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Wie prägst du andere Menschen? – Philipperbrief

Jeden Tag hinterlässt dein Leben Spuren – durch das, was du sagst, wie du handelst und welche Prioritäten du setzt. Bayless Conley spricht anhand von Philipper 3 darüber, wie stark unser Vorbild andere prägt, positiv wie negativ. Diese Predigt hilft dir, bewusster zu leben und Spuren zu legen, die andere näher zu Jesus führen.

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  • Hallo! Ich freue mich, dass du dabei bist. Darf ich dich zu etwas einladen? Ich weiß, dass wir alle viel zu tun haben. Du denkst wahrscheinlich gerade an viele Themen gleichzeitig. Aber ich möchte dir etwas ans Herz legen: Nimm dir die nächsten 30 Minuten Zeit und setz dich mit mir hin, um zusammen in Gottes Wort zu lesen.

    Das wird uns Kraft geben. Gottes Wort wirkt in uns – und am Ende auch durch uns, wenn wir anderen Menschen begegnen. Also nimm dir die Zeit. Setz dich zu mir und lass uns gemeinsam in Gottes Wort schauen. Wir beschäftigen uns mit Philipper 3. Da steckt so viel drin. Paulus spricht darüber, dass er das Vergangene hinter sich gelassen hat und nach vorn blickt, auf Gottes Berufung in Jesus Christus und auf den zukünftigen Lohn. Er ermutigt andere, dasselbe zu tun. Er stellt sich als Vorbild hin und spricht über andere, die genauso denken und sagt: „Folgt ihrem Beispiel. Ich wünsche euch, dass ihr darüber Klarheit bekommt.“

    In Wahrheit sind wir ja nur für kurze Zeit auf der Erde. Gib alles für Jesus. Ich gebe alles für Jesus. Er verbirgt seinen Willen und seine Weisheit nicht vor uns. In der Bibel steht: „Er schenkt den Aufrichtigen Weisheit.“ Er schenkt uns Weisheit. Er will uns zeigen, wie wir leben und was wir tun sollen, wie dieser Abschnitt unseres Lebens aussehen soll, wozu er uns in seinem Reich beruft und was wir tun sollen, das Auswirkungen auf die Ewigkeit hat. In Philipper 3,17 schreibt Paulus:

    „Liebe Brüder, nehmt mich als Vorbild und lernt von denen, die unserem Beispiel folgen.“

    In den Sprüchen heißt es: „Wer sich mit Weisen trifft, wird weise, wer sich mit Narren einlässt, wird sich selbst schaden.“ Es ist wichtig, die richtigen Freunde im Leben zu haben und sich die richtigen Menschen zum Vorbild zu nehmen. Interessanterweise steht hier im Griechischen: „Ihr habt uns.“ Mit anderen Worten: „Ihr habt mich, Paulus, und andere, die diesen Weg gehen und dem Reich Gottes Priorität einräumen. Ihr habt uns als Vorbilder.“

    Spannend ist das griechische Wort für „Vorbild“. Es bedeutet: „mit Kraft schlagen und einen Abdruck hinterlassen“. Das ist die wörtliche Bedeutung des griechischen Wortes. „Mit Kraft schlagen und einen Abdruck hinterlassen“. Das griechische Wort hier heißt „typos“. Davon kommt unser Wort „tippen“, zum Beispiel auf einem elektronischen Gerät tippen. Man tippt einen Text. Oder für uns Ältere: Man tippt auf einer Schreibmaschine.

    In elektrischen und auch in mechanischen Schreibmaschinen war ein sogenanntes Farbband. Darauf war Tinte. Man spannte Papier ein. Manche halten mich jetzt für uralt. Im Vergleich mit dir bin ich das vielleicht auch. Aber so funktionierte das damals. Heute stehen solche Schreibmaschinen nur noch im Museum, aber wir hatten damals nichts anderes. Man spannte also Papier ein, das sich um eine Walze legte und dann nach oben kam. Davor lag das Farbband. Wenn man auf eine Taste drückte, also tippte, kam der Typenhebel, ein kleiner Metallbügel mit dem Buchstaben, hoch und schlug mit Kraft auf das Farbband. Auf dem Band war Tinte, der Buchstabe drückte aufs Papier und hinterließ dort die Tinte.

