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Wenn Gott barmherziger ist als wir

Vielleicht hat dich jemand tief verletzt. Oder du selbst hast dir eine Menge Schuld aufgeladen. Anhand der Geschichte von Jona zeigt Bayless Conley, dass Gottes Barmherzigkeit weiter reicht, als wir manchmal denken – für andere und für uns selbst. Erfahre, warum Unversöhnlichkeit uns gefangen hält und wie Gottes Gnade einen Weg in die Freiheit öffnet, weil jeder eine zweite Chance verdient.

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  • Hallo, ich freue mich, dass du heute dabei bist. Wir beschäftigen uns mit einer der stärksten und spannendsten Geschichten der ganzen Bibel. Sie steht im Alten Testament, aber Jesus hat sie auch erwähnt – und damit bestätigt, dass sie so passiert ist. Wenn du eine unserer letzten Sendungen gesehen hast, dann weißt du, dass wir über Jona reden. Jesus hat gesagt: „So wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches verbracht hat, so muss der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“

    Das war ein Bild für seinen Tod, für seine Zeit im Grab und seine Auferstehung. Und auch dafür, dass wir der Welt davon erzählen und dass Gott gnädig mit Menschen ist. Denn Jona war drei Tage und Nächte im Bauch des großen Fisches. Nachdem der ihn wieder ausgespuckt hatte, ging Jona nach Ninive und predigte dort. Die Menschen kehrten um und Gott hatte Gnade mit ihnen. Es war eindrücklich, als es geschah – aber es war auch prophetisch und wies auf das hin, was Jesus in der Zukunft für uns und die ganze Welt tun würde.

    In dieser Geschichte hat Gott Jona beauftragt, nach Ninive zu gehen und die Menschen zur Umkehr aufzurufen. Denn ihre große Bosheit war Gott nicht verborgen geblieben.

    Ninive war die Hauptstadt von Assyrien. Die Assyrer waren vielleicht das brutalste Volk, das je auf dieser Erde gelebt hat. Ich habe kürzlich schon manches dazu erklärt, deshalb heute nur eins: Die Assyrer waren Israels erbitterte Feinde.

    Jona wollte in Ninive nicht predigen, denn er hielt es für wahrscheinlich, dass sie tatsächlich umkehrten und Gott ihnen in seiner Barmherzigkeit vergab. Und das wollte Jona nicht.

    Spannend. Mich erinnert das an Menschen, die feindselig gegenüber anderen eingestellt sind, weil sie von ihnen verletzt wurden oder aus anderen Gründen. Sie sähen diese Menschen am liebsten einfach in der Hölle schmoren und haben kein Interesse daran, dass Gott ihnen gnädig ist. Aber das ist nicht die richtige Haltung, ihr Lieben.
    Jona lief also vor Gott davon und ging an Bord eines Schiffes, das nach Tarsis im heutigen Spanien fuhr – so weit von der assyrischen Hauptstadt Ninive entfernt, wie es in der damals bekannten Welt nur möglich war.

    Wir kennen die Geschichte: Gott schickte einen gewaltigen Sturm und die Seeleute erkannten den Ernst der Lage. Es wurde immer schlimmer. Im Hebräischen steht das in einer Zeitform, die ausdrückt, dass es sich immer weiter steigerte. Sie warfen Lose, um herauszufinden, an wem es lag und was der Grund dafür war. „Wer hat etwas getan, das die Götter erzürnt hat?“ Schließlich gab Jona zu: „Ich diene dem lebendigen Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde. Ich laufe vor ihm davon. Deswegen ist das passiert.“

    Die Seeleute flippten aus. „Was? Du dienst dem Gott, der das Meer gemacht hat, und jetzt werden wir hier wie ein Korken herumgepustet, weil du ungehorsam warst?“ Schließlich warfen sie ihn widerwillig ins Meer, weil er sagte: „Dann hört der Sturm auf.“ Es toste, trotzdem wollten sie ihn nicht über Bord werfen. Ich lese dazu Jona 1, die Verse 10-12 vor:

    „Und er erzählte ihnen, dass er vor dem Herrn fortlief. Die Seeleute waren entsetzt, als sie das hörten. ‚Was hast du da getan?‘, jammerten sie. Und weil der Sturm immer stärker wurde, fragten sie ihn: ‚Was können wir nur mit dir tun, damit das Meer um uns herum zur Ruhe kommt?‘ ‚Nehmt mich und werft mich ins Meer‘, sagte Jona, ‚dann wird es sich um euch herum beruhigen. Denn ich weiß, dass dieser schreckliche Sturm meinetwegen über euch gekommen ist.‘“

    Ja, Jona: Gott hat den Sturm gewissermaßen auch deinetwegen gesandt – vor allem aber der vielen Tausend Menschen in Ninive zuliebe. Gott möchte barmherzig sein, Gott möchte seine Gnade zeigen. Wenn er niemanden schicken kann, der die Menschen auffordert umzukehren, haben sie keine Chance, ihre Herzen Gott zuzuwenden. Ja, Gott hat den Sturm wegen Jona geschickt. Aber er hat ihn vor allem geschickt, weil er barmherzig ist und weil ihn das Leben dieser Männer und Frauen trotz ihrer Bosheit interessierte.

    Lass mich noch etwas sagen. Vielleicht denkst du: „Ich habe zu viel gesündigt. Gott kann mir nie vergeben.“ Dann darfst du wissen: Er liebt dich und er will dir mit Gnade begegnen. An seinem Tisch ist Platz für dich. Wenn du von deiner Sünde umkehrst, dich Jesus zuwendest und auf Rettung durch den Auferstandenen vertraust, dann wird er dir gnädig sein. Egal, was du versäumt oder falsch gemacht hast – Gott hat Erbarmen. Er ist voller Mitgefühl und Gnade und möchte dir Gutes tun. Wenn du ihm dein Herz zuwendest, wird er dir begegnen.

    In der Bibel steht: „Nähert euch Gott, und er wird sich euch nähern. Reinigt eure Hände von Schuld, ihr Sünder“, heißt es im Jakobusbrief. Ich weiß, dass sich gerade jemand davon angesprochen fühlt. Es ist noch nichts verloren für dich.
    Zurück zu Jona, der sagte: „Werft mich ins Wasser, dann hört der Sturm auf.“ Jona 1, die Verse 13-14:

    „Doch die Männer ruderten mit aller Kraft, um zum Ufer zurückzukehren. Aber das Meer war zu stürmisch und sie schafften es nicht. Da riefen sie zum Herrn: ‚Ach Herr‘, baten sie, ‚lass uns nicht wegen dieses Mannes umkommen. Und mach uns nicht für den Tod eines Unschuldigen verantwortlich. Denn du hast es doch so gewollt und danach gehandelt, Herr.‘“

    Mit anderen Worten: „Gott, es war nicht unsere Idee, ihn reinzuwerfen. Er wollte es so. Also sei bitte deswegen nicht böse auf uns.“ Verse 15-16:

    „Dann packten sie Jona und warfen ihn ins Meer. Und das Meer beruhigte sich. Die Seeleute wurden von tiefer Ehrfurcht vor dem Herrn ergriffen. Sie brachten dem Herrn Opfer dar und schworen, ihm zu dienen.“

    Dazu möchte ich kurz etwas sagen. Viele Menschen machen Gott Versprechungen und schwören ihm etwas, wenn sie in Not sind. „Ich werde immer in die Kirche gehen. Ich gebe dir mein Leben, wenn du mich rettest und hier rausholst. O Gott, bitte, bitte, hilf mir! Ich tue auch dies und das.“

    Wenn du Gott etwas geschworen hast, als du in Not warst, dann halte deinen Schwur. Vielleicht bist du in Not gewesen und hörst du mir gerade zu. Vielleicht hattest du Probleme mit dem Gesetz – aus Dummheit oder aus anderen Gründen – und du hast Gott innerlich etwas versprochen. Aber es ist noch offen. Gott erinnert sich an dieses Versprechen. Und es ist nicht zu spät, es einzulösen. Tu, was du gesagt hast. Gib Gott dein Leben. Geh in die Kirche oder tu, was immer du ihm versprochen haben magst.
    Sie warfen Jona also ins Wasser. In Kapitel 2,1 lesen wir:

    „Der Herr schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang. Drei Tage und drei Nächte war Jona im Bauch des Fisches.“

    Sie warfen ihn ins Wasser. Überleg mal: Jona wusste nicht, dass Gott einen großen Fisch schicken würde. Er hatte keine Ahnung. Er dachte, er würde sterben. Selbst wenn der Sturm aufhörte, war er schon viel zu weit vom Land entfernt, um es zu erreichen. Er wollte lieber umkommen, als in Ninive zu predigen. Er sagte: „Lieber sterbe ich – werft mich rein.“ Er erwartete den Tod. Allein aus Gottes Gnade kam dieser Fisch. Gott ist der Schöpfer der Erde. Vielleicht hat Gott diesen Fisch nur zu diesem Zweck geschaffen. Oder vielleicht schickte er auch einen Fisch, den es schon gab.

    Ich komme noch einmal auf etwas von vorhin zurück. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die von jemandem sehr verletzt worden sind. Wie auch immer die Situation war: Sie hassen diese Person.

    Und ihnen ist es lieber, diese Person weiterhin zu hassen, als ihr zu vergeben. Wenn wir hassen, wenn wir Bitterkeit in unser Leben lassen und Unversöhnlichkeit in unser Herz, dann zeigt sich das auch an anderen Stellen. Wenn du verbittert bist, zeigt sich das auch in deiner Ehe. Es beeinflusst die Beziehung zu deinen Kindern. Es beeinflusst deine seelische Gesundheit. Es öffnet den Raum für Depressionen und düstere Gedanken. Es kann zu körperlichen Krankheiten führen. Unversöhnlichkeit ist fürchterlich. Sie öffnet dem Feind die Tür.

    In Markus 11 spricht Jesus über das Beten und sagt: „Alles, was ihr im Gebet erbittet – glaubt, dass ihr es bekommen habt, und ihr werdet es erhalten.“ Und im selben Atemzug sagt er: „Und wenn ihr betet, dann vergebt zuerst allen, gegen die ihr einen Groll hegt.“ Ich glaube, Unversöhnlichkeit ist der häufigste Grund, warum unsere Gebete nicht erhört werden. Aber manche klammern sich so sehr an diesen Groll und diese Wut, dass sie lieber früh sterben würden als jemandem zu vergeben. Lieber nehmen sie eine zerrüttete Familie und Depressionen in Kauf, als dem anderen zu vergeben und die Sache einfach loszulassen.

    Wenn du vergibst, dann wird ein Gefangener frei – und dieser Gefangene bist du. Vergebung kommt vor allem dir zugute. Wenn ich vergebe, profitiere ich selbst.
    Jona sagt hier im Grunde: „Ich sterbe lieber, als dort zu predigen. Ich will, dass diese Leute vernichtet werden.“ Jona verbringt also drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches. Bequem war es da nicht.

    Nach Jonas Beschreibung war es wie in der Hölle. Vielleicht hat ihn das Mitgefühl gelehrt. Zumindest ein bisschen. Denn damit hat Jona bis zum Ende der Geschichte Probleme. Aber immerhin entscheidet er sich nun dafür, gehorsam zu sein. Er sagt: „Ich war im Bauch der Hölle.“ Vielleicht ist ihm da der Gedanke gekommen: „Wenn ich nicht in Ninive predige, landen alle dort für ewig in der Hölle.“ Und das wünschen wir niemandem. Hier steht, dass Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war. Kommen wir zu Jona 2,2:

    „Und Jona betete zum Herrn, seinem Gott, aus dem Bauch des Fisches.“

    Ist dir aufgefallen, was wir gerade gelesen haben? Der Fisch verschluckt Jona. Er ist da drin und sagt, es ist wie in der Hölle. Drei Tage und drei Nächte bleibt er da. Und erst dann betet er. Ich hätte ja sofort angefangen, in Zungen zu beten, als man mich über die Reling warf! Ich hätte gebetet, bevor ich überhaupt im Wasser war!

