Warum du vor Gott bestehen kannst – Philipperbrief
Gottes Maßstäbe sind so hoch, dass wir alle sie verfehlen. Worauf kannst du also vertrauen, um vor ihm zu bestehen? In dieser Sendung zeigt Bayless Conley, dass du Gottes Nähe nicht durch gute Taten oder religiöse Rituale verdienen kannst. Aber Jesus möchte dir dennoch begegnen – und er hat einen Weg dafür gefunden!
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Hallo, schön, dass du heute dabei bist. Wir beschäftigen uns mit dem Philipperbrief und sind heute in Kapitel 3. Wenn du eine Bibel oder eine Bibel-App hast, öffne sie gern und lies mit. In der Mitte des Kapitels schreibt Paulus an die Christen in Philippi über die sogenannte Judaisten. Sie waren gekommen, nachdem er gegangen war, und sagten: „Ja, Jesus ist der Messias. Er ist der Retter. Aber er ist nur der Retter für Israel. Wenn ihr gerettet werden wollt, müsst ihr zum jüdischen Glauben übertreten. Ihr müsst euch beschneiden lassen. Ihr müsst das Gesetz des Mose halten. Nur wenn ihr Jesus vertraut, euch ganz genau an die Gebote von Mose haltet und euch beschneiden lasst, seid ihr wirklich gerettet.“ Damit hatten sie die Botschaft von der Rettung durch Gnade aus Glauben einfach verstümmelt.
Paulus ärgert sich darüber und warnt die Philipper. Er schreibt: „Es geht nicht darum, was wir tun. Wenn es darum ginge, hätte ich mehr Grund, stolz zu sein als alle anderen. Ich habe das Gesetz des Mose perfekt gehalten. Ich war Pharisäer, gehörte zur strengsten jüdischen Gruppierung in unserem Volk. Ich bin ein richtiger Hebräer. Meine Eltern waren Hebräer aus der Stadt Tarsus. Sie lebten in einer griechischsprachigen Stadt und blieben der hebräischen Sprache und den hebräischen Sitten treu. Ich habe die Christen bis in den Tod verfolgt, weil ich dachte, sie hätten die Überlieferung und das Gesetz des Mose verändert. Wenn es ums Tun gehen würde, hätte ich jeden Grund, stolz zu sein. Wenn man dadurch in den Himmel käme, hätte ich es geschafft. Aber all das ist ein Haufen Müll. Gerettet werden wir nur durch Gnade aus Glauben. Durch nichts anderes.“
Manche denken auch heute noch so. Sie meinen vielleicht nicht, man soll sich beschneiden lassen, aber sie sagen, man soll bestimmte Kleidung tragen, das Richtige essen oder eine bestimmte Form der Taufe praktizieren. Man soll das eine so tun und darf das andere nicht lassen. Sie fügen dem Werk von Jesus etwas hinzu – nämlich bestimmte Taten. Und das ärgert Paulus. Er sagt: „Das ist falsch“ und nennt sie üble Arbeiter. In Philipper 3,8 schreibt er:
„Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Christus Jesus als meinen Herrn kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur Christus soll mein Gewinn sein.“
„Nur Christus soll mein Gewinn sein.“ Paulus spricht hier davon, dass Jesus zu kennen, alles überragt. Das Wort „Kennen“ meint wörtlich ein intimes, persönliches Kennen. Es geht um eine persönliche Beziehung. In Vers 9 schreibt er:
„und in ihm möchte ich gefunden werden. Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und auf Glauben gegründet ist.“
Er meint hier nicht einfach die Hoffnung, dass er angenommen wird, wenn er stirbt oder wenn Jesus wiederkommt. Nein, er drückt damit seine Demut aus. Er will eins mit Christus sein und nicht auf eigenes Tun vertrauen – weder auf gute Taten noch auf das Einhalten der Gesetze noch auf ein tadelloses religiöses Leben. Er vertraut allein auf Christus und auf die Gerechtigkeit, die Gott schenkt, nicht auf eigene Gerechtigkeit durch das, was wir tun oder lassen.
