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Ein Gebet der Umkehr – Psalm 51 – Harrison Conley

Gerade wenn wir Gottes Nähe am meisten brauchen, fällt es uns oft am schwersten, zu ihm zu kommen. Schuld und Scham halten uns zurück und lassen uns glauben, in seiner Gegenwart nicht willkommen zu sein. In dieser Sendung betrachtet Harrison Conley Psalm 51 – eines der ehrlichsten und verletzlichsten Gebete der Bibel. Du wirst entdecken, dass echte Umkehr bei Gottes Wesen beginnt und wie du zu ihm kommen kannst, selbst wenn innerlich alles dagegen spricht. Lass dich noch heute ermutigen, den Weg in Gottes Nähe zu wagen.

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  • Hallo, liebe Freunde. Ihr könnt euch auf etwas Besonderes freuen. In den Psalmen steht ein Gebet, das von Herzen kommt und schon vielen geholfen hat, die Fehler gemacht und gesündigt haben. Genau darum geht es heute. Harrison Conley, unser Sohn und leitender Pastor hier in der Cottonwood Church, hält die Predigt. Es geht um Davids Gebet der Umkehr und des Gottvertrauens, nach seinem Ehebruch mit Batseba. Hören wir uns die Predigt an.

    Heute schauen wir uns ein Gebet von König David an: ein Gebet der Umkehr. Wenn ihr mitschreibt, könnt ihr dieser Predigt den Titel „Ein Gebet der Umkehr“ geben. Wir sehen eines der innigsten, ehrlichsten und schonungslosesten Gebete der ganzen Bibel. Es kann sowohl Anleitung wie auch Vorbild für uns sein, wie wir uns Gott nähern können, wenn wir meinen, wir könnten es nicht. Habt ihr das schon mal erlebt? Ihr wolltet zu Gott kommen, aber hattet das Gefühl, es geht nicht? Sei es Sünde, Schuld oder Scham die uns glauben lässt, Gottes Gegenwart sei der letzte Ort, an dem wir willkommen wären oder hingehörten. Ich kenne das. Aber von David können wir einiges lernen, wie wir zu Gott kommen können, wenn wir meinen, das wäre keine Option

    Psalm 51 entstand in einer besonderen Situation. Der Prophet Nathan war zu David gekommen und hatte ihn wegen seiner Sünde mit Batseba zur Rede gestellt. Viele kennen diese Geschichte und ihren Hintergrund. Sie steht in 2. Samuel, Kapitel 11 und 12. Aber für alle, die mit der Bibel noch nicht so vertraut sind, bringe ich uns kurz auf denselben Stand.

    2. Samuel 11,1 beginnt so: Im Frühjahr, zu der Zeit, in der die Könige in den Krieg ziehen, blieb David in Jerusalem zurück. Zu diesem Zeitpunkt ist David König über das ganze Land – er ist ganz oben angekommen, könnte man sagen. Alles läuft gut. Gott hat ihm Segen geschenkt. Was immer David angepackt hat, stand unter Gottes Wohlwollen. Aber jetzt ist David an einem Ort, an dem er zu dieser Zeit gar nicht sein sollte. Es ist die Jahreszeit, in der Könige in den Kampf ziehen. Aber David bleibt zu Hause. Und weil er nicht dort ist, wo er sein sollte, sieht er etwas, das er nicht sehen sollte.

    Die Geschichte sagt: David schaut von der Terrasse seines Palastes hinaus und sieht eine Frau, die auf ihrem Dach badet. Es ist eine fast ironische Pointe, dass die badende Frau „Bad-seba“ heißt. Weil David nicht dort ist, wo er sein sollte, sieht er etwas, das er nicht sehen sollte. Daraufhin denkt er über etwas nach, worüber er nicht nachdenken sollte. Und am Ende tut er etwas, das er nicht tun sollte. Das ist die gefährliche Abwärtsspirale der Sünde, nicht wahr? In einem Anfall von Begierde lässt David Batseba holen, begeht Ehebruch mit ihr, und sie wird schwanger.

    Das ist ein Riesenproblem, denn Batseba ist schon mit einem anderen verheiratet – und zwar nicht mit irgendwem. Ihr Ehemann ist ein Freund von David, einer seiner Krieger, einer seiner Helden: Uria. Uria ist da, wo David eigentlich sein sollte. Er kämpft für Israel, während David zu Hause geblieben ist. Ein auffälliger Gegensatz. David trifft seine Entscheidung, und statt anschließend die Verantwortung dafür zu übernehmen, tut er, was wir auch oft tun: Er versucht, seine Sünde zu vertuschen. Er hat einen ausgeklügelten, scheinbar wasserdichten Plan.

