine Berührung, seine lieben Worte und seine Nähe. Aber wir werden ihn wiedersehen.
Wenn wir diese und die ähnlichen Geschichten lesen, erkennen wir ein paar Zusammenhänge. Damit schließe ich. Erstens: Alle drei handeln von einer hoffnungslosen Lage. Den Besessenen konnte niemand bändigen. Ein hoffnungsloser Fall. Der Frau konnte kein Arzt helfen. Ein hoffnungsloser Fall. Für das Mädchen kam jede menschliche Hilfe zu spät; sie war gestorben. Ein hoffnungsloser Fall. Aber für Jesus ist nichts zu schwierig. Bei Gott ist alles möglich. Interessanterweise kamen in allen drei Geschichten die Menschen in ihrer Not zu Jesu Füßen. Alle kamen zu seinen Füßen. Denkt an den Besessenen. Das wirkt paradox, fast seltsam. In Vers 6 haben wir vorhin gelesen:
„Der Mann entdeckte Jesus schon von Weitem. Er lief auf ihn zu, warf sich vor ihm nieder …”
Das Wort „Anbetung“ bedeutet buchstäblich: sich niederwerfen und verehren. Als der Besessene Jesus sah, rannte er zu ihm, warf sich zu seinen Füßen nieder und verehrte ihn. Im nächsten Vers heißt es: Er …
„… stieß einen schrecklichen Schrei aus und rief: ,Was willst du von mir, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht!’”
Das wirkt fast widersprüchlich: „Was willst du von mir, Jesus? Willst du mich quälen?“ Und doch liegt er in Anbetung zu seinen Füßen. Wie passt das zusammen? Der beste Vergleich, den ich dafür gehört habe, ist dieser: Ein Mann sitzt spätabends vor seinem Computer. Seine Familie ist schon ins Bett gegangen, und er schaut sich Bilder an, die seine Seele vergiften und seine Ehe zerstören. Er schreit zu Gott um Hilfe – und klammert sich doch gleichzeitig an die Dämonen, die ihn in die Finsternis gelockt haben.
So zu Jesus zu kommen, ist sicher nicht ideal – aber besser, als gar nicht zu kommen. Wenn du dich darin wiedererkennst, komm zu seinen Füßen – auch unvollkommen. Selbst wenn du mit etwas kämpfst, das tief in deiner sündigen Natur sitzt oder deine Seele umschlungen hält, und du an dieser Sünde festhalten willst, aber gleichzeitig sagst: „Ich weiß, es ist falsch, Herr, hilf mir – aber ich will doch noch mal hinschauen …“ Komm zu seinen Füßen.
Die Frau mit den Blutungen kam auf allen vieren zu den Füßen von Jesus und berührte den Saum seines Gewandes. Jaïrus fiel Jesus zu Füßen und erlebte ein Wunder für seine Tochter, das sie vom Tod ins Leben zurückbrachte. Darin steckt ein Bild, über das ich kurz mit euch sprechen möchte. In Epheser 2,1 steht:„Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden.”
Geistlicher Tod bedeutet nicht, dass man aufhört zu existieren. Es heißt: von Gott und vom ewigen Leben abgeschnitten zu sein. Tote müssen zum Leben auferweckt werden.
Ihr wart tot in euren Sünden, aber er hat euch auferweckt. In 1. Johannes 3,14 heißt es:„Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben.”
Ich erzähle euch ein Erlebnis – und sage am Ende, warum. Damals war ich zum ersten Mal als Prediger in Australien, das ist wahrscheinlich fast 35 Jahre her. Ich predigte darüber, zu den Füßen von Jesus zu kommen, und nahm einige Beispiele aus diesem Kapitel. Das Neue Testament ist voll davon. Was immer du brauchst: Komm zu seinen Füßen. Am Ende des Gottesdienstes beteten wir für Menschen. Dann brachte ein Mann namens Michael, den ich da gerade erst kennengelernt hatte, einen „älteren Herrn” zu mir. Heute lache ich darüber: Damals hielt ich ihn für alt, aber sicher war er jünger, als ich heute bin. Ich muss also völlig daneben gelegen haben, denn ich bin ja noch nicht alt. Er war eher ein junger Mann, aber ich hielt ihn für alt. Michael sagte: „Er möchte, dass du für ihn betest.“ Ich sagte: „Okay. Was brauchst du, Bruder?“
Er hatte gerade eine sehr ernste Krebsdiagnose bekommen und sagte: „Ich möchte, dass du für mich betest, aber ich komme zu den Füßen von Jesus.“ Das hat mich tief berührt. Er hob die Hände und sagte: „Herr, ich komme zu deinen Füßen. Du bist mein Heiler. Ich demütige mich und komme zu deinen Füßen, Jesus.“ So betete er den Herrn an. Ich legte ihm die Hände auf und betete. Ein Jahr später predigte ich wieder in derselben Gemeinde. Ich sah Michael und fragte: „Der ältere Herr, den du damals zu mir gebracht hast – was ist aus ihm geworden?“ Er sagte: „Er war wieder beim Arzt. Keine Spur mehr von Krebs. Er ist vollständig geheilt.“ Deshalb erzähle ich euch diese Geschichte: So sollen wir zu seinen Füßen kommen.
Komme zu seinen Füßen. Innerlich. Da, wo du bist. Vielleicht sitzt du auf dem Sofa und hörst zu. Vielleicht hantierst du in der Küche und hörst mir zu, vielleicht bist du in einem Hotelzimmer. Komm in deinem Herzen einfach vor Gott und sage: „Herr, ich komme zu deinen Füßen.“ Dort findest du Heilung. Dort findest du Befreiung – an Geist, Seele und Körper. Bei den Füßen von Jesus. Wenn du zu ihm kommst und dich demütigst, wirst du erleben: Gott bewährt sich als Hilfe in der Not. Ich sage dir: Er liebt dich mehr, als du begreifen kannst. Der Herr liebt dich trotz deiner Fehler – trotz all der Male, in denen du es vermasselt hast. Er liebt dich. Und er ist für dich. Setz dein Vertrauen auf ihn.
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Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!
Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.
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