Manche sagen: „Ich schaue bestimmte Filme nicht.“ Oder: „Ich fluche nicht“. Oder: „Ich trinke kein Koffein.“ Ich habe hier übrigens eine richtig schöne heiße Tasse Tee. Aber manche sagen: „Nimm kein Koffein zu dir und dies nicht und jenes nicht. Weil ich dieses tue, bin ich vor Gott gerecht, oder weil ich jenes lasse, bin ich gerecht vor Gott.“ Nein, ihr Lieben. Es kommt nur auf den Glauben an Jesus an. Eine Gerechtigkeit, die sich auf das stützt, was ich tue oder lasse, ist nicht mehr wert als schmutzige Lumpen. Aber die Gerechtigkeit, die Gott schenkt, kommt durch Glauben. Wenn ich nur auf Jesus vertraue, werde ich durch seine Gerechtigkeit gerecht gemacht.
Im Römerbrief heißt es, dass wir das „Geschenk der Gerechtigkeit“ bekommen haben. Geschenkt, nicht erarbeitet. Wenn jemand gerettet wird und sein Vertrauen allein auf Jesus statt auf eigene Werke setzt, wenn er vertraut, dass Jesus alles am Kreuz vollbracht hat und auferstanden ist, und wenn er ihn als Herrn anerkennt – dann wird sein Geist verändert. Dein wahres Ich wird innerlich verwandelt. Du bist ein geistliches Wesen, geschaffen nach dem Bild Gottes. Ich auch. Du kannst mich nicht sehen, aber ich stecke hier drin. Ich lebe in diesem Haus. Meins hat eine interessante Farbe und ist voller Sommersprossen. Mein Haus hat keine gleichmäßige Farbe, damit muss ich klarkommen. Ich schaue aus diesen beiden Fenstern hinaus in die Kamera, zu dir nach Hause oder wo immer du gerade bist. Mein Ich kannst du nicht sehen. Ich bin ein geistliches, ein ewiges Wesen. Irgendwo werde ich die Ewigkeit verbringen, du auch. Auch du bist ein ewiges Wesen. Aber dieses Wesen, der Bayless hier drin, wurde neu geboren und gerecht gesprochen durch die Gerechtigkeit von Jesus.
In 2. Korinther 5 heißt es über Jesus: „Er, der keine Sünde kannte, wurde für uns zur Sünde gemacht, damit wir zur Gerechtigkeit Gottes gemacht werden können.“ Durch die Gerechtigkeit von Jesus bin ich gerecht. Ich habe nichts dafür geleistet. Es ist ein Geschenk. Vor Gott bin ich gerecht. Ohne dieses Geschenk können wir nicht zu Gott kommen, denn Gott ist heilig. Durch Gnade aus Glauben werden wir vor Gott gerecht und bekommen Zugang zum heiligen Gott. Eine Bemerkung dazu: Ich finde es wichtig, das Richtige zu tun und sich fernzuhalten von Bösem und von Sünde. Aber nicht, um gerettet zu werden. Das ist erst die Frucht der Rettung. Nicht ihre Wurzel.
Ich finde es wichtig, Gutes zu tun, und mein neues Wesen bringt mich auch dazu. Jesus in mir bringt mich dazu, Gutes zu tun, freundlich zu sein und mich fernzuhalten von dem, was schlecht und schädlich ist. Er lässt mich an Gottes Wort festhalten. Je mehr ich darin lese, desto mehr wachse ich in der Gnade. Je mehr ich durch die Bibel lerne, wie Jesus ist, desto mehr werde ich wie er. Aber all das macht mich nicht vor Gott gerecht. Gerecht werde ich aus Glauben. Wenn ich dann richtig handle, ist das die Frucht davon, ein Nebenprodukt. Das Ziel, vor Gott gerecht zu werden, hat etwas mit Beziehung zu tun. Am Ende von Vers 9 schreibt Paulus: „Ich vertraue nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die, die ich durch den Glauben an Christus habe.“ Vers 10:
„Ich möchte Christus erfahren und die Kraft seiner Auferstehung, aber auch seine Leiden mit ihm teilen und seinen Tod mit ihm sterben.“
Ich hake hier kurz ein. Hier schreibt Paulus wieder: „Ich will Christus erfahren.“ Auch hier ist ein intimes, persönliches Kennen gemeint. In der Amplified Classic Bible, einer englischen Übersetzung, wird das richtig gut formuliert. Da heißt es:
„[Denn es ist mein entschiedenes Ziel,] ihn zu kennen [, damit ich immer tiefer und enger mit ihm vertraut werde und seine wunderbare Person immer besser und deutlicher erfasse, verstehe und begreife].“
Damit ich Gott und seinen Sohn jeden Tag besser kennenlerne. Dafür hat Gott uns geschaffen. In Johannes 17,3 sagt Jesus:
„Und das ist der Weg zum ewigen Leben: dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast.“
Ihr Lieben, dafür werden wir gerettet. Wir werden gerecht, wenn wir unser Vertrauen auf Jesus setzen. Er ist für unsere Schuld gestorben. Er, der keine Sünde kannte, wurde zur Sünde gemacht. Ein vollkommener Austausch, damit ich seine Gerechtigkeit bekommen kann. Und deswegen kann ich eine Beziehung zu ihm und dem Vater haben.
