Welche Lüge hält dich zurück?
Manche Gedanken klingen überzeugend, aber sie widersprechen trotzdem Gottes Wort. Bayless Conley beschreibt in dieser Predigt, wie Lügen und falsche Überzeugungen uns davon abhalten können, Gottes Zusagen zu vertrauen und seine Hilfe anzunehmen. Anhand von Jona und den Kundschaftern Israels macht er deutlich, warum es entscheidend ist, welcher Stimme wir Glauben schenken. Lass dich ermutigen, Gottes Wort mehr Gewicht zu geben als deinen Umständen und Zweifeln.
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Hallo, danke, dass du heute dabei bist. Wir beschäftigen uns mit dem Buch Jona. Ich finde das faszinierend und befreiend und erlebe es als echte Goldmine. Wir stoßen darin auf immer mehr Gold. Lasst uns kurz zurückblicken auf vorige Sendungen dazu.
Die meisten von euch kennen die Geschichte von Jona wahrscheinlich. Jona bekam von Gott den Auftrag, in Ninive zu predigen, aber das wollte er nicht. Ninive war die Hauptstadt der Assyrer, erbitterte Feinde von Israel. Jona gibt später zu: „Wenn ich dort predige, dann kehren sie vielleicht um und Gott hat Gnade mit ihnen. Das möchte ich nicht.“
Also steigt er in ein Schiff nach Tarsis im heutigen Spanien, so weit wie damals möglich von der Hauptstadt Assyriens entfernt. Er dachte: „Ich predige da nicht. Dann hören sie auch nicht die Botschaft und Gott wird sie vernichten. Genau das möchte ich.“
Aber unterwegs kommt ein großer Sturm auf. Gott schickt den Sturm, weil ihm die vielen Tausend Assyrer nicht egal sind, so böse sie auch sind. In der Bibel steht, dass ihre Bosheit zu Gott aufgestiegen war. Daher steht das Gericht über sie bevor. Aber Gott will ihnen eine Gelegenheit zur Umkehr geben.
Dass der Sturm über Jona kam, war eine echte Gnade für ihn, denn er hatte Gottes Willen verlassen. Er lief so weit vor Gottes Willen davon, wie er nur konnte. Und das ist gefährlich. Am sichersten sind wir immer mitten in Gottes Willen. Der Sturm bedeutete also echte Gnade für Jona und auf jeden Fall Gnade für die assyrische Hauptstadt Ninive.
Die Seeleute werfen ihn ins Wasser und Jona lebt drei Tage und drei Nächte im Bauch eines großen Fisches. Wir lesen: „Da betete er.“ Er ist stur! Erst sagt er: „Werft mich ins Wasser, dann hört der Sturm auf.“ Da weiß er noch nicht, dass Gott einen großen Fisch schicken würde, um ihn zu verschlingen. Das ist Gottes Gnade. Jona denkt, er würde sterben. „Wenn sie mich ins Wasser werfen, sind wir viel zu weit draußen auf dem Meer, als dass ich an Land schwimmen könnte. Ich werde sterben. Lieber sterbe ich, als mit anzusehen, wie Gott diesen Assyrern gnädig ist.“ So verbittert und zornig war er.
Dann verschluckt ihn der Fisch. Drei Tage und drei Nächte sitzt dieser Kerl da drin, bis er anfängt zu beten. Er klammert sich so fest an seinen Hass und seine Bitterkeit gegenüber den Assyrern, dass er drei Tage braucht, um zu beten. Aber was er betet, ist bemerkenswert. Bequem war es im Fisch nicht. Jona beschreibt es als Not und Bedrängnis, wörtlich bedeutet es „festgebunden“, „beengt“, „eingesperrt“. Jona sagt: „Aus dem Totenreich, aus den Tiefen des Scheol, habe ich zu dir gerufen. Algen schlangen sich um meinen Kopf.“ Das war nicht schön. „Bis zu den Wurzeln der Berge sank ich hinab.“ Als er dann schließlich betet, sagt er in Jona 2,5-6:
„Da dachte ich: Ich bin vertrieben aus deiner Gegenwart. Dennoch werde ich deinen heiligen Tempel wiedersehen können!“
Das ist sein Gebet im Bauch des Fisches. Er sagt:
„Ich versank in den Wellen und kämpfte mit dem Tod. Wasser umgab mich und Algen schlangen sich um meinen Kopf.“
Nach drei Tagen betet Jona endlich. Und sein Gebet besteht aus dem Wort Gottes. Was ich gerade vorgelesen habe, sind eigentlich Zitate aus den Psalmen. Jona betet das Wort Gottes. Im zweiten Teil von Vers 5 zitiert er Worte von König Salomo. Als Salomo den Tempel fertig gebaut hatte, betete er vor allen Leuten ein vom Geist eingegebenes Gebet. Jeder Jude betrachtete es als Gottes Offenbarung, denn genau das war es.
