So überwindest du Streit – Philipperbrief
Streit und Bitterkeit können mehr Schaden anrichten, als wir oft merken. Deshalb ist Bayless Conley überzeugt: Freundlichkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Stärke, die unser Herz weich hält. Entdecke in dieser Predigt einen geistlichen Gegenpol zum Streit, der dir hilft, Einheit zu leben.
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Hallo und herzlich willkommen. Wenn du eine Bibel hast, nimm sie gern zur Hand. Wir beschäftigen uns mit dem Philipperbrief und gehen diesen wunderbaren Text des Apostels Paulus Vers für Vers durch. Es heißt, dass jede Schrift von Gott eingegeben ist. Das bedeutet, auch dieser Brief wurde vom Heiligen Geist inspiriert und Gottes Leben steckt darin. Es gibt so viele wunderbare und praktische Themen zu entdecken.
Gestern Abend habe ich mich noch einmal damit beschäftigt. Ich saß an meinem Küchentisch und habe Philipper 3 und 4 durchgelesen und darüber nachgedacht, was ich heute sagen will. Gott hat mich selbst sehr durch diese Verse angesprochen. Da stecken ganz wichtige Punkte drin.
Gleich zu Anfang finden wir das Wort „daher“. Jemand hat einmal gesagt: „Wenn du in der Bibel auf ein ‚Daher‘ stößt, frag dich: Woher kommt das Daher?“ Es bezieht sich immer auf etwas, das vorher gesagt wurde. Philipper 4,1:
„Daher, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und mein Siegeskranz, steht in dieser Weise fest im Herrn, Geliebte!“
In Kapitel 3 hat Paulus über seinen Wunsch geschrieben, Gottes Auferstehungskraft in noch größerem Maß zu erleben. Er schreibt, dass er noch nicht am Ziel angekommen ist und es in seinem eigenen geistlichen Leben noch Raum für Wachstum gibt. Ich sag dir was: Wenn Paulus noch nicht am Ziel ist, dann bist du es auch nicht. Keiner von uns hat schon die volle Reife erreicht. Das dauert ein ganzes Leben.
Dann schreibt Paulus darüber, nach vorn zu schauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen, um Gottes Willen zu tun. Und dazu sind wir auch aufgerufen. Lassen wir die Vergangenheit hinter uns. Auch die Siege. Wir sind Gott dankbar dafür und feiern sie, aber wir machen unser Leben nicht daran fest. Und noch weniger lass wir uns von früheren Niederlagen zurückhalten. Wir lassen all das hinter uns und schauen auf das, was vor uns liegt.
Darüber hat Paulus geschrieben. Dann hat er vor Menschen gewarnt, die das Evangelium verzerren. Er schreibt von der Gefahr, die sie darstellen. Das gab es zu seiner Zeit, und das gibt es auf jeden Fall auch heutzutage. Er beendet das 3. Kapitel mit dem Versprechen, dass gläubige Christen leiblich auferstehen werden – nämlich dann, wenn Jesus wiederkommt.
Und hier in Kapitel 4 schreibt er: „Daher, meine lieben Freunde, steh fest im Herrn, denn Jesus kommt bald. Seid bereit, ihm zu begegnen. Bleibt treu und standhaft. Lasst euch nicht täuschen. Lasst euch nicht aufhalten. Lasst euch nicht ablenken, meine geliebten Freunde, nach denen ich mich sehne.“
Ich hoffe, du bist bereit, denn wir tauchen jetzt tief ins vierte Kapitel ein und aus meiner Sicht stecken da viele tiefe und wichtige Gedanken drin. Etliche Male ermahnt Paulus sie, die Einheit zu bewahren und Streit beiseitezulegen. Bisher hat er immer sehr allgemein darüber geschrieben.
Immer und immer und immer wieder schreibt er darüber und auch für uns ist das wichtig. Wenn Streit, Bitterkeit oder Groll Einzug in dein Leben halten, blockieren sie deinen Glauben. Sie zerstören Beziehungen. Sie stehen deiner Gottesbeziehung im Weg und hindern dich am Weiterkommen. Das ist, als würdest du dem Teufel ein Willkommensschild an deine Haustür hängen.
