Wenn Gott sagt: Geh los!
Warum laufen wir manchmal vor den wichtigsten Aufgaben unseres Lebens davon? Einen solchen Moment erlebte auch der biblische Prophet Jona. Bayless Conley zeigt, warum Jonas Flucht bis heute erstaunlich aktuell ist und was sie über unsere eigenen Entscheidungen verrät. Entdecke, warum Gott dich einlädt, aufzustehen und ihm zu vertrauen.
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Hallo, schön, dass du zuschaust. Heute starte ich mit einem Thema, das uns eine Weile begleiten wird und ich möchte dir ans Herz legen: Verpasse keine einzige Folge. Es geht um den Propheten Jona und seine Geschichte im Alten Testament. Dafür beginnen wir natürlich in 2. Könige 14,25. Vielleicht denkst du jetzt: „Wie bitte?“ Doch, wirklich. Ich lese die Stelle mal vor. Es geht hier um Jerobeam, den König von Israel, und wir lesen Folgendes:
„Jerobeam gewann Israels Gebiete zwischen Hamat und dem Salzmeer zurück, wie der Herr, der Gott Israels, es durch seinen Diener Jona, den Sohn Amittais, den Propheten aus Gat-Hefer, vorausgesagt hatte.“
Jona hatte etwas vorausgesagt und es war eingetreten. Interessanterweise ist das die einzige Stelle, in der Jona sonst noch im Alten Testament erwähnt wird. Das war in der Regierungszeit von Jerobeam II., zwischen 793 und 753 vor Christus.
Jona könnte die Ereignisse auch eine Weile vorher prophezeit haben, aber möglicherweise auch genau in diesen Jahren. Auf jeden Fall war es ungefähr die Zeit, in der Jona lebte. Er stammte aus Gat-Hefer in Galiläa, nur ein paar Kilometer nördlich von Nazareth. „Jona“ bedeutet „Taube“, und „Amittai“ bedeutet „Wahrheit“.
Im Laufe der Jahrhunderte ist viel über Jona diskutiert worden. Aber wir sehen hier im 2. Buch der Könige, dass er auf jeden Fall eine historische Person war. Der größte Beweis dafür, dass Jona gelebt hat und seine Geschichte wahr ist, stammt von Jesus selbst. Ich lese aus Matthäus 12,38-41:
„Daraufhin sagten einige der Gesetzeslehrer und Pharisäer zu ihm: ,Rabbi, wir wollen ein Zeichen von dir sehen!‘– ,Diese verdorbene Generation, die von Gott nichts wissen will, verlangt nach einem Zeichen!‘, antwortete Jesus. ,Doch es wird ihr keins gegeben werden, nur das des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Im Gericht werden die Männer von Ninive auftreten und diese Generation schuldig sprechen. Denn sie haben ihre Einstellung auf Jonas Predigt hin geändert – und hier steht einer, der mehr bedeutet als Jona.“
Jesus selbst hat also über den Propheten Jona und seine Geschichte gesprochen. In älteren Übersetzungen ist hier vom „Bauch eines Walfisches“ die Rede. Hier steht nur „großer Fisch“. Sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen steht ein sehr allgemeiner Ausdruck für „großes Wesen aus dem Meer“. Es kann ein Wal gewesen sein. Im Mittelmeer gibt es Finnwale und Pottwale. Oder es könnte ein großer Fisch gewesen sein. Jemand sagt vielleicht: „Also, das kann ich beim besten Willen nicht schlucken.“ – Na ja, deshalb hat Gott ja auch einen Fisch genommen und nicht dich!
Der Punkt ist: Diese Geschichte ist wahr. Sie ist wirklich passiert. Wenn du das nicht glaubst, solltest du auch nicht glauben, dass Henoch entrückt wurde, dass Lots Frau in eine Salzsäule verwandelt wurde, dass ein Dornbusch brannte, ohne zu verbrennen, dass ein Esel sprechen konnte, dass sich das Rote Meer geteilt hat, dass Manna vom Himmel kam, dass ein Beil schwimmen konnte, dass sich Öl vermehrte, dass Kranke geheilt, Tote auferweckt und Dämonen ausgetrieben wurden … Und wenn wir schon dabei sind: Dann vergiss auch die Jungfrauengeburt und die Auferstehung von Jesus.
