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Warum Weglaufen keine Lösung ist

Nicht jeder Umweg führt ans Ziel. Die Geschichte des Propheten Jona erzählt von einem Mann, der seinem Auftrag ausweichen wollte und dabei in einen Sturm geriet, der ihn zum Umdenken brachte. Bayless Conley zeigt in dieser Sendung, warum Gott Menschen nicht aufgibt – und er auch dir immer wieder die Chance für einen Neuanfang gibt.

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  • Hallo, ich freue mich, dass du dabei bist. Wir sind gerade mitten in einer spannenden Reihe über Jona. Seine Geschichte ist faszinierend. Jona war ein Prophet. In 2. Könige 14 kannst du nachlesen, wie eine seiner Prophezeiungen ganz konkret eintraf. Jesus macht in Matthäus 12 deutlich: Die Geschichte von Jona ist wirklich passiert. Gleichzeitig war sie ein „Bild“ für das, was mit Jesus geschehen würde – für seinen Tod, sein Begräbnis und seine Auferstehung. In Jona 1,1-2 heißt es:

    „Der Herr schickte Jona, dem Sohn von Amittai, folgende Botschaft: Mach dich auf den Weg und geh in die große Stadt Ninive! Ruf aus, was ich gegen sie vorbringen muss, denn ihre Bosheit stieg bis zu mir hinauf!“

    Hier steckt einiges an Bildsprache drin, aber auf jeden Fall schrie die Bosheit von Ninive zum Himmel. Ninive stand deshalb das Gericht bevor. Die Menschen dort gehörten zu einem der brutalsten und skrupellosesten Völker, die je auf der Erde gelebt haben. Sie haben Städte erobert und dann nicht wie die Römer Soldaten stationiert, um für Ordnung zu sorgen, sondern sie haben einfach alle umgebracht.

    Viele der Männer häuteten sie bei lebendigem Leib und hängten ihre Häute an die Stadtmauern. Andere spießten sie auf Pfähle und ließen sie langsam und qualvoll sterben. Alle hatten Angst vor ihnen. Jeder Israelit kannte die Menschen von Ninive. Sie waren eine große Bedrohung für das Volk Israel. Jona wusste, was das für Menschen waren. Und nun sagte Gott: „Ihre Bosheit ist bis zu mir gedrungen.“ Trotzdem schickte Gott Jona mit einer Botschaft der Umkehr zu ihnen. Stell dir das einmal vor. Gott gab ihnen die Chance, ihre Bosheit zu bereuen und neu anzufangen. Er gab ihnen die Chance, der Vernichtung zu entkommen. Gott ist voller Barmherzigkeit. In Vers 3 lesen wir weiter:

    „Doch Jona machte sich auf den Weg, um vor dem Herrn nach Tarsis zu fliehen. Er ging hinunter nach Jafo, wo er ein Schiff fand, das nach Tarsis auslief. Er bezahlte die Überfahrt und ging an Bord, um nach Tarsis zu kommen. Er wollte weg vom Angesicht des Herrn.“

    Statt Gott zu gehorchen, bestieg Jona ein Schiff, das ins heutige Spanien fuhr, also im Grunde so weit von Ninive weg, wie man in der damals bekannten Welt nur reisen konnte – über 3.000 Kilometer entfernt. Warum? Weil er dachte: „Wenn ich so weit weg bin, kann ich Gott gar nicht gehorchen. Dann hören sie die Botschaft nicht und werden vernichtet.“ Und das war genau das, was Jona wollte.

    In Kapitel 4,1 sagt er es selbst: „Gott, ich bin weggelaufen, weil ich wusste, dass du gnädig und barmherzig bist.“ Als die Menschen von Ninive Reue zeigten und zu Gott umkehrten, wurde Jona wütend, weil er wollte, dass sie vernichtet wurden. Er wollte nicht, dass die Stadt gerettet wurde. Genau das bringt er zum Ausdruck. Es erinnert mich an Christen heute. Sie wollen anderen Menschen gar nicht vom Evangelium erzählen. Sie gehen einfach davon aus, dass sie in die Hölle kommen.

