Bleib offen für Gottes Wirken
Manchmal trifft uns das Leben mit voller Wucht: Wir werden enttäuscht, verletzt oder sogar verraten. In dieser Predigt erklärt Bayless Conley, warum solche Erfahrungen unser Herz verhärten können und wie wir es vor Bitterkeit schützen. Lass dich ermutigen, offen für Gottes Wirken zu werden.
-
Hallo, schön, dass du dabei bist – und zwar bei einer ganz besonderen Sendung. Über die Jahre haben mich viele gefragt: „Bayless, was ist eigentlich die Sünde gegen den Heiligen Geist? Jesus sagt, es gibt eine Sünde, für die es keine Vergebung gibt. Was ist damit gemeint?“ Bleib dran, dann erfährst du es – denn genau darüber sprechen wir heute.
Hallo zusammen. Hallo an alle hier und an alle, die zuschauen – egal, ob über Social Media, im Fernsehen oder auf anderem Weg. Gott segne dich. Wir gehen gerade Kapitel für Kapitel durch das Markusevangelium. Heute beschäftigen wir uns mit Markus 3. Eigentlich wollte ich über drei Punkte aus diesem Kapitel sprechen, aber für drei reicht die Zeit nicht. Deshalb nehme ich die ersten beiden Punkte: Heilungen und harte Herzen. Wir beginnen mit Markus 3, die Verse 1 bis 6. Dort heißt es:
„Wieder ging Jesus in die Synagoge. Dort bemerkte er einen Mann mit einer verkrüppelten Hand. Seine Gegner beobachteten ihn ganz genau. Wenn er am Sabbat die Hand des Mannes heilen würde, dann könnten sie ihn anklagen. Jesus sagte zu dem Mann: ‚Komm her und tritt in die Mitte.‘ Dann wandte er sich an seine Gegner und fragte: ‚Ist es nach dem Gesetz erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun, oder ist es ein Tag, um Böses zu tun? Ist dies ein Tag, um Leben zu retten oder zu vernichten?‘ Doch sie schwiegen. Zornig und erschüttert über ihre Hartherzigkeit sah er sie an. Dann forderte er den Mann auf: ‚Streck deine Hand aus.‘ Der Mann streckte seine Hand aus und sie wurde wieder gesund! Daraufhin zogen sich die Pharisäer zurück und trafen sich heimlich mit den Anhängern des Herodes, um zu planen, wie sie Jesus töten könnten.“
Dazu gibt es Parallelberichte. Lukas erzählt diese Geschichte in Kapitel 6.
Matthäus berichtet sie in Kapitel 12 seines Evangeliums. Interessanterweise ergänzte Lukas etwas, das Markus nicht erwähnt. In Lukas 6,6 lesen wir:„An einem anderen Sabbat befand sich ein Mann mit einer verkrüppelten Hand in der Synagoge, während Jesus lehrte.“
Das Erste, was Jesus tat, als er in die Synagoge kam, war: zu lehren. Das ist enorm wichtig. Er lehrte, bevor er heilte. So ging Jesus überall vor. In Matthäus 9,35 wird das kurz zusammengefasst. Dort heißt es:
„Jesus zog durch die Städte und Dörfer der Umgebung. Er lehrte in den Synagogen und verkündete die Botschaft vom Reich Gottes. Und überall, wo er hinkam, heilte er Menschen von ihren Krankheiten und Leiden.“
In jeder Stadt, in jedem Dorf, in jeder Synagoge tat Jesus also Dreierlei, und zwar in dieser Reihenfolge: Er lehrte, er verkündete und dann heilte er. Er hat immer zuerst Gottes Wort weitergegeben. Darum ist es so wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, zuerst zu lernen und zu hören, denn „der Glaube kommt durch das Hören, die Botschaft aber kommt von Christus“. Wir sollen bewusst mit Gott zusammenarbeiten.