Man kann sich nicht einfach herauspicken, was einem gefällt. „Na ja, die Geschichte mit der Arche glaube ich aber nicht.“ Man kann nicht die Bibel zerpflücken und sich aussuchen, was man glauben will. Jesus hat über Jona als eine Tatsache gesprochen. Sie ist passiert.
Schauen wir uns also das Buch Jona an. Ich beginne in Jona 1,1-3:
„Der Herr schickte Jona, dem Sohn von Amittai, folgende Botschaft: ‚Mach dich auf den Weg und geh in die große Stadt Ninive! Ruf aus, was ich gegen sie vorbringen muss, denn ihre Bosheit stieg bis zu mir hinauf!‘ Doch Jona machte sich auf den Weg, um vor dem Herrn nach Tarsis zu fliehen. Er ging hinunter nach Jafo, wo er ein Schiff fand, das nach Tarsis auslief. Er bezahlte die Überfahrt und ging an Bord, um nach Tarsis zu kommen. Er wollte weg vom Angesicht des Herrn.“
Mir gefällt der erste Satz, den Gott zu Jona sagt: „Mach dich auf!“ Wörtlich steht hier: „Steh auf!“ Man kann es auch übersetze mit: „Raffe dich auf. Geh nach Ninive, in die große Stadt, und rufe aus, was ich gegen sie vorbringen muss.“ Viele Christen müssen sich aufraffen. Vielleicht gehörst du auch dazu. Raff dich auf und tu das, worum Gott dich schon gebeten hat. Aber wir lesen, dass Jona nicht gehorchte.
Warum nicht? Warum bestieg er ein Schiff, um nach Tarsis zu fahren und Gott zu entkommen, statt nach Ninive zu gehen? Ninive war die Hauptstadt des damaligen assyrischen Reiches, eine der größten und bevölkerungsreichsten Städte der Antike. Wahrscheinlich die bevölkerungsreichste Stadt damals überhaupt. Warum gehorchte Jona nicht? Wir erfahren die Antwort im vierten Kapitel von Jona selbst. Da steht: Jona predigte zu den Menschen von Ninive, sie bereuten ihr Tun und Jona wurde wütend. Wir finden die Antwort in Jona 4,1-2. Die Menschen hatten bereut. Und dann lesen wir:
„Doch Jona wurde darüber sehr böse und zornig. Er beklagte sich beim Herrn: ‚Ach Herr, habe ich das nicht schon gesagt, bevor ich von zu Hause aufbrach? Deshalb bin ich ja fortgelaufen nach Tarsis! Ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, dass du geduldig und voller Liebe bist, weil du das Unheil bedauerst.‘“
Jona sagt: „Gott, ich wusste, dass du ihnen vergeben und sie nicht vernichten würdest, wenn sie Buße tun würden.“ Verrückte Einstellung.
Aber blicken wir einmal in der Geschichte zurück. Vielleicht verstehen wir dann, warum Jona so dachte und handelte. In 1. Mose 10,11 lesen wir, dass Ninive von Nimrod gegründet und erbaut wurde. Dort steht, dass Nimrod ein mächtiger Jäger war. Er war der erste Mensch in der Geschichte, der ein Königreich errichtete und Städte gründete.Wir erfahren in 1. Mose, dass er vier Städte gründete. Das genügte ihm aber nicht. Er wollte noch mehr erreichen. Er wird in der Bibel als „unerschrockener Jäger“ bezeichnet. Viele Theologen glauben, damit ist gemeint, dass er Menschen jagte und verfolgte und sie unterwarf. Das war der Mann, der Ninive gegründet hatte. Sie wurde zu einer der größten Städte des assyrischen Reiches und war lange dessen Hauptstadt. Die Assyrer waren erbitterte Feinde Israels. Sie waren grausam und gewalttätig. Die Assyrer gehörten zu den brutalsten Völkern, die jemals auf dieser Erde gelebt haben.