    Aber diese Haltung passt nicht zu Jesus. Wir müssen aufstehen, losgehen und laut werden. Wir müssen den Menschen das Evangelium bringen und ihnen sagen, dass sie umkehren und glauben sollen. Jona bestieg also das Schiff und machte sich auf den Weg nach Tarsis im heutigen Spanien. In den Versen 4-5 heißt es:

    „Doch der Herr ließ einen heftigen Wind auf dem Meer aufkommen, der zu einem Sturm wurde, sodass das Schiff zu zerbrechen drohte. Aus Angst schrien die Seeleute zu ihren Göttern und warfen Ladung über Bord, um das Schiff leichter zu machen. Jona aber war unter Deck, hatte sich hingelegt und schlief tief und fest.“

    Spannend. Jona war ungehorsam, lief vor Gott davon und fand sich in einem Sturm wieder. Ich werde gleich noch mehr dazu sagen. Aber hier steht etwas Interessantes – nämlich, dass Jona hinunter nach Jafo ging, ein Schiff fand, das nach Tarsis fuhr und er für die Überfahrt bezahlte.

    Sünde kostet immer etwas, ihr Lieben. Ungehorsam hat immer seinen Preis. Jona ging hinunter nach Jafo, fand ein Schiff und ging an Bord. Dann lesen wir, dass er sich ganz unten im Schiff befand. Von dem Moment an, als er Gott nicht mehr gehorchte und er Gottes Willen für sein Leben den Rücken kehrte, gab es für ihn nur noch eine Richtung: abwärts, abwärts, abwärts.

    Wenn jemand vor Gott weglaufen will, sorgt der Teufel immer für eine Mitfahrgelegenheit. Du willst vor Gott weglaufen? Der Teufel hilft dir dabei. Aber dein Leben geht dabei abwärts, abwärts, abwärts. Jona wusste genau, was er tat. Wir reden hier nicht über jemanden, der keine Ahnung hatte oder noch nicht reif genug war. Jona war Gottes Prophet. Eine Stadt mit vielleicht einer Million Einwohnern stand auf dem Spiel. Und er lief vor Gottes Willen davon.

    Was jetzt? Gott schickte einen Sturm. Vielleicht sagst du: „Ich glaube nicht, dass er ihn schickte. Das passt nicht zu meiner Theologie.“ Dann musst du wohl etwas an deiner Theologie ändern. Deine Theologie sollte mit der Bibel übereinstimmen. In der Bibel steht hier: „Der Herr schickte einen Sturm.“

    Hier steht nicht, dass Gott Jona krank machte oder ihm Krebs schickte. Aber Gott wirbelte die Situation auf, weil Jona genau wusste, dass er auf dem falschen Weg war und Gott ihn damit nicht einfach davonkommen lassen wollte. Vielleicht wird bei dir auch gerade einiges aufgewirbelt. Vielleicht – nur vielleicht – hat Gott einen Sturm geschickt, weil du dich auf diesen fragwürdigen Typen eingelassen hast und dabei deine Überzeugungen über Bord wirfst. Vielleicht verkaufst du Seife, obwohl du das Evangelium predigen sollst. Vielleicht läufst du davon, obwohl du weißt, dass du zu etwas Bestimmtem berufen bist. Gott lässt dich in seiner Gnade nicht damit davonkommen. Denn erstens hat es Folgen für andere und ihr ewiges Leben. Und zweitens gibt es für ein Leben gegen Gottes Willen nur eine Richtung: abwärts, abwärts, abwärts. In seiner Gnade will Gott dir helfen.

    Lesen wir die Geschichte weiter. In Vers 5 heißt es: „Aus Angst schrien sie zu ihren Göttern, aber Jona hatte sich hingelegt und schlief tief und fest.“ Interessanterweise schläft er, während die anderen verzweifeln. Das erinnert mich ein wenig an die Kirche. Menschen verzweifeln in der Finsternis, und die Kirche schläft im Licht. Jona 1, die Verse 6 bis 12:

    „Da kam der Kapitän zu ihm und sagte: ‚Was ist mit dir, du Schläfer? Steh auf! Ruf zu deinem Gott! Vielleicht denkt dieser Gott an uns und wir gehen nicht unter!‘ Die Männer sagten zueinander: ‚Kommt, lasst uns das Los werfen um zu sehen, weswegen uns dieses Unglück zustößt.‘ Sie warfen das Los und das Los fiel auf Jona. ‚Sag uns doch, warum dieses Unglück über uns hereinbricht‘, sprachen sie. ‚Was ist dein Beruf? Aus welchem Land kommst du? Zu welchem Volk gehörst du?‘ Er antwortete ihnen: ‚Ich bin ein Hebräer, und ich bete den Herrn an, den Gott des Himmels, der Meer und Land geschaffen hat.‘ Und er erzählte ihnen, dass er vor dem Herrn fortlief. Die Seeleute waren entsetzt, als sie das hörten. ‚Was hast du da getan?‘, jammerten sie. Und weil der Sturm immer stärker wurde, fragten sie ihn: ‚Was können wir nur mit dir tun, damit das Meer um uns herum zur Ruhe kommt?‘ – ‚Nehmt mich und werft mich ins Meer‘, sagte Jona, ‚dann wird es sich um euch herum beruhigen. Denn ich weiß, dass dieser schreckliche Sturm meinetwegen über euch gekommen ist.‘“