Im Jakobusbrief steht: „Wo Eifersucht und Streit herrschen, da gibt es böse Taten jeder Art.“ Sie öffnen allen möglichen schlechten Dingen die Tür, die wir vermeiden wollen. Lasst uns Streit wie eine giftige Schlange bekämpfen und ihn weder in unsere Häuser und Kirchen noch in unser Herz hineinlassen. Wie gesagt: Paulus erwähnt das mehrere Male in diesem Brief, aber bisher hat er es immer allgemein formuliert.
In Philipper 1,15 hat er geschrieben: „Einige predigen Christus aus Neid und Streit.“ Ganz allgemein: „Einige“. In Philipper 1,27 schreibt er an die ganze Gemeinde: „Haltet im Geist fest zusammen.“ In Philipper 2,2-3 schreibt er:
„… dass ihr dieselbe Gesinnung … habt [und] nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut.“
So formuliert es die Elberfelder Bibel. Auch hier wieder: sehr allgemein, an die gesamte Gemeinde gerichtet. In Philipper 2,14 schreibt er: „Tut alles ohne Murren und Zweifel.“ Auch das richtet er an die gesamte Gemeinde.
Stell dir vor, der Brief wird in der Gemeinde vorgelesen. Alle hören zu und denken: „Ja, genau, darauf müssen wir wirklich achten. Ja, das gilt für uns alle. Ja, stimmt.“ Der Brief wird weiter vorgelesen und dann verlässt Paulus plötzlich die allgemeine Ebene und spricht einige Personen, die miteinander Streit hatten, direkt mit Namen an. Im nächsten Vers, Philipper 4,2, schreibt Paulus:
„Die Evodia ermahne ich, und die Syntyche ermahne ich, dieselbe Gesinnung zu haben im Herrn!“
In Vers 3 geht es weiter:
„Ja, ich bitte auch dich, mein rechter Gefährte …“
Man könnte hier auch übersetzen: „Mein wahrer Jochgenosse“. Ich sage gleich noch etwas dazu.
„…stehe ihnen bei, die in dem Evangelium zusammen mit mir gekämpft haben, auch mit Klemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens sind.“
Paulus sagt also: „Ich ermahne Evodia und ich ermahne Syntyche, einmütig zu sein im Herrn.“ Diese zwei Frauen in der Gemeinde hatten sich zerstritten. Sie hielten nicht mehr zusammen. Sie hatten nicht mehr dieselbe Gesinnung. Dann schreibt Paulus: „Mein Jochgenosse, mein Gefährte.“ Sicher meint er damit den Pastor der Gemeinde.
Das Wort für „Gefährte“ bedeutet im Griechischen wörtlich: „einer, der gut in einem Doppeljoch mitzieht“. Stell dir zwei Ochsen vor, die nebeneinander eingespannt sind mit einem Holzbalken auf dem Nacken, einem Joch. Ein Jochgenosse ist jemand, der gut in diesem gemeinsamen Gespann arbeiten kann. Er reißt nicht ständig am Geschirr und will in eine andere Richtung zerren.
Es ist jemand, der weiß, wie man in Einheit unterwegs ist und gemeinsam etwas erreicht. Genau das taten Ochsen. Sie wurden zusammen eingespannt, um ein Feld zu pflügen. Aber wenn ein Tier kein guter Jochgenosse war, kein guter Gefährte, sondern immer rebellierte und in eine andere Richtung zog als das andere Tier, dann kam man nicht weit. Und das gilt auch für eine Gemeinde. Wenn Streit herrscht, erreicht man nicht viel. Aber wenn die Leute harmonisch zusammenarbeiten, dann kann der Boden gepflügt und die Saat des Evangeliums ausgebracht werden und wir können das Ergebnis ernten.
Evodia und Syntyche arbeiteten nicht gut zusammen. Sie zogen in unterschiedliche Richtungen. Und wer konnte ihnen besser helfen als jemand, der wusste, wie man Einheit bewahrt? Also wendet sich Paulus vermutlich an den Pastor und schreibt: „Treuer Gefährte, Jochgenosse, stehe ihnen bei“. Im Griechischen steht hier ein zusammengesetztes Wort. Der erste Teil davon bedeutet „etwas vervollständigen oder vereinen“. Und der zweite Teil heißt „etwas packen, festhalten oder ergreifen“.