Die Stadt könnte über eine Million Einwohner gehabt haben. Sie lag am Ostufer des Tigris im heutigen Irak. Man entdeckte sie erst im 19. Jahrhundert, weil sie vollkommen zerstört war. In der Bibel lesen wir, dass sowohl Nahum als auch Zefanja die Zerstörung von Ninive voraussagten – und genauso kam es. Die Menschen in Ninive waren grausam und Jona kannte ihre Machenschaften. Es gab niemanden in Israel, der nicht gewusst hätte, welche Gefahr von den Assyrern ausging und wie skrupellos und brutal sie waren.
Sie kannten kein Mitleid. Wenn sie in eine Stadt einmarschierten, stationierten sie dort nicht Soldaten wie die Römer, um für Ordnung zu sorgen. Die Römer kamen, eroberten eine Stadt, besiegten eine Armee und töteten auch viele Menschen. Aber dann stationierten sie römische Soldaten, die für Ordnung sorgten.
Die Assyrer taten das nicht. Sie töteten einfach alle. Wer nicht getötet wurde, wurde gefoltert. Man riss Menschen die Zunge heraus, häutete sie bei lebendigem Leib und hängte ihre Haut an die Stadtmauer. Oder man spießte sie am Brustkorb mit einem Pfahl auf, rammte den Pfahl in den Boden und ließ sie rund um die Stadtmauern daran baumeln. Ihr Dahinsiechen sollte allen zeigen, dass man sich den Assyrern besser nicht widersetzte. Ich kann mir also gut vorstellen, warum Jona sagte: „Wenn ich sie nicht warne, werden sie vernichtet. Gut so.“
Das erinnert mich auch an viele Christen. Ich glaube, Gott sagt zu uns: „Steht auf.“ Denn viele sitzen einfach da und tun nichts. Wie gesagt: Das Wort „Erhebe dich!“ heißt: „Raff dich auf! Steh auf!“
Viele Christen sind gerettet, ihre Familie auch, und sie wissen: Wir kommen in den Himmel. Und sie freuen sich darüber. „Hauptsache, mir und meiner Frau und meinen Kindern geht es gut. Solange es bei uns läuft, ist alles bestens.“ Aber was ist mit deinen Nachbarn? Oder mit der Kollegin am Schreibtisch neben dir? Was ist mit den Kindern und Eltern im Fußballverein deiner Tochter oder deines Sohnes? Oder mit den Kindern und Eltern auf dem Sportplatz? Jesus ist für sie gestorben. Raff dich auf, steh auf und rufe es ihnen zu. Erzähl ihnen davon. Mach dich auf und geh!
Jesus sagt: „Geht hinaus in die Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium.“ Der Missionsbefehl in Markus 16 gilt für alle Christen. Wir sollen hinausgehen in unsere persönliche Welt, in unser Umfeld. Wir sollen hinausgehen in unsere Arbeitswelt, in unsere Sportvereine, in unsere Nachbarschaft, in die sozialen Medien – wohin auch immer: Wir sollen hingehen, allen die gute Nachricht bringen und der ganzen Schöpfung predigen. Viele Christen haben aber genau diese Jona-Haltung gegenüber Menschen, die Böses tun oder nicht gläubig sind. Vielleicht würden sie es nie laut sagen, aber innerlich denken sie: „Hoffentlich schmort ihr in der Hölle und bekommt, was ihr verdient.“
Als Christ beobachte ich so einiges, was in meinem eigenen Land läuft. Ich sehe die Bosheit mancher Politiker und anderer Menschen. Sie lügen schamlos. Medienleute scheinen überhaupt kein Gewissen mehr zu haben. Sie lügen oder berichten nur über bestimmte Dinge und zeichnen ein völlig verzerrtes Bild von dem, was passiert, um ein bestimmtes Narrativ zu bedienen. Alles, was nicht dazu passt und zeigen könnte, dass sie falsch liegen, wird einfach verschwiegen. Das ist verwerflich. Ich sehe das genau wie ihr, und vieles, was passiert, macht mich zutiefst traurig.