Was Jesus dann zu dem Mann sagte, war ziemlich unerwartet. Er sagte nämlich: „Streck deine Hand aus.“ Oft ließ Jesus die Menschen im Zusammenhang mit ihrer Heilung etwas tun. Zum Gelähmten sagte er: „Nimm deine Matte und geh nach Hause.“ Zu einem blinden Mann: „Geh zum Teich Siloah und wasch dich.“ Er musste also – immer noch blind – durch die Stadt gehen, den Teich am anderen Ende finden und sich waschen. Als er das tat, konnte er sehen. Und hier sagte Jesus: „Streck deine Hand aus.“ Handeln und Glauben kamen zusammen. Das ist wichtig, denn Glaube drückt sich durch unser Tun aus. Dann kommen wir zu Markus 3,7–10. Dort heißt es:„Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Eine riesige Menschenmenge aus ganz Galiläa, Judäa, Jerusalem, Idumäa, aus dem Gebiet östlich des Jordan und sogar aus den fernen Städten Tyrus und Sidon folgte ihm. Die Nachricht von seinen Wundern hatte sich überall verbreitet, und die Menschen kamen scharenweise zu ihm. Jesus beauftragte seine Jünger, ein Boot bereitzuhalten, falls die Menge der Menschen ihn zu erdrücken drohte. Weil Jesus so viele Menschen heilte, drängten sich viele Kranke um ihn und versuchten, ihn zu berühren.“
Einige dieser Menschen kamen von sehr weit her. Auf einer Karte würde man all die verschiedenen Orte sehen, aus denen sie kamen – aus Idumäa, Tyrus und Sidon. Manche reisten über 150 Kilometer weit. Und sie konnten sich ja nicht einfach ein Taxi rufen. Vielleicht gab es damals Esel-Taxis, keine Ahnung. Jedenfalls ging man entweder zu Fuß oder ritt auf einem Esel.
Manche reisten fünf Tage lang, andere eine Woche. Sie mussten arbeiten, genau wie wir. Sie mussten sich freinehmen, Vorräte mitnehmen, eine Unterkunft finden oder unter freiem Himmel übernachten. Wenn wir den ganzen Bericht lesen, sehen wir: Sie blieben sogar mehrere Tage lang. Warum? Zuerst, um zuzuhören, ihn lehren zu hören, und dann, um sich von ihm beschenken zu lassen. Von diesen Menschen können wir etwas lernen.
Für alle war es unbequem und teuer, dorthin zu kommen. Für uns hingegen ist Gott manchmal – vielleicht unbewusst – nicht die erste Anlaufstelle, sondern der letzte Ausweg, wenn unsere menschliche Kraft versagt hat. Wir haben alles Menschenmögliche versucht, aber es hat nicht funktioniert. Dann sagen wir: „Gott, jetzt komme ich zu dir. Du bist meine einzige Hoffnung.“ Als Letztes wenden wir uns an ihn. Und, ja, Gott ist in solchen Fällen barmherzig. Aber es ehrt ihn nicht, wenn wir erst zuletzt zu ihm kommen.
Hier dient Jesus den vielen Menschen. Sie werden geheilt, aber sein großes Herz ist noch nicht zufrieden. Darum lesen wir in den Versen 13 bis 15:
„Später stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er bei sich haben wollte. Sie traten zu ihm. Er wählte zwölf von ihnen aus, die ihn ständig begleiten sollten, und nannte sie Apostel. Er wollte sie aussenden, damit sie predigen und mit Vollmacht Dämonen austreiben.“
Auch hier wieder: Er beruft sie zuerst zum Predigen und dann zum Heilen. Zuerst das Wort. Die Zwölf gehen raus, predigen und bringen Menschen Heilung. Aber das große Herz von Jesus ist immer noch nicht zufrieden. Er leitet weiterhin mit der verletzten, blutenden, leidenden Menschheit. Also sendet er 70 weitere aus. Den Auftrag, den er ihnen gibt, lesen wir in Lukas 10, Verse 8 und 9:
„Wenn eine Stadt euch willkommen heißt, dann esst, was euch vorgesetzt wird, heilt die Kranken und sagt dabei: ‚Das Reich Gottes ist nahe bei euch.‘“
Aber sein großes Herz ist immer noch nicht zufrieden. In Markus 16 gibt Jesus uns deshalb diesen Auftrag: „Geht in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die gute Botschaft. Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.“ Und am Ende dieses Auftrags heißt es: „Die Gläubigen werden Kranken die Hände auflegen, und sie werden gesund.“ Ein Auftrag an alle Gläubigen.
Habt ihr bemerkt, was wir gerade gelesen haben? Als Jesus auf dem Berg die Zwölf ruft, die er bei sich haben will, heißt es: „Er wählte sie aus, damit sie bei ihm sein sollten, und damit er sie aussenden konnte, zu predigen und zu heilen.“ Zuerst werden sie berufen, bei ihm zu sein. Ja, er hat uns beauftragt, in diese kaputte Welt hineinzuwirken, auch in unser ganz persönliches Umfeld. Aber zuerst sind du und ich berufen, bei ihm zu sein. Unser Hingehen, Predigen und Heilen wird viel wirksamer, wenn wir zuerst Zeit mit ihm verbringen.
