Was du denkst, prägt dein Herz – Philipperbrief
Was geht in deinem Kopf vor und wer hat dort das Sagen? Unsere Gedanken sind kein neutraler Raum, sie formen unser Herz und damit unser ganzes Leben.
In dieser kraftvollen Botschaft zu Philipper 4 zeigt dir Bayless Conley
* wie du inneren Frieden findest, selbst wenn Umstände, Angst oder Sorgen dich erdrücken wollen,
* welche konkreten Werkzeuge die Bibel bietet, um deine Gedankenwelt zu schützen und
* wie du deine Gedanken neu ausrichtest.
Entdecke, wie du gut auf deine Gedanken achthaben kannst.
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Hallo, ich freue mich, dass du dabei bist. Wenn du eine Bibel hast, dann hol sie gern. Oder wenn du eine Bibel-App auf dem Handy oder einem anderen Gerät installiert hast, dann nutze die. Ich ermutige dich auch, dir Notizen zu machen. Sie helfen dir, deine Gedanken zu sortieren und erleichtern die Umsetzung..
Wir beschäftigen uns mit dem Philipperbrief. Er ist ein großartiges Geschenk! Paulus hat ihn aus der Gefangenschaft geschrieben – an die Gemeinde, die er in Philippi in Mazedonien gegründet hatte. In einer der letzten Sendungen haben wir schon über Philipper 4,6-7 gesprochen. Das ist ein beeindruckender Abschnitt. Dort heißt es:
„Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm. Ihr werdet Gottes Frieden erfahren, der größer ist, als unser menschlicher Verstand es je begreifen kann. Sein Friede wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren.“
„Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles.“ Es ist eine Tatsache, dass wir Gottes Frieden erleben können. Paulus schreibt: „Sorgt euch um nichts. Seid nicht beunruhigt, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht und dankt ihm.“ Interessanterweise steht hier keine Zusage, dass Gott deine Bitte auch erhören wird. Vielleicht steckst du in finanziellen Schwierigkeiten. Vielleicht läuft in deiner Familie oder mit deinen Kindern nicht alles rund. Vielleicht hast du ein Anliegen, das deine Arbeit betrifft oder deine Gesundheit.
Gott sagt: „Sorgt euch nicht darum, sondern betet dafür. Und wenn ihr betet, bittet mich, euch zu helfen. Bittet mich darum, einzugreifen.“ Meiner Ansicht nach müssen wir jeweils eine Zusage finden, die zu unserer Situation passt. Dann sollen wir danken. Er verspricht hier zwar nicht, dass die Bitte erhört wird, aber er verspricht etwas anderes – nämlich, dass Gott uns Frieden schenken wird. Wenn wir mit ihm darüber sprechen und ihm danken, verspricht er uns einen übernatürlichen Frieden, der unsere Herzen und Gedanken durch Jesus Christus bewahrt.
An anderen Stellen in der Bibel finden wir sehr klare Zusagen, dass Gott unsere Bitten und unsere konkreten Gebete erhören wird. Ich will damit also nicht sagen, dass er Gebete nicht erhört. Aber es fällt auf, dass wir hier zwar ein Versprechen finden, aber es ist das Versprechen, Friedens zu erleben. Wir wissen aus anderen Stellen, dass Gott unsere Bitten erhört und dürfen uns da sicher sein. Wir dürfen uns sogar vollkommen sicher sein, wenn er eine Zusage dafür gegeben hat und wir ihm diese Zusage im Gebet bringen. Aber hier verspricht er, Frieden zu schenken.
Ich bin überzeugt, dass gerade jemand zuschaut, der sich gedanklich quält. Du kannst nicht aufhören, über das Schlimme nachzudenken, das dir passiert ist oder das passieren könnte. Und das raubt dir buchstäblich den Frieden. Du kannst nicht mehr die Frau oder der Mann sein, die du sein solltest. Du kannst kein richtiger Vater, keine richtige Mutter mehr sein, weil du von diesen Sorgen zerfressen wirst. Sie bombardieren deine Gedanken und machen dir das Herz schwer.
Weißt du was? Du kannst diese Sorge und Angst loswerden. Bring deine Bitten zu Gott. Danke ihm, nachdem du deine Bitte ausgesprochen hast. Dann verspricht dir Gott Frieden. Ich weiß, dass er ihn dir schenken wird, denn das hat er zugesagt. Er verspricht dir Frieden. Und interessanterweise geht er noch weiter und verspricht uns einen Frieden, der von Dauer ist.