Ich denke an bestimmte Politiker aus meiner Region. Soweit ich das beurteilen kann, sind manche notorische Lügner. Aber ich darf trotzdem nicht denken: „Ihr werdet bald in der Hölle schmoren. Je früher, desto besser. Ihr werdet für eure Bosheit bezahlen.“ Nein. Jesus ist für sie gestorben. Ninive war eine böse Stadt. Schlimmer, als du dir vorstellen kannst. Die Menschen waren boshaft, die Kultur absolut barbarisch und brutal. Sie hatten keinen Respekt vor dem Leben. Aber Gott war barmherzig und schickte Jona zu ihnen, um ihnen die Gelegenheit zur Umkehr zu geben.
Wir dürfen nicht einfach in unseren Kirchen sitzen und denken: „Uns geht‘s gut. Hoffentlich kommt bald die Entrückung. Dann stehen diese Leute vor Gericht und kommen – Gott sei Dank – nicht in den Himmel.“ Nein! Ich hoffe, dass sie in den Himmel kommen! Ich hoffe, dass sie umkehren und zum Glauben an Jesus finden. Aber dazu müssen wir etwas tun. Wir müssen für sie beten. Beten wir, dass Gott ihnen die Augen öffnet und sie die Wahrheit erkennen. Beten wir, dass Gott ihnen jemanden schickt. Jesus hat gesagt: Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter zum Ernten zu schicken.
Ich finde, es ist absolut in Ordnung, dafür zu beten, dass er Arbeiter in bestimmte Regionen der Ernte schickt. Und ich kann ehrlich sagen: Ich bete für manche der Politiker und Medienleute, die mich so sehr ärgern und enttäuschen. Ich bete dafür, dass sie gerettet werden und die Wahrheit erkennen. Denn die Sache ist die: Über Menschen, für die man betet, zieht man nicht her. Und über wen du herziehst, wirst du kaum beten. Wenn du dich ständig über jemanden aufregst, dann bin ich mir sicher, dass du nie für seine Seele betest. Zuallererst sollten wir also für sie beten.
Und wenn wir die Chance haben, sollten wir auch persönlich hingehen. Jona bekam die Aufgabe: „Steh auf und geh!“ Manche von euch müssen zu ihren Nachbarn gehen oder zu den Müttern, deren Kinder mit euren Fußball spielen. Sag es ihnen! Erzähl ihnen von Jesus und ermutige sie, an ihn zu glauben. Es gibt einen Himmel zu gewinnen und es gilt, einer Hölle zu entkommen. Lass den Heiligen Geist an ihnen wirken. Aber vorher müssen wir ihnen Gottes Wort bringen.
Vielleicht schaust du gerade zu und hast dich mit jemandem aus deiner Familie zerstritten. Vielleicht hat man dich ums Erbe gebracht oder dir übel mitgespielt, und du bist bis heute verbittert. Du bist gerettet – sie nicht. Vielleicht verhalten sie sich einfach so, wie Menschen ohne Gott sich eben verhalten. Sie stehen unter dem Einfluss des Geistes dieser Zeit. Sie sind „Feinde Gottes“, heißt es in der Bibel. Damit sie zu Gottes Freunden werden, musst du zu ihnen gehen. Manche sollten zum Telefon greifen und einen Bruder, eine Schwester, ein Elternteil oder ein Kind anrufen, zu dem kein Kontakt besteht. Vergib gern. Erzähl vom Evangelium. Und dann überlass die Sache Gott.Und genauso, wie wir beten und hingehen und von Jesus erzählen sollen, sind wir auch zum Geben aufgefordert. Ich hoffe, dass du eine Kirche hast, die Menschen erreicht, die sich für die Weltmission einsetzt und sich in ihrem Umfeld missionarisch engagiert. Unterstütze das.