    David lässt Uria vom Schlachtfeld nach Hause holen. Er bewirtet ihn im Palast, bietet ihm Wein und Essen an, versucht, ihn betrunken zu machen, und sagt: „Uria, warum gehst du nicht nach Hause? Schlaf doch bei dir. Genieß dein Zuhause.“ David will ihn dazu bringen, mit Batseba zu schlafen. Er denkt: „Wenn Uria heimgeht und mit seiner Frau schläft, werden alle denken, das Kind ist von Uria.“ Aber Uria hat so viel Integrität, dass er sich weigert, nach Hause zu gehen, während seine Männer im Krieg sind. Er schläft stattdessen im Torbereich des Palastes.

    Als David merkt, dass sein Plan nicht funktioniert, sieht er nur noch eine Möglichkeit: Er greift zum äußersten Mittel und lässt Uria töten. Als Uria aus dem Weg geschafft ist, nimmt David Batseba zu sich. Fast ein Jahr vergeht. David denkt, er sei mit seiner Sünde und seinem Verrat davongekommen. Aber dieses Jahr ist eine dunkle Zeit in Davids Leben. Über den Zeitraum fast eines Jahres gibt es keinen Hinweis darauf, dass er sich hinsetzt und einen Psalm schreibt – obwohl Gott ihm diese Gabe geschenkt hat. Davids Anbetung verstummt.

    Die Bibel erwähnt nicht, dass er Gottes Gegenwart gesucht hätte. Kein Anzeichen dafür, dass er versucht hätte, auf Gott zu hören. Keinen Hinweis, dass er den Propheten Nathan rufen ließ, der Gottes Sprachrohr für das Volk war.

    Ich frage mich, ob David sich damals so fühlte, wie du und ich uns auch oft fühlen: Aus Sünde, Scham und Reue zögern wir, zu Gott zu kommen. Wir stecken fest in dem Gefühl, nicht würdig genug zu sein, nicht bereit, nicht fähig, uns Gott zu nähern. Wenn wir ehrlich sind, kennen wir das alle. Hoffentlich nicht unter denselben Umständen wie David, aber ich glaube, wir wissen, wie es ist, von Scham und Schuld blockiert zu sein. Jeder von uns hat schon erlebt, wie uns solche Erfahrungen lähmen können – wie sie uns behindern, auf Abstand halten und innerlich zögern lassen, Gottes Gegenwart zu suchen.

    Fast ein Jahr vergeht. David nähert sich Gott nicht, aber Gott tut etwas Wunderbares. Jedes Mal, wenn ich diese Geschichte lese, kommen mir die Tränen. Gott nähert sich David. Wie barmherzig, gnädig und freundlich Gott doch ist! Als David nicht zu Gott kommt, kommt Gott zu David – in Gestalt des Propheten Nathan. Gottes Worte an David, die Nathan übermittelt, treffen mitten ins Herz.

    Dieses kraftvolle Gebet gibt uns ein Bild und eine Anleitung dafür, wie echte Umkehr aussieht und wie wir uns Gott demütig nähern können, wenn wir meinen, wir könnten es nicht. Wenn ihr eine Bibel dabeihabt: Lasst uns Psalm 51 gemeinsam lesen. Aus Zeitgründen lesen wir nur die ersten zwölf Verse. Mehr werden wir wohl nicht schaffen. Psalm 51 beginnt mit einer Einleitung: „Für den Chorleiter: Ein Psalm Davids aus der Zeit, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem David mit Batseba Ehebruch begangen hatte.“ Und dann heißt es in den Versen 3 bis 14:

    „Gott, sei mir gnädig um deiner Gnade willen und vergib mir meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde. Denn ich bekenne meine Sünde, die mich Tag und Nacht verfolgt. Gegen dich allein habe ich gesündigt und getan, was in deinen Augen böse ist. Darum wirst du recht behalten mit dem, was du sagst, und dein Urteil über mich ist gerecht. Denn ich war ein Sünder – von dem Augenblick an, da meine Mutter mich empfing. Dir gefällt ein Herz, das wahrhaftig ist; und im Verborgenen lehrst du mich deine Weisheit. Wasche von mir ab meine Sünden, und ich werde ganz rein werden; wasche mich, und ich werde weißer sein als Schnee. Gib mir meine Freude zurück und lass mich wieder fröhlich werden, denn du hast mich zerbrochen. Sieh meine Sünde nicht mehr an und vergib mir meine Schuld. Gott, erschaffe in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen, aufrichtigen Geist. Verstoße mich nicht aus deiner Gegenwart und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Lass mich durch deine Hilfe wieder Freude erfahren und mach mich bereit, dir zu gehorchen.“

    Das ist das Wort des Herrn. Gott sei Dank dafür. Aus diesem Text ließe sich viel herausholen, aber ich möchte uns einfach drei Punkte über Umkehr mitgeben und wie wir sie auf unser Gebet anwenden können. Echte Umkehr beginnt mit Gottes Wesen, nicht mit unserer Qualifikation. Sie beginnt mit Gottes Wesen. Achtet einmal darauf, wie David sein Gebet beginnt. Er beruft sich darauf, wer Gott ist. Er beginnt mit Gottes Charakter. Vers 3 – wenn ihr eure Bibel habt, schaut noch einmal hinein. David schreibt:

    „Gott, sei mir gnädig um deiner Gnade willen und vergib mir meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.“

    David argumentiert in seiner Bitte um Vergebung nicht mit eigenen Verdiensten. Er beginnt sein Gebet nicht mit Ausreden und er versucht nicht mit Gott zu verhandeln, weil er es wert wäre. Nein, David weiß: „Ich habe keine Ausrede, keine Rechtfertigung für mein Handeln. Meine einzige Hoffnung liegt in Gottes Barmherzigkeit und Liebe.“ Darum ist das Erste, was aus Davids Mund kommt, eine Beschreibung von Gottes Wesen. Er sagt: „Sei mir gnädig – nicht weil ich selbst oder meine Verdienste oder Errungenschaften es wert wären. Sei mir gnädig, Gott, weil du bist, wer du bist.“ In der Ursprache könnte man Vers 3 auch so lesen: „Sei mir gnädig, o Gott, aus dem Mutterleib deiner Barmherzigkeit heraus.“

    Mir ist klar: Das klingt etwas frei übersetzt. Aber David will hier sagen: „Gott, aus dem tiefsten und wahrsten Sein dessen, wer du bist, erbarme dich über mich.“ Was tut David hier? Er spricht Gottes Wesen an. Er sagt: „Herr, ich habe keine Grundlage, um zu dir zu kommen. Meine Taten, Motive und Absichten sind mangelhaft. Ich habe nichts, auf das ich verweisen könnte – außer dir selbst, außer deinem Wesen.“

    Ich will das kurz konkret machen. Wenn wir merken, dass wir das Ziel verfehlt haben und Vergebung brauchen, sollten wir unser Gebet wie David beginnen: nicht mit der Liste unserer Fehler, sondern mit einer Beschreibung, wer Gott ist.

    In Epheser 2,8 und 9 schreibt Paulus: „Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt.“ Nicht aus Werken sind wir gerettet, sondern aus Gnade, durch Glauben. Es ist Gottes Geschenk.

    Echte Umkehr beginnt damit anzuerkennen: Nur Gottes Gnade kann uns reinigen. Das führt uns zum zweiten Punkt in Davids Gebet: Echte Umkehr geht schonungslos ehrlich mit Sünde um. Was ich an Davids Gebet besonders bewundere, ist, dass er seine Taten nicht beschönigt. Er sagt nicht: „Ach Gott, na ja, das war einfach ein Fehler. Ich hatte eben einen schwachen Moment.“ Nein, er ist schonungslos ehrlich. Er nennt die Sache beim Namen: Es war Sünde. In den ersten Versen übernimmt David immer wieder Verantwortung für sein Handeln. Fünfmal verwendet er Formulierungen wie: „meine Vergehen, meine Schuld, meine Sünde“. Er steht zu seinem Handeln, zu seiner Entscheidung. Er schiebt seine Fehler nicht auf andere. Er übernimmt Verantwortung.