    Wenn man also tippte, schlug der Hebel mit Kraft auf das Papier. Man tippte die Worte, dann die Leertaste, dann das nächste Wort. Und genau das ist hier der Gedanke: mit Kraft schlagen. Wie gesagt: Das ist das griechische Wort „typos“, von dem unser „tippen“ kommt. Wir alle, auch du und ich, wir alle hinterlassen bei anderen einen Eindruck. Unsere Worte, unsere Taten, unsere Haltung und unsere Lebensweise hinterlassen jeden Tag Spuren in der Seele anderer Menschen. Welches Leben du vor den Augen deiner Kindern führst, wie du mit deiner Frau sprichst, wie du deinen Mann behandelst, welche Prioritäten du setzt … Täglich hinterlässt du Spuren in der Seele deiner Kinder.

    Wenn du mit Kollegen zu tun hast, hinterlässt du jeden Tag eine Botschaft in ihrer Seele, besonders, wenn du Christ bist. Du zeigst, wo deine Prioritäten liegen, wie wichtig Gottes Reich ist und wie Jesus ein Leben verändern kann. Was für uns wichtig ist, welche Opfer wir bringen, ob wir andere an die erste Stelle setzen, ob wir Gottes Reich und seinen Willen an die erste Stelle setzen – mit allem, was wir sind und tun, tippen wir eine Botschaft, die sich mit Kraft bei anderen einprägt.

    Deine Haltung prägt sich kraftvoll ein und hinterlässt einen Eindruck in der Seele von anderen. Worte voller Zorn oder in Liebe oder mit Freundlichkeit – mit alldem tippst du eine Botschaft. Sie prägt sich kraftvoll ein und hinterlässt einen Eindruck im Leben von anderen. Was für eine Botschaft hast du geschrieben? Denk mal einen Moment darüber nach. Paulus schreibt hier im Philipperbrief über Menschen, die mit ihrem Leben eine Geschichte tippen, die man besser nicht abschreibt. In Vers 18 schreibt er:

    „Denn ich habe euch schon oft gesagt und wiederhole es erneut unter Tränen, dass viele Menschen durch ihr Verhalten zeigen, dass sie in Wirklichkeit Feinde des Kreuzes von Christus sind.“

    Schon vorher hat er im Philipperbrief über Menschen gesprochen, die behaupten, man erreiche die Rettung durch Leistung. Dass man beschnitten sein und das Gesetz halten muss und dass wir uns durch unsere guten Taten die Rettung verdienen. Das ist falsch und stimmt natürlich nicht. Hier schaltet Paulus um und spricht über andere. Er schreibt über Menschen, die buchstäblich Feinde des Kreuzes sind. Für sie ist alles einfach Gnade. Sie sagen: „Es kommt nicht darauf an, wie wir leben. Wir können leben, wie wir wollen und jede Art von Sexualität ausleben. Wir können uns vollfressen und betrinken oder was sich unsere weltlichen Begierden eben einfallen lassen.“ Paulus beschreibt sie als Feindes des Kreuzes.

    Diese Leute waren quasi am anderen Ende des Spektrums. Die einen sagten: „Ihr müsst das Gesetz halten und richtig leben, wenn ihr gerettet werden wollt.“ Und die anderen hier sagten: „Nein, es ist alles Gnade. Es kommt nicht darauf an, wie man lebt. Man kann mit jedem ins Bett gehen, Partner beliebig wechseln und ein Leben in Völlerei und Ausschweifung führen. Es spielt keine Rolle. Du kannst tun, wonach dir ist. Es ist alles Gnade. Gott vergibt alles, auf unser Tun kommt es nicht an.“

    Ich glaube auch nicht, dass wir durch das gerettet werden, was wir tun. Gute Werke sind vielmehr das Ergebnis der Rettung. „Wir sind aus Gnade durch Glauben gerettet, nicht aus uns selbst. Es ist ein Geschenk Gottes, damit sich kein Mensch rühme“, heißt es im Epheserbrief. Aber wenn wir wirklich gerettet sind, bringt das gute Werke in unserem Leben hervor. Wenn du wirklich gerettet bist, lebst du nicht in Sünde und Maßlosigkeit. Paulus schreibt: „Das sind Feinde des Kreuzes.“ Beim Kreuz geht es um andere, aber ihnen ging es nur um sich selbst. Das Kreuz steht für Opfer, aber ihnen ging es um Sünde und Ausschweifungen. Paulus schreibt in Philipper 3,19:

    „Sie enden im Verderben; ihr Gott ist ihr Bauch; sie sind stolz auf Dinge, für die sie sich schämen müssten, und denken an nichts anderes als an das Leben hier auf der Erde.“