Als Paulus dem Herrn auf der Straße nach Damaskus begegnete und errettet wurde, stellte er ihm zwei Fragen. Die Antworten auf diese beiden Fragen erschlossen sich Paulus nach und nach – und von diesem Tag an prägten sie sein ganzes Leben. Die erste Frage war: „Wer bist du, Herr?“ In unserem Text schreibt er jetzt viele Jahre später: „Ihn will ihn erkennen, mit ihm will ich immer vertrauter werden. Ich will Jesus und dem Vater immer näherkommen. Ich will sie immer besser kennenlernen.“ Auf der Straße nach Damaskus fragt er zum einen: „Wer bist du, Herr?“ Und zum anderen: „Herr, was willst du, das ich tun soll?“ Die Antwort bekommt er Schritt für Schritt – indem er Gottes Willen folgt. In unserem Text schreibt er: „Ich will ihn kennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden, indem ich seinem Tod gleich werde. Ich will ihn kennen und die Kraft seiner Auferstehung.“
Darüber möchte ich kurz sprechen. Paulus meint hier nicht die zukünftige Auferstehung aller Menschen – derer, die vor Gott gerecht sind und derer, die es nicht sind. Es geht nicht um den Moment, wenn alle, die zu Jesus gehören, auferweckt werden und ihren neuen, unsterblichen Körper bekommen. Wenn alle Ungläubigen, die Gottes Rettung nicht angenommen haben, laut Offenbarung vor dem großen weißen Richterstuhl stehen werden. Das meint Paulus nicht, wenn er schreibt: „Ich will die Macht seiner Auferstehung erkennen.“ Ich lese Epheser 1, die Verse 16–20. Da schreibt Paulus an die Gemeinde in Ephesus:
„… habe ich nicht aufgehört, Gott für euch zu danken. Ich bete ständig für euch und bitte den Gott unseres Herrn Jesus Christus, den Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Einsicht zu schenken, damit eure Erkenntnis von Gott immer größer wird. Ich bete, dass eure Herzen hell erleuchtet werden, damit ihr die wunderbare Zukunft, zu der er euch berufen hat, begreift und erkennt, welch reiches und herrliches Erbe er den Gläubigen geschenkt hat. Ich bete, dass ihr erkennen könnt, wie übermächtig groß seine Kraft ist, mit der er in uns, die wir an ihn glauben, wirkt. Es ist dieselbe gewaltige Kraft, die auch Christus von den Toten auferweckt und ihm den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite im Himmel gegeben hat.“
Als ich noch nicht lange Christ war, war ich einmal bei einer Veranstaltung, bei der ein junger Evangelist aus Tennessee predigte. Ich bin nicht sicher, ob er Zähne hatte. Ich habe sie nie gesehen. Aber er konnte predigen, auch wenn er vielleicht zahnlos war. Bis heute habe ich Gottes Macht nie mehr so deutlich am Werk gesehen wie bei diesem jungen Mann aus Tennessee. Es waren nicht viele da, aber die Kraft im Raum war beinahe greifbar.