Damit kommen wir von der Heilung zu den harten Herzen. Wenn wir zu den ersten sechs Versen zurückgehen, lesen wir: „Seine Gegner beobachteten ihn ganz genau. Wenn er am Sabbat die Hand des Mannes heilen würde, dann könnten sie ihn anklagen.“ Sie wollten nicht einfach freundlich diskutieren. Im Griechischen steht wörtlich: „Damit sie eine formelle Anklage vor einem Gericht erheben könnten.“ Sie wollten ihn auf frischer Tat ertappen, falls er heilte – um ihn offiziell anklagen zu können.
Sie wollten Jesus und seine Arbeit stoppen. Das war kein Streit um einzelne Lehrpunkte. Ihr Ziel war, ihn auszuschalten. Es ging ihnen weder um den Sabbat noch um Gottes Willen. Der Sabbat-Vorwurf war nur der beste Vorwand, der ihnen einfiel, um Jesus zu Fall zu bringen. Ganz sicher ging es ihnen nicht um den Mann mit der verkrüppelten Hand. Übrigens zeigt das Griechische: Er war nicht so geboren worden. Seine Hand war durch eine Krankheit oder einen Unfall geschädigt
Wenn wir in den Matthäusbericht schauen, heißt es, dass das alles in „ihrer Synagoge“ geschah. Sie kannten den Mann. Sie kannten seine Geschichte. Sie wussten, was mit ihm passiert war. Sie wussten auch, dass seine Behinderung ihm in der damaligen Agrargesellschaft viele Möglichkeiten nahm.
Damals dachte man oft: Wenn so etwas passiert, liegt es an deiner Sünde oder sogar an den Sünden deiner Eltern. Er musste sicher Getuschel Spott und Ausgrenzung ertragen. Diese Männer wussten das. Sie wussten alles über ihn. Ging es ihnen darum, wie wunderbar es wäre, wenn er geheilt würde? Was ihm und seiner Familie das bedeuten würde? Nein, das war ihnen egal. Auch nach seiner Heilung war es ihnen egal. Sie wollten nur Jesus beschuldigen. Dann lesen wir in Markus 3, Verse 3–5:
„Jesus sagte zu dem Mann: ‚Komm her und tritt in die Mitte.‘ Dann wandte er sich an seine Gegner und fragte …“
Das heißt: Er wandte sich an die Pharisäer, die jüdischen religiösen Leiter, und sagte:
„Ist es nach dem Gesetz erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun, oder ist es ein Tag, um Böses zu tun? Ist dies ein Tag, um Leben zu retten oder zu vernichten?« Doch sie schwiegen. Zornig und erschüttert über ihre Hartherzigkeit sah er sie an.“
„Ist es nach dem Gesetz erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses?“ Jesus wollte dem Mann Gutes tun.
Sie aber wollten Jesus am Sabbat Böses tun. Jesus wollte Leben schenken und den Mann heilen. Sie waren Werkzeuge des Todes und schmiedeten bereits Pläne, Jesus zu töten. Durch seine Frage deckte Jesus alles auf. Er ließ sie in ihr eigenes Herz schauen, denn sie wussten, dass er recht hatte. Ihre Herzen waren voller böser Absichten.Der Mann war ihnen egal. Der Sabbat eigentlich auch. Es war barmherzig von Jesus, ihnen das zu sagen. Er gab ihnen die Gelegenheit, die Bosheit ihres eigenen Herzens zu erkennen und umzukehren. Taten sie das? Nein. Sie schwiegen. Sie hatten keine Antwort darauf und verharrten in trotzigem Schweigen.
Dann heißt es: „Er sah sie an.“ Mir gefällt die Formulierung aus der Message Bible: „Er sah einem nach dem anderen in die Augen. Niemand in diesem Raum entging seinem Blick.“ Könnt ihr euch die Kraft dieses Blicks vorstellen? Der Sohn Gottes sah jedem in die Augen. Es war ein Blick voller Zorn und zugleich voller Trauer. Zorn über ihren eigensinnigen Widerstand – und Trauer, weil sie nicht zuließen, dass er ihnen half.