    Das ist ganz schön heftig. Er schreibt, ihr Gott sei ihr Bauch. Mit anderen Worten: Sie dienen und gehorchen ihrer Lust und allen sündigen Regungen. Paulus schreibt: „Sie sind stolz auf Dinge, für die sie sich schämen müssten. Sie denken nur an das Leben hier auf der Erde.“ Und: „Sie enden nicht im Himmel, sondern im Verderben.“ Interessanterweise beschreibt er hier Menschen aus der Gemeinde. Menschen, die behaupten, Jesus zu kennen. Aber das stimmt nicht. Sie geben dem Kreuz und Jesus und dem Reich Gottes keine Priorität. Ihnen geht es nur um sündhafte Maßlosigkeit.

    Ihr Lieben, das ist nicht die Botschaft von Jesus Christus. Ja, wir können zu ihm kommen, wie wir sind, aber er verändert uns und wir werden verwandelt. Ich komme auf Knien zum Kreuz und beuge mich in Demut, Anbetung und Unterordnung unter das Kreuz. Ich setze mein Vertrauen auf den auferstandenen Retter, der am Kreuz für meine Schuld bezahlt hat und ich stehe verändert auf. Dabei geht es nicht darum, perfekt zu sein. Ja, ich werde innerlich verwandelt, wenn ich von Neuem geboren werde. Und dann, heißt es, soll ich mich „mit Christus bekleiden“ und meine „Rettung mit Ehrfurcht vollenden“. Mein Inneres, mein Geist, ist gerettet. Mein wahres inneres Wesen, mein wahres Ich, ist verwandelt worden. Ich will nicht mehr so leben wie vorher. Etwas in mir ist anders. Aber mein Körper will immer noch sündigen. Er hat sich über viele Jahre an das Leben in Sünde gewöhnt. Das ist wie ein Karren mit einem alten Maultier, das jahrelang jeden Tag den gleichen Weg gegangen ist. Irgendwann kann der Kutscher die Zügel beiseitelegen und schlafen, weil das Maultier jeden Tag ohnehin den gleichen Weg geht.

    Was passiert, wenn der alte Kutscher stirbt? Dann braucht man einen neuen. Das Maultier will weiterhin jeden Tag den gleichen Weg gehen. Was passiert, wenn der Kutscher einen anderen Weg fahren will? Wird er Widerstand erleben vom Maultier, das Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr den gleichen Weg gegangen ist? O ja, das wird Probleme geben.

    Als ich gerettet wurde, übernahm ein neuer Kutscher die Zügel. Ich wurde wiedergeboren, geschaffen nach dem Vorbild von Jesus. „Er, der keine Sünde kannte, wurde für mich zur Sünde, damit ich zur Gerechtigkeit Gottes in Christus werde.“ Ich habe ein neues Wesen. Ich bin neu geboren. Aber mein Körper hat sich über viele Jahre daran gewöhnt, bestimmte Wege zu gehen und bestimmte Dinge zu tun. Das will ich nun nicht mehr. Manchmal macht es mir mein Körper schwer. Wenn ich aber mein Denken durch Gottes Wort erneuern lasse, dann verbünden sich mein erneuertes Denken und mein Geist gegen meinen Körper und ich kann ihn dazu bringen zu tun, was ich von ihm will, nämlich Gottes Willen. Paulus schreibt dazu: „Ich unterwerfe meinen Körper und mache ihn zu meinem Sklaven.“

    Wenn du Christ wirst, wird dein Leben also nicht automatisch perfekt. Aber es wird anders. Jemand hat mal gesagt: „Es geht nicht um Perfektion, sondern um Perspektive – um die Richtung, in die man geht.“ Ich bin innerlich ein anderer und arbeite daran, dass das auch nach außen sichtbar wird. Was Gott in mich hineinlegt, wenn ich mein Denken durch sein Wort erneuere, das zeigt sich dann nach außen.

    Es zeigt sich in meinen Worten, in meinen Prioritäten, in meiner Haltung. Es zeigt sich daran, wie ich unterwegs bin und mein Leben vor Jesus führe. Ich wachse in der Gnade. Ich lebe von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, von Glauben zu Glauben und ich werde reifer in Jesus.

