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Was Gott wirklich in dir verändern will – Philipperbrief

Als Christen sind wir dazu berufen, uns verändern zu lassen. Aber das geht manchmal nur schleppend voran. In dieser Sendung zum Philipperbrief spricht Bayless Conley über den schwierigen Vers: „Arbeitet mit Furcht und Zittern an eurer Rettung“ (Philipper 2,13). Er zeigt: Gott hat bereits Neues in uns begonnen — und dieses neue Leben will im Alltag sichtbar werden.

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  • Hallo, wir haben uns intensiv mit dem Philipperbrief beschäftigt, und da steckte so viel drin. Zuletzt sprachen wir darüber, wie Jesus sich selbst erniedrigt hat, Mensch wurde und gehorsam war bis zum Tod am Kreuz, um stellvertretend für uns zu sterben. Die Bibel fordert uns auf, dieselbe innere Haltung einzunehmen. Wir sollen uns demütigen, um andere zu erhöhen. Weil Jesus sich vor dem Vater gedemütigt hat, ist er als unser Stellvertreter gestorben. Gott hat ihn daraufhin hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen steht: den Namen Jesus. Jedes Knie im Himmel, auf der Erde und unter der Erde wird sich eines Tages vor ihm beugen. Die gesamte Schöpfung wird sich vor unserem auferstandenen Herrn und Retter Jesus verantworten müssen.

    Deshalb kommen wir nun zu den nächsten Versen in Philipper 2. In Vers 12 heißt es: „Darum, meine Geliebten …“ Weil Jesus sich demütigte und über alle Namen erhöht wurde und ihm die höchste Stellung im Universum verliehen wurde, lesen wir in Philipper 2,12–13:

    „Darum, meine Geliebten, – ihr wart ja immer gehorsam, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern noch viel mehr jetzt in meiner Abwesenheit –: Wirkt mit Furcht und Zittern euer Heil! Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt zu seinem Wohlgefallen.“

    Ist das nicht interessant? Hier steht: „Wirkt mit Furcht und Zittern euer Heil!“ Viele meinen: „Ah, dann muss ich mir also meine Rettung erarbeiten.“ Nein, da steht nicht erarbeiten, sondern: „Wirkt euer Heil“, im Sinne von „verwirklichen“. In Epheser 2,8–9 heißt es dazu:

    „Weil Gott so gnädig ist, hat er euch durch den Glauben gerettet. Und das ist nicht euer eigenes Verdienst; es ist ein Geschenk Gottes. Ihr werdet also nicht aufgrund eurer guten Taten gerettet, damit sich niemand etwas darauf einbilden kann.“

    Wir werden nicht wegen unserer guten Taten gerettet. Keine noch so große Anstrengung könnte uns den Eintritt in den Himmel oder in Gottes Familie verschaffen. Wir sollen unsere Rettung „verwirklichen“. Als Christen sind wir nicht einfach nur begnadigt, wir werden verändert. Wir sind vom Tod zum Leben übergegangen. Wir sind in Jesus eine neue Schöpfung geworden. Buchstäblich unser innerstes Wesen wurde verändert; unser Geist ist neu geboren. Wir haben dieses neue Leben in unserem Geist empfangen, und nun geht es darum, dieses neue innere Leben nach außen hin sichtbar werden zu lassen – in unserer Einstellung, in unseren Worten und in unserem Lebensstil. Ganz so, wie es in Römer 12,2 steht:

    „lasst euch … durch Veränderung eurer Denkweise … verwandeln.“

    Lass euch nicht von der Welt verändern, sondern durch die Veränderung eures Denkens. „Sich verwandeln lassen“ bedeutet hier wörtlich, sich „in eine Form pressen zu lassen“. Lasst nicht zu, dass die Welt und ihr Druck euch in ihre Form pressen. Und glaub mir, die Welt versucht den lieben langen Tag, uns zur Anpassung zu drängen – in unserem Denken, in unserem Lebensstil und in unserer Einstellung zur Welt. Aber die Bibel sagt: Passt euch dem nicht an, sondern werdet durch die Erneuerung eures Denkens verwandelt.