Viele von uns kennen das: Wir haben Frieden erlebt, aber dann kehren die Zweifel oder die Sorgen doch wieder zurück. Sie kriechen durch ein Seitenfenster herein oder klopfen später wieder an die Tür. Und wir sind so dumm, die Tür aufzumachen und zu sagen: „Na, dann komm rein. Wenn du schon da bist, kannst du dich auch mit an den Tisch setzen.“ Nein! Sobald du etwas in Gottes Hand gelegt hast, lass es dort. Dann gilt die Zusage für dauerhaften Frieden. In Vers 8 steht:
„Und nun, liebe Freunde, lasst mich zum Schluss noch etwas sagen: Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig und gerecht ist. Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen.“
Der Begriff „nachdenken” bedeutet hier nicht, nur mal flüchtig oder einmalig an etwas zu denken. Er meint vielmehr, etwas immer wieder gedanklich zu bewegen, darüber nachzusinnen, darauf herumzukauen, von verschiedenen Seiten zu betrachten, es sogar vor sich hinzumurmeln. Und dann schreibt er in Vers 9:
„Hört nicht auf, das zu tun, was ihr von mir gelernt und gehört habt und was ihr bei mir gesehen habt; und der Gott des Friedens wird mit euch sein.“
Es gibt ein Versprechen auf dauerhaften Frieden. Wenn es in Vers 8 heißt: „Denkt darüber nach ….“ geht es darum, dass wir selbst die Wächter über unsere Gedanken sind. Die Anweisung, worüber wir nachdenken sollen, ist unmittelbar mit dem dauerhaften Frieden verbunden.
Wir legen etwas in Gottes Hände und danken ihm dafür. Dann gibt er uns den Schutz. Wenn wir wollen, dass er anhält, müssen wir unser Denken ändern. Paulus schreibt: „Hört auf, euch Sorgen zu machen und legt euch eine neue Gewohnheit zu.“ Die hat mit unseren Gedanken zu tun. Wenn du oft genug an etwas denkst, kannst du irgendwann nicht mehr aufhören, daran zu denken.
Wir kennen das bei negativen Themen. Da fangen die Gedanken an zu kreisen und egal, was sonst passiert, du kannst nicht mehr anders, als daran zu denken, was sie zu dir gesagt hat. Oder deine Gedanken kreisen darum, wie du ausgegrenzt wurdest. Oder sie kreisen um die Person, die dich betrogen hat. Oder um die negativen Nachrichten aus dem einseitigen Artikel, den du gelesen hast. Fast alle Nachrichten sind doch einseitig.
Früher hat man das Sensationsjournalismus genannt. Ich habe schon gar keine Lust mehr, Nachrichten zu schauen. Ich bleibe gern auf dem Laufenden, aber alles ist so voreingenommen, so einseitig gefärbt. Vieles soll uns nur Angst einjagen, damit wir uns auf bestimmte Weise verhalten. Wir werden in die Enge getrieben, damit wir auf bestimmte Art handeln, bestimmte Parteien wählen oder bestimmte Entscheidungen treffen. Und auch andere Themen können uns vereinnahmen. Lasst uns unsere Gedanken an dem ausrichten, was hier im Text steht. Die Bibel erfüllt natürlich alle Punkte: Sie ist wahr, anständig, rein, gerecht und so weiter. Aber das trifft auch noch auf anderes zu.
Als ersten Punkt, über den wir nachdenken sollen, nennt er das, was wahr ist. Nicht alles, was wahr ist, erfüllt auch die anderen Kriterien. Etwas kann wahr sein, aber weder anständig noch rein noch ehrbar. Nur weil etwas wahr ist, heißt das noch nicht, dass du darüber nachdenken sollst. Schau dir alle Kriterien an. Vielleicht ist dein Nachbar fremdgegangen. Das mag wahr sein. Aber darum sollten deine Gedanken nicht ständig kreisen. Vielleicht ist dein Freund aus Kindertagen heute Bankräuber und Gewaltverbrecher und sitzt im Gefängnis. Auch wenn es wahr ist, solltest du dir darüber nicht dauernd den Kopf zerbrechen.