Er sagt also: „Pack sie, bring sie dazu, mit dem Streiten aufzuhören und führe sie wieder zusammen.“ Paulus tut das auf sehr freundliche Weise. Er erwähnt, dass sie mit ihm und Klemens und anderen, die „im Buch des Lebens stehen“, also anderen Christen, zusammengearbeitet haben
Diese beiden Frauen hatten also eine gewisse Stellung in der Gemeinde. Sie waren so bekannt in der Gemeinde, dass ihr Verhalten Paulus zu Ohren gekommen war. Die Gemeinde wusste, dass sie sich für Gott eingesetzt hatten. Sie hatten also gewissen Führungsrollen in der Gemeinde.
Paulus schreibt: Sie haben „zusammen mit mir gekämpft.“ Paulus korrigiert sie also, aber er lobt sie auch und erinnert sie daran, wer sie früher gewesen waren. Das finde ich sehr schön. Er putzt sie nicht einfach herunter, sondern er lobt sie auch.
Das erinnert mich an Jesus nach seiner Auferstehung. Petrus und die anderen Jünger haben den Mut verloren. Petrus sagt: „Ich gehe fischen.“ Im Griechischen sagt er: „Ich gehe fischen und werde weiterhin fischen.“ Es steht in einer Verlaufsform. Er will alles aufgeben und wieder Fischer werden. Und die anderen Jünger sagen: „Wir kommen mit.“
Petrus ist also aus dem geistlichen Dienst ausgestiegen. Die Auferstehung ist schon geschehen. Sie sind draußen auf dem See, fischen die ganze Nacht, aber fangen nichts. Jesus steht am Ufer und ruft: „Kinder, habt ihr nichts gefangen?“ – „Nein.“ Er sagt: „Werft das Netz auf der anderen Seite aus.“ Als sie es tun, fangen sie 153 große Fische.
Einer von ihnen sagt zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Und Petrus, impulsiv wie er ist, springt ins Wasser und schwimmt zum Ufer. Jesus hat schon ein Feuer angezündet. Sie ziehen das Netz mit den 153 Fischen an Land. Jesus sagt ihnen, sie sollen sich setzen und bietet ihnen Brot und Fisch an.
Dann sagt er zu Petrus: „Petrus, liebst du mich?“ – „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Jesus sagt: „Weide meine Schafe.“ Und er fragt wieder: „Petrus, liebst du mich?“ Wir kennen die Geschichte. Petrus hatte gesagt: „Ich gehe wieder fischen. Mir reicht’s. Ich hab den Mut verloren. Ich hab den Herrn nicht gesehen.“ Vorher hatte Jesus ihnen gesagt: „Geht zurück nach Galiläa. Ich werde euch vorausgehen.“ Er war schon da und wartete auf sie. Aber er hatte sich ihnen noch nicht gezeigt. Petrus war enttäuscht, weil sie ankamen und Jesus nicht da war, und er gab einfach auf. Die Sache ist die: Ja, Jesus staucht Petrus zusammen und weist ihn zurecht. Petrus fühlt sich danach ziemlich klein. Aber das ist notwendig. Doch vorher hatte er gesehen, dass die Jünger durchnässt und entmutigt waren, dass sie froren und Hunger hatten.
Also hatte er für sie ein Feuer angezündet, sodass sie sich aufwärmen konnten, und hatte ihnen etwas zu essen gemacht. Und erst dann kam die Kritik. Wenn du eine Person korrigieren musst, dann mach ihr erstmal ein Sandwich. Brühe ihr eine schöne Tasse Tee auf. Und dann bring deine Kritik an.
In unserem Text weist Paulus die beiden Frauen zurecht und es wird vor der ganzen Gemeinde vorgelesen. Die beiden Frauen sind sich nicht einig. Sie zerren in verschiedene Richtungen. Sie haben Streit in ihr Leben gelassen. Paulus muss sie deswegen zurechtweisen. Aber er schreibt auch: „Sie haben im Evangelium zusammen mit mir gekämpft.“
Er weist sie also zurecht und lobt sie zugleich für ihren Einsatz. Das ist eine wichtige Einsicht. Liebe Eltern, manchmal müsst ihr eure Kinder korrigieren und ihr seid ständig hinter ihnen her. Aber erinnert sie auch an ihre guten Seiten. Wenn du Chef oder Abteilungsleiter bist: Denk ebenfalls an dieses Prinzip. Wenn es etwas Gutes zu sagen gibt, sprich es bei aller Kritik genauso an.