Trauer, weil er wusste, wohin ihre Herzenshärte sie am Ende führen würde. Die Amplified Bible formuliert sogar, dass „er zornig und traurig über die Verhärtung ihrer Herzen“ war. Das trifft den ursprünglichen Gedanken gut: Es geht um einen Prozess der Verhärtung. Sie waren noch nicht am Ende, aber schon weit gekommen. Was muss das für ein Blick gewesen sein! Als er sie ansah, kannten sie die Wahrheit. Als er sie ansah, wussten sie: „Er hat recht, wir liegen falsch.“ Sie wussten, dass sie sündigten, und doch blieben sie hart wie ein Stein und hielten an ihrer Rebellion und Sünde fest. Wieder hat sich eine große Menge versammelt, und in Markus 3,22–30 lesen wir:
„Doch die Schriftgelehrten, die aus Jerusalem gekommen waren, erklärten: ‚Er ist vom Satan, dem Obersten der Dämonen, besessen. Daher hat er die Macht, Dämonen auszutreiben.‘ Jesus aber rief sie zu sich …“
Das gefällt mir. Als sie sagen, er sei von einem Dämon besessen, lässt Jesus lässt sich davon nicht einschüchtern, sondern sagt: „Kommt her“ und spricht persönlich mit ihnen.
„Jesus aber rief sie zu sich und erzählte ihnen folgendes Gleichnis: ‚Wie kann denn der Satan den Satan austreiben?‘, fragte er. ‚Ein Königreich, das mit sich selbst im Krieg liegt, wird fallen. Ein Haus, das in sich selbst zerstritten ist, wird untergehen. Und wenn der Satan gegen sich selbst kämpft, wie kann er dann bestehen? Er würde niemals überleben. Lasst es mich euch so erklären: Man kann nicht in das Haus eines starken Mannes eindringen und ihn berauben, ohne ihn zuerst zu fesseln. Erst dann kann man sein Haus ausrauben! Ich versichere euch: Jede Sünde kann den Menschen vergeben werden und auch jede Gotteslästerung. Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird niemals vergeben werden. Diese Sünde währt ewig.‘ Das sagte er zu ihnen, weil sie behaupteten, er habe einen bösen Geist.“
Jesus war bereits zornig und traurig über die Härte ihrer Herzen und dann ist die Sache noch weitergegangen. Zuerst haben sie sich geweigert zu antworten; jetzt behaupten sie, er stehe mit dem Teufel im Bunde und seine Wunder beruhten auf der Macht des Satans. Jesus lässt alle Anschuldigungen mit seinem logischen und schlichten Argument in sich zusammenfallen. Und trotzdem ändern sie sich nicht.
Er warnt sie ernsthaft vor einer Sünde, für die es keine Vergebung gibt: die Lästerung gegen den Heiligen Geist. Das sagte er zu ihnen,
„weil sie behaupteten, er habe einen bösen Geist.‘“
Die griechische Verbform beschreibt eine andauernde Handlung. Das bedeutet: Sie behaupteten immer noch weiter, er habe einen unreinen Geist. Sie hatten seine Wunder gesehen und seine Worte gehört. Aber obwohl sie wussten, dass sie falschlagen, sagten sie weiterhin: „Das ist das Werk des Teufels. Du bist vom Teufel.“
Sie wussten eigentlich, dass das nicht stimmte. Deshalb sagte Jesus im Grunde: „Hört zu, eure Herzen werden hart. Es gibt einen Punkt ohne Umkehr. Und ihr seid schon im Gefahrenbereich.“ Sie glaubten ihrer eigenen Theorie nicht. Sie wussten, dass Jesus von Gott kam. Aber aus Eifersucht, Hass und Stolz schrieben sie seine Werke weiterhin dem Teufel zu, obwohl sie die Wahrheit kannten. Reden wir ein paar Minuten über diese unverzeihliche Sünde. Hier geht es nicht um einen einzelnen Satz, den man aus Wut oder Frust sagt.Einmal kam ein Missionar, der nicht mehr auf dem Missionsfeld war, zu mir und fragte: „Pastor, habe ich die unverzeihliche Sünde begangen?“ Ich meinte: „Wieso fragst du?“ Er antwortete: „Ich war mehrere Jahre auf dem Missionsfeld.“ Im Gespräch merkte ich: Er hatte möglicherweise die Beziehungen nicht genug gepflegt, die für seine Unterstützung wichtig gewesen wären. Und das Thema „Leben aus Glauben, nicht aus Schauen“ hatte er noch nicht komplett verstanden.