    David verwendet in unserem Text eine zweite Formulierung: „Wasch mich, wasch mich.“ Er sagt: „Reinige mich gründlich von meiner Sünde.“ Im Hebräischen steht hier tatsächlich zweimal „waschen“. David sagt: „Gott, wasch, wasch mich.“ Das wirkt erst übertrieben, aber David will damit etwas ausdrücken. Er bittet um mehrfache Waschung, um intensive Reinigung. Heute würde David vielleicht schreiben: „Gott, wasch mich porentief rein.“ Warum er sich eine so gründliche Reinigung wünscht, sehen wir in den Versen 4 und 5, wo er schreibt: „Wasche mich völlig von meiner Schuld, und reinige mich von meiner Sünde!
    Denn ich erkenne meine Vergehen, und meine Sünde ist stets vor mir.“ Damit sagt er: „Gott, aus eigener Kraft werde ich das nicht los. Meine Sünde belastet mich zutiefst.“

    Es heißt hier: „Meine Sünde ist stets vor mir.“ Ein Bibelausleger schreibt dazu: „Dahinter steht die Vorstellung, dass seine Sünde innen auf seine Augenlider geschrieben steht.“ Sie steht ihm ständig vor Augen. Selbst wenn er die Augen schließt und dem Moment entkommen will, ist sie noch da. Sicher lag David nachts unter der Last seiner Schuld im Bett und seine Sünde stand an der Decke. Ging er durch die Flure, stand sie an den Wänden. Saß er beim Essen, lag sie auf seinem Teller. Er konnte ihr nicht entkommen. Er schreibt: „Meine Sünde verfolgt mich Tag und Nacht. Meine Sünde, meine Sünde, meine Sünde steht mir immer vor Augen.“

    Wichtig – David hat nicht gesagt: „Meine Strafe steht mir immer vor Augen.“ Oder: „Die Folgen meiner Sünde stehen mir immer vor Augen.“ Nein, er schreibt: „Meine Sünde steht mir immer vor Augen.“ Das lastete auf David. Das brach ihm das Herz – nicht die Strafe oder Konsequenz, sondern die Tatsache, dass Sünde geschehen war. Ich betone das, weil viele von uns die Strafe und die Folgen der Sünde beklagen – die natürlich schmerzhaft und schwerwiegend sind –, aber sie trauern nicht über die Sünde selbst.

    Echte Umkehr verharmlost Sünde nicht. Sie schiebt die Schuld nicht auf andere und rechtfertigt unser Handeln nicht. Echte Umkehr erkennt das volle Gewicht unserer Taten an, und bekennt sie vor Gott. Lasst uns das kurz konkret machen. Wenn wir Sünde bekennen – zuerst vor Gott und, wenn nötig, auch vor Menschen –, lasst uns keine Ausreden suchen. Lasst uns nichts beschönigen. Lasst uns konkret und ehrlich sein, vor Gott und vor anderen. In 1. Johannes 1,9 heißt es:

    „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von allem Bösen.“

    Wir bekennen nicht, um Gott etwas mitzuteilen, das er noch nicht weiß. Er weiß alles schon. Nichts bleibt seinem Blick verborgen. Wir bekennen unsere Sünden, weil wir unser Herz vor Gott beugen. Gottes Gnade kann nur dort in uns wirken, wo wir demütig sind. Echte Umkehr beginnt erstens mit Gottes Wesen. Zweitens ist sie schonungslos ehrlich, was Sünde angeht. Und nun der dritte und letzte Gedanke: Echte Umkehr wünscht sich Veränderung, nicht nur Vergebung. Sie wünscht sich Veränderung, nicht nur Vergebung. Lesen wir die Verse 12 bis 14. David schreibt:

    „Gott, erschaffe in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen, aufrichtigen Geist. Verstoße mich nicht aus deiner Gegenwart und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Lass mich durch deine Hilfe wieder Freude erfahren und mach mich bereit, dir zu gehorchen.“

    Ich finde das großartig, weil es der Schrei eines Mannes ist, dem es nicht einfach nur um Erleichterung von seiner Schuld geht. David geht es hier tatsächlich um eine tiefe, innere Verwandlung. Er will nicht nur Vergebung für seine Fehler. Er will, dass Gott ihn von innen heraus verändert. Er beginnt mit der Bitte: „Gott, erschaffe in mir ein reines Herz.“ Das hebräische Wort für „erschaffen“ ist bara. Es ist dasselbe Wort wie in 1. Mose 1,1, als Gott Himmel und Erde schuf. Es bedeutet: etwas ins Dasein rufen, das vorher nicht da war.