    Wir erneuern unser Denken mit dem Wort Gottes. Wir lernen, Gottes Gedanken nachzudenken. Die Bibel ist ein Buch voller Gedanken Gottes. Seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken. „So hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind seine Gedanken als unsere Gedanken.“ Aber Gott hat uns ein Buch mit seinen Gedanken geschenkt. Und wenn wir unser Denken dadurch erneuern, werden wir verwandelt.

    Das griechische Wort für „verwandelt“ ist metamorphoo. Es bedeutet buchstäblich: „das, was im Inneren ist, nach außen dringen lassen“. Davon leitet sich unser Wort Metamorphose ab. Gott hat sein Leben in uns hineingelegt. Wir haben ewiges Leben empfangen. In unserem Geist haben wir Gottes eigenes Wesen empfangen. Und nun soll dieses Leben sich nach außen entfalten. Das geschieht, indem wir unser Denken durch Gottes Wort erneuern.

    Hier im Philipperbrief wird uns eine großartige Motivation gegeben, diese Verwandlung zuzulassen und mit Furcht und Zittern unser Heil zu verwirklichen. Denn, ihr Lieben: Jesus wurde über jeden Namen im Himmel, auf der Erde und unter der Erde erhöht. Eines Tages wird sich die gesamte Schöpfung vor ihm verantworten müssen. Deshalb müssen wir das, was Gott in uns hineingelegt hat, nach außen dringen lassen, denn auch wir werden Rechenschaft ablegen müssen. Wir werden zwar nicht vor dem großen weißen Thron des Gerichts stehen, von dem das Buch der Offenbarung spricht. Dort stehen Menschen, deren Namen nicht im Buch des Lebens stehen. Sie werden in den Feuersee geworfen, der in alle Ewigkeit brennt. Dein Name erscheint nur im Buch des Lebens, im Buch des Lammes, wenn wir das vollendete Werk des Lammes annehmen. Das Lamm Gottes ist Jesus, der als unser Stellvertreter am Kreuz hingerichtet wurde und am dritten Tag von den Toten auferstand. Wenn ich mein Vertrauen auf ihn setze, beuge ich mein Herz vor ihm; ich gebe mein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben auf. Ich kehre um von meiner Sünde und sage: „Ja, Jesus, komm in mein Leben.“ Dann ist mein Name im Buch des Lebens eingetragen. Er steht drin. Ich muss nicht zum Gericht am großen weißen Thron. Gott sei Dank! Jesus hat dieses Gericht als mein Stellvertreter auf sich genommen.

    Doch als Christ werde ich vor dem Richterstuhl von Jesus stehen. Ich werde nach meinen Taten als Christ beurteilt werden – nach meinem Gehorsam gegenüber Gott, nach meiner inneren Haltung und nach meinen Worten. Jesus hat sogar angekündigt, dass wir am Tag des Gerichts über jedes unnütze Wort Rechenschaft ablegen müssen. „Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel verlangt.“ Wenn du Christ oder Christin bist, wirst du vor Gott Rechenschaft über dein Leben ablegen. Verwirklich deshalb deine Rettung. Lass sie in deinen Worten, Beziehungen, Einstellungen und in deiner Arbeitsmoral nach außen hin sichtbar werden.

    Menschen sollen daran erkennen, dass du Christ bist, weil dein Licht leuchtet. Nicht weil du fromm daherredest, sondern weil du ein verwandeltes Leben führst. Aber wir sind nicht auf uns allein gestellt, wenn wir unsere Rettung mit Furcht und Zittern verwirklichen. Ich bin froh, dass es nicht läuft nach dem Motto: „Okay, du bist gerettet. Jetzt beiß die Zähne zusammen, leg dich ins Zeug und sieh zu, wie du klarkommst, Kleiner.“ Nein, es heißt: „Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt.“ In Vers 12 ist von der menschlichen Verantwortung die Rede. In Vers 13 heißt es dann:

    „Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt zu seinem Wohlgefallen.“

    Da geht es um göttliche Befähigung. Es ist eine Kombination aus beidem. Wir tragen die Verantwortung, aber wenn wir uns Gott hingeben, wird er uns göttlich bevollmächtigen und uns die Fähigkeit geben, das zu tun, was ihm gefällt. In einer anderen Übersetzung heißt es: „Gott schenkt euch den Willen und die Energie, ihn auch so auszuführen.“ Jetzt könnte man fragen: „Na ja, wenn Gott in uns wirkt – kann ich mich dann entspannt zurücklehnen und einfach warten, bis er was tut?“ Nein, Gott wirkt in unserem Wirken. Das ist wichtig. Gott wirkt in unserem Wirken. Wenn wir uns ihm hingeben und uns in die richtige Richtung bewegen – im Gehorsam ihm gegenüber –, dann kommt seine Kraft dazu. Aber du musst schon etwas tun.