Ich erinnere mich noch, dass ein Vater seinen Sohn mit zur Veranstaltung brachte. Der Sohn war gestürzt und hatte sich den Arm gebrochen. Das konnte man deutlich sehen. Er hatte starke Schmerzen. Aber bevor der Vater ihn ins Krankenhaus oder zum Arzt brachte, kam er mit ihm zu dieser Veranstaltung. Er hatte davon gehört und wusste, wie sie ablaufen würde. Er kam und brachte seinen Sohn nach vorn. Der Arm sah wirklich schlimm aus. Eindeutig gebrochen. Für alle erkennbar. Der junge Evangelist grinste breit, ging zu dem Jungen und sagte: „Wir beten für dich.“ Er griff nach seinem Handgelenk und sagte: „Zählt alle bis drei!“ Wir zählten: „Eins, zwei …“ Bei Zwei riss er den Arm nach oben und sagte: „Im Namen von Jesus!“ Und der Arm war vor den Augen aller in diesem Moment vollkommen zusammengewachsen und geheilt.
Es war ein unglaublich elektrisierender Moment. Das ist die Kraft, die Jesus auferweckt hat. Sie strömte an diesem Tag durch diesen jungen zahnlosen Evangelisten. Diese Kraft bringt Heilung mit sich, aber sie tut noch viel mehr. Paulus schreibt: „Ich will Jesus immer besser und persönlicher kennenlernen und genauso die Kraft seiner Auferstehung.“ Beide gehören zusammen. Bleiben wir kurz bei diesem Gedanken. Wenn wir sehen wollen, was diese Kraft bewirkt, müssen wir mit Jesus zusammenarbeiten. Paulus schreibt in diesem Vers: „Ich möchte Christus erfahren und die Kraft seiner Auferstehung, aber auch seine Leiden mit ihm teilen und seinen Tod mit ihm sterben.“ Wir dürfen nicht vor der Verfolgung davonlaufen. Jesus sagt: „Sie haben mich verfolgt und sie werden auch euch verfolgen.“ Wenn wir wegen der guten Botschaft verfolgt werden, dürfen wir nicht zurückweichen und uns für ihn und seine Worte schämen. Wir müssen treu für Jesus einstehen und kompromisslos bleiben, wenn es darum geht, dass sein Wort wahr ist und wer Jesus ist, auch wenn wir dafür verfolgt werden. Das ist wichtig.
Paulus schreibt wörtlich: „indem ich seinem Tod gleich werde.“ Jesus ist gestorben, um die Macht der Sünde zu brechen. Wenn ich meine menschlichen Begierden seinem Geist und seinem Wort unterwerfe und die Sünde zurückweise, dann werde ich seinem Tod gleich. Dafür ist Jesus gestorben. Und was Paulus dann schreibt, ist spannend. Wie gesagt: Um seine Kraft zu erleben, müssen wir mit Jesus zusammenarbeiten, wie gerade beschrieben. Wenn ich mich für ihn schäme und von seiner Wahrheit abweiche, wenn ich nicht treu und offen für Jesus einstehe, werde ich nie seine Kraft in meinem Leben erfahren. Ich muss mutig für Jesus einstehen. Und du genauso. Es ist wichtig, dass wir so mit ihm zusammenarbeiten. Dann schreibt Paulus in Philipper 3,11:
„… um irgendwie auch zur Auferstehung aus den Toten heraus zu gelangen.“
Darauf will ich eingehen. Das ist ein interessanter Bibelvers. Paulus sagt hier nicht: „Ich hoffe, bei der körperlichen Auferstehung dabei zu sein.“ Auf Griechisch schreibt er wörtlich: „Damit ich zur Heraus-Auferstehung aus den Toten gelange.“ Dieser Ausdruck taucht im ganzen Neuen Testament nur an dieser Stelle auf. Der Vers ist ziemlich schwierig zu verstehen und Bibelwissenschaftler diskutieren seit Jahrhunderten darüber. Ich glaube, Paulus spricht hier davon, die Kraft und den Einfluss des Heiligen Geistes in diesem Leben noch stärker zu erfahren. Er schreibt: „damit ich die Heraus-Auferstehung aus den Toten erlebe.“ In der Amplified Classic Bible wird das gut wiedergegeben. In Anlehnung an die Originalsprache heißt es da:
„Damit ich, wenn möglich, zu der [geistlichen und moralischen] Auferstehung gelange, [die mich schon in diesem Leben] aus den Toten [herausholt].“
Es geht also darum, die Kraft der Auferstehung schon in diesem Leben mehr oder intensiver zu erfahren. Wie gesagt: Es wird viel diskutiert, was Paulus hier gemeint hat, aber er scheint eine bestimmte Stufe an Reinheit, Kraft und Heiligung in Gott zu meinen, die wir in diesem Leben erreichen können. Und das passiert nicht durch unser Tun, sondern durch die Nähe zu Jesus. Deswegen schreibt Paulus: „Ich möchte Christus erfahren.“ Ich werde auch bei Verfolgung standhaft bleiben und ihm in seinem Tod gleich werden. Ich will meine menschlichen Begierden ablegen und durch seinen Geist in mir Nein zur Sünde sagen. Aber es geht nicht um das, was ich tue, sondern vor allem darum, nah bei ihm zu sein und eine enge Beziehung zu Jesus zu haben.