    Jona war klug genug, um das zu wissen. Wie gesagt: Mir fällt auf, dass er schlief, während Ninive vom Gericht bedroht war. Ging es den Seeleuten nicht wie vielen anderen? Sie beteten nur, als sie in Not waren. Sie riefen ihre Götzen an und beteten, bekamen aber keine Antwort. Es gibt nur einen Gott, der Gebete hört und erhört – den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hört dich, und er erhört dein Gebet.

    Ich möchte an dieser Stelle kurz einen anderen Gedanken aufgreifen. Jona sagt: „Es liegt an mir.“ Alle sind in Not, und zwar wegen Jona. Sünde in den eigenen Reihen bringt Probleme mit sich. Das glaubst du nicht? Dann lies die Geschichte von Achan in Josua 7. Israel hatte gerade Jericho besiegt und zog weiter zur nächsten Stadt im verheißenen Land, nach Ai. Sie dachten, hier würde es genauso laufen. Aber weil Achan gesündigt hatte, erlitten sie dort eine schwere Niederlage.

    Josua fiel vor Gott nieder und fragte: „Gott, was sollen wir tun? Warum hast du das zugelassen?“ Gott antwortete: „Steh auf. Im Volk wurde gesündigt. Das ist der Grund.“ Es lag an einem Mann namens Achan. Er hatte babylonische Kleider, Silber und anderes gestohlen und in seinem Zelt vergraben. Seine Sünde hatte Auswirkungen auf das ganze Volk. Vielleicht denkst du: „Moment, die Sünde eines Einzelnen kann sich auf alle anderen auswirken?“ Ja, absolut. Besonders dann, wenn du die Möglichkeit hättest, etwas dagegen zu unternehmen, es aber nicht tust.

    Ich habe vor vielen Jahren einmal mit einem Mann gesprochen, der von seiner Organisation erzählte. Er hatte mehrere Gemeinden geleitet, war zu der Zeit aber im Reisedienst unterwegs. Er hatte noch andere Aufgaben und bewegte eine Menge. Dann erfuhr er, dass ein Mitarbeiter aus seinem Team in schwere sexuelle Sünde verstrickt war. Das lief schon lange so. Man konnte also nicht einfach sagen: „Na gut, bringen wir das in Ordnung und du machst weiter wie bisher.“ Natürlich wollte man ihm helfen, wieder auf die Beine zu kommen, aber nicht während er weiter dort arbeitete. Denn die Form von Schuld hatte viel Negatives mit sich gebracht und der Organisation sehr geschadet. Leider zeigte der Mann keine Reue und ihm wurde gekündigt. Man sagte: „Du musst gehen, du bist entlassen.“

    Als ich später über dieses Gespräch nachdachte, fielen mir verschiedene Punkte an der Geschichte auf. Zum einen: Der Mann zeigte keine Reue. Er wollte sich nicht ändern, also konnte er nicht zurück an seinen Platz. Zum anderen erzählte der Prediger: „Wir hatten in der Zeit Schwierigkeiten, auch finanzielle Schwierigkeiten. Alles war schwierig.“

    Und ja, es gibt schwierige Zeiten im Dienst. Der Vollzeitdienst ist nichts für schwache Nerven. Aber der Prediger erzählte: „Sobald wir von der Schuld erfuhren und etwas unternahmen, war es, als würde sich eine angezogene Handbremse lösen. Auf einmal ging es wieder voran. Kaum war die Bremse gelöst, ging es in allem vorwärts. Es kam Geld herein, um das wir Gott voller Glauben gebeten hatten und die finanzielle Situation besserte sich. Alles kam wieder in Schwung. Vieles veränderte sich zum Positiven.“