    Ich habe mit so vielen Menschen gesprochen, die nach einer Predigt über unsere Verantwortung, das Evangelium mit Familie, Freunden oder Kollegen zu teilen, tatsächlich losgegangen sind — mit Furcht und Zittern. Viele haben mir erzählt: „Ich war so nervös. Ich dachte wirklich nicht, dass ich das kann. Aber ich wusste, dass Gott mich drängt, mit ihr zu reden. Also bin ich hingegangen. Und dann flossen die Worte einfach aus mir heraus. Es war, als würde ich Dinge sagen, die ich mir gar nicht vorher überlegt hatte. Es war, als wäre Gottes Gegenwart auf mir, und Gott hat ihr Herz geöffnet. Es war unglaublich.“

    Gott hat in ihrem Wirken gewirkt. Als sie den ersten Schritt machten und anfingen, etwas zu tun, kam von Gott die Befähigung dazu. Man kann nicht einfach dasitzen und sagen: „Tja, ich warte einfach auf Gott.“ Vielleicht schaut gerade jemand zu, der nicht arbeitet. Körperlich und geistig wärst du durchaus in der Lage dazu und es gibt genügend Jobs, aber du sagst: „Ich warte darauf, dass Gott mir einen Job gibt.“ Nein. Geh los und bewirb dich. Gott wirkt in deinem Wirken. In der Bibel heißt es: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ Es ist eine Sache, wenn jemand nicht arbeiten kann, aber etwas völlig anderes, wenn jemand nicht arbeiten will.

    Nun zu den Versen aus dem Philipperbrief: „Gott bewirkt in uns das, was ihm gefällt.“ Hier ist eine kleine Liste von Dingen, an denen Gott Freude hat und die er in uns bewirken möchte:
    1. Korinther 1,21 – „Das Evangelium weitergeben.» Ich habe gerade ein Beispiel dafür gegeben. Gott bewirkt in uns das, was ihm gefällt. Es gefällt ihm, wenn wir das Evangelium weitergeben.

    In Hebräer 13,16 heißt es: „An Großzügigkeit hat Gott Freude.“ Das ist eines der Dinge, die er in uns bewirkt. Er wirkt in uns das, was ihm gefällt.

    In Hebräer 11,6 lesen wir: „Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen.“ Er wirkt diesen Glauben in uns. Jesus ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens.

    In 1. Thessalonicher 4,1–7 wird deutlich, dass sexuelle Reinheit Gott gefällt. Bevor ich zu Jesus fand, lebte ich sexuell sehr unmoralisch und hatte wechselnde Partnerinnen. Als ich Christ wurde, erkannte ich durch das Bibellesen, dass Gott nicht möchte, dass ich so lebe. Ich war jahrelang daran gewöhnt, aber Gott hat in mir gewirkt – und er wird auch in dir wirken. Denn das gefällt ihm.

    Gott möchte, dass du mit sexuellen Aktivitäten wartest, bis du verheiratet bist. Die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist der Ort, an dem wir Sexualität genießen dürfen. Und das ist ein gesegnetes Geschenk von Gott. Bis dahin wird Gott sexuelle Reinheit in dir bewirken, wenn du darum bittest, wenn du aufstehst und sagst: „Gott, ich möchte tun, was du willst.“ Lade ihn ein, er wird in dir handeln.