Die nächsten Worte von Paulus könnten sehr ermutigend für dich sein. Mir machen sie jedenfalls großen Mut. Wie gesagt: Es geht um unser Leben hier und jetzt, solange wir Gott in dieser gefallenen Welt dienen – bevor wir sterben oder Jesus wiederkommt und wir ihm entgegengehen. Was immer zuerst geschieht. Bis dahin können wir seine Kraft auf eine Weise erleben, die ein reines Herz, Heilung und ein besonderes Wirken des Heiligen Geistes hervorbringt. Schauen wir, was Paulus als Nächstes schreibt. Vers 12:
„Ich will nicht behaupten, das Ziel schon erreicht zu haben oder schon vollkommen zu sein; doch ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat.“
Er sagt: „Ich habe es noch nicht erreicht. Ich bin noch nicht da, wo ich hinwill. Ich bin nicht mehr, wo ich früher war, aber ich bin auch nicht da, wo ich hinwill. Es gibt immer noch Raum zum Wachsen.“ Er spricht hier über das Maß, in dem es möglich ist, Jesus zu erleben und zu begegnen. Das hat damit zu tun, wie sehr wir bereit sind, der Sünde zu widerstehen und bei Verfolgung standhaft zu bleiben. Aber wir müssen eines verstehen: Vor allem geht es darum, Jesus nahe zu sein. Je näher ich bei ihm bin und je vertrauter und lebendiger meine Beziehung zu ihm ist, desto besser gelingt all das in meinem Leben. Aber es bleibt die natürliche Folge dieser persönlichen Beziehung. Paulus schreibt: „Ich strebe danach, das zu ergreifen, weil Christus mich ergriffen hat.“ Das geht auf die Frage zurück, die Paulus auf der Straße nach Damaskus gestellt hat: „Herr, was willst du, das ich tun soll?“
Als Jesus von meinem Leben Besitz ergriffen hat, tat er das aus einem bestimmten Grund, mit einer bestimmten Absicht. Bei Paulus war das ebenso. Er schreibt: „Ich will nach dem Ziel streben, für das er mich zu sich gerufen hat.“ In unserem Leben gibt es verschiedene Phasen. Ich stehe gerade am Anfang einer neuen Phase. In unserer Gemeinde haben wir Veränderungen durchlaufe. Ich übernehme noch ein Viertel der Predigten, aber ich kümmere mich nicht mehr um das Tagesgeschäft. Ich treibe nicht die Vision voran. Unser ältester Sohn Harrison ist der Hauptpastor. Das ist eine neue Phase für mich. „Herr, welche Aufgabe soll ich für dich, deine Ehre und deinen Namen in dieser Phase erfüllen?“ Zum Teil ist es das, was ich in diesem Moment tue – Predigten aufnehmen. Und ich schreibe. Jeden Tag sitze ich an meinem Küchentisch und schreibe, schreibe, schreibe. Vor ein paar Tagen habe ich wieder ein Buch abgeschlossen. Ich gebe mein Bestes, um das zu ergreifen, wofür Jesus mich ergriffen hat.