Wir sollen über das nachdenken, was wahr und anständig ist, also das, was unsere tiefe Achtung verdient. Ich lese gern Biografien und Autobiografien. Ich habe schon oft geweint, wenn ich gesehen habe, wie sich Gottes Güte in der Lebensgeschichte von Menschen zeigt, wie sie zu Jesus gefunden haben und wie Gott sie gebraucht hat, um ihr Umfeld zu verändern. Das ist wahr und anständig zugleich.
Dann schreibt er: „Denkt über das nach, was gerecht ist.“ Für die Griechen war ein gerechter Mensch einer, der Göttern und Menschen gab, was er ihnen schuldig war. Demnach sollten wir als Christen unsere Gedanken auf unsere Pflichten gegenüber Gott und Menschen richten.
Dann schreibt er, dass unsere Gedanken rein sein sollen, also moralisch einwandfrei. Könnte man deine Gedanken für alle sichtbar auf einer Leinwand zeigen? Wenn nicht, solltest du über etwas anderes nachdenken.
Dann nennt Paulus „das, was liebenswürdig ist“, er schreibt wörtlich: „liebenswert“. Da denke ich an meine Frau, meine Kinder, meine Enkel und meine Freunde. Sie sind liebenswert.Dann nennt er „das, was bewunderungswürdig ist”. Im Griechischen heißt es wörtlich: „das, was positiv gesprochen ist”. Also kein Lästern.
Schließlich schreibt er: „Denkt über Dinge nach, die Auszeichnung und Lob verdienen.“ Lass deine Gedanken darum kreisen. Entscheide selbst, worüber du nachdenken willst. Denn wenn wir unsere Gedanken nicht steuern, dann steuert uns der Teufel durch sie. Du musst also entscheiden, worüber du nachdenken willst und worüber nicht. Für manche ist das ein großer Kampf, aber du kannst es schaffen. Gott wird dir dabei helfen. Paulus schreibt: „Tut, was ihr bei mir gehört und gesehen habt. Und der Gott des Friedens wird mitten im Sturm bei euch sein.“Gott offenbart sich auf vielfältige Weise. Er offenbart sich als Gott, der heilt, als Gott der Weisheit, als Gott der Fülle und als Gott, der rettet. Hier offenbart der allmächtige Gott seine Gegenwart, indem er uns einen Frieden schenkt, der das menschliche Verstehen übersteigt. Er lässt sich menschlich nicht bewirken. Dafür gibt es keine Pille und man bekommt ihn nicht beim Psychiater auf der Couch. Es ist ein übernatürlicher Friede, den Gott schenkt. Er übersteigt jedes menschliche Verstehen. Gott wünscht dir und mir diesen Frieden. Möge der Gott des Friedens mit dir sein.
Dann geht Paulus in seinem Brief inhaltlich weiter. Wie gesagt, wir dürfen wir nicht vergessen: Er hat all das aus römischer Gefangenschaft geschrieben. Ein junger Mann namens Epaphroditus hatte Paulus eine Spende der Gemeinde in Philippi gebracht. Danach blieb er bei Paulus, um ihm in der Gefangenschaft zu helfen. Genau wie heute brauchten Gefangene Geld. Als ich einmal jemanden im Gefängnis von Long Beach besucht habe, schien jeder zweite Besucher einem Inhaftierten Geld vorbeizubringen. Aber Paulus gab sein Geld nicht für Zigaretten aus. Er wollte Menschen zu Jesus führen.
Im ersten Kapitel schreibt er: „Alles, was mir geschehen ist, hat zur Verbreitung des Evangeliums beigetragen. Die gesamte Palastwache hat erfahren, dass ich für Christus in Ketten liege.“ Damit meint er die Prätorianergarde. Zehntausend Soldaten dieser römischen Eliteeinheit hatten das Evangelium gehört. Der Punkt ist der: Gott gebraucht dich, egal, wo du bist.
Epaphroditus hat Paulus also die Spende gebracht und ist dann bei ihm geblieben, um für ihn zu arbeiten. Dann schreibt Paulus diesen Brief, mit dem wir uns gerade beschäftigen, und gibt ihn Epaphroditus. Er soll ihn der Gemeinde in Philippi bringen. Im letzten Teil des Briefes geht es nun um die Spende, die sie ihm durch Epaphroditus geschickt hatten. Darin stecken so viele wichtige Punkte. In Vers 10 schreibt er:
„Ich freue mich sehr und danke Gott, dass ihr euch wieder um mich sorgt! Ich weiß, dass ihr immer um mich besorgt wart, aber eine Zeit lang hattet ihr keine Gelegenheit, mir zu helfen.“
Damit meint er die Spende, die sie ihm geschickt hatten. Sie hatten schon früher seine Arbeit in Korinth und Thessaloniki unterstützt. Und nun hatten sie ihm wieder etwas zukommen lassen. Offensichtlich hatten sie das schon früher geplant, aber keine Gelegenheit dazu gehabt.
