So betest du von Herzen – Philipperbrief
Stehst du vor einer schwierigen Situation und wünschst dir Veränderung? In dieser Sendung spricht Bayless Conley darüber, was ein Gebet so kraftvoll macht, dass sich Dinge wenden. Lass dich ermutigen, inständig zu beten und erwartungsvoll zu leben.
-
Hallo und danke, dass du heute dabei bist. Bevor wir in Gottes Wort einsteigen, möchte ich dich ermutigen. Jesus sagt: „Die Worte, die ich zu euch spreche, sind Geist und Leben.“ Im Johannesevangelium sagt er: „Wenn ihr in meinen Worten bleibt, seid ihr wahrhaftig meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit kennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“ In Psalm 107,20 steht:
„Er sprach ein Wort, und sie wurden gesund – so rettete er sie an der Schwelle des Todes.“
Ich möchte dir zusprechen: Wenn du Gottes Wort hörst, ist vieles möglich. Hast du eine Bibel? Dann nimm sie zur Hand. Schlag sie auf und lies die Texte mit. Wenn wir uns zusammen Gottes Wort anschauen, liegt darin die Kraft, dir Freiheit, Heilung und Rettung zu schenken. Denn sein Wort ist übernatürlich. Es lässt Glauben in den Herzen derer wachsen, die daran glauben. Wenn wir Gottes Wort glauben und ernst nehmen und danach handeln, wird etwas geschehen. In der Bibel steht: „Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen.“ Und „Glaube kommt durch Hören, das Hören aber durch die Verkündigung.“
Wir haben uns jetzt immer wieder einmal mit dem Philipperbrief beschäftigt. Paulus hat ihn im Gefängnis in Rom geschrieben. Er war dort an einen römischen Wachposten gekettet. Aber er hatte Freunde, die ihn besuchen durften. Ihnen diktierte er, was wir nun als Teil des Neuen Testaments kennen, zum Beispiel den Philipperbrief, der an die Gemeinde in Philippi überbracht wurde. Und es geschah viel Gutes, sogar dort im Gefängnis. Paulus erzählt, dass die gesamte Prätorianergarde die Botschaft von Christus hörte. Das war die Eliteeinheit von Rom. Militärisch und politisch hatte sie viel Macht. Und nun hörten sie alle das Evangelium. Paulus schreibt, dass einige gesehen haben, dass er in Ketten liegt und sich nicht einschüchtern lässt, nicht nachlässt und alles tut, was er in seiner Situation tun kann, um das Evangelium zu verbreiten. Und dadurch hätte viele Mut gefasst, das Evangelium zu verkünden. Leider erzählt er auch, dass zwar manche aus dem richtigen Antrieb und aus Liebe zu Gott und den Menschen heraus predigten, aber andere auch aus Ehrgeiz und Eigennutz.
Paulus schreibt: „Sie wollen mir meine Gefangenschaft noch schmerzhafter machen.
Doch ob ihre Beweggründe nun ehrlich sind oder nicht: die Botschaft von Christus – auf welche Weise auch immer – wird verkündet, und darüber freue ich mich.“ Die Wahrheit ist, Gott bestätigt sein Wort. Aber selbst wenn jemand schlicht und evangelistisch predigt und Menschen gerettet werden und Gott Gutes wirkt, dann bestätigt Gott damit nicht den Prediger. Sondern Gott bestätigt sein Wort. Er wacht über sein Wort, um es zu erfüllen.Wenn jemand aus falscher Motivation predigt – vielleicht, um bekannt zu werden oder weil er auf die Kollekte scharf ist –, aber eine wirklich biblisch fundierte, evangelistische Predigt hält und jemand zum Glauben kommt und gerettet wird, dann bestätigt Gott mit dieser Rettung und der Frucht nicht den Prediger. Sondern er bestätigt sein eigenes Wort, weil sein Wort wahr ist. Paulus beschloss, sich über jede Verkündigung zu freuen, unabhängig von den Hintergründen. Und nun kommen wir zu einer Stelle im ersten Kapitel, an der er erstaunliche Dinge sagt. In Vers 19 schreibt er:
„Denn ich weiß, dass am Ende von allem, was ich jetzt durchmache, meine Rettung stehen wird, weil ihr für mich betet und weil Jesus Christus mir durch seinen Geist beisteht.“
„Dass am Ende von allem, was ich durchmache, meine Rettung stehen wird.“ Er spricht hier von seiner Rettung aus dem Gefängnis. Hören wir uns den Vers in der Neues-Leben-Übersetzung an. Da heißt es:
„denn ich weiß, dass dies alles durch eure Gebete und durch die Hilfe des Heiligen Geistes zu meiner Befreiung führen wird.“
Ist das nicht großartig? Paulus glaubt, dass Gott ihnen durch die Hilfe des Heiligen Geistes alles geben wird, was sie brauchen, wenn sie dafür beten. Und er schreibt: „Ich werde gerettet. Ich werde aus dieser Gefangenschaft befreit werden.“ Er schreibt: „Es wird zu meiner Befreiung führen.“ Er spricht ganz konkret über seine Befreiung aus dem Gefängnis. „Durch euer Gebet und die Hilfe des Heiligen Geistes.“ Wenn wir beten, schickt uns Gott die Hilfe des Heiligen Geistes, um uns zu unterstützen, zu befreien und zu heilen. Und es ist interessant: Das Wort, das Paulus hier für „Gebet“ gebraucht, ist eine ganz bestimmte Art von Gebet. Er sagt: „Ich weiß, dass ich befreit werde. Ich werde freigelassen. Ich werde durch eure Gebete und durch das, was der Heilige Geist schenkt, Freiheit erlangen – durch die Hilfe des Heiligen Geistes.“ Wie gesagt: Das Wort für „Gebet“ ist sehr konkret. Es hat vier Merkmale.
Erstens: Es ist ein Gebet, das im Neuen Testament immer an Gott gerichtet ist. Vielleicht denkst du jetzt: „Ist doch klar. Alle Gebete sind an Gott gerichtet.“ Das stimmt. Aber es kommt auch vor, dass wir unsere Vollmacht in Christus gegen den Widersacher einsetzen. Im Jakobusbrief heißt es: „Ordnet euren Willen Gott unter! Widersteht dem Teufel, und er wird euch verlassen.“ Jesus sagt in Markus 16: „Diese Zeichen werden die begleiten, die glauben: Sie werden Kranken die Hände auflegen und sie heilen. Sie werden in meinem Namen Dämonen austreiben.“ Im Lukasevangelium sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Ich habe euch Vollmacht über den Feind gegeben. Nichts und niemand wird euch etwas anhaben können.“ Der Bibel zufolge gibt es Situationen, in denen wir unsere Vollmacht gegen die Taten des Feindes einsetzen. Aber das ist nicht das Gleiche wie mit Gott zu reden. Gott hat uns Vollmacht gegeben. In bestimmten Situationen sollen wir aufstehen und sie im Namen von Jesus gebrauchen. Der Teufel wird zurückweichen, wenn wir ihm widerstehen. Wir können im Namen von Jesus Dämonen austreiben. Aber darum geht es bei diesem Gebet nicht.
Es gibt Leute, die sich nur dafür interessieren. Sie wollen die Kräfte des Teufels binden. Für sie ist das Gebet. Aber man redet dabei mehr über den Teufel als mit Gott. Auch das hat seine Berechtigung. Aber es ist nicht das, worum es bei diesem Gebet geht. Paulus sagt: „Durch euer Gebet und durch die Hilfe des Heiligen Geistes werde ich befreit. Ich werde frei sein. Ich werde gerettet.“ Also erstens: Diese Art Gebet ist immer an Gott gerichtet.
Zweitens: Es ist ein inständiges, drängendes, Gebet, das von Herzen kommt. Es ist nicht zögerlich. In Jakobus 5,16 steht, dass ein solches Gebet große Macht hat und viel bewirken kann. Ein inständiges, drängendes, ernsthafte Gebet von Herzen.
Drittens: Es ist ein lautes Gebet. Es kommt von einem Wort, das „laut aussprechen“ bedeutet. Und dann viertens: Bei dieser Art Gebet geht es um eine konkrete Sache. Es ist ein Gebet, das wir beten, wenn wir etwas Bestimmtes brauchen. Dieses Gebet ist gezielt. Und es ist sehr konkret. Ein konkretes Gebet für seine Freilassung. Gott schickt auf ein solches Gebet hin die Hilfe des Heiligen Geistes. Paulus war sich dessen sicher. Er sagt: „Ich weiß, dass es zu meiner Rettung führen wird. Es wird damit enden, dass ich freigelassen werde.“ Also frage ich dich heute: Brauchst du gerade etwas Bestimmtes? Befindest du dich in einer Situation, die sich ändern muss? Paulus sagt: „Am Ende wird meine Rettung stehen.“ Und das Wort Rettung selbst ist sehr interessant. Im Griechischen steht hier wörtlich „von Bord gehen“. Darin steckt der Gedanke von einem Schiff, das anlegt, um die Passagiere aussteigen zu lassen oder die Fracht auszuladen.
Paulus sagt: „Am Ende werde ich freigelassen. Ich sehe am Horizont mein Schiff kommen. Es wird kommen und meine Freiheit wird von Bord gehen. Genau das wird geschehen.“ Vielleicht brauchst du etwas, das durch die Hilfe des Heiligen Geistes in dein Leben kommt. Vielleicht muss in deiner Situation etwas Gutes aus den reichen Schatzkammern des Himmels von Bord gehen und dir helfen. Vielleicht musst du aus einer Art Gefängnis befreit werden. Hör zu: Gott sendet seinen Geist auf dieses konkrete, eindringliche und laute Gebet hin, das im Namen von Jesus an ihn gerichtet wird. Paulus betet und sagt: „Ich weiß, dass ich gerettet werde, weil ihr für mich betet und weil mir der Geist von Jesus Hilfe schenkt.“ Und dann sagt er in Vers 20: „Ich erwarte und hoffe …“ Paulus tut also auch selbst etwas. Er sagt nicht nur: „Ich verlasse mich auf eure Gebete und weiß, dass der Heilige Geist alles tun wird, was nötig ist. Ich weiß, dass er mir hilft und dass Gott durch den Heiligen Geist senden wird, was nötig ist.“ Paulus sagt auch:
„Ich erwarte und hoffe sehr, dass ich nie etwas tun werde, dessen ich mich schämen müsste …“
Ich werde später noch mehr zu diesem Vers sagen. Aber erst einmal sagt Paulus hier: „Ich weiß, dass ihr ganz konkret für meine Freilassung gebetet habt. Ich weiß, dass der Heilige Geist etwas damit zu tun hat. Aber ich habe auch eine konkrete Erwartung. Ich tue also auch etwas. Ich glaube auch.“ Der Ausdruck „ich erwarte und hoffe“, den Paulus hier benutzt, ist im Griechischen ein Mix aus mehreren Wörtern. Es ist ein zusammengesetztes Wort und bedeutet wörtlich „mit erhobenem Kopf und gerecktem Hals Ausschau halten; aufmerksam beobachten; eine starke, beständige Erwartung haben“. Der Kopf ist also erhoben, der Hals gereckt, und du schaust aufmerksam nach vorn. Das bedeutet dieses Wort. Da gibt es keine Unsicherheit. Paulus sagt nicht: „Ich hoffe einfach, dass etwas passiert. Ich weiß es auch nicht, aber ich hoffe, dass Gott etwas tut.“ Nein. Das ist eine konkrete, ernsthafte, starke, beständige Erwartung. Paulus erwartet, dass das Schiff mit Gottes Befreiung kommt und dass seine Freiheit aus diesem Schiff steigt und ihn aus dem Gefängnis holt. Das ist es, was er so aufmerksam erwartet. Und er sagt: „Dass ich nie etwas tue, dessen ich mich schämen müsste.“ Lesen wir ab diesem Vers weiter. Vers 20:
„Ich erwarte und hoffe sehr, dass ich nie etwas tun werde, dessen ich mich schämen müsste, sondern dass ich immer – wie bisher auch – unerschrocken für Christus eintreten werde und durch mein Leben Christus in allem geehrt wird, ob ich nun lebe oder sterbe.“
Lass uns darüber nachdenken. Paulus sagt: „Ganz gleich, wie die Situation aussieht und wie meine Umstände sind, erwarte ich, dass Gott handelt. Ich werde nicht im Gefängnis bleiben und früher sterben als vorgesehen.“ Manche von euch geben ihre Erwartungen und Hoffnungen viel zu leicht auf. Es wird Zeit, dass du den Kopf hebst, nach deiner Gebetserhörung Ausschau hältst und erwartest, dass Gott etwas tut! Paulus sagt: „Dass ich mich nie schämen müsste.“ Und er sagt: „Ich bin bereit zu sterben und Jesus durch meinen Tod groß zu machen, genauso, wie ich bereit bin, zu leben und ihn durch mein Leben groß zu machen.“ Das Leben von Paulus war wie eine Lupe. Wenn andere sein Leben sahen, war es wie eine Lupe, die Jesus für sie groß machte. Es machte den Herrn für sie groß. Es ließ Jesus groß aussehen. Das sagt Paulus hier. „Ob ich lebe und Gott groß mache oder ihn mit meinem Tod groß mache – ich bin für beides bereit.“ Aber wenn wir weiterlesen, stellen wir fest, dass er wusste, dass sein Lauf noch nicht beendet war. Er war sicher, dass Gott ihn befreien würde. Deswegen sagt er: „Ich freue mich, zu leben, aber ich freue mich auch, zu sterben, wenn mein Lauf zu Ende ist.“ In Vers 21 sagt er:
„Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“
Leben heißt, mit Christus Gemeinschaft zu haben. Leben heißt, für Christus zu arbeiten. Leben heißt, etwas für Christus zu bewirken und an seinem Leben teilzuhaben. Doch Sterben ist ein Gewinn. Wir werden uns auch die Verse noch anschauen, die ich jetzt überspringe. Aber in Vers 23 sagt Paulus am Ende des Verses:
„… Ich sehne mich danach, zu sterben und bei Christus zu sein, denn das wäre bei Weitem das Beste.“
Es ist nicht nur ein bisschen besser, sondern: „Es ist bei Weitem das Beste.“ „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn. Es ist besser zu sterben und bei ihm zu sein.“ Wieder drückt Paulus das schön aus. Das griechische Wort für „sterben“ wird für jemanden verwendet, der „die Zeltpflöcke herauszieht, das Zelt zusammenpackt und mit seinem Lager weiterzieht“. Es kann auch dafür verwendet werden, „den Anker zu lichten und die Segel zu setzen“. Paulus sagt: „Ich sehne mich danach, aufzubrechen. Ich möchte so gern beim Herrn sein. Ich möchte den Anker lichten und in den Himmel segeln.“ Für Paulus ist der Tod nicht das Ende der Existenz, sondern nur ein Ortswechsel. „Ich breche mein Lager ab und ziehe von der Erde in den Himmel. Ich lichte den Anker aus meinem irdischen Leben und segle in den Himmel.“ Zu sterben und bei Christus zu sein, sagt er, ist nicht nur ein bisschen besser, sondern bei Weitem das Beste. Wer im Herrn stirbt, hat es besser. Er gewinnt dazu. „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn.“
Letzten Sonntag sprach ich nach dem Gottesdienst mit zwei Frauen, die ihren Mann verloren hatten. Als ich nach dem Gottesdienst draußen stand und alle begrüßte, sprach eine der Frauen mich an. Ein solcher Verlust bringt immer Schmerz und Trauer mit sich. Das ist unbestreitbar und es tat mir sehr leid für sie. Beide Frauen waren viele Jahre verheiratet gewesen und nun war der langjährige Partner fort. Das führt immer zu einer Leere. Es wäre unnatürlich, den Verstorbenen nicht zu vermissen und nicht zu trauern. Aber wir trauern nicht für die, die im Herrn gestorben sind. Für sie ist es besser. Die meisten Tränen vergießen wir wegen uns, wegen unseren Kindern und allen, die die Unterstützung, Freundschaft, Kameradschaft, Liebe und Beziehung vermissen, die uns mit dieser Person verbunden haben. Aber wir weinen nicht wegen der Person. „Christus ist mein Leben. Sterben ist mein Gewinn.“
Einmal bekam ich eine Postkarte von Freunden, die gerade auf Bora Bora Urlaub machten. Bora Bora ist der Inbegriff vom Paradies einer polynesischen Insel. Man nennt sie das Paradies der Südsee, herrlich. Ich bekam also ihre Karte aus Bora Bora und jetzt stell dir vor, ich hätte im Büro gesessen mit dieser wunderschöne Karte in der Hand und hätte mir vorgestellt, wo sie gerade waren. Dann hätte ich aus meinem Bürofenster geschaut und die Telefonmasten und den Verkehr gesehen. Ich hätte auf meinem Schreibtisch den Stapel mit Papieren gesehen, den ich durcharbeiten musste, worauf ich keine Lust hatte. Aber ich hätte meine Gedanken nicht von diesen armen Leuten auf Bora Bora abwenden können. Sie saßen dort an einem weißen Sandstrand, vermutlich mit einem kalten Getränk in der Hand. Die kühle Meeresbrise strich über sie hinweg. Sie mussten sich um nichts kümmern. Blickten über das kristallklare Wasser. Palmen wiegten sich sanft im Wind. Am Abend würden sie ein köstliches Essen genießen. Und dann würden sie ausschlafen. Die Armen!
Nein, natürlich saß ich an meinem Schreibtisch und dachte: „Oh diese ganzen Papiere. Und durch den Verkehr da draußen muss ich mich nachher quälen. Lieber wäre ich da, wo sie sind. Lieber hätte ich ihren Ausblick. Lieber würde ich hören, was sie hören: das leise Rauschen der Wellen, die gegen den Strand schlagen. Zu gerne würde ich erleben, was sie erleben.“ Ich bin zwar noch nicht bereit, in den Himmel zu gehen. Aber etwas in mir würde gern sehen, was die sehen, die schon dort sind. Ich würde gern die Engel singen hören und in diese Augen voller Liebe blicken, in die Augen von Jesus. Ich würde gern die Freude und Herrlichkeit von Gottes Gegenwart erleben und die himmlische Stadt sehen, die in der Offenbarung beschrieben wird.
Ich würde gern die Wesen sehen, die am Thron stehen. All das würde ich gern hören und sehen und erleben. Im Himmel zu sein, ist bei Weitem das Beste. Wir sollten nie für die traurig sein, die wir verloren haben und die in den Himmel gegangen sind. Für sie ist es ein Gewinn zu sterben und bei Christus zu sein. Und wo ist Jesus? Ist er im Fegefeuer? Nein. In der Bibel steht: „Wenn wir unseren Körper verlassen, sind wir beim Herrn.“ Im Jakobusbrief wird der körperliche Tod so beschrieben, dass der Geist den Körper verlässt. Das ist der Tod.
Der Geist ist dein wahres Ich. Paulus schreibt an die Korinther: „Ich bezwinge meinen Körper, damit er mir gehorcht und ich mich nicht selbst disqualifiziere.“ Wer ist das Ich, über das er hier spricht? Nicht sein Körper. Das Ich ist der Mensch darin. Ich bestimme über meinen Körper. Ich bin ein geistliches Wesen. Ich lebe in diesem Körper und blicke gerade durch die beiden Fenster auf eine Kamera. Du blickst durch deine beiden Fenster zu mir. Du hörst mir zu. Aber dein Körper, das bist nicht du. Das ist nur das Haus, in dem du lebst. Der körperliche Tod heißt, dass wir diesen Körper ablegen und in die Ewigkeit eintreten. Wir hören nicht auf zu existieren. In der Bibel steht: „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn. Wenn ich den Körper verlasse, gehe ich zum Herrn.“ In der Bibel steht nicht, dass Jesus im Fegefeuer ist. Das Fegefeuer ist nirgends in der Bibel zu finden. Vielleicht hat man dir beigebracht, daran zu glauben, aber es wird nirgends in der Bibel erwähnt. Das Fegefeuer gibt es nicht.
Jesus ist auch nicht in der Vorhölle. Manche wachsen in einem religiösen Umfeld auf, in dem man sagt, dass Kinder in eine Vorhölle kommen, wenn sie sterben. Aber in der Bibel ist nirgends von einer Vorhölle die Rede. In der Bibel steht, dass Jesus auf der rechten Seite des Vaters im Himmel sitzt. „Wenn wir den Körper verlassen, sind wir beim Herrn.“ Ich komme in die Gegenwart Gottes. Ich gehe in den Himmel. Wenn man stirbt, gibt es nur zwei Richtungen. Entweder geht es nach oben oder nach unten. Entweder kommt man zu Gott in den Himmel, oder man kommt an einen Ort namens Hölle. Und dorthin willst du nicht. Wenn du stirbst, wartest du nicht einfach irgendwo. Du bist bei Gott. Du bleibst nicht hier und geisterst durch Häuser oder schickst Botschaften an deine Liebsten. So etwas tun böse Geister. In der Bibel steht nichts davon, besonders nicht im Neuen Testament. Christus ist mein Leben, denn wenn wir sterben, kommen wir in den Himmel, um bei ihm zu sein. In den Versen 21-25 schreibt Paulus etwas ziemlich Beeindruckendes:
„Denn Christus ist mein Leben, aber noch besser wäre es, zu sterben und bei ihm zu sein. Doch wenn ich lebe, dann trägt meine Arbeit für Christus Früchte. Deshalb weiß ich wirklich nicht, was ich wählen soll. Ich fühle mich zwischen zwei Wünschen hin- und hergerissen: Ich sehne mich danach, zu sterben und bei Christus zu sein, denn das wäre bei Weitem das Beste. Doch für euch ist es besser, wenn ich lebe. Darauf vertraue ich und deshalb werde ich bei euch bleiben, damit ihr im Glauben wachst und erlebt, welche Freude der Glaube bringen kann.“
Ist dir aufgefallen, was wir gerade gelesen haben? Paulus sagt: „Wenn ich lebe, trägt meine Arbeit mehr Früchte. Aber ich bin hin- und hergerissen. Ich weiß nicht, was ich wählen soll.“ Moment. Wählen? Paulus, wovon redest du da? Du bist in einem römischen Gefängnis. Was für eine Wahl hast du denn? Wahrscheinlich wetzen sie gerade die Axt, um dir den Kopf abzuschlagen. Was soll das heißen, dass du nicht weißt, was du wählen sollst? Ob du bleibst oder in den Himmel gehst? Er sagt: „Ich sehne mich danach, zu sterben, den Anker zu lichten und in den Himmel zu segeln. Aber ich weiß, dass Gott noch nicht mit mir fertig ist. Es nützt mehr, wenn ich bleibe, sodass ich noch mehr unter euch erreichen kann.“ Das ist verrückt, wenn man sich das einmal überlegt. Er kann sich nicht entscheiden. Paulus bezeichnet sich kein einziges Mal als Gefangener Roms. Aber er bezeichnet sich sehr oft in der Bibel als Gefangener von Jesus. Paulus wusste, wer wirklich das Sagen hat. Und Rom war es nicht. Er sagt: „Ich werde freigelassen. Ich werde euch wiedersehen.“ Mach dir das mal klar. Die Verse 24-26:
„Doch für euch ist es besser, wenn ich lebe. Darauf vertraue ich und deshalb werde ich bei euch bleiben, damit ihr im Glauben wachst und erlebt, welche Freude der Glaube bringen kann. Wenn ich dann zu euch zurückkomme, werdet ihr sogar noch mehr Grund haben, stolz davon zu erzählen, was Christus Jesus für mich getan hat.“
„Wir werden uns wiedersehen.“ Wie kann er so etwas sagen? Wie schafft er das? Ich nenne euch vier Gründe. Und damit werde ich schließen. Erstens: Er konnte das sagen, weil er zu Jesus gehörte. Er war vollkommen hingegeben. In Philipper 1,1 bezeichnet er sich als Diener Christi. Zweitens: Er tat Gottes Willen. Wir lesen in Apostelgeschichte 23,11, dass Jesus ihm erschien und sagte: „Wie du hier in Jerusalem von mir erzählt hast, Paulus, so musst du auch in Rom von mir erzählen.“ Dass er in Rom war, gehörte zu Gottes Plan. Er wusste, dass er den Willen Gottes tat.
Drittens: Gott war noch nicht mit ihm fertig. Sein Lauf war noch nicht beendet. Er sollte noch mehr erreichen und das wusste er. Und viertens: Er glaubte. Er sagte: „Darauf vertraue ich.“ Darin steckt der griechische Wortstamm für Glauben. „Ich glaube. Ich bin innerlich überzeugt, dass ich freigelassen werde. Ihr betet. Der Heilige Geist wird helfen. Ich erwarte und hoffe, dass ich euch wiedersehe.“ Der Apostel Paulus war ein Mann des Glaubens. Ich habe noch so viel mehr zu sagen, aber meine Zeit ist zu Ende. Ich wünsche dir Gottes reichen Segen. Möge sein Wort in deinem Herzen lebendig werden.
-
Verpasse keine Sendung
Unser Service für dich: Wir schicken dir jede Woche eine E-Mail mit dem Link zur aktuellen Sendung.
Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!
Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.
Hol dir das Skript zur Predigt
Falls du außerdem regelmäßige Impulse von Bayless erhalten möchtest, gib hier bitte deine E-Mailadresse an. Aus technischen Gründen ist die Angabe auch nötig, wenn du nur das Skript möchtest.
Schreiben Sie einen Kommentar