Ich merke, ich rede mich hier gerade ein bisschen in Rage. Aber diese Punkte sind so grundlegend und müssen gesagt werden. Es gibt Millionen Christen, die aufstehen müssen. Gib dir einen Ruck und tu etwas. Gott fordert jeden einzelnen Christen dazu auf, dabei mitzuhelfen, dass diese Welt von Jesus erfährt. In der Bibel steht, dass wir „Botschafter von Jesus“ sind. In 2. Korinther 5 steht, wir sollen die Menschen anflehen, sich mit Gott zu versöhnen. Denn „er, der keine Sünde kannte, wurde für uns zur Sünde gemacht, damit wir vor Gott gerecht werden“. Du bist Gottes Botschafter. Vielleicht bist du ein ganz junger Christ. Vielleicht hast du dein Herz Jesus gerade erst gegeben und bist nun über diese Sendung gestolpert und denkst: „Ich?“ Ja, du! Du bist eine Botschafterin, Schwester. Du bist ein Botschafter, Bruder. Gott möchte dich gebrauchen. Lasst uns anderen die gute Nachricht weitersagen.
Vielleicht ertappst du dich bei Gedanken wie „Hoffentlich kommt das Gericht bald – ich will endlich sehen, wie sie ihre gerechte Strafe bekommen.“ Dann denke daran, wie Gott dein Leben verändert hat. Paulus hat nie vergessen, wo er herkam. Und auch ich habe nie vergessen, wo ich hergekommen bin und aus welchem Schlamassel Gott mich herausgeholt hat – aus all den Irrwegen und Fehlern, die mir heute die Röte ins Gesicht treiben. Ich danke Gott dafür, dass ich in Christus zu einem neuen Menschen geworden bin. Ich garantiere dir: Jeder hat schon Dinge getan, für die er sich schämt, jeder hat Schlimmes gesagt und Böses gedacht. Trotzdem war Gott gnädig mit uns. Und genauso gnädig möchte er auch anderen gegenüber sein.
Israel war Gottes auserwähltes Volk, weil Gott es sich erwählt hat. Gott hat es berufen, weil er Abraham auserwählt hat. Abraham hatte sich das nicht erarbeitet. Gott hat ihn berufen. Du wurdest nicht als Christ geboren. Allein durch Gottes Gnade und Vergebung sind wir gerettet – du und ich. Wir finden in der Bibel nur einen einzigen Grund, warum Gott Abraham auserwählte, warum dessen Nachkommen zum auserwählten Volk wurden und warum der Retter von ihnen abstammte. Der Grund ist: Abraham brachte seinen Nachkommen bei, Gottes Wegen zu folgen. Er hatte die nachfolgenden Generationen im Blick, erzählte seinen Kindern und Enkeln von Gott und zeigte ihnen, wie man mit Gott lebt. Das finden wir übrigens in 1. Mose 18.
Abgesehen davon ist es allein Gottes Gnade und Barmherzigkeit. Die Israeliten konnten nicht sagen: „Wir haben es uns durch unsere Mühen verdient. Wir haben dies und jenes getan, und deswegen sind wir Gottes erwähltes Volk.“ Nein. Gott ist einfach gut. Er musste jemanden auswählen, um seine Pläne auf der Erde umzusetzen, und Abraham war die beste Option. Deswegen hat Gott sich für ihn entschieden. Wenn ich mein eigenes Leben anschaue, kann ich mich auf keine Leistung berufen. Ich kann nicht sagen: „Ich habe mich ja auch so angestrengt und Gott gesucht.“ Ich habe ihn zwar gesucht, aber hinter den Kulissen war immer Gott am Werk – von Anfang bis Ende. Es ist allein Gottes Gnade. Das dürfen wir nie vergessen.
