Wie du dich in jeder Lage freuen kannst – Philipperbrief
Schlechte Tage kennen wir alle. Wie gut, dass echte Freude davon nicht abhängt! In dieser Sendung zeigt Bayless Conley anhand des Philipperbriefs, warum Freude auch in schwierigen Situationen möglich ist. Dabei erzählt er persönlich, wie er diese Freude immer wieder findet – und wie sie zu einem Kennzeichen deines Christseins werden kann.
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Hallo und schön, dass du dabei bist. Gleich wollen wir uns Philipper 3 vornehmen. Darin stecken wichtige Wahrheiten, über die ich sprechen möchte – Punkte, die sehr direkt mit deinem und meinem Leben zu tun haben. Wenn du eine Bibel hast, möchte ich dich ermutigen: Hol sie dir. Oder öffne deine Bibel-App auf dem Gerät, das du gerade benutzt, und gehe zu Philipper 3. Ich finde es wichtig mitzulesen, wenn das möglich ist, und nicht nur auf den Bildschirm zu schauen. Vielleicht nimmst du sogar Stift und Notizblock zur Hand, oder du tippst Notizen mit, wenn dir das lieber ist.
Schon im ersten Vers, den wir gleich lesen werden, wird deutlich, worum es heute geht. Philipper 3, wir beginnen mit Vers 1. In manchen Übersetzungen heißt es hier: „Zum Schluss, meine Brüder und Schwestern …“ Wenn ein Prediger sagt: „Zum Schluss“, heißt das gar nichts. Paulus beweist uns das hier gewissermaßen. Er sagt: „Zum Schluss …“ – und schreibt dann munter weiter und weiter. Also habt ein bisschen Nachsicht mit eurem Prediger. Wenn er sagt: „Zum Schluss“, verdreht die Augen, aber sagt nichts. Nach einer anderen Übersetzung schreibt Paulus:
„Im Übrigen, meine Brüder und Schwestern, freut euch im Herrn! Euch dasselbe zu schreiben, wird mir nicht lästig, euch aber macht es sicher.“
Als Erstes sagt er: „Freut euch im Herrn.“ Wir müssen uns daran erinnern: Paulus schrieb diesen Brief aus dem Gefängnis. Philipper gehört zu seinen römischen Gefängnisbriefen. Paulus sitzt also hinter Gittern und sagt: „Freut euch im Herrn.“ Tatsächlich spricht er in diesem Brief sehr oft von Freude. Ich möchte euch mal die verschiedenen Stellen vorlesen, an denen er ihnen sagt, dass sie sich freuen sollen. In Philipper 1,18:
„Die Botschaft von Christus – auf welche Weise auch immer – wird verkündet, und darüber freue ich mich. Und ich werde mich weiter freuen.“
Philipper 1,26:
„Damit ihr euch in Christus Jesus umso mehr meiner rühmen könnt, wenn ich wieder zu euch komme.“
Philipper 2, Verse 16 bis 18:
„Haltet am Wort des Lebens fest, damit ich mich, wenn Christus wiederkommt, freuen kann, dass ich das Rennen nicht verloren habe und meine Arbeit nicht vergeblich war. Doch selbst wenn mein Leben im Einsatz für euren Glauben geopfert werden soll, will ich mich freuen und möchte meine Freude mit euch allen teilen. Und auch ihr solltet glücklich darüber sein und euch mit mir freuen.“
Philipper 2,28:
„Umso mehr beeile ich mich, ihn zu schicken, damit ihr euch wieder freut, wenn ihr ihn seht, und auch ich weniger Kummer habe.“
Philipper 3,1 haben wir gerade gelesen:
„Im Übrigen, meine Brüder und Schwestern, freut euch im Herrn! Euch dasselbe zu schreiben, wird mir nicht lästig, euch aber macht es sicher.“
Philipper 3,3:
„Denn die Beschnittenen sind wir, die wir im Geist Gottes dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf irdische Vorzüge vertrauen.“