Salomo betete: „Gott, wenn jemand aufgrund seiner eigenen Sünde und seiner eigenen Übertretung in Not gerät und seinen Blick wieder deinem heiligen Tempel zuwendet, dann hörst du es im Himmel und rettest ihn.“ Das war ein von Gott inspiriertes Gebet. Weiter betete er: „Wenn es Seuchen oder Dürren oder Krankheiten gibt oder wir von unseren Feinden besiegt werden und uns wieder deinem heiligen Tempel zuwenden, unsere Herzen wieder nach dir ausrichten und auf deinen heiligen Tempel blicken“ – also auf das Zeichen für Gottes Gegenwart – „wenn wir wieder auf Gott blicken und beten, dann wirst du, Gott, uns hören und uns retten.“
Salomo betete sogar: „Wenn wir aufgrund unserer eigenen Torheit und Sünde von unseren Feinden gefangen genommen worden sind und in dem Land unserer Gefangenschaft beten und wieder auf deinen heiligen Tempel blicken“ – mit anderen Worten: Ich blicke auf Gott, ich wende Gott mein Herz zu, ich bringe alles zwischen Gott und mir wieder in Ordnung – „dann, Gott, wirst du uns hören und eingreifen.“ Wie gesagt: Das war eine Offenbarung.
Jona bringt hier also sein Herz vor Gott wieder in Ordnung. Er weiß, dass Gott ihn hört, weil Salomo in seinem von Gott eingegebenen Gebet gesagt hat: „Gott, wenn wir wieder auf deinen heiligen Tempel blicken und beten, dann wirst du es im Himmel hören und uns retten. Du wirst deine Hand ausstrecken und Hilfe bringen.“
Jona weiß das und sagt: „Mein Gebet drang zu dir in deinen Tempel durch.“ Woher weißt du das, Jona? „Weil in der Bibel steht, dass Gott mich hören wird, wenn ich das tue.“ Jona tut, was Gott gesagt hatte. Er weiß, dass Gott ihn hört. Das weiß er durch Glauben. Und mitten in seinem Gebet sagt er etwas Interessantes. Das ist fast ein Einschub und voller Wahrheit. In Vers 9 sagt er:
„Die, die falsche Götter anbeten, verzichten auf deine Gnade.“
Das ist interessant. Warum sagst du das, Jona? „Falsche“ Götzen heißt wörtlich „Nichtigkeit“, ohne jede Kraft, ohne jeden Inhalt. Buchstäblich ein Lügenbild. Sie beteten lügnerische Götzen an. Ein Götze ist etwas, das der Feind als Wahrheit darstellt. Die Völker um Israel herum beteten Götzen an, also Lügen. Das war ein Werk des Feindes. Und manchmal geriet auch Israel in die Versuchung, Götzen aufzustellen.
Diese Götzen sagen: „Wenn du mich anbetest, segne ich dich. Wenn du mir dienst, schenke ich dir reiche Ernten und Regen.“ Das ist eine Lüge. Der Götze hat dazu gar keine Macht. Es ist eine Lüge, die der Feind erzählt.