    David bittet: „Gott, würdest du etwas Übernatürliches in mir tun? Ich will nicht nur ein repariertes Herz. Ich wünsche mir ein ganz neues Herz.“ Ihr Lieben, zwischen Bedauern und Umkehr liegt ein weltweiter Unterschied. Bedauern will die Vergangenheit ausradieren. Umkehr dagegen lädt Gott ein, die Zukunft neu zu schreiben. David sagt weiter: „Herr, gib mir einen neuen, aufrichtigen Geist.“ Das Wort „erneuern“ bedeutet in der Ursprache: wiederherstellen, wieder aufbauen, ganz neu machen. David bittet nicht nur um einen kurzen Gefühlsmoment, damit er sich besser fühlt. Er bittet um eine fortwährende Veränderung in seinem Inneren, weil er weiß: Ohne Gottes Eingreifen, ohne Gottes Erneuerung wird er dieselben Fehler wieder machen.

    Eins ist mir ganz wichtig, weil es enorme Kraft hat: David sagt nicht: „Gott, tu das, und ich verspreche dir, ich gebe mir die allergrößte Mühe, nicht denselben Fehler zu wiederholen.“ David sagt nicht: „Ich strenge mich jetzt mehr an.“ Er sagt: „Gott, du musst in mir wirken. Erneuere mich, denn weder Selbstoptimierung noch all mein Ringen kann reparieren, was in mir zerbrochen ist.“

    Echte Umkehr bedeutet nicht, sich mehr anzustrengen. Es geht um Hingabe. Um Hingabe. Es geht darum anzuerkennen: Ich brauche nicht einfach bessere Gewohnheiten, sondern das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes. Er muss mein Herz, mein Denken, meinen Willen und meine Gefühle verändern. Es geht nicht darum, die Zähne zusammenzubeißen und mich anzustrengen. Es geht darum, mich unter den Einen zu beugen, der mich verändern kann.

    Noch einmal: Der Schlüssel und unser aller Lieblingswort ist: Hingabe. Hingabe ist nicht nur eine vage Idee oder ein frommes Klischee. Hingabe ist eine tägliche Entscheidung. Wir sprechen gerade über Gebet. Wenn ich Gebet in einem Wort zusammenfassen sollte, dann wäre es Hingabe.

    Beim Gebet geht es nicht ums Bekommen und Empfangen. Gebet ist Hingabe. Es bedeutet, unser Leben auf den Altar zu legen und zu sagen: „Jesus, ich gebe mich deinem Weg, deinem Willen und deinen Absichten hin. Dafür lege ich meinen Weg, meine Wünsche, meine Absichten und meine Sehnsüchte auf den Altar.“ Hingabe. Hingabe bedeutet: Ich gebe Gottes Stimme mehr Gewicht als dem, wozu mich die Versuchung drängt. Ich gebe Gottes Wort mehr Autorität als meinen Gefühlen oder Wünschen. Ich höre auf seine Stimme und richte mein Handeln nach seiner Führung aus. Nur dort geschieht echte Verwandlung. Nicht durch Anstrengung, Bemühen oder Willenskraft, sondern durch den Heiligen Geist in uns.

    Ich denke an einen Vers im Alten Testament: „Es wird nicht durch die Macht und Kraft der Menschen geschehen, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr, der allmächtige Gott.“ Vergesst nie: Das Ziel ist Reife. Reife. Damit ich Jesus ähnlicher werde. Aber aus eigener Kraft kann ich ihm nicht ähnlicher werden. Ich gebe mich ihm hin, damit ich ihm ähnlicher werde. Umkehr heißt nicht nur, sich von der Sünde abzuwenden. Es heißt, sich Jesus zuzuwenden und zuzulassen, dass sein Heiliger Geist uns formt und prägt und zu der Person macht, die wir werden sollen. Das klappt nur, wenn wir aufhören uns anzustrengen und stattdessen auf die Knie gehen und uns ihm beugen.