Paulus weist die Frauen also vor der ganzen Gemeinde zurecht. Das ist ein Gedanke, der aufrüttelt. Wir wissen nur wenig über Evodia und Syntyche. Was wir aber wissen, ist, dass sie sich gestritten haben.
Stell dir mal vor, man würde dein Leben in einem Satz zusammenfassen. Wie würde der lauten? Wenn du wegen einer Sache in die Geschichte eingehen würdest, wenn man eins über dich sagen könnte, einen herausragenden Fakt in der Gemeinde – welcher wäre das? Dass du dich immer beschwert, weil der Pastor zu lange predigt? Dass du im Kindergottesdienst für Streit gesorgt hast? Dass du immer zu spät zum Gottesdienst gekommen bist? Was wäre der eine Fakt? Wenn du in die Geschichte eingehen würdest, weil jemand einen Punkt aufschreibt, den man über dich im Gemeindekontext weiß, welcher wäre das? Lesen wir weiter, die Verse 4 und 5:
„Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch! Eure Milde soll allen Menschen bekannt werden; der Herr ist nahe.“
Freut euch im Herrn allezeit. Freut euch immer im Herrn. Wer sich freut, hat keine Zeit zum Streiten. Wenn wir in einer ständigen Beziehung mit Jesus leben, wollen wir gar keinen Konflikt mit einem Gemeindemitglied anzetteln oder mit dem Ehepartner diskutieren. In Vers 5 schreibt Paulus: „Eure Milde soll bekannt werden.“ Eine andere Übersetzungen formuliert: „Lasst alle sehen, dass ihr herzlich und freundlich seid.“ Und in noch einer anderen: „Verhaltet euch so, dass alle Menschen erkennen, wie liebevoll ihr mit anderen umgeht!“
Das ist eine Anspielung auf die Uneinigkeit und den Streit, über den er vorher gesprochen hat. „Lass alle sehen, dass ihr herzlich und freundlich seid.“ Manche sind so eigensinnig, dass sie nie auch nur ein bisschen von ihrer Meinung abrücken würden. Sie sind unnachgiebig, und damit verursachen sie Streit. Natürlich müssen wir in wichtigen Fragen und bei unverrückbaren Wahrheiten streng bleiben. Aber selbst dann sollen wir die Wahrheit in Liebe sagen. Sie muss in Liebe verpackt sein.
Es gibt kleinere Punkte, auf die es nicht wirklich ankommt. Aber manche können auch bei solchen kleinen Punkten, bei denen Raum für verschiedene Ansichten wäre, unglaublich stur sein. Sie sind so festgefahren in ihrer Meinung, dass es sie nicht kümmert, wenn sie alles um sich zum Einsturz bringen. Sie sind eigensinnig und sorgen überall für Streit.
Manche müssen bei den unwichtigen Punkten unbedingt entspannter werden und lernen, besser mit anderen zurechtzukommen. Manchmal findet man später nämlich heraus, dass die eigene Position gar nicht die beste war. Oder dass man etwas auch aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann. Es ist wichtig, die Einheit in der Gemeinde zu bewahren.
Paulus schreibt: „Der Herr ist nahe.“ Wir haben keine Zeit für Unsinn und kleinliche Streitereien, denn der Herr kommt bald. Und wenn Jesus kommt, ihr Lieben, dann kommt er als Richter. In der Bibel steht: Wenn wir anderen gegenüber nicht barmherzig waren und Verständnis gezeigt haben, dann werden wir genauso beurteilt werden.
In Jakobus 5,9 heißt es: „Der Richter steht schon vor der Tür!“ Manche sagen: „Er ist seit 2000 Jahren nicht zurückgekommen. Ich mache mir nicht allzu viele Gedanken um sein Wiederkommen.“ Er wird wie ein Dieb in der Nacht kommen. Mit anderen Worten: dann, wenn wir es nicht erwarten.