Und auch du sollst das ergreifen, wofür Jesus von dir Besitz ergriffen hat. Sollst du alles verkaufen und als Missionar arbeiten? Vielleicht. Bete und frage Gott danach. Vielleicht sollst du auch deinen Geschäftssinn nutzen, um viel Geld zu verdienen und die Arbeit in Gottes Reich zu unterstützen. Vielleicht will Gott gerade genau das von dir. Vielleicht sollst du den Großteil deines Einkommens mit diesem Gespür nutzen, das Gott dir für deine beruflichen Fragen geschenkt hat. Vielleicht sollst du auf diese Weise deine Gemeinde und die Mission mit großer Finanzkraft unterstützen. Vielleicht sollst du auch deinen Einfluss als Lehrer im Schulsystem nutzen. Was er dir auch sagen mag – ich rate dir eins: Tu es. Paulus schreibt in Vers 12: „Ich habe es noch nicht geschafft.“ Und in den Versen 13-14 schreibt er:
„Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, Geschwister; aber eins steht fest: Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt. Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, dem Siegespreis der himmlischen Welt entgegen. Dazu hat Gott uns durch Christus Jesus berufen.“
Ich habe es noch nicht geschafft, aber ich lasse die Vergangenheit los und schaue nach vorn. Das müssen auch manche von uns tun. Lassen wir das Negative los. Vielleicht steckst du auch gerade in der Vergangenheit fest. Vielleicht bist du gescheitert. Vielleicht warst du deinem Partner untreu und deine Ehe ist zerbrochen. Deine Kinder leiden und du hast deinem Mann oder deiner Frau das Herz gebrochen. Du hast Freunde verloren. Du schämst dich. Aber du hast Buße getan. Das Blut von Jesus wäscht dich von aller Schuld rein. Ich weiß, dass gerade jemand zuhört, auf den das zutrifft. Mach so viel, wie du kannst, wieder gut. Aber dann lass es los. Lass es nicht zu einem Gefängnis werden, das dich und deinen Fehler in der Vergangenheit festhält. Vergiss, was hinter dir liegt. Gott hält noch viel Gutes für dich bereit. Dein Leben ist nicht vorbei. Gott kann dich immer noch gebrauchen. Vielleicht hast du einiges verpasst. Vielleicht hast du einiges in den Sand gesetzt, das man nicht wiedergutmachen kann. Aber du kannst weitergehen. Manche müssen auch Gutes loslassen, das hinter ihnen liegt. Manche klammern an etwas Gutem aus der Vergangenheit. Lassen wir los, was hinter uns liegt und strecken wir uns nach dem aus, das vor uns liegt.
Paulus schreibt: „Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, dem Siegespreis entgegen.“ Dieses Ziel ist, Jesus persönlich gegenüberzustehen. Das ist der Himmel. Er ist der endgültige Lohn. Gott sagt zu Abraham: „Ich bin dein sehr großer Lohn.“ Das gilt auch uns. Der Herr selbst ist unser überreicher Lohn. Paulus schreibt: „Ich jage auf das Ziel zu.“ Darin steckt der Gedanke eines Läufers, der in seiner Bahn bleibt, sich mit ganzer Kraft ausstreckt und den Kurs läuft, der ihm vorgegeben ist. Meine und deine Bahn bedeuten, Jesus zu dienen. Meine Bahn sieht vielleicht etwas anders aus als deine. Zu meiner gehört, Bücher zu schreiben und in den sozialen Medien und im Fernsehen zu predigen.
Vielleicht bin ich auch noch zu mehr berufen. Vielleicht hast du den Auftrag, mit Kindern zu arbeiten, deine Gemeinde finanziell zu unterstützen oder irgendwie anders zu dienen. Dein Lauf mag anders aussehen als meiner. Ich kritisiere deinen Lauf nicht. Kritisiere meinen nicht und kritisiere andere nicht, nur weil ihr Lauf etwas anders aussieht. Laufe in der Bahn, die Gott für dich vorgesehen hat. Finde heraus, was er von dir möchte und tu es mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Gib dir Mühe, streng dich an, probiere dein Bestes und tu, was du kannst. Wenn du hingefallen bist, mache ich dir Mut: Steh wieder auf und lauf weiter. Gott ist noch nicht fertig mit dir.
Meine Zeit ist leider vorbei, aber Gott ist bei dir. Möge er dich reich segnen. Wir sehen uns wieder!
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