Manchmal trifft man jemanden, der nicht gläubig ist, aber dieser Lüge des Feindes glaubt: „Du hast zu viel gesündigt. Gott liebt dich nicht. Du kannst auf keinen Fall gerettet werden.“
Als ich gerade Christ geworden war, ging ich mit einer Bekannten im Park spazieren und redete über Jesus. Ich war noch ganz jung im Glauben, hatte nicht viel Ahnung, aber ich wusste, dass ich verändert worden war: reingewaschen vom Blut des Lammes. Ich redete über Jesus, und auf einmal fing sie an zu weinen. Ich fragte: „Was ist los?“ Sie sagte: „Bayless, ich weiß, dass Gott mich hasst.“ Ich sagte: „Gott hasst dich nicht. Wie kommst du denn darauf?“ Sie antwortete: „Ich habe dir das noch nie erzählt, aber bevor wir uns kannten, hatte ich zwei Abtreibungen. Ich habe meine beiden Kinder umgebracht. Ich weiß, dass Gott mich hasst.“
Sie weinte und weinte. Ich wusste nicht, was ich ihr sagen konnte. Ich hatte noch nicht angefangen, viel in der Bibel zu lesen. Ich wusste nicht, dass in der Bibel steht: „So fern der Osten vom Westen ist, hat er unsere Verfehlungen von uns entfernt.“ Das wusste ich noch nicht. Ich wünschte, ich hätte es ihr sagen können. Aber sie glaubte diese Lüge, dass Gott sie wegen ihrer Sünde hasste, und sie nie gerettet werden konnte. Dass sie wegen der Taten in ihrer Vergangenheit nie die gleiche Rettung erleben konnte wie ich.
Sie war der Lüge des Feindes gefolgt – etwas, das hier als falscher Götze bezeichnet wird, als lügnerische Nichtigkeit. Das hielt sie davon ab, Gottes Gnade zu erleben. Das kann auf so viele Arten passieren. Ein Christ kann einer Lüge glauben, die der Feind ihm einflüstert: „Deine täglichen Depressionen sind einfach das Kreuz, das du zu tragen hat. Gott hat sie dir geschenkt und du musst Haltung bewahren und die Ohren steifhalten, denn das ist eben dein Kreuz, das du tragen musst.“
Wer dieser Lüge glaubt – und es ist eine Lüge – wird nie Gottes Gnade erleben, die ihn davon befreien will. Denn in Jesaja 53 steht über Jesus, dass er niedergedrückt war und litt und doch keinen Laut von sich gab. Er hat all das für dich getragen. Das ist ein Teil der Rettung. Gott unterdrückt Menschen nicht, als wäre das ein Geschenk; das ist kein Kreuz, das du tragen musst.
Wir wissen, dass alle, die nach Gottes Willen in Jesus Christus leben, Verfolgung erleben werden. Jesus sagt in den Evangelien: „Wenn ihr Häuser oder Familien um meinetwillen aufgebt, werdet ihr sie in dieser Zeit hundertfach wiederbekommen unter Verfolgung.“ Das gehört dazu. Der Gottesfürchtige wird Verfolgung erleben. „Vielfältig sind die Nöte der Gerechten, aber aus dem allen rettet ihn der Herr.“ Wir wissen, dass uns auf dem Weg, den wir in der Nachfolge von Jesus gehen, manchmal Feinde und Widerstand begegnen werden.
Aber eins darfst du nicht vergessen: Gott wird dir niemals etwas auferlegen, wovon Jesus dich mit seinem Tod befreit hat. In der Bibel steht: „Er hat deine Krankheiten und Schmerzen getragen. Durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Und: „Er, der keine Sünde kannte, wurde für uns zur Sünde gemacht, damit wir zur Gerechtigkeit Gottes in Christus werden können.“ Und auch: „Er wurde niedergedrückt und trug die Dornenkrone, damit deine Gedanken Frieden haben können.“
Er ist der Gott des Friedens. Jesus ist der Friedefürst. Paulus schreibt: „Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm. Ihr werdet Gottes Frieden erfahren, der größer ist, als unser menschlicher Verstand es je begreifen kann.“ Gott schickt dir keine Depressionen. Gott plagt dich nicht mit Krankheiten. Gott verführt dich nicht zur Sünde. Gott wird uns nicht mit etwas versuchen oder uns etwas auferlegen, wovon uns Christus mit seinem Tod erlöst hat. Das ist eine Lüge des Feindes. Wenn wir ihr folgen, empfangen wir nie die Gnade des Friedens und der Heilung. Wir empfangen nie die Gnade, ein gerechtes und heiliges Leben zu führen und erleben nie die Kraft dafür.