Aber Jona war leider wie viele Christen heute. Ihm war egal, ob Ninive zerstört wurde. Vielleicht sagst du: „Na ja, wenn Gott sagen würde, dass er meine Stadt oder Gegend vernichten wird, würde ich ja predigen.“
Genau das hat er getan. In Markus 16 steht: „Wer glaubt, soll nicht verdammt werden.“ In einer anderen Übersetzung heißt es: „Wer nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Sie werden die Ewigkeit in der Hölle verbringen, gequält von den Flammen. Ewige Vernichtung. Jesus beschreibt es so: „Wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht.“Jesus hat uns aufgetragen, Menschen die gute Nachricht zu bringen. Vielleicht denkst du: „Aber was soll ich ihnen sagen?“ Jona hat gepredigt: „Kehrt um von euren bösen Wegen und hört auf, Unrecht zu tun.“ Umkehr ist eine innere Veränderung, die zu einem äußerlich sichtbaren Kurswechsel führt. Jesus hat gesagt: „Kehrt euch ab von euren Sünden.“ Das war seine erste Predigt. Als Allererstes hat er gesagt: „Das Reich Gottes ist nahe! Kehrt euch ab von euren Sünden und glaubt an diese gute Botschaft!“
Also kehrt um. Lasst eure Sünden hinter euch. Vertraut nicht länger auf eure guten Taten, auf euren Reichtum oder eure Fähigkeit, euch selbst zu retten. Wendet euch Gott zu. Glaubt an die gute Nachricht von Jesus Christus. Glaubt, dass er für euch am Kreuz gestorben ist und für eure Schuld bezahlt hat. Als am dritten Tag alles erfüllt war, was Gottes Gerechtigkeit erforderte, wurde er von den Toten auferweckt. Wenn du ihm vertraust und ihn zu deinem Herrn machst, wirst du gerettet.
Lasst uns den „Niniviten“ unserer Zeit sagen: „Der Lohn der Sünde ist der Tod; das unverdiente Geschenk Gottes dagegen ist das ewige Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.“Jona beschloss davonzulaufen. Er bestieg ein Schiff nach Tarsis im heutigen Spanien – so weit entfernt, wie man in der damaligen Welt überhaupt reisen konnte, über 3.000 Kilometer weg. Jona dachte, so weit entfernt wäre es für ihn unmöglich zu tun, was Gott ihm aufgetragen hatte. Aber wir können vor Gottes Willen nicht davonlaufen. In Römer 11,29 heißt es:
„Denn die Gaben, die Gott gibt und die Berufung, die er ausspricht, bereut er nicht und sie gelten für immer.“
Er nimmt sie nicht zurück. Gott ändert seine Meinung nicht. Auch nicht, weil du Jura studiert hast, befördert worden bist, ein neues Haus gekauft hast oder Enkel hast, um die du dich kümmern musst.
Jona hätte sagen können: „Herr, ich habe mein Ticket schon gekauft. Das passt mir jetzt gar nicht. Ich habe schon Geld investiert und zugesagt.“
Es ist besser, Gott zu gehorchen. Egal, in welcher Lebensphase du gerade bist und was bei dir gerade los ist – sei und bleibe ein Botschafter für Jesus.Es gibt Menschen in deiner Nachbarschaft, die die Wahrheit hören müssen: Menschen in deiner Familie, in deinem Umfeld, in deinem Freundeskreis, unter deinen Bekannten, bei deiner Arbeit, an der Tankstelle, im Laden. Wo du auch hingehst: Sei ein Botschafter für Jesus.
Wir können Gottes Auftrag nicht entkommen. Wir können Gottes Gegenwart nicht entfliehen. Wir wissen, wie die Geschichte endet: Jona landet schließlich doch in Ninive und predigt ihnen, dass sie umkehren und Buße tun sollen. Und die große und böse Stadt kehrte um – vom König bis zum niedrigsten Einwohner von Ninive. Alle kehrten um und fasteten, und Gott war ihnen gnädig.
Du weißt nie, wie Gott deine Geschichte gebraucht, wenn du mit jemandem über Jesus sprichst. Du brauchst ja nur so etwas zu sagen wie: „Weißt du, was Gott für mich getan hat?“ Und dann erzählst du, was du Gutes mit Gott erlebt hast.
Meine Zeit ist um. Wir sehen uns wieder. Bis dahin: Gottes reichen Segen für dich! -
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