Er sagte: „Ich habe Gott zweimal richtig angeschrien und dabei geflucht. Ich war im Missionseinsatz, wir hatten nicht genug finanzielle Unterstützung, vieles lief schief – und irgendwann habe ich Gott angeschrien: „Was zum Teufel machst du da? Was für ein verdammter Gott bist du? Ich gebe mein Leben für dich, und du machst so einen Scheiß, ich hasse dich.‘ Zweimal ging das so.“
Er fragte: „War das die Sünde gegen den Geist, die nicht vergeben werden kann? Ich habe Gott verflucht und ihm gesagt, dass ich ihn hasse.“ Ich sagte: „Wenn ein dreijähriges Kind einen Wutanfall hat und zum Vater sagt: ‚Ich hasse dich‘, dann sagt der Vater nicht: ‚Jetzt gehörst du nicht mehr zur Familie.‘ Nein, das war keine Sünde, die nicht vergeben werden kann. Schon dass du dir Sorgen um deine Seele machst, beweist das.“ Das passiert nicht in einem Anfall von Frust oder Wut. Es ist die bewusste, wiederholte Zurückweisung des überführenden Wirkens des Heiligen Geistes. Es geschieht erst, wenn ein Herz so abgestumpft ist, dass es ihm egal ist und sich von der Wahrheit nicht mehr bewegen lässt.
Mithridates VI. wurde der Giftkönig genannt. Er war König von Pontus, einem großen Gebiet in der heutigen Türkei. Sein Vater war bei einem großen Fest vergiftet worden – bei seinem eigenen Festmahl. Manche Historiker glauben, seine Frau steckte dahinter. Von da an hatte Mithridates große Angst, vergiftet zu werden. Also machte er alle Gifte der Welt zu seinem Lebensthema. Er begann, kleine, nicht tödliche Dosen verschiedener Gifte einzunehmen, um Immunität aufzubauen. Er nahm immer wieder solche Stoffe, bis man schließlich sagte: „Er wird niemals an Gift sterben. Er ist gegen alle Gifte völlig immun.“
So ähnlich war es bei den Pharisäern. Sie wurden immun gegen die Wahrheit. Sie wurden immun gegen die korrigierende Wirkung des Heiligen Geistes, weil sie ihn immer wieder ablehnten. Die wichtigste Aufgabe des Heiligen Geistes ist, den Sohn zu verherrlichen. Jesus sagte im Johannesevangelium: „Wenn der Heilige Geist kommt, wird er Menschen überzeugen und ihnen zeigen, was Sünde ist und dass sie Jesus vertrauen müssen.“
Der Geist hatte diesen religiösen Leitern die Kraft des Herrn gezeigt. Durch all die Heilungen konnten sie sich mit eigenen Augen überzeugen. Der Heilige Geist hatte sie durch die Worte des Herrn überzeugt. In ihrem Gewissen kannten sie die Wahrheit. Trotzdem beharrten sie darauf, Jesus stehe mit dem Teufel im Bund – und das nicht aus Unwissenheit.
Hier sind einige Merkmale eines harten Herzens. In Apostelgeschichte 7 steht Stephanus vor den jüdischen Leitern und dem jüdischen Volk. Es sind dieselben, die Jesus kurz zuvor gekreuzigt und verurteilt hatten. Gleich werden sie Stephanus steinigen. In Apostelgeschichte 7,51 lesen wir:
„Ihr Halsstarrigen, unbeschnitten an Herzen und Ohren! Immerzu widersetzt ihr euch dem Heiligen Geist.“
Sie widersetzten sich dem Heiligen Geist. Die Pharisäer hatten ihre Gier in ein Gewand von Eifer für Gott gehüllt, und Jesus war schlecht fürs Geschäft. Darum töteten sie ihn. Sie kannten die Wahrheit, aber sie weigerten sich, sie anzuerkennen. In Hebräer 10,29 lesen wir:
„Wie viel schrecklicher wird die Bestrafung für den ausfallen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, das Blut des Bundes verachtet, durch das er geheiligt wurde, und den Heiligen Geist verhöhnt, ohne den er Gottes Gnade nicht erkannt hätte.“
Man kann sich dem Heiligen Geist widersetzen. Man kann ihn verhöhnen. Stellen wir uns einen Mann vor, der eine Frau liebt, die ohne Nierentransplantation sterben würde. Er ist der passende Spender und sagt: „Ich gebe dir eine meiner Nieren.“ Weil sie nicht versichert ist, verkauft er sein Haus, um die OP zu bezahlen. Die Operation gelingt.