    Aber Jona wird ins Wasser geworfen und von einem Fisch verschluckt und ist so stur und will auf keinen Fall, dass die bösen Assyrer vielleicht gerettet werden, dass er drei Tage und drei Nächte aushält und sich weigert, mit Gott zu reden. Erst nach drei Tagen und drei Nächten in diesem Fisch betet er schließlich. Ich hoffe, du bist nicht so stur! In Vers 3 lesen wir: Und Jona sagte:

    „In meiner Not rief ich zum Herrn und er antwortete mir. Ich schrie zu dir aus dem Totenreich“ – aus der Hölle! – „und du hörtest meine Stimme!“

    Interessant. „In meiner Not rief ich zum Herrn.“ Das hebräische Wort für Not kommt von einem Verb, das „fesseln, festbinden, beengen, umklammern“ bedeutet. Jona hatte es nicht bequem im Bauch des großen Fisches. Wie gesagt: Er verglich es mit der Hölle. In den nächsten beiden Versen betet er noch etwas Interessantes. Verse 4 und 5:

    „Du warfst mich in die Tiefe, ins Herz des Meeres, und eine Strömung umgab mich. Alle deine Brandungen und Wellen begruben mich. Da dachte ich: Ich bin vertrieben aus deiner Gegenwart. Dennoch werde ich deinen heiligen Tempel wiedersehen können!“

    Das sind Worte aus Jonas Gebet, aber eigentlich zitiert er hier Psalm 88,6-8 und Psalm 31,22. Jona kannte Gottes Wort. Wenn du betest, dann lass dein Gebet von Gottes Wort erfüllt sein. Hier sitzt Jona im Bauch des Fisches und Gottes Wort strömt aus ihm heraus. Den letzten Teil seines Gebets finden wir in Jona 2,5, wo er sagt: „Dennoch werde ich deinen heiligen Tempel wiedersehen können!“ Das ist unglaublich wichtig. Unglaublich wichtig.

    Mit dem heiligen Tempel ist Salomos Tempel in Jerusalem gemeint, wo Gottes Gegenwart wohnte. Er war das Zeichen für Gottes Gegenwart.

    Als Salomo den Tempel für den Herrn fertig gebaut hatte – so lesen wir es in 1. Könige 8 und 2. Chronik 6 – erfüllte Gottes Herrlichkeit den Tempel wie eine Wolke. Und Salomo betete vor ganz Israel, das sich dort versammelt hatte. Du kannst es in den Bibelstellen nachlesen, die ich gerade genannt habe. Ich empfehle es dir sehr. Jeder Jude kannte dieses Gebet. Sie brachten es ihren Kindern bei, als eine Offenbarung von Gott – und eine Offenbarung war es.

    Als Jona sagte: „Ich werde deinen heiligen Tempel wiedersehen“, bezog er sich auf das, was Salomo viele Jahre zuvor ausgesprochen hatte. Er bezog sich auf Gottes Offenbarung durch Salomos Worte. Salomo hatte gebetet: „Wenn jemand aus dem Volk Israel sündigt und sich in Schwierigkeiten bringt“ – und genau das hatte Jona getan – „und er dann betet, den heiligen Tempel und Gott anruft und dir sein Herz wieder zuwendet, Herr, dann wirst du ihm seine Sünde vergeben und ihn erretten.“

    Lies dieses Gebet. Es ist genau das, was Salomo durch die Eingebung von Gottes Geist gesagt hat. Wenn jemand gesündigt und sich in Not gebracht hat und dann wieder deinen heiligen Tempel anblickt, sein Herz wieder deiner Gegenwart zuwendet und betet und bereut, dann wirst du das im Himmel hören, Gott, und wirst ihn retten.“ Und weiter sagt er: „Wenn es im Land Seuchen, Dürren oder Krankheiten gibt, wenn die Heere Israels von einem anderen Volk besiegt werden und Israel dann wieder auf Gottes heiligen Tempel blickt, auf die Gegenwart Gottes, und sein Herz neu ausrichtet, dann wird Gott vergeben und die Situation retten.“

    Salomo sagte in diesem Gebet durch die Eingebung des Heiligen Geistes sogar: „Auch wenn wir von unseren Feinden gefangengenommen werden und dann im fremden Land wieder auf deinen heiligen Tempel blicken, unsere Herzen neu ausrichten und deine Gegenwart suchen, wirst du eingreifen und dort gnädig mit uns sein, selbst wenn wir in einem anderen Land gefangen sind.“