    Ganz praktisch: Wie sieht das bei solchen Gebeten der Umkehr aus? Machen wir es konkret: Wenn wir um Vergebung beten, lasst uns nicht beim Bekenntnis stehenbleiben, sondern Gott bitten, unser Herz zu verändern. Ein Beispiel: Statt nur zu beten: „Herr, es tut mir leid, dass ich …“ – ihr könnt beliebig ergänzen, ich sage mal: „getratscht habe“. „Herr, es tut mir leid, dass ich getratscht habe. Bitte vergib mir.“ Vielleicht können wir tiefer ansetzen und sagen: „Herr, vergib mir und reinige mich davon, dass ich mit meinen Worten Schaden angerichtet habe. Ich wünsche mir nicht nur Vergebung dafür. Bitte verändere mich auch und verwandle mein Reden. Fülle mein Herz mit der Liebe für andere, damit die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens heilig und dir wohlgefällig sind.“

    Echte Umkehr bemüht sich um Veränderung, nicht nur Vergebung. Versteht ihr, was ich meine? Bevor wir zum Schluss kommen, möchte ich eure Aufmerksamkeit noch ganz kurz auf einen weiteren Satz lenken, auf eine weitere Formulierung in unserem Text. In Vers 13 fleht David zu Gott:

    „Verstoße mich nicht aus deiner Gegenwart und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.“

    Ich finde, das ist eine außergewöhnliche Aussage. Denn sie zeigt, wovor David am meisten Angst hat. Nicht vor der Strafe für seine Sünde. Nicht vor den Folgen seiner Sünde. David fürchtet sich am meisten davor, weit weg von Gott zu sein. Er wünscht sich nicht nur eine reine Weste. Er wünscht sich Nähe zum Retter. Denn er weiß: Sünde hinterlässt nicht nur Spuren bei uns und anderen. Sünde schafft auch eine Kluft zwischen uns und Gott. Solange diese Kluft nicht geschlossen ist, gibt es keine echte Freude. Deshalb ruft er: „Gott, gib mir die Freude an deiner Rettung zurück!“

    Das ist wichtig: Sünde raubt uns die Freude. Nicht weil Gott sie uns wegnimmt, sondern weil wir sie gegen etwas eintauschen, das weit weniger befriedigend ist. Aber wenn wir zu ihm zurückkehren und sein Geist uns erneuert, wird die Freude an unserer Rettung wiederhergestellt. „Ich bete, dass Gott, der euch Hoffnung gibt, euch in eurem Glauben mit Freude und Frieden erfüllt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes immer größer wird.“ „Denn im Reich Gottes ist nicht entscheidend, was man isst oder trinkt. Es geht vielmehr um ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden und in der Freude im Heiligen Geist.“ Vielleicht brauchen einige von euch heute diese Freude neu. Vielleicht geht dir Davids Geschichte nah. Du willst glauben, dass es wahr ist: dass Dinge sich ändern können, dass Gott freundlich und geduldig ist, dass er uns vergeben und uns erneuern will.

    Du darfst wissen: Das alles kann und will er tun. Aber es geschieht nur, wenn wir ihn lassen. Psalm 51 ist nicht nur ein Bekenntnis und ein Gebet der Umkehr, sondern auch ein Gebet der Hoffnung. Er endet mit Freude, nicht mit Schuld und Scham. Egal, wie groß unsere Fehler sind – Gottes Gnade ist größer. Wenn wir uns ihm aufrichtig und voller Demut nähern, ist er treu: Er vergibt uns, reinigt uns und stellt uns wieder her. Echte Umkehr beginnt mit Gottes Wesen. Echte Umkehr verharmlost Sünde nicht. Und drittens: Echte Umkehr wünscht sich nicht nur Vergebung, sondern auch Gottes Veränderung in unserer Seele. Ich könnte noch viel mehr sagen, aber wir sind am Ende angelangt.

    Das Erste, was Jesus predigte, war laut Markusevangelium die Aufforderung: „Das Reich des Himmels, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Kein Glaube an Errettung ohne echte Umkehr. Umkehr ist eine innere Veränderung des Herzens, die zu einer äußeren Richtungsänderung führt. Sei bereit, dein altes Leben und deine Sünde loszulassen, dich davon abzuwenden, dich Jesus zuzuwenden und gerettet zu werden. Dann geschieht augenblicklich das, was wir Rettung nennen. Danach gehst du Tag für Tag an seiner Seite und lässt diese Rettung in deinem Leben sichtbar werden; was Gott in dich hineingelegt hat, dringt nach außen und prägt Beziehungen, Worte, Einstellungen und Prioritäten. Gott liebt dich und will dich retten. Darum kehr um und glaub an das Evangelium. Lass Gott sein Werk in dir tun.

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