    Ich bin mittlerweile seit – lass mich überlegen – 46 oder 47 Jahren Pastor. Schon ziemlich lange. Ein paar Jahre war ich Zweitpastor. Seit 1983 sind wir hier in der Cottonwood Church. Ich bin also schon seit einer ganzen Weile als Pastor unterwegs an verschiedenen Stellen.
    Ein paar Mal mussten wir uns auch mit Sünde in den eigenen Reihen auseinandersetzen. Unsere Gemeinde ist ziemlich groß, viele kommen zum Gottesdienst und man kennt nicht jeden. Da sündige Menschen Rettung brauchen, wollen wir, dass sie zum Gottesdienst kommen, die gute Nachricht hören und gerettet werden. Wir holen sie da ab, wo sie sind, und ermutigen unsere Leute ihre Freunde, Verwandte, Nachbarn und Kollegen zum Gottesdienst einzuladen, damit sie die gute Nachricht hören. Manchmal sagt jemand: „Draußen auf dem Parkplatz hat jemand geraucht.“ Na sehr gut! Das sind genau die Leute, die wir uns hier wünschen.

    Ich weiche gerade von meinen Notizen ab, aber wir haben mal einen bekannten Countrysänger eingeladen. Wir sind in jeden Cowboy- und Honky-Tonk-Club im Umkreis von 40 Kilometern um unsere Gemeinde gegangen, in jede Bar und Kneipe, und haben Flyer für das Konzert mit ihm verteilt. Der Countrysänger war Christ geworden; deshalb hatten wir ihn eingeladen. Er meinte: „Ich singe einfach meine christlichen Songs.“ Aber wir sagten: „Nein, nein! Wir haben ganz verschiedene Leute eingeladen. Viele wollen deine Hits von früher hören. Also sing ein paar davon, und dann kannst du ja umschwenken und ein bisschen von deiner Beziehung mit Jesus erzählen. Sing deine christlichen Songs, dann interviewe ich dich, und danach werfen wir die Netze aus.“

    Und es war richtig was los. Leute standen auf dem Gemeindeparkplatz und feierten an ihren Pick-ups mit vollen Bierkisten. Das waren genau die Leute, die wir erreichen wollten. Wir sind nicht rausgegangen und haben gesagt: „Verschwindet mit eurem Bier von unserem Parkplatz! Das hier ist eine Kirche, und ihr habt eh schon zu viel getrunken!“ Nein. Wir wollten, dass sie kamen! Das sind die Leute, die wir erreichen müssen. Sie kamen rein und hörten zu. Ich glaube, an diesem Abend gaben mehrere hundert Leute Jesus ihr Leben.

    Wir wollen also, dass sündige Menschen in unsere Gemeinde kommen. Aber wenn jemand aus dem Mitarbeiterteam in schwerer Sünde lebt und nicht bereit ist umzukehren, kann man das nicht einfach laufen lassen. Ich musste über die Jahre einige solcher Situationen klären.

    Ich weiß noch, wie mir einmal der Heilige Geist zeigte, dass mit jemandem aus unserem Gemeindeteam etwas nicht stimmte. Die Person hatte eine einflussreiche Position. Ich fand es auf übernatürliche Weise heraus. Im Gebet sagte der Heilige Geist zu mir: „Diese Person veruntreut Geld aus ihrem Arbeitsbereich.“ Sie hatte tatsächlich Zugriff auf Finanzen. Ich bin dann auf die Person zugegangen und habe gefragt: „Hast du Geld der Gemeinde genommen?“ Sie sagte: „Nein! Natürlich nicht. Wie kommst du darauf?“ Ich habe gesagt: „Der Heilige Geist hat mir gesagt, dass du stiehlst.“

    Die Person sah weg und sagte: „Naja, ich habe es mir geliehen. Ich zahle es ja wieder zurück.“ Wie sich herausstellte, „lieh“ sie sich schon seit einer ganzen Weile Geld, und es waren ziemlich große Summen – die sie übrigens nie zurückzahlte. Ich habe ihr gekündigt, weil sie sich Gottes Geld „geliehen“ hatte, das andere Menschen der Gemeinde gegeben hatten. Und auf einmal löste sich die Handbremse.