    Als Jona das hier sagt, richtet er sein Herz neu aus. Zumindest, was den Gehorsam gegenüber Gott betrifft. Er braucht eine Weile, bis er anfängt zu beten, aber – Gott sei Dank – tut er es dann. Lass mich noch einmal wiederholen, was ich vorhin gesagt habe: Es ist nie zu spät für dich, mein Freund. Du glaubst vielleicht, du seist schon zu weit vom Weg abgekommen. Aber das stimmt nicht. Gott hat dich im Blick und er sieht dich auch jetzt.
    Lesen wir in Vers 6, was Jona als Nächstes sagt:

    „Ich versank in den Wellen und kämpfte mit dem Tod. Wasser umgab mich und Algen schlangen sich um meinen Kopf.“

    Er ist eingezwängt und gefangen. Ein Wunder, dass Gott ihn da drin am Leben erhalten hat. Aber Jona sitzt jetzt nicht mit einer Tasse Tee im Schaukelstuhl. Er erlebt große Qualen. Er betet: „Ich schrie zu dir aus dem Totenreich“, also der Unterwelt. Es schlingen sich sogar Algen um seinen Kopf. Vers 7:

    „Ich sank zu den Wurzeln der Berge hinab und die Tore der Erde waren für mich auf ewig geschlossen. Doch du, Herr, mein Gott, hast mein Leben aus der Grube herausgezogen!“

    Und dann sagt er in Vers 8:

    „Als ich keine Hoffnung mehr hatte, dachte ich an den Herrn. Und mein Gebet drang zu dir in deinen heiligen Tempel durch.“

    Jona, woher weißt du, dass dein Gebet zu Gott durchgedrungen ist? Woher weißt du, dass Gott dein Gebet gehört hat? Weil das so in Gottes Wort steht. In Salomos inspiriertem Gebet. In diesen Worten, die aus Salomos Mund kamen. Egal, in welche Notlage wir uns gebracht haben – wenn wir uns seiner Gegenwart zuwenden, unser Herz neu ausrichten und beten, dann wird Gott uns im Himmel hören und uns retten. Gott verspricht, dass er uns hört.

    Durch den Glauben wusste Jona, dass Gott ihn gehört hatte. Mit Algen um den Kopf. Ich weiß nicht, wie Gott ihn am Leben gehalten hat. Er ist gefangen in der Hölle. Aber er weiß, dass Gott sein Gebet hören würde, wenn er sein Herz in Ordnung bringt, wenn er sich Gottes Gegenwart zuwendet und entscheidet, Gott zu gehorchen. Damit kommen wir zu den Versen 9-11. Es wird immer besser. Über das, was Jona jetzt sagt, werden wir eine ganze Weile reden:

    „,Die, die falsche Götter anbeten, verzichten auf deine Gnade. Ich aber werde dir laut danken, Opfer bringen und meine Gelübde halten. Denn die Hilfe kommt vom Herrn.‘ Da befahl der Herr dem Fisch, Jona am Strand auszuspucken.“

    Spannend. Jona sagt: „Wer falsche Götter anbetet, verzichtet auf deine Gnade.“ Interessantes Statement in einem Gebet. Klingt fast wie ein Einschub.
    Falsche Götter anzubeten, meint, falsche Götter zu „beachten“, zu „betrachten“ oder ihnen „Aufmerksamkeit zu schenken“. Im Hebräischen steckt hinter dem Begriff „falsche Götter“ so etwas wie „Leere“ oder „Täuschung“. Es geht um Worte, Aussagen, die hohl sind, in denen keine Wahrheit und keine Kraft steckt. Etwas Wertloses und Hohles. Wer dem Aufmerksamkeit schenkt, hört auf falsche Götzen.

    Diese Sendung wird in viele Sprachen übersetzt, aber hier in der englischsprachigen Welt ist eine unserer alten Bibelübersetzungen die King-James-Bibel. Da wurde „falsche Götzen“ übersetzt mit „lügende Nichtigkeiten“. Das ist eine treffende Übersetzung. „Die, die lügnerischen, wertlosen, leeren Götzen zuhören und Aufmerksamkeit schenken.“

    Götzen waren das, was die Nichtjuden anbeteten. Und es waren Täuschungen. Manchmal geriet auch Israel in Versuchung, Götzen aufzustellen und sie anzubeten, aber es waren Lügenbilder. Sie waren hohl.