Vielleicht lag es daran, dass Paulus unterwegs nach Rom war und niemand wusste, ob ihn die Spende auch erreichen würde. Wörtlich steht hier: „Ihr seid wieder aufgeblüht, an mich zu denken.“ Reden kann jeder. Wenn uns etwas wirklich wichtig ist, gehört zu unserer Anteilnahme auch das Tun. Man kann geben, ohne zu lieben, aber man kann nicht lieben, ohne zu geben. Ich finde es schön, dass Paulus hier schreibt: „Ich danke Gott, dass ihr euch wieder um mich sorgt.” Er meint damit ihre Spende. In den Randnotizen meiner Bibel steht: „Eure Sorge und eure Gedanken sind wiederbelebt worden.“ Bei manchen muss das Geben wiederbelebt werden.
Manche, die zuschauen, haben früher regelmäßig christliche Projekte unterstützt. Aber jetzt habt ihr schon lange nicht mehr gespendet. Eure Unterstützung ist eingeschlafen und braucht eine Wiederbelebung. Vielleicht hast du Verletzungen erlebt, möglicherweise in der Gemeinde. Das tut weh. Aber genauso wie Schmerz gibt es Heilung.
Kürzlich habe ich gelesen, wie Jesus mit einigen Pharisäern aneinander geriet. Sie warfen ihm vor, dass seine Jünger auf den Feldern Körner abgepflückt und mit den Händen zerrieben hatten, um sie zu essen. Die Pharisäer sagten: „Das ist nach dem Gesetz am Sabbat nicht erlaubt!“ Die Jungs hatten einfach Hunger gehabt. Aber die Pharisäer fanden: „Das ist Arbeit!“ Jesus sagte: „Habt ihr nicht gelesen, was David und seine Männer taten? Sie gingen in die Stiftshütte und aßen das Brot, das nur die Priester essen durften. Ich bin der Herr des Sabbats. Der Sabbat soll den Menschen dienen, nicht umgekehrt.“ Er hatte sich mit ihnen rumgeschlagen, weil sie so kleinkariert und feindselig und streng und herzlos und überkritisch waren.
Im Bericht von Matthäus lesen wir, dass Jesus kurz darauf in ihre Synagoge, in ihr Gotteshaus ging. Er ließ nicht zu, dass die Verletzung in seinem Herzen Wurzeln schlug. Er ließ sich nicht davon abhalten, in ihre Gemeinde, in die Synagoge zu gehen, nur weil es dort engstirnige und scheinheilige Leute gab. Ja, manche in der Gemeinde sind herzlos und scheinheilig. Und wir hoffen, dass Gottes Geist sie berührt und verändert. Die Gemeinde ist dafür der beste Ort, denn dort hören sie eine geistgewirkte Verkündigung von Gottes Wort. Jesus hat sich von so etwas nicht vom Haus Gottes fernhalten lassen.
Die Bibel macht das im Hebräerbrief deutlich. Da lesen wir: „Lasst uns unsere Zusammenkünfte nicht versäumen, besonders jetzt, da der Tag seiner Wiederkehr näher rückt!“ Manche gehen nicht mehr zum Gottesdienst oder haben aufgehört zu spenden, weil sie irgendetwas erlebt haben. Ihr Lieben, diese Ausrede zählt nicht. Ich will nicht deine Verletzung oder das, was du erlebt hast, herunterspielen. Aber Jesus will verletzte Herzen heilen. Bleib dem Haus Gottes nicht fern. Unterstütze trotzdem Gottes Projekte.