    In Psalm 69,31–32 heißt es: „Ein dankbares Herz gefällt Gott.» Gott wird das in dir bewirken. Vielleicht nimmst du zu viel für selbstverständlich

    Ich habe erst heute mit meiner Frau am Küchentisch darüber gesprochen. Beim Tee dachte ich über einige Leute nach, die ich kenne und die sehr kritisch sind. Tatsächlich kritisieren sie sicher manches zurecht. Manches, was man ihnen angetan oder vorenthalten hat, war falsch. Aber Kritik ist das Einzige, was man je von ihnen hört.
    Dabei weiß ich auch, dass ihnen die Leute, die sie so kritisieren, über viele Jahre hinweg Arbeit gegeben haben, sodass sie ein Haus abbezahlen, Essen und Kleidung kaufen und Autos finanzieren konnten. Aber nicht ein einziges Mal habe ich von ihnen ein Wort des Dankes gehört gegenüber den Menschen, die ihnen diesen Arbeitsplatz und die Möglichkeit zum Geldverdienen geboten haben.

     

    Wir nehmen so viel für selbstverständlich und Gott möchte in uns ein dankbares Herz bewirken. Das gefällt ihm.

    Noch etwas anderes: Gott bewirkt in uns das, was ihm gefällt, und wir sollen unsere eigene Rettung mit Furcht und Zittern verwirklichen. Ist dir aufgefallen, dass hier nicht steht: „die Rettung eines anderen verwirklichen»? Verwirkliche deine eigene Rettung. Letzten Endes ist der Einzige, den du verändern kannst, du selbst. Hör auf, alle anderen verändern zu wollen. Hör auf, deine Frau oder deinen Mann verändern zu wollen.

    Wir sollen unsere eigene Rettung mit Furcht und Zittern verwirklichen. Das bedeutet mit Ehrerbietung, mit Respekt und Ehrfurcht. Die Wahrheit ist, es ist nicht immer leicht, und es steht viel auf dem Spiel. Wir verwirklichen unsere eigene Rettung. Wir verwirklichen in unserem Lebensstil, in unserer Sprache, in unseren Einstellungen das, was Gott durch Gnade in uns bewirkt hat. Das christliche Leben ist natürlich ein Weg des Wachstums und der Veränderung. Aber manchmal können Wachstum und Veränderung unangenehm sein. In Philipper 2,14 lesen wir:

    „Tut alles ohne Murren und Bedenken.“

    Tut alles ohne Murren und Bedenken.
    Erstens ist das ein direkter Hinweis auf das, was Gott in uns und durch uns bewirkt – das, woran er Freude hat. Murre nicht, komm nicht mit Bedenken, diskutiere nicht darüber. Das Wort „Bedenken“ meint im Griechischen „innere Bedenken, die man als Gegenargument nutzt“. Mache deine inneren Rechtfertigungen nicht zu Argumenten gegen das, was Gott in dir tun möchte.

    Jemand sagt vielleicht: „Gott, warum muss ausgerechnet ich vergeben? Die anderen waren doch im Unrecht! Die haben doch alles vermasselt. Warum muss immer ich den ersten Schritt zur Versöhnung machen?“ Die Bibel sagt: „Tu das nicht. Tu alles ohne Murren, ohne Bedenken und ohne dich zu beklagen.“ Gott möchte Vergebung in dir bewirken.

    Oder die Frage: „Warum soll ich so oft zum Gottesdienst gehen?“ Weil die Bibel sagt: „Lasst uns unsere Zusammenkünfte nicht versäumen, wie einige es tun, sondern ermutigt und ermahnt einander, besonders jetzt, da der Tag seiner Wiederkehr näher rückt!“ Rede dich nicht heraus: „Ich bin oft genug da, sonst kann ich online zuschauen.“ Gott sei Dank für soziale Medien, für das Fernsehen und all die Kanäle, über die wir gute biblische Lehre bekommen können. Aber die Bibel sagt, wir sollen uns versammeln in einer großen, persönlichen Zusammenkunft. Triff andere und diskutiere nicht dagegen an. Murre nicht, sondern geh einfach zum Gottesdienst. Ein Christ, der nicht zum Gottesdienst geht, ist wie ein Seemann, der nicht zur See fährt. Da stimmt von Grund auf etwas nicht.

    Sage nicht: „Warum soll ich nicht mit meinem Freund schlafen? Das ist nicht fair. Ich liebe ihn doch und er verlässt mich vielleicht für eine andere, wenn ich keinen Sex mit ihm habe.“ Nein, Gott möchte in dir einen gesunden Umgang mit deiner Sexualität bewirken. Lass ihn wirken, ohne zu diskutieren und zu murren.
    Wenn Gott sagt: „Tut alles ohne Murren und Bedenken“, dann bedeutet das: alles – auch deine Arbeit. Sei kein Meckerer, diskutiere nicht endlos, sei nicht streitsüchtig. Manche Leute sind echte Nervensägen und jeder weiß es, weil sie ständig meckern. Sie haben immer etwas Negatives über den Chef oder die Firma zu sagen. Niemand möchte so einen Mitarbeiter haben.