Philipper 4,4 – ja, er ist noch nicht fertig:
„Freut euch im Herrn. Ich betone es noch einmal: Freut euch!“
Philipper 4,10:
„Ich freue mich sehr und danke Gott, dass ihr euch wieder um mich sorgt! Ich weiß, dass ihr immer um mich besorgt wart, aber eine Zeit lang hattet ihr keine Gelegenheit, mir zu helfen.“
Er schreibt: „Freut euch, freut euch, freut euch im Herrn.“ Das zeigt: Unsere Freude hängt nicht von unseren Umständen ab. Manchmal lösen schöne Dinge zwar Freude aus, aber Freude ist nicht von guten Umständen abhängig. Wir alle gehen durch schwere Zeiten. Wenn wir Jesus nachfolgen, werden wir Verfolgung erleben. Wir leben in einer gefallenen Welt. Nicht alles läuft so, wie Gott es sich ursprünglich gedacht hat. Und doch sitzt Paulus hier im Gefängnis und schreibt: „Freut euch. Freut euch aus diesem Grund, freut euch aus jenem Grund, freut euch aus noch einem anderen Grund. Sucht nach Gründen, euch zu freuen, dankbar zu sein und froh zu bleiben.“
In welcher Situation ich mich auch wiederfinde: Ich habe Jesus. Und noch wichtiger: Er hat mich. Darüber kann ich mich freuen. Es gibt immer etwas, worüber man sich freuen kann. Wenn mein irdisches Leben endet, komme ich in den Himmel. Es gibt einen Gott, der mich sieht, meinen Namen kennt und meine Gebete hört. Es gibt einen Retter, der mich mit seinem kostbaren Blut reingewaschen und mich zu einem Mitglied der himmlischen Familie gemacht hat. Ich habe gerade viel, worüber ich mich freuen kann: Gesundheit, einen klaren Verstand, eine Frau, die mich liebt, gesunde Kinder und Enkel, echte Freunde. Ich lebe in einem Land, in dem derzeit Freiheit herrscht. Ich darf das Evangelium predigen. Ich könnte noch vieles, vieles, vieles anfügen. Als ich heute Morgen aufgestanden bin, schien die Sonne. Darüber freue ich mich – trotz mancher anderer Dinge, die gerade nicht schön sind.
Wir können uns also im Herrn freuen. Auch du. Freude sollte das Kennzeichen eines christlichen Lebens sein. Menschen sollten uns an unserer Freude erkennen. Ein mürrischer, verbitterter Christ ist ein Widerspruch in sich. Paulus schreibt: „Im Übrigen, meine Brüder und Schwestern, freut euch im Herrn! Euch dasselbe zu schreiben, wird mir nicht lästig, euch aber macht es sicher.“ Im Griechischen heißt es wörtlich: „es immer und immer und immer wieder zu schreiben.“ Für Paulus war das nicht langweilig, und für sie war es ein Schutz. Wiederholung ist etwas Gutes, wenn es um Gottes Wort geht. Wir müssen es immer wieder hören. Römer 10,17:
„Und doch kommt der Glaube durch das Hören dieser Botschaft, die Botschaft aber kommt von Christus.“
Glaube kommt nicht dadurch, dass man es einmal gehört hat, sondern durch beständiges Hören. Ich will es mal so sagen: Hast du gestern etwas gegessen? Wahrscheinlich ja. Dann müsstest du heute und morgen ja nichts mehr essen, oder? Du hast ja gestern gegessen. Warum heute schon wieder? Ich muss essen, damit mein Körper die Nahrung in Energie für meinen Alltag umwandelt. Genauso ist es mit Gottes Wort. Es ist Nahrung für unseren Geist, und wir müssen uns täglich davon ernähren. Wir müssen es täglich hören, laut lesen, im Blick behalten und im Herzen bewahren. Wie es in den Sprüchen heißt: Gottes Worte „schenken jedem, der ihren Sinn versteht, Leben und Gesundheit.“ Du musst sie immer und immer wieder hören.