Bei manchen liegt es auch daran, dass sie Gott nicht vertrauen. Zu spenden ist eine der besten Möglichkeiten, wie wir unser Vertrauen in Gott zum Ausdruck bringen können, insbesondere unser Vertrauen, dass er uns versorgt. Damit ehren wir ihn als Herrscher über Himmel und Erde. Abraham gab Gott den zehnten Teil von allem, was er gewonnen hatte, als er die Könige besiegte, die Sodom überfallen hatten. Er holte seinen Neffen zurück und befreite die Menschen. Dann kam er mit der Kriegsbeute zurück, gab sie dem Priester Melchisedek und sagte: „Ich nehme nicht einmal einen Schuhriemen vom König von Sodom an.“ Der König wollte ihn für die Menschen und Sklaven bezahlen. Aber er sagte: „Nein, ich nehme nicht einmal einen Schuhriemen an, damit er nicht sagen kann, er habe Abraham reich gemacht. Ich schwöre bei dem Herrn, dem höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.“ Mit anderen Worten: Von Gott kommt alles, was ich habe. Und das zeigt man am besten, indem man Gott mit dem ersten Teil seines Einkommens ehrt.
Ich hatte gar nicht vor, so ausführlich darüber zu sprechen, aber bei manchen muss die Bereitschaft zu spenden wiederbelebt werden. Du musst wieder anfangen, in Gottes Arbeit zu investieren. Damit zeigst du, dass du Gott ehrst. In der Bibel steht, dass wir Gott mit unserem Besitz ehren und ihm das Beste schenken sollen, das unser Land hervorbringt.
Das zeigt erstens, dass wir Gott ehren. Und zweitens zeigt es, dass wir ihm vertrauen. „Gott, ich gebe dir jetzt den ersten Teil meines Einkommens, bevor ich weiß, wie der Monat wird. Ich will nicht abwarten und sehen, ob etwas übrigbleibt, wenn ich alle Rechnungen bezahlt und alles erledigt habe, was mir wichtig ist. Wenn dann noch was übrig ist, werfe ich dir vielleicht ein paar Reste hin.“ Nein. Wir ehren ihn, indem wir ihm das Erste und Beste geben, das wir haben. Und dann schreibt Paulus in Vers 11:
„Nicht, dass ich etwas gebraucht hätte! Ich habe gelernt, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe.“
Er schreibt nicht: „Ich hatte nichts und brauchte eure Spende dringend.“ Das hätte wahrscheinlich gestimmt. Sondern er schreibt: „Ich freue mich, weil ihr euch so sehr um mich gesorgt habt, dass ihr gehandelt habt.“ Wenn er schreibt: „Ich habe gelernt, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe“, steht im Griechischen für „zufrieden“ das Wort „selbstgenügsam“.
Wenn man das Wort noch genauer untersucht, stellt man fest, dass es wörtlich bedeutet: „unabhängig von den Umständen“. Paulus schreibt als römischer Gefangener. Er schreibt: „Ich bin so dankbar für eure Spende.“ Später erklärt er noch genauer, warum. Aber er schreibt: „Ich bin dankbar für eure Spende, aber ich habe gelernt, unabhängig von den Umständen und in jeder Situation zufrieden zu sein.“ Hör dir diesen Vers einmal in einer anderen Übersetzung an. Da steht:
„Ich sage das nicht, weil ich in Not war. Ich habe gelernt, in jeder Lage zurechtzukommen und nicht von äußeren Umständen abhängig zu sein.“
Das müssen wir lernen. Ich finde es großartig, dass er formuliert: „Ich habe es gelernt.“ Das passiert nicht einfach spontan und auch nicht automatisch. Es ist ein Prozess, in dem wir lernen, Gott und seinen Zusagen zu vertrauen und danach zu handeln. Egal, wo und in welcher Situation wir sind – wir vertrauen einfach Gott. Es kommt nicht darauf an, ob ich in Gefangenschaft bin wie Paulus damals. Es kommt nicht darauf an, ob du in Gefangenschaft bist oder in einer Villa in Beverly Hills lebst oder in einer Hütte in Äthiopien. Das ist gleichgültig. Wir sind nicht von äußeren Umständen abhängig.