Es ist großartig, dass Jona hier mitten in seiner Not diese wunderbare Wahrheit ausspricht: „Die, die den Lügen des Bösen Beachtung schenken und ihnen glauben und auf die Lügen des Feindes hören, die verwerfen ihre eigene Gnade.“ Jona, was war die Lüge des Feindes, der du keine Beachtung schenken wolltest?
Halte dir das einmal vor Augen. Manche sind gerade von lauter Problemen umgeben. Vor dir Probleme, hinter dir Probleme. Jona sah sich um und sah nur Fisch. Oben nur Fisch, unten nur Fisch, vor sich nur Fisch, hinter sich nur Fisch. Ich bin sicher, dass der Teufel Jona hinterhältig ins Ohr flüsterte: „Du warst Gott ungehorsam und du hast die Seeleute in Gefahr gebracht. Sie waren dir egal. Du wolltest Gott nicht gehorchen. Du hast die Leute aus Ninive gehasst und wärst lieber gestorben, als Gott zu gehorchen. Es ist zu spät für dich, mein Kleiner.“
So etwas macht der Teufel liebend gern. Selbst wenn ein Kind Gottes umkehrt, überhäuft der Teufel es liebend gern mit Vorwürfen und sagt: „Du bist zu weit gegangen und hast zu viel gesündigt. Du warst zu stur und zu rebellisch. Gott wird dein Gebet sowieso nicht hören.“ Jona hatte damit genauso zu kämpfen wie wir. Und in den Versen 10-11 sagt Jona:
„‚Ich aber werde dir laut danken, Opfer bringen und meine Gelübde halten. Denn die Hilfe [oder Rettung] kommt vom Herrn.‘ Da befahl der Herr dem Fisch, Jona am Strand auszuspucken.“
Jona sagt: „Ich werde meine Gelübde halten.“ Mit anderen Worten: „Ich werde in Ninive predigen. Ich werde diesen bösen Assyrern deine Botschaft bringen. Ich werde mein Gelübde halten.“
Das ist spannend. Jona ist immer noch im Bauch des Fisches und das ist sein Gebet: „Ich werde dir laut danken und Opfer bringen.“ Lasst mich kurz darüber reden, denn das ist wichtig: Es war ein Opfer. Jona beschreibt die Zeit im Bauch des Fisches als Hölle. Algen haben sich um seinen Kopf geschlungen. Er sagt: „In meiner Not schrie ich zu dir“, wörtlich: „Ich war bedrängt“ oder „gefangen“. Und dann sagt er: „Ich will dir danken und Opfer bringen.“ Auf Hebräisch steht hier das Wort „todah“. Es bedeutet hier: „Gott im Voraus danken“ oder „die Hand ausstrecken im Glauben an das, was Gott gesagt hat.“
„Gott, du hast gesagt, dass du jedem hilfst, der auf deinen Tempel blickt. Selbst wenn er durch seine eigene Torheit, seine Auflehnung oder seine schlechten Entscheidungen in Not geraten ist. Aber wenn er sich wieder dir zuwendet, sein Herz wieder auf dich ausrichtet und betet und sich vor dir beugt, Gott, dann wirst du ihn hören und ihn retten.“
Genau das kannst du auch tun. Ich auch. „Gott, in deinem Wort steht, dass du hörst und vergibst und mich rettest, wenn ich mich deinem heiligen Tempel zuwende und bete. Ich danke dir. Es ist geschehen. Egal, ob ich noch im Bauch des Fisches bin. Ich betrachte es als geschehen.“
Wenn du meinst, du hättest Probleme – sieh dir Jonas Probleme von damals an. Gott kann dich ebenfalls retten. Er kann dir helfen.