Als Gott den Israeliten Manna gab, mussten sie jeden Morgen hinausgehen und es frisch einsammeln. Sie konnten es nicht für den nächsten Tag aufbewahren, geschweige denn für die ganze Woche. Es verdarb. „Der Mensch lebt von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt“. Jesus zitierte das in der Wüste: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“ Darum müssen wir immer wieder auf das Wort hören und es aufnehmen. Und deshalb schreibt Paulus: „Es ist mir nicht lästig, euch das immer wieder zu schreiben.“
Ist dir in den Evangelien schon mal aufgefallen, dass Jesus oft sagte: „Wiederum sage ich euch“? Jesus war nicht gegen Wiederholung. Er verstand dieses Prinzip. Ich glaube, wenn eine Predigt uns geholfen und geistlich versorgt hat, dann ist es wichtig, sie ein zweites und drittes Mal zu hören. Man nimmt immer noch mehr daraus mit. Genauso gilt: Wenn es sich nicht lohnt, eine Predigt zweimal anzuhören, war sie es auch nicht wert, einmal gehalten zu werden. Paulus schreibt: „Euch aber macht es sicher.“ Sicher wovor? Vor wem? Das beantwortet er in Vers 2:
„Gebt Acht auf die Hunde, gebt Acht auf die üblen Arbeiter, gebt Acht auf die Verschnittenen!“
Dreimal schreibt Paulus: „Gebt Acht.“ „Gebt Acht. Gebt Acht. Gebt Acht.“ Er meint das sehr ernst. „Gebt Acht auf die Hunde, gebt Acht auf die üblen Arbeiter, gebt Acht auf die Verschnittenen!“ Alle drei Bezeichnungen meinen dieselbe Gruppe. Paulus hat offenbar eine klare Meinung über sie. Man nannte sie die Judaisten. Diese „Gläubigen“ sagten: „Jesus ist der Retter. Ja, er ist der Retter, der Messias. Aber er ist nur der Retter Israels. Wer außerhalb Israels gerettet werden will, muss zum Judentum übertreten, muss sich beschneiden lassen und alle jüdischen Vorschriften halten. Und auch ein Jude muss das Gesetz ganz exakt einhalten, um gerettet zu werden.“
Sie erkannten also Jesus als Messias an, sagten aber: „Das genügt nicht, sondern man muss auch das Gesetz des Mose einhalten.“ Sie veränderten die Botschaft der Gnade und machten daraus eine Erlösung durch Werke. Sie kamen jeweils nach Paulus an die Orte, an denen er gepredigt hatte, untergruben seine Arbeit und brachten den Glauben mancher ins Wanken. Paulus ärgerte sich sehr über sie. „Nehmt euch in Acht vor den Hunden“, schreibt er. Das war ein jüdischer Ausdruck für Heiden und meinte etwas Unreines oder Entstelltes. Paulus bezeichnet sie so, weil sie die gute Nachricht von Jesus verfälscht haben. Er dreht den Spieß um und bezeichnet sie als unrein und entstellt, denn sie haben die Rettung „aus Gnade durch Glauben“ losgelassen und wieder alles von Werken abhängig gemacht. Er nennt sie „üble Arbeiter“.
Paulus hält es für übel und böse, wenn Menschen den Blick von Jesus und seiner Gnade abwenden und wieder versuchen, durch Werke vor Gott gerecht zu werden. Er schreibt: „Solche Leute arbeiten zwar, aber sie sind üble Arbeiter.“ Dann nennt er sie die „Verschnittenen“. Sie bestanden auf der Beschneidung, aber durch ihr Beharren auf Beschneidung und Gesetz beschnitten und verstümmelten sie den Leib Christi. Einen solchen Geist gibt es auch heute. Vielleicht sagt er nicht: „Du musst beschnitten werden und das ganze Gesetz des Mose halten.“ Aber es gibt Menschen, die sich zu Jesus bekennen, aber gleichzeitig sagen: Du musst dich auf bestimmte Weise ernähren, bestimmte Kleidung tragen und andere nicht. Sie haben ihre eigene Liste von Geboten und Verboten, an die man sich halten muss, um in den Himmel zu kommen. Hältst du dich nicht daran – und trinkst beispielsweise ein Glas Wein –, bist du nicht gerettet.
Ich erinnere mich: Als junger Christ war ich mal mit meinen Eltern in einem anderen Bundesstaat unterwegs. Als jemand, der frisch zum Glauben gekommen war, entdeckte ich in der Zeitung eine kleine Anzeige, in der stand: „Jesus kommt bald wieder. Pfingstgemeinde.“ Dazu war eine Telefonnummer angegeben. Ich rief dort an und fragte: „Gibt es während der Woche ein Treffen? Ich würde gern kommen.“ Die Person am Telefon sagte: „Ach schön, wir holen dich mit dem Gemeindebus ab.“ Das wär nicht nötig gewesen, aber sie bestanden darauf. Ein Mann, seine Frau und sein Sohn holten mich ab – der Pastor mit seiner Familie. Ich fühlte mich sehr geehrt.