Nachdem beide sich von der Operation erholt haben, fragt er: „Willst du mich heiraten?“ Sie sagt: „Was? Das ist doch ein Witz, du Loser. Auf jemanden wie dich würde ich mich nie einlassen!“ Sie weist ihn nicht nur zurück, sondern beleidigt ihn auch noch. Gott sagt: „Ich habe meinen Sohn für dich gegeben. Ich habe die Schätze des Himmels für dich geöffnet. Ich ließ ihn sterben und von den Toten auferstehen. Doch die Narben deiner Erlösung wird er für immer tragen. Und du sagst: ‚Kein Interesse. Ich brauche keinen Retter. Ich schaffe das selbst.‘“ Was für eine Beleidigung des Geistes der Gnade! In Markus 3 spricht Jesus von der Lästerung gegen den Heiligen Geist. Er meint damit, dass jemand den Punkt ohne Umkehr überschritten hat. Aber wenn du dir noch Sorgen um deine Seele machst, hast du diese Sünde nicht begangen. Ein verhärtetes Herz spürt Gottes Korrektur gar nicht mehr. Von der Wahrheit lässt es sich längst nicht mehr beeindrucken. Wenn du dein Herz weich halten willst, beachte die folgenden drei Punkte:
Erstens: Bleib nah an Jesus dran. Zweitens: Bekenne, wenn du etwas falsch gemacht hast. Drittens: Vergib schnell, wenn dir Unrecht getan wurde. Wenn du dich daran hältst, bist du auf der sicheren Seite. Bleib nah bei Jesus. Bekenne, wenn du falsch gehandelt hast. Vergib bereitwillig, wenn dir Unrecht getan wurde. Das hält dein Herz weich.
Jemand hat mich mal gefragt: „Bayless, wie wirst du sein, wenn du alt bist?“ Noch bin ich das nicht. Irgendwann schon, aber noch nicht. Ich antwortete: „Darüber muss ich erst nachdenken.“ Ich machte mir ein paar Tage Gedanken und hatte eine Antwort. Ich sagte zu ihm: „Drei Punkte. Erstens: Ich werde voller Glauben sein. Zweitens: Ich werde ein weiches Herz haben. Drittens: Ich werde ein bisschen schelmisch bleiben.“ Letzteres kommt von selbst. Die anderen beiden brauchen mehr Arbeit. Aber … je länger wir mit Jesus unterwegs sind, desto weicher sollte unser Herz werden.
Ich habe das Vorrecht, einige ältere Menschen zu kennen. Ich bin inzwischen über 70 und natürlich immer noch jung. Aber ich kenne alte Leute, die so weichherzig sind, wie man es sich nur wünschen kann. Das Leben trifft uns alle hart. Wir werden verletzt, enttäuscht und ungerecht behandelt. Wenn wir nicht aufpassen, werden unsere Herzen hart – je nachdem, wie wir mit allem umgehen. Ein weiches Herz muss man sich bewusst bewahren. Wenn du gerade zuhörst: Es gibt Hoffnung für dich. Wenn dein Herz hart geworden ist oder du an Verletzungen festhältst, lass sie los. Ein hartes Herz hindert Gott daran, in deinem Leben zu wirken. Es raubt dir die Freude. Kehre um und bitte Gott um Hilfe. Er wird dir helfen, dir ein weiches Herz zu bewahren.
-
Verpasse keine Sendung
Unser Service für dich: Wir schicken dir jede Woche eine E-Mail mit dem Link zur aktuellen Sendung.
Über 40 Jahre – Gott ist treu und wir haben noch viel vor
Im Oktober 1979 wohnte ich in einer kleinen Wohnung in Broken Arrow in Oklahoma. In einem stillen Moment vor Gott sprach der Heilige Geist zu mir und sagte: „Du wirst das Wort Gottes im Fernsehen verkündigen.“ Das schrieb ich mir damals auf eine kleine Karteikarte – und habe sie bis heute.
Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!
Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.
Hol dir das Skript zur Predigt
Falls du außerdem regelmäßige Impulse von Bayless erhalten möchtest, gib hier bitte deine E-Mailadresse an. Aus technischen Gründen ist die Angabe auch nötig, wenn du nur das Skript möchtest.
Schreiben Sie einen Kommentar