Schließlich sagt Jona: „Die Rettung kommt vom Herrn.“ Rettung bedeutet „Befreiung, Freiheit“. Sie kommt vom Herrn. Ich blicke auf ihn. Wenn ich auf sein Wort blicke und ihm danke und seinem Wort glaube statt den lügnerischen Nichtigkeiten und den Lügen des Feindes, dann erlebe ich Gottes Gnade und seine Vergebung.Lass mich dir eine Frage stellen. Wir alle haben unsere Schwierigkeiten. Vielleicht steckst du gerade mitten in einem großen Familiendrama. Drama gibt es in jeder Familie. Wer anderes behauptet, lügt. Vielleicht erlebst du das Drama aktuell. Vielleicht bist du durch eigene Schuld in Not geraten. Vielleicht hast du finanzielle Probleme oder bist körperlich krank oder leidest unter einer schweren Depression. Vielleicht machst du dir große Sorgen um deine Kinder. Und so weiter. Wir leben in einer kaputten Welt. Wir alle erleben Schwierigkeiten, Probleme und Angriffe des Feindes.
Meine Frage an dich lautet: Schenkst du den Lügen des Feindes Aufmerksamkeit – oder Gottes Versprechen? Blickst du auf Gottes Gegenwart und auf Gottes Zusagen, oder bist du zu sehr mit deiner Situation und den Lügen beschäftigt, die der Feind dir einflüstert? In Psalm 50,23 steht: „Wer Dank opfert …“ Wieder: Todah, Dank. Die Hand im Glauben an das erheben, was bereits gesagt wurde, und Gott im Voraus für das danken, was uns seine Zusage verspricht, bevor die Erfüllung sichtbar eingetroffen ist.
„Wer Dank opfert …“ – todah, wie Jona im Bauch des Fisches:„Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.“
Wenn ich Gott im Voraus danke und glaube, was er gesagt hat, dann bereite ich den Weg für die Rettung vor, damit sie mich erreichen kann. Ich ebne den Weg für die Hand Gottes, damit sie eingreifen kann. Und dann verwerfe ich meine eigene Gnade nicht. Ich bereite einen Weg für Gott vor, damit er mit seiner Kraft, seiner Gnade und seiner Hilfe zu mir kommen kann.
Ich möchte noch eine eindrückliche Geschichte erzählen. Vielleicht kennst du sie schon. Vielleicht auch nicht. Das Volk Israel zog aus Ägypten aus, um das von Gott versprochene Land zu erreichen. Gott hatte zu Abraham gesagt: „Deine Nachkommen werden dieses Land besitzen, in dem du nur ein Gast bist.“
Und nun war die Generation da, die Gott dazu bestimmt hatte, in das Land zu ziehen. Sie standen davor mit Mose als Anführer. Zwölf Kundschafter schickten sie ins Land. Sie überquerten die Grenzen, um alles auszukundschaften. Von jedem der zwölf Stämme war ein Anführer dabei. Sie kundschafteten alles aus und als sie zurückkamen, sagten sie: „Es ist genau so, wie Gott es gesagt hat. Es ist fruchtbar. Es gibt Weinberge, Olivenbäume und alles, was Gott gesagt hat. Aber: Da leben Riesen und es gibt befestigte Städte. Das schaffen wir nicht. Egal, was Gott sagt. Wir können da nicht hinziehen.“
Ich habe einmal in einer Gemeinde gepredigt, die jemand in der Innenstadt gegründet hatte und die vor allem aus ehemaligen Gangmitgliedern bestand. Neben mir saß ein Mann mit einem Stock und Tattos überall. Er zeigte mir die Tattoos auf seinem Arm und ich sah dort auch viele Narben. Ich fragte: „Wo kommen die her?“ Er antwortete: „Da waren Tattoos von meiner alten Gang. Die wollte ich nicht mehr. Deshalb habe ich ein Buttermesser im Feuer heiß werden lassen und die Tattoos mit dem glühenden Messer entfernt.“
Dann erzählte er mir seine Geschichte. Er war ein sogenannter „Veterano“, also ein langjähriges Gangmitglied. Er gehörte zu den Ältesten. Viele leben gar nicht so lange. Er hatte jemanden aus einer verfeindeten Gang umgebracht und als er eines Tages bei jemandem auf dem Sofa schlief, stiegen ein paar Kerle der anderen Gang durchs Fenster, hielten ihm einen Revolver an den Kopf und drückten ab.