Sie nahmen mich mit zur Gemeinde. Ich glaube, es war ein Mittwochabend, ein schönes Gemeindegebäude, aber niemand war da. Außer der Frau des Pastors und seinem Sohn war ich der einzige Besucher. Die beiden saßen hinten, ich in der ersten Reihe. Die Kanzel war weiter oben. Der Pastor stieg hinauf und thronte über mir. Wir sangen ein paar Lieder. Dann predigte er über die Erwachsenentaufe. Sie entspricht meiner Überzeugung. Wenn du glaubst, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, und du ihn als Herrn bekennst, bist du gerettet. Diese Rettung soll sichtbar werden. Sich taufen zu lassen, bedeutet Jesus zu gehorchen, denn Jesus hat uns dazu aufgerufen.
Im Wasser getauft zu werden, ist eine äußere Bestätigung eines inneren Wirkens der Gnade. Beim Untertauchen identifiziere ich mich mit dem Begräbnis von Jesus, beim Herauskommen mit seiner Auferstehung. Damit sage ich meiner Familie, meinen Freunden, meinem Umfeld, Gott, den Engeln, den Dämonen und allen, die zusehen: „Ich gehöre zu Jesus. Ich stelle mich ganz auf seine Seite. In Jesus habe ich ein neues Leben.“ Ich bin sofort getauft worden, als ich zum Glauben kam.
Dieser Pastor begann jedenfalls zu predigen, aber er redete von ihrer eigenen Taufformel. Er predigte, dass man bestimmte Worte über der Person sprechen müsse, wenn sie getauft wird. Würden diese Worte nicht ausgesprochen, sei man nicht gerettet. Man müsse exakt diese Worte sagen. Mit anderen oder zusätzlichen Worten sei man nicht gerettet. Er predigte weiter, voller Nachdruck. Damals lebte Oral Roberts noch, ein großer amerikanischer Evangelist. Der Pastor sagte: „Oral Roberts hilft vielleicht vielen Menschen, aber er kommt in die Hölle, weil er nicht gemäß X, Y und Z getauft ist.“ Und er sagte: „Billy Graham hilft vielleicht vielen Menschen und ist vielleicht ein großer Prediger, aber er wird die Hölle weit aufreißen, denn er ist nicht nach unserer Formel getauft.“
Da wurde ich langsam nervös. Ich war ganz neu im Glauben. Ich war getauft, aber ich wusste nicht mehr, welche Worte gesagt worden waren – ich war ja unter Wasser gewesen. Am Ende des Gottesdienstes sagte er: „Wir können dich gleich taufen.“ Ich antwortete: „Nein, danke. Ich will lieber zurück ins Hotel.“ Hier ging es nicht um Glauben an Jesus, nicht um die Botschaft der Gnade – sie hatten etwas hinzugefügt. Noch einmal: Ich bin für die Erwachsenentaufe. Wenn du an Jesus glaubst, solltest du dich taufen lassen. Warum auch nicht? Wenn du Christ bist, lass dich taufen. Wenn ein Christ Jesus nicht gehorchen will, stimmt etwas nicht. Taufe ist sehr wichtig. Aber es geht nicht um eine Formel mit exakt den richtigen Worten. Gott schaut auf das Herz. Es kann also dieser Punkt sein oder ein Dutzend anderer. Paulus schreibt: „Sie sind Hunde. Sie sind üble Arbeiter.“ Er nennt sie die Verschnittenen und schreibt: „Nehmt euch vor ihnen in Acht.“ Dann schreibt er in Philipper 3,3:
„Denn die Beschnittenen sind wir, die wir im Geist Gottes dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf irdische Vorzüge vertrauen.“
Wir sind also die Beschnittenen – die wahren Gläubigen. In Römer 2,28–29 heißt es:
„Denn Jude ist nicht, wer es nach außen hin ist, und Beschneidung ist nicht, was sichtbar am Fleisch geschieht, sondern Jude ist, wer es im Verborgenen ist, und Beschneidung ist, was am Herzen durch den Geist … geschieht.“