Gott gibt uns, was wir brauchen. Er weiß, dass du die Raten für dein Auto zahlen musst und dass deine Miete fällig wird und du Kleidung für deine Kinder brauchst. Er weiß, dass du einkaufen musst. Er weiß, was du brauchst. Für den, der Himmel und Erde geschaffen hat, ist es nicht schwer, dir und mir zu geben, was wir brauchen. Für den, der Mose aufforderte, seinen Stab auszustrecken und das Rote Meer zu teilen, sodass ganz Israel hindurchgehen konnte und der Pharao und sein Heer danach im selben Meer ertranken, ist es nicht schwer, dir und mir zu geben, was wir brauchen. Er möchte, dass wir lernen, ihm zu vertrauen, unabhängig von unseren Umständen. Weiter schreibt Paulus in Vers 12:
„Ob ich nun wenig oder viel habe, ich habe gelernt, mit jeder Situation fertig zu werden: Ich kann einen vollen oder einen leeren Magen haben, Überfluss erleben oder Mangel leiden.“
Er sagt: „Ich habe schon beide Extreme erlebt. Ich war schon in schlimmen Situationen, in denen ich Mangel gelitten habe. Aber ich habe auch Situationen erlebt, in denen Überfluss herrschte und ich mehr hatte, als ich brauchte.“ Interessanterweise spricht er beide Seiten an: „Ich habe gelernt, genügsam zu sein und mit wenig zu überleben – und ich habe gelernt, meine Arbeit zu tun, wenn ich viel habe.“ Wenn er schreibt: „Ich habe gelernt“, steht dort wörtlich: „Ich bin gelehrt worden“. Man kann auch übersetzen: „Ich wurde in das Geheimnis eingeweiht.“ Als wäre er einem Verein oder einer Bruderschaft beigetreten, bei der man eine Aufnahmephase durchläuft – und dann hätte er ihre geheimen Informationen bekommen.
Paulus schreibt: „Ich wurde in das Geheimnis eingeweiht.“ Das Geheimnis ist das, was uns erlaubt, unabhängig von den Umständen zu sein, ob das große Not ist oder eine Zeit des Überflusses. Es funktioniert in beide Richtungen. Und ja, ich weiß, dass einige von euch jetzt denken: „Ich kenne nur die eine Seite. Ich habe immer nur extreme Not erlebt. Ich wäre ja gern mal auf der anderen Seite, wo Überfluss herrscht.“ Wir dienen dem Gott der Fülle. Er schenkt uns reichlich alles, woran wir Freude haben können.
In der Bibel steht: „Er, der seinen Sohn nicht für uns verschont hat, sollte er uns nicht auch alles andere schenken?“ Überfluss ist großartig. Aber bitte achte auf das, was ich sage: Ich glaube, für unser geistliches Leben ist Überfluss gefährlicher als Not. Gott will seine Kinder segnen. „Der Segen des Herrn fügt keinen Kummer hinzu“, heißt es in der Bibel. Aber mit Überfluss und Besitz steigt die Gefahr, dass wir nicht mehr auf Gott als unseren Versorger blicken, sondern auf unsere eigenen Mittel. Wir vertrauen weniger Gott als unserem Geld. Wenn das passiert, werden wir so unbeständig wie unser Besitz.
In den Sprüchen steht: „Reichtum kann verschwinden – er bekommt Flügel wie ein Adler und fliegt davon.“ Setz dein Vertrauen nicht auf Geld. Wir könnten meinen: „Ich hab genug, dann muss ich nicht beten. Ich hab genug, dann brauche ich nicht auf Gott zu vertrauen, sondern kann mich selbst um alles kümmern.“ Das kann dein geistliches Leben dramatisch und negativ beeinflussen. Wenn du gerade mehr als genug hast, ermutige ich dich, Gott trotzdem in den Mittelpunkt deines Lebens zu rücken. Vertrau seinen Zusagen und sei großzügig. Er hat dir alles anvertraut, damit du ein Segen sein kannst.
Meine Zeit ist um. Wir kommen darauf zurück und beenden dann diesen Brief. Es gibt noch ein paar wunderbare Themen zu besprechen. Ich hoffe, du bist dann wieder dabei. Gott segne dich. -
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Über 40 Jahre – Gott ist treu und wir haben noch viel vor
Im Oktober 1979 wohnte ich in einer kleinen Wohnung in Broken Arrow in Oklahoma. In einem stillen Moment vor Gott sprach der Heilige Geist zu mir und sagte: „Du wirst das Wort Gottes im Fernsehen verkündigen.“ Das schrieb ich mir damals auf eine kleine Karteikarte – und habe sie bis heute.
Bring mit uns Hoffnung in die Wohnzimmer der Menschen!
Gerade in unsicheren Zeiten empfinden wir es als große Chance, Menschen durch Gottes Wort neue Zuversicht zu geben.
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