Durch ein Wunder überlebte er, und ich glaube, im Krankenhaus erzählte ihm jemand von Jesus und er fand zum Glauben. Er litt unter Spätfolgen und brauchte einen Gehstock, aber er konnte problemlos sprechen und sein Leben führen. Nach dem Gottesdienst setzten uns zum Mittag zusammen und er erzählte mir mehr von sich. Er sah mich an und fragte in seinem breiten Dialekt: „Ey, Pfarrer, weißt du, was ‚das unverfälschte Wort Gottes‘ bedeutet?“ Ich sagte: „Nein, sag du es mir.“ Meine Bibel lag neben mir. Er sagte: „Das ‚unverfälschte Wort Gottes‘ heißt, dass es in diesem Buch kein ‚Aber‘ gibt!“ Ich glaube, ich habe nie eine bessere Erklärung gehört.
Die Israeliten sagen also: „Es ist alles so, wie Gott es gesagt hat – aber: Wir schaffen das nicht. In dem Land leben Riesen“ und so weiter. Ich lese 4. Mose 13,27-30, wo sie darüber sprechen:
„Ihr Bericht lautete folgendermaßen: ‚Wir kamen in das Land, in das du uns geschickt hast. Dort fließen in der Tat Milch und Honig und das hier sind Früchte, die dort wachsen. Doch die Menschen, die dort leben, sind stark und ihre Städte sind sehr groß und gut befestigt; sogar die Anakiter haben wir dort gesehen. Die Amalekiter wohnen im Negev und die Hetiter, Jebusiter und Amoriter im Gebirge. Die Kanaaniter wohnen an der Mittelmeerküste und im Jordantal.‘ Doch Kaleb [einer der 12 Kundschafter] ermutigte die Israeliten, die sich gegen Mose stellten: ‚Lasst uns sofort aufbrechen und das Land einnehmen, denn wir können es ganz bestimmt erobern!‘, rief er.“
Kaleb hatte dieselben befestigten Städte und Riesen gesehen wie die anderen. Aber er sagte: „Wir schaffen es!“ Später sagt Josua im gleichen Kapitel: „Ihre Verteidigung hat sie verlassen. Der Herr ist mit uns. Die verspeisen wir zum Frühstück. Ziehen wir hinauf!“ Josua und Kaleb waren die einzigen Kundschafter, die glaubten, was Gott gesagt hatte. Gott hatte zu Josua und Mose gesagt: „Ich habe euch alles gegeben, wohin ihr euren Fuß setzt. Ich habe euch das Land gegeben.“ Zwei der Männer glaubten Gott. Die anderen zehn sagten: „Das schaffen wir nicht. Das geht nicht. Da sind Riesen.“ In den Versen 31-33 lesen wir:
„Aber die anderen Spione wandten ein: ‚Wir können nicht gegen sie in den Kampf ziehen, denn sie sind stärker als wir.‘ Und sie stellten den Israeliten das Land, das sie erkundet hatten, negativ dar …“
In einer anderen Übersetzung steht: „Sie brachten ein böses Gerücht auf.“ Ein Gerücht, das dem widersprach, was Gott gesagt und versprochen hatte.