    Aber dasselbe gilt für Schule, Hausarbeit, Gehorsam den Eltern gegenüber oder dafür, seine Frau so zu lieben, wie Jesus die Gemeinde geliebt hat, oder sich dem Ehemann unterzuordnen, wie die Gemeinde sich Jesus unterordnet. „Tut alles ohne Murren und Bedenken.“ Das ist aus mehreren Gründen entscheidend.

    Erstens glaube ich, dass eine schnelle, klaglose Reaktion auf Gottes Impulse schnellen Segen mit sich bringt. Eine schnelle, klaglose Reaktion auf Gottes Wort und Gottes Impulse bringt aus meiner Sicht schnellen Segen, weil die Bibel ausdrücklich lehrt: „Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Niemand täusche sich selbst.» Wenn ich zaudere, schwanke, zurückrudere, klage und nur zögerlich tue, was Gott möchte – warum sollte ich dann schnellen Segen von Gott erwarten, wenn ich bete? Denn die Wahrheit ist: Ich werde ernten, was ich säe. Zögerlicher, mürrischer Gehorsam bringt keinen schnellen Segen mit sich, ihr Lieben.

    Zweitens: Einstellungen sind ansteckend. Man beeinflusst andere – zum Gutem oder Schlechtem. Das ist einfach so.

    Als Teenager lebte ich allein. Damals war gerade die Hippie-Zeit, und es war total angesagt, Jeans mit Löchern zu tragen. Über die Löcher hatten wir Flicken genäht. Das war so ein Hippie-Ding. Meistens waren das gemusterte Webstoffe, die wir über die Jeanslöcher nähten. Wie jeder ordentliche Hippie hatte ich auch eine Lieblingsjeans. Eines Tages wusch ich meine Wäsche im Waschsalon und hatte ein neues rotes Hemd dabei. Ich warf es zusammen mit meiner geliebten Hippie-Jeans in die Waschmaschine. Die Jeans kam rosa wieder raus. Katastrophal! Für einen jungen Hippie war das eine echte Krise. Aber Hemd und Jeans waren eine „enge Gemeinschaft“ eingegangen und die Farbe des Hemdes war auf die Jeans abgefärbt.

    Das ist so, wie wenn wir eine enge Gemeinschaft mit Menschen eingehen und Zeit mit ihnen verbringen. Genau deshalb sagt die Bibel: „Halte dich von einem zornigen Menschen fern und meide den Jähzornigen, damit du nicht wirst wie sie und dein Leben aufs Spiel setzt.“
    Mit anderen Worten: Dein Denken und deine Seele werden gefangen genommen. Die Haltung von jemandem, der wütend oder bitter ist, wird auf dein Denken abfärben, und ehe du dich versiehst, bist du selbst ein bitterer Mensch.

    Ich habe erst neulich mit jemandem gesprochen, der Eheprobleme hatte. Ich wollte ihn aufmuntern und sagte: „Ich hoffe nur, deine Frau ist gerade nicht mit einer Gruppe von Männerhasserinnen zusammen.“ Er antwortete: „Bayless, leider doch. Wir hatten Streit, sie ist rausgestürmt und geradewegs zu jemandem gegangen, die Männer hasst und ein echtes Problem mit ihnen hat. Da sitzen jetzt ein paar Mädels zusammen und ziehen darüber her, wie mies alle Männer sind.“
    Das ist der denkbar schlechteste Ort, wenn man seine Ehe retten will. Geh zum Gespräch lieber zu jemandem, der eine gesunde Ehe führt.