    Eine lügende Nichtigkeit, wertlose Götzen. Man könnte Jonas Worte auch so wiedergeben: „Die, die den Lügen des Feindes Beachtung schenken, verwerfen ihre Gnade.“

    Mit anderen Worten: Sie verwerfen die Gnade, die Gott ihnen schenken will, indem er sie rettet und ihnen Hilfe schickt. wenn sie auf die Lügen hören, die der Feind ihnen auftischt. Wenn sie auf das hören, was der Feind ihrer Seele sagt, auf die Lügen, die der Teufel vorbringt, dann verwerfen sie die Gnade, die Gott ihnen schenken will.

    Ich erzähle dir ein Beispiel. Angenommen jemand ist kein Christ, er ist nicht errettet und der Feind sagt ihm: Es gibt keinen Gott. Das ist eine lügende Nichtigkeit. Eine Lüge des Feindes. In der Bibel steht in den Psalmen: „Ein Narr spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott.“

    Ich habe mit Menschen gesprochen, die nicht an Gott glauben, aber genau dieser Gedanke ging ihnen durch den Kopf. Sie haben ihn von jemandem gehört. Sie haben gelesen, was irgendein Philosoph dazu schreibt. Und dann kommen sie zu dem Schluss, dass es keinen Gott gibt. Sie glauben der Lüge des Feindes und verwerfen damit die Gnade der Rettung, die Gott ihnen schenken will.

    Oder angenommen, jemand glaubt, man müsse sich den Himmel verdienen. Das wird dann so erklärt: „Stell dir eine große Waage vor. Wenn deine guten Taten mehr wiegen als deine schlechten Taten, dann kommst du in den Himmel.“ Das ist eine Lüge des Feindes. Rettung kommt durch Gnade durch Glauben, nicht durch eigene Werke, damit niemand sich darauf etwas einbilden kann. Aber wenn ich dieser Lüge glaube, verwerfe ich die Gnade der Rettung, die Gott mir schenken will.

    Oder eine andere Lüge des Feindes, die ich schon mehrmals erwähnt habe und der Menschen Beachtung schenken und glauben: „Du bist zu schlecht. Du bist zu weit gegangen. Du hast die Grenze zu oft überschritten. Gott liebt dich nicht mehr. Für dich gibt es keine Gnade.“

    Nein, die Wahrheit ist: Jesus ist für dich gestorben. Er hat deine Sünden ans Kreuz genagelt. Wenn du ihm vertraust, kannst du gerettet werden. „Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Denn er ist reich an Gnade und jeder, der ihn anruft, wird entkommen.“ Aber manche glauben dieser Lüge. Sie glauben der Lüge, dass sie zu lange gewartet haben. „Ich bin zu weit gegangen. Ich habe zu viel gesündigt. Gott liebt mich nicht. Die Rettung gilt nicht für mich.“ Nein, das ist eine Lüge des Feindes. Eine lügende Nichtigkeit, ein falscher Götze. Glaub ihr nicht. Glaub dem Wort Gottes, der Wahrheit.

    Wir könnten noch lange weiterreden und das würde ich auch gerne. Ich habe noch so viel zu sagen – aber nicht so viel Zeit. Deshalb: Danke, dass du heute dabei warst. Denk über all das nach, was wir heute besprochen haben. In einer nächsten Sendung über das Buch Jona werde ich an dieser Stelle weitermachen.

    Und zum Schluss will ich dir noch etwas sagen: Gott liebt dich. Er liebt dich mehr, als du je verstehen kannst. Er ist voller Gnade und rettet alle, die ihn anrufen. Er liebt dich. Er will dir helfen. Es ist kein Zufall, dass du das hier gerade siehst. Wende dein Herz seiner Gegenwart zu. Sag: „Gott, hilf mir.“ Wende dich ihm zu. Du wirst feststellen, dass er für dich da ist. Gott segne dich. Bis zum nächsten Mal.

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