    Wenn du nicht in diese Richtung unterwegs bist und das nicht einmal willst, dann schau mal nach, ob nicht immer noch derselbe alte Kutscher deinen Karren lenkt. Denn wenn du gerettet bist, ist dein neues Wesen nicht mehr mit deinem unschönen Verhalten von früher einverstanden. Es stört dich innerlich. Es sei denn, du bist völlig verhärtet und dein Gewissen ist abgestumpft. Aber das solltest du vermeiden.

    Es gibt wirklich nichts Neues unter der Sonne. Was zur Zeit von Paulus geschah, geschieht auch heute. Wir sollen uns Menschen zum Beispiel nehmen, die Jesus nachfolgen und nicht solche, deren Bauch ihr Gott ist und die jeder Regung nachgeben. Denn ihr Weg führt ins Verderben, nicht in den Himmel.

    Manche sagen: „Genau das stört mich an der Kirche. Das sind alles Heuchler. Da gehe ich nicht hin.“ Und ja, in Kirchen sind auch Heuchler und Menschen, die sich unbemerkt unter die echten Gläubigen gemischt haben, Menschen, die nicht gerettet sind und die andere in ihre Gottlosigkeit mit hineinziehen wollen. Solche Menschen gab es zur Zeit von Paulus genauso wie heute.

    Es gibt junge Männer, die nicht zum Gottesdienst kommen, um Gott zu begegnen, sondern, um dir zu begegnen – vor allem deinem Körper. Wenn du eine junge Frau bist, hör mir kurz zu. Es gibt junge Männer, die in die Gemeinde kommen, weil sie wissen, dass es dort viele einsame, hübsche Frauen gibt. Sie kommen nicht, weil sie sich für Jesus interessieren, sondern, weil sie dich abschleppen wollen. Das gab es zur Zeit von Paulus und das gibt es heute. Deshalb sagen manche: „Ich gehe nicht in die Kirche, denn da sind Heuchler.“

    Ich finde, Gemeinden sind die besten Orte für Heuchler. Denn da hören sie wenigstens Gottes Wort. Und Gott verändert Menschen durch die Verkündigung seines Wortes. Es weckt Glauben. Menschen können verändert werden, wenn sie Gottes Wort hören. Aber weißt du, unaufrichtige Menschen machen eine Wahrheit nicht unwahr oder weniger wertvoll.

    Ja, es gibt Scheinheilige. Es gibt unehrliche Christen. Aber das macht das Reale nicht weniger wahr. Es macht das Reale nicht weniger wertvoll. Falschgeld macht Geld nicht weniger wertvoll. Oder würdest du sagen: „Ich hatte mal einen falschen Zwanzig-Dollar-Schein. Jetzt fasse ich nie mehr Geld an und gebe nie mehr Geld aus“? Das wäre ziemlich albern. Schauen wir wieder in den Bibeltext. Paulus schreibt über diese Leute: „Sie denken an nichts anderes als das Leben auf dieser Erde.“ Und in Philipper 3,20 sagt er dann:

    „Aber unsere Heimat ist der Himmel, wo Jesus Christus, der Herr, lebt. Und wir warten sehnsüchtig auf ihn, auf die Rückkehr unseres Erlösers.“

    Diese Leute denken nur an das Leben auf dieser Erde, aber unsere Heimat ist der Himmel. Im Wort für „Heimat“ steckt der Gedanke an eine Kolonie. Paulus schreibt: „Wir sind eine Kolonie des Himmels.“ Er schreibt diesen Brief ja an die Christen in Philippi in Mazedonien. Philippi war eine römische Kolonie. Dort galt das römische Gesetz, man sprach die Sprache Roms, man lebte nach römischen Bräuchen – und nicht so, wie die restliche Kultur um sie herum.

    Als Christen leben wir in Bezug auf unsere Werte, unsere Prioritäten und unsere Ziele auch nicht wie die Kultur um uns herum. Wir leben wie Bürger des Himmels, auch wenn wir noch hier sind. Wir sind zwar noch nicht im Himmel, aber wir leben in einer Kolonie des Himmels. Und wir warten darauf, dass unser König wiederkommt. Dann wird er unsere Körper mit seiner Auferstehungskraft verwandeln und wir lassen diese Kolonie hier hinter uns, um in unsere Heimat im Himmel aufzubrechen.