    In der Geschichte von Jona sagt er: „Es liegt an mir.“ Wegen Jona erlebten alle diesen Sturm und Jona sagte: „Dieser Sturm ist meinetwegen hier. Wenn ihr wollt, dass er aufhört, werft mich ins Meer und er wird sich beruhigen.“ Interessanterweise lesen wir nirgends, dass Jona betete. Jona betete nicht, bevor er das Schiff nach Tarsis bestieg. Er betete nicht einmal, während er auf dem Schiff war. Er sagte nur: „Werft mich ins Wasser.“

    Er betete nicht, dass Gott ihn rettete. Nichts dergleichen. Die Männer warfen in dieser Geschichte das Los, um zu sehen, an wem es lag, bevor Jona schließlich alles bekannte. Das Wort „Los“ meint wörtlich „Stein“ oder „Kiesel“, irgendeine Art Würfel, farbige Steine oder verschieden lange Holzstücke. So, wie wir Strohhalme nehmen, um zu sehen, wer den kürzesten zieht.

    Damals glaubte man, dass der Wille Gottes oder der Wille der Götzen auf diese Weise erkennbar wird – durch übernatürliches Eingreifen. So löste man Konflikte. Interessanterweise sehen wir in der Bibel, dass Gott seinen Willen tatsächlich auf diese und ähnliche Weise deutlich macht. Ich lese dazu ein paar Verse. In Sprüche 16,33 heißt es:

    „Die Würfel können wir werfen, aber wie sie fallen, bestimmt der Herr.“

    Josua 18,10:

    „Dort warf Josua das Los in der Gegenwart des Herrn. So verteilte Josua die verschiedenen Gebiete unter den Israeliten.“

    Josua teilte das gelobte Land zumindest zum Teil mit Hilfe dieser Methode zwischen den verschiedenen Stämmen auf.
    Kommen wir zum Neuen Testament: Apostelgeschichte 1. Jesus ist aus dem Grab auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Und auf der Grundlage der Psalmen, suchen die Jünger zuerst im geschriebenen Wort nach Gottes Willen. In Apostelgeschichte 1,20 heißt es:

    „Genau das wurde im Buch der Psalmen vorausgesagt. Dort steht: ‚Sein Haus soll leer werden, sodass niemand mehr darin lebt‘, und: ‚Sein Amt gib einem andern‘.“

    Sie verstanden, dass es hier um Judas ging, der Jesus verraten und Selbstmord begangen hatte, und dass sie einen Ersatz für Judas finden sollten. Weiter heißt es:

    „Dieser andere muss jemand sein, der die ganze Zeit dabei war, als wir mit Jesus, dem Herrn, zusammen waren – und zwar von dem Tag an, als er von Johannes getauft wurde, bis zu dem Tag, als er von uns fort in den Himmel geholt wurde. Derjenige, der gewählt wird, soll mit uns ein Zeuge der Auferstehung von Jesus sein.“

    Es gab also konkrete Kriterien. Manche sagen, Paulus sei der zwölfte Apostel geworden. Aber das stimmt nicht. Im Neuen Testament werden noch zahlreiche andere Apostel außer Paulus erwähnt.

    Es musste jemand sein, der die ganze Zeit mit ihnen unterwegs gewesen war. Einer von den 70 Jüngern, die Jesus ebenfalls ausgewählt hatte, und die ihm folgten. Einer, der von der Taufe durch Johannes bis zur Himmelfahrt dabei war. Sie brauchten ihn als Ersatz für Judas. Es gab also bestimmte Kriterien. In den Versen 23–26 lesen wir:

    „Daraufhin stellten sie zwei Männer zur Wahl auf: Josef, genannt Barsabbas (auch unter dem Namen Justus bekannt), und Matthias. Dann beteten alle darum, dass der richtige Mann gewählt würde. ‚Herr‘, baten sie, ‚du kennst die Herzen der Menschen. Zeig uns, welchen dieser beiden Männer du dazu erwählt hast, als Apostel die Stelle von Judas einzunehmen und sein Amt anzutreten, denn der hat uns verlassen und ist dahin gegangen, wo er hingehört.‘ Dann zogen sie Lose, und auf diese Weise wurde Matthias gewählt und den elf anderen als Apostel an die Seite gestellt.“

    Interessant. Die Apostel sagten nach der Auferstehung: „Wir grenzen es auf diese beiden Männer ein.“ Dann beteten sie und sagten: „Jetzt ziehen wir Lose und sehen, welchen von beiden Gott auserwählt hat.“

    Eines sollten wir allerdings bedenken. Dieser Bericht ist wahr. Er steht in Apostelgeschichte 1. Aber dann folgt Apostelgeschichte 2,1. Pfingsten kommt und die 120 Menschen im oberen Saal werden vom Heiligen Geist erfüllt. Von diesem Tag an, seitdem die Christen, die Apostel und alle anderen Gläubigen, die 120 aus dem Obergemach, mit dem Heiligen Geist erfüllt worden waren, nutzten sie diese Methode nie mehr, um Gottes Willen zu erkennen. Sie wird in der Bibel nirgendwo mehr erwähnt.