    Ich halte das für extrem wichtig, denn im Schlechten wie im Guten durchsäuert schon ein bisschen Sauerteig den ganzen Teig – deine guten Einstellungen, deinen bereitwilligen Gehorsam gegenüber Gott. Wenn du mit „Furcht und Zittern“ daran arbeitest, dass der Heilige Geist all das Gute, das Gott in dich hineingelegt hat, nach außen kommen lässt, dann merken Leute das. Du kannst Menschen positiv beeinflussen. Was die negative Seite betrifft, heißt es in 1. Korinther 10,10, dass Murren für den Teufel die Tür unseres Lebens öffnet. Und wenn er eintritt, bringt er Zerstörung mit sich. Das wollen wir nicht. Lesen wir die nächsten Verse, Philipper 2,14–15:

     

    „Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet!“

    Was für ein herrlicher Abschnitt. Wörtlich könnte man auch übersetzen: „Damit ihr werdet“ – in einem Prozess. Das christliche Leben ist ein Prozess, es bedeutet, rein und ohne Tadel zu werden. Aufrichtig. „Rein“ bezieht sich darauf, wie andere uns wahrnehmen. „Ohne Tadel“ meint das, was wir selbst über uns wissen. Es geht also um beides: die äußeren Taten und die inneren Motive.
    Und es heißt: „ohne Makel“. Das griechische Wort dafür ist amomos. Interessanterweise setzt es sich zusammen aus A für „nicht“ und Momos. Momos war der griechische Gott des böswilligen Tadels und der unfairen Kritik. Momos war eine kleinliche, kritische Gottheit, die an jedem und allem etwas auszusetzen hatte. Menschen in der antiken griechischen Welt, die sich so verhielten, wurden als Momi bezeichnet: Die Meckerer, die immer einen Fehler finden und jeden kritisieren. Paulus meint: Lebe und handle so, dass selbst „Momos“ keinen Fehler an dir finden könnte.
    Beachte auch die Formulierung: „…mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet!“ „Mitten in der Generation“. Isolation ist nicht das, was Gott will. Es ist nicht Gottes Plan, als Mönch auf irgendeinem Berg zu leben und uns von den „bösen Sündern“ abzusondern. Nein, wir sollen als Lichter in der Dunkelheit leuchten, mitten in einer verdrehten und verwirrten Nation. Unser Lebensstil, unsere Worte und unsere Einstellung sollen predigen. Darüber lohnt es sich nachzudenken.
    Ich erinnere mich an ein christliches Ehepaar. Sie wollten ein Haus kaufen und als sie ihr Angebot abgaben, erzählten sie der Besitzerin von ihrem Glauben. Die Frau war nicht besonders offen, aber sie erzählten ihr liebevoll von Jesus. Sie hörten sie nur sagen: „Okay, wie auch immer.“ Aber die Frau nahm ihr Angebot an und sie kauften das Haus. Nach dem Einzug fanden sie in einem Schrank ein Geheimfach in der Wand. Darin lag ein Beutel. Sie holten ihn heraus und erlebten den Traum jedes Menschen: Die Tasche war randvoll mit Silberdollar. Ein kleines Vermögen.

    Weißt du, was sie gemacht haben? Sie haben sofort die Vorbesitzerin angerufen und gesagt: „Wir haben in einem Schrank eine kleine Geheimklappe gefunden und darin einen Beutel voller Silberdollar. Gehört der Ihnen?“ Sie rief: „O ja, das ist meiner. Den hatte ich völlig vergessen.“ Also brachten sie ihr das Geld – und augenblicklich wurde die Botschaft des Evangeliums, die sie ihr zuvor erzählt hatten, in ihrem Leben lebendig. Sie bekam eine völlig neue Bedeutung, und plötzlich war die Frau offen für den Glauben, obwohl sie es vorher nicht gewesen war. Der Grund war ihr Lebensstil: wie sie die Ehrlichkeit und Integrität von Jesus im Alltag lebten.

    Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, aber leider ist sie schon um. Ich hoffe, das war ein Segen für dich. Es wäre schön, wenn du wieder zuschaust. Wir werden uns noch schöne Texte anschauen – im Philipperbrief und anderswo. Es wird um verschiedene Themen gehen und ich hoffe, sie helfen dir weiter. Ich möchte dich auch ermutigen: Falls du uns noch nie geschrieben hast – ob per E-Mail oder Brief –, dann tu das doch mal. Mich und das gesamte Team würde das unglaublich ermutigen. Möge Gottes reicher Segen und seine Gegenwart immer mit dir sein.

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