    Dieser Tag wird kommen, ihr Lieben. Aber bis dahin lassen wir uns von den Gesetzen und Prioritäten des Himmels leiten. Wir lassen uns von dem leiten, was Jesus wichtig ist und was er uns aufträgt. Wir reden und leben nicht wie die Kultur um uns herum. Unsere Prioritäten unterscheiden sich von der Kultur um uns herum. Wir sind Bürger des Himmels. Wir sind eine Kolonie des Himmels. Darum warten wir auf den Retter, unseren Herrn Jesus Christus, der wiederkommen wird. In Vers 21 steht:

    „Er wird unseren schwachen, sterblichen Körper verwandeln, sodass er seinem verherrlichten Körper entspricht. Dies wirkt er durch dieselbe Kraft, mit der er sich überall alles unterwirft.“

    Er verwandelt uns. Und alles andere wird er unterwerfen. Der letzte Feind, der ihm zu Füßen gelegt wird, wird der Tod selbst sein. Es wird keinen Tod mehr geben, keine Beerdigungen, keine Tränen, keine Friedhöfe und keine Probleme mehr mit diesem Körper.

    Ich bin dankbar, dass ich lebe. In diesem Moment, in dem ich in die Kamera blicke, ist das irdische Haus, in dem ich lebe, 70 Jahre alt. Ich weiß, du hättest mich wahrscheinlich für 35 gehalten – aber ich bin tatsächlich 70 Jahre alt. Und manches kann dieses 70-jährige Haus einfach nicht mehr leisten, was es mit 30 noch konnte.

    Jeder Mensch stirbt irgendwann. In der Bibel steht, dass der innere Mensch jeden Tag erneuert wird, aber der äußere Mensch verfällt. Da ist eine Gesetzmäßigkeit. Alles altert und stirbt. Wenn Jesus nicht vorher wiederkommt, werde ich dieses Haus eines Tages im Tod ablegen, diesen Körper verlassen und in Gottes Gegenwart eintreten. Dann werden mich meine körperlichen Grenzen nicht mehr einschränken. Wenn das passiert, sag bitte nicht: „Armer Bayless, er ist gestorben.“ Nein, ich werde lebendiger sein als je zuvor – nur an einem anderen Ort. Ich habe dann diese irdische Kolonie verlassen und lebe im Himmel. Ich werde Jesus von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Paulus schreibt: „Wenn wir unseren Körper verlassen, sind wir daheim beim Herrn.“

    Wir lesen weiter im nächsten Kapitel. In Philipper 4,1 schreibt er: „Daher“. Wenn du in der Bibel auf ein ‚Daher‘ stößt, frag dich: Woher kommt das Daher? „Daher“ – oder mit anderen Worten: „Aufgrund dessen, was ich gerade durch den Heiligen Geist und das geschriebene Wort gesagt habe …“

    „Daher, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und mein Siegeskranz, steht in dieser Weise fest im Herrn, Geliebte!“

    Ich möchte dir Mut machen. Ich weiß, dass mir gerade auch gläubige Christen zuhören, die viel Schweres durchmachen müssen. Ich möchte dir Mut machen: Bleib treu. Und ich weiß, dass es auch Christen gibt, die schwach geworden und einer Versuchung erlegen sind. Ich möchte dir Mut machen: Bleib treu. Ihr Lieben, dieses Leben ist ein Hauch, der nur für kurze Zeit da ist und dann wieder verfliegt. Für jedes Opfer, um das Gott dich bittet, wirst du reich entschädigt werden, wenn du in den Himmel kommst. Und es wird sich auf jeden Fall gelohnt haben.

    Ich hatte nicht geplant, das zu sagen, es kommt mir gerade erst in den Sinn, aber ich spüre, dass jemand zuschaut, der Folgendes hören muss. Wie gesagt: Im irdischen Körper steckt die sündige Natur, die das Böse gewohnt ist. Die Bibel spricht sowohl von Sünde wie von verdrehten Neigungen. Und dafür wird ein Wort benutzt, mit dem man einen Ast beschreibt, der aus einem Baum herauswächst. Jeder Körper hat bestimmte verdrehte Neigungen.

    Manche neigen zum Beispiel zum Lügen, andere haben eine Neigung zu sexuellen Sünden oder zu Depressionen. Gott sei Dank können wir durch Jesus Christus, durch Gottes Wort und durch die Kraft des Heiligen Geistes über all diesen Dingen stehen und unsere menschliche Natur bezwingen, selbst in diesen Bereichen.

    Aber weil wir in einer gefallenen Welt leben und nicht alles so funktioniert, wie Gott es ursprünglich vorgesehen hat, gibt es Menschen, die eine Neigung zu homosexueller, zu gleichgeschlechtlicher Sünde haben. Im Neuen Testament wird das klar als unzulässig beschrieben.