    Sie zogen nie mehr Lose, um Gottes Willen zu erkennen. Sie sagten nie mehr wie Gideon: „Gott, wenn du willst, dass ich das tue, dann lass es um das Vlies herum trocken sein und das Vlies nass; oder lass das Vlies trocken sein und alles rundherum nass. Dann weiß ich, dass das dein Wille für mich ist.“ Man hört manchmal jemanden sagen: „Du musst ein Vlies auslegen.“ Ja, Gideon tat das. Aber er stammte aus einer Familie, die Götzen angebetet hat. Er kannte Gott nicht so, wie wir ihn kennen. Ja, selbst die Apostel zogen Lose, um einen Ersatz für Judas zu bestimmen. Aber da waren sie noch nicht vom Heiligen Geist erfüllt. Nach Pfingsten, als sie getauft und vom Heiligen Geist erfüllt waren, versuchten sie nie wieder, Gottes Willen auf diese Weise zu erkennen. Ein wiedergeborener Christ lässt sich vom Heiligen Geist führen und nicht von einem Vlies. Wenn du ein Vlies auslegst, wirst du Wolle lassen müssen. Mit anderen Worten: Du wirst getäuscht.

    Kommen wir zurück zur Geschichte von Jona. Ich habe heute einige Exkurse gemacht, aber ich hoffe, dass es hilfreich für dich war.
    Das Los fiel also auf Jona. Deine Sünde wird dich immer einholen. Es kann peinlich sein, wenn Gott diese Sünde vor Nichtchristen aufdeckt. Das Los fiel auf Jona, aber sie wollten es auch von Jona selbst hören. Wir lesen in Vers 8: „Sie sagten: Sag uns doch, warum dieses Unglück über uns hereinbricht. Wir wollen es aus deinem eigenen Mund hören.“ Sie warfen also das Los, würfelten, zogen Strohhalme – und alles wies auf Jona hin. Aber sie wollten, dass es Jona mit eigenen Worten zugab. Und das tat er.

    Sie fragten: „Was ist dein Beruf?“ Sie dachten wahrscheinlich, irgendein zwielichtiges Geschäft hättet dieses Unglück über sie gebracht. Aber Jona sagte: „Ich bete den Gott des Himmels an, der Meer und Land geschaffen hat.“ Sie mussten gedacht haben: „Warte, dein Gott hat das Meer gemacht und du gehorchst ihm nicht? Und nun stecken wir in diesem heftigen Sturm? Weil du vor ihm davonläufst?“ Denn Jona erzählte ihnen, was er getan hatte. Er sagte: „Gott hat mir aufgetragen, nach Ninive zu gehen und zu predigen. Ich wollte nicht, also lief ich weg, und deswegen ist dieser Sturm gekommen. Gott versucht mich zurückzuholen.“ Sie müssen total entsetzt gewesen sein.

    Wie konnte jemand, der eine Beziehung zum lebendigen Gott hatte – dem Gott des Himmels, dem Schöpfer des Meeres und des Landes, dem Richter der Erde – wie konnte er ihm ungehorsam sein und das auf die leichte Schulter nehmen? Jona fürchtete Gott nicht so, wie er sollte. Mir haben schon Leute beiläufig gesagt: „Gott hat mir vor langer Zeit mal dieses oder jenes aufgetragen. Aber ich habe es nicht gemacht.“ Für sie war das keine große Sache. Aber ich dachte: „Was? Dann los! Fang an und erledige es!“ Wie können wir es wagen, Gott ungehorsam zu sein und nicht das Evangelium zu verbreiten? Die Menschen dieser Generation, die heutigen Niniviten, nicht zur Umkehr aufrufen? Wir sind dazu aufgefordert, berufen und ausgerüstet, dieser Welt das Evangelium zu bringen. Wir haben die gute Nachricht. Behalten wir sie nicht für uns! Seien wir keine Jonas. Stehen wir auf. Gehen wir los und rufen wir es den Menschen dieser Generation im Namen von Jesus zu.

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