„Sie stellten den Israeliten das Land, das sie erkundet hatten, negativ dar [und brachten ein böses Gerücht auf]: ‚Das Land, durch das wir gezogen sind, um es zu erkunden, verschlingt seine Bewohner. Die Menschen, die wir dort gesehen haben, sind sehr groß. Sogar die Riesen, die Anakiter, haben wir gesehen. Wir kamen uns neben ihnen wie Heuschrecken vor, und in ihren Augen waren wir das auch.‘“
Sie sagten: „Als wir uns anschauten und dann sie, kamen wir uns wie Heuschrecken vor. Und in ihren Augen waren wir das auch.“ Mit anderen Worten: „Als sie uns sahen, dachten sie: ‚Diese Kerle sind wie Insekten, die man zerquetschen kann. Die sind wie Heuschrecken. Diese Israeliten sind für uns kein Problem.‘“ Sie überzeugten das ganze Volk Israel, sich gegen Gott aufzulehnen und seinem Versprechen nicht zu glauben und nicht ins Versprochene Land zu gehen. Und so drehten sie die folgenden vierzig Jahre Runden um den Berg Sinai und zogen nicht in das Land. Ihre Generation starb. Eine neue Generation sollte in das Land einziehen. Nun war Josua der Anführer. Er schickte zwei Kundschafter los. Sie landeten bei Rahab, einer Prostituierten. Achte darauf, was geschah. Sie versteckte sie auf dem Dach. Und in Josua 2,8-11 heißt es:
„Bevor die Kundschafter sich in dieser Nacht schlafen legten, stieg Rahab noch einmal auf das Dach, um mit ihnen zu reden. ‚Ich weiß, dass der Herr euch dieses Land gegeben hat‘, sagte sie zu ihnen. ‚Wir haben alle große Angst vor euch. Die Leute fürchten sich entsetzlich. Denn wir haben gehört, wie der Herr euch trockenen Fußes durch das Rote Meer gebracht hat, als ihr [vor 40 Jahren] aus Ägypten auszogt. Wir wissen auch, was ihr Sihon und Og, den beiden Amoriterkönigen jenseits des Jordan, angetan habt, deren Völker ihr [vor 40 Jahren] völlig vernichtet habt. Als wir das hörten, ängstigten wir uns schrecklich! Keiner hat noch den Mut zu kämpfen. Denn der Herr, euer Gott, ist der Gott oben im Himmel und unten auf der Erde.“
Sie sagt hier, was vierzig Jahre zuvor wirklich geschehen war. „Als wir vor vierzig Jahren davon hörten, bekamen alle Angst. Alle fürchteten sich entsetzlich. Alle hatten schreckliche Angst. Keiner hatte noch den Mut zu kämpfen.“ Ist dir bewusst, was wir da gerade gelesen haben? Vierzig Jahre zuvor hatten die Israeliten gesagt: „Wenn sie uns sehen, sind wir für sie wie Heuschrecken. Sie haben überhaupt keine Angst vor uns. Sie glauben, sie könnten uns einfach zerquetschen.“ Aber in Wahrheit hatten die Leute aus Jericho und die Einwohner des Landes ebenfalls furchtbare Angst.
Die Israeliten erlebten nicht, was Gott ihnen versprochen hatte, weil sie einer Lüge glaubten. Eine einzige Lüge hielt sie vierzig Jahre vom Versprochenen Land fern. Eine einzige Lüge hinderte die ganze Generation daran, zu bekommen, was der Herr ihnen versprochen hatte.
Zurück zum Buch Jona: Wenn wir die Lügen des Feindes beachten, wenn wir darauf hören und ihnen Aufmerksamkeit schenken, verwerfen wir unsere eigene Gnade. Wer hatte ihnen gesagt, was die Kanaaniter dachten? Woher hatten sie das? Vom Feind! Es war eine Lüge, die der Feind ihnen eingeflüstert hatte. Sie griffen sie auf und wiederholten sie, obwohl sie dem widersprach, was Gott gesagt hatte.
Josua und Kaleb waren die Einzigen, die zustimmten und beschlossen, Gottes Wort zu glauben. Und vierzig Jahre später waren Josua und Kaleb die Einzigen aus dieser Generation, die das Versprochene Land betraten. Die beiden, die Gottes Wort geglaubt hatten, durften erleben und in Empfang nehmen, was Gott versprochen hatte. Alle anderen nicht. Und wir müssen heute entscheiden, ob wir Gottes Wort glauben und ihm für seine Zusagen danken wollen, bevor sie sich sichtbar erfüllen, oder ob wir den Lügen des Feindes unsere Aufmerksamkeit schenken. Ich hoffe, du entscheidest dich dafür, Gott zu glauben.
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