    Genauso, wie es für mich unzulässig ist, mit einer Frau zu schlafen, mit der ich nicht verheiratet bin. Ich bin ein Mann für eine Frau: Seit 43 Jahren bin ich mit derselben Frau verheiratet. Das bedeutet nicht, dass ich mich nie anderen Frauen hingezogen fühle. Oder dass ich nie das Verlangen hätte, andere Frauen anzusehen oder über sie nachzudenken.

    Andere fühlen sich zum selben Geschlecht hingezogen. Beides ist außerhalb der Grenzen, die Gott uns gesteckt hat. Ich lebe innerhalb dieser Grenzen und ich ermutige dich: Bleib standhaft. Vielleicht sagst du: „Das ist nicht fair. Es ändert sich nicht!“ Das stimmt. Ich bin 70 Jahre alt und es ändert sich nicht. Aber ich lebe trotzdem innerhalb der Grenzen, die Gott gesteckt hat.

    Manche fragen: „Aber warum? Jeder sollte sich frei ausleben können.“ Ja, aber ich richte mich auf den Himmel aus. Mir ist bewusst, dass ich ein Vorbild bin und Gottes Wort die oberste Instanz in meinem Leben ist. Ich weiß, dass es das alles wert sein wird, wenn ich im Himmel bin. Ja, ich lebe hier in diesem menschlichen Körper, und der will nicht immer das Richtige, aber Gott ist größer. „Der, der in mir lebt, ist größer als der, der in der Welt ist.“ Durch die Kraft des Heiligen Geistes und seines Wortes kann ich ein geheiligtes Leben führen. Und ich werde die Begierden im Namen von Jesus in Schach halten, so lange ich lebe. Wenn du Jesus kennst und dich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlst, ist das wie heterosexueller Sex außerhalb der Ehe für mich: jenseits der Grenze, die Gott gesteckt hat.

    Gleichgeschlechtliche Sexualität ist jenseits der Grenze. Manche sagen: „Aber das ist nicht fair! Ich werde immer dagegen ankämpfen müssen.“ Ja, das kann sein. Vielleicht wirst du bis ans Ende deines irdischen Lebens damit zu kämpfen haben. Aber sobald du in die Ewigkeit eintrittst, wirst du denken: „Gott sei Dank habe ich so gelebt, wie Gott es von mir gewollt hat. Der Lohn und die Herrlichkeit des Himmels lassen alle Mühe verblassen im Vergleich zu all dem, was auf der anderen Seite auf mich wartet.“

    Ich glaube außerdem, dass wir auch im Diesseits schon den Sieg erleben können und nicht rund um die Uhr kämpfen müssen. Wenn wir unser Denken durch Gottes Wort erneuern lassen und uns für Gottes Prioritäten entscheiden, können wir siegreich und fröhlich leben. Es wird nicht alles deprimierend sein nach dem Motto: „Warum muss ich das jeden Tag durchmachen?“ Nein – unsere menschliche Natur wird nie ganz verschwinden, aber mein Bauch ist auch nicht mein Gott. Diene nicht deinen menschlichen Begierden.

    Lebe in Heiligkeit. Lebe innerhalb der Grenzen, die Gott dir gesteckt hat. Wenn du allein das Leben auf der Erde betrachtest, mag das unfair wirken. Aber wenn du die Ewigkeit mit einbeziehst, die ja immer weiter und weiter und weiter und weiter andauert, dann fängt alles gerade erst an. Die Ewigkeit wiegt jedes Opfer und alles, was du im Gehorsam gegenüber Gottes Wort und für Gottes Reich tust, auf jeden Fall auf.

    Es lässt sich gar nicht vergleichen. „Kein Auge hat je gesehen, kein Ohr je gehört und kein Verstand je erdacht, was Gott für die bereithält, die ihn lieben.“ Jetzt steige ich von meiner Kanzel. Eigentlich hatte ich das gar nicht geplant, aber mir war klar, dass das jemand hören musste. Ich hoffe, dass es dir hilft. Gott segne dich. Und noch etwas: Du bist geliebt. Der Heilige Geist ist bei dir. Schnapp dir eine Bibel und fang an, darin zu lesen. Möge Gott deine Augen für seine Wahrheit öffnen. Gott segne dich im Namen von Jesus.

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