Wenn ich mein Vertrauen auf Jesus setze, wird der alte Mensch, die alte Natur, weggeschnitten. Ich werde von Neuem geboren und neu gemacht – es geht um eine innere Beschneidung des Herzens. Nach diesem Vers haben Christen drei Eigenschaften. Erstens: Wir sind die Beschnittenen, die wahren Gläubigen, die Gott im Geist anbeten – also von Herzen, mit unserem Geist. Jesus sagt in Johannes 4, dass die, die den Vater anbeten, ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten müssen. Man könnte übersetzen: „An eurer Anbetung muss euer Geist beteiligt sein.“
Mit anderen Worten: Es geht nicht nur um äußere Formen, nicht nur darum, die Hände zu heben oder bestimmte Lieder zu singen. Anbetung muss deinen Geist einbeziehen. Kommt sie nicht aus dem Herzen, ist sie nicht echt. Jesus sagt: „Der Vater sucht Menschen, die in ihrer Anbetung einfach und ehrlich vor ihm sind.“ Das Zweite, was Paulus sagt: Die wahren Beschnittenen, die wahren Gläubigen freuen sich über Jesus und über das, was er getan hat – nicht über gute Werke, egal wie edel oder zahlreich sie sein mögen. Unsere Freude gründet sich nicht auf das, was wir tun, sondern auf ihn. Und drittens: Wir setzen kein Vertrauen auf das „Fleisch“ – wir glauben nicht, dass es uns vor Gott gerecht macht. In Vers 4 wird es richtig interessant. Da schreibt Paulus:
„ … obwohl ich mein Vertrauen auch auf irdische Vorzüge setzen könnte. Wenn ein anderer meint, er könne auf irdische Vorzüge vertrauen, so könnte ich es noch mehr.“
Er sagt also: „Wenn ihr meint, eure Werke seien gut genug, um euch den Eintritt in Gottes Familie zu verdienen, dann hört euch das an: Ich hätte weit mehr Grund als jeder andere, auf menschliche Vorzüge und eigene Anstrengungen zu vertrauen.“ Und dann zählt er einiges auf. In Vers 5 schreibt er:
„Ich wurde am achten Tag beschnitten, bin aus Israels Geschlecht, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer.“
Sprechen wir darüber. Zuerst schreibt er: „Ich wurde am achten Tag beschnitten.“ Mit anderen Worten: exakt nach den Vorschriften des Gesetzes. Er schreibt: „Ich bin vom Stamm Benjamin.“ Aus dem Stamm Benjamin kam Israels erster König. Als das Reich auseinandergerissen wurde, blieb Benjamin Juda treu. Der Stamm Benjamin hatte großen Einfluss in Israel. Der einzige der zwölf Stammväter, der im Gelobten Land geboren wurde, kam aus dem Stamm Benjamin. Der Stamm zählte zur Elite. Genau das meint Paulus: „Ich komme nicht aus irgendeinem Stamm, sondern aus dem Stamm der Elite.“
Dann schreibt er: „Ich bin ein Hebräer von Hebräern.“ Er wurde von hebräischen Eltern geboren, und sie hielten sich an die Bräuche und die Sprache Israels, obwohl sie in der griechischen Stadt Tarsus lebten. „Ich bin ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer.“ Das war die strengste Richtung des Judentums. Pharisäer bedeutet wörtlich „die Abgesonderten“. Sie hatten sich vom gewöhnlichen Leben abgegrenzt, um das Gesetz bis ins kleinste Detail zu studieren und einzuhalten. Aber Paulus ist noch nicht fertig. In Vers 6 schreibt er weiter:
„Ich verfolgte voll Eifer die Kirche und war untadelig gemessen an der Gerechtigkeit, die im Gesetz gefordert ist.“
Wieder sagt er: „Wenn es um gute Werke geht, die uns vor Gott gerecht machen sollen, dann bitte: Ich habe die Gemeinde verfolgt. Wenn Leidenschaft ein Pluspunkt ist: Ich habe die verfolgt, die sich in meinen Augen vom traditionellen Judentum und dem strengen Ausleben des Gesetzes abgewandt hatten. Bis in den Tod habe ich sie verfolgt.“ Dann schreibt er: „Mir konnte niemand etwas nachsagen.“ Er hielt die kleinsten Einzelheiten des Gesetzes ein. Mit anderen Worten: „Wenn strenge Regelbefolgung der Weg zu Gott wäre, hätte ich Zutritt gehabt.“ Aber lass uns lesen, was er in den Versen 7 und 8 schreibt:
„Doch was mir ein Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten. Ja noch mehr: Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen.“
Interessant. „Was mir früher als Vorteil erschienen war, all meine Vorzüge, all die Anerkennung, alles, was ich angesammelt hatte – habe ich durch Jesus als Nachteil erkannt. Alles, worauf ich vertraut hatte, habe ich beiseitegelegt.“ In Vers 8 schreibt er: „Das alles ist für mich nur noch Dreck im Vergleich zu dem unschätzbaren Gewinn, Jesus zu kennen.“ Dieses „Kennen“ beschreibt wörtlich ein inniges, persönliches Kennen. Paulus schreibt: „Ihn zu kennen, war mehr wert als alles andere – dafür habe ich alles aufgegeben.“
Er verlor seine Stellung im Judentum. Er verlor seinen Besitz. Er verlor seine Beziehungen. Er verlor das frühere Ansehen, das er gehabt hatte. Alles war weg, und betrachtete es im Vergleich als Unrat. Das muss man sich klarmachen. Paulus schreibt: „Alles, worauf diese Judaisten sich verlassen, um vor Gott bestehen zu können, hatte ich – und noch viel mehr. Aber das war nichts als ein Haufen Dreck. Nichts davon hat mich in Beziehung mit Jesus gebracht.“ Ihr Lieben, Rettung kommt aus Gnade durch Glauben.
Vor Jahren nahm ein Mann Kontakt mit unserem Büro auf. Unsere Sendung wurde in seinem Land und in seiner Muttersprache ausgestrahlt. Im Moment senden wir, glaube ich, in elf großen Weltsprachen. In weiteren Sprachen produzieren wir andere Materialien außer Sendungen. Er sah die Sendung in seiner Sprache und schrieb unserem Büro und mir persönlich einen Brief. Durch die Sendung war er zum Glauben gekommen und lebte leidenschaftlich für Jesus. Aber wegen seines Glaubens hatte er auch seine Arbeit verloren. Sein Land war von einer anderen Weltreligion geprägt und er konnte nicht mehr arbeiten. Seine Familie hatte nichts zu essen, er konnte sie nicht versorgen. Er bat uns nicht um Geld.
Er schrieb uns, damit wir beten, dass er mutig standhalten konnte und seine Frau und seine Kinder ebenfalls mutig zu Jesus stehen würden – trotz der Verfolgung, die sie zu dieser Zeit erlebten. Er verlor seine Arbeit, seine Position in der Gesellschaft, seine Beziehungen. Er verlor die einzige Möglichkeit, seine Familie zu ernähren. Er war bereit, alles für Jesus zu verlieren. Jesus ist alles wert!
Ich habe noch einen anderen Mann kennengelernt. Er kam von hier, aus Südkalifornien, und war extrem wohlhabend. Er gehörte zur Jetset-Szene und besaß sogar einen eigenen Polo-Club. Er lebte auf großem Fuß, war ein Spieler. Dann wurde er gläubig und gab all das auf. Er kaufte ein großes Schiff und brachte damit Bibeln, das Evangelium und Hilfsgüter in verschiedene Regionen der Welt. Ich besuchte ihn in seinem Lagerhaus, wo das Schiff beladen wurde, und verbrachte mit ihm einen Nachmittag. Er sagte: „Zum ersten Mal in meinem Leben erlebe ich inneren Frieden.“ Er war demütig und herzlich. Alles andere hatte er aufgegeben, aber er hatte Jesus gewonnen. Wenn du noch nie deinen Frieden mit Gott gemacht hast, wenn du dein Herz noch nie für Jesus geöffnet hast, dann tu es heute. Er ist mehr wert als alles, was diese Welt zu bieten hat.
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Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!
Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.
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