In diesem Moment, in dem ich das hier aufnehme, sind meine Frau und ich seit 44 Jahren verheiratet. Es kommt nicht oft vor, dass Janet und ich uns streiten. Ab und zu passiert es, aber es tut uns immer schnell leid. Und wir wissen, wie wichtig es ist, liebevoll miteinander zu leben. Aber meine Frau ist ziemlich eigensinnig, und ich selbst bin auch ziemlich eigensinnig. Wir haben gelernt, über alles zu reden, wir haben gelernt, eine Einheit zu bleiben, und wir sind immer besser darin geworden. Es ist ein Segen, mit einer so wunderbaren Frau Gottes verheiratet zu sein.
Aber ich erinnere mich noch, dass wir einmal in einem Einkaufszentrum waren, das muss 38 Jahre her sein. Ich weiß nicht mehr, worum es ging, aber wir fingen an zu diskutieren. Es war kein großer Streit, aber wir blieben beide ziemlich stur und es gab einen ziemlichen Wortwechsel, während die Leute in diesem Einkaufszentrum an uns vorbeiliefen. Ich weiß wirklich nicht mehr, worum es dabei ging.
Während Janet und ich uns stritten, kamen auf einmal ein paar Teenager auf uns zu. „Hallo Pastor, hallo Janet!“ Es waren Teenager aus unserer Gemeinde, die uns da mitten in unserem Streit begrüßten. Es war mir so unangenehm. Wir ließen den Streit schnell fallen, redeten mit ihnen und sie gingen ihres Weges. Dann schauten wir uns an: „Ups, das war gar nicht gut.“ Denn das Letzte, das man will, ist, von jungen Leuten aus der Gemeinde dabei erwischt zu werden, wie man stur ist und seiner Frau gegenüber ein bisschen lauter wird.
Ich will nicht, dass Jesus in meinem Herzen Bitterkeit findet, wenn er wiederkommt. Ich weiß, dass mir jemand gerade besonders gut zuhört. Ja, du hast Unrecht erlebt und ich sage nicht, dass deine Position falsch war. Aber du hast Bitterkeit und Schmerz in dein Leben hineingelassen und du hast nicht vergeben.
Willst du, dass Jesus dich so antrifft, wenn er wiederkommt? Der Herr kommt bald. Sei bereit umzukehren und zu vergeben. Bewahre dir ein offenes Herz. Manchmal denken wir: „Wenn ich dieser Person vergebe, dann lasse ich sie einfach so davonkommen.“ Ja, du lässt jemanden davonkommen, wenn du vergibst. Aber die Person, die hier freigelassen wird, bist du selbst. Du bist der einzige Gefangene hier. Den anderen tust du nicht weh, wenn du an deiner Unversöhnlichkeit festhältst. Es lohnt sich einfach nicht.
Paulus schreibt hier also an die Philipper über Streit und wie wichtig es ist, in Einheit unterwegs zu sein. Er ermutigt den Pastor, den Frauen zu helfen. „Pastor, du weißt, wie man Einheit lebt. Also hilf ihnen. Der Herr kommt bald.“ Und er schreibt an die ganze Gemeinde: „Lasst alle sehen, wie herzlich und freundlich ihr seid. Über jemanden, mit dem man gut zurechtkommt, sagt man auf spanisch: „Muy simpático.“ Aber es gibt auch Menschen, die nicht simpático sind. Sie sind antipático. Es ist schwer, mit ihnen auszukommen. Ich hoffe nicht, dass du so jemand bist. Ich hoffe, man kommt gut mit dir klar, du strahlst Freundlichkeit und Güte aus, man ist gern in deiner Nähe und du trägst diese Ausstrahlung in deine Gemeinde.
Schauen wir uns die Verse weiter an. Da steckt so viel drin. In Vers 6 heißt es: „Seid um nichts besorgt.“ Also: Sorge dich ums nichts. Weder um die Zukunft noch um deine Gesundheit noch darum, wie du dein Auto abbezahlen sollst. Nicht um deine Kinder, nicht um deine Arbeit, nicht um die Endzeit, nicht um den derzeitigen US-Präsidenten, nicht um die NATO, nicht darum, was in den USA passiert, nicht darum, was dein Nachbar zu dir gesagt hat oder was aus deiner Rente wird.
„Seid um nichts besorgt, sondern in allem …“
– also immer, jederzeit, in jeder Situation, zu jeder Stunde, in allem –
„… sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.“
Mach dir keine Sorgen. Sprich mit Gott darüber. Hab keine Angst. Rede mit Gott darüber. Und dann gibt er uns eine Zusage. Philipper 4,7:
„Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.“
Ich will in der restlichen Zeit über diese Verse sprechen, aber das wird nicht einmal reichen, um an der Oberfläche zu kratzen von dem, was hier alles drinsteckt. Das ist so umfassend und so wichtig.
Wenn er schreibt: „Seid um nichts besorgt“, finden wir im Griechischen eine Konstruktion, die auf Sorgen als Gewohnheit hindeutet. Auf Sorgen als Lebensstil. Paulus schreibt: „Hört auf damit, euch gewohnheitsmäßig Sorgen zu machen.“Für manche ist das der Normalzustand. Wenn sie etwas hören, das nicht ganz optimal gelaufen ist, oder wenn sie unsicher sind, rutschen sie automatisch in den Sorgen- und Angstmodus. Ich sage dir eins: Das raubt dir jedes Mal etwas. Sorgen rauben dir die Lebensqualität, die Gott für dich vorgesehen hat. Sie können Krankheiten und Depressionen die Tür öffnen. Sorgen sind nicht gut.
In Markus 4 sagt Jesus: „Wenn der Same auf den Boden fällt, kommt gleich der Satan und nimmt alles wieder weg.“ Dann beschreibt er drei verschiedene Werkzeuge, die der Teufel nutzt, um Gottes Wort aus den Herzen der Menschen wieder herauszureißen. Das erste Werkzeug, das Jesus dabei nennt, sind Sorgen und Ängste. Damit reißt der Teufel das Wort heraus, damit die Menschen keine Frucht bringen und nicht erleben, was Gott ihnen versprochen hat.
Sorgen kommen vom Teufel. Ja, ich kann ein Anliegen haben, das in Gottes Sinne ist, und um jemanden besorgt sein. Aber ich darf mich nicht von Sorgen beherrschen lassen. Vielleicht beschäftigt mich die Einstellung von jemandem oder welchen Weg jemand einschlägt. Dafür kann ich beten. Ich liebe die Person, deshalb bewegt mich das. Aber ich lasse mich deswegen nicht von Angst und Depressionen beherrschen. Das hat in meinem Leben keinen Platz – und du solltest es auch so halten.
Paulus schreibt: „Seid um nichts besorgt.“ Interessanterweise sind manche Christen sehr gesetzlich darin. Wenn sich ein anderer Christ eine Zigarette anzündet, sagen sie: „Wie schlimm, dass der raucht.“ Ja, Rauchen ist nicht gut. Unser Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes und wir sollen ihn nicht vergiften. Ja. Aber Sorgen sind viel schlimmer. Und manche, die andere dafür kritisieren, weil sie rauchen oder trinken oder irgendwas anderes tun, machen sich ständig Sorgen. Das öffnet viel Schlimmerem die Tür.
Ich hätte gern mehr Zeit, um noch mehr dazu zu sagen, aber die habe ich leider nicht. Es gibt einen Weg, um Sorgen loszuwerden. Sieh dir daher auch die nächste Sendung an. Ich bete, dass dein Herz hell erleuchtet wird, damit du die wunderbare Zukunft, zu der er dich berufen hat, begreifst und erkennst, welch reiches und herrliches Erbe er den Gläubigen geschenkt hat. Ich bete, dass du erkennst, wie übermächtig groß seine Kraft ist, mit der er in dir als Christ wirkt. Gott liebt dich. Und er will dir helfen. Bis bald!
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Verpasse keine Sendung
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Über 40 Jahre – Gott ist treu und wir haben noch viel vor
Im Oktober 1979 wohnte ich in einer kleinen Wohnung in Broken Arrow in Oklahoma. In einem stillen Moment vor Gott sprach der Heilige Geist zu mir und sagte: „Du wirst das Wort Gottes im Fernsehen verkündigen.“ Das schrieb ich mir damals auf eine kleine Karteikarte – und habe sie bis